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Pass auf - meine Gefühle sind
verletzt
Wie können Sie ihre Wut
loswerden?
Wie können Sie vergeben?
von Douglas S. Winnail
Werden Sie manchmal wütend? Werden Sie manchmal so wütend,
dass Sie schreien könnten, jemandem schlagen könnten, etwas zerbrechen oder sich
an jemandem rächen wollen? Ist es für Sie schwierig, Ihre Wut wieder
loszuwerden? Finden Sie es schwierig, einer Person zu vergeben, die Ihre Gefühle
verletzt hat - sogar so schwierig, dass Sie diese Person nie wieder sehen
wollen? Haben Sie sich jemals schuldig gefühlt, weil Sie erkannt haben, dass Sie
Wut und verletzte Gefühle angestaut haben? Wenn Sie sich durch diese Fragen
angesprochen fühlen, sind Sie in guter Gesellschaft! Ein kürzlich erschienener
Leitartikel in einem führenden Nachrichtenmagazin besagte, dass wir in einer
„sehr verrückten Welt" leben, in der „Wutausbrüche aller Art" alltäglich sind,
in der immer mehr Menschen sich in Selbsthilfegruppen zur Kontrolle von Wut
anmelden und Hilfe suchen, um ihre gewalttätigen Gefühle zu kontrollieren (Insight,
Seite 10, 3. Januar 2000).
Leider sind Christen von den starken, negativen Auswirkungen
der Wut, die Beziehungen schädigt und körperliche sowie geistige Gesundheit
zerstört, nicht verschont. Christen haben jedoch Zugang zu sehr leistungsfähigen
Werkzeugen, um mit negativen Gefühlen wie Wut, Bitterkeit, Groll und
Verletztheit umzugehen. Die Bibel zeigt uns, dass Christen dazu berufen sind,
Überwinder zu sein (Offenbarung 3, 12), die lernen, als Licht dieser Welt eine
andere Lebensweise zu praktizieren (Matthäus 5, 14-16). Könnten Sie jemandem
erklären, wie man einem anderen vergibt - wie man so etwas in Taten umsetzt?
Könnten Sie jemandem zeigen, wie man tiefsitzenden, schon lange bestehenden Zorn
loswird? Haben Sie selbst gelernt, dies zu tun? In diesem Artikel werden wir
untersuchen, was es bedeutet, zu vergeben und wie man effektiv mit seinem Ärger
umgeht. Die Bibel enthält wichtige Schlüssel und Ansichten zu diesem Thema,
ebenso wie die moderne Forschung.
Wut - das gefährliche Gefühl!
Manche mögen sich fragen, was an Wut so schlimm ist - selbst
Gott wird wütend. Die einfache Antwort ist, dass wir nicht Gott sind, und Zorn
kann im Menschen zu gefährlichen und zerstörerischen Folgen führen - abhängig
von der Art von Wut, die erregt wurde. Wut ist ein starkes Gefühl, das sich
entwickeln kann aus Enttäuschung, aus einem Gefühl, verletzt oder misshandelt
worden zu sein, oder daraus, dass einem etwas ungerechtes widerfahren ist. Nicht
jeder Zorn ist schlecht, aber es gibt viele Arten von Wut, die Christen einfach
nicht an den Tag legen sollten. Entrüstung ist gerechtfertigter Zorn gegenüber
Bösem, Ungerechtem oder Schändlichem. Die Bibel erwähnt dies als angemessene
Reaktion eines Christen (Epheser 4, 26). Zorn ist eine tiefe Empörung gepaart
mit dem Wunsch, es dem anderen heimzuzahlen, ihn zu bestrafen. Dies ist
gefährlich, insbesondere für Christen. Wut ist ein gewaltsamer Gefühlsausbruch,
in dem die Selbstkontrolle verloren geht. Wenn Sie vor Wut toben, erleben Sie
einen überwältigenden Wutausbruch, der an Raserei grenzt - Sie sind dann
buchstäblich „außer sich!" Diese letzten beiden Arten von Wut sind nicht nur für
Christen unakzeptabel, sie sind auch jenseits von angemessenem, zivilisiertem
Verhalten.
Die Bibel bietet seit je her wichtige Einsichten über die
gefährlichen Folgen von Wut. Im Garten Eden warnte Gott Kain, dass sein Zorn zu
Problemen führen kann (siehe 1. Mose 4, 4-7). Aber anstatt zu lernen, mit seinem
Zorn umzugehen, verhielt sich Kain trotzig und nährte seinen Zorn, bis er ihm
letztlich in einem Gewaltausbruch Luft machte und seinen Bruder im Hass
umbrachte. Anstatt seine Sünde anzuerkennen und dann zu bereuen, rutschte Kain
in einen Zustand des Leugnens und Selbstmitleids, als er schließlich die Folgen
seiner eigenen Handlung zu spüren bekam. Kain traf eine Reihe von
Entscheidungen, die einen uneffektiven Weg beschreiben, um mit Zorn
umzugehen - und er litt selbst unter den Folgen. Wir lesen auch von den zwei
Söhnen Jakobs, Simeon und Levi, die sehr zornig wurden aufgrund einer bösen Tat,
die an ihrer Schwester begangen wurde (siehe 1. Mose Kapitel 34). Sie heckten
einen Plan aus, um Rache zu nehmen, der Massenmord und Plünderei beinhaltete.
Obwohl ihr Vater sein Missfallen gegenüber ihrer Tat zum Ausdruck brachte,
fühlten sie sich völlig im Recht (1. Mose 34, 31). Aber die Bibel gibt
uns auch Gottes Urteil im Bezug auf die grausamen Früchte ihres
„selbstgerechten" Zornes - sie verloren ihren Erbteil (1. Mose 49, 5-7).
Zorn ist ein sehr gefährliches Gefühl!
Die Bibel zum Thema Zorn
Das Leben Jesu Christi bietet lehrreiche Beispiele, wie man
mit Zorn umgehen kann - einem Gefühl, das zu erleben und auszudrücken Gott uns
befähigt hat. Mit persönlichen Beleidigungen konfrontiert, erwiderte Jesus diese
Beleidigungen nicht und übte keine Rache (1. Petrus 2, 23). Aber als er die
Gefühlskälte und Gleichgültigkeit der Pharisäer gegenüber dem Leiden von
Menschen sah, war Jesus zornig (er war zu Recht empört) und heilte eine Person
(Markus 3, 1-5). Das Umwerfen der Tische der Geldwechsler im Tempel ist ein
weiteres Beispiel von Jesu kontrollierter, gerechtfertigter Empörung, gerichtet
gegen die Missachtung der Heiligkeit des Gebetshauses Gottes (Markus 11, 15-17).
Während seines Prozesses zeigte Jesus angesichts von falschen Anschuldigungen
und grausamen Schmähungen keine Wut und machte keinen Versuch, sich zu
rechtfertigen oder gar sich zu rächen (siehe Matthäus 26, 59-63; 27, 11-14.
27-31). Jesus blieb ruhig und selbstbeherrscht. Er lebte nach den Richtlinien,
die Gott in der Schrift aufgezeichnet hat, und vertraute auf sie.
Christen sind dazu berufen, dem Beispiel Jesu Christi zu
folgen (1. Petrus 2, 21), und die Einstellung Gottes zu entwickeln (Philipper 2,
5-6). Die Bibel zeigt, dass Gott gnädig [geduldig, bereit zu vergeben] ist, und
langsam zum Zorn (Psalm 103, 8, rev. Elberfelder Bibel). Die Fähigkeit,
langsam zu erzürnen zu sein, ist Gott außerordentlich wichtig (Sprüche 16, 32).
Wer lernt, wütende Reaktionen zu vermeiden, kann Situationen entschärfen, wendet
Ärger ab und vermeidet Streit (Sprüche 15, 1. 18; 17, 14. 27). Die Bibel sagt,
dass nur Toren sich auf Streit einlassen und ihre Zorngefühle an anderen
auslassen (Sprüche 18, 6-7; 29, 20; Prediger 7, 9). Der Schlüssel, um langsam
zum Zorn zu werden, ist Besonnenheit - die Entwicklung von Weisheit und
Einsicht (Sprüche 19, 11). Diese wichtige Eigenschaft ermöglicht es uns,
effektiver mit gedankenlosen und sogar böswilligen Handlungen anderer umzugehen.
Sie hilft uns auch, Geduld und Selbstbeherrschung im Umgang mit schwierigen
Situationen zu entwickeln.
Jesus studierte von Kindheit an die Schriften (Lukas 2,
41-47). Es überrascht nicht, dass seine Lehren biblische Richtlinien
widerspiegeln. Jesus sagte: „Selig sind die Barmherzigen ... [und] die
Friedfertigen" (Matthäus 5, 7-9). Das sind Leute, die gelernt haben, Streit zu
vermeiden oder zu beenden, indem sie ihre nur allzu menschliche Tendenz
kontrollieren, wütend und rachsüchtig zu werden. Jesus lehrte, dass es einem
geistlichen Mord gleichkommt, Wut und Hass zu schüren und sich auf
Beschimpfungen einzulassen (Matthäus 5, 21-22). Er ermahnte seine Jünger, sich
zu bemühen, Auseinandersetzungen schnell beizulegen und ausgedehnte
Konfrontationen, die nur Hass und Bitterkeit hervorbringen, zu vermeiden
(Matthäus 5, 23-25). Er lehrte, dass Christen keine Rache üben sollten, sondern
statt dessen denen Gutes zu tun, die sie schlecht behandeln (Matthäus 5, 38-44).
Der Grund, weshalb dies eine kluge und keine törichte Handlungsweise ist, liegt
darin, dass Gott sich letztlich jeglicher Ungerechtigkeit annehmen wird, die
ihnen geschieht (Römer 12, 17-21). Unsere Herausforderung als Christen ist es,
mit allen in Frieden zu leben, mit denen wir in Kontakt kommen.
Wenn wir bereuen und getauft werden, wird uns das Geschenk
des heiligen Geistes versprochen (Apostelgeschichte 2, 38). Wenn wir lernen,
dieses machtvolle Geschenk einzusetzen, können wir geduldiger, freundlicher,
sanftmütiger und selbstbeherrschter werden (Galater 5, 22-23). Nutzen wir den
heiligen Geist aber nicht, oder versäumen wir es, ihn zu fördern und anzuwenden,
werden wir dazu neigen, die normalen menschlichen Charakterzüge von
„Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn und Zwietracht" an den Tag zu legen, die
die meisten zwischenmenschlichen Beziehungen heute bestimmen (Galater 5, 19-20).
Manche nehmen an, dass die Schriftstelle „zürnt ihr, so sündigt nicht" (Epheser
4, 26) jegliche Art von Zorn erlaubt. Dies ist einfach nicht richtig. Besser
übersetzt meint dieser Vers „wenn ihr zornig werdet, passt auf, dass
ihr nicht sündigt". Paulus warnt auch im Kontext dieser Schriftstelle davor,
dass Zorn Satan einen Zugang zu unserem Leben ermöglichen und den heiligen Geist
betrüben [in seiner Wirksamkeit einschränken] kann (Epheser 4, 27-30).
Unkontrollierter Zorn der falschen Art kann uns in unserem geistlichen Wachstum
- der Entwicklung von Gottes Denkweise - behindern, die beinhaltet, dass wir
gelassen und klar denken und langsam zum Zorn werden. Das christliche Verhalten
muss von biblischen Grundsätzen geleitet sein - und darf nicht von Gefühlen des
Zorns getrieben werden. Aber es gibt noch einen anderen, wichtigen Schlüssel, um
Zorn zu entschärfen.
Vergebung - ein vergessener Schlüssel
Die Bibel spricht ausführlich über eine Eigenschaft, die in
unserer modernen, gefühlsbetonten Gesellschaft oft ignoriert oder übersehen
wird. Es ist die Fähigkeit, zu vergeben. Die Schrift zeigt, dass der Gott, den
wir anbeten und dem wir nacheifern sollen, ein vergebender Gott ist - dass
Vergebung ein Teil seiner Wesensart ist (Psalm 86, 5; 103; 105). Das Evangelium,
das Jesus verkündigte, hob Gottes Bereitschaft hervor, unsere Sünden zu vergeben
(Apostelgeschichte 13, 18). Dennoch lehrte Jesus auch, dass uns nicht vergeben
wird, wenn wir nicht bereit sind, unsererseits anderen zu vergeben (Matthäus 6,
12-15). Christen müssen lernen, von Herzen zu vergeben - vollständig und
bedingungslos (Matthäus 18, 21-35). Der Apostel Paulus warnt uns, dass eine
fehlende Bereitschaft oder Fähigkeit, anderen zu vergeben, Satan einen Zugang zu
unserem Leben verschaffen kann, eine Verwüstung in unseren Beziehungen anrichten
und unsere physische, geistige und geistliche Gesundheit schädigen kann (2.
Korinther 2, 6-11). Wer die Bedeutung der Vergebung unterschätzt, bringt sich
selbst in Schwierigkeiten!
Der Apostel Johannes schrieb, dass Gott uns vergeben
wird, wenn wir fähig sind, unseren Anteil an bestehenden Problemen zu
sehen und anzuerkennen (1. Johannes 1, 9-10). Dazu müssen wir uns allerdings von
zornigen und selbstgerechten Gefühlen befreien, die uns gegenüber unseren
eigenen Fehlern blind machen. Johannes spiegelte Jesu Lehren wider, als er uns
warnte, dass wir uns selbst täuschen und nicht wie Christen handeln, wenn wir
Hass und Bitterkeit in uns Raum geben (1. Johannes 2, 9-11). Als Christen liegt
unsere Herausforderung darin, liebevoll, geduldig, verständnisvoll und vergebend
zu sein. Wir müssen bereit sein, unser Leben für andere „niederzulegen" -
bereit, unsere eigenen zornigen Gefühle beiseite zu legen, um Frieden zu stiften
(1. Johannes 3, 16-23). Vergebung ist ein wesentlicher Aspekt der Nächstenliebe,
den unsere heutige Gesellschaft vergessen hat!
Vergeben ist göttlich?
Daniel schrieb: „Bei dir aber, Herr, unser Gott, ist
Barmherzigkeit und Vergebung" (Daniel 9, 9). Dies mag der Ursprung der Idee
sein: „Irren ist menschlich, vergeben ist göttlich." Dieser Spruch unterstellt,
dass nur Gott fähig ist, zu vergeben; von Menschen könne solches Verhalten nicht
erwartet werden. Doch wie wir gesehen haben, lehrt die Bibel deutlich, dass wir
lernen müssen, zu vergeben. Dazu muss man verstehen, was es bedeutet
jemandem zu vergeben. Vergebung wird in zwischenmenschlichen Beziehungen
gelernt. Wir können sie nicht für uns alleine irgendwo in einer Ecke sitzend
lernen. Wenn wir von Herzen vergeben, erleben wir auch persönlich einige
Vorzüge. Wir empfinden eine innere Ruhe und Erlösung, die unseren Drang
zurückzuschlagen und Rache zu üben, dämpft. Wir überwinden die geistigen
Turbulenzen, die durch uns zugefügte und nicht vergebene Verletzungen entstanden
sind. Vergebung wird gelernt, indem man sie praktiziert.
Wenn wir beleidigt werden oder unsere Gefühle verletzt
werden, haben wir die Wahl, wie wir reagieren - genauso wie Kain. Wir können zum
Selbstschutz einen Wall um uns errichten, können uns wehren und zurückschlagen.
Wir können auch die Person, die uns beleidigt hat, meiden oder ignorieren. Wir
können hinter dem Rücken dieser Person über ihre Fehler tratschen und Leute
suchen, die uns bestätigen, dass uns Unrecht angetan wurde. Wir können uns
selbst einreden (in Selbstgesprächen), wie schlecht oder falsch diese andere
Person ist, und diese Gedanken endlos wiederholen - und so unsere verletzten
Gefühle und unseren Ärger verstärken. Oder wir können uns entscheiden, zu
vergeben - denn Vergebung ist auch ein menschliches Vorrecht! Dennoch
braucht es Mut, Überzeugung, Mitgefühl und Entschlusskraft, sich hierfür zu
entscheiden. Und man benötigt auch Wissen darüber, was Vergebung eigentlich
beinhaltet.
Vergebung besteht aus zwei Teilen: 1. den eigenen Zorn
loslassen, 2. sich anstrengen, um die Beziehung wiederherzustellen und
aufzubauen. Viele von uns glauben, dass sie vergeben haben, wenn sie sich
entschließen, nicht zurückzuschlagen. Aber wir lassen dann nie wirklich von
unserem tiefliegenden Zorn ab und werden künftig die Person, die uns verletzt
hat, meiden und keinen Versuch unternehmen, irgendetwas wiederherzustellen. Das
ist keine richtige Vergebung. Wir machen uns dann nur vor, dass wir vergeben
hätten. Von Zorn abzulassen heißt, den Wunsch zu überwinden, sich am anderen zu
rächen, ihn zu meiden oder zu ignorieren. Eine Beziehung wiederherzustellen
heißt, bereit zu sein, über die Probleme zu reden, mit der anderen Person
zusammenzuarbeiten und anzufangen, gut von dieser Person zu sprechen. Wirkliche
Vergebung ist schwierig, denn sie beinhaltet, dass man Änderungen an sich
vornimmt und ändert, wie man selbst auf andere reagiert. Wirkliche Vergebung
„erfordert eine grundsätzliche Änderung der Einstellung - eine Abkehr von alten
Verhaltensmustern... . Wenn wir lernen wollen, zu vergeben, müssen die meisten
von uns die Strategien ändern, die wir bisher benutzten, um mit unseren
verletzen Gefühlen und unserem Drang nach Vergeltung umzugehen" (To Forgive
is Human [Vergeben ist menschlich], McCullough, Sandage & Washington, Seiten
75-76, 1997). Um von Herzen zu vergeben muss man sich von Herzen ändern - genau
das, was christliche Bekehrung bedeutet.
Ebenen moralischen Denkens
- Vergeltendes Vergeben
- nur wenn die Person, die einen
beleidigt hat, bestraft wird und selbst Schmerz verspürt
- Wiedergutmachendes Vergeben
- nur wenn die Schuld zugegeben
wird und eine Entschuldigung erfolgt ist
- Erwartetes Vergeben
- Vergeben als Reaktion auf sozialen Druck
- Gesetzgebundenes Vergeben
- Vergeben aufgrund von moralischem
oder religiösem Druck
- Soziales Vergeben
- Vergeben, um soziale Harmonie zu gewinnen
und Beziehungen wiederherzustellen
- Vergebung aus Liebe
- bedingungsloses Vergeben, weder an
Vorbedingungen noch an Erwartungen geknüpft
(Quelle: To Forgive is Human, Seiten 44-47)
Wahre Christen streben danach, in ihrer Fähigkeit, moralisch zu denken,
höhere Ebenen zu erreichen.
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Um Vergebung zu lernen, müssen wir auch in unserer Fähigkeit,
moralisch zu denken, wachsen (siehe oben). Der Apostel Paulus schrieb:
„Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und
war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich
war" (1. Korinther 13, 11). Als Christen werden wir ermahnt, zu wachsen in dem
Wissen, wie Gott will, dass wir handeln (2. Petrus 3, 18). Vergebung beinhaltet
nicht nur, dass wir unsere eigenen, negativen Bestrebungen nach zorniger
Vergeltung erkennen und überwinden, sondern auch, dass wir lernen, wie wir
positive Beziehungen mit denjenigen fördern können, die uns verletzt haben. Dies
ist eine Herausforderung, aber es ist leichter, als Sie vielleicht denken. Das
Wissen darum, was Vergebung wirklich bedeutet, ist dabei sehr wichtig.
Biblischen Richtlinien zu folgen und Gott um die Hilfe durch seinen Geist zu
bitten, sind ebenfalls wichtige Schritte. Aber wie werden Sie chronischen Zorn
los?
Mit Zorn umgehen
Zorn ist ein gewaltiges Gefühl, das den Geist, den Körper und
unsere Verhaltensgewohnheiten, die wir uns im Laufe des Lebens angeeignet
haben, betrifft. Zorn zu überwinden muss also damit einhergehen, unsere
Denkweise neu zu ordnen. Wir müssen lernen, die Situationen, Wahrnehmungen und
Interpretationen zu identifizieren, die in uns Zorn erregen, und dann neue
Fähigkeiten und Gewohnheiten erlernen, um Zorn zu reduzieren (siehe unten). Um
effektiv mit chronischem Zorn umzugehen und von verletzten Gefühlen abzulassen,
müssen wir ändern, wie wir Beleidigungen wahrnehmen und wie wir darauf
reagieren. Ein Schlüssel dazu ist Empathie - versuchen, zu verstehen,
woher die andere Person kommt, und warum sie etwas gesagt oder getan
haben könnte, das Sie verletzt hat. Versetzen Sie sich in die Lage dieser
Person. Statt zu vorschnellen Schlüssen zu gelangen, anzuklagen und mit dem
Finger auf sie zu zeigen, versuchen Sie, zu verstehen, was zu dieser Handlung
geführt haben könnte. Vielleicht standen gar keine bösen oder verborgenen
Absichten dahinter. Vielleicht haben Sie selbst überreagiert und vorschnell und
fälschlicherweise Schuld zugewiesen. Wenn wir lernen, auf diese Weise ruhig zu
denken und zu handeln, werden wir viele Situationen antreffen, in denen unser
Zorn unberechtigt ist und es leichter fällt, vom Zorn wieder abzulassen. Wer
mitfühlen kann, kann auch leichter vergeben.
| Umgang mit Zorn |
| Zorn erregende Wahrnehmungen |
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Zorn reduzierende Wahrnehmungen |
| Ungerechtigkeit: „Das ist nicht fair" |
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„Es kommt oft vor, dass die Dinge nicht so gut
laufen" |
| Schuldzuweisung: „Das ist Deine Schuld" |
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„Welchen Anteil habe ich an unserem Problem?" |
| „Ihr behandelt mich nicht recht" |
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„Vielleicht sehen sie die Dinge anders" |
| „Ich verdiene etwas Besseres" |
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„Wie kann ich mit gutem Beispiel vorangehen?" |
| Überzogene Erwartungen |
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Mitgefühl für die andere Person |
| Überzogener Glaube an eine gerechte Welt |
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Humor; Lernen, über Schwierigkeiten zu lachen |
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| Zorn intensivierende Gewohnheiten |
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Gewohnheiten zum „Abkühlen" |
| Schreien, Schmollen, Trotz |
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Bis 10 zählen, darüber schlafen, Sport Treiben |
| Einen Racheplan ausdenken, Streiten |
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Nicht schreien, schmollen oder trotzig streiten |
| Anschuldigungen („Du bist nie...") |
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sich ablenken, einen Film ansehen, spazieren gehen |
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| Konzentrieren Sie sich auf das Positive in
anderen (siehe: Anger: The Misunderstood Emotion
[Zorn: Die missverstandene Emotion], Travis, 1989, Seite 289)
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| Wahre Christen wachsen darin und beginnen,
Verhaltensmuster, die den Zorn erregen, durch solche zu ersetzen, die
emotionale Zornreaktionen reduzieren oder eliminieren. Dazu müssen wir
ändern, wie wir denken und wahrnehmen.
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Schritte, um den Zorn zu kontrollieren
Analysieren Sie, was Sie zornig macht, und wie Sie damit
umgehen. Suchen Sie nach besseren Wegen, um Situationen zu bewältigen, die in
Ihnen Zorn provozieren. Finden Sie gute Vorbilder. Konzentrieren Sie sich
darauf, wie Sie mit der Situation fertig werden, und nicht darauf, den anderen
anzuklagen oder zu meiden.
Zorn wird erregt und genährt durch Aussagen die wir an uns selbst
richten (Selbstgespräch) und gegenüber anderen über unser Problem äußern.
Lernen Sie, Ihren Zorn zu kontrollieren, indem Sie die angebliche
Provokation neu interpretieren („Ich bin sicher, das war nicht negativ
gemeint"; „er / sie hatte wohl einen schlechten Tag"; usw.). Genau so machen
es Leute, die langsam zum Zorn sind - sie benutzen ihr Einfühlungsvermögen
und suchen nach möglichen Gründen, warum die andere Person so gehandelt hat, wie
sie es tat. Diese neue Einstellung verringert das Auftreten von Zorn, indem sie
die Wahrnehmung entfernt, dass man persönlich angegriffen wird. Durch diese
Methode kontrollieren Sie die Situation, anstatt nur darauf zu reagieren.
Benutzen Sie positive Selbstgespräche. Sagen Sie zu sich: „Bleib
ruhig; wütend zu werden wird in dieser Situation nicht helfen." Konzentrieren
Sie sich auf das Thema, und nicht auf die Schuld oder Fehler des anderen.
Vermeiden Sie erhitzende Worte, die Ihren Zorn verstärken und andere vor den
Kopf stoßen. Suchen Sie nach Humor in schwierigen Situationen. Humor beruhigt.
Er entschärft angespannte Situationen und gibt ein Zeichen zur Versöhnung.
Dieser Artikel soll kein Versuch sein, „sich am eigenen Zopf
aus dem Sumpf zu ziehen", um alle Ihre Probleme zu lösen. Der Punkt ist, Ihnen
zu zeigen, dass es in der Bibel vernünftige Prinzipien gibt, die Ihnen helfen,
mit Zorn umzugehen, der Beziehungen zerstört und unsere Gesundheit schädigt. Es
gibt auch praktische Fähigkeiten, die man durch Übung lernen und entwickeln
kann, die Vergeben viel leichter machen können, als es vielleicht im Moment für
Sie aussieht. Das nächste Mal, wenn Ihre Gefühle verletzt werden, denken Sie
daran, dass auch Sie Vergebung brauchen. Es wird Sie motivieren, selbst auch zu
vergeben. Erinnern Sie sich daran, dass Vergebung aus zwei Teilen besteht: Von
Zorn abzulassen, und bereit zu sein, an der Verbesserung der Beziehung
mitzuwirken. Machen Sie einen ernsthaften Versuch, sich in den anderen
einzufühlen und versuchen Sie, zu verstehen, woher die Person kommt. Wie wir auf
Beleidigungen reagieren beinhaltet auch Entscheidungen, die wir selbst zu
treffen haben. Treffen Sie bewusste Entscheidungen, um Gott zu ehren und zu
gehorchen, indem Sie lernen, wie man wirklich vergibt und von Zorngefühlen
ablässt, die unsere Probleme nur verschlimmern, nicht aber lösen können.
GV, Juni 2000
© 2000 Living Church of God
Alle Rechte vorbehalten.
Englischer Titel: Look Out - I'm Offended!
Diese Publikation darf nicht verkauft werden!
Sie wird von der Living Church of God kostenlos der Öffentlichkeit zur Verfügung
gestellt.
Biblische Verweise und Zitate sind, soweit nicht anders angegeben,
der revidierten Lutherbibel 1984 entnommen.
© 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

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