Haben Sie je innegehalten, auf ihr Leben zurückgeblickt,
und sich dann gefragt: „Was tue ich eigentlich mit meinem Leben? Wird
das, was ich tue, auch dann noch Bestand haben, wenn ich einmal nicht
mehr da bin?"
Gibt es einen übergeordneten Zweck für das Leben? Steht Ihr Leben in einem
größeren Zusammenhang?
Was bedeutet Ihnen Ihre Religion? Für viele Menschen bedeutet Religion
nicht viel mehr, als gut zu handeln, nett zu Freunden und Nachbarn zu sein und
darauf zu hoffen, „in den Himmel zu kommen," wenn man einmal stirbt. Diese
Menschen gehen in die Kirche, wenn sie sich danach fühlen oder wenn sie das
Bedürfnis verspüren, sich „spirituell" zu betätigen. Sie schließen sich oft
einer Kirche an, weil sie dadurch zu einer Gruppe gehören und unter Freunden
sein können. Leute beten, wenn die Zeiten hart sind oder wenn sie in
Schwierigkeiten stecken. Sie reden vielleicht davon, dass sie „Gott lieben,"
aber in der Praxis scheinen sie sich mehr Gedanken um ihre Arbeit, ihre Familie
oder ihr Streben nach Spaß zu machen. Was einen größeren Zusammenhang betrifft,
scheinen vielen Menschen die alltäglichen Sorgen groß genug zu sein!
Doch es gibt noch mehr im Leben, als einen tollen Job zu finden, eine
Familie zu gründen und seinen eigenen Spaß zu suchen. Wahre biblische Religion
beinhaltet mehr, als nur „sein Herz dem Herrn zu schenken," in die Kirche zu
gehen und das persönliche Heil zu erhalten. Es gibt mehr, für das man beten
kann, als die eigenen Probleme. Leider wird ein übergeordneter Zusammenhang
von den meisten Menschen dieser Welt gar nicht mehr in Erwägung gezogen. Dieses
übergeordnete Ganze wurde durch Ideen verborgen, die aus den großen
Weltreligionen heraus entstanden sind – unter anderem auch aus dem, was viele
das „Christentum" nennen. Wir müssen uns also zwei bedeutsame Fragen stellen:
„Verstehe ich, worum es bei der wahren, biblischen Religion geht?" und:
„Erkenne ich den übergeordneten Zusammenhang?"
Die Geschichte beginnt
Die Seiten der Bibel offenbaren den übergeordneten
Zusammenhang, in dem das Leben steht, und dieses Thema – das sich durch die
gesamte Bibel zieht – ist die Grundlage der wahren, biblischen Religion. Als
Gott unsere Ureltern erschaffen hat, erklärte er, dass die Menschen „nach dem
Bilde Gottes" erschaffen wurden und dass die Menschen „über die Erde herrschen"
sollten (1. Mose 1, 26-28). Gott erschuf uns also, damit wir lernen sollten, uns
selbst und letztlich auch die Erde zu beherrschen. Er sagte nichts darüber, dass
wir in den Himmel kommen sollten. Als Gott begann, mit Abraham und seiner Frau
Sarah zu arbeiten, sagte er, dass deren Nachkommen eine große Nation
werden sollten, ein Segen für die Völker dieser Welt und dass Könige aus
ihnen hervorgehen sollten (1. Mose 12, 1-3; 17, 15-16). Gott sagte zu Abraham,
was er tun sollte, um dieses Ziel zu erreichen: „Lebe vor meinem Angesicht und
sei untadelig" (1. Mose 17, 1 – rev. Elberfelder Übersetzung). Um untadelig
[vollkommen, rechtschaffen, ohne Tadel] zu werden, musste er lernen, einer
Lebensweise nachzufolgen, die beinhaltete, Gottes Geboten, Weisungen und
Gesetzen zu gehorchen (1. Mose 26, 5). Gott lehrte Abraham auch, diese
Lebensweise an seine Familie und seine Nachkommen weiterzugeben (1. Mose 18,
17-19). Dadurch sollten Abrahams Nachkommen eine große Nation und ein Segen für
die Menschheit werden. Diesen übergeordneten Zusammenhang offenbarte Gott
Abraham und dessen Nachkommen.
Als Gott die Israeliten aus Ägypten führte, legte er ihnen denselben
größeren Zusammenhang dar. Am Berg Sinai sagte Gott: „Werdet ihr meiner Stimme
gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen
Völkern ... . Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges
Volk sein" (2. Mose 19, 5-6). 2. Mose 20-23 listet die Gesetze auf, denen sie
gehorchen sollten. Mose erklärte später, dass die Israeliten ein „großes Volk"
und „weise und verständige Leute" seine würden, wenn sie „die Gebote des HERRN"
bewahrten [einhielten] (5. Mose 4, 1-10). Gott beabsichtigte, die Nation Israel
dazu zu gebrauchen, um die Vorteile aufzuzeigen, die es mit sich bringt, nach
seiner Lebensweise – der wahren Religion – zu leben. Die Israeliten
wurden ebenfalls angewiesen, diese Lebensweise an ihre Nachkommen weiterzugeben.
Mose ermahnte die Israeliten auch, „untadelig" zu sein, was bedeutete, sich von
den Wegen der Welt abzuwenden, zu lernen, Gott zu fürchten, auf seinen Wegen zu
wandeln und seine Gebote und Satzungen einzuhalten (5. Mose 18, 9-13; 10,
12-13). Das war der übergeordnete Zusammenhang, den Gott der Nation Israel
offenbarte.
Die Geschichte geht weiter
Entgegen dem, was viele Menschen heute glauben und
lehren, hat Jesus Christus diesen „übergeordneten Zusammenhang" nicht geändert,
als er auf diese Erde kam. Sein Leben war in seiner Gesamtheit darauf
ausgerichtet. Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Folgt mir nach" (Matthäus 4,
19). Er lehrte, dass wir nach „einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht"
leben sollten (Vers 4). Jesus sagte klar, dass er nicht gekommen ist, um
das Gesetz aufzulösen, sondern um es zu erfüllen [zur Fülle zu bringen,
vergrößern] (5, 17; Jesaja 42, 21) und er gab Beispiele dafür, die zeigten, dass
wir die Gebote nicht nur dem Buchstaben nach einhalten sollen, sondern ihnen
auch in ihrer geistlichen Bedeutung gehorchen müssen (Matthäus 5, 21-30). Jesus
sagte, seine Jünger sollten „vollkommen" – tadellos, aufrecht, erwachsen,
geistlich reif – sein (Matthäus 5, 48), wie Gott es auch zu Abraham gesagt
hatte, und Mose es zu den Israeliten gesagt hatte. Jesu Botschaft handelte von
einem kommenden Reich Gottes (Markus 1, 14-15). Er sagte zu seinen Jüngern, dass
sie nicht nur das ewige Leben erhalten würden, sondern dass sie in Gottes Reich
auch auf Thronen mit Regierungsverantwortung sitzen würden, wenn sie bereuen und
lernen würden, den Gesetzen Gottes zu gehorchen (Matthäus 19, 16-30). Diesen
übergeordneten Zusammenhang betonte Jesus immer wieder.
Die Apostel, die von Jesus belehrt wurden, verkündigten dieselbe Botschaft.
Johannes überlieferte Christi Aussage: „Liebt ihr mich, so werdet ihr meine
Gebote halten" (Johannes 14, 15). Der Apostel Paulus erwähnt, dass wir „Kinder
Gottes" und „Gottes Erben und Miterben Christi" werden können, wenn wir bereuen,
uns ändern und in unserem Verständnis der Lebensweise Gottes wachsen (Römer 8,
14-17). Johannes offenbarte später, dass Christus als Herrscher zurückkehren und
die Heiligen mit Positionen als Könige und Priester auf Erden belohnen wird
(Offenbarung 11, 17-18; 5, 10). Das ist der Gesamtzusammenhang, den das Neue
Testament für Christen beschreibt. Es ist derselbe Zusammenhang, den das Alte
Testament wiederholt beschreibt. Dieser übergeordnete Zusammenhang ist ein Thema
zieht sich folglich durch die ganze Bibel – zu lernen, nach den Gesetzen Gottes
zu leben und sich darauf vorzubereiten, einmal in Gottes Reich auf Erden zu
regieren – und dieses Thema ist von grundsätzlicher Wichtigkeit für die wahre,
biblische Religion.
Bedeutsame Details
Viele nehmen an, dass das Ziel der biblischen Religion
und der Kirche die Bekehrung der ganzen Welt in dieser Zeit ist – doch das war
nie ein Teil des in der Bibel beschriebenen übergeordneten Zusammenhangs. Die
Bibel gibt uns vielmehr zu verstehen, dass Gott einen Plan verwirklicht. Nach
der Sintflut begann Gott, mit einer Person – Abraham – und mit seinen
unmittelbaren Nachkommen zu arbeiten. Er befasste sich auch noch mit ihnen, als
sie zur Nation Israel herangewachsen waren. Aber auch innerhalb der Nation
Israel entschied Gott, sich hauptsächlich auf die Nachkommen Josefs – Ephraim
und Manasse, die heutigen Völker der Amerikaner und Briten (1. Mose 48, 14-22)
zu konzentrieren. Dies ist nicht nur eine Randbemerkung des biblischen Berichts,
sondern ein grundlegender Aspekt der wahren biblischen Religion und der
Hauptgrund für Jesu Anweisung an seine Jünger, das Evangelium „den verlorenen
Schafen aus dem Hause Israel" zu predigen (Matthäus 10, 6-7). Jesus sagte, dass
dieses Evangelium vom Reich zum Zeugnis gepredigt werde, bevor das Ende
dieses Zeitalters kommt, dass die Welt es aber nicht verstehen und sich bekehren
würde (Matthäus 24, 14.36-42). Jesus erklärte wiederholt, dass er gekommen sei,
um einige wenige zu berufen (Matthäus 13, 10-17; Johannes 6, 44.60-66), während
dem Rest der Menschheit der Sinn verblendet bleiben würde (Matthäus 15, 14),
weil Gott es erlaubt hat, dass Satan die ganze Welt für eine Zeit verführt
(Offenbarung 12, 9). Die Bekehrung der Welt als Ganzes wird in der Zukunft
stattfinden – im Reich Gottes.
Obwohl Jesus kam, um sein Leben als Sühneopfer für alle Sünder zu geben
(Johannes 3, 16), haben nur diejenigen, die Gott jetzt beruft, auch eine
Gelegenheit, die Wahrheit zu verstehen, zu bereuen und schon in diesem Zeitalter
an Erkenntnis zu wachsen. Mit dieser Personengruppe [die auch die
Erstlingsfrüchte genannt wird], arbeitet Gott jetzt, während er alles für
das kommende Reich Gottes vorbereitet. Die wahre biblische Religion betont ein
Leben nach den Gesetzen Gottes, weil diejenigen, die jetzt schon berufen wurden
und ausgebildet werden, die überwinden und sich qualifizieren, eines
Tages die Führungskräfte und Lehrer in dem Reich sein werden, das Jesus auf
dieser Erde errichten wird, wenn er zurückkehrt (Jesaja 30, 20-21). Um eine
effektive Führungs- und Lehrkraft zu sein, muss man gelernt haben, die Früchte
des heiligen Geistes hervorzubringen – Liebe, Freude, Geduld und Selbstkontrolle
(Galater 5, 22-23). Diejenigen, die eines Tages mit Christus regieren, werden
die Welt lehren, wie man den wahren Gott verehrt (Sacharja 14, 16-20). Sie
werden den Völkern der Welt zeigen, wie man lebt und den Weg des Friedens geht
(Jesaja 2, 2-4; 9, 6-7). Sie werden mithelfen, die Umwelt wieder herzustellen
und den Wiederaufbau der Städte leiten. Sie werden Programme zur Bekämpfung von
Krankheiten und zur Gesundheitsförderung im globalen Maßstab entwickeln und
umsetzen (Jesaja 35, 1-7; 61, 4). Darum geht es bei der wahren biblischen
Religion und dies sind nur einige der faszinierenden Details, die Teil des
übergeordneten Zusammenhangs sind.
Den übergeordneten
Zusammenhang erkennen
Aber was bedeutet dieses Konzept zukünftiger Lehr- und
Regierungstätigkeit im Reich Gottes für Christen von heute? Für viele scheint es
nicht real zu sein, bis man den übergeordneten Zusammenhang versteht! Die
Bibel gibt uns viele Einblicke, die sich zu einem Gesamtbild zusammenfügen
lassen, durch das man die Zusammenhänge erkennt. Jesus gebot seinen Jüngern,
„einander zu lieben" und „sein Leben für seine Freunde zu lassen" (Johannes 15,
12-13). Liebe ist eine selbstlose, aktive Sorge um das Wohlergehen anderer. Sie
beinhaltet Mitgefühl, Fürsorge und eine Bereitschaft, anderen mit seiner Zeit
und seinem Engagement zur Seite zu stehen, um ihnen zu helfen, ihre Probleme zu
lösen. Jesus sagte ebenfalls zu seinen Jüngern, dass er nach Leuten suchte, die
ihre Führungsrolle als Dienstleistung verstehen, die führen, indem
sie anderen dienen (Matthäus 20, 25-28) – unter den Führungsstilen heute mit dem
„Coaching" vergleichbar. Gott möchte Führungskräfte, die ein tiefes Mitgefühl
für ihre Mitmenschen empfinden und die Umstände verändern möchten, durch die
andere verletzt werden. Solche Leute werden Probleme erkennen, die die
Gesellschaft plagen und sich für den Tag vorbereiten, an dem sie mithelfen
können, genau diese Probleme zu lösen. Der Apostel Paulus ermahnte die Christen,
das Wort Gottes zu studieren (2. Timotheus 2, 15), weil sich darin die echten
Lösungen für viele der größten Probleme der Welt finden lassen. Einer der
Gründe dafür, in die Kirche zu gehen, ist es, zu lernen, wie sich biblische
Prinzipien auf lebensnahe Situationen anwenden lassen. Gehen Sie deshalb
in die Kirche?
Wie lassen sich biblische Prinzipien zur Lösung der wichtigsten Probleme
der Menschheit anwenden? In unserer Zeit plagen Gewalt, Streit und Kriege die
ganze Welt, obwohl sich doch alle nach Frieden sehnen und danach suchen. Gott
sagte vor langer Zeit, dass die Menschheit den Weg zum Frieden nicht kennt
(Jesaja 59, 8). Doch die Bibel offenbart den Weg zum Frieden. David
schrieb: „Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben" (Psalm 119, 165). Wenn
den Menschen eines Tages beigebracht wird, die Gesetze Gottes zu befolgen
– nicht zu töten, zu vergeben, geduldig zu sein, nicht zu begehren und andere so
zu behandeln, wie sie selbst behandelt werden möchten –, dann werden Streit und
Kriege aufhören. In der Welt von Morgen wird dies geschehen und es wird
mit der Hilfe derer geschehen, die in der Regierung Gottes auf Erden dienen
werden.
Krankheiten und Seuchen haben zu allen Zeiten unsägliches Leid verursacht.
Doch viele Erkrankungen lassen sich vermeiden, wenn man grundsätzliche
Gesundheitsprinzipien befolgt. Gott inspirierte und überlieferte in der Bibel
solche grundlegenden Gesetze guter Gesundheit, doch diese Gesetze sind heute
weithin unbekannt und Menschen leiden und sterben deshalb in großer Zahl. Die
SARS-Epidemie wurde mit dem Essen von Tieren in Verbindung gebracht, die in der
Bibel als unrein bezeichnet werden und von denen Gott sagte, dass man sie nicht
essen solle (vgl. 3. Mose 11; 5. Mose 14). Die AIDS-Epidemie konnte sich durch
freizügige und perverse Sexualpraktiken verbreiten, die die Bibel als schändlich
und sündhaft verurteilt. Die Begrenzung von Geschlechtsverkehr auf Ehen, in
denen man einander treu ist, würde die Ausbreitung dieser tragischen Krankheit
stoppen. Herzerkrankungen, die zu den häufigsten Todesursachen der Menschen
überhaupt zählen, werden mit einem Mangel an Bewegung und mit einer zu
fettreichen Ernährung in Verbindung gebracht, wovon die Bibel abrät (3. Mose 3,
17; 7, 23-26). Die Bibel beschrieb auch bereits vor 2000 Jahren die Vorzüge
körperlicher Betätigung (1. Timotheus 4, 8; Schlachter-Übersetzung). Krankheiten
und Plagen werden dadurch beseitigt werden, dass man den Menschen beibringt,
nach den Gesetzen Gottes zu leben.
Untreue und eheliche Zerrüttung bringen schmerzliche Folgen für Erwachsene
und Kinder mit sich und zerreißen die Struktur der menschlichen Gesellschaft.
Diese Probleme sind eine Folge dessen, dass Menschen die grundsätzlichen
moralischen Richtlinien der Bibel ignorieren und brechen, in denen
unkontrollierte Lust, Selbstsucht, vorehelicher Geschlechtsverkehr und Ehebruch
verurteilt werden. Jugendkriminalität und der Missbrauch von Kindern sind heute
weit verbreitet, während die Bibel die Kinder belehrt, ihre Eltern zu ehren und
den Eltern rät, ihre Kinder nicht zum Zorn zu reizen (Epheser 6, 1-4). Maleachi
3, 24 gibt einen Vorgeschmack darauf, wie es auf der ganzen Welt sein
wird, wenn in Gottes Reich das Herz der Eltern zu ihren Kindern und das Herz der
Kinder zu ihren Eltern gewendet wird und somit die Einheit der Familie wieder
hergestellt wird.
Dies sind nur einige der wesentlichen Veränderungen, die geschehen werden,
wenn die Gesetze Gottes gelehrt und im globalen Maßstab von denen angewendet
werden, die sich jetzt vorbereiten und qualifizieren, um dann in Gottes
Regierung zu dienen. Darum geht es bei der „Zeit der Erquickung [Erholung]," von
der die Apostel sprachen (Apostelgeschichte 3, 19-21). Wenn wir uns die Probleme
der Menschen und die ignorierten oder nicht angewandten Lösungen ansehen, können
wir anfangen, zu verstehen, warum Jesus sagte, wir sollten beten „dein Reich
komme" (Matthäus 6, 10). Wenn wir die Größenordnung der Probleme erfassen und
anfangen, ernsthaft zu beten und uns auf das kommende Reich Gottes
vorzubereiten, werden wir den übergeordneten Zusammenhang besser erkennen – und
er wird uns mehr zu einer Realität werden. Deshalb hat die Kirche Gottes den
Auftrag, „den Herrn ein Volk [zuzurichten], das wohl vorbereitet ist" (Lukas 1,
17) – vorbereitet auf eine effektive Erfüllung einer Führungsaufgabe in der Welt
von Morgen.
Fallstricke vermeiden
Der übergeordnete Zusammenhang ist wirklich
faszinierend! Die Bibel offenbart, dass Gott eine ausgewählte Gruppe von
Menschen beruft und trainiert, damit diese mit Jesus Christus regieren soll,
wenn er zurückkehrt, um diese Erde wieder in Ordnung zu bringen. Mit ihm
zusammen werden sie die menschliche Zivilisation auf einen Weg ausrichten, der
zu echtem Frieden und dauerhaftem Glück führen wird. Doch die Bibel zeigt auch,
dass sogar diejenigen, die als Erstlingsfrüchte berufen sind, diese erstaunliche
Perspektive verlieren können. Wir werden ermahnt, auf dem richtigen Weg zu
bleiben, „damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben" und „ein so großes Heil nicht
achten" (Hebräer 2, 1-3). Jesus warnte, dass viele falsche Lehrer „unter meinem
Namen [kommen werden] ... und sie werden viele verführen," indem sie die
Menschen von der Wahrheit und dem übergeordneten Zusammenhang ablenken (Matthäus
24, 4-5.11). Paulus erwähnte, dass verführerische Lehrer, die von einem anderen
Geist geleitet werden, einen anderen Jesus lehren würden, mit einem anderen
Evangelium, das einen anderen Zusammenhang und eine andere Zukunft
beschreibt (2. Korinther 11, 3-4). Genau das erleben wir heute in vielen so
genannten christlichen Kirchen, wo die Leute davon reden, Jesus zu
lieben, aber gleichzeitig seine Gebote ignorieren. Sie reden davon, in den
Himmel zu kommen und übersehen die Tatsache, dass Christus auf diese Erde
zurückkehren wird, um sein Reich zu errichten, in dem er und die Heiligen
regieren werden. Sie halten Feiertage ein, die ihren Ursprung im Heidentum
haben, anstatt die biblischen Festtage zu feiern, obwohl die Bibel uns eindeutig
anweist: „Ihr sollt nicht den Gottesdienst der Heiden annehmen" (vgl. Jeremia
10, 2; 5. Mose 12, 29-32). Tragischerweise führen diese fehlgeleiteten
Traditionen die Menschen auch noch weg von der Wahrheit Gottes. Sie
ersetzen sie durch veränderte Zusammenhänge und tragen so dazu bei, dass
die Menschen die wahren Zusammenhänge aus den Augen verlieren!
Die vielleicht ernüchterndste Warnung ist an diejenigen gerichtet, die
einmal die Wahrheit Gottes und somit die wahren Zusammenhänge erkannt haben –
die sich dann aber wieder davon abwenden. Im Gleichnis vom Sämann
beschrieb Jesus verschiedene Arten von Leuten: Manche wurden durch Satans
verführerische Aktivitäten von den wahren Zusammenhängen abgelenkt, manche
wurden durch persönliche Probleme und Verfolgung erdrückt und entmutigt, andere
verstrickten sich in den „Sorgen des Alltags" – der Anhäufung von Besitztümern
und dem Streben nach Vergnügen, Anerkennung und Prestige (Matthäus 13, 18-23).
All diese zeitlich begrenzten physischen und materiellen Dinge können
verursachen, dass wir die eigentlichen Zusammenhänge aus den Augen verlieren,
unseren Lohn genommen bekommen und sie können uns dazu verleiten, zu
vergessen, worum es bei der wahren biblischen Religion eigentlich geht.
Deshalb hat Jesus gesagt, wir müssen „bis ans Ende ausharren," wenn wir an
Gottes Reich teilhaben wollen und mithelfen wollen, die künftige
Wiederherstellung aller Dinge mit zu bewirken.
Während wir uns dem Ende dieses Zeitalters nähern, müssen wir uns die
übergeordneten Zusammenhänge ins Gedächtnis zurückrufen, die Gott Adam und Eva,
Abraham und der Nation Israels offenbart hatte und die Jesus Christus seinen
Jüngern beibrachte. Gott erschuf uns nach seinem Bilde, damit wir seine Söhne
und Töchter werden und eines Tages mit Jesus Christus auf dieser Erde als Teil
der Familie Gottes regieren sollen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir
lernen, nach den Gesetzen Gottes zu leben, damit wir im kommenden Reich Gottes
effektive Lehrer dieser Lebensweise werden. Wenn wir an Mitgefühl für unsere
Mitmenschen wachsen und ein sicheres Verständnis des Wortes Gottes und der
Anwendung biblischer Prinzipien entwickeln, werden wir befähigt sein, Jesus
Christus bei der Neuorientierung der Welt im Hinblick auf die Wahrheit der
wirklichen, biblischen Religion zu helfen. Die Lehren, die wir jetzt in unserem
eigenen Leben lernen, können wir künftig auf globaler Ebene anwenden, sofern
wir auf dem richtigen Weg bleiben und die Verführungen und Fallstricke meiden.
Das ist der übergeordnete Zusammenhang, auf den wir uns als Erstlingsfrüchte
vorbereiten. Erkennen Sie den Zusammenhang?