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Bibelfernlehrgang

Lektion 2 - Leben wir in den „letzten Tagen"?

 

Die Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang

Chefredakteur Roderick C. Meredith

Redaktionsdirektor Richard F. Ames

Redaktion William Bowmer

Gary F. Ehman

Autoren John H. Ogwyn

Daniel Hall

Grafische Gestaltung Donna Prejean

Auflage Wayne Pyle

Verwaltung Fred Dattolo

 



 

Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang hat keinen Bezugspreis. Seine Verbreitung wird durch Zehnten und Opfer der Mitglieder der Living Church of God und anderer ermöglicht, die freiwillig Mitarbeiter im Werk der Verkündigung von Gottes wahrem Evangelium an alle Nationen wurden.

Alle Bibelzitate in dieser Lektion sind, sofern nicht anders vermerkt, der revidierten Lutherübersetzung von 1984 entnommen

Copyright © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.

Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang wird herausgegeben von der

Living Church of God, 16935 W. Bernardo Dr., Suite 260, San Diego CA, 92127, USA. Copyright © 2000 Living Church of God ®. Alle Rechte vorbehalten.

 

 

Aus der Feder des Herausgebers...

Im Dezember 1999 erschien in den Knight-Ridder-Zeitungen ein Artikel über Bibel-Analphabetentum. Es wurde berichtet, dass eine überwältigende Mehrheit von Amerikanern und Kanadiern behaupten, an Gott zu glauben und dass mehr als 90% der Haushalte im Besitz einer oder mehrerer Bibel(n) sind. Eine kürzliche Umfrage hat jedoch aufgezeigt, dass lediglich 34% der Erwachsenen angaben, in der zurückliegenden Woche tatsächlich in der Bibel gelesen zu haben.

Die meisten Menschen nehmen an, dass die Bibel lediglich von Leuten vor langer Zeit an weit entfernten Orten berichtet. In Wirklichkeit ist die Bibel jedoch das wichtigste und aufregendste Buch, das je geschrieben wurde. Es enthält wesentliche Informationen, die uns ermöglichen, den Sinn der Welt in der wir leben und die wirkliche Bestimmung des Lebens zu verstehen.

Im Verlauf dieser Lektionen möchten wir Ihnen helfen, mit der Bibel und ihrer Botschaft vertraut zu werden. Es gibt mehrere denkbare Möglichkeiten, einen solchen Bibelkurs zu beginnen - wir halten es für angemessen, mit dem Blick auf Bibelprophezeiungen zu beginnen. Wir möchten Ihnen helfen, zu verstehen, dass die Bibel das Wort unseres Schöpfers ist, der „das Ende von Anfang an" verkündigt.

Die ersten zwölf Lektionen dieses Bibelkurses haben zum Ziel, Ihnen Gottes Plan und Zielsetzung zu vermitteln. Bibelprophezeiung dient als Beweis dafür, dass der Schöpfer einen Meisterplan hier auf Erden verwirklicht. Ihr Leben ist Teil dieses großartigen Meisterplans!

In dieser und den beiden folgenden Lektionen werden wir einige Prophezeiungen der Bibel untersuchen und herausfinden, was die Bibel selbst sagt - nicht was Menschen über die Bibel sagen. Wir werden ein Fundament des Verständnisses erarbeiten, das Sie befähigen wird, einen Sinn in der Welt um Sie zu erkennen.

Beginnend in Lektionen fünf und sechs werden wir uns von Gottes Offenbarungen für die Zukunft unserer Welt hinwenden zu seinen Offenbarungen über sich selbst und seinen Plan und Zweck für uns Menschen. Kann irgend etwas wichtiger sein für uns als mehr über Gott und über den Zweck unserer Geburt zu erfahren? In Lektion sieben werden wir lernen, was die Bibel über den Ursprung menschlicher Zivilisation zu sagen hat und wie Gott religiöse Bräuche, die in seinem Namen gehalten werden, beurteilt. Sie könnten überrascht sein, was die Bibel wirklich lehrt!

Im verbleibenden Teil dieser zwölf Lektionen werden wir im einzelnen Gottes Plan untersuchen. Was ist das Evangelium, das Jesus Christus brachte, wirklich? Was gebietet Gottes Wort Christen zu tun? Die Antworten zu diesen und anderen Fragen mögen im Widerspruch zu dem stehen, was Sie bisher gehört oder geglaubt haben. Wir bitten Sie jedoch, nicht uns zu glauben; überprüfen Sie alles selbst in der Bibel und glauben Sie, was Sie im Wort Gottes finden!

 

Zum Titelbild: Der Atompilz ist eines der vertrauten und gleichzeitig ominösen Symbole für das Ende der Menschheit. Trotz der jüngsten Versuche der atomaren Abrüstung wird die Welt von der unheilverkündenden Wolke der atomaren Bedrohung überschattet, eine schauderhafte Vergegenwärtigung, dass wir in den „letzten Tagen" leben.

Leben wir in den „letzten Tagen"?

Religiöse Menschen glaubten im Verlauf der vergangenen Jahrhunderte oftmals, in den letzten Tagen zu leben. Angefangen mit dem ersten Jahrhundert wurden viele Zeitpunkte für die erwartete Rückkehr Christi festgesetzt. Weshalb sollten wir annehmen, dass unsere Zeit einzigartig ist?

Im ersten Jahrhundert gab es Leute, die die Rückkehr des Messias unmittelbar nach der Tempelzerstörung durch die Römer im Jahr 70 n.Chr. erwarteten. Später, nach der mongolischen Invasion, und als die Pest ganze Landstriche Europas entvölkert hatte, waren viele Menschen in Europa davon überzeugt, in der Endzeit zu leben.

Andere dachten, dass der Erste Weltkrieg oder der Zweite Weltkrieg die Endzeit einleiten würde. All diese Ereignisse kamen und gingen und das Leben ging weiter. Wird unsere Gesellschaft jemals wirklich zu einem Ende kommen? Falls ja, ist es möglich, eine generelle Vorstellung vom Zeitpunkt des Endes zu haben?

Viele Theologen vertreten die Auffassung, dass das Buch der Offenbarung lediglich metaphorisch für den Kampf zwischen Gut und Böse steht. Sie glauben nicht, dass Gott buchstäblich kommen wird, um in die Angelegenheiten dieser Welt einzugreifen. Dennoch hat der Apostel Petrus erklärt, dass die meisten gebildeten Menschen dieser Welt bewusst die Beweise göttlichen Eingreifens in der Vergangenheit ignorieren (2. Petrus 3:5-6). Die geologischen Nachweise der Sintflut zur Zeit Noahs beispielsweise werden ignoriert. Viele wollen schlichtweg nicht wahrhaben, dass es einen lebendigen, aktiven Schöpfer gibt, der sehr an seiner Schöpfung beteiligt ist. Der Verlauf der Geschichte zeigt klar auf, dass Gott sowohl bei der Zerstörung durch die Sintflut und der Städte Sodom und Gomorra in Weltereignisse eingriff, als auch bei der Rettung Israels durch den Auszug aus Ägypten und den Einzug ins gelobte Land. Wieder und wieder ist die leitende Hand des Schöpfers in der Geschichte der Menschheit offensichtlich. Was zukünftiges Eingreifen Gottes betrifft, wie in den Seiten der Bibel vorhergesagt: Gibt es eine Möglichkeit, herauszufinden, ob wir dieser Zeit nahe sind?

Gleichgültig welche Sichtweise wir wählen: Das zwanzigste Jahrhundert war in vielerlei Hinsicht einzigartig! Zu Beginn des Jahrhunderts lebten die meisten Menschen genau wie ihre Vorfahren seit Generationen. Die überwältigende Mehrheit der Weltbevölkerung lebte auf dem Land, nicht in der Stadt. Ackerbau und Viehzucht waren das Fundament der damaligen Zivilisation. Die Arbeit wurde mittels einfacher Handwerkzeuge und mit Arbeitstieren bewältigt. Reisen wurden von den meisten Menschen zu Fuß oder reitend unternommen.

Es gab keine Radios oder Fernseher. Niemand träumte im entferntesten von Computern. Der Jungfernflug des ersten Flugzeugs musste erst noch stattfinden. Raumfahrt- und Satellitentechnologie wäre am Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts auf weitverbreitetes Unverständnis gestoßen. Dennoch, all dies - und mehr - fand statt binnen einer Lebensspanne.

Unsere Welt war schon immer von Veränderungen geprägt. Jedoch die Geschwindigkeit moderner technologischer Veränderungen ist ohnegleichen. Technologische Veränderungen bringen marktwirtschaftliche, soziale und politische Veränderungen mit sich. Mit der rasanten Zunahme von Wissen kam eine gewaltige Steigerung der destruktiven Kapazität der Menschheit.

Das vielleicht beste Beispiel der rasanten Entwicklungen in unserer Welt ist der Beginn und das Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Krieg brach im Jahr 1939 aus, als polnische Offiziere einen Kavallerie-Gegenangriff führten, um das Land gegen Hitlers einmarschierende Armee zu verteidigen. Er endete sechs Jahre später mit einem Atompilz über Nagasaki in Japan. Mit der Einführung von atomaren und später nuklearen Waffen hat die Menschheit die Macht erlangt, die Zivilisation dieser Erde auszulöschen.

Macht diese Welt Sinn? Gibt es einen großen Meisterplan? Wird unsere Welt in sinnloser Zerstörung enden? Können Sie wissen, was die Zukunft für Sie und Ihre Familie bereithält? In dieser zweiten Lektion des Bibelfernlehrgangs werden Sie die Antworten zu diesen und anderen wesentlichen Fragen lernen.

 

Lektion 2, Teil 1

War das zwanzigste Jahrhundert einzigartig?

Die Bibel identifiziert unsere Zeit auf viele erkennbare Arten. Wie wir in den einleitenden Bemerkungen gesehen haben, hat die Menschheit eine Krise erreicht, die zu ihrer vollständigen Vernichtung führen könnte. Dies ist in mehreren Prophezeiungen des Alten und des Neuen Testaments beschrieben. Christus sagte, niemand wüsste Tag oder Stunde seiner Rückkehr. Er hat jedoch auf der anderen Seite die Pharisäer wegen ihrer Unfähigkeit zurechtgewiesen, die Zeichen der Zeit in der sie lebten, zu deuten. Wir müssen in der Lage sein, die modernen Zeichen unserer Zeit zu verstehen. Und wir müssen uns zwei wichtige biblische Fragen stellen: Was sind die biblischen Schlüssel zur Identifizierung der Endzeit? - und - Identifizieren sie unsere heutige Zeit als die Endzeit?

  1. Sieht Gott im Voraus Aufstieg und Niedergang von Nationen und Imperien? Hat er den Zeitablauf solcher Vorgänge vorherbestimmt? Apostelgeschichte 17, 26.
  2. Hat Gott von Anfang an die Ausführung eines großartigen Meisterplans bewirkt? Jesaja 46, 10.
  3. Wird Gott in die menschlichen Angelegenheiten eingreifen, ohne dies vorher seinen Dienern zu offenbaren? Amos 3, 7.
  4. Wurden gewisse Prophezeiungen für die Zukunft versiegelt bis zur Endzeit? Daniel 12, 4.
  5. Wie sagte Daniel würden menschliche Aktivitäten in der Endzeit charakterisiert werden? Wie würden sie sich von früheren Zeiten in der menschlichen Geschichte unterscheiden? Daniel 12, 4. [Anmerkung: Autos und Flugzeuge haben die Art der Fortbewegung in diesem Jahrhundert revolutioniert, während Druckverfahren, Radio, Fernsehen und Computer zur Wissensexplosion beigetragen haben].
  6. Sagte Christus, dass in der Endzeit Leben auf der Erde vernichtet würde, falls Gott nicht eingreifen würde? Matthäus 24, 22. War das vor der Produktion und dem weitverbreiteten Besitz von nuklearen Waffen überhaupt möglich? [Anmerkung: Trotz extensiver Abrüstung und Demontage nuklearer Waffen durch die Vereinigten Staaten und Russland nach der Auflösung der früheren Sowjetunion, vermehrt sich die Anzahl existierender nuklearer Waffen. Während früher die Sowjetunion eine Bedrohung darstellte, sind es nun mindestens vier separate Regierungen unter den früheren Sowjet-Staaten, die als solche Bedrohungen gelten. Fünf weitere Nationen - Großbritannien, Frankreich, Indien, Pakistan und China - gelten als Atommächte. Mehrere andere Nationen - unter anderem Israel, Libyen und Nordkorea - haben, Berichten zufolge, nukleare Waffen entwickelt, dementieren dies jedoch].
  7. Würde dasselbe Evangelium vom Reich Gottes, das Jesus Christus predigte, in der Endzeit kurz vor seiner Rückkehr alle Nationen erreichen? Matthäus 24, 14.
  8. Wie hat der Apostel Paulus den Zustand der Gesellschaft in den „letzten Tagen" beschrieben? 2. Timotheus 3, 1-5.
  9. Mit welcher anderen Zeitperiode hat Jesus Christus den Zustand der Gesellschaft direkt vor seiner Rückkehr verglichen? Matthäus 24, 37. Womit war die Erde „voll" in dieser früheren Zeitperiode? 1. Mose 6, 11.
  10. Hat Christus gesagt, dass es möglich wäre, die generelle Zeitperiode zu wissen, in der er als König der Könige zurückkehrt? Matthäus 24, 32-33.

 

Zukünftige Schwierigkeiten prophezeit

Werden Sie vorbereitet sein?

Wenn wir wirklich am Beginn der Endzeit mit ihrem vorhergesagten furchtbaren Elend stehen, welche Vorbereitungen sollten Sie treffen? Gibt es Schritte, die Sie unternehmen können, um den Erhalt Ihres Lebens und Eigentums sowie das Ihrer Familie sicherzustellen und vor dem kommenden, weltweiten Holocaust zu bewahren?

In den 50er Jahren haben Tausende von US-Bürgern Fallout-Schutzunterkünfte hinter ihren Häusern gebaut - aus Angst vor einem Atomkrieg. Später entstand, vor allem in den Vereinigten Staaten, die Überlebensbewegung (Survivalist Movement). Obwohl allgemein Uneinigkeit über die Einzelheiten des erwarteten Szenarios herrscht, rechnen all diese Menschen mit einer furchtbaren und weitgehenden Zerstörung ihres Landes. In Erwartung der Ereignisse haben sich Tausende von Menschen Vorräte an Lebensmitteln, Wasser und Waffen zugelegt. Viele sind in abgelegene Gebiete gezogen und manche haben Überlebens-Unterkünfte gebaut.

Von Angst und Schrecken ergriffen, haben manche die Bibel als Rechtfertigung für ihre Furcht vor bevorstehendem Unheil und für ihre Vorbeugemaßnahmen herangezogen. Aber was lehrt die Bibel wirklich zu diesem Thema? Welche Anweisungen gab Jesus Christus seinen Jüngern?

Die sogenannte Ölbergprophezeiung ist in den Parallelschriftstellen Matthäus 24, Markus 13 und Lukas 21 überliefert. Sie wurde oft der zentrale Punkt der Bibelprophezeiungen genannt. In ihr warnte Jesus Christus nicht nur vor den Endzeitereignissen unmittelbar vor seiner Rückkehr, sondern auch vor den schrecklichen Dingen, die sich im Jerusalem des ersten Jahrhunderts ereigneten und die in der vollständigen Zerstörung des Tempels gipfelten. Er sagte seiner Zuhörerschaft, dass seine Nachfolger verfolgt und festgenommen würden. Er hat jedoch nirgends dazu aufgerufen, sich zu bewaffnen und sich auf verschiedene Selbsterhaltungs-Strategien zu konzentrieren. Vielmehr betonte er: „...wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren...".

Verblüffende, erschütternde Ereignisse werden sehr bald eine selbstgefällige Welt völlig unvorbereitet treffen! Diese Ereignisse werden so furchtbar sein, dass Jesus Christus auf sie mit dem Begriff Große Trübsal Bezug nahm, als eine Zeit noch nie da gewesenen, intensivsten Drucks und größter Prüfungen. Gott muss sogar die Dauer dieser Tage verkürzen um der Auserwählten willen, ansonsten würde niemand am Leben bleiben (Matthäus 24, 22). Alle Nationen der Erde werden plötzlich von den Ereignissen überrascht werden. In seiner Offenbarung ermahnte Jesus seine Jünger, vorbereitet zu sein. „...wachet; denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. [...] Darum seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr's nicht meint." (Matthäus 24, 42 - 44)

 

Gottes Wort offenbart die Art der Vorbereitung

Wie sollten sich gläubige Christen vorbereiten, um diese bald kommenden, schrecklichen Ereignisse zu überstehen? Jesus Christus sagte nämlich seinen Jüngern, dass es möglich sei, dem bald kommenden Unheil zu entfliehen (Lukas 21, 36). Wie? Christi Anweisungen lauten: „Hütet euch aber, dass eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen und mit täglichen Sorgen und dieser Tag nicht plötzlich über euch komme wie ein Fallstrick; denn er wird über alle kommen, die auf der ganzen Erde wohnen. So seid allezeit wach und betet, dass ihr stark werdet, zu entfliehen diesem allen, was geschehen soll, und zu stehen vor dem Menschensohn" (Lukas 21, 34 - 36).

Die von Christus beschriebenen Tage werden kommen. Schock und Überraschung werden bei den meisten vorherrschen, wenn sie begreifen, was geschieht. Dies muss jedoch nicht für Sie und Ihre Familie gelten.

Christi stärkste Warnungen beziehen sich auf Gleichgültigkeit und Selbstgefälligkeit. Wie bereits erwähnt, betonte Jesus die Notwendigkeit, zu wachen und nicht in alte Sünden zurückzufallen. Wenn die Zustände schlimmer werden und Gesetzesuntreue zunimmt, wird die Versuchung groß sein, aufzugeben. „Und weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten. Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig [gerettet] werden" (Matthäus 24, 12 - 13). Die beste Vorbereitung ist geistliche Vorbereitung! Das beinhaltet engen Kontakt mit Gott durch inbrünstiges Beten und Fasten - Beten, dass wir für würdig gehalten werden, dem kommenden Unheil zu entfliehen und zu stehen vor dem König der Könige und gerechten Richter. „So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet" (1. Petrus 4, 7).

 

Geistliche Beurteilung

Jesus Christus warnte die Jünger auch vor falschen Aposteln und falschen Lehrern, die vorgeben, wahre Diener Gottes zu sein. „Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin der Christus, und sie werden viele verführen" (Matthäus 24, 5). Paulus sprach von solchen, die gerissen die Kirche seiner Zeit unterwanderten: „...denn er selbst, der Satan, verstellt sich als Engel des Lichts. Darum ist es nichts Großes, wenn sich auch seine Diener verstellen als Diener der Gerechtigkeit; deren Ende wird sein nach ihren Werken" (1. Korinther 11, 14 - 15).

Geistliche Vorbereitung bringt die Fähigkeit hervor, geistliche Angelegenheiten beurteilen zu können. Der Apostel Paulus sagte: „Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise..." (2. Thessalonicher 2, 3 - 4). Gottes Volk muss täglich das Wort Gottes studieren und in sich aufnehmen - alles anhand der Schrift überprüfend und Gottes Lebensweise im persönlichen Leben praktizierend (1. Thessalonicher 5, 21). Indem sie dies tun, werden sie „...durch den Gebrauch geübte Sinne haben und Gutes und Böses unterscheiden können" (Hebräer 5, 14). Die wahre Kirche Gottes wird kollektiv die Wichtigkeit der Verkündigung des Evangeliums in dieser Welt und der geistlichen Ernährung der Kirche bis zur Rückkehr Christi erkennen (Matthäus 24, 14; 28, 18 - 20; Markus 8, 34 - 35).

Gottes Volk kann es sich außerdem nicht leisten, im Bezug auf die jeweilige Zeit in Unwissenheit zu leben. Wir müssen die Zustände und Ereignisse in der Welt beobachten, die mit Endzeit-Prophezeiungen zusammenhängen. Kriege, Hungersnöte, Krankheiten und Naturkatastrophen werden bis zum Beginn der Großen Trübsal einen Höhepunkt erreichen. „An dem Feigenbaum lernt ein Gleichnis: wenn seine Zweige jetzt saftig werden und Blätter treiben, so wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Ebenso auch: wenn ihr das alles seht, so wisst, dass er [Christus] nahe vor der Tür ist" (Matthäus 24, 32 - 33). Paulus sagte, dass sich die Ereignisse überstürzen werden. Alles wird sehr plötzlich und überraschend kommen wie ein Dieb in der Nacht. Dennoch: Gottes wahre Kirche wird vorbereitet sein! „Ihr aber, liebe Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass der Tag wie ein Dieb über euch komme" (1. Thessalonicher 5, 4).

Was für ein Segen, die Wahrheit zu wissen und im Voraus gewarnt zu sein! Es zählt jedoch nicht nur das Wissen bei Gott, sondern was wir mit diesem Wissen tun. „Wer ist nun der treue und kluge Knecht...? Selig ist der Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, das tun sieht" (Matthäus 24, 45 - 46).

 

Die letzten Tage

Der Apostel Paulus leitete das Buch der Hebräer mit der Erklärung ein, dass Gott sich selbst in vergangenen Jahrhunderten auf unterschiedliche Weisen offenbart hat, aber dass er sich nun „in diesen letzten Tagen" durch Jesus Christus offenbare. Warum hat Paulus auf seine damalige Zeit als die letzten Tage Bezug genommen?

In 1. Petrus 1, 20 verweist Petrus auf Christus, der sich „am Ende der Zeiten" offenbart. Johannes verwendet eine ähnliche Umschreibung in 1. Johannes 2, 18 indem er „die letzte Stunde" als eine Zeit vieler „Antichristen" bezeichnet.

Der Schlüssel zum Verständnis dieser Wortwahl liegt in der Erklärung des Apostels Petrus in 2. Petrus 3, 7 - 9. Gott hat einen Zeitplan, in dem ein buchstäblicher Tag 1000 Jahre repräsentiert. Die Schöpfungswoche, bestehend aus 7 Tagen, wie in 1. Mose Kapitel 1 beschrieben, ist ein Modell für Gottes Zeitplan hinsichtlich seiner Schöpfung. In diesem Modell sind 6 Tage für Aktivität bestimmt und der letzte Tag ist geheiligt und als Ruhetag bestimmt.

Vor der Zeit Jesu Christi auf Erden verstrichen ungefähr 4000 Jahre menschlicher Geschichte. Christus kam also, als ungefähr zwei Drittel der menschlichen sechstägigen „Arbeitswoche" verstrichen waren. Die Zeit von Gottes tausendjährigem Sabbat war nur zwei „Tage" entfernt.

Mit dem ersten Kommen Jesu Christi hat die letzte Phase von Gottes großartigem Plan für die Menschheit begonnen. Wenn das erste Jahrhundert als Anfang der letzten Tage in Gottes Plan bezeichnet werden kann, dann bedeuten das zwanzigste und einundzwanzigste Jahrhundert die letzten Stunden! Wenn wir uns eine zwei Meter lange Grafik anschauen würden, mit einer Zeitachse, die die menschliche Geschichte von der Zeit Adams bis zum Ende der Zeit repräsentiert, dann würden wir uns selbst innerhalb des letzten Zentimeters befinden. Wir leben wahrhaftig nicht nur in den letzten Tagen, sondern in der letzten halben Stunde!

Lektion 2, Teil 2

Gottes 7000-jähriger Plan

Hat Gott tatsächlich einen Zeitplan? Können wir anhand der Bibel die Dauer dieses Plans feststellen? Gott etablierte ein Muster für diesen Plan in Form einer siebentägigen Woche. Die ersten beiden Kapitel des 1. Buchs Mose zeigen den Zeitablauf der Schöpfung auf: Sechs Arbeitstage, gefolgt von einem Ruhetag. Dieses Muster wurde an die Menschheit weitergegeben (2. Mose 20, 8 - 11). Die Bibel enthält sehr viel chronologische Information in ihren Stammbäumen und Listen von Königen. Diese Informationen wurden von vielen Lesern als weitschweifend empfunden; dennoch: Könnten sie einem wichtigen Zweck dienen? Lesen Sie weiter, um zu verstehen!

  1. Welche Einstellung sagte der Apostel Petrus, würde typisch sein für die Menschen in den letzten Tagen? 2. Petrus 3, 3 - 4.
  2. Ist Gott unbekümmert oder gleichgültig bezüglich seiner Verheißungen und deren rechtzeitigem Eintreffen oder hat er einen Zeitplan? 2. Petrus 3, 8 - 9. Dauern die „Tage" in Gottes prophetischem Plan 1000 Jahre?
  3. Werden der Messias und die Heiligen auf der Erde 1000 Jahre lang regieren? Offenbarung 20, 1 - 6.
  4. Vergleicht Jesaja die Zeit der messianischen Regierung mit einer 1000-jährigen „Ruhe" (Sabbat)? Jesaja 14, 3. 7; Hebräer 4, 1 - 11. Basierend auf dem Muster, das Gott in 1. Mose Kapitel 1 offenbart, können wir erwarten, dass einem tausendjährigen Sabbat sechs „Tage" vorausgehen, die Gott der Menschheit gegeben hat?
  5. [Anmerkung: Um zu wissen, wie nahe wir dem tausendjährigen Sabbat sind, müssen wir feststellen, wie viel Zeit ungefähr seit der Schöpfung des Menschen vergangen ist.] Zeigt 1. Mose 5, 3 - 29; 7, 11, dass zwischen der Schöpfung Adams und der Sintflut 1656 Jahre vergingen? [Bemerkung: 1. Mose 5, 3 zeigt, dass Adam 130 Jahre alt war, als Set geboren wurde. Addieren Sie das Alter in Jahren für jeden der Patriarchen, wenn sie ihre Söhne bekamen, plus das Alter Noahs zur Zeit der Sintflut].
  6. Zeigt uns 1. Mose 11, 10 - 32 dass von der Sintflut bis zum Tod Tharahs 427 Jahre vergingen - die Zeit, in der Abram Haran verließ (vgl. Apostelgeschichte 7, 4)? War Abram 75 Jahre alt als er Haran verließ? 1. Mose 12, 4.
  7. Wie alt war Abraham als Gott mit ihm den Bund der Beschneidung schloss? 1. Mose 17, 1 - 10. Waren 24 Jahre vergangen seit er Haran verlassen hatte? [Bemerkung: Ein sorgfältiger Vergleich von 1. Mose 12, 4 und 17, 1 offenbart Abrahams Alter zur Zeit des Bundes].
  8. Gemäß Galater 3, 16 - 17: Wie viele Jahre vergingen zwischen der Zeit des Bundes mit Abraham und dem Sinai-Bund, welcher im Jahr des Auszugs aus Ägypten stattfand? (vgl. 2. Mose 12, 40).
  9. Wie viele Jahre vergingen vom Auszug aus Ägypten bis zum vierten Jahr des Königs Salomo, als mit dem Bau des Tempels begonnen wurde? 1. Könige 6, 1. [Bemerkung: Die meisten Gelehrten datieren das vierte Jahr Salomos anhand von weltlichen Schriften ungefähr auf das Jahr 966v. Chr.].
  10. Wenn Sie die Zahlen addieren (1656 + 427 + 24 + 430 + 480 + 966), was würde ungefähr das Jahr der Erschaffung Adams sein? Würde das beweisen, dass wir nahe dem Ende der 6000-jährigen Zeitspanne sind?

 

Lektion 2, Teil 3

Jerusalem: Zentraler Punkt der Aufmerksamkeit Gottes

Die Stadt Jerusalem ist eindeutig der zentrale Punkt biblischer Prophezeiungen. Von heutigen Schlagzeilen bis zurück zum 1. Buch Mose nimmt Jerusalem einen einzigartigen Platz in Geschichte und Zeitgeschehen ein. Eine Stadt, die in ihrer langen Geschichte viele Male erobert und zerstört wurde und jedes Mal wieder aufgebaut wurde. Nach mehreren Jahrhunderten relativen Desinteresses ist Jerusalem in unserer Generation erneut ins Zentrum geopolitischer Interessen gerückt. Um diese plötzliche Entwicklung zu verstehen, müssen wir näher untersuchen, welch herausragende Rolle die Stadt Jerusalem durch verschiedene Zeitalter gespielt hat.

  1. Hat Gott bereits zur Zeit Abrahams die Stadt Jerusalem zum Zentrum gemacht, von wo seine Wege gelehrt wurden? 1. Mose 14, 18-20. [Anmerkung: Alle Bibelkommentare erkennen Salem als den ursprünglichen Namen Jerusalems an. Es gibt wenig verlässliche Dokumente hinsichtlich der frühen Geschichte. Referenzen deuten darauf hin, dass die Stadt viele Jahre existiert haben muss, bevor Josua die Israeliten nach Kanaan führte. Frühere Erwähnungen waren „Urusalim", „Stadt Salim" und „Stadt des Friedens"].
  2. Hat König David Jerusalem von den Jebusitern eingenommen und zur Hauptstadt der zwölf Stämme Israels gemacht? 2. Samuel 5, 4 - 7.
  3. Hat König David die Bundeslade, Symbol der Anwesenheit Gottes, nach Jerusalem gebracht? 1. Chronik 15, 3; 16,1. [Anmerkung: Die Bundeslade war das Zentrum der Anbetung für die Israeliten seit den Tagen Moses. Die Bundeslade enthielt eine Abschrift des Gesetzes und diente außerdem als Gnadenthron, wo Gott in der Wildnis mit Mose zusammenkam und sprach. Zur Zeit König Davids wurde die Bundeslade in Kirjath-Jearim verwahrt. König David brachte die Bundeslade nach Jerusalem, wo sie in einem Zelt verblieb bis sein Sohn Salomon sie später im Allerheiligsten des neuen Tempels platzierte].
  4. Hatte David den Wunsch, ein Haus Gottes in Jerusalem zu bauen? Wem erlaubte Gott, seinen Tempel zu bauen? 1. Chronik 17,1 - 4.11 - 12; 28, 2 - 6.11 - 12.
  5. Was sagte Gott zu Salomon über den Tempel zur Zeit seiner Widmung? 2. Chronik 7,12.16.19 - 22.
  6. Hat Gott die historische Zerstörung Jerusalems wegen der Sünden der Nation erlaubt? 2. Chronik 36, 14 - 19. [Anmerkung: Die Zerstörung Jerusalems kam nach wiederholten Warnungen an König Zedekia und die Nation Juda durch Jeremia und andere Propheten, welche ignoriert wurden. Gottes Gericht und die Zerstörung Jerusalems hatte viele Todesopfer und das Exil der gesamten verbleibenden Nation zur Folge. Siehe 2. Könige Kapitel 25].
  7. Wurde die Stadt wieder aufgebaut? Wie stand es mit dem Tempel? 2. Chronik 36, 22 - 23; Jesaja 44, 24 - 28.
  8. Was sagte Jesus Christus über Jerusalem nahe dem Ende seines Wirkens auf Erden? Matthäus 23, 37 - 38.
  9. Wurde Jesus Christus in Jerusalem gekreuzigt? Matthäus 27, 31 - 33; Lukas 24, 18 - 20.

Stieg er vom Ölberg - außerhalb der Stadtmauer Jerusalems - zum Himmel auf? Wird er in der Zukunft dorthin zurückkehren? Apostelgeschichte 1, 9 - 12; Sacharja 14, 3 - 4.

 

Jerusalem: Ein geschichtlicher Überblick

Eine Stadt, deren Geschichte durch Jahrhunderte endloser Konflikte mit Blut geschrieben wurde, erwartet ihre prophetische Bestimmung.

ca. 1895 v.Chr.: Melchisedek, König von Salem, segnet Abram und empfängt seinen Zehnten (1. Mose 14, 18 - 20).

ca. 1850 v.Chr.: 1. Mose 22, 2: Gott befiehlt Abraham, seinen Sohn Isaak zum Land Morija zu bringen, um ihn dort als Opfer darzubringen. Gott stellt einen Widder zur Verfügung, um ihn an Isaaks Stelle zu opfern.

ca. 1406 v.Chr.: Josua besiegt Adoni-Zedek, König von Jerusalem (Josua 10, 1 - 5.23 - 26). Die Jebusiter erobern Teile der Stadt zurück (Josua 15, 63).

ca. 1380 v.Chr.: Juda erobert und brennt das kanaanitische Jerusalem nieder (Richter 1, 8).

ca. 1000 v.Chr.: Jerusalem wird von König David besetzt (2. Samuel 5, 6 - 9) und die Zitadelle wird zur Stadt Davids. Jerusalem wird Hauptstadt Israels. Jahre später erwählt Gott den Boden von Arawna, einer angrenzenden Stadt, als Stätte der Darbringung von Opfern durch David, um eine Plage auf Jerusalem zu beenden (2. Samuel 24, 16). Dies würde der künftige Ort von Gottes Tempel werden.

ca. 966 v.Chr.: Salomo beginnt mit dem Bau des Tempels im vierten Jahr seiner Herrschaft (1. Könige 6, 1).

ca. 925 v.Chr.: Schischak, König von Ägypten, kämpft gegen Rehabeam, den König von Juda. Der Tempel wird geplündert (1. Könige 14, 25 - 26).

ca. 775 v.Chr.: König Joas von Israel, greift König Amazja von Juda an. Die Stadtmauer wird durchbrochen und der Tempel geplündert (2. Könige 14, 13 - 14).

586 v.Chr.: König Nebukadnezar erobert und zerstört Jerusalem und den Tempel (2. Könige 25, 8 - 10).

539 v.Chr.: Cyrus der Große von Persien erobert Babylon. Er erlaubt den im Exil lebenden Juden, nach Jerusalem zurückzukehren und den Tempel wiederaufzubauen (2. Chronik 36, 22 - 23).

458 - 457 v.Chr.: Siebtes Jahr des persischen Königs Arthahsasthas. Er erlässt eine Verordnung, die den Wiederaufbau der Stadtmauern Jerusalems erlaubt. Esra kehrt von Babylon nach Jerusalem zurück - mit dem Buch des Gesetzes (Esra 7, 1.7 - 8).

332 v.Chr.: Alexander der Große fügt Jerusalem seinem griechischen Imperium hinzu und besiegt im darauffolgenden Jahr Persien.

312 v.Chr.: Ptolemäus der Erste, einer von Alexanders früheren Generälen, macht Palästina zu einem Teil seines ägyptischen Herrschaftsgebiets, nachdem das Imperium von Alexander dem Großen zerfällt.

198 v.Chr.: Antiochus II, Nachfahre eines anderen Generals Alexanders des Großen, erobert Palästina von Ägypten und macht es zu einem Teil seines syrischen Königreichs.

167 v.Chr.: Antiochus IV (Epiphanes), erlässt Verordnungen, die das Halten von Gottes Geboten verbieten. Das Gräuelbild der Verwüstung ist innerhalb kurzer Zeit errichtet.

164 v.Chr.: Die Makkabäer besiegen die Syrier und weihen den Tempel wieder ein. Ihre Herrschaft erstreckt sich letztendlich über Jerusalem, Samaria, Juda und Galiläa.

63 v.Chr.: Pompeius erobert Jerusalem und macht es zu einem Teil des Römischen Reiches.

37 v.Chr.: Herodes der Große übernimmt die königliche Herrschaft in Jerusalem.

31 n.Chr.: Kreuzigung Jesu Christi, seine Auferstehung und der Anfang des Kirchenzeitalters.

70 n.Chr.: Zweiter Tempel zerstört durch die Römer. Die westliche Mauer (Klagemauer) bleibt erhalten.

135: Revolte Simon Bar Kokhbas durch römische Herrschaft niedergeschlagen, 500.000 Menschen sterben. Der Machtinhaber Hadrian verbannt die Juden aus Jerusalem. Die Stadt wird umbenannt in „Aelia Capitolina".

332: Kaiser Konstantin beginnt mit dem Bau christlicher Stätten in Jerusalem.

614: Persien erobert Jerusalem, 35.000 Menschen werden getötet und Kirchengebäude zerstört.

638: Sechs Jahre nach dem Tod Mohammeds wird Jerusalem von Muslimen eingenommen.

691: Erbauung des Felsendomes.

1071: Jerusalem wird für kurze Zeit von den Türken unter Seljuk Turks gehalten.

1099: Beginn der Kreuzzüge mit massiven Hinrichtungen von ansässigen Juden und Muslimen. Jerusalem wird als Hauptstadt des Reiches der Kreuzzügler etabliert.

1187: Saladin Ayyubid, Sultan von Ägypten, nimmt Jerusalem ein.

1244: Mongolen erobern Jerusalem.

1260: Jerusalem wird nach der Zurückschlagung der Mongolen durch die ägyptische Mamluk-Dynastie kontrolliert.

1516: Das Ottomanische Reich schlägt die Mamluken zurück, erlangt Kontrolle über Palästina und Jerusalem.

1917: Die britische Regierung gibt die „Balfour-Erklärung" heraus, die die Politik der Errichtung eines jüdischen Heimatlandes in Palästina begründet. Eine britische Armee unter General Allenby besiegt die Türken und marschiert in Jerusalem ein.

1947: Aufteilung Jerusalems durch die Vereinten Nationen in arabische und jüdisch kontrollierte Teile.

1948: Am 6. Mai wird Israel eine unabhängige Nation und verteidigt sich erfolgreich gegen die arabische Liga.

1967: Im Sechstagekrieg erobert Israel die gesamte Stadt Jerusalem und stellt sie - zum ersten Mal seit ihrer Zerstörung durch die Römer im Jahre 70 n.Chr. unter jüdische Herrschaft.

 

Lektion 2, Teil 4

Jerusalem: Brennpunkt der Endzeit

Jerusalem ist nicht nur seit Jahrhunderten der zentrale Punkt von Gottes Aufmerksamkeit sondern ist auch das Zentrum prophetischer Endzeitereignisse. Nach Jahrhunderten relativer Bedeutungslosigkeit ist Jerusalem nach dem Sechstagekrieg im Jahre 1967 erneut ins Rampenlicht der Weltbühne gerückt und kam zum ersten Mal seit dem Jahre 70 n.Chr. wieder unter jüdische Herrschaft.

  1. Obwohl die Juden für die Dauer von beinahe 1.900 Jahren außerhalb Jerusalems zerstreut waren, hat Gott einen seiner altertümlichen Propheten inspiriert, zu offenbaren, dass die Juden in der Endzeit wieder in Jerusalem sein würden? Sacharja 12,2.5 - 6. [Anmerkung: Es wurde viel geschrieben über den Staat Israel von 1948 bezüglich erfüllter Prophezeiung. Viele Autoren haben Schriften von Jesaja und Hesekiel falsch gedeutet. Es hat immer Angehörige des Stammes Juda in Palästina und Jerusalem gegeben, sogar bevor Israel eine unabhängige Nation wurde. Die Prophezeiung in Sacharja deutet an, dass in der Endzeit Juda eine erhebliche Präsenz in Jerusalem haben wird].
  2. Sagte Christus, dass das Gräuelbild der Verwüstung, von dem der Prophet Daniel gesprochen hatte, eine Endzeit-Erfüllung haben wird? Matthäus 24, 15 - 16. Hat dieses „Gräuelbild" mit der Abschaffung des täglichen Opfers zu tun? Daniel 12, 11. Impliziert dieser Sachverhalt, dass eine Wiedereinführung der Tempelopfer stattfinden muss, da sie offensichtlich zuerst beginnen müssen bevor sie gestoppt werden können?
  3. Wird Jerusalem das Zentrum der Aktivitäten von Gottes wichtigsten Endzeit-Dienern, den zwei Zeugen, sein? Offenbarung 11, 1 - 8.
  4. Hat Gott offenbart, dass Jerusalem in der Endzeit ein zentraler Punkt geopolitischer Aktivität der Welt sein wird? Sacharja 12, 3.
  5. Werden militärische Kräfte, um Jerusalem versammelt, ein Zeichen für Christi Endzeit-Jünger sein? Lukas 21, 20 - 22.
  6. Wird sich letztendlich eine mächtige, multinationale Armee versammeln, um gegen Jerusalem zu kämpfen? Sacharja 14, 1 -2.
  7. Wie wird diese Schlacht ausgehen? Sacharja 14, 3.9.11.
  8. Ist Jerusalem vorgesehen, nach Christi Rückkehr die Welthauptstadt zu sein? Jesaja 2, 2 - 3; Sacharja 8, 1 - 3.
  9. Wird Jerusalem nach der Vollendung der tausend Jahre neu erschaffen und zur Wohnstätte Gottes gemacht werden? Offenbarung 21, 2 - 3.10 - 11.22 - 23.

 

Das Gräuelbild der Verwüstung

In Matthäus 24, 15 verweist Jesus Christus auf „das Gräuelbild der Verwüstung", von dem der Prophet Daniel sprach, als ein Signal, das den Anfang einer Sequenz von Endzeitereignissen markiert. Lukas 21, 20 bringt diesen Zustand mit der militärischen Umzingelung Jerusalems in Verbindung.

Als jedoch Jesus im ersten Jahrhundert diese Worte zu seinen Jüngern sprach, wurde allgemein unter den Juden auf ein historisches, beinahe 200 Jahre zurückliegendes Ereignis als Gräuelbild der Verwüstung Bezug genommen.

Daniel prophezeite ein „Gräuelbild" in drei Kapiteln, Daniel 8, 11 und 12. Der geschichtliche Zusammenhang, der besonders in den Kapiteln 8 und 11 deutlich wird, bringt das Gräuelbild mit Ereignissen in Verbindung, die etwa zwei Jahrhunderte vor der Zeit Christi stattfanden. Daniel 12 verbindet das Gräuelbild mit Ereignissen unmittelbar vor der Rückkehr des Messias in Herrlichkeit.

In Kapiteln 8 und 11 wurde Daniel eine geschichtliche Sequenz gezeigt, angefangen mit dem Persischen Imperium seiner Zeit bis hin zu zukünftigen Ereignissen. Es wurde ihm offenbart, dass ein mächtiger König von Griechenland Persien erobern und kurz darauf sterben würde. Sein Reich würde dann unter vier seiner Generäle aufgeteilt (Daniel 8, 2 - 8.20 - 22; 11. 1 - 4). Diese historischen Ereignisse fanden statt: Alexander der Große eroberte das Persische Reich im Jahr 331 v.Chr. und starb 323 v.Chr.

Obwohl vier Generäle Alexanders des Großen das Reich unter sich aufteilten, hatten nur zwei von ihnen biblische Erwähnung: Seleucus, nördlich von Jerusalem, und Ptolemäus, südlich von Jerusalem; beide hatten fortwährenden Kontakt mit Jerusalem und dem Volk Gottes.

In Daniel 8, wo wir die vier verbleibenden Reiche des ursprünglichen Imperiums Alexanders des Großen als vier Hörner beschrieben sehen, wird außerdem ein „kleines Horn" erwähnt, das aus diesen vier Reichen hervorkommt, und das die täglichen Tempelopfer abschafft (Verse 9.11). Daniel 11 verweist auf einen „verächtlichen Menschen", der durch Betrug an den Thron des Reiches gelangen und später nach Palästina gehen und das tägliche Tempelopfer abschaffen würde (Verse 21.31). Im Zusammenhang mit der Abschaffung des täglichen Opfers wurde außerdem prophezeit, dass er ein Gräuelbild der Verwüstung errichten würde.

Die historische Erfüllung dieses Ereignisses ist in geschichtlichen Schriften enthalten, die ungefähr 150 Jahre vor der Geburt Christi zusammengestellt wurden. Das 1. Buch Makkabäer enthält, obwohl es nicht Teil der Bibel ist und nie vorgesehen war, Teil der Bibel zu sein, einen Augenzeugenbericht der Erfüllung der von Daniel 370 Jahre zuvor prophezeiten Ereignisse.

„Alexander hatte zwölf Jahre lang geherrscht als er starb. Da übernahmen seine Hofleute das Reich, ein jeder in seinem Gebietsanteil... . Ihnen entspross ein ruchloser Zweig, Antiochus Epiphanes (der Erlauchte)... . Da ordnete der König für sein ganzes Reich schriftlich an, dass alle Bewohner zu einem einzigen Volk werden sollten. Jedes Volk sollte seine besonderen Bräuche aufgeben! [...] Da sandte der König durch Boten Sendschreiben nach Jerusalem und in die Städte Judas, man solle sich nach den Sitten der Ausländer richten, Brand- Schlacht- und Trankopfer aus dem Heiligtum fernhalten, die Sabbattage und Feste schänden... . Am 15. Kislew des Jahres 145 [167 v.Chr.] ließ der König über dem Brandopferaltar einen verwüstenden Gräuel aufbauen, und in den Ortschaften über ganz Juda hin errichtete man Höhenheiligtümer" (1. Makkabäer 1, 7.10.41-42.44-45.54; Oktav-Bibel, 3. Aufl. 1957, Pattloch-Verlag).

Antiochus Epiphanes stellt eindeutig einen Typ des „Tiers" der Endzeit dar, von dem im Buch der Offenbarung die Rede ist. Er erlangte die Krone durch strategische Gerissenheit, obwohl sein Neffe rechtmäßiger Erbe war. Daniel beschrieb ihn als „verächtlichen Menschen", der Alexanders Traum von „einer Welt" verfolgte. Er betrachtete die Juden als Haupthindernis seines Planes für ein Weltreich. Diejenigen, die Gottes Gesetze befolgten, hielten an ihrer Identität fest; dennoch gab es viele, die bereit waren, den Gott Israels zu verlassen, um von der Gesellschaft um sie herum akzeptiert zu werden.

Antiochus ordnete das Verbot weiterer Opfer für den Gott Israels im Tempel Jerusalems ungefähr zur Zeit des Herbstfestes im Jahr 167 v.Chr. an. Anfang Dezember hatte er eine Statue von Jupiter Olympus im Tempel errichtet und jegliche Anbetung musste von diesem Zeitpunkt an diesem Idol gelten. Diese Ereignisse entzündeten die Makkabäische Revolte, die mit einem Sieg über die Syrer und der Tempelreinigung drei Jahre später im Dezember 164 v.Chr. endete. Es wurde ein neuer Altar gebaut und der Tempel wurde erneut dem Gott Israels geweiht. Diesem Ereignis wird von den Juden an einem traditionellen Feiertag gedacht, dem Fest der Tempelweihe (Hanukkah auf hebräisch), und wurde auch von Jesus erwähnt (Johannes 10, 22 - 23).

Geschichtliche Hinweise zeigen, dass die Juden zur Zeit Jesu die Ereignisse um Antiochus Epiphanes als das Gräuelbild der Verwüstung anerkannten. Es beinhaltete die Abschaffung der täglichen Tempelopfer und die Errichtung eines Idols als neues Objekt der Anbetung. Es ging einher mit Verordnungen, die sowohl das Praktizieren von Gottes Gesetz als auch den Besitz von Kopien der Schriften verbot.

Jesus brachte gegenüber seinen Jüngern klar zum Ausdruck, dass das Gräuelbild, von dem Daniel sprach, nicht lediglich eine historische Angelegenheit ist. Das Gräuelbild zu Antiochus' Zeit war in Wirklichkeit ein Vorläufer von Ereignissen der Endzeit, die vor Christi Rückkehr und der Errichtung des Reiches Gottes auf dieser Erde, stattfinden werden.