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Bibelfernlehrgang

Lektion 5 - Wer und was ist Gott?

Die Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang
ChefredakteurRoderick C. Meredith
RedaktionsdirektorRichard F. Ames
RedaktionWilliam Bowmer
Gary F. Ehman
AutorenJohn H. Ogwyn
Daniel Hall
Grafische GestaltungDonna Prejean
AuflageWayne Pyle

 


 

Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang hat keinen Bezugspreis. Seine Verbreitung wird durch Zehnten und Opfer der Mitglieder der Living Church of God und anderer ermöglicht, die freiwillig Mitarbeiter im Werk der Verkündigung von Gottes wahrem Evangelium an alle Nationen wurden.

Alle Bibelzitate in dieser Lektion sind, sofern nicht anders vermerkt, der revidierten Lutherübersetzung von 1984 entnommen

Copyright © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.

Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang wird herausgegeben von der

Living Church of God
16935 W. Bernardo Dr., Suite 260
San Diego CA, 92127, USA.
Copyright © 2003 Living Church of God ®. Alle Rechte vorbehalten.

 

     Aus der Feder des Herausgebers...

     Die Welt unterteilt die Zeitrechnung in zwei Epochen: vor und nach der Geburt von Jesus Christus von Nazareth. Vor beinahe 2000 Jahren fragte Jesus seine Jünger: „Wer sagen die Leute, dass der Menschensohn sei?" (Matthäus 16, 13). Damals wie heute, gibt es eine Reihe sich widersprechender Ideen. Die Jünger berichteten, dass manche vermuteten, er sei Elia, während andere dachten, er war einer der altertümlichen Propheten. Herodes dachte, dass er Johannes, der Täufer sein musste, welcher von den Toten zurückgekehrt war (Matthäus 14, 2).
     Das Magazin Newsweek veröffentlichte vor Kurzem einen Artikel mit dem Titel: „Der andere Jesus." Leitende Persönlichkeiten aus Judentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus waren eingeladen, ihre Ansichten über Jesus zu teilen. Der Rabbi hielt ihn für einen Rabbi, einen guten Juden. Muslime betonen, dass Jesus im Koran erwähnt ist und als Prophet gilt, jedoch geringeren Status als Mohammed hat. Viele Buddhisten glauben, er sei ein „Erleuchteter", während manche Hindus ihn für einen Guru halten.
     Der Autor des Artikels macht dann eine sehr wichtige Beobachtung: „Das Kreuz ist eindeutig das, was den Christus des Christentums von jedem anderen Jesus klar unterscheidet. Im Judentum gibt es keinen Präzedenzfall für einen Messias, der stirbt, schon gar nicht als verurteilter Verbrecher wie Jesus. Im Islam wird die Geschichte von Christi Tod als persönliche Beleidigung Allahs abgelehnt. Hindus können nur einen Jesus akzeptieren, der in ein friedliches „Samadhi" eingeht, als ein Yogi, der der Entwürdigung des Todes entgeht. Die Figur eines gekreuzigten Christus „ist ein sehr schmerzhaftes Bild für mich" sagt Buddhist Thich Nhat Hanh. „Es enthält weder Freude noch Frieden und es wird Jesus in keiner Hinsicht gerecht." In anderen Religionen gibt es, kurz gesagt, keinen Raum für einen Christus, der die volle Bürde einer fleischlichen Existenz durchlebt – und deshalb gibt es keinen Grund, an ihn als Sohn Gottes zu glauben, den der Vater von den Toten auferweckt hat" (27. März 2000, Seite 60).
     Wenig hat sich im Laufe von 2000 Jahren geändert. Der Apostel Paulus nannte Christi Botschaft ein „Ärgernis" und eine „Torheit" (1. Korinther 1, 23) für die Welt seiner Zeit. Jedoch vom 1. Buch Mose bis zur Offenbarung zeigt Gott, dass die Menschheit von ihm als Resultat ihrer Sünden abgeschnitten ist und Auslösung und Versöhnung nötig hat.
     In dieser Lektion werden wir untersuchen, wie der wahre Gott wirklich ist. Wie Sie in unserer kostenlosen Broschüre Der wahre Gott – Beweise und Verheißungen lesen können, ist Gott nicht lediglich eine entfernte Ursache, sondern der aktive Schöpfer, Herrscher und Erhalter des gesamten Universums, der so sehr die Welt liebte, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben (Johannes 3, 16).

 

Zum Titelbild: „Ist Gott nicht hoch wie der Himmel? Sieh die Sterne an, wie hoch sie sind!" (Hiob 22, 12). Die Schrift lehrt uns, dass Gott weit, weit über der prächtigsten Herrlichkeit seiner Schöpfung steht. Dennoch KÖNNEN wir Gott kennen lernen und er möchte, dass wir ihn kennen lernen.

 

Wer und was ist Gott?

     Kann es etwas Wichtigeres geben, als zu wissen, wer Gott ist? Jede menschliche Kultur hat seit jeher Ideen zum Übernatürlichen gehabt. Sie alle haben bestimmte Vorstellungen bezüglich der Natur und der Eigenschaften Gottes gehabt.
     Manche stellen sich Gott als entfernte Figur vor, als eine Art „erste Ursache" des Universums. Für sie ist Gott lediglich derjenige, der die Dinge in Gang brachte und seither im Kosmos bummelt und seine Schöpfung sich selbst überlässt. Für diese Menschen ist Gott nicht jemand, der sich aktiv in unserem Leben oder unserer modernen Welt engagiert.
     Andere betrachten Gott als formlosen „universellen Geist" und viele nennen ihn eine Dreieinigkeit. Muslime und Juden dagegen betonen, dass Gott nicht drei, sondern eins ist. Buddhisten und Hindus hängen unterschiedlichen Glaubensideen an, die vom personenlosen Monismus bis zum pantheistischen Polytheismus reichen, mit unzähligen Variationen dazwischen.
     Wie können wir wirklich etwas über Gott erfahren? Ehrlich gesagt, es sei denn Gott hat entschieden, sich selbst zu offenbaren, können wir praktisch nichts Wissenswertes über ihn erfahren. Jedoch hat Gott entschieden, sich selbst der Menschheit zu offenbaren. Denken Sie darüber nach! Würde es Sinn machen, dass ein allmächtiger, allweiser Schöpfergott, der in der Lage ist, das Universum zu erschaffen mit all seinen regulierenden Gesetzen, Leben zu erschaffen, besonders menschliches Leben, das fähig ist, über das Ewige und Göttliche nachzudenken, dass ein solcher Gott keine Aufzeichnung hinterlassen würde, durch die er sich selbst offenbaren würde?
     Gott offenbart sich selbst durch seine Schöpfung. Die Existenz einer Schöpfung setzt einen Schöpfer voraus, ebenso wie Leben einen Lebensgeber voraussetzt und ein Gesetz einen Gesetzgeber. Je mehr wir die Geheimnisse des Universums untersuchen und verstehen, wie interaktiv die gesamte Schöpfung ist, desto mehr sind wir in der Lage, die Gedanken Gottes zu verstehen. Aus der Schöpfung können wir sehr viel über Gottes Macht und die Tiefe seiner Gedanken und seiner unendlichen Weisheit folgern. Falls die Schöpfung die einzige Möglichkeit wäre, über Gott zu lernen, wären wir in unserer Kenntnis sehr eingeschränkt und könnten nahezu nichts über seinen Plan und Zweck für seine Schöpfung erfahren.
     Zusätzlich zur Schöpfung hat Gott jedoch Informationen über sich selbst in seinem Wort, der Bibel, offenbart. Gott erzählt uns von seiner Natur, seinem Willen, seinem Charakter und seinem Plan und Zweck für das Universum und für die Menschheit.
     Der altertümliche Prophet Jesaja hat Gottes Herausforderung an den winzigen Menschen aufgezeichnet. „Mit wem wollt ihr mich also vergleichen, dem ich gleich sei? spricht der heilige. Hebet eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt" (Jesaja 40, 25-26). Der wahre Gott besitzt unglaubliche Macht. Er erschuf alles, das existiert!
     In seiner weit reichenden Macht ist Gott nicht weit entfernt und desinteressiert an seiner Schöpfung. David fragt in den Psalmen: „Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast; was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt" (Psalm 8, 4-6). Gott machte den Menschen nach seinem eigenen Bild und begann die Verwirklichung eines großartigen Plans für die Zukunft.
     Das möglicherweise Verblüffendste, das Gott über sich selbst offenbart, ist die Tatsache, dass Gott eine Familie ist! Gegenwärtig besteht diese Familie aus Gott, dem Vater, und seinem Sohn, Jesus Christus. Beachten Sie, was der Apostel Paulus in Epheser 3, 14-15 sagt: „Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden." Die unglaublich gute Nachricht ist, dass menschliche Wesen buchstäblich in die Familie Gottes hineingeboren werden können, wiedergeboren – nicht im Fleisch, sondern im Geist – bei der Wiederauferstehung. Diese großartige Wahrheit wird in dieser und der nächsten Lektion eingehend behandelt werden.

 

Können Sie beweisen, dass Gott existiert?

     Kann die Existenz Gottes wissenschaftlich nachgewiesen werden? Ist es überhaupt logisch, in unserer modernen Welt des 21. Jahrhunderts an Gott zu glauben? Die folgende Antwort auf diese Frage stammt aus dem Artikel „Existiert Gott?" von Herbert W. Armstrong (1892–1986), herausgegeben durch Ambassador College im Jahre 1957.
     „Ich brauchte eine zuverlässige Uhr mit einem einfachen Ziffernblatt für Live-Sendungen. Die einzige Uhr, die diesen Bedürfnissen gerecht wurde, war eine Eisenbahneruhr. Ich besitze eine, die feinste Eisenbahneruhr, die je gemacht wurde, mit 23 Rubinen.
     Jedoch geht sie nicht vollkommen genau. Ein bis zweimal in der Woche, muss ich sie eine oder zwei Sekunden nachstellen, um sicherzustellen, dass sie auf die Sekunde genau geht. Ich stelle sie nach der Hauptuhr in meiner Stadt, die sich beim Telegraphenamt befindet. Aber auch diese Uhr geht nicht ganz genau. Ein bis zweimal pro Woche muss sie per Telegraph vom Marine-Observatorium in Washington entsprechend der Hauptuhr der Nation nachgestellt werden. Dort, beim Marine-Observatorium befindet sich die Hauptuhr der USA. Aber die große Hauptuhr der Vereinigten Staaten ist auch nicht perfekt. Auch sie muss gelegentlich korrigiert und nachgestellt werden.
     Ja, sie wird korrigiert durch Astronomen entsprechend der HAUPTUHR DES UNIVERSUMS am Firmament. Dort oben im Himmel ist die große Hauptuhr, die niemals einen Fehler macht, die vollkommen genau geht, die keinen Bruchteil einer Sekunde falsch geht – es sind die Himmelskörper, die sich durch den Raum bewegen!
     Nun zu Ihnen, mein Herr – mein zweifelnder Freund! Wenn ich Ihnen meine feine Präzisions-Eisenbahneruhr mit 23 Rubinen zeige und Ihnen sage, dass sie nicht in einer Fabrik hergestellt wurde – sie wurde nicht einmal erdacht, geplant, zusammengefügt; kein Uhrmacher hat sie jemals berührt – sie ist nur ein Produkt des Zufalls; das Eisen kam von sich selbst aus dem Berg, läuterte sich selbst, formte sich selbst in delikate kleine Zahnräder und andere Teile; das Silizium kam ebenfalls von sich selbst aus der Erde und wurde zu Glas; das Goldgehäuse raffinierte und formte sich selbst; die Zähne und Rädchen und unzählige kleine Teile fügten sich im Gehäuse selbst zusammen, zogen sich selbst auf und begannen zu laufen, nahezu auf die Sekunde genau – nun, falls ich versuchte, Ihnen etwas Derartiges zu erzählen, würden Sie mich sicherlich für verrückt halten, nicht wahr?
     Sicherlich wissen Sie, dass die Existenz dieser Uhr ein RATIONALER und POSITIVER BEWEIS für die Existenz des Uhrmachers ist, der sie erdachte, plante, formte, baute, zusammenfügte und startete.
     Aber wenn Sie, Herr Skeptiker, aufschauen zum großen Firmament, zur großen Meisteruhr des Universums, die niemals auch nur eine Sekunde falsch geht – die perfekte Uhr, nach der wir ständig unsere von Menschen geschaffenen Uhren stellen müssen – und Sie erzählen mir, ‚dass all dies zufällig stattfand! Es gab keinen großartigen Uhrmacher! Kein Meister erdachte und plante das große Universum, brachte es zur Existenz, platzierte exakt jeden Stern und Planeten und begann in präziser Ordnung die Myriaden von Himmelskörpern in ihren zugeordneten Umlaufbahnen zu bewegen. Nein, es erschuf sich selbst, fügte sich selbst zusammen, zog sich selbst auf und startete sich selbst. Es gab keine Intelligenz – keinen Plan – KEINE SCHÖPFUNG – KEINEN GOTT!’
     Ist es das, was Sie sagen wollen?
     Falls Sie bei dieser Aussage bleiben, antworte ich Ihnen, dass ich Ihre Intelligenz nicht respektiere. Und der Gott, den ich anerkenne, antwortet Ihnen ‚die Toren sprechen in ihrem Herzen: ‚Es ist kein Gott’’ (Psalm 14, 1; 53, 1).
     Wenn Sie sich umschauen und beobachten, wie alles in der Natur, Tier- und Pflanzenwelt eingeschlossen, intelligent GEPLANT und vollbracht ist – alles, was wir sehen, außer dem ungeschickten Flickwerk, das Gottes wunderbare und großartige Schöpfung verschmutzt, ausgeführt von Menschen, die Gott ignorieren und verwerfen - und Sie dann sagen, dass Sie die Existenz eines allweisen, allwissenden, allmächtigen Schöpfergottes bezweifeln, dann habe ich kein großes Vertrauen in Ihre rationalen Prozesse, Ihre Ernsthaftigkeit als jemand, der nach der Wahrheit sucht!"

 

Lektion 5, Teil 1

Die Bibel offenbart Gottes Natur

     Gibt es etwas anderes von so fundamentaler Bedeutung, als zu verstehen, wer und was Gott ist? Als der Apostel Paulus nach Athen kam, sah er einen Altar, der dem „unbekannten Gott" gewidmet war. Als er zu den Athenern sprach, die sich auf dem Marshügel versammelt hatten, fuhr er fort, über den Schöpfer zu lehren, den sie unwissend als unbekannten Gott verehrten (Apostelgeschichte 17, 16-23). Gott muss für Sie und mich nicht unbekannt bleiben, falls wir untersuchen, was er in der Bibel über sich selbst offenbart.
     Ist Gott ein Geist? Hat er einen Körper mit definierter Form? Besteht Gott aus mehr als einem Wesen? Die biblischen Antworten zu diesen Fragen werden im Folgenden untersucht.

  1. Was ist die erste Offenbarung, die Gott über sich selbst in der Bibel macht? 1. Mose 1, 1.
  2. Ist der Mensch nach dem Bild Gottes gemacht? 1. Mose 1, 26.
  3. Bedeutet das Wort „Bild" (übersetzt von dem hebräischen tzehlem) Form und Umriss? Vergleichen Sie, wie dieses Wort an anderen Stellen im Alten Testament eingesetzt ist. 1. Mose 5, 3; 9, 6; 4. Mose 33, 52; 1. Samuel 6, 5; Daniel 2, 31 (Anmerkung: In jedem dieser Verse ist das Wort, welches als Bild übersetzt wurde, tzehlem).
  4. Ist Gott ein Geist? Johannes 4, 24. Da Gott Geist ist, nehmen manche an, dass er weder Form noch Gestalt hat. Wie steht es mit den Engeln, sind diese ebenfalls Geist? Siehe Hebräer 1, 7; 13-14.
  5. Haben Geistwesen Körper? 1. Korinther 15, 40 und 44.
  6. Zeigt uns 1. Mose 1, 26, dass Gott aus mehr als einem Wesen besteht? (Beachten Sie den Gebrauch des Wortes „uns"). Anmerkung: Wie die Kirche aus mehreren Mitgliedern besteht (vgl. 1. Korinther 12, 12-13), so besteht der eine Gott aus mehr als einem Mitglied.
  7. Welche sind die individuellen Mitglieder der Gottheit, wie in Johannes 1, 1-3.14 identifiziert?
  8. Beachten Sie, wie die beiden Mitglieder der Gottheit in Kolosser 1, 12-19 identifiziert sind. Was lernen wir hier?
  9. Gibt es nur einen Gott? 5. Mose 6, 4.
  10. Sind Christus und der Vater eins? Johannes 10, 30. Meinte Christus, dass er und der Vater ein und dasselbe Wesen seien, oder meinte er, dass sie beide vollkommen eins seien in einer Familie? Johannes 17, 11 und 21-22.
  11. Ist die Schöpfung Beweis für Gott? Römer 1, 19-20. Gibt es für irgendjemanden eine Entschuldigung für das Abstreiten der Existenz eines allmächtigen Schöpfers?
  12. Hatte Gott einen Anfang oder ist er ewig? Jesaja 57, 15; 48, 12.

Was ist der heilige Geist?

     Der heilige Geist ist Gottes ausströmende Kraft (Lukas 1, 35). Er ist die Macht, durch die Gott das gesamte Universum erschuf (Psalm 104, 30). Er ist die Macht, durch die Gott in den Gedanken Menschen wirkt, die nach seinem Ebenbild erschaffen wurden (1. Mose 6, 3). Er ist die Macht, durch die während Christi irdischer Mission Gelähmte auf wunderbare Weise aufstanden, Blinde sahen, Taube hörten und Tote aus ihren Gräbern auferweckt wurden (Lukas 5, 15-17).
     In der Bibel wird der heilige Geist mit mehreren Vergleichen beschrieben. Der Geist wird hauptsächlich mit Wind verglichen. Das griechische Wort für „Geist," pneuma, bedeutet Wind oder Hauch. Im Alten Testament ist das hebräische Wort, das als „Geist" übersetzt wird, ruach und hat dieselbe Bedeutung wie das griechische Wort pneuma.
     Eine weitere gängige Analogie ist fließendes Wasser (vgl. Johannes 7, 38-39). Ebenso, wie Luft und Wasser lebensnotwendige Stoffe sind, ist auch der heilige Geist die Quelle ewigen Lebens für Christen (Römer 8, 11). Ebenso, wie Luft und Wasser in Bewegung sind und die Kraft haben, zu beeinflussen, womit sie in Berührung kommen, so hat auch der heilige Geist eine verändernde Wirkung.
     Gott bietet uns seinen Geist zu einem bestimmten Zweck an. Er ist das Mittel, durch das wir an Gottes Macht teilhaben können, an seiner Einstellung und seinem Denken. Gottes Geist hat den Zweck, unser Leben zu verwandeln durch die Erneuerung unseres Sinns (Titus 3, 5; Römer 12, 2). Wir werden eine neue Schöpfung, weil Gott uns ändert, indem er sein Gesetz in unsere Herzen und Sinne schreibt (Hebräer 8, 10).

 

Der Ursprung der Dreieinigkeitslehre

     Die universellste Lehre über die Natur Gottes unter bekennenden Christen ist die Lehrmeinung von der Dreieinigkeit Gottes. Diese Lehrmeinung wird gleichermaßen von Katholiken und Protestanten gelehrt. Es mag schockierend erscheinen, dass diese Lehre nicht in der Bibel zu finden ist!
     Im zweiten und dritten Jahrhundert gab es nicht nur eine falsche Lehre bezüglich der Natur Gottes, sondern gleich mehrere sich widersprechende. Lassen Sie uns diejenige, die letztendlich die Oberhand gewann und dann als die orthodoxe katholische Sichtweise akzeptiert wurde, näher betrachten. Die evangelische Lehre bezüglich dieses Sachverhalts stammt von der Lehre früherer katholischer Theologen.
     Die Grundlage orthodoxer Lehre zur Dreieinigkeit ist nicht in biblischen Texten zu finden, sondern in griechischen philosophischen Schriften. Das Römisch-katholische neue theologische Wörterbuch macht eine Anzahl offener Zugeständnisse in dieser Sache. Bezüglich der biblischen Lehre über die Natur des heiligen Geistes wird im Artikel „Dreieinigkeit" anerkannt: „Als solcher ist der Geist niemals das ausdrückliche Objekt neutestamentlicher Anbetung, noch ist der Geist in neutestamentlichen Abhandlungen jemals als in einer interpersonalen Weise mit dem Vater und dem Sohn kommunizierend dargestellt."
     Im weiteren Verlauf des Artikels räumen moderne katholische Gelehrte im Rahmen einer Diskussion zum Hintergrund orthodoxer Lehre zur Dreieinigkeit, heidnische Einflüsse auf ihre Theologie ein:

     „Christen, ... vertraut mit der damals dominierenden Philosophie des Mittel-Platonismus, ergriffen die Gelegenheit, die christliche Botschaft zu verkünden und in einer Gedankenform zu erklären, die für die gebildete Klasse der weit ausgebreiteten hellenistischen Gesellschaft bedeutungsvoll war ... zuversichtlich, dass der Gott, welchen sie [heidnische, griechische Philosophen] predigten, der Vater Jesu Christi war und die Erlösung, die sie verkündigten, diejenige von Jesus war, übernahmen die Verteidiger viel von der hellenistischen Weltanschauung ..." (Seite 1054).

     Tertullian und Origenes, zwei katholische Theologen, hatten ihre Blütezeit im letzten Teil des zweiten und zu Beginn des dritten Jahrhunderts. Beide wurden weit mehr als hundert Jahre nach der an Pfingsten stattgefundenen Gründung der neutestamentlichen Kirche geboren. Sie legten das Fundament katholischer (und später protestantischer) Lehre zur Dreieinigkeit und der Natur Gottes – nicht die Apostel des Neuen Testaments wie Petrus, Paulus und Johannes.
     Gott wird nirgendwo in der Bibel als Dreieinigkeit beschrieben. Vielmehr offenbart die Bibel die Wahrheit einer göttlichen Familie, die ihren Namen von Gott dem Vater erhält, d.h. die Familie Gottes (Epheser 3, 14-15), in die wir Menschen letztendlich bei der Auferstehung hineingeboren werden können (Römer 8, 16-17).

 

Lektion 5, Teil 2

Ist der heilige Geist die „dritte Person" in einer „Dreieinigkeit"?

     Im traditionellen Christentum herrscht eine sehr populäre Lehre vor, die Gott als Dreieinigkeit darstellt. Diese Lehre personifiziert den heiligen Geist und präsentiert den Geist als separate Persönlichkeit, dem Vater und Christus ebenbürtig. Seit vielen Jahrhunderten spielt die Dreieinigkeitslehre eine entscheidende Rolle in der Definition des „orthodoxen" Christentums. Es gab Exkommunikationen, Schismen und richtige Kriege, die um diese besondere Lehre ausgefochten wurden.
     Die Natur des heiligen Geistes ist nicht etwas, das durch Prälate, altertümlich oder modern, bestimmt werden kann. Dies ist nicht lediglich eine Frage, die ein für alle Mal durch die Meinungen von Gelehrten und Theologen geklärt werden kann. Es gibt jedoch eine Quelle zuverlässiger Information zu diesem Thema. Diese Quelle ist die direkte biblische Offenbarung über die Natur des heiligen Geistes. Sehen Sie selbst, was die Bibel zu diesem wichtigen Thema offenbart:

  1. Wird der heilige Geist jemals mit Atem oder Wind verglichen? Johannes 20, 22; Apostelgeschichte 2, 1-4. (Anmerkung: Das griechische Wort pneuma, das im Neuen Testament als Geist übersetzt wird, bedeutet buchstäblich Atem oder Wind).
  2. Wird der heilige Geist je mit Wasser verglichen? Johannes 4, 10-11.14; 7, 37-39.
  3. Wird uns gesagt, dass der Geist fließt und dass er ausgegossen werden kann? Johannes 7, 38; Jesaja 32, 15; Apostelgeschichte 2, 17-18.
  4. Wird von dem Geist jemals gesagt, dass er in bestimmten Anteilen gegeben wird? 2. Könige 2, 9.
  5. Hat Jesus Christus den Geist nach Maß empfangen? Johannes 3, 34. Spricht die Bibel gelegentlich von Gottes Dienern als vom Geist gefüllt? Apostelgeschichte 4, 31.
  6. Ist der heilige Geist das Mittel oder die Kraft, wodurch Gott der Vater Jesus Christus in der Jungfrau Maria gezeugt hat? Lukas 1, 34-35. Wird der heilige Geist an dieser Stelle mit Gottes Kraft verglichen?
  7. Verweist der Apostel Paulus jemals auf den heiligen Geist als ein individuelles Mitglied der Gottheit in der gleichen Weise, wie er auf Gott den Vater und Jesus Christus verweist? Siehe Römer 1, 7; 1. Korinther 1, 3; 2. Korinther 1, 2; Galater 1, 3; Epheser 1, 2; Philipper 1, 2; Kolosser 1, 2; 1. Thessalonicher 1, 1; 2. Thessalonicher 1, 1-2; 1. Timotheus 1, 1-2; 2. Timotheus 1, 1-2; Titus 1, 4; Philemon 3.
  8. Johannes war der letzte der Apostel, der schrieb; er schrieb seine Bücher gegen Ende des ersten Jahrhunderts. Verwendete er eine Dreieinigkeitsformel, um auf Gott zu verweisen, oder definierte er Gott als aus dem Vater und dem Sohn bestehend? 1. Johannes1, 3; 2. Johannes 3.
  9. Ist Gottes Geist die Kraft oder Macht, durch die er erschafft? Psalm 104, 30.
  10. Ist der heilige Geist die Macht, durch welche Gott mit den Gedanken von Menschen arbeitet? 1. Mose 6, 3; 1 Korinther 2, 10-12.

 

Lektion 5, Teil 3

Die prähistorische Existenz Jesu Christi

     In Matthäus 16, 13 fragt Jesus Christus seine Jünger: „Was sagen die Leute, dass der Menschensohn sei?" Wie die Antworten, die ihm die Jünger gaben, aufzeigen, wussten es die Leute nicht und die meisten wissen es heute, nahezu 2000 Jahre später, noch immer nicht. Existierte Jesus Christus wirklich, bevor er als menschliches Wesen zur Erde kam? Falls ja, was tat er und wo war er? War er lediglich eine „Idee" oder ein „Gedanke" im Inneren von Gottes Sinn?
     Es gab und gibt sehr viele Ideen über Jesus Christus. Die meisten Menschen haben ihre eigene Meinung, aber was sagt die Bibel wirklich?

  1. Existierte Jesus Christus bereits von Anfang an mit Gott dem Vater? Johannes 1, 1-3.14.
  2. Wird Jesus Christus als das Instrument der Schöpfung offenbart? Kolosser 1, 16-17; Hebräer 1, 1-2.
  3. Hat Christus vor Abraham existiert? Johannes 8, 58. Sah er buchstäblich, als Satan vom Himmel herunterfiel? Lukas 10, 18.
  4. Hat der Gott Israels seinem Volk jemals erlaubt, seine Stimme zu hören, 2. Mose 20, 1-3; 19; 22. War es Gott der Vater, den Israel die 10 Gebote mit donnernder Stimme verkünden hörte oder war es derjenige, der später Jesus Christus wurde? Johannes 5, 37.
  5. Hat jemals ein Mensch Gott den Vater gesehen? Johannes 1, 18; 5, 37; 1. Johannes 4, 12. Hat der Gott Israels sich jemals manifestiert? 1. Mose 18, 1-2 und 13-14; 2. Mose 24, 9-11.
  6. War Christus tatsächlich derjenige, der mit dem altertümlichen Israel in Verbindung stand? War er der Gott Israels? 1. Korinther 10, 1-4.
  7. Lebten Christus und der Vater gemeinsam in Herrlichkeit vor der Schöpfung des physischen Universums? Johannes 17, 5. Wie war diese Herrlichkeit? Matthäus 17, 2; vgl. Offenbarung 1, 13-18.

Wer war Melchisedek?

     Im ersten Buch Mose werden wir einer geheimnisvollen Figur vorgestellt, der Abraham begegnete und welcher er den Zehnten gab. Wer war diese Persönlichkeit und welche Beziehung besteht zu Jesus Christus im Neuen Testament? Die schlichte Wahrheit ist einfach, jedoch überaschend.

  1. Was lernen wir über Melchisedek, wenn wir in 1. Mose 14, 18-20 zum ersten Mal mit ihm bekannt gemacht werden? (Anmerkung: Das Wort Salem, hebräisch shalem, bedeutet „Friede." Die meisten Bibelgelehrten sind sich einig, dass außerdem ein Verweis auf Jerusalem besteht).
  2. Was bedeuten der Name und Titel Melchisedeks? Hebräer 7, 2.
  3. War Melchisedek größer als Abraham? Hebräer 7, 4; 6-7.
  4. Hatte Melchisedek Eltern beziehungsweise einen Anfang und ein Ende? Hebräer 7, 3.
  5. Ist Christi Auftrag heute als unser Hohepriester eine Fortsetzung der Priesterschaft Melchisedeks? Kann derjenige, der Abraham als Melchisedek erschien, jemand anderes als Jesus Christus selbst sein? Hebräer 7, 8; 14-17.21-25.

 

Wer war Jesus von Nazareth wirklich?

     Jesus, der während der letzten Monate unter der Herrschaft Herodes’ des Großen in Bethlehem geboren wurde und unter der Verwaltung von Pontius Pilatus außerhalb der Stadtmauern Jerusalems gekreuzigt wurde, war kein gewöhnlicher Mann. Er war nicht lediglich ein „guter Mensch" oder sogar ein Prophet. Er war nichts weniger als Immanuel, Gott mit uns!
     Während für viele Jahrhunderte große Verwirrung bezüglich der Herkunft und Natur desjenigen, den wir als Jesus Christus von Nazareth kennen, vorherrschte, äußert sich die Bibel sehr klar zu diesem Thema. Wenn wir einfach das nehmen, was in den Seiten der Schrift offenbart ist, unabhängig von den Theorien der Menschen, werden wir Klarheit und Verständnis erzielen.
     In Johannes 1, 1-3 wird uns eine sehr fundamentale Erklärung darüber gegeben, wer Jesus von Nazareth war. „Am Anfang," schreibt Johannes, „war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist." Johannes erklärt in Vers 14: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit." Am Anfang des Johannesevangeliums werden wir zwei Persönlichkeiten vorgestellt, die als Gott und das Wort identifiziert werden. Die in Vers 1 als „Gott" bezeichnete Persönlichkeit, mit welcher das Wort zusammen war, ist in Vers 14 als der Vater identifiziert. Der Vater und das Wort zusammen konstituieren Gott.
     Seit Ewigkeit hat Christus größte Macht und Herrlichkeit besessen, die er mit seinem Vater geteilt hat. In der letzten Nacht seines menschlichen Lebens, unmittelbar vor seiner Festnahme und darauf folgenden Kreuzigung, betete er zum Vater: „Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war" (Johannes 17, 5). Obwohl Christus seit Ewigkeit mit dem Vater unglaubliche Macht und Herrlichkeit geteilt hatte, entledigte er sich dieser freiwillig, um unser Erlöser zu werden. Paulus erklärte in Hebräer 2, 14-18: „Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hat auch er’s gleichermaßen angenommen, damit er durch seinen Tod die Macht nähme dem, der Gewalt über den Tod hatte, nämlich dem Teufel, und die erlöste, die durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben Knechte sein mussten. Denn er nimmt sich nicht der Engel an, sondern der Kinder Abrahams nimmt er sich an. Daher musste er in allem seinen Brüdern gleich werden, damit er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu sühnen die Sünden des Volkes. Denn worin er selber gelitten hat und versucht worden ist, kann er helfen denen, die versucht werden." Der eine, der seit Ewigkeit mit dem Vater in Macht und Herrlichkeit existiert hat, entledigte sich dieser Macht und Herrlichkeit und wurde als kleines, hilfloses menschliches Baby in diese Welt hineingeboren.
     Gott der Vater begann durch die Macht seines heiligen Geistes einen Prozess, den wir nicht vollständig ergründen können. Eine Eizelle in Marias Gebärmutter wurde übernatürlich zu einer befruchteten Eizelle und begann, zu wachsen und sich zu einem Embryo zu entwickeln (Lukas 1, 31 und 34-35). Die Persönlichkeit, die seit ewigen Zeiten mit dem Vater als mächtiges, verherrlichtes Geistwesen existiert hat, gab zu diesem Zeitpunkt freiwillig diesen Status auf, um völlig Mensch zu werden, jedoch von Anfang an mit Gottes heiligem Geist gefüllt. Die Schrift lehrt uns, dass völlig Mensch zu sein bedeutet, einen Geist im Menschen zu besitzen (Hiob 32, 8), welcher den menschlichen Sinn vom Gehirn eines Tieres unterscheidet (1. Korinther 2, 11).
     Die Geistkomponente des Kindes, das in Marias Leib wuchs, beinhaltete den „Abdruck" von Individualität, Charakter, Persönlichkeit und sogar Erinnerungen des prä-existierenden Wortes vor seiner Menschwerdung. Als er wuchs und reifte, begann das „vor-menschliche" Wissen zurückzukehren (Lukas 2, 46-52). So erinnerte er sich zum Beispiel daran, Satan vom Himmel fallen gesehen zu haben (Lukas 10, 18) und er erinnerte sich an die Einstellung und den Charakter seines Freundes Abraham (Johannes 8, 56-58). Im Alter von 30 Jahren, als er physisch, mental und emotional reif war, begann er sein öffentliches geistliches Amt. Nach dreieinhalb Jahren des Predigens, Lehrens und guter Werke wurde er festgenommen, als Verbrecher verurteilt und auf furchtbare Weise hingerichtet. In seinem Tod zahlte er die ultimative Strafe für Sünde.
     Drei Tage und drei Nächte später (Matthäus 12, 40) kam er aus seinem Grab, um niemals mehr zu sterben! Vierzig Tage später fuhr er auf, zurück zum Vater in der Höhe (Apostelgeschichte 1, 1-3). In diesem Moment bereitet er sich auf seine Rückkehr zu dieser Erde vor, nicht in schwachem, menschlichem Fleisch, sterblich, sondern als König der Könige und Herr aller Herren.
     Er war wahrhaftig unser Erlöser und Messias; er war Immanuel. Fleisch und Blut ja, aber kein gewöhnlicher Mann. Er war „Gott mit uns." Er entledigte sich seiner großen Herrlichkeit, um unser Erlöser zu werden und er wurde wieder zu Herrlichkeit erhoben durch die Macht des Vaters, damit er unser täglicher Fürsprecher und bald kommender König werden konnte. Der Apostel Paulus drückte es wie folgt aus: „Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt" (2. Korinther 5, 21).

 

Lektion 5, Teil 4

Attribute Gottes

     Wie wir bisher gesehen haben, kann man Gott kennen, denn er hat entschieden, sich selbst zu offenbaren. Er erzählt uns nicht nur, wer er ist, sondern auch, wie er ist. Was für einen Charakter hat Gott? Ist er ein harter, strenger Richter, oder ist er ein Wesen großer Liebe und Barmherzigkeit? Ist dieselbe Natur im Alten und Neuen Testament offenbart, oder gibt es Unterschiede?
     Was ist Gottes Anteilnahme an der heutigen Welt und unseren Leben? Besitzt Gott Wissen über künftige Weltereignisse? In diesem Teil von Lektion 5 werden wir die Attribute und Charaktereigenschaften Gottes im Einzelnen untersuchen. Wenn wir sorgfältig untersuchen, was Gott über sich selbst in seinem Wort offenbart, wird er für uns nie mehr der „unbekannte Gott" sein.

  1. Was ist Gottes fundamentalste Charaktereigenschaft? 1. Johannes 4, 8.
  2. Was ist die größte Manifestation von Gottes Liebe für uns? Römer 5, 8; Johannes 3, 16.
  3. Möchte Gott eine besondere Beziehung mit uns aufbauen? Woraus besteht diese Beziehung? Johannes 4, 23; Römer 8, 15.
  4. Welche Einstellungen und Handlungen sind geliebt beziehungsweise gehasst von Gott? Psalm 45, 7. Was ist Gottes Einstellung gegenüber den Gottlosen? Möchte er, dass sie sterben? Hesekiel 33, 11; 18, 23.
  5. Ist Gott ein Gott großer Barmherzigkeit? Psalm 103, 8; 145, 8-9. Wem wird er seine große Gnade zukommen lassen? Psalm 103, 11 und 17.
  6. Ist Gott außerdem ein Gott der Gerechtigkeit, Jesaja 30, 18, oder des Gerichts? Maleachi 3, 1 – 5.
  7. Was wird denen geschehen, die sich weigern, ihre Sünden zu bereuen und sich von Gott regieren zu lassen? Psalm 145, 20.
  8. Wem gibt Gott seine besondere Aufmerksamkeit? Jesaja 57, 15; 66, 2.
  9. Weiß Gott die Zukunft von vorneherein? Jesaja 46, 9-11; Matthäus 24, 36; Apostelgeschichte 1, 7.
  10. Regiert Gott über Nationen und bestimmt Aufstieg und Untergang großer Reiche und Nationen von vorneherein? Daniel 4, 32; Apostelgeschichte 17, 26.
  11. Hält Gott seine Versprechen? Psalm 119, 89-90; Hebräer 10, 23. Kann sein Wort gebrochen werden? Johannes 10, 35 (letzter Teil).
  12. Kann man mit Gott rechnen, dass er die Bedürfnisse seines Volkes stillt? Matthäus 6. 31-33; Psalm 103, 1-5.
  13. Welches ist eine wesentliche Qualität, die wir haben müssen, wenn wir Gott auf eine Weise folgen, die ihm wohl gefällt? Hebräer 11, 6. (Anmerkung: Für eine interessante Auflistung biblischer Figuren, die Gott durch ihren Glauben wohl gefielen, lesen Sie das gesamte elfte Kapitel des Hebräerbriefes.)
  14. Ist Gott geduldig? Psalm 86, 15. Wartet Gott ewig, um einzugreifen, oder hat er einen Zeitrahmen für seinen Plan? 2. Petrus 3, 3-9.
  15. Ist Gott allmächtig und hat unbegrenzte Weisheit? Psalm 147, 4-5; Matthäus 28, 18; Sprüche 2, 6; Hiob 42, 1-2.

Erfüllte Prophezeiungen – Beweis für einen realen Gott

     Viele Bibelgelehrte dieser Welt missachten die Realität erfüllter Prophezeiungen. Der Grund: Für sie ist Gott einfach nicht real! Sie sind nicht in der Lage, die absolute Realität eines allmächtigen Schöpfergottes, wie in der heiligen Schrift offenbart, völlig zu begreifen. Wie genau funktioniert die Macht Gottes? Wie kann er die Zukunft voraussehen? Wie arrangiert Gott die Bestimmung von Nationen?
     Der reale Gott, offenbart in Ihrer Bibel, übt vollkommene Macht und Kontrolle über Nationen und Personen aus. Machtinhaber dieser Welt mögen glauben, ihre Welt zu kontrollieren, aber Gott weiß es anders: „... er gibt die Fürsten preis, dass sie nichts sind, und die Richter auf Erden macht er zunichte" (Jesaja 40, 23).
     Wie kann Gott über Ereignisse, die sich Hunderte oder Tausende von Jahren in der Zukunft ereignen sollen, im Voraus prophezeien? Er versteht die menschlichen Wesen, die er erschuf – und er erschuf die Welt, in der sie leben! Um mehr zu diesem Thema zu erfahren, fordern Sie unsere kostenlose Broschüre Der wahre Gott – Beweise und Verheißungen an. Gott ist der Schöpfer der physischen und geistlichen Gesetze, die das Universum beherrschen. Man kann nicht das Universum kennen, ohne Gott zu kennen. Gott kennt die Menschheit besser als sie sich selbst kennt.
     Unmittelbar, nachdem Gott dem Israel im Altertum durch Mose die Einzelheiten seines Gesetzes gab, sprach er zu Mose: „Siehe, du wirst schlafen bei deinen Vätern, und dies Volk wird sich erheben und nachlaufen den fremden Göttern des Landes, in das sie kommen, und wird mich verlassen und den Bund brechen, den ich mit ihm geschlossen habe. Da wird mein Zorn entbrennen über sie zur selben Zeit, und ich werde sie verlassen und mein Antlitz vor ihnen verbergen, so dass sie völlig verzehrt werden. Und wenn sie dann viel Unglück und Angst treffen wird, werden sie sagen: Hat mich nicht dies Übel alles getroffen, weil mein Gott nicht mit mir ist?" 5. Mose 31, 16-17).
     Da Gott solch tief greifende Kenntnis und Einsicht über uns hat, kann er autoritativ vorhersagen, was die grundlegenden Konditionen von Menschen und Nationen in der Zukunft sein werden. Durch geschickte Manipulation von äußeren Umständen wie Klima, menschliche Führerschaft und anderem, kann Gott spezifische Prophezeiungen bis hin zu erstaunlich minutiösen Einzelheiten erfüllen.
     Ein Beispiel seines göttlichen Eingreifens ist die bemerkenswerte Geschichte Cyrus des Großen, König des persischen Reichs. Erstaunlicherweise inspirierte Gott den Propheten Jesaja, Cyrus’ Taten zu beschreiben und bei Namen zu nennen nahezu zwei Jahrhunderte, bevor Cyrus geboren wurde!
     Ungefähr im Jahr 740-720 v.Chr. schrieb Jesaja unter göttlicher Inspiration: „Mein Hirte! Er soll all meinen Willen vollenden und sagen zu Jerusalem: Werde wieder gebaut! und zum Tempel: Werde gegründet! So spricht der HERR zu seinem Gesalbten, zu Cyrus, den ich bei seiner rechten Hand ergriff, dass ich Völker vor ihm unterwerfe und Königen das Schwert abgürte, damit vor ihm Türen geöffnet werden und Tore nicht verschlossen bleiben ..." (Jesaja 44, 28; 45, 1).
     Heute sagen viele Gelehrte, dass diese Schriftstellen im Buch Jesaja zeitgleich mit den Ereignissen, die sie beschreiben, geschrieben worden sein müssen. Sie verneinen, dass Jesaja 200 Jahre vor ihrer Erfüllung eine Prophezeiung schrieb. Auf welcher Grundlage verneinen sie dies? Sie haben keine Fakten, die diese Annahme unterstützen würde – lediglich einen Mangel an Glauben, dass Gott der Allmächtige ist, der wirklich in menschliche Angelegenheiten eingreift!
     Lassen Sie uns sehen, was Historiker über die Ereignisse um 539 v. Chr. wissen, als Cyrus Babylon eroberte, die „unbezwingbare" Festungsstadt, die weltweit für ihre Macht bekannt war. Außer Stande, die massiven Stadtmauern um Babylon zu überwinden, die so viele andere Angreifer abhielten, leiteten Cyrus’ Männer den Fluss Euphrat um, welcher normalerweise unter der Stadtmauer hindurch und durch die Stadt floss. Nachdem der Wasserstand des Flusses gesenkt war, sandte Cyrus Soldaten unter der Stadtmauer in die Stadt, welche offensichtlich die massiven Tore entriegelten. Cyrus und seine Männer griffen die Stadt auf eine völlig unerwartete Weise an und nutzten das Überraschungsmoment zur Überwältigung der Babylonier.
     War Gott überrascht? Nein. Er beschrieb beinahe 200 Jahre zuvor wie ein Führer, genannt „Cyrus" große Könige überwinden wird, indem „vor ihm Türen geöffnet werden und Tore nicht verschlossen bleiben ..." (Jesaja 45, 1).
     Wenig später erließ Cyrus die Anweisung, den Juden zu erlauben, freiwillig in ihre Heimat und nach Jerusalem zurückzukehren. Und – in einer weiteren bemerkenswerten, erfüllten Prophezeiung – wies er sie an, den Tempel wieder aufzubauen (Esra 1, 2-4; 6, 2-5).
     Der großartige Gott der Bibel ist der Schöpfer des Universums und er hat höchste Souveränität und Macht. Er legt in der Bibel einen wunderbaren Meisterplan dar, welchen er verwirklichen wird bis hin zum letzten Detail. Wahrhaftig, Gott verkündigt von Anfang an, was hernach kommen soll (Jesaja 46, 10)!