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Lektion 6 - Wozu sind Sie geboren?

Die Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang
ChefredakteurRoderick C. Meredith
RedaktionsdirektorRichard F. Ames
RedaktionWilliam Bowmer
Gary F. Ehman
AutorenJohn H. Ogwyn
Daniel Hall
Grafische GestaltungDonna Prejean
AuflageWayne Pyle
Fred Dattilo

 


 

Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang hat keinen Bezugspreis. Seine Verbreitung wird durch Zehnten und Opfer der Mitglieder der Living Church of God und anderer ermöglicht, die freiwillig Mitarbeiter im Werk der Verkündigung von Gottes wahrem Evangelium an alle Nationen wurden.

Alle Bibelzitate in dieser Lektion sind, sofern nicht anders vermerkt, der revidierten Lutherübersetzung von 1984 entnommen

Copyright © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.

Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang wird herausgegeben von der

Living Church of God
16935 W. Bernardo Dr., Suite 260
San Diego CA, 92127, USA.
Copyright © 2003 Living Church of God ®. Alle Rechte vorbehalten.

 

     Briefe an den Herausgeber...

     „Ich bin nun seit 25 Jahren in Gottes Kirche, aber lerne trotzdem noch Dinge aus diesem Bibelfernlehrgang, die ich bisher nicht gewusst habe. Ich schätze besonders die Auswahl der offenbar ‚perfekt’ passenden Schriftstellen zu der jeweiligen Fragestellung. Alle Fragen und Antworten fügen sich in jedem Abschnitt so genau zusammen; wenn man die Schriftstellen nachschlägt, erkennt man, wie vollständig sie die Fragen beantworten und belegen. Es ist ein zufriedenstellendes Gefühl, wieder einmal so eine ‚klare Wahrheit’ zu studieren! Ich weiß, dass ich an Erkenntnis wachse; ich bete nur, dass ich auch darin wachse, dieses Wissen anzuwenden."

D.R., Williamson, South Carolina, USA

 

     „Die erste Lektion des Bibelfernlehrgangs hat mir bereits sehr gut gefallen. Ich glaube, er erreicht wirklich den hohen Standard, der durch Herbert W. Armstrong gesetzt wurde. Gut gemacht! Ich hatte die Möglichkeit, einem meiner Kollegen, der ein echtes Interesse daran ausgedrückt hat, was die Bibel lehrt, ein Exemplar der ersten Lektion zu geben. Er ist sehr beeindruckt von dem Inhalt und der Qualität der ersten Lektion und will nun mehr lernen. Also ich ihm von der Bedeutung Jakobs heute und von dem, was auf uns zukommt, erzählte, antwortete er, dass dies sehr einleuchtend für ihn sei. Wir hatten einige tiefgründige Gespräche. Machen Sie weiter so!"

S.F., Ottawa, Ontario, Kanada

 

     „Ich wollte Ihnen nur danken für die Bereitstellung eines Bibelfernlehrgangs, der so interessant, lehrreich und informativ ist. Gottes grundlegende Wahrheiten und seine Lebensweise waren immer verfügbar, wenn jemand diese mit einem offenen Sinn und einer Einstellung des Gebets suchte. Dennoch macht Ihre frische und direkte Präsentation von Gottes Plan für die Menschheit diese für alle diejenigen noch lebensnaher, die gerade die Grundlage der Erkenntnis für sich entdecken, und gibt denjenigen, die seit Jahren die Bibel studieren, noch neue Perspektiven. Ob er als Offenbarung oder als Wiederholung angesehen wird, danke für diesen wunderbaren Bibelfernlehrgang."

B.G., Menasha, Wisconsin, USA

 

Ich würde gerne Ihren Bibelfernlehrgang erhalten. Ich bin Mitglied einer Bibelstudiengruppe, aber diese hat keine weiteren Lektionen und sie haben verzweifelt versucht, welche in einem christlichen Buchladen zu finden, doch vergeblich. Nachdem ich Ihre Publikationen gelesen habe, gebe ich sie weiter an unseren Pastor, der sie liest und sie dann in der Kirche lässt, damit die Gemeinde sie lesen kann. Ich hoffe, Sie schicken mir weiterhin alles über das Wort Gottes.

E.H., Melvin, Kentucky, USA

 

Wozu sind Sie geboren?

     Warum leben wir auf dieser Erde? Eine Vielzahl von Antworten wurde seit vielen Jahrhunderten und Jahrtausenden gegeben. Philosophen, Religionsgelehrte und Wissenschaftler haben alle ihre jeweils eigenen Ideen vertreten.
     Die moderne, wissenschaftliche Ansicht ist, dass sich der Mensch lediglich als die höchste Lebensform entwickelt hat. Nach dieser Ansicht ist der Mensch eine nur auf der Materie begründete Lebensform. Nach der Evolutionswissenschaft hat das Leben keinerlei über das physische Leben hinausgehenden Sinn und Zweck. Der Mensch ist nur eine momentane Erscheinung, ein kurzes Aufblitzen im Rahmen der kosmischen Zeit.
     Die traditionelle religiöse Ansicht hat den Menschen als eine unsterbliche Seele dargestellt, die in einem physischen Leib eingeschlossen ist. Diese Idee war seit der Antike im Heidentum vorherrschend. Die Pyramiden aus dem alten Ägypten sind ein Zeugnis für den Glauben der Pharaos, dass deren unsterbliche Seelen nach dem Begräbnis bewusst weiter existieren. Dieselbe Idee findet in den Bestattungsriten auf allen bewohnten Kontinenten Bestätigung.
     Der griechische Philosoph Plato machte die Idee einer unsterblichen Seele in seinen Werken populär. Solche Ideen übten auch einen starken Einfluss auf viele jüdische Intellektuelle während der hellenistischen Periode (331 – 164 v.Chr.) aus. Frühe christliche Denker des zweiten, dritten und vierten Jahrhunderts n.Chr. nahmen Platos Ideen nicht nur durch ihre hellenistisch-jüdischen Vorgänger auf, sondern auch durch Plotinus, einen Neo-Platoniker, der mit seinen Gedanken Origenes, Tertullian und Justinian den Märtyrer beeinflusste. Die Idee, dass der Mensch eine unsterbliche Seele ist, zieht sich durch viele philosophische und heidnisch-religiöse Vorstellungen.
     Geistliche Wahrheiten entstehen jedoch nicht durch Ideen von Menschen. Die Wahrheit in diesem Bereich kann nicht durch wissenschaftliche Experimente und Theorien, philosophische Spekulationen oder religiöse Ideen von Menschen abgeleitet werden. Die einzige verlässliche Quelle für ein Verständnis dessen, wer und was der Mensch ist, ist die Offenbarung des allmächtigen Gottes, die uns in seinem Wort, der heiligen Schrift, erhalten ist.
     Wenn der Mensch eine unsterbliche Seele wäre, dann müsste diese Seele nach dem Tod irgendwo hingehen. Der Himmel, die Hölle, das Fegefeuer, das Paradies, Limbus Patrum und Limbus Infantum sind alles Orte, die von vielen aufrichtigen Menschen als Aufenthaltsorte für zumindest einige Seelen nach dem Tod beschrieben wurden. Finden wir diese Ideen in der Bibel?
     Viele religiöse Menschen glauben dies. Die populäre Idee ist, dass der Himmel der Lohn für die Erretteten ist. Bekennende Christen werden oft auf Beispiele in der Bibel hinweisen, wie das Gleichnis von Lazarus und dem reichen Mann oder den Bericht über Elia, der in einem Wirbelwind emporgehoben worden ist, um zu beweisen, dass diejenigen, die Gott gefallen, nach dem Tod in den Himmel aufsteigen. Viele, insbesondere strenggläubige Menschen, betonen auch die Existenz einer ewig brennenden Hölle als Aufenthaltsort von bösen Toten, obwohl andere bekennende Christen nicht glauben, dass ein liebender Gott sich jemals einen so grausamen Ort der Qualen ausdenken würde.
     Was geschieht wirklich nach dem Tode? Können Sie es aus der Bibel beweisen? Und was ist das Heil? Werden diejenigen, die das Heil erlangt haben, zu einer Art Engel, wenn sie gestorben sind? Diese Idee wurde durch einschlägige Fernsehsendungen und Filme populär. Wird das Leben nach dem Tode einen wirklichen Sinn und Zweck haben, oder werden wir nur irgendwo dahinschweben? Die Antworten der Bibel könnten Sie schockieren!
     Heute haben sogar viele, die sich selbst als Christen bezeichnen, bestimmte Lehren der New Age Bewegung über Reinkarnation und Seelenwanderung übernommen. Diese Ideen wurden dem Buddhismus und Hinduismus entlehnt und flossen im 19. Jahrhundert schrittweise in den westlichen Kulturkreis ein. Finden diese eine Bestätigung in der Bibel?
     Die Wahrheit ist, dass fast niemand wirklich die Antwort auf die Frage versteht, was der Mensch ist und warum er auf diesem Planeten lebt. Man kennt weder den Zustand der Toten noch den Zweck der menschlichen Existenz. Kennen Sie ihn? In dieser Lektion werden wir die klaren biblischen Lehren zu diesem Thema untersuchen!

 

Lektion 6, Teil 1

Sind Sie eine unsterbliche Seele?

     Ist der Mensch eine unsterbliche Seele? Beinahe alle Religionen und sicherlich die meisten bekennenden Christen würden darauf mit einem überzeugten „ja" antworten! Die Bibel spricht eindeutig von einer „Seele," aber was sagt sie darüber? Was offenbart die Bibel wirklich über die dem Menschen innewohnende Natur?
     Die Bibel spricht auch von der Auferstehung der Toten. Warum ist diese notwendig, wenn diejenigen, die gestorben sind, schon bei Bewusstsein sind und sich schon an dem Ort aufhalten, der ihnen für die Ewigkeit bestimmt ist? Wenn man wirklich einmal darüber nachdenkt, so sind die Lehren von der Unsterblichkeit der Seele und von der Auferstehung der Toten nicht miteinander vereinbar.

  1. Ist die Seele etwas Unsterbliches? Können Seelen sterben? Hesekiel 18, 4.20 (rev. Elberfelder Übersetzung und Schlachter-Übersetzung).
  2. Was passierte, als Gott seinen Odem in Adam blies? 1. Mose 2, 7 (Beachten Sie: Das hebräische Wort nephesh wird im Deutschen mit „lebendiges Wesen" oder „Seele" übersetzt. Dasselbe Wort findet sich in 1. Mose 1, 21 und 24 [„lebendiges Getier"]. Das hebräische nephesh bedeutet wörtlich „tierisches Leben." Und bezieht sich auf ein physisches, d nicht auf ein geistliches Leben. Also ist der Mensch, ein nephesh – eine physische Kreatur, aus Materie beschaffen und kann sterben).
  3. Wer ist das einzige Wesen, das Unsterblichkeit in sich trägt? 1. Timotheus 6, 16.
  4. Ist es ein Geschenk Gottes, für immer zu leben, und nicht etwas, das man als Mensch automatisch besitzt? Römer 6, 23 (Beachten Sie: Das Wort „ewige," das Paulus hier gebraucht, ist aionios – ohne Ende, nie aufhörend, für immer fortwährend).
  5. Ist Unsterblichkeit etwas, von dem Gott sagt, dass wir danach trachten sollen? Römer 2, 7.
  6. Wurde der erste Mensch zu einer lebendigen Seele gemacht? Heißt es, wenn Adam eine Seele war, dass er geistliches Leben innehatte, oder nur, dass er ein natürliches, physisches Leben besaß? 1. Korinther 15, 45-46.
  7. Sind wir von Natur aus wie Adam? 1. Korinther 15, 47. Können wir so werden, wie Jesus Christus? Siehe Vers 49.
  8. Was ist unsere Hoffnung als Menschen? Ist es die Auferstehung von den Toten? 1. Korinther 15, 19-21.
  9. Werden wir in der Auferstehung einen Leib haben? 1. Korinther 15, 35-38. Aus was wird dieser bestehen? Siehe Vers 44.
  10. Wissen die Toten etwas, solange sie sich im Grab befinden? Prediger 9, 5.
  11. Vergleicht die Bibel den Tod mit Schlaf? 1. Thessalonicher 4, 14-16.
  12. Spricht die Bibel von einer Zeit, in der die Toten „aufwachen" werden? Daniel 12, 2.

 

Unsterblichkeit in der Bibel

     So unglaublich es auch klingen mag, die Worte „unsterbliche Seele" erscheinen an keiner Stelle in Ihrer Bibel, weder im Alten noch im Neuen Testament! Auch wenn die meisten religiösen Menschen es einfach als gegeben annehmen, dass sie eine unsterbliche Seele haben, so stammt diese Lehre doch nicht aus der Bibel. Das Wort „Unsterblichkeit" findet sich nur an drei Stellen in der Lutherbibel.
     Es gibt zwei verschiedene griechische Wörter, die im Neuen Testament gebraucht werden und sich auf Unsterblichkeit beziehen. Das zweite Wort wird in zwei Formen gebraucht. Wenn wir uns jedes dieser Worte in seinem Textzusammenhang ansehen, wobei die deutsche Übersetzung manchmal ein Synonym verwendet, so werden wir das Konzept der Unsterblichkeit aus biblischer Perspektive klarer verstehen. Wir werden sehen, dass Unsterblichkeit nicht etwas ist, das Menschen bereits automatisch besitzen, sondern dass sie vielmehr ein Geschenk Gottes ist. Er allein besitzt Unsterblichkeit und gibt sie denen, die zur Zeit der Auferstehung seine Kinder sind.

  • athanasia – Unsterblichkeit (abgeleitet von a, der negierenden Vorsilbe und thanatos, was Tod bedeutet).

Dieses Wort bezieht sich an zwei Stellen auf Menschen in der ersten Auferstehung:

1. Korinther 15, 53 – dies Sterbliche muss anziehen die Unsterblichkeit
1. Korinther 15, 54 – dies Sterbliche [wird anziehen] die Unsterblichkeit

An einer Stelle bezieht es sich auf Gott selbst:

1. Timotheus 6, 16 – der allein Unsterblichkeit hat

 

  • aphtharsia (als Hauptwort) – Unverweslichkeit (abgeleitet von a, der negierenden Vorsilbe und phthartos, was Verweslichkeit, Vergänglichkeit bedeutet).

An sechs Stellen bezieht sich dieses Wort auf eine Eigenschaft auferstandener Menschen, ermöglicht durch das Heil in Christus:

Römer 2, 7 – die [...] trachten nach Herrlichkeit, Ehre und unvergänglichem Leben [Unvergänglichkeit]

1. Korinther 15, 42 – [es] wird auferstehen unverweslich [Unverweslichkeit]
1. Korinther 15, 50 – auch wird das Verwesliche nicht erben die Unverweslichkeit
1. Korinther 15, 53 – dies Verwesliche muss anziehen die Unverweslichkeit
1. Korinther 15, 54 – dies Verwesliche [wird anziehen] die Unverweslichkeit
2. Timotheus 1, 10 – Christus Jesus, der […] das Leben und ein unvergängliches Wesen [Unvergänglichkeit] ans Licht gebracht hat

An zwei Stellen wird das Wort mit Unvergänglichkeit im Sinne einer ehrbaren, unveränderlichen Einstellung übersetzt:

Epheser 6, 24 – die lieb haben unsern Herrn Jesus Christus in Unvergänglichkeit
Titus 2, 7 – dich selbst aber mache zum Vorbild [...] mit Ehrbarkeit

 

  • aphthartos (als Adjektiv) – nicht verwesend, unvergänglich, daher unsterblich (abgeleitet von derselben Wurzel wie aphtharsia).

Dieses Wort wird an sieben Stellen gebraucht und bezieht sich entweder auf Gott, auf auferstandene Menschen, auf das Erbe, das die Heiligen erwartet, oder auf eine Charaktereigenschaft, die auf ewig besteht:

Römer 1, 23 – die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes
1. Korinther 9, 25 – wir aber einen unvergänglichen [Siegeskranz]
1. Korinther 15, 52 – die Toten werden auferstehen unverweslich
1. Timotheus 1, 17 – Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen
1. Petrus 1, 4 – zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe
1. Petrus 1, 23 – aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes
1. Petrus 3, 4 – im unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes

(Quelle: Englishman’s Greek Concordance, Zondervan Publishing)

 

Lektion 6, Teil 2

Kommen wir in den Himmel oder die Hölle?

     Die meisten christlichen Kirchen und viele andere Religionen lehren, dass Sie eine unsterbliche Seele besitzen, die in den Himmel oder die Hölle kommt, wenn Sie sterben. Wussten Sie, dass Ihr Neues Testament klar offenbart, wer zur jetzigen Zeit im Himmel ist? Was ist zum Beispiel mit dem Patriarchen Henoch, ist er dort? In Hebräer 11, 5 wird uns gesagt, dass Henoch „entrückt" worden sei, „damit er den Tod nicht sehe." Heißt das, dass er in den Himmel gekommen ist?
     Und vergessen wir nicht die Hölle. Die Bibel spricht von einem buchstäblichen Höllenfeuer. Was passiert mit denen, die dort hineingeworfen werden?

  1. War König David ein Mann nach Gottes Herzen? Apostelgeschichte 13, 22.
  2. Als Petrus seine Predigt am Pfingsttag hielt, 50 Tage nach Christi Auferstehung und zehn Tage nach seiner Himmelfahrt, war da König David in den Himmel aufgefahren oder war er noch immer im Grab und wartete auf seine Auferstehung? Apostelgeschichte 2, 34.
  3. Als der Apostel Johannes sein Evangelium schrieb, über 60 Jahre nach Christi Auferstehung, war da irgendjemand außer Christus in den Himmel aufgestiegen? Johannes 3, 13.
  4. Was ist der Lohn wahrer Christen, der in Offenbarung 5, 10 erwähnt ist?
  5. Ist es allen Menschen bestimmt, einmal zu sterben? Hebräer 9, 27.
  6. Sagt Paulus uns in Hebräer 11, 13, dass Henoch so wie Abel und Noah (Verse 4-5 und 7) im Glauben gestorben ist? Hat er bereits die Verheißungen Gottes erhalten? Hebräer 11, 13.39-40.
  7. Henoch wurde „entrückt," damit er den Tod nicht sehen solle. (Die Verwendung des Konjunktiv drückt den Bezug auf ein zukünftiges Ereignis aus. Henoch wandelte mit Gott, was ihn in Gottes Augen würdig machte, dem künftigen, zweiten Tod zu entkommen, der die unbelehrbar Bösen vernichten wird – siehe auch Johannes 8, 51). Spricht Offenbarung 20, 6 von einem „zweiten Tod"? Werden alle, die an der ersten Auferstehung teilhaben, letztlich „versetzt" bzw. entrückt? Kolosser 1, 13.
  8. Was wird mit den unbelehrbar bösen Toten geschehen? Offenbarung 20, 14-15. Zu welcher Zeit geschieht dies; nachdem das Millennium, die tausendjährige Herrschaft Christi auf Erden vollendet ist? Offenbarung 20, 4-6.14.
  9. Werden die Bösen auf ewig brennen oder werden sie einfach verbrannt? Maleachi 3, 19-21.
  10. Ist das Höllenfeuer, von dem Jesus sprach, etwas, das „Leib und Seele" zerstören kann? Matthäus 10, 28 (Beachten Sie: Das griechische Wort psyche, das mit Seele übersetzt ist, bezieht sich auf das Bewusstsein und die Persönlichkeit, das, was uns Individualität verleiht, also unser Potenzial für das ewige Leben).

 

Die Bibel beschreibt drei Himmel und drei Höllen!

     Wussten Sie, dass in den Seiten Ihrer Bibel drei verschiedene Himmel und drei verschiedene Höllen erwähnt sind? Es ist wahr! Die Bibel beschreibt auch, wo jeder einzelne dieser Orte liegt und wie er aussieht. Und wir können sogar wissen, wer jeden dieser Himmel und jede dieser Höllen bewohnt.
     Wie können wir die Antworten auf diese Fragen finden? Einfach, indem wir uns die verschiedenen hebräischen und griechischen Wörter ansehen, die als Himmel oder als Hölle in der Bibel übersetzt sind. Wenn wir uns ansehen, in welcher Weise diese Begriffe verwendet werden, so können wir erkennen, dass hier eindeutig verschiedene Dinge beschrieben werden, auch wenn wir im Deutschen dafür denselben Ausdruck gebraucht haben. Wir werden unsere Definitionen direkt der Bibel entnehmen, nicht aus der Art, wie die Heiden sie gebraucht haben oder aus den Ideen moderner Religionsgelehrter.
     Wussten Sie zum Beispiel, dass es drei völlig verschiedene griechische Wörter gibt, die alle mit „Hölle" übersetzt wurden? Und vielen ist auch nicht bewusst, dass das hebräische Wort für Himmel im Alten Testament immer im Plural verwendet wird. Beachten Sie, was Ihre Bibel über die verschiedenen Himmel und die verschiedenen „Höllen" offenbart.

  • Der erste Himmel: Dieser wird auch als Firmament bezeichnet. Das ist der Himmel, in dem die Vögel fliegen und aus dem heraus die Wolken Regen geben. Hier einige Beispiele:

    1. Mose 1, 26 – über die Vögel unter dem Himmel
    1. Mose 2, 20 – und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel
    unter dem Himmel [...] einen Namen

    1. Mose 8, 2 – dem Regen vom Himmel wurde gewehrt
    1. Könige 18, 45 – wurde der Himmel schwarz von Wolken

 

  • Der zweite Himmel: Dieser ist das Weltall, wo sich die Sonne, der Mond und die Sterne befinden.

    1. Mose 22, 17 – will ich dein Geschlecht segnen und mehren wie die Sterne am Himmel
    2. Mose 32, 13 – ich will eure Nachkommen mehren wie die Sterne am Himmel
    Josua 10, 13 – so blieb die Sonne stehen mitten am Himmel

 

  • Der dritte Himmel: Der Apostel Paulus sagt uns, dass der Himmel, der Gottes Aufenthaltsort ist, der „dritte Himmel" ist. Im Alten Testament wird er auch als „aller Himmel Himmel" bezeichnet (vgl. 1. Könige 8, 27; Nehemia 9, 6).

    Josua 2, 11 – Gott oben im Himmel
    Psalm 11, 4 – des HERRN Thron ist im Himmel
    2. Korinther 12, 2 – da wurde derselbe entrückt bis in den dritten
    Himmel [in Vers 4 gleichgesetzt mit dem Paradies]

 

  • Sheol oder Hades, die erste Hölle: Diese Wörter sind die hebräischen und griechischen Begriffe für das Grab. In der Bibel beziehen sich diese nie auf einen Ort, an dem man ein Bewusstsein hat oder Qualen erleidet, sondern nur auf ein Grab, in dem die Toten auf die Auferstehung warten.

    1. Mose 37, 35 – ich werde mit Leid hinunterfahren zu den Toten
    Sprüche 15, 11 – Unterwelt und Abgrund liegen offen vor dem HERRN
    Prediger 9, 10 – bei den Toten [...] gibt es weder Tun noch Denken
    Matthäus 11, 23 – du, Kapernaum [...] wirst bis in die Hölle hinuntergestoßen werden
    1. Korinther 15, 55 – Hölle, wo ist dein Sieg? (Lutherbibel 1912)

 

  • Gehenna, die zweite Hölle: Dieser Begriff wird im Neuen Testament gebraucht, um den Ort der Zerstörung böser Menschen mit Feuer zu beschreiben.

    Matthäus 5, 22 – der ist des höllischen Feuers schuldig
    Matthäus 10, 28 – der Leib und Seele verderben kann in der Hölle

 

  • Tartaros, die dritte Hölle: Dieser Begriff wird nur an einer Stelle in der gesamten Bibel verwendet und bezieht sich auf den Ort, an dem die dämonischen Geister nach ihrer Rebellion gegen Gott gebunden wurden.

    2. Petrus 2, 4 – hat sie mit Ketten der Finsternis in die Hölle gestoßen

 

Lektion 6, Teil 3

Was war mit Elia und dem Übeltäter am Kreuz?

     Viele sind sich ziemlich sicher, dass Elia eine Ausnahme gewesen sein muss, wenn es heißt, dass niemand in den Himmel aufgefahren ist, außer Jesus Christus (Johannes 3, 13). Wohin ist Elia in Wirklichkeit gegangen, als er in einem Wirbelwind aufgefahren ist? Und was war mit dem Übeltäter am Kreuz? Sagte Jesus zu ihm, er werde mit ihm noch am selben Tag in den Himmel auffahren? Was die Bibel wirklich lehrt, und was manche ungeprüft annehmen, dass es in der Bibel stehe, sind zwei grundverschiedene Dinge.
     Und was ist mit dem Gleichnis von Lazarus und dem reichen Mann? Viele nehmen an, dass diese Geschichte die traditionelle Idee einer ewig brennenden Hölle untermauert. Wenn wir uns diese Geschichte aber sorgfältig ansehen, werden wir aber feststellen, dass sie genau das Gegenteil davon tut. Ein wichtiger Schlüssel ist, genau zu untersuchen, was wirklich gesagt wird und was nicht, anstatt vorgefertigte Ideen in die Schrift hineinzulesen. Dazu müssen wir auch jeden Teil der Schrift durch andere, eindeutige Passagen zu demselben Thema interpretieren.

  1. In 2. Korinther 12, 1-4 beschreibt Paulus eine wundersame Erfahrung, die er hatte und in der er (ohne Zweifel in einer Vision, wie bei Johannes in Offenbarung 4 und 5) in den Himmel, wo Gott sich aufhält, gebracht wurde. Nannte er dies den „dritten Himmel"?
  2. Wird die Atmosphäre der Erde, in der sich die Wolken befinden und wo die Vögel fliegen, auch „Himmel" genannt? 1. Mose 1, 20. Wie steht es mit dem Weltall, wo die Sterne sind; wird dieses auch als „Himmel" bezeichnet? 1. Mose 1, 14-17. Wären dies dann nicht der erste und der zweite Himmel?
  3. Ist Elia in einem Sturmwind in den Himmel aufgefahren? 2. Könige 2, 11 (rev. Elberfelder Übersetzung). Könnte der Sturm ihn nicht lediglich in die Atmosphäre, den ersten Himmel emporheben? Haben seine Jünger geglaubt, er sei in den Himmel zu Gott gekommen, oder wollten sie ihn suchen gehen, weil sie dachten, er sei in der Nähe abgesetzt worden? 2. Könige 2, 16.
  4. Schrieb Elia über zehn Jahre nach seiner wundersamen Entrückung einen Brief an den Sohn von König Josaphat, was zeigen würde, dass er noch irgendwo auf Erden lebte? 2. Chronik 21, 1.5-6.12.
  5. Ist Christus sofort nach seinem Tod zu seinem Vater im Himmel gegangen oder blieb er für drei Tage und drei Nächte im Grab (Hades oder Hölle)? Johannes 20, 17; Matthäus 12, 40.
  6. Wie lautet Christi Aussage an den Übeltäter in Lukas 23, 43? (Beachten Sie: Ein Problem entsteht durch die nachträglich durch Übersetzer hinzugefügte Zeichensetzung. Im Original gab es keine Interpunktion. Die einzige mit den anderen Schriftstellen vereinbare Übersetzung ist: „Wahrlich, ich sage dir heute [wo wir hier hängen]: Du wirst mit mir im Paradies sein").
  7. Wird uns gesagt, dass Lazarus von Engeln in Abrahams Schoß getragen wurde? Lukas 16, 22. Wann sammeln die Engel die Auserwählten? Matthäus 24, 29-31. Abrahams Schoß versinnbildlicht eine enge Beziehung mit Abraham. Werden alle Christen dies haben? Galater 3, 29.
  8. Zeigt das Gleichnis, dass der reiche Mann seine Augen im Grab (das griechische Wort, das hier mit „Hölle" übersetzt wurde, ist hades) öffnete, also auferstand? Lukas 16, 23. (Beachten Sie: Vielmehr als anderen Schriftstellen zu widersprechen und ein sofortiges Aufwachen im Himmel oder in der Hölle zu zeigen, beweist diese Stelle, dass man sich im Tod nicht bewusst ist, wie viel Zeit vergeht).

 

Was bedeutet das – wiedergeboren?

     Einer der am meisten missverstandenen Aspekte der Erlösung ist, dass sie nach den Aussagen der Bibel ein Prozess ist. Zwischen unserer Bekehrung und unserem Tod erwartet Gott, dass wir etwas tun! Paulus erklärt in 2. Korinther 7, 1: „Weil wir nun solche Verheißungen haben, meine Lieben, so lasst uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen und die Heiligung vollenden in der Furcht Gottes." Jesus Christus fasste zusammen, was von uns als Reaktion auf die Liebe Gottes erwartet wird, als er in Offenbarung 3, 21 sagte: „Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron." Bei der Bekehrung erben wir das Reich noch nicht. Vielmehr erwartet Gott von uns, dass wir ein Leben des Wachsens und Überwindens führen, gestärkt durch seinen heiligen Geist.
     In Galater 2, 20 erklärt Paulus: „Ich lebe aber; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dargegeben" (Lutherbibel 1912). Wir sehen, dass Christus nicht nur gestorben ist, um die Strafe für unsere Sünden zu begleichen, sondern dass er auch nach drei Tagen und drei Nächten mit ewigem Leben aus dem Grab herauskam. Er wurde in Macht und Herrlichkeit auferweckt als der „Erstgeborene von den Toten" (Kolosser 1, 18). Durch sein Leben wird es uns ermöglicht, ebenfalls ewiges Leben zu erhalten („selig zu werden," Römer 5, 10).
     So, wie es bei dem menschlichen Geburtsprozess eine Zeugung neuen Lebens, eine Zeit des Heranwachsens und der Entwicklung und dann die Geburt in die Welt gibt, so geht es auch bei dem Prozess der Erlangung des Heils, an dessen Abschluss unser Eingang in das Reich Gottes steht. Der Zeitpunkt des endgültigen Heils ist die Auferweckung von den Toten, wo wir letztlich als geistlich geborene Kinder Gottes das Reich Gottes erben. Christus sagte in Lukas 20, 36, dass wir dann „Gottes Kinder, weil […] Kinder der Auferstehung" sind.
     Die biblische Darstellung der Wiedergeburt verhält sich gleichermaßen wie der physische Geburtsprozess. Die geistliche Erneuerung, die bei der Taufe stattfindet, wird mit einer Zeugung durch den Vater verglichen. Nach dieser Zeugung müssen wir wachsen und uns als Christen entwickeln, wie sich ein Fetus im Mutterleib entwickeln muss, bevor er zur Geburt bereit ist. Die Bibel vergleicht die tatsächliche Geburt mit der Auferstehung. Dies wird in Johannes 3, 6 deutlich, als Jesus zu Nikodemus sagte: „Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Fleisch." Der Apostel Paulus erklärt in 1. Korinther 15, 50-53, dass wir bei der Auferstehung zu unsterblichen Geistwesen werden, weil Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können.
     Wie der Wind große Kraft besitzt und doch unsichtbar ist, so sind auch diejenigen, die aus Geist geboren sind. Paulus erklärt in 1. Korinther 15, 43-49: Wie wir in diesem Leben Adam gleich sind und einen physischen Leib haben, so werden wir nach der Auferstehung einen verherrlichten, geistlichen Leib haben wie Jesus Christus nach seiner Auferstehung (Offenbarung 1, 13-15). Er wurde nicht mehr müde und hungrig und war auch nicht mehr Schmerzen ausgesetzt oder dem Tod unterworfen. Stattdessen entstieg er dem Grab, um nie wieder zu sterben! Er wurde in der Herrlichkeit wieder hergestellt, die er mit dem Vater hatte, bevor es die Welt gab (Johannes 17, 4-5) und sitzt jetzt zur Rechten des Vaters als unser Hohepriester (Hebräer 4, 14-16; 7, 25) und bald kommender König.
     In Kolosser 1, 18 und Offenbarung 1, 4 wird Jesus Christus der „Erstgeborene von den Toten" genannt. Und in Römer 8, 29 heißt er der „Erstgeborene unter vielen Brüdern." Dies beinhaltet klar, dass auch wir „von den Toten geboren" werden!
     Die Bibel gebraucht viele Analogien, um wahre Christen zu beschreiben: Neu geborene Kindlein in 1. Petrus 2, 2, heranwachsende Kinder in Hebräer 12, 6-7, lebendige Steine, die in einen geistlichen Tempel eingebaut werden in 1. Petrus 2, 5, Teile eines menschlichen Körpers in 1. Korinther 12, 12 – dies sind nur ein paar Beispiele. Die neue Geburt ist wohl die umfassendste und ausdrucksstärkste Beschreibung dessen, was es bedeutet, wenn wir in das Reich Gottes eingehen. Sie erklärt, was es mit dem Heil wirklich auf sich hat.
     Wahre Christen sind nur Erbanwärter, die ihr Erbe aber noch nicht angetreten haben. Christus machte in Matthäus 25, 31-34 deutlich, dass er erst bei der Auferstehung, „wenn der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm," zu den auferstandenen Heiligen sagen wird: „Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt." Jesus Christus machte gegenüber seinen Jüngern in Matthäus 24, 13 klar, dass nur diejenigen, die ausharren bis zum Ende, gerettet werden. Gott verfolgt einen großartigen Zweck – sein Ziel ist es, sich selbst in uns zu reproduzieren. Wir können in seine Familie eingehen als vollwertige, geborene Kinder, jüngere Geschwister Jesu Christi, der der Erstgeborene unter vielen Brüdern ist (Römer 8, 29).

 

Lektion 6, Teil 4

Was ist die Bestimmung des Menschen?

     „Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst?" fragt der Psalmist (Psalm 8, 4-5). Die Bibel offenbart, dass der Mensch etwas viel Größeres ist, als nur die höchste tierische Lebensform. Er wurde nicht nach der Art eines Tieres erschaffen, sondern nach dem Bild dessen, der über allem anderen steht, nach dem Gott der Schöpfung. Wie wir noch sehen werden, ist dies die klare Lehre der Bibel.
     Wenn die Erlösten nicht in den Himmel kommen, wie wir bereits gesehen haben, was ist dann ihr Lohn? Die Bestimmung des Menschen steht noch weit über derjenigen der Engel. Sie geht noch weit über die Ideen hinaus, die Philosophen und Religionsgelehrte vertreten haben. Die klare Lehre Ihrer Bibel über die endgültige Bestimmung des Menschen wird Sie faszinieren, wenn Sie sie einmal wirklich verstanden haben.

  1. Ist es den Tieren bestimmt, sich nach ihrer eigenen Art zu vermehren? 1. Mose 1, 24-25.
  2. Wurde der Mensch „nach der Art der Tiere," als das höchste Tier erschaffen? 1. Mose 1, 26-27.
  3. Warum hat das menschliche Leben großen Wert? 1. Mose 9, 6.
  4. Was ist die gegenwärtige Beziehung des Menschen zu den Engeln? Hebräer 2, 7.
  5. Was soll der Mensch dem Schöpfer nach unter seiner Autorität haben? Hebräer 2, 8. Haben wir diesen Punkt bereits erreicht?
  6. Was offenbart Hebräer 2, 10 über die endgültige Bestimmung des Menschen?
  7. Was bedeutet es, „zur Herrlichkeit" berufen zu sein? Sind wir berufen, an Gottes Reich und Herrlichkeit teilzuhaben? 1. Thessalonicher 2, 12; 1. Petrus 5, 10. Wann werden wir diese Herrlichkeit empfangen? 1. Petrus 5, 4.
  8. Hat Petrus einen Vorgeschmack dieser zukünftigen Herrlichkeit gesehen? 1. Petrus 5, 1. Wann was dies geschehen? Matthäus 17, 1-9; Lukas 9, 27-32.
  9. Können wir an diesem herrlichen Reich teilhaben, während wir noch aus Fleisch und Blut sind? 1. Korinther 15, 50. Werden wir eine Verwandlung durchmachen, um wie der verherrlichte Christus zu werden? 1. Korinther 15, 49.51-52.
  10. Vergleicht die Bibel diese Verwandlung mit einer Wiedergeburt? Johannes 3, 5-7. Wurde Christus selbst von den Toten geboren, so dass er als der Erstgeborene unter vielen Brüdern bezeichnet werden konnte? Kolosser 2, 18; Römer 8, 29.
  11. Sollen wir derselben Herrlichkeit teilhaftig werden, wie Christus sie mit dem Vater gemeinsam hatte, bevor die Welt existierte? Johannes 17, 5.22; 1. Johannes 3, 1-2.
  12. Ist es unsere endgültige Bestimmung, buchstäbliche Mitglieder der Familie Gottes zu werden? Römer 8, 16-21.29; Epheser 3, 19.

 

Unsere herrliche Bestimmung

     Der Apostel Paulus schrieb in 1. Korinther 2, 9-10: „Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben. Uns aber hat es Gott offenbart durch seinen Geist." Die herrliche Bestimmung, die Gott für uns vorgesehen hat, übersteigt sogar die wildesten Träume der Menschen.
     Weil die meisten Menschen völlig verführt sind, was den Zweck für unsere Erlösung betrifft, werden sie auch leicht darüber in die Irre geführt, wie wir erlöst werden. Wenn es Ihre einzige Bestimmung wäre, für alle Ewigkeit „im Himmel herumzuhängen," warum besteht Gott dann in jeder der sieben Gemeinden aus Offenbarung 2 und 3 darauf, dass nur diejenigen, die überwinden, die Verheißungen ererben werden?
     Der frühere Leiter der Kirche Gottes, Herbert W. Armstrong (1892-1986) machte eine provokative Aussage in seinem letzten Buch Geheimnis der Zeitalter bezüglich unserer herrlichen Bestimmung:
     „Wozu hat der Schöpfergott nun den Menschen auf die Erde gesetzt? Zum hohen Zweck der Selbstvermehrung Gottes – zur Ausweitung seiner selbst gewissermaßen, zur Erschaffung gerechten göttlichen Charakters in – letztlich – unzähligen Millionen gezeugter und geborener Kinder [...].
     Hat der Mensch diesen vollkommenen gerechten Charakter erworben und ist der Mensch von sterblichem Fleisch zu unsterblichem Geist verwandelt, soll sich das UNGLAUBLICHE POTENZIAL DES MENSCHEN erfüllen – er soll HINEINGEBOREN WERDEN in die GOTTFAMILIE, soll die Regierung Gottes auf Erden wiedererrichten und dann teilhaben an der Vollendung der SCHÖPFUNG des ganzen gewaltigen UNIVERSUMS!" (Seiten 88-89).
     Der Apostel Johannes fasste unsere herrliche Bestimmung in Offenbarung 21, 7 zusammen, als er schrieb: „Wer überwindet, der wird es alles ererben und ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein."

Warum gibt es Prüfungen im christlichen Leben?

     Was genau sind eigentlich Prüfungen und Tests? Warum werden wir solchen ausgesetzt und warum sollten wir diese als Freude erachten (Jakobus 1, 2). Gibt es richtige und falsche Wege, sich mit Prüfungen auseinander zu setzen?
     Die griechischen Worte, die mit „Versuchung," „Prüfung" oder „Test" wiedergegeben sind, haben alle eine gemeinsame Wurzel. Sie sind abgeleitet von peirazo, was buchstäblich testen, versuchen, einer Prüfung unterziehen bedeutet, beziehungsweise von peira, was soviel heißt wie Probe oder Wissen aus Erfahrung. Ein weiteres Wort, dokime, was soviel bedeutet wie die Echtheit von etwas prüfen, wird ebenfalls verwendet. Dieser zweite Begriff findet sich in 1. Petrus 1, 7, wo das Testen unseres Glaubens mit dem Prüfen der Qualität und Reinheit von Gold verglichen wird.
     Jakobus sagt uns, dass Prüfungen (peirasmos, Jakobus 1, 2) einen Zweck haben. Sie sind das Verfahren, durch das die Echtheit unseres Glaubens sichergestellt (dokime, Jakobus 1, 3) wird. Im Verlauf dieses Prozesses wird die Qualität eines standhaften Charakters entwickelt!
     Uns wird nicht nur gesagt, dass wir uns im Laufe unseres Lebens vielen Prüfungen unterziehen müssen, wie es sogar alle Menschen müssen, sondern uns wird auch ein Verhaltensmuster an die Hand gegeben, wie wir mit diesen umgehen sollen.
     Beachten Sie, was uns der Apostel Petrus sagt: „Denn das ist Gnade, wenn jemand vor Gott um des Gewissens willen das Übel erträgt und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, wenn ihr um schlechter Taten willen geschlagen werdet und es geduldig ertragt? Aber wenn ihr um guter Taten willen leidet und es ertragt, das ist Gnade bei Gott. Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen; er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; der nicht widerschmähte, als er geschmäht wurde, nicht drohte, als er litt, er stellte es aber dem anheim, der gerecht richtet" (1. Petrus 2, 19-23). Das Wort „Vorbild" in Vers 21 kommt von upogrammos, was soviel bedeutet, wie etwas zum Nachzeichnen. Dieser Begriff wurde verwendet für Schreibhefte von Kindern. Indem das Kind lernte, jeden Strich von jedem Buchstaben nachzufahren, lernte es, die Schriften des Lehrers zu kopieren. Christi Vorbild ist das Muster, das seine Nachfolger so genau wie möglich nachzeichnen müssen.
     Prüfungen haben den Zweck, einen getesteten und erwiesenen Charakter in unserem Leben entstehen zu lassen. Gott bereitet uns auf unsere herrliche Bestimmung vor, und ein Teil dieser Vorbereitung beinhaltet die Entwicklung seines heiligen, gerechten Charakters in uns. Prüfungen sind das Mittel, mit dem unser Charakter getestet und in seiner Reinheit erhöht wird.
     Gott erwartet jedoch nie, dass wir uns diesen Prüfungen und Tests alleine stellen. Er bietet uns Hilfe und Stärkung an, wenn wir uns nur an ihn wenden und ihn von ganzem Herzen suchen.
     Prüfungen und Tests in dieser gegenwärtigen Welt dienen dazu, dass wir Lektionen des Gehorsams, der Treue und des Vertrauens in Gott lernen, die für die Ewigkeit halten. Unsere Prüfungen können uns bitter werden lassen oder sie können uns besser werden lassen! Was können sie für Sie tun?