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Bibelfernlehrgang

Lektion 7 - Der WIRKLICHE
Ursprung der Zivilisation

ChefredakteurRoderick C. Meredith
RedaktionsdirektorRichard F. Ames
RedaktionWilliam Bowmer
Gary F. Ehman
AutorenJohn H. Ogwyn
Daniel Hall
Grafische GestaltungDonna Prejean
KorrekturlesungSandy Davis
Linda Ehman
NachrichtenbüroJune Olsen

Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang hat keinen Bezugspreis. Seine Verbreitung wird durch Zehnten und Opfer der Mitglieder der Living Church of God und anderer ermöglicht, die freiwillig Mitarbeiter im Werk der Verkündigung von Gottes wahrem Evangelium an alle Nationen wurden.

Alle Bibelzitate in dieser Lektion sind,
sofern nicht anders vermerkt,
der revidierten Lutherübersetzung von 1984 entnommen.
© 1985 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.
Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang wird herausgegeben von der
Living Church of God
P.O. Box 3810
Charlotte, NC  28227-8010
USA.
© 2003 Living Church of God ®.
Alle Rechte vorbehalten.

 

     Aus der Feder des Herausgebers ...

     Menschen können auch überleben, wenn sie viele Entbehrungen erleiden. Doch niemand kann sehr lange ohne Hoffnung leben! Selbst angesichts fast unvorstellbar geringer Überlebenschancen haben Menschen unter den schlimmsten Umständen überlebt – in Kriegen, bei Seuchen, Naturkatastrophen und persönlichen Tragödien – weil sie sich an eine Hoffnung klammern konnten.
     Manchmal hängen sich Menschen leider an sehr illusorische Hoffnungen. Wenn sie erkennen können, wie vergeblich ihre Hoffnung war, so können sie diese aufgeben – aber gibt es echte Hoffnung, die den Platz der falschen Hoffnung einnehmen kann?
     Das Weltgeschehen der kommenden Jahre wird den Menschen zeigen, dass viele ihrer so lieb gewonnenen Hoffnungen leer und vergeblich waren. Wie wir in den vorangegangenen Lektionen gesehen haben, werden sich die Hoffnungen der Menschheit nach Frieden und Wohlstand schon bald durch sich zuspitzende Ereignisse zerschlagen, wie sie sich nie zuvor in der Geschichte ereignet haben. Die gesamte Zivilisation der Menschheit nähert sich dem Zusammenbruch!
     Wir können unsere Welt nicht verstehen, ohne ihren wahren Ursprung zu kennen. Haben Sie schon einmal versucht, nur den letzten Teil eines Films anzusehen? Ohne Kenntnis dessen, was bisher abgelaufen ist, kann man meist nicht wirklich verstehen, was geschieht und erkennt kaum die Bedeutung von Ereignissen, wenn sie eintreten.
     Dennoch verhalten sich die meisten Menschen so, wenn es um das Weltgeschehen geht. Sie versuchen, der Welt einen Sinn abzugewinnen und hoffen auf eine bessere Zukunft. Doch ihre Hoffnung basiert auf den Versprechungen von Wissenschaftlern, Politikern und Wirtschaftlern, die weder wissen, woher unsere Gesellschaft kam, noch wo sie sich nun befindet oder wohin uns die Zukunft bringt.
     Der Apostel Johannes schrieb der Christen im ersten Jahrhundert nach Christus, dass die Grundlage der Gesellschaft Lust und Hochmut ist (1. Johannes 2, 16). Er erklärte, dass das System dieser Welt dem Untergang geweiht ist und eines Tages durch ein völlig anderes System auf Grundlage der Gesetze und der Lebensweise Gottes ersetzt wird (Vers 17).
     Was ist Ihre Hoffnung? Wenn sie in dieser gegenwärtigen Zivilisation verankert ist, die die Menschheit unter dem Einfluss des Satans errichtet hat, wird sie eines Tages zunichte gemacht werden. Aber wenn sich ihre Hoffnung auf den Schöpfer und seine Verheißungen stützt, dann wird sie eines Tages Realität werden.
     Das Verkündigungswerk, das diesem Bibelfernlehrgang zugrunde liegt, ist bestrebt, Gott zu dienen, indem der Welt das Evangelium vom Reich Gottes gepredigt und somit eine Botschaft der Hoffnung verbreitet wird. Obwohl die Zivilisation der Menschen vergehen wird, hat Gott für die Erde in seinem bald anbrechenden Millennium eine wunderbare Zukunft geplant. Die wahren Christen von heute spielen dabei eine wesentliche Rolle.
     Sie können Hoffnung haben! Keine Hoffnung auf etwas Falsches und Vergängliches, sondern eine Hoffnung auf etwas Dauerhaftes – auf Gott und seinen Plan für Sie und die Menschheit. Wahre Hoffnung muss auf Wahrheit begründet sein – auf Gottes Wahrheit. Wenn die Menschheit in ein paar Jahren ihre falschen Hoffnungen zerfallen sieht, wird es die Hoffnung des Evangeliums sein – die gute Nachricht von der Welt von Morgen –, die es Christen ermöglicht, den Todeskampf der menschlichen Zivilisation zu überleben. Diejenigen, die sich heute an diesem Verkündigungswerk beteiligen, können eine entscheidende Rolle dabei spielen, diese Botschaft der Hoffnung weiterzutragen, wenn die Welt um uns zusammenbricht.
     Zum Titelbild: Der Eingang zum Haupttempel in Babylon (im heutigen Irak). Babylon, die Stadt, die Nimrod erbauen ließ, war die Wiege der menschlichen Zivilisation nach der Sintflut und steht in der Bibel sinnbildlich für die endzeitliche Rebellion der Menschen gegen Gott.

Der WIRKLICHE Ursprung der Zivilisation

     Woher stammen die Zivilisationen der Menschen mit all ihren Bräuchen, Gesetzen und sozialen Organisationsformen? Viele nennen die westliche Zivilisation auch „christliche Zivilisation." Ist das aber eine treffende Beschreibung?
     Es gibt einige Zweige der Wissenschaft, wie zum Beispiel Archäologie und Anthropologie, die bemüht sind, hinter die Ursprünge von Zivilisation und Kultur zu kommen. Sie gebrauchen meistens ein Evolutionsmodell in ihrem Bestreben, den Ursprung der Menschheit zu verstehen und übersehen dabei die biblischen Aufzeichnungen. Obwohl Studien in Archäologie und Anthroposophie hilfreich sein können, kann man sie nur im Licht der Bibel richtig interpretieren.
     Die Bibel liefert uns einen exakten Bericht über den Ursprung des Menschen. Das erste Buch der Bibel wird auch die Genesis genannt, was „Anfänge" bedeutet. Psalm 119, 160 betont, dass Gottes Wort „nichts als Wahrheit" ist. Die Berichte vom Garten Eden, der Sintflut und dem Turmbau zu Babel sind entscheidend, wenn es um ein richtiges Verständnis der Ursprünge unserer gegenwärtigen Zivilisation geht. Diese waren wichtige Wendepunkte, die die Zukunft der gesamten Menschheit beeinflussten.
     In 1. Mose 3, 20 lesen wir, dass Adam seine Frau Eva nannte, weil sie „die Mutter aller, die da leben" wurde. Das hebräische Wort, von dem der Name Eva herstammt, hieß chava und bedeutet „Leben." Alles menschliche Leben stammt von Adam und Eva ab. Apostelgeschichte 17, 26 zeigt uns, dass Gott „aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht" hat. Die Menschen aus allen ethnischen Gruppen werden „Söhne Adams" genannt und wurden von Gott selbst auf Gebiete in verschiedenen Erdteilen verteilt (5. Mose 32, 8). Die menschliche Natur, die allen Nachkommen Adams gemeinsam innewohnt, ist eine der beiden Wurzeln der menschlichen Zivilisation. Die andere Wurzel ist der Einfluss eines unsichtbaren, jedoch äußerst realen Geistwesens, Satans, des Teufels.
     In dieser Lektion werden wir untersuchen, wie eine Entscheidung unserer Ureltern die Zukunft der gesamten Zivilisation beeinflusst hat. Die Ablehnung göttlicher Offenbarung als höchster Wissensquelle führte uns zum Gebrauch der Methode von Versuch und Irrtum. Adam und seine Frau griffen nach dem „Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen," einer fatalen Mischung. Ihre Nachkommen haben ihre Zivilisation auf dieser Mischung aufgebaut. Manche Kulturen enthielten eine größere Konzentration des Guten, andere eine größere Konzentration des Bösen, aber allen war die Mischung beider Elemente gemeinsam. Alle von Menschen errichteten Zivilisationen hatten eine fatale Schwäche, die letztlich zu ihrem Untergang führte. Das Reich Gottes hingegen wird für immer bestehen (Daniel 2, 44), weil es auf der Entscheidung für den „Baum des Lebens" basiert, und nicht auf dem „Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen."
     Die Ereignisse, die letztlich zur Sintflut führten, zeigen, dass Gott direkt mit seiner Schöpfung arbeitet und diese richtet. Unsere gegenwärtige menschliche Gesellschaft hat ihren Ursprung in der Zeit nach der Sintflut und der Zerstreuung nach dem Turmbau zu Babel. Der Grund, weshalb die Mythen und Legenden so vieler Völker auf der ganzen Erde ähnliche Themen aufweisen, geht auf diesen gemeinsamen Ursprung zurück. Von Ägypten und Babylon bis in den Orient, vom Südpazifik bis zu den amerikanischen Indianern gibt es überall Legenden einer weltweiten Flut. Diese Legenden sind schwache Erinnerungen an einen gemeinsamen Ursprung der Menschheit.
     Die menschliche Zivilisation ist der von Satan beeinflusste Versuch der Menschen, eine Gesellschaft aufzubauen. Manche Kulturen haben mehr von Gottes Offenbarung hinsichtlich Ehe und Familie bewahrt und somit stärkere und gesündere Gesellschaftssysteme errichtet. Je mehr von Gottes vorgegebenem Muster im Bereich der Familie abgewichen wurde, desto mehr innere Instabilität existierte in der jeweiligen Zivilisation. Im Bereich der Religion gibt es einen gemeinsamen Ursprung der Bräuche und Traditionen dieser Welt. Jedes angesehene Lexikon wird bestätigen, dass Feiertage wie Weihnachten und Ostern einen vorchristlichen Ursprung besitzen.
     Es ist sehr wichtig, den Ursprung der Zivilisation zu verstehen, doch es ist noch wichtiger, Gottes Meinung dazu zu kennen. Auf diese Weise können wir ablehnen, was Gott ablehnt und annehmen, was auf ewig existieren wird.

Lektion 7, Teil 1

Eine Entscheidung beeinflusst die Zukunft der Menschheit

     Nie wurde eine wichtigere Entscheidung getroffen als die unserer Ureltern im Garten Eden. Gott hatte ihnen Anweisungen erteilt und ihnen dann die Gelegenheit gegeben, sich selbst zu entscheiden. Es ist nicht genug, eine richtige Entscheidung zu treffen, man muss auch aktiv das Falsche verwerfen (vgl. 5. Mose 30, 19).
     Die Entscheidung von Adam und Eva wurde durch den Teufel beeinflusst. Er appellierte an Lust und Eitelkeit. Eva wurde verführt (2. Korinther 11, 3) und Adam ließ die Moral und den Charakter vermissen, seine Führungsrolle auszuüben und für das Richtige einzustehen (1. Mose 3, 6.12). Ein leichtgläubiges Annehmen falscher Behauptungen und der Mangel an Moral und Charakter standen hinter vielen Entscheidungen, die im Laufe der Menschheitsgeschichte seit diesem schicksalhaften Tag im Garten Eden getroffen wurden.

  1. Wohin setzte Gott Adam, nachdem er ihn erschaffen hatte? 1. Mose 2, 7-8. (Anmerkung: Das hebräische Wort eden bedeutet „Wonne." Eden war der Name einer Ebene oder Region, nicht nur des Gartens selbst. Über die genaue Lage des Gartens ist nur bekannt, dass er sich im östlichen Teil der Region Eden befand, in der sich auch Teile des Euphrat und des Tigris befanden).

  2. Welche beiden Bäume setzte Gott in die Mitte des Gartens? 1. Mose 2, 9.

  3. Gab er den Menschen Anweisungen im Bezug auf diese beiden Bäume? Welche Anweisungen waren dies? 1. Mose 2, 16-17. (Anmerkung: Adam und Eva konnten die Früchte aller Bäume essen außer einem – sogar vom Baum des Lebens. Lediglich der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen war ihnen verboten).

  4. Wo liegt der Ursprung dessen, was wir als traditionelle Familienstruktur ansehen – dass ein Mann und eine Frau sich für ihr ganzes Leben verheiraten, Kinder bekommen und aufziehen? Ist dies nur ein von Menschen erdachter Brauch, oder stammt diese Struktur von Gott? 1. Mose 1, 27-28; 2, 18.21-24.

  5. Hat Gott die Landwirtschaft als Grundlage der menschlichen Zivilisation festgelegt? 1. Mose 2, 15.

  6. Hat der Teufel versucht, die Regierungsstruktur, die von Gott vorgegeben war, zu untergraben, indem er über Adams Frau auf diesen Einfluss nehmen wollte? 1. Mose 3, 1.

  7. Mit welcher Begründung nahm Eva sich schließlich vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen? Worauf verließ sie sich bei ihrer Entscheidung? 1. Mose 3, 6.

  8. Welche Konsequenzen hatte Adams und Evas Entscheidung für sie? Wurden sie dadurch von Gott abgeschnitten? 1. Mose 3, 7-10.23.

  9. Stammten alle folgenden Menschen von Adam und Eva ab? 1. Mose 3, 20.

  10. Die menschliche Zivilisation wurde von einer von Gott abgeschnittenen Menschheit errichtet, wie der Bericht in 1. Mose 3 verdeutlicht. Wurde die gesamte Menschheit seither durch dieselbe Quelle verführt, wie bereits Eva? Offenbarung 12, 9.

Der Ursprung des Satans

     Erschuf Gott einen Teufel? Was ist die Ursache des Bösen in der Welt, in der wir leben? Die Bibel weist klar auf den Ursprung des Wesens hin, das unsere Ureltern verführt hat und seither die gesamte Menschheit verführt – sogar bis in unsere Zeit.
     In Jesaja 14 erfahren wir von einem herrlichen geschaffenen Wesen namens Luzifer (eine lateinische Übersetzung nach dem hebräischen Wort für „Morgenstern", die so viel bedeutet wie „Lichtbringer"). Hesekiel 28 enthält einen Bericht über dasselbe Wesen unter dem sinnbildlichen Namen „König von Tyrus." Was lernen wir aus diesem Bericht?
     In einer von der damaligen Stiftung Ambassador College 1989 herausgegebenen Broschüre, Erschuf Gott einen Teufel?, schrieb der Autor Herbert W. Armstrong (1892-1986):

     „Es gab einen Erdenthron, auf dem Luzifer saß, ein Erzengel und Cherub. Er war ein erfahrener Sachwalter der Herrschaftsordnung Gottes: am Gottesthron selbst hatte er gestanden. Gott hatte ihn auf den Erdenthron gesetzt, um als Sachwalter der ORDNUNG GOTTES über die Engel der Erde zu regieren.
     Glück, Friede und Freude herrschten auf der Welt. Die Bibel berichtet über Luzifer: ‚Du warst ohne Tadel in deinem Tun von dem Tage an, als du geschaffen wurdest, bis an dir Missetat gefunden wurde’ (Hes. 28, 15). Gott hat keinen Teufel erschaffen, sondern einen Erzengel. Allerdings gab er seinen Engeln auch moralische Handlungsfreiheit – Denk- und Urteilsfähigkeit und –freiheit, das Recht zur freien Entscheidung.
     Luzifer hatte zugelassen, dass seine Schönheit und Vollkommenheit ihn mit Eitelkeit erfüllten – mit SELBSTruhm, Begierde. Nun neidete er Gott die Macht, wollte keine Autorität mehr über sich dulden. Er verschwor sich mit seinen Engeln, mit geballter Kraft in den Himmel einzudringen, um Gott vom kosmischen Thron zu stoßen.
     Luzifer wollte selbst Gott SEIN. Sein trügerischer Einfluss auf den „Fürsten von Tyrus" wird diesen noch veranlassen, sich selbst – ein Mensch – als Gott auszugeben.
     Luzifer war nun nicht mehr „LICHTbringer", sondern ein WIDERSACHER – Aggressor, Rivale, Feind. Satan heißt wörtlich übersetzt Widersacher. Seine Engel wurden DÄMONEN.

Wie die Erde wüst und leer wurde

     Ein Drittel der Engel (Offb. 12, 4) schloss sich Luzifers Aufruhr an. Dieser Aufruhr war es, der die Erde „wüst und leer" machte. Die Sünde der Engel richtete sich gegen den Himmel und brachte Chaos über die Erde. Was die Geologen und Astronomen sehen, ist nicht ein in Evolution begriffener Kosmos, sondern die Überreste eines Titanenkampfes, den Geistwesen im Weltraum austrugen – eines vor der Erschaffung des Menschen ausgefochtenen Kampfes."

     Luzifer war nicht damit zufrieden, nur Sachwalter der Regierung Gottes auf Erden zu sein. Uns wird vielmehr gesagt, dass er bestrebt war, über die Wolken aufzusteigen und in den Himmel einzufallen. Er wollte seinen Thron über alle anderen Wesen erheben und selbst wie Gott sein. Gott beendete seine Rebellion und Luzifer und die Engel, die ihm gefolgt waren, wurden auf die Erde zurückgeworfen. Jesus sagte zu seinen Jüngern, dass er Luzifer, nun bekannt als Satan, gesehen hatte, als er wie ein Blitz aus dem Himmel fiel (Lukas 10, 18).
     Als Ergebnis seiner Entscheidungen war dieses Geistwesen nun völlig in seinem Denken pervertiert. Er ist nun eine Quelle der Lügen und Täuschungen und versucht, die Menschheit zu verführen. Aus wichtigem Grund hat Gott dem Satan weiterhin erlaubt, seinen Einfluss auf der Erde auszuüben, bis Jesus Christus zurückkehrt, um ihn zu entfernen (Offenbarung 20, 1-3). Die Menschheit, die sich dem Weg von Versuch und Irrtum verschrieben hat (1. Mose 3, 1-6), anstatt auf die von Gott gegebene Erkenntnis zu hören, schreibt nun ihre eigenen Lektionen menschlicher Erfahrung.
     Nach einer Zeit von sechs „Tagen" zu je 1000 Jahren, in denen Satan wirken konnte, wird Gott ihn letztlich entfernen und den siebten 1000-jährigen „Tag" für sich selbst reservieren. Dann wird der allmächtige Gott wirklich seine Hand ausstrecken und diese unglückliche Welt retten, indem er Jesus Christus in Macht und Herrlichkeit zurückbringt, um sein Reich zu errichten. Bis dahin werden die Menschen Gelegenheit gehabt haben, die Folgen der Lebensweise Satans am eigenen Leib zu erfahren und dann im Kontrast dazu für 1000 Jahre Gottes Lebensweise erleben. Gottes Wege sind wirklich großartig und wunderbar!

Lektion 7, Teil 2

Gottes Gericht über die vorsintflutliche Welt

     Über 16 Jahrhunderte vergingen zwischen der Zeit der Erschaffung Adams und der Sintflut. In dieser Zeit errichteten die Menschen ihre eigene Zivilisation, die immer weiter von Gott abgeschnitten war. Die Menschen missachteten Gottes Wünsche in allen Lebensbereichen. In der Ehe nahmen sie sich „zu Frauen, welche sie wollten" (1. Mose 6, 2) und kümmerten sich nicht um den Willen Gottes. Das Ergebnis ihrer Missachtung der Anweisungen Gottes im Bezug auf das Familienleben und ihres eigenwilligen Lebensstils war, dass die Erde „erfüllt von Gewalttat" war (1. Mose 6, 13).
     Gottes Gericht über jene Welt ist der Beweis, dass er bald wieder eingreifen wird, um „diese gegenwärtige böse Welt" (Galater 1, 4) zu richten.

  1. Zeigte Kain, der erste Sohn von Adam und Eva, brüderliche Liebe? 1. Mose 4, 8; 1. Johannes 3, 12.

  2. Erlegte Gott Kain einen Fluch auf und vertrieb ihn vom Rest der Familie Adams? 1. Mose 4, 11-12.16.

  3. Gründete Kain daraufhin für seine Nachkommen die erste Stadt, die uns überliefert ist? 1. Mose 4, 17.

  4. Gibt es Aufzeichnungen, dass die Familie Kains der Vorreiter in der Herstellung von Rüstungen und Waffen war? 1. Mose 4, 22. (Anmerkung: Josephus, ein jüdischer Priester und Historiker aus dem ersten Jahrhundert berichtet, dass Tubal-Kain „alle Menschen an Stärke übertraf und sehr geschickt und berühmt in der Kriegskunst war. Er legte viel Wert auf körperliche Vergnügungen und erfand vor allem die Kunst der Bronzeherstellung" (Antiquities of the Jews [Altertumsgeschichte der Juden], I, ii, 3).

  5. War ein anderer von Kains Nachkommen verantwortlich für die Pervertierung der Musik? 1. Mose 4, 21; rev. Elberfelder Übersetzung. (Anmerkung: Das hebräische Wort, das hier mit „umgehen" übersetzt ist, kann auch „gotteslästerlich entweihen" bedeuten. „Die Midrasch erklärt, dass er [Jabal, ein Bruder von Jubal] der erste war, der Tempel für Götzen errichten ließ ... und in Folge der vorangegangenen Erklärung wird berichtet, dass er [Jubal] der erste war, der Musik in die Verehrung von Götzen aufnahm" (Soncino Chumash, Cohen, A., Ausgabe 1996, Seite 20).

  6. Sind die verschiedenen Rassen und ethnischen Gruppierungen direkt aus den Kindern Adams entstanden? Hat Gott beabsichtigt, dass sie sich trennen und dadurch ihre Identität als individuelle Gruppen bewahren sollten, während sie sich ausbreiteten und die Erde füllten? 5. Mose 32, 7-8.

  7. Haben sich einige nicht an diese Anweisungen Gottes hinsichtlich der Eheschließung gehalten und sich zu Frauen genommen, welche sie wollten? 1. Mose 6, 1-2.

  8. Was war das Ergebnis dessen, dass sich die Menschen ihre eigene Zivilisation abseits von Gott errichteten? 1. Mose 6, 11.

  9. Hat Gott die Welt vor dem bevorstehenden Gericht gewarnt? 2. Petrus 2, 5.

  10. Verglich Christus die Zeit Noahs mit der Zeit direkt vor seiner Rückkehr? Matthäus 24, 37-39.

Erfasste die Sintflut die ganze Welt?

     Unter den meisten so genannten Bibelgelehrten ist es üblich, die Idee einer weltumspannenden Flut zu verwerfen. „Im Höchstfall," so sagen sie, „war es eine regionale Katastrophe." Untersuchen wir die Beweise, um zu sehen, ob diese Flut die ganze Erde betraf, oder nicht.
     Sehen wir uns zunächst die Einwände der Kritiker an. „Unter gar keinen Umständen hätten alle verschiedenen Tiere in einem solchen Boot Platz gefunden," sagen sie. „Wie hätten sie gefüttert und versorgt werden können?" Ist dieser Einwand der Kritiker berechtigt?
     Die Ausmaße der Arche werden uns in 1. Mose 6, 14-15 genannt. Nach heutigen Maßeinheiten war sie etwa 138 Meter lang, 23 Meter breit und fast 14 Meter hoch. Dies entspricht einem Ladevolumen von 43800 Kubikmeter und einer Ladekapazität von 533 modernen Güterwaggons. Die Tonnage lag entsprechend bei 40.000 bis 50.000 Bruttoregistertonnen – mehr als bei jedem anderen Schiff bis in die Moderne. Zum Vergleich: Der Ozeanriese Queen Elizabeth II. besitzt 58.000 Bruttoregistertonnen.
     Wie steht es mit den Tieren, die sich an Bord befanden? Erinnern wir uns, dass Noah keine Wassertiere in die Arche bringen musste, nur Vögel, Reptilien, Amphibien, Insekten und Säugetiere. Die Arche musste also nur etwa 35.000 Wirbeltiere aufnehmen – zwei von jeder der 17.600 bekannten Tierarten dieser Gattungen. Selbst wenn alle Tiere im Durchschnitt die Größe eines Schafs hatten, wäre immer noch ausreichend Platz verfügbar. Ein moderner Güterwaggon fasst bis zu 240 Schafe. Der Raum von 146 Güterwaggons war dann genug, um 35.000 solche Tiere zu transportieren. Dies würde noch den Raum von 387 Güterwaggons für Futtermittel und Nahrungsmittel und als Lebensraum frei lassen. Die Arche, wie die Bibel sie beschreibt, bot also genügend Platz für Noah und alle Tiere (siehe auch The Genesis Flood [Die Flut der Genesis], Whitcomb & Morris, 1961, Seite 67).
     Außerdem berichtet die Bibel, dass die Arche auf dem Gebirge Ararat zu liegen kam. Dies wären etwa 5130 Meter über dem Meer. Wasserhöhen sind immer nach einem Niveauausgleich bestrebt, und ein Meeresniveau, das den Ararat bedeckte, musste dann notwendigerweise auch den ganzen Rest der Erde bedecken!
     Ein weiterer Beweis ist, dass praktisch alle Völker des Altertums von den amerikanischen Indianern bis zu den Babyloniern, von den Bewohnern der Südseeinseln bis zu den Ureinwohnern Indiens, Chinas und Afrikas Legenden von einer weltumspannenden Flut besitzen.
     „Von besonderem Interesse für biblische Studien sind drei Flutberichte in Keilschrift aus Mesopotamien. Die Älteste ist eine sumerische Version (ANET, Seiten 42-44), von der Fragmente in Nippur entdeckt wurden. Darin antwortet der fromme König Ziusudra auf die Entscheidung der Götter, „die Saat der Menschheit" in einer Flut zu vernichten. Er konstruiert ein riesiges Boot, das ihn für sieben Tage und Nächte über Wasser hält. Danach opfert er den Göttern und ihm wird ewiges Leben im Land Dilmun gewährt. Eine gut erhaltene Version ist uns auch auf Tafel 11 des sumerischen Gilgamesch-Epos überliefert (ANET, Seiten 93-97). Hier hilft Utnapishtim ‚der Ferne’ dem Helden Gilgamesch bei seiner Suche nach Unsterblichkeit, indem er ihm von seinen eigenen Erlebnissen berichtet; auf Grund einer Warnung des Gottes Ea aus der göttlichen Versammlung, dass die Welt zerstört werden soll, konstruiert er ein massives Schiff, in dem er, seine Familie und Vertreter der Lebewesen und des Handwerks auf der Flut treiben und schließlich auf dem Berg Nisir stranden; als die Götter von den Überlebenden erfahren, diskutieren sie über die Weisheit einer Flut zur Bestrafung und gewähren Utnapishtim und seiner Frau Unsterblichkeit, schicken sie aber in ein Land fern von anderen Sterblichen. Fragmente einer alten babylonischen Geschichte (ANET, Seiten 104-106) sind ebenfalls überliefert und besonders gut in einer assyrischen Version erhalten. Darin senden die Götter eine Reihe von Plagen, deren Höhepunkt eine Flut als Bestrafung der Menschheit ist, weil deren Lärm den Schlaf der Götter gestört hat; Hauptperson ist hier Atrahasis (‚der außergewöhnlich Weise,’ ein Beiname des sumerischen Utnapishtim), der die Flut wie Noah und die anderen Helden überlebt und somit die Brücke zu einer neuen, gereinigten Schöpfung bildet." („IV. Flood Traditions," [IV. Fluttraditionen], Eerdmans Bible Dictionary, Meyer et al., 1987, Seite 387).
     Wie hätten sich solche Berichte so weit verbreiten können, wenn sie nicht Teil der kollektiven Gedächtnisses der Menschheit sind?
     Der Punkt ist, dass es einen realen Gott gibt, der in der Vergangenheit bereits eingegriffen hat, um seine Schöpfung zu richten. Dieser gleiche Gott wird in den vor uns liegenden Jahren erneut in das Weltgeschehen eingreifen und über uns Gericht halten. Der wahre Grund, weshalb Gelehrte, die Gott verleugnen, den Gedanken einer universellen Flut verwerfen, ist der, dass sie nicht glauben wollen, dass der Gott des Himmels in die Geschichte eintritt und sie und den Rest der Welt für ihre Handlungen zur Verantwortung zieht.

Lektion 7, Teil 3

Nimrod und der Turmbau zu Babel

     Lernte die Menschheit nach der Zerstörung der Zivilisation durch die Sintflut ihre Lektion? Historische Aufzeichnungen zeigen uns, dass die Menschheit innerhalb eines Jahrhunderts nach der Flut bereits wieder begann, ihr eigenes System abseits von Gott zu errichten.
     Kennzeichen aller weiteren Bemühungen um eine Zivilisation waren eine Rebellion gegen Gottes Regierung und die Einführung falscher Religionen und diese Rebellion zu stützen. Babylon, die Stadt, die Nimrod gründete, wird im Buch der Offenbarung als Name eines Systems gebraucht, das die endzeitliche Rebellion der Menschheit gegen Gott darstellt. Der Turmbau zu Babel ist der Ausgangspunkt für alle nachsintflutlichen Zivilisationen der Menschheit.

  1. Welchem Urenkel Noahs wird die Errichtung des ersten Reichs nach der Sintflut zugeschrieben? 1, Mose 10, 6.8-12.

  2. Was war der Anfangspunkt für sein Reich? 1. Mose 10, 10. (Anmerkung: Das Land Sinear, dessen Name auf Hebräisch so viel bedeutet wie „Land der zwei Flüsse" befand sich im südlichen Zweistromland, durch das der Euphrat und der Tigris flossen. Später wurde es als Babylonien oder Chaldäa bekannt).

  3. Welche Motivation brachte die Menschen dazu, sich unter Nimrod in Babel zu sammeln? 1. Mose 11, 1-4. (Anmerkung: Nimrods Name stammt vom Hebräischen mar’ad und bedeutet „er rebellierte").

  4. Waren praktisch alle Vorfahren der verschiedenen Familien der Menschen beim Turmbau zu Babel anwesend? 1. Mose 11, 1.4.9. Freute sich Gott darüber, dass die Menschen versuchten, eine „einige Welt" unter Nimrods Führung in Babel zu errichten? 1. Mose 11, 6-8.

  5. Stammen alle heutigen Völker von den Nachkommen Noahs ab? 1. Mose 10, 32.

  6. Wird „Babylon" als Sinnbild für das System gebraucht, das die Menschen auf eigene Faust und dem Schöpfer trotzend aufgebaut haben? Offenbarung 17, 5 (Anmerkung: „Babylon" ist eine andere Form für das Wort „Babel." Beide Namen bedeuten im Hebräischen „Verwirrung durch Vermischen." Das griechische Wort in Offenbarung 17, 5 bedeutet „Verwirrung").

  7. Was ist letztlich das Schicksal der Stadt, deren Fundament von Minrod gelegt worden war? Offenbarung 18, 2.10.

  8. Was sagt Gott seinem Volk im Bezug auf dieses Babylon? Offenbarung 18, 4.

  9. Klagt Gott Babylon als Quelle von Götzendienst und falscher Religion an? Jeremia 50, 35.38.

  10. Ist die gesamte Zivilisation auf der Welt durch falsche Ideen und Werte korrumpiert worden, die ihren Ursprung in Babylon haben? Jeremia 51, 7.

Nimrods Rolle in der Geschichte

     Innerhalb eines Jahrhunderts nach der Sintflut brach die offene Rebellion der Menschheit gegen ihren Schöpfer wieder auf. Der Anstifter dieses Aufstands war Nimrod, der Sohn von Kusch. Die Bibel sagt uns, dass Nimrod für die Errichtung des Turms von Babel (Babylon) verantwortlich war (1. Mose 10, 10). Er war bestrebt, ein Reich zu errichten, durch das er den Rest der Menschen beherrschen konnte.
     Nimrod begann sein Reich in Babel und dehnte es später bis nach Assyrien aus, wo er Ninive und einige andere assyrische Städte gründete (Verse 11-12). Die Stadt Kelach trägt noch heute seinen Namen, Nimrud. Im Buch Micha nennt der Prophet Assyrien das „Land Nimrods" (Micha 5, 5-6), eine Nation, die in aggressiver Weise dazu neigte, die Welt damals zu erobern und – wie Michas Prophezeiung zeigt – dies auch zur Zeit der Wiederkehr Christi wieder versuchen wird.
     „... mit den Legenden, die über ihn in der sumerischen, assyrischen und späteren Literatur überliefert sind, ist anzunehmen, dass er eine breitere Basis in den Traditionen bildet, als es durch die Genesis deutlich wird. Viele Gelehrte vergleichen ihn deshalb mit Sargon von Agade, ca. 2300 v.Chr., der als großer Kämpfer und Jäger galt und Herrscher über Assyrien war" (The Illustrated Bible Dictionary [Das illustrierte Bibelwörterbuch], Band 2, Tyndale, 1980, Seite 1088).
     Die Geschichten und Sagen über seine Aggressivität und sein Streben nach Macht machen ihn zu einem perfekten Beispiel für die Krieger-Könige von Assyrien.

Was die Legenden sagen

     Die Geschichte Nimrods und seine Bemühungen, die die gesamte Menschheit beeinflussten, sind in den Berichten vieler altertümlicher Zivilisationen erhalten geblieben.
     Sehen wir uns an, was die Legenden der verschiedenen Völker über ihn und sein Erbe offenbaren. Die Ägypter nannten ihn Osiris und bei den Babyloniern war er als Tammus bekannt. Die meisten religiösen Bräuche der alten heidnischen Welt gehen auf eine Verehrung von Nimrod zurück.
     Babylon war die Urquelle der Zivilisation nach der Sintflut und die Religion, die dort ihren Anfang nahm, war der Ursprung aller falschen Religionen seither. Die babylonische Mysterienreligion war in der Antike gut bekannt und wird nach Offenbarung 17 in der Endzeit wieder sehr aktiv und vorherrschend sein. Was waren die Charakteristiken dieser Religion?
     Die babylonischen Mysterien lassen sich bis zu der Zeit der altertümlichen Königin Semiramis von Babylon zurückverfolgen. Sie war die schöne aber verlassene Königin von Babylon, die im Jahrhundert nach der Sintflut lebte. Sie war die Mutter Nimrods und später auch seine „Frau." In der Mysterienreligion, die maßgeblich durch sie entwickelt wurde, wurde Semiramis als die große Mutter verehrt. Ihr Sohn Nimrod wurde zusammen mit ihr verehrt und zusammen bildeten sie das Original der „Madonna mit Kind" in der Anbetung. Semiramis war allgemein als „Himmelskönigin" bekannt.

Eine Wiedergeburt im Dezember

     Die Geschichte berichtet, dass Nimrod nach dem Turmbau zu Babel nach Ägypten floh, wo er versuchte, sein zerbrochenes Reich wieder zu errichten. Einige Jahre später wurde er getötet. Nach seinem Tod verbreitete Semiramis das Gerücht, dass das Kind, das sie im folgenden Dezember gebar, kein anderer als dieser Nimrod war, der wiedergeboren wurde! Die Wintersonnenwende, die im Altertum um den 25. Dezember stattfand, war auf der Nordhalbkugel der kürzeste Tag des Jahres und markierte die Zeit, ab der die Tage wieder länger wurden. Semiramis assoziierte Nimrod mit dem Sonnengott und rief diesen Tag zum Geburtstag der Sonne aus. Der immergrüne Baum, ein Symbol des Lebens in der Kälte des Winters wurde mit dieser Feierlichkeit verbunden und zum Symbol für den wiedergeborenen Nimrod.
     „So haben wir aus Assyrien, Ägypten und Griechenland eine Anhäufung von überwältigenden Beweisen, die alle zeigen, dass das Kind, das in den Armen der Gottesmutter in all diesen Ländern als Ninus oder Nin (der „Sohn") verehrt wurde, kein anderer als Nimrod war, der Sohn von Kusch. Einige Details mögen hier und da von nachfolgenden Helden entlehnt worden sein, aber es scheint außer Zweifel fest zu stehen, dass Nimrod für alle der Prototyp war, das große Original" (The Two Babylons [Die zwei Babylon], Alexander Hislop, Seite 50).

Lektion 7, Teil 4

Die Menschen entwickeln religiöse Bräuche

     Wie steht es mit den Bräuchen und Traditionen, die die Menschen entwickelten, als sie ihre Zivilisation und Religion errichteten? Viele der Feiertage und der mit dem modernen Christentum verbundenen Symbole können eindeutig auf ihre Ursprünge zurückgeführt werden, die nicht bei Christus und den Aposteln liegen, sondern im heidnischen Altertum. Viele, die sich gezwungen sehen, die Tatsachen der Geschichte anzuerkennen, werden vorgeben, dass es keinen Unterschied macht, weil wir es „zur Ehre Christi" tun. Die Frage ist aber, ob es für Gott einen Unterschied macht!

  1. Was sagte Gott den Israeliten im Altertum über die Imitation heidnischer religiöser Bräuche? Sind solche Dinge Gott wirklich wichtig? 5. Mose 12, 29-32.

  2. Was lehrte Christus über das Ersetzen von Gottes Geboten durch Gebote und Traditionen von Menschen im Gottesdienst? Markus 7, 6-7.

  3. Sind heidnische Religionen nur eine andere Art, den wahren Gott zu verehren? 1. Korinther 10, 19-21.

  4. Alle Autoritäten bestätigen, dass der „Weihnachtsbaum" von alten heidnischen Bräuchen entlehnt wurde und nie von Gott in der Bibel als Teil der Verehrung eingesetzt wurde. Beschreibt die Bibel den Brauch, einen Baum aus dem Wald zu fällen, ihn mit nach Hause zu nehmen, ihn aufzustellen und zu schmücken? Jeremia 10, 3-4.

  5. Welche Ermahnung gibt Gott seinem Volk hinsichtlich solcher Bräuche? Jeremia 10, 2.

  6. Waren altertümliche Sonnenaufgangsgottesdienste Teil der Gräuel, für die Gott das Haus Israel züchtigte? Hesekiel 8, 15-16.

  7. Wurde dies mit einem „Wehklagen für Tammus" verbunden, einer Zeitspanne von etwa 40 Tagen der Buße mit ihrem Höhepunkt am Fest der Astarte oder Ischtar? Hesekiel 8, 13-14. (Anmerkung: In der babylonischen Mythologie war Tammus der Sohn von Ischtar oder Semiramis. Er wurde für den wiedergeborenen Nimrod gehalten. Ihm zu Ehren wurde im Frühling ein Fest gefeiert, bei dem man den Tod und die Wiedergeburt von Tammus, dem babylonischen „Erlöser beging).

  8. Was sollten die Israeliten im Altertum nach Gottes Anweisung mit heidnischen Kultgegenständen machen? War es in Ordnung, diese alten Sinnbilder mit einer „neuen" Bedeutung zu versehen? 5. Mose 12, 2-4.

  9. Lehrte Paulus, dass alte Kultgegenstände und Sinnbilder zerstört werden sollten? Verurteilte er in seinen Predigten den Gebrauch von Bildnissen im Gottesdienst? Apostelgeschichte 19, 23-27.

Weihnachtsbäume, Kreuze und Ostereier

     Woher stammen die heute gängigen religiösen Symbole, die die christliche Welt durchdrungen haben? Stammen sie aus der Bibel? Gibt es irgendwelche Aufzeichnungen, dass frühe Christen Kreuze trugen oder Weihnachtsbäume aufstellten? Wenn nicht, woher kamen dann diese und ähnliche Bräuche?
     Was wir heute als „Weihnachtsbaum" bezeichnen, war schon 2000 Jahre vor der Geburt Christi in Gebrauch! In Babylon war es die Palme und in Rom der Tannenbaum. Dieser Baum war ein altes Symbol des wiedergeborenen heidnischen Erlösergottes. Was im Rom des Altertums als Saturnalien gefeiert wurde, wurde im vierten Jahrhundert „christianisiert" und zur „Christmesse" erklärt. Wie immer wieder in Zeitungen im Monat Dezember berichtet wird, haben praktisch alle Feiertagsbräuche, die mit Weihnachten assoziiert werden, einen Ursprung viele Jahrhunderte vor der Geburt Christi.
     Nach einer Allianz mit Kaiser Konstantin im frühen vierten Jahrhundert hat sich die als christlich bezeichnende Kirche bemüht, die Massen des Römischen Reichs unter ihre Kontrolle zu bringen. Diese hatten jedoch keineswegs die Absicht, wirklich ihr Leben und die Bräuche zu ändern, denen sie und ihre Vorfahren schon nachgefolgt waren. Viele fühlten sich dennoch zu einigen Aspekten des Christentums hingezogen. Das Ergebnis war, dass man einfach den populären römischen Feiertagen neue, christlich klingende Namen gab und manche ihrer abscheulicheren Bräuche abmilderte. Dadurch war es den Menschen möglich, „Christen" zu werden, ohne viel von ihren beliebten Feiertagen und Bräuchen aufgeben zu müssen. Sie taten einfach weiterhin das Gleiche an den gleichen Tagen, gaben diesem aber nun andere Namen.
     Der Name „Ostern" ist von der altertümlichen Frühlingsgöttin abgeleitet, die in Assyrien Astarte und in Babylon Ischtar hieß. Diese beiden Namen waren nur andere Bezeichnungen für Semiramis, die Mutter und Frau von Nimrod.
     Wie steht es mit dem Osterei? „Dafür müssen wir noch einmal zu Semiramis und ihren Mysterien zurückkehren. [...] Das Wort für ‚Ei’ klang im Hebräischen und Chaldäischen ähnlich wie ‚Haus.’ Dadurch wurde aus dem Haus oder der Arche Noahs auf dem Wasser ein ‚Ei.’ ‚Ein Ei von wundersamer Größe soll vom Himmel in den Euphrat gefallen sein ... und heraus kam Venus, die später zu einer assyrischen Göttin wurde’ (Hyginus’ Fabulae [Fabeln], Seiten 148-149) – das war Astarte. Die klassische Poesie ist voll von Fabeln über das mystische Ei der Babylonier. Dieses war das Ereignis, das mit dem Ischtar-Ei oder Oster-Ei gefeiert wurde: Die ‚Ankunft’ (Geburt) der künftigen Mutter des Sonnengottes auf der Erde nach der Sintflut" (Satan’s Great Deception [Satans große Täuschung], C.Paul Meredith, 1953, Seiten 85-86).
     Was ist die Bedeutung des Kreuzes? Es kann doch kein christlicheres Symbol geben, oder? Das Kreuz war in vielen ähnlichen Formen ein weit verbreitetes religiöses Symbol im heidnischen Altertum. Die ursprüngliche Form des chaldäischen Buchstabens tau oder „T" sah so aus wie das heute gebräuchliche christliche Kreuz. Es war die Initiale von Tammus, dem Sonnengott. Es wurde auf die Stirn derer gezeichnet, die in die altertümliche Mysterienreligion eingeführt wurden. Die vestalischen Jungfrauen im alten Rom trugen das tau an einer Kette hängend um ihren Hals, ähnlich wie heutige Nonnen.
     In Ägypten wurde es ankh genannt und als Symbol der Unsterblichkeit angesehen. In dieser Form ist es ein häufiges Motiv in der religiösen Kunst Ägyptens und anderer Völker, die von ihnen beeinflusst waren. Das altertümliche Siegel der israelitischen Königin Isebel, die sich dem Götzendienst verschrieben hatte, wurde vor einigen Jahren von Archäologen in der Nähe der Ruinen von Samaria ausgegraben. Hervorstechendes Zeichen auf dem Siegel war dieses altertümliche Kreuz.
     Das römische Folterinstrument war nie als religiöses Symbol gedacht. Es gibt keinen Beweis dafür, dass es in der frühen neutestamentlichen Zeit je als solches gebraucht wurde. Tatsächlich dauerte es noch etwa zweihundert Jahre, bis sich der Gebrauch dieses alten heidnischen Religionssymbols in den Gottesdienst der bekennenden Christen eingeschlichen hatte.

Der größte religiöse Schwindel unserer Zeit

     „Wussten Sie, dass schon Hunderte von Jahren vor Christi Geburt ein falscher ‚Erlöser’ auf der Erde erschienen war? Er behauptete, ‚übernatürlich empfangen’ worden zu sein. Dieser Mann ist es, den die Welt als ihren ‚Erlöser’ angenommen hat – obwohl sie ihn fälschlicherweise Jesus nennt!
     Es trifft einen wie ein Schock, wenn man erkennt, dass die gesamte sich zum Christentum bekennende Welt einem FALSCHEN MESSIAS aufgesessen ist – jemandem, der als Jesus Christus verkleidet wurde ... . Ein falscher Erlöser erschien lange vor der Zeit Christi und wurde zu demjenigen, auf den die Menschen sich heute berufen, wenn es um ihr Heil geht! ES IST ZEIT, AUFZUWACHEN! Biblische Beweise belegen, dass genau dies geschehen ist!
     Die Bewohner der Erde direkt nach der Sintflut wussten und verstanden, dass ein Erlöser kommen sollte (1. Mose 3, 15), aber sie wussten nicht, wann er kommen würde. Sie warteten auf ihn!
     Zu dieser Zeit war es, als Nimrod starb – der größte Führer der Welt und Begründer der Zivilisation nach der Sintflut (1. Mose 10, 9-11). Semiramis – seine Frau – auch als ‚Himmelskönigin’ bekannt (Jeremia 44, 17.25) wollte die riesigen Besitzungen ihres Mannes um jeden Preis behalten.
     Sie dachte sich einen verwegenen Plan aus. Auch nach dem Tod Nimrods wurde ihre Familie wegen der vielen außergewöhnlichen Taten als außergewöhnlich angesehen. So war es nicht schwierig für sie, der damaligen Welt vorzumachen, dass eines ihrer unehelichen Kinder, Tammus (Hesekiel 8, 14) gerade dieser Erlöser war, auf den alle gewartet hatten!
     Die Welt wusste, dass Nimrod sie von Gottes ‚abscheulichen’ Wegen ‚befreit’ hatte. Als dann Nimrod getötet wurde, behauptete Semiramis, dass sie auf übernatürliche Weise von Gott schwanger geworden war und dass Nimrod auf diese Weise durch sie wiedergeboren wurde – als ‚Erlöser’ in Form ihres unehelichen Sohns Tammus" (Nachdruck aus Satan’s Great Deception [Satans große Täuschung], C.Paul Meredith, 1953, Seiten 110-111).