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Bibelfernlehrgang

Lektion 8 - Was ist das Reich Gottes?

ChefredakteurRoderick C. Meredith
RedaktionsdirektorRichard F. Ames
RedaktionWilliam Bowmer
Gary F. Ehman
AutorenJohn H. Ogwyn
Daniel Hall
Französische AusgabeDibar Apartian
Spanische AusgabeMario Hernandez
Grafische GestaltungDonna Prejean
KorrekturlesungSandy Davis
Linda Ehman
NachrichtenbüroJune Olsen

 

Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang hat keinen Bezugspreis. Seine Verbreitung wird durch Zehnten und Opfer der Mitglieder der Living Church of God und anderer ermöglicht, die freiwillig Mitarbeiter im Werk der Verkündigung von Gottes wahrem Evangelium an alle Nationen wurden.

Alle Bibelzitate in dieser Lektion sind, sofern nicht anders vermerkt, der revidierten Lutherübersetzung von 1984 entnommen

Copyright © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.

Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang wird herausgegeben von der

Living Church of God
P.O. Box 3810
Charlotte NC, 28227-8010, USA
Copyright © 2003 Living Church of God ®. Alle Rechte vorbehalten.

 

Briefe an den Herausgeber

„Ich fange gerade an, zu verstehen und merke, wie viel ich noch zu lernen habe. Der Living Church of God Bibelfernlehrgang gibt mir das Wissen, nach dem ich gesucht habe. Danke dafür, dass es Sie gibt."

R.A., Belchertown, Maryland, USA

„Mir gefallen alle Zeitschriften, die Sie mir zusenden. Sie sind geistlich sehr erbauend. Ich hätte gerne auch Ihren Bibelfernlehrgang. Ich bin Mitglied einer Bibelstudiengruppe, aber diese hat keine weiteren Lektionen und sie haben verzweifelt versucht, welche in einem christlichen Buchladen zu finden, doch vergeblich. Nachdem ich Ihre Publikationen gelesen habe, gebe ich sie weiter an unseren Pastor, der sie liest und sie dann in der Kirche lässt, damit die Gemeinde sie lesen kann. Ich hoffe, Sie schicken mir weiterhin alles über das Wort Gottes."

E.H., Melvin, Kentucky, USA

„Vielen Dank für den Bibelfernlehrgang. Ich brauche unbedingt ein klareres Verständnis der Bibel. Mein Kompliment auch zu Ihrer Zeitschrift Tomorrow’s World. Ich empfinde großen Respekt für Herrn Meredith und Herrn Ames."

R.K., Pasadena, Kalifornien, USA

„Ich danke Ihnen ganz herzlich und freue mich auf den Erhalt der Lektion Nr. 5. Ich bin 75 Jahre alt und ein Kurs wie dieser hilft mir geistig, geistlich und emotional. Es ist nie zu spät, mehr über Gott zu lernen. Ich habe die Bibel mehrfach gelesen, bin aber nie so tief gedrungen wie Ihr Lehrgang. Vielen Dank und möge Gott Sie alle segnen."

G.D., Prattville, Alabama, USA

„Durch Ihre Zeitschrift, Ihre Broschüren und Ihren Bibelfernlehrgang wird Gottes Wort lebendiger und viel klarer – leichter zu verstehen als alles, was ich bisher gelesen habe. Ich bin in einer strengen [kirchlich ausgerichteten] Familie groß geworden, habe aber erst als Erwachsener damit begonnen, die Bibel wirklich zu studieren. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass ich nicht mehr in dieser Kirche bin! Es ist wirklich aufregend, wenn ich mir vor Augen halte, dass ich ein sehr kleiner Teil der ‚verlorenen Stämme Israels’ bin! Ich preise Gott täglich für seine Segnungen und bemühe mich, seinen Lehren nachzufolgen."

C.L., Benson, Ohio, USA

Zum Titelbild: Gott trainiert Christen, um eines Tages in seinem Reich zu „Königen und Priestern" zu werden (Offenbarung 5, 10). Gottes Reich ist nicht nur ein Sinnbild – es ist ein reales Reich mit einem Herrscher, einem Gesetz, einem Territorium und Staatsbürgern. Jesus Christus wird bald auf Erden regieren und den Menschen für 1000 Jahre die Wege Gottes beibringen.

 

Was ist das Reich Gottes?

     Wird das Reich Gottes uns bald ein Utopia auf Erden bringen – ein Utopia, das die Menschen aus eigener Kraft nie errichten konnten?
     Seit frühester Zeit haben Menschen über ideale Gesellschaften geschrieben und vergeblich versucht, solche zu errichten. Plato, ein griechischer Philosoph des Altertums, schrieb in Die Republik von einer idealen Gesellschaft, die von „Philosophen als Königen" regiert wird und in der Privatbesitz und die Familie als Einheit abgeschafft worden sind. Plato glaubte, dass diese Reformen Neid und Eifersucht in der Gesellschaft beseitigen könnten. Seine Ideen haben viele nachfolgende Denker beeinflusst, auch diejenigen, die an der französischen Revolution von 1789 und an der russischen Revolution von 1917 beteiligt waren.
     Andere haben versucht, Gesellschaften auf utopischen Ideen aufzubauen. Die puritanischen Siedler in Neuengland versuchten, in der Neuen Welt eine ideale Gesellschaft, eine „heilige Gemeinschaft," zu errichten. Vom siebzehnten bis ins neunzehnte Jahrhundert haben noch viele andere probiert, Kommunen auf der Basis „christlicher" Prinzipien aufzubauen.
     Doch alle Versuche eines „christlichen" Utopia wie das „New Harmony" in Indiana – oder monströse weltliche Gegenstücke wie Adolf Hitlers Verheißung eines „tausendjährigen Reichs" – zerfielen wieder. Warum sind die Bemühungen der Menschen, ihre seit langer Zeit bestehenden Probleme zu lösen, allesamt fehlgeschlagen? Man hat sich eine Vielzahl von Regierungssystemen ausgedacht, doch alle besaßen Fehler, die sie zum Scheitern brachten. Seit nunmehr fast 6000 Jahren haben die Menschen ihre eigene Gesellschaft auf einer Kombination von Gutem und Bösem errichtet. Immer wieder hat sich dabei die Unfähigkeit der Menschen gezeigt, eine gerechte Gesellschaft zu begründen, die auf Dauer bestehen kann. Aber es gibt eine Lösung!
     Jedes Reich besteht aus vier Komponenten: einem König (oder Herrscher), Gesetzen, einem Territorium und Staatsbürgern. Ein wirkliches Utopia muss alle vier Komponenten in Betracht ziehen. Menschliche Versuche von Reformen für ein solches Utopia konnten nie alle vier Komponenten gleichzeitig berücksichtigen. Doch der Gott des Himmels hat einen Plan, der alle vier Aspekte beinhalten wird.
     Der Herrscher in Gottes Reich wird kein Geringerer als Jesus Christus selbst sein, der in Macht und Herrlichkeit auf diese Erde zurückkehren wird. Seine Assistenten werden zu Unsterblichkeit verwandelte Christen sein, die im jetzigen Leben ihren Willen dem allmächtigen Gott bedingungslos unterworfen haben. Weil sie ihn im Glauben und in einer reumütigen Haltung gesucht haben, empfingen sie Vergebung. Durch geistliches Wachstum und indem sie in diesem Leben Sünde überwunden haben, haben sie sich darauf vorbereitet, mit dieser großen Verantwortung betraut zu werden. Mit diesem Plan schafft Gott sich eine Familie bestehend aus seinen wiedergeborenen Kindern, die Jesus Christus dabei helfen werden, die wunderbare Welt von Morgen zu regieren.
     Gottes Gesetz, das auf seiner Lebensweise der Liebe beruht, wird in aller Welt wirksam sein und die Grundlage zur Regulierung aller Aspekte der Gesellschaft bilden. Gottes Gesetz zeigt uns, wie wir ihn von ganzem Herzen lieben und wie wir unseren Nächsten wie uns selbst lieben sollen.
     Was das Territorium – das Land – betrifft, so wird in der Zeit, wenn Gottes Reich auf Erden errichtet wird, sogar die Wüste wie eine Rose aufblühen. Gott entscheidet über die Art des Wetters und er wird für Regen zur rechten Zeit sorgen. Zu Beginn des Millenniums – Christi 1000-jähriger Herrschaft auf Erden – werden große topografische Veränderungen die Berge senken und Täler erheben. Dadurch wird sich das Wetter grundlegend ändern und es ermöglichen, dass die gesamte Erdoberfläche für Menschen besiedelbar und nutzbar sein wird.
     Die Staatsbürger – die Menschheit – wird sich in Gottes Reich ebenfalls ändern. Zu Beginn des Millenniums wird Satan entfernt werden und nicht mehr die Möglichkeit haben, die Menschen zu verführen. Wenn dieser unsichtbaren Geist seine negative Kraft nicht mehr einsetzen kann und stattdessen der allmächtige Gott seinen heiligen Geist allen Menschen zugänglich macht, werden sich die Menschen von Grund auf ändern.
     Diese Elemente betreffen nicht nur die Regierung Gottes – es geht hier um seine Familie! Zu Erben eines Königreichs können nur die Kinder des Königs werden. Das Reich Gottes wird nach der Rückkehr Jesu Christi nicht nur über diese Erde und die Menschen auf ihr regieren, es wird von den Heiligen des Höchsten in Besitz genommen werden. Bekehrte Christen werden als Erben des Reichs bezeichnet, als Erben Gottes und Miterben Christi. In unserer Zeit bereitet Gott diejenigen, die in seine Familie hineingeboren werden und sein Reich ererben sollen, auf diese Zukunft vor. Das Reich Gottes ist die Antwort auf die uralten Sehnsüchte der Menschen. Es ist nicht nur eine leere Utopie, sondern die einzige Lösung für das Dilemma des Menschen, diese Welt nicht richtig regieren zu können. In dieser Lektion werden wir untersuchen, was die Bibel über das Reich Gottes offenbart.

 

Lektion 8, Teil 1

Wird Christus ein tatsächliches Reich errichten?

     Was ist das Reich Gottes eigentlich? Ist es schon hier? Religionsgelehrte haben viele verschiedene Ideen über das Reich Gottes verbreitet. Die eigentliche Frage ist aber: „Was lehrt die Bibel?"
     Im Laufe der Jahrhunderte wurde den meisten bekennenden Christen beigebracht, darauf zu hoffen, dass sie nach dem Tod „in den Himmel kommen." Aber ist das Reich Gottes nur ein bildhafter Ausdruck dafür, dass man in den Himmel kommt, oder ist es wirklich etwas, das auf dieser Erde errichtet wird? Sollten wahre Christen wirklich ein buchstäbliches Reich erwarten, das in der Zukunft errichtet wird?

  1. Welche Prophezeiung wurde im Bezug auf Jesus Christus gemacht, bevor er als Mensch geboren wurde? Lukas 1, 31-33. Wird seine Regierung kein Ende haben? Jesaja 9, 5-6.
  2. Wann wird Jesus Christus auf dem Thron sitzen, den zu erben er geboren wurde? Matthäus 25, 31.
  3. Schrieb Daniel von einer Zeit, in der der Gott des Himmels ein Reich errichten wird, das nie zerstört werden wird? Daniel 2, 44
  4. Wird Jesus Christus die Reiche und Regierungen dieser Erde beim Erschallen der siebten Posaune übernehmen? Offenbarung 11, 15.
  5. Wird Christus die Nationen mit eisernem Stabe regieren, wenn er zurückkehrt? Offenbarung 2, 27.
  6. Werden die wieder auferstandenen Heiligen an dieser Regierung beteiligt sein? Vers 26; Daniel 7, 18.
  7. Erwarteten die Apostel noch immer ein buchstäbliches Reich, das auf dieser Erde errichtet werden sollte, nachdem sie Jesus Christus für dreieinhalb Jahre darüber predigen gehört hatten? Apostelgeschichte 1, 6. Kam ihre Frage, nachdem der auferstandene Christus bereits 40 Tage mit ihnen verbracht und ihnen das Reich Gottes erklärt hatte? Apostelgeschichte 1, 3.
  8. Sprach Jesus Christus davon, in Macht und Herrlichkeit auf diese Erde zurückzukehren? Matthäus 24, 30.
  9. Wird Jesus Christus auf dem Ölberg stehen, wenn er zurückkehrt? Sacharja 14, 4. War er von dort aus in den Himmel aufgestiegen? Apostelgeschichte 1, 9-12 (Beachten Sie: Der Ölberg ist Teil einer Bergkette östlich von Jerusalem und liegt etwa 800 Meter über dem Meer. Dieser Berg, von dem aus man den Tempelberg überblicken kann, hat eine herausragende Rolle in der Geschichte Jerusalems und in den letzten Tagen Jesu gespielt).
  10. Wenn das Reich Gottes errichtet werden wird, wird zu dieser Zeit auch allen Menschen der Weg des Friedens beigebracht werden, so dass sie nicht mehr lernen, Krieg zu führen? Jesaja 2, 2-4.

 

Wer errichtet wirklich das Reich?

     Historiker bestätigen, dass es in den frühesten Tagen der Kirche die Erwartung eines buchstäblichen Reichs Gottes auf Erden gegeben hat. Im Laufe der Zeit jedoch verlor sich diese Einstellung in der Gemeinschaft derer, die sich als Christen bezeichneten. Was war geschehen?
     Beachten Sie die Erklärung des bekannten Historikers Edward Gibbon in seinem berühmten Buch Decline and Fall of the Roman Empire [Abstieg und Fall des Römischen Reichs]:

Die alte und populäre Lehre von einem Millennium war eng mit dem zweiten Kommen Christi verknüpft. Wie die Werke der Schöpfung in sechs Tagen vollendet worden waren, sollte ihr Fortbestehen im gegenwärtigen Zustand nach einer Tradition, die dem Propheten Elia zugeschrieben wird, auf sechstausend Jahre festgesetzt sein... [und] würde von einem herrlichen, tausendjährigen Sabbat gefolgt werden... . Der feste Glaube an ein solches Millennium wurde von einer Reihe von Kirchenvätern sorgfältig verankert, von Justinian, dem Märtyrer, und Irenäus, der unmittelbaren Umgang mit den Jüngern der Apostel gehabt hatte, bis hin zu Lactantius, der ein Lehrer des Sohnes von Konstantin war... . Doch als sich die Kirche weitestgehend gefestigt und etabliert hatte, wurde das stützende Beiwerk mehr und mehr beiseite gelegt. Die Lehre der Herrschaft Christi auf Erden wurde zunächst als tiefgründige Allegorie angesehen, dann schrittweise als zweifelhafte und nutzlose Meinung betrachtet und schließlich als absurde Erfindung von Ketzern und Fanatikern verworfen (Moder Library Edition, Band I, Seiten 403-404).

     Nach dem frühen vierten Jahrhundert, als der römische Kaiser Konstantin sich mit dem Bischof von Rom verbündete, verschwand die Vorstellung von einem durch Christus auf Erden errichteten Reich recht schnell. Der katholische Theologe Augustinus lehrte, dass das Buch der Offenbarung als eine Allegorie verstanden werden sollte, und dass Prophezeiungen nicht buchstäblich zu verstehen seien. Daraus entwickelte sich die Vorstellung, dass das Reich Gottes in Form der Kirche bereits gekommen sei. Auf Grundlage dieses Konzepts entstand die Allianz zwischen Kirche und Staat, die im ganzen Mittelalter und bis in die moderne Zeit vorherrschend blieb. Die Idee war, dass Gott sein Reich durch die Anstrengungen der Menschen herbeiführen würde.
     In der modernen protestantischen Vorstellung war der Fortschrittsglaube im 18. und 19. Jahrhundert vorherrschend. Die sich schnell verändernde Welt veranlasste dabei die Betrachter zu der Auffassung, dass das Reich Gottes durch die Bemühungen von Christen herbeigeführt würde, diese Welt zu verbessern. Umgeben von teilweise dramatischen Fortschritten in Technologie, Wissenschaft und sozialen Reformen, waren viele Menschen optimistisch im Hinblick auf das, was der Mensch erreichen könnte. Ein großer Teil dieses Fortschrittsglaubens starb auf den furchtbaren Schlachtfeldern des ersten Weltkriegs.
     Obwohl es viele Versuche gab, die Prophezeiungen der Bibel hinsichtlich verschiedener menschlicher Vorstellungen zu interpretieren, gibt es nur einen Weg, der im Einklang mit dem Text der Bibel selbst steht. Dieser Weg ist, die Bibel so zu nehmen, wie sie sich darstellt und zu erkennen, dass sie sagt, was sie meint und meint, was sie sagt.
     Das Reich Gottes wird in der Bibel nicht als etwas dargestellt, das die Menschen letztlich selbst herbeiführen! Der Gott des Himmels ist es, der es durch seine Kraft errichten wird. Gott hat der Menschheit erlaubt, selbst eine Lektion in menschlicher Erfahrung zu schreiben, um damit zu beweisen, dass der Mensch unfähig ist, sich selbst zu regieren.
     Trotz bester Absichten und Anstrengungen sind alle Versuche, diese Gesellschaft erfolgreich zu reformieren, zum Scheitern verurteilt. Unsere Welt ist bereits auf einem fehlerhaften Fundament errichtet – der Entscheidung unserer Ureltern für den Baum der selbständigen Erkenntnis des Guten und Bösen. Heute bedürfen wir des Reiches Gottes mehr als je zuvor, können es aber nicht aus eigener Kraft herbeiführen. Ganz eindeutig wird der Mensch das Reich Gottes nicht errichten – Gott wird es!

 

Lektion 8, Teil 2

In das Reich Gottes gelangen

     Es gibt viele Auffassungen darüber, wie und wann Menschen tatsächlich in das Reich Gottes gelangen können. Manche Gruppen, die sich als Christen bezeichnen, glauben, dass sie bereits jetzt im Reich Gottes sind. Andere glauben, dass das Reich schon in ihren Herzen errichtet worden ist. Aber können sie beweisen, dass dies die richtige biblische Sichtweise ist? Wann erscheint das Reich Gottes auf der Bildfläche? Sind wir schon „im Reich" oder ist das Reich etwas, das in Zukunft kommen wird?
     Diese und andere Fragen über das Reich und unsere Rolle darin werden in diesem Abschnitt direkt aus der Bibel beantwortet.

  1. Wann sagte Christus, dass seine Jünger das Reich ererben werden? Matthäus 25, 31.34.
  2. Wie beschrieb Christus, was nötig ist, bevor wir in das Reich Gottes gelangen? Johannes 3, 5. Werden wir im Fleisch bleiben, nachdem wir wiedergeboren wurden? Johannes 3, 6-8.
  3. Können Fleisch und Blut das Reich Gottes ererben? 1. Korinther 15, 50.
  4. Wann werden wahre Christen die Verwandlung von Sterblichkeit zu Unsterblichkeit durchmachen? 1. Korinther 15, 52-53.
  5. Kündigt das Erschallen der Posaune bei der Verwandlung wahrer Christen zur Unsterblichkeit auch die Rückkehr Jesu Christi an, der dann sein Reich mit sich bringt? 1. Thessalonicher 4, 16-17; Offenbarung 11, 15.
  6. Werden in diesem Reich unsere sterblichen Körper umgewandelt werden, damit sie wie der verherrlichte Leib Jesu Christi sein werden? Philipper 3, 21.
  7. Wie sieht Christi verherrlichter Leib aus? Matthäus 17, 2; Offenbarung 1, 13-16. Werden wir genau so sein wie Christus, wenn er kommt? 1. Johannes 3, 2.
  8. Schrieb der Apostel Paulus, dass unser Bürgerrecht (griechisch politae) jetzt im Himmel ist? Philipper 3, 20. Befinden sich wahre Christen gegenwärtig unter der Herrschaft der Regierung des Satans, oder wurde unser Bürgerrecht bereits in das Reich Gottes übertragen? Kolosser 1, 12-13.
  9. Bereitet Gott gegenwärtig im Himmel eine Stadt für uns vor, in der wir auf ewig wohnen? Offenbarung 21, 2. Wird diese Stadt aus dem Himmel auf diese Erde herabkommen? (Beachten Sie: Das griechische Wort für Stadt, polis, bildet denselben Wortstamm, von dem unser Bürgerrecht, politae, abgeleitet ist. Wir sind Bürger des neuen Jerusalem, das sich zurzeit im Himmel befindet und das wir bewohnen werden, nachdem es auf diese Erde gekommen ist).
  10. Sollen Christen in der Erwartung einer ewigen Stadt (dem neuen Jerusalem) leben, die bald kommen soll? Hebräer 13, 14. Ist Christus in den Himmel zurückgekehrt, um eine Stätte für uns zu bereiten? Johannes 14, 2-3.
  11. Werden wir in den Himmel gehen, um den Lohn zu empfangen, den Gott uns geben will, oder wird Christus diesen mit sich bringen, wenn er auf die Erde zurückkehrt? Offenbarung 22, 12; Jesaja 40, 10.
  12. Wenn wir einmal im Reich Gottes sind, werden wir dann vor Herrlichkeit leuchten? Matthäus 13, 43.

 

Wo ist das Reich Gottes –
errichtet in unseren Herzen?

     Hat Jesus wirklich gesagt, das Reich Gottes sei in uns? Viele derer, die sich als Christen bezeichnen, haben gelernt, dass das Reich Gottes etwas ist, das in den Herzen der Menschen entsteht. Untersuchen wir Lukas 17, 20-21, um zu sehen, was Jesus selbst tatsächlich gelehrt hat. „Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man’s beobachten kann; man wird auch nicht sagen: Siehe, hier ist es! oder: Da ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch." Was also heißt das genau?
     Der Begriff „mitten unter" ist die Übersetzung des Griechischen ento und heißt nach dem Enhanced Strong’s Lexicon (Logos Bible Software) wörtlich „in der Mitte von." In der revidierten Lutherbibel 1984 wird die Passage auch so wiedergegeben, während Luther ursprünglich noch „inwendig in" übersetzte. Aber wie können wir sicher sein, dass die in der revidierten Lutherbibel wiedergegebene Fassung der Worte Jesu richtig ist? Wir müssen den Textzusammenhang untersuchen, um eine Schriftstelle vollständig zu verstehen.

Das Reich war nicht in den Pharisäern

     Beachten Sie noch einmal den Anfang von Vers 20: „Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde..." Jesus richtete seine Antwort an die Pharisäer – dieselben Pharisäer, die Jesus so oft Schwierigkeiten bereiteten, während er auf Erden wirkte. Es waren dieselben Pharisäer, zu denen Jesus sagte: „Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr seid wie die übertünchten Gräber, die von außen hübsch aussehen, [...] aber innen seid ihr voller Heuchelei und Unrecht" (Matthäus 23, 27-28). Jesus sagte ebenso, dass jemand „nicht in das Himmelreich kommen" wird, wenn seine Gerechtigkeit nicht besser ist, als die der Schriftgelehrten und Pharisäer (Matthäus 5, 20).
     Es ist also klar, dass Christus nicht zu denselben heuchlerischen Pharisäern sagen konnte, dass das Reich Gottes bereits inwendig in ihnen war! Was also meinte Jesus?
     Der Apostel Paulus gab uns eine weiterführende Erklärung über das Reich in seinem ersten Korintherbrief. Er betonte, dass „Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können" (1. Korinther 15, 50). Die Pharisäer waren aber aus Fleisch und Blut.

Christus repräsentierte das Reich

     Der vielleicht überzeugendste Beweis, dass das Reich Gottes nicht in den Herzen von Christen errichtet ist, findet sich in Lukas 19. Jesus sprach dort zu seinen Jüngern, die „meinten, das Reich Gottes werde sogleich offenbart werden" (Vers 11). Er erzählte ihnen ein Gleichnis, um diese Vorstellung auszuräumen – das Gleichnis von einem Fürsten, der in ein fernes Land zog. Christus erklärte, dass er für eine lange Zeit weg sein werde (die Zeit zwischen seiner Kreuzigung und seinem zweiten Kommen). Inzwischen sollten seine Diener – Christen – sein Werk tun – das Evangelium predigen und die Früchte des heiligen Geistes hervorbringen (Verse 12-27).
     Christus wies auch in der berühmten Ölbergprophezeiung in Lukas 21 auf ein in der Zukunft kommendes Reich hin. Er sagte: „Wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist" (Vers 31).
     Was meinte Jesus also, als er sagte, das Reich Gottes sei „mitten unter" den Pharisäern? Er ist der Messias, der künftige König dieses Reichs. In genau diesem Moment stand er inmitten einer Gruppe von Pharisäern als Verkörperung dieses künftigen Reichs, doch sie erkannten ihn einfach nicht! Das Reich Gottes war tatsächlich mitten unter ihnen und sie wussten es nicht.

 

Lektion 8, Teil 3

Eigenschaften des Reichs

     Wie charakterisiert die Bibel das Reich Gottes? Schriftstellen im Alten Testament und im Neuen Testament offenbaren Grundzüge einer Regierung, die für Ordnung und Frieden auf der ganzen Welt sorgen wird. In Form von Gleichnissen zeigte Jesus Christus seinen Jüngern einige Eigenschaften, die auf Gottes kommendes Reich zutreffen.
     Aus dem Studium der Gleichnisse, die Christus gebrauchte, sowie aus den anderen Schriftstellen über das Reich kann man viel lernen.

  1. Jesus Christus lehrte nicht in einer Form, die die Geheimnisse des Reichs Gottes allen Menschen deutlich gemacht hätte. Tat er dies, weil es nicht Gottes Absicht war, dass alle in diesem Zeitalter die Wahrheit verstehen sollten? Matthäus 13, 10-11; Lukas 8, 10. (Beachten Sie: Ein Gleichnis ist eine Erzählform, die Fiktion gebraucht, um Dinge miteinander zu vergleichen.)
  2. Hat Christus das Reich Gottes mit einem Senfkorn und mit Sauerteig verglichen? Matthäus 13, 31.33.
  3. Beginnt Gott im Allgemeinen mit etwas Kleinem, wenn er etwas tut, selbst im Hinblick auf sein Reich, das am Ende dieses Zeitalters errichtet werden soll? Matthäus 13, 32 (Beachten Sie: Schriftstellen über das Millennium, wie man sie in Jesaja 2 und Micha 4 findet, zeigen, dass Gott sein Reich zuerst in Jerusalem [dem Berg] errichten wird, von wo aus sich seine Herrschaft und sein Gesetz über den Rest der Welt verbreiten werden).
  4. Gab Jesus Gleichnisse, die den Wert des Reichs zeigen, und wie wir es wertschätzen sollen? Matthäus 13, 44-46.
  5. Zeigte Christus in einem Gleichnis, dass manche wegen ihrer Taten von der Teilnahme an Gottes Reich ausgeschlossen sein werden? Matthäus 13, 47-50.
  6. Wird die Anfangszeit des Reichs Gottes mit einer Zeit der Ernte verglichen? Matthäus 13, 24-30. Wird uns gesagt, dass die Zeit dieser geistlichen Ernte das „Ende der Welt" sein wird? Matthäus 13, 39-40; Offenbarung 14, 15. Anmerkung: Diese Schriftstellen beweisen, dass die Errichtung des Reichs ein zukünftiges Ereignis ist.
  7. Sagte Christus (der Fürst), dass er zu seinem Vater in den Himmel gehen werde, um ein Königreich zu empfangen, um dann mit dem Reich zurückzukehren? Lukas 19, 11-12.15.
  8. Wie nannte Petrus die „Zeit," die das Reich Gottes charakterisieren werde? Apostelgeschichte 3, 19-21.
  9. Welche Einstellung müssen alle haben, die in das Reich kommen? Matthäus 18, 3-4.
  10. Sagte Christus zu den Pharisäern, dass das Reich Gottes zu jenem Zeitpunkt in ihnen war? Lukas 17, 20-21. (Beachten Sie: Das Wort entos wird in diesem Zusammenhang besser als „mitten unter" übersetzt. Christus, der König dieses zukünftigen Reichs war mitten unter ihnen, aber sie konnten ihn nicht erkennen).

 

Wundervolle Veränderungen in der Welt von morgen

     Stellen Sie sich einen Moment lang vor, Sie würden eines Morgens aufwachen und folgende Schlagzeilen lesen: „Jesus Christus in Jerusalem gekrönt!" „Ein unüberschaubarer Chor von Engeln singt Lieder des Lobpreises!" „Die Nachricht von der gerechten Regierung Christi verbreitet sich schnell!" „Alle Nationen beginnen eifrig mit der Verschrottung von Waffen!" „Großer Bedarf an landwirtschaftlichen Geräten!"
     Dies mag in unserer Welt weit hergeholt und unglaubwürdig klingen, wo wir tagtäglich mit immensen Problemen zu kämpfen haben. Doch der große Gott des Himmels und der Erde kann nicht lügen! Seine Worte sind absolut wahr! Er wird die Ursachen der Menschheitsprobleme beseitigen. Die ganze Welt, die bisher durch Kriege und Ausbeutung geschädigt wird, wird bald eine wunderbare Umwandlung durchmachen. Aber welche Veränderungen wird die Regierung Christi genau mit sich bringen? Der Prophet Micha gibt uns einen Überblick darüber, was nach Christi Rückkehr geschehen wird.
     „In den letzten Tagen aber wird der Berg, darauf des HERRN Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über die Hügel erhaben. Und die Völker werden herzulaufen, und viele Heiden werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinauf zum Berge des HERRN gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir in seinen Pfaden wandeln! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem. Er wird unter großen Völkern richten und viele Heiden zurechtweisen in fernen Landen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen" (Micha 4, 1-3).
     Nachdem die Menschheit nur knapp der völligen Ausrottung entkommen ist, werden alle Nationen nach Jerusalem kommen, um Gottes Lebensweise zu erlernen. Die Grundlage wahrer Erkenntnis ist das Wort Gottes, die Bibel. Jesus sagte: „Der Mensch lebt [...] von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht" (Matthäus 4, 4) – was seine heiligen und gerechten Gesetze mit einschließt. Die geistlichen Gesetze Gottes offenbaren seine Lebensweise, aus der Freude, Glück und ein erfülltes Leben hervorgehen. Der König aller Könige wird – heilig, göttlich und vollkommen in seinem Charakter – mit Gerechtigkeit regieren, weil er „nicht richten [wird] nach dem, was seine Augen sehen, noch Urteil sprechen nach dem, was seine Ohren hören, sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande" (Jesaja 11, 3-4). Die Menschen werden „nicht mehr lernen, Krieg zu führen"! Dafür werden alle Nationen lernen, sich der Lebensweise Gottes unterzuordnen und zu fügen.
     Jesus offenbarte, dass sein Weg auf zwei sehr bedeutenden Geboten beruht: „‚Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.’ Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst’" (Matthäus 22, 37-39). Auf dieses Gesetz der Liebe bauen alle Prinzipien auf, die man in den Zehn Geboten, den Gesetzen und Rechtsvorschriften findet. Die Menschheit wird den selbstlosen Weg der Liebe lernen – geben, opfern, teilen und dienen. Sie wird nicht mehr den egoistischen „Weg des Nehmens" lernen – Eigennutz, Eitelkeit und Habgier, die unsere ganze heutige Gesellschaft bestimmen. Ehemänner und Ehefrauen werden lernen, wie sie ihre Rollen in der Ehe erfüllen können. Eltern werden lernen, wie sie ihre Kinder lehren und auf den rechten Weg bringen können. Scheidung wird ein Begriff aus der Geschichte werden!
     Wir haben bisher gesehen, wie Gottes Regierung ein Bildungssystem errichtet, das die Wahrheit lehren wird. Es wird keine Kriege mehr geben, keinen Bedarf für das Militär, keine Scheidungen mehr und keine zerbrochenen Familien mehr!
     Der Gehorsam gegenüber der Lebensweise Gottes wird zu einer bisher nie da gewesenen Blüte der Landwirtschaft führen. „Ich will sie und alles, was um meinen Hügel her ist, segnen und auf sie regnen lassen zu rechter Zeit. Das sollen gnädige Regen sein" (Hesekiel 34, 26). Anstatt dass die Landwirte sich ängstlich um das Wetter, Schädlinge und Krankheiten Sorgen machen müssen, wird es überall Jahr für Jahr reiche Ernten geben (Verse 27-31). Jeremia beschrieb auch eine Zeit der Fülle, als er prophezeite: „Sie werden kommen und auf der Höhe des Zion jauchzen und sich freuen über die Gaben des HERRN, über Getreide, Wein, Öl und junge Schafe und Rinder, dass ihre Seele sein wird wie ein wasserreicher Garten und sie nicht mehr bekümmert sein sollen" (Jeremia 31, 12).
     Welch ein Bild der Hoffnung, das Gott für diejenigen aufzeichnen ließ, die ihn fürchten und in seinem Reich sein wollen! Doch dies ist nur ein winziger Einblick in die wunderbare Welt von morgen – eine Welt, die durch das Reich und die Regierung Gottes verwandelt worden sein wird.

 

Lektion 8, Teil 4

Wie wird sich das Reich Gottes auswirken?

     Gott sagt, dass er nicht der Urheber der Unordnung, sondern des Friedens (1. Korinther 14, 33). Das Reich Gottes wird so organisiert sein, dass Frieden und Ordnung für diese verstörte und von Kriegen gebeutelte Welt auf Dauer gesichert sein werden. Es ist Gottes Art, alle Dinge – in seiner Kirche wie in seinem Reich – „ehrbar und ordentlich zugehen" zu lassen (1. Korinther 14, 40).
     Werden Gesetze in Kraft sein? Wenn ja, können wir wissen, welche Gesetze das sein werden? Wer wird in Regierungspositionen dienen? Wie wird Gott seine Autorität nutzen, um den Weltfrieden herbeizuführen?

  1. Welche Aufgabe wird Jesus Christus im Reich Gottes haben? Offenbarung 17, 14; 19, 16.
  2. Welche Aufgabe werden dann die bekehrten Menschen erfüllen, die an der ersten Auferstehung teilhatten? Offenbarung 20, 4-6 (siehe auch Offenbarung 5, 10).
  3. Werden diejenigen, die an der ersten Auferstehung teilhaben, ihren Lohn nach ihren Werken erhalten? Offenbarung 22, 12. Wird dies beinhalten, dass ihnen Herrschaft über Nationen und Städte gegeben wird? Offenbarung 2, 26; Lukas 19, 15-17.
  4. Werden die 12 Apostel in Gottes Reich eine besondere Aufgabe erhalten? Matthäus 19, 27-28.
  5. Offenbart Gott die besondere Verantwortung, die König David aus dem Israel des Altertums in seinem Reich tragen wird? Hesekiel 34, 23-24; 37, 24-25.
  6. Wie wird die Regierung funktionieren und was wird das Ergebnis sein? Jesaja 32, 1.17-18.
  7. Werden diejenigen, die Gottes Regierung ausüben, engen Kontakt mit den Menschen auf der Erde haben? Jesaja 30, 19-21.
  8. Was wird das Ergebnis der Regierung Gottes für die menschliche Gesellschaft sein? Micha 4, 3-4.
  9. Wie weit wird die Erkenntnis Gottes und seiner Wege verbreitet sein? Habakuk 2, 14. (Beachten Sie: Neuere Umfragen ergaben, dass es in 93 Prozent aller amerikanischen Haushalte eine Bibel gibt. Noch 1992 lasen fast die Hälfte aller Erwachsenen – 47 Prozent – im Laufe einer Woche in der Bibel. Diese Zahl sank bis 1995 auf 31 Prozent und stieg bis 1999 nur leicht auf 36 Prozent).
  10. Wird man anfangs auch mit Härte gegen rebellische Nationen vorgehen, wenn das Reich Gottes auf der Erde errichtet wird? Jesaja 2, 4; Sacharja 14, 16-17.
  11. Wird der Geist Gottes der gesamten Menschheit zugänglich gemacht werden, wenn das Reich Gottes errichtet wird? Hesekiel 36, 24-28.
  12. Wo wird die neue Hauptstadt der Welt sein, von wo aus in Gottes Reich die Erde regiert wird? Jesaja 2,3; Sacharja 2, 12. Wird diese Hauptstadt ewig bestehen? Offenbarung 21, 10.24.

 

Führung in der Welt von morgen

     Es gibt in unserer Zeit eine weltweite Führungskrise. Ihre Ursache ist die Unfähigkeit der Menschen, mit vollkommener Gerechtigkeit zu regieren. Letztlich leidet die ganze Welt also wegen unvollkommener und ungerechter Regierungen, die von unvollkommenen Menschen angeführt werden. Bald jedoch wird Jesus Christus auf die Erde zurückkehren, um in vollkommener Gerechtigkeit zu regieren! (Jesaja 11, 1-5).

Das Reich Gottes wird mit Autorität regieren

     Das Recht Christi, Autorität als König aller Könige und Herr aller Herren auszuüben, wird absolut bindend sein. „Er wird mit dem Stabe seines Mundes den Gewalttätigen schlagen und mit dem Odem seiner Lippen den Gottlosen töten" (Jesaja 11, 4). Die Bibel zeigt auch, dass die wieder auferstandenen Heiligen unter Jesus Christus mitregieren werden – ihn in der gerechten Regierung Gottes unterstützen werden. Beachten Sie die Verheißung Jesu: „Und wer überwindet und hält meine Werke bis ans Ende, dem will ich Macht geben über die Heiden, und er soll sie weiden mit eisernem Stabe" (Offenbarung 2, 26-27). Die Diener Christi werden nicht zögern, ihre Autorität einzusetzen, um einer chaotischen Welt Ordnung und Frieden zu bringen. Zuerst wird Jesus Christus jede Form von Rebellion brechen. Er wird die Nationen richten und alle zurechtweisen, die sich ihm widersetzen (Micha 4, 3; Jesaja 2, 4). Doch was wird geschehen, wenn sich letztlich aller Reiche und Regierungen Gott unterordnen?
     Als seine Zuhörer Jesus Christus vom Reich Gottes sprechen hörten, dachten die meisten sicher, dass sie verstanden, was Könige und Königreiche bedeuteten. Sie lebten in einer Welt, in der viele Könige als Beispiele angeführt werden konnten. Doch Christus machte deutlich, dass die Herrscher in seinem Reich nicht wie diese weltlichen Herrscher handeln würden. Er erklärte ihnen, dass unter den Heiden der größte und stärkste Mann von allen die anderen beherrscht. Unter Jesu Nachfolgern sollte es aber nicht so sein. Vielmehr sollte derjenige als der Größte gelten, der den anderen am meisten dient (vgl. Lukas 22, 24-27).
     Mose war der erste Mann, den Gott gebrauchte, um seine Nation Israel zu regieren. Gott berief ihn, um einem seit langer Zeit versklavten Volk als Gesetzgeber, Herrscher und Gründer einer Nation zu dienen. Wie hatte Gott ihn auf diese enorme Aufgabe vorbereitet? Mose war als Prinz in Ägypten aufgewachsen und hatte somit viele Dinge über Führung aus einer weltlichen Perspektive gelernt. Dadurch war er aber noch nicht bereit für die Aufgabe, zu der Gott ihn berufen hatte. Er musste vieles erst wieder verlernen!
     Mose verbrachte 40 Jahre außerhalb Ägyptens im Exil, wo er als Schafhirte arbeitete, um sich auf die Aufgabe vorzubereiten, zu der er berufen war. Während er lernte, wie man auf Schafe aufpasst und welche Verantwortung man als Hirte trägt, wurde er wirklich auf sein Lebenswerk vorbereitet.
     Viele Jahrhunderte später erwählte Gott einen jungen Mann, um weiter als Erbauer der Nation zu dienen. Sein Name war David. Dieser sollte als ein König dienen, unter dem Israel zu einer großen Nation heranwuchs und Jerusalem zur ewigen Hauptstadt gemacht wurde. Die Propheten berichten auch, dass der wiedererweckte König David eines Tages wieder die gesamte Nation Israel regieren wird, im Königreich des Messias in der Welt von morgen (Hesekiel 37, 24).

Könige regieren wie Hirten

     Wie bereitete Gott David auf seine Lebensaufgabe als König über Israel vor? Davids Erfahrung als Schafhirte lehrte ihn Lektionen, die er sein ganzes Leben lang gebrauchen konnte. David betrachtete seine Aufgabe als König von der Perspektive eines guten Hirten. Sein ganzes Leben lang sah er Israel als Gottes „Herde" an – mit ihm als Hirten, der sie behüten, nähren und vor Schaden bewahren sollte.
     Jesus Christus, der nach seiner Rückkehr als König aller Könige und Herr aller Herren regiert, wird im Neuen Testament als „Erzhirte" und guter Hirte bezeichnet (1. Petrus 5, 4; Johannes 10, 11.14). Diejenigen, die in der neutestamentlichen Kirche Gottes den Gemeinden vorstehen und diese leiten, werden Pastoren genannt – eine Anlehnung an das gleiche griechische Wort, das normalerweise mit „Hirte" übersetzt wird.
     Gottes Regierung wird in der Welt von morgen von denen ausgeübt werden, die in diesem Leben die Einstellung eines Hirten erworben haben. Diese Regierung wird auf der Grundlage echter Liebe und Fürsorge für die Regierten aufgebaut sein, nicht auf den eigensüchtigen Launen der Regierenden. Unabhängig davon, in welchen Führungspositionen wir in diesem Leben wirken – sei es als Ehepartner, Eltern, Arbeitgeber oder Vorarbeiter – wahre Christen müssen lernen, wie richtige Hirten zu handeln, nicht wie Unterdrücker.