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Bibelfernlehrgang
Lektion 8 - Was ist das Reich Gottes?

| Chefredakteur | Roderick C. Meredith |
| Redaktionsdirektor | Richard F. Ames |
| Redaktion | William Bowmer Gary F.
Ehman |
| Autoren | John H. Ogwyn Daniel Hall |
| Französische Ausgabe | Dibar Apartian |
| Spanische Ausgabe | Mario Hernandez |
| Grafische Gestaltung | Donna Prejean |
| Korrekturlesung | Sandy Davis Linda
Ehman |
| Nachrichtenbüro | June Olsen |

Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang hat keinen
Bezugspreis. Seine Verbreitung wird durch Zehnten und Opfer der Mitglieder der
Living Church of God und anderer ermöglicht, die freiwillig Mitarbeiter im Werk
der Verkündigung von Gottes wahrem Evangelium an alle Nationen wurden.
Alle Bibelzitate in dieser Lektion sind, sofern nicht anders
vermerkt, der revidierten Lutherübersetzung von 1984 entnommen
Copyright © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.
Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang wird herausgegeben von
der
Living Church of God P.O. Box 3810 Charlotte NC,
28227-8010, USA Copyright © 2003 Living Church of God ®. Alle Rechte
vorbehalten.
Briefe an den Herausgeber
„Ich fange gerade an, zu verstehen und merke, wie viel ich
noch zu lernen habe. Der Living Church of God Bibelfernlehrgang gibt mir
das Wissen, nach dem ich gesucht habe. Danke dafür, dass es Sie gibt."
R.A., Belchertown, Maryland, USA
„Mir gefallen alle Zeitschriften, die Sie mir zusenden. Sie
sind geistlich sehr erbauend. Ich hätte gerne auch Ihren Bibelfernlehrgang. Ich
bin Mitglied einer Bibelstudiengruppe, aber diese hat keine weiteren Lektionen
und sie haben verzweifelt versucht, welche in einem christlichen Buchladen zu
finden, doch vergeblich. Nachdem ich Ihre Publikationen gelesen habe, gebe ich
sie weiter an unseren Pastor, der sie liest und sie dann in der Kirche lässt,
damit die Gemeinde sie lesen kann. Ich hoffe, Sie schicken mir weiterhin alles
über das Wort Gottes."
E.H., Melvin, Kentucky, USA
„Vielen Dank für den Bibelfernlehrgang. Ich brauche unbedingt
ein klareres Verständnis der Bibel. Mein Kompliment auch zu Ihrer Zeitschrift
Tomorrow’s World. Ich empfinde großen Respekt für Herrn Meredith und Herrn
Ames."
R.K., Pasadena, Kalifornien, USA
„Ich danke Ihnen ganz herzlich und freue mich auf den Erhalt
der Lektion Nr. 5. Ich bin 75 Jahre alt und ein Kurs wie dieser hilft mir
geistig, geistlich und emotional. Es ist nie zu spät, mehr über Gott zu lernen.
Ich habe die Bibel mehrfach gelesen, bin aber nie so tief gedrungen wie Ihr
Lehrgang. Vielen Dank und möge Gott Sie alle segnen."
G.D., Prattville, Alabama, USA
„Durch Ihre Zeitschrift, Ihre Broschüren und Ihren
Bibelfernlehrgang wird Gottes Wort lebendiger und viel klarer – leichter zu
verstehen als alles, was ich bisher gelesen habe. Ich bin in einer strengen
[kirchlich ausgerichteten] Familie groß geworden, habe aber erst als Erwachsener
damit begonnen, die Bibel wirklich zu studieren. Ich brauche nicht zu erwähnen,
dass ich nicht mehr in dieser Kirche bin! Es ist wirklich aufregend, wenn ich
mir vor Augen halte, dass ich ein sehr kleiner Teil der ‚verlorenen Stämme
Israels’ bin! Ich preise Gott täglich für seine Segnungen und bemühe mich,
seinen Lehren nachzufolgen."
C.L., Benson, Ohio, USA
Zum Titelbild: Gott trainiert
Christen, um eines Tages in seinem Reich zu „Königen und Priestern" zu werden
(Offenbarung 5, 10). Gottes Reich ist nicht nur ein Sinnbild – es ist ein reales
Reich mit einem Herrscher, einem Gesetz, einem Territorium und Staatsbürgern.
Jesus Christus wird bald auf Erden regieren und den Menschen für 1000 Jahre die
Wege Gottes beibringen.
Was ist das Reich Gottes?
Wird das Reich Gottes uns bald ein Utopia auf Erden
bringen – ein Utopia, das die Menschen aus eigener Kraft nie errichten konnten?
Seit frühester Zeit haben Menschen über ideale Gesellschaften geschrieben
und vergeblich versucht, solche zu errichten. Plato, ein griechischer Philosoph
des Altertums, schrieb in Die Republik von einer idealen Gesellschaft,
die von „Philosophen als Königen" regiert wird und in der Privatbesitz und die
Familie als Einheit abgeschafft worden sind. Plato glaubte, dass diese Reformen
Neid und Eifersucht in der Gesellschaft beseitigen könnten. Seine Ideen haben
viele nachfolgende Denker beeinflusst, auch diejenigen, die an der französischen
Revolution von 1789 und an der russischen Revolution von 1917 beteiligt waren.
Andere haben versucht, Gesellschaften auf utopischen Ideen aufzubauen. Die
puritanischen Siedler in Neuengland versuchten, in der Neuen Welt eine ideale
Gesellschaft, eine „heilige Gemeinschaft," zu errichten. Vom siebzehnten bis ins
neunzehnte Jahrhundert haben noch viele andere probiert, Kommunen auf der Basis
„christlicher" Prinzipien aufzubauen.
Doch alle Versuche eines „christlichen" Utopia wie das „New Harmony"
in Indiana – oder monströse weltliche Gegenstücke wie Adolf Hitlers Verheißung
eines „tausendjährigen Reichs" – zerfielen wieder. Warum sind die Bemühungen der
Menschen, ihre seit langer Zeit bestehenden Probleme zu lösen, allesamt
fehlgeschlagen? Man hat sich eine Vielzahl von Regierungssystemen ausgedacht,
doch alle besaßen Fehler, die sie zum Scheitern brachten. Seit nunmehr fast 6000
Jahren haben die Menschen ihre eigene Gesellschaft auf einer Kombination von
Gutem und Bösem errichtet. Immer wieder hat sich dabei die Unfähigkeit der
Menschen gezeigt, eine gerechte Gesellschaft zu begründen, die auf Dauer
bestehen kann. Aber es gibt eine Lösung!
Jedes Reich besteht aus vier Komponenten: einem König (oder
Herrscher), Gesetzen, einem Territorium und Staatsbürgern. Ein wirkliches Utopia
muss alle vier Komponenten in Betracht ziehen. Menschliche Versuche von Reformen
für ein solches Utopia konnten nie alle vier Komponenten gleichzeitig
berücksichtigen. Doch der Gott des Himmels hat einen Plan, der alle vier Aspekte
beinhalten wird.
Der Herrscher in Gottes Reich wird kein Geringerer als Jesus
Christus selbst sein, der in Macht und Herrlichkeit auf diese Erde zurückkehren
wird. Seine Assistenten werden zu Unsterblichkeit verwandelte Christen sein, die
im jetzigen Leben ihren Willen dem allmächtigen Gott bedingungslos unterworfen
haben. Weil sie ihn im Glauben und in einer reumütigen Haltung gesucht haben,
empfingen sie Vergebung. Durch geistliches Wachstum und indem sie in diesem
Leben Sünde überwunden haben, haben sie sich darauf vorbereitet, mit dieser
großen Verantwortung betraut zu werden. Mit diesem Plan schafft Gott sich eine
Familie bestehend aus seinen wiedergeborenen Kindern, die Jesus Christus dabei
helfen werden, die wunderbare Welt von Morgen zu regieren.
Gottes Gesetz, das auf seiner Lebensweise der Liebe beruht,
wird in aller Welt wirksam sein und die Grundlage zur Regulierung aller Aspekte
der Gesellschaft bilden. Gottes Gesetz zeigt uns, wie wir ihn von ganzem Herzen
lieben und wie wir unseren Nächsten wie uns selbst lieben sollen.
Was das Territorium – das Land – betrifft, so wird in der
Zeit, wenn Gottes Reich auf Erden errichtet wird, sogar die Wüste wie eine Rose
aufblühen. Gott entscheidet über die Art des Wetters und er wird für Regen zur
rechten Zeit sorgen. Zu Beginn des Millenniums – Christi 1000-jähriger
Herrschaft auf Erden – werden große topografische Veränderungen die Berge senken
und Täler erheben. Dadurch wird sich das Wetter grundlegend ändern und es
ermöglichen, dass die gesamte Erdoberfläche für Menschen besiedelbar und nutzbar
sein wird.
Die Staatsbürger – die Menschheit – wird sich in Gottes Reich
ebenfalls ändern. Zu Beginn des Millenniums wird Satan entfernt werden und nicht
mehr die Möglichkeit haben, die Menschen zu verführen. Wenn dieser unsichtbaren
Geist seine negative Kraft nicht mehr einsetzen kann und stattdessen der
allmächtige Gott seinen heiligen Geist allen Menschen zugänglich macht, werden
sich die Menschen von Grund auf ändern.
Diese Elemente betreffen nicht nur die Regierung Gottes – es geht hier um
seine Familie! Zu Erben eines Königreichs können nur die Kinder des Königs
werden. Das Reich Gottes wird nach der Rückkehr Jesu Christi nicht nur über
diese Erde und die Menschen auf ihr regieren, es wird von den Heiligen des
Höchsten in Besitz genommen werden. Bekehrte Christen werden als Erben
des Reichs bezeichnet, als Erben Gottes und Miterben Christi. In unserer Zeit
bereitet Gott diejenigen, die in seine Familie hineingeboren werden und sein
Reich ererben sollen, auf diese Zukunft vor. Das Reich Gottes ist die Antwort
auf die uralten Sehnsüchte der Menschen. Es ist nicht nur eine leere Utopie,
sondern die einzige Lösung für das Dilemma des Menschen, diese Welt nicht
richtig regieren zu können. In dieser Lektion werden wir untersuchen, was die
Bibel über das Reich Gottes offenbart.
Lektion 8, Teil 1
Wird Christus ein tatsächliches Reich errichten?
Was ist das Reich Gottes eigentlich? Ist es schon hier?
Religionsgelehrte haben viele verschiedene Ideen über das Reich Gottes
verbreitet. Die eigentliche Frage ist aber: „Was lehrt die Bibel?"
Im Laufe der Jahrhunderte wurde den meisten bekennenden Christen
beigebracht, darauf zu hoffen, dass sie nach dem Tod „in den Himmel kommen."
Aber ist das Reich Gottes nur ein bildhafter Ausdruck dafür, dass man in den
Himmel kommt, oder ist es wirklich etwas, das auf dieser Erde errichtet wird?
Sollten wahre Christen wirklich ein buchstäbliches Reich erwarten, das in der
Zukunft errichtet wird?
- Welche Prophezeiung wurde im Bezug auf Jesus Christus
gemacht, bevor er als Mensch geboren wurde? Lukas 1, 31-33. Wird seine Regierung
kein Ende haben? Jesaja 9, 5-6.
- Wann wird Jesus Christus auf dem Thron sitzen, den zu
erben er geboren wurde? Matthäus 25, 31.
- Schrieb Daniel von einer Zeit, in der der Gott des
Himmels ein Reich errichten wird, das nie zerstört werden wird? Daniel 2, 44
- Wird Jesus Christus die Reiche und Regierungen dieser
Erde beim Erschallen der siebten Posaune übernehmen? Offenbarung 11, 15.
- Wird Christus die Nationen mit eisernem Stabe regieren,
wenn er zurückkehrt? Offenbarung 2, 27.
- Werden die wieder auferstandenen Heiligen an dieser
Regierung beteiligt sein? Vers 26; Daniel 7, 18.
- Erwarteten die Apostel noch immer ein buchstäbliches
Reich, das auf dieser Erde errichtet werden sollte, nachdem sie Jesus Christus
für dreieinhalb Jahre darüber predigen gehört hatten? Apostelgeschichte 1, 6.
Kam ihre Frage, nachdem der auferstandene Christus bereits 40 Tage mit ihnen
verbracht und ihnen das Reich Gottes erklärt hatte? Apostelgeschichte 1, 3.
- Sprach Jesus Christus davon, in Macht und Herrlichkeit
auf diese Erde zurückzukehren? Matthäus 24, 30.
- Wird Jesus Christus auf dem Ölberg stehen, wenn er
zurückkehrt? Sacharja 14, 4. War er von dort aus in den Himmel aufgestiegen?
Apostelgeschichte 1, 9-12 (Beachten Sie: Der Ölberg ist Teil einer Bergkette
östlich von Jerusalem und liegt etwa 800 Meter über dem Meer. Dieser Berg, von
dem aus man den Tempelberg überblicken kann, hat eine herausragende Rolle in der
Geschichte Jerusalems und in den letzten Tagen Jesu gespielt).
- Wenn das Reich Gottes errichtet werden wird, wird zu
dieser Zeit auch allen Menschen der Weg des Friedens beigebracht werden, so dass
sie nicht mehr lernen, Krieg zu führen? Jesaja 2, 2-4.
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Wer errichtet wirklich das
Reich?
Historiker bestätigen, dass es in den frühesten Tagen
der Kirche die Erwartung eines buchstäblichen Reichs Gottes auf Erden gegeben
hat. Im Laufe der Zeit jedoch verlor sich diese Einstellung in der Gemeinschaft
derer, die sich als Christen bezeichneten. Was war geschehen?
Beachten Sie die Erklärung des bekannten Historikers Edward Gibbon in
seinem berühmten Buch Decline and Fall of the Roman Empire [Abstieg und
Fall des Römischen Reichs]:
Die alte und populäre Lehre von einem Millennium war eng mit
dem zweiten Kommen Christi verknüpft. Wie die Werke der Schöpfung in sechs Tagen
vollendet worden waren, sollte ihr Fortbestehen im gegenwärtigen Zustand nach
einer Tradition, die dem Propheten Elia zugeschrieben wird, auf sechstausend
Jahre festgesetzt sein... [und] würde von einem herrlichen, tausendjährigen
Sabbat gefolgt werden... . Der feste Glaube an ein solches Millennium wurde von
einer Reihe von Kirchenvätern sorgfältig verankert, von Justinian, dem Märtyrer,
und Irenäus, der unmittelbaren Umgang mit den Jüngern der Apostel gehabt hatte,
bis hin zu Lactantius, der ein Lehrer des Sohnes von Konstantin war... . Doch
als sich die Kirche weitestgehend gefestigt und etabliert hatte, wurde das
stützende Beiwerk mehr und mehr beiseite gelegt. Die Lehre der Herrschaft
Christi auf Erden wurde zunächst als tiefgründige Allegorie angesehen, dann
schrittweise als zweifelhafte und nutzlose Meinung betrachtet und schließlich
als absurde Erfindung von Ketzern und Fanatikern verworfen (Moder Library
Edition, Band I, Seiten 403-404).
Nach dem frühen vierten Jahrhundert, als der römische
Kaiser Konstantin sich mit dem Bischof von Rom verbündete, verschwand die
Vorstellung von einem durch Christus auf Erden errichteten Reich recht schnell.
Der katholische Theologe Augustinus lehrte, dass das Buch der Offenbarung als
eine Allegorie verstanden werden sollte, und dass Prophezeiungen nicht
buchstäblich zu verstehen seien. Daraus entwickelte sich die Vorstellung, dass
das Reich Gottes in Form der Kirche bereits gekommen sei. Auf Grundlage dieses
Konzepts entstand die Allianz zwischen Kirche und Staat, die im ganzen
Mittelalter und bis in die moderne Zeit vorherrschend blieb. Die Idee war, dass
Gott sein Reich durch die Anstrengungen der Menschen herbeiführen würde.
In der modernen protestantischen Vorstellung war der Fortschrittsglaube im
18. und 19. Jahrhundert vorherrschend. Die sich schnell verändernde Welt
veranlasste dabei die Betrachter zu der Auffassung, dass das Reich Gottes durch
die Bemühungen von Christen herbeigeführt würde, diese Welt zu verbessern.
Umgeben von teilweise dramatischen Fortschritten in Technologie, Wissenschaft
und sozialen Reformen, waren viele Menschen optimistisch im Hinblick auf das,
was der Mensch erreichen könnte. Ein großer Teil dieses Fortschrittsglaubens
starb auf den furchtbaren Schlachtfeldern des ersten Weltkriegs.
Obwohl es viele Versuche gab, die Prophezeiungen der Bibel hinsichtlich
verschiedener menschlicher Vorstellungen zu interpretieren, gibt es nur einen
Weg, der im Einklang mit dem Text der Bibel selbst steht. Dieser Weg ist, die
Bibel so zu nehmen, wie sie sich darstellt und zu erkennen, dass sie sagt, was
sie meint und meint, was sie sagt.
Das Reich Gottes wird in der Bibel nicht als etwas dargestellt, das die
Menschen letztlich selbst herbeiführen! Der Gott des Himmels ist es, der es
durch seine Kraft errichten wird. Gott hat der Menschheit erlaubt, selbst eine
Lektion in menschlicher Erfahrung zu schreiben, um damit zu beweisen, dass der
Mensch unfähig ist, sich selbst zu regieren.
Trotz bester Absichten und Anstrengungen sind alle Versuche, diese
Gesellschaft erfolgreich zu reformieren, zum Scheitern verurteilt. Unsere Welt
ist bereits auf einem fehlerhaften Fundament errichtet – der Entscheidung
unserer Ureltern für den Baum der selbständigen Erkenntnis des Guten und Bösen.
Heute bedürfen wir des Reiches Gottes mehr als je zuvor, können es aber nicht
aus eigener Kraft herbeiführen. Ganz eindeutig wird der Mensch das Reich Gottes
nicht errichten – Gott wird es!
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Lektion 8, Teil 2
In das Reich Gottes gelangen
Es gibt viele Auffassungen darüber, wie und wann
Menschen tatsächlich in das Reich Gottes gelangen können. Manche Gruppen, die
sich als Christen bezeichnen, glauben, dass sie bereits jetzt im Reich Gottes
sind. Andere glauben, dass das Reich schon in ihren Herzen errichtet worden ist.
Aber können sie beweisen, dass dies die richtige biblische Sichtweise ist? Wann
erscheint das Reich Gottes auf der Bildfläche? Sind wir schon „im Reich" oder
ist das Reich etwas, das in Zukunft kommen wird?
Diese und andere Fragen über das Reich und unsere Rolle darin werden in
diesem Abschnitt direkt aus der Bibel beantwortet.
- Wann sagte Christus, dass seine Jünger das Reich ererben
werden? Matthäus 25, 31.34.
- Wie beschrieb Christus, was nötig ist, bevor wir in das
Reich Gottes gelangen? Johannes 3, 5. Werden wir im Fleisch bleiben, nachdem wir
wiedergeboren wurden? Johannes 3, 6-8.
- Können Fleisch und Blut das Reich Gottes ererben? 1.
Korinther 15, 50.
- Wann werden wahre Christen die Verwandlung von
Sterblichkeit zu Unsterblichkeit durchmachen? 1. Korinther 15, 52-53.
- Kündigt das Erschallen der Posaune bei der Verwandlung
wahrer Christen zur Unsterblichkeit auch die Rückkehr Jesu Christi an, der dann
sein Reich mit sich bringt? 1. Thessalonicher 4, 16-17; Offenbarung 11, 15.
- Werden in diesem Reich unsere sterblichen Körper
umgewandelt werden, damit sie wie der verherrlichte Leib Jesu Christi sein
werden? Philipper 3, 21.
- Wie sieht Christi verherrlichter Leib aus? Matthäus 17,
2; Offenbarung 1, 13-16. Werden wir genau so sein wie Christus, wenn er kommt?
1. Johannes 3, 2.
- Schrieb der Apostel Paulus, dass unser Bürgerrecht
(griechisch politae) jetzt im Himmel ist? Philipper 3, 20. Befinden sich
wahre Christen gegenwärtig unter der Herrschaft der Regierung des Satans, oder
wurde unser Bürgerrecht bereits in das Reich Gottes übertragen? Kolosser 1,
12-13.
- Bereitet Gott gegenwärtig im Himmel eine Stadt für uns
vor, in der wir auf ewig wohnen? Offenbarung 21, 2. Wird diese Stadt aus dem
Himmel auf diese Erde herabkommen? (Beachten Sie: Das griechische Wort für
Stadt, polis, bildet denselben Wortstamm, von dem unser Bürgerrecht,
politae, abgeleitet ist. Wir sind Bürger des neuen Jerusalem, das sich
zurzeit im Himmel befindet und das wir bewohnen werden, nachdem es auf diese
Erde gekommen ist).
- Sollen Christen in der Erwartung einer ewigen Stadt (dem
neuen Jerusalem) leben, die bald kommen soll? Hebräer 13, 14. Ist Christus in
den Himmel zurückgekehrt, um eine Stätte für uns zu bereiten? Johannes 14, 2-3.
- Werden wir in den Himmel gehen, um den Lohn zu empfangen,
den Gott uns geben will, oder wird Christus diesen mit sich bringen, wenn er auf
die Erde zurückkehrt? Offenbarung 22, 12; Jesaja 40, 10.
- Wenn wir einmal im Reich Gottes sind, werden wir dann vor
Herrlichkeit leuchten? Matthäus 13, 43.
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Wo ist das Reich Gottes –
errichtet in unseren Herzen?
Hat Jesus wirklich gesagt, das Reich Gottes sei in uns?
Viele derer, die sich als Christen bezeichnen, haben gelernt, dass das Reich
Gottes etwas ist, das in den Herzen der Menschen entsteht. Untersuchen wir Lukas
17, 20-21, um zu sehen, was Jesus selbst tatsächlich gelehrt hat. „Als er aber
von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er
ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man’s beobachten kann;
man wird auch nicht sagen: Siehe, hier ist es! oder: Da ist es! Denn siehe, das
Reich Gottes ist mitten unter euch." Was also heißt das genau?
Der Begriff „mitten unter" ist die Übersetzung des Griechischen ento
und heißt nach dem Enhanced Strong’s Lexicon (Logos Bible Software)
wörtlich „in der Mitte von." In der revidierten Lutherbibel 1984 wird die
Passage auch so wiedergegeben, während Luther ursprünglich noch „inwendig in"
übersetzte. Aber wie können wir sicher sein, dass die in der revidierten
Lutherbibel wiedergegebene Fassung der Worte Jesu richtig ist? Wir müssen den
Textzusammenhang untersuchen, um eine Schriftstelle vollständig zu
verstehen.
Das Reich war nicht in den Pharisäern
Beachten Sie noch einmal den Anfang von Vers 20: „Als er
aber von den Pharisäern gefragt wurde..." Jesus richtete seine Antwort an die
Pharisäer – dieselben Pharisäer, die Jesus so oft Schwierigkeiten bereiteten,
während er auf Erden wirkte. Es waren dieselben Pharisäer, zu denen Jesus sagte:
„Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr seid wie die
übertünchten Gräber, die von außen hübsch aussehen, [...] aber innen seid ihr
voller Heuchelei und Unrecht" (Matthäus 23, 27-28). Jesus sagte ebenso, dass
jemand „nicht in das Himmelreich kommen" wird, wenn seine Gerechtigkeit
nicht besser ist, als die der Schriftgelehrten und Pharisäer (Matthäus 5, 20).
Es ist also klar, dass Christus nicht zu denselben heuchlerischen
Pharisäern sagen konnte, dass das Reich Gottes bereits inwendig in ihnen
war! Was also meinte Jesus?
Der Apostel Paulus gab uns eine weiterführende Erklärung über das Reich in
seinem ersten Korintherbrief. Er betonte, dass „Fleisch und Blut das Reich
Gottes nicht ererben können" (1. Korinther 15, 50). Die Pharisäer waren aber aus
Fleisch und Blut.
Christus repräsentierte das Reich
Der vielleicht überzeugendste Beweis, dass das Reich
Gottes nicht in den Herzen von Christen errichtet ist, findet sich in Lukas 19.
Jesus sprach dort zu seinen Jüngern, die „meinten, das Reich Gottes werde
sogleich offenbart werden" (Vers 11). Er erzählte ihnen ein Gleichnis, um diese
Vorstellung auszuräumen – das Gleichnis von einem Fürsten, der in ein
fernes Land zog. Christus erklärte, dass er für eine lange Zeit weg sein werde
(die Zeit zwischen seiner Kreuzigung und seinem zweiten Kommen). Inzwischen
sollten seine Diener – Christen – sein Werk tun – das Evangelium predigen und
die Früchte des heiligen Geistes hervorbringen (Verse 12-27).
Christus wies auch in der berühmten Ölbergprophezeiung in Lukas 21 auf ein
in der Zukunft kommendes Reich hin. Er sagte: „Wenn ihr seht, dass
dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist"
(Vers 31).
Was meinte Jesus also, als er sagte, das Reich Gottes sei „mitten unter"
den Pharisäern? Er ist der Messias, der künftige König dieses Reichs. In genau
diesem Moment stand er inmitten einer Gruppe von Pharisäern als Verkörperung
dieses künftigen Reichs, doch sie erkannten ihn einfach nicht! Das Reich Gottes
war tatsächlich mitten unter ihnen und sie wussten es nicht.
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Lektion 8, Teil 3
Eigenschaften des Reichs
Wie charakterisiert die Bibel das Reich Gottes?
Schriftstellen im Alten Testament und im Neuen Testament offenbaren Grundzüge
einer Regierung, die für Ordnung und Frieden auf der ganzen Welt sorgen wird. In
Form von Gleichnissen zeigte Jesus Christus seinen Jüngern einige Eigenschaften,
die auf Gottes kommendes Reich zutreffen.
Aus dem Studium der Gleichnisse, die Christus gebrauchte, sowie aus den
anderen Schriftstellen über das Reich kann man viel lernen.
- Jesus Christus lehrte nicht in einer Form, die die
Geheimnisse des Reichs Gottes allen Menschen deutlich gemacht hätte. Tat er
dies, weil es nicht Gottes Absicht war, dass alle in diesem Zeitalter die
Wahrheit verstehen sollten? Matthäus 13, 10-11; Lukas 8, 10. (Beachten Sie: Ein
Gleichnis ist eine Erzählform, die Fiktion gebraucht, um Dinge miteinander zu
vergleichen.)
- Hat Christus das Reich Gottes mit einem Senfkorn und mit
Sauerteig verglichen? Matthäus 13, 31.33.
- Beginnt Gott im Allgemeinen mit etwas Kleinem, wenn er
etwas tut, selbst im Hinblick auf sein Reich, das am Ende dieses Zeitalters
errichtet werden soll? Matthäus 13, 32 (Beachten Sie: Schriftstellen über das
Millennium, wie man sie in Jesaja 2 und Micha 4 findet, zeigen, dass Gott sein
Reich zuerst in Jerusalem [dem Berg] errichten wird, von wo aus sich seine
Herrschaft und sein Gesetz über den Rest der Welt verbreiten werden).
- Gab Jesus Gleichnisse, die den Wert des Reichs zeigen,
und wie wir es wertschätzen sollen? Matthäus 13, 44-46.
- Zeigte Christus in einem Gleichnis, dass manche wegen
ihrer Taten von der Teilnahme an Gottes Reich ausgeschlossen sein werden?
Matthäus 13, 47-50.
- Wird die Anfangszeit des Reichs Gottes mit einer Zeit der
Ernte verglichen? Matthäus 13, 24-30. Wird uns gesagt, dass die Zeit dieser
geistlichen Ernte das „Ende der Welt" sein wird? Matthäus 13, 39-40; Offenbarung
14, 15. Anmerkung: Diese Schriftstellen beweisen, dass die Errichtung des Reichs
ein zukünftiges Ereignis ist.
- Sagte Christus (der Fürst), dass er zu seinem Vater in
den Himmel gehen werde, um ein Königreich zu empfangen, um dann mit dem Reich
zurückzukehren? Lukas 19, 11-12.15.
- Wie nannte Petrus die „Zeit," die das Reich Gottes
charakterisieren werde? Apostelgeschichte 3, 19-21.
- Welche Einstellung müssen alle haben, die in das Reich
kommen? Matthäus 18, 3-4.
- Sagte Christus zu den Pharisäern, dass das Reich Gottes
zu jenem Zeitpunkt in ihnen war? Lukas 17, 20-21. (Beachten Sie: Das Wort
entos wird in diesem Zusammenhang besser als „mitten unter" übersetzt.
Christus, der König dieses zukünftigen Reichs war mitten unter ihnen, aber sie
konnten ihn nicht erkennen).
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Wundervolle Veränderungen in der Welt von
morgen
Stellen Sie sich einen Moment lang vor, Sie würden eines
Morgens aufwachen und folgende Schlagzeilen lesen: „Jesus Christus in Jerusalem
gekrönt!" „Ein unüberschaubarer Chor von Engeln singt Lieder des Lobpreises!"
„Die Nachricht von der gerechten Regierung Christi verbreitet sich schnell!"
„Alle Nationen beginnen eifrig mit der Verschrottung von Waffen!" „Großer Bedarf
an landwirtschaftlichen Geräten!"
Dies mag in unserer Welt weit hergeholt und unglaubwürdig klingen, wo wir
tagtäglich mit immensen Problemen zu kämpfen haben. Doch der große Gott des
Himmels und der Erde kann nicht lügen! Seine Worte sind absolut wahr! Er
wird die Ursachen der Menschheitsprobleme beseitigen. Die ganze Welt, die bisher
durch Kriege und Ausbeutung geschädigt wird, wird bald eine wunderbare
Umwandlung durchmachen. Aber welche Veränderungen wird die Regierung Christi
genau mit sich bringen? Der Prophet Micha gibt uns einen Überblick darüber, was
nach Christi Rückkehr geschehen wird.
„In den letzten Tagen aber wird der Berg, darauf des HERRN Haus ist, fest
stehen, höher als alle Berge und über die Hügel erhaben. Und die Völker werden
herzulaufen, und viele Heiden werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinauf
zum Berge des HERRN gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre
seine Wege und wir in seinen Pfaden wandeln! Denn von Zion wird Weisung ausgehen
und des HERRN Wort von Jerusalem. Er wird unter großen Völkern richten und viele
Heiden zurechtweisen in fernen Landen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen
und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andere das
Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen"
(Micha 4, 1-3).
Nachdem die Menschheit nur knapp der völligen Ausrottung entkommen ist,
werden alle Nationen nach Jerusalem kommen, um Gottes Lebensweise zu erlernen.
Die Grundlage wahrer Erkenntnis ist das Wort Gottes, die Bibel. Jesus sagte:
„Der Mensch lebt [...] von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht"
(Matthäus 4, 4) – was seine heiligen und gerechten Gesetze mit einschließt. Die
geistlichen Gesetze Gottes offenbaren seine Lebensweise, aus der Freude, Glück
und ein erfülltes Leben hervorgehen. Der König aller Könige wird – heilig,
göttlich und vollkommen in seinem Charakter – mit Gerechtigkeit regieren, weil
er „nicht richten [wird] nach dem, was seine Augen sehen, noch Urteil sprechen
nach dem, was seine Ohren hören, sondern wird mit Gerechtigkeit richten die
Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande" (Jesaja 11, 3-4). Die
Menschen werden „nicht mehr lernen, Krieg zu führen"! Dafür werden alle
Nationen lernen, sich der Lebensweise Gottes unterzuordnen und zu fügen.
Jesus offenbarte, dass sein Weg auf zwei sehr bedeutenden Geboten beruht:
„‚Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele
und von ganzem Gemüt.’ Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber
ist dem gleich: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst’" (Matthäus
22, 37-39). Auf dieses Gesetz der Liebe bauen alle Prinzipien auf, die man in
den Zehn Geboten, den Gesetzen und Rechtsvorschriften findet. Die Menschheit
wird den selbstlosen Weg der Liebe lernen – geben, opfern, teilen und dienen.
Sie wird nicht mehr den egoistischen „Weg des Nehmens" lernen – Eigennutz,
Eitelkeit und Habgier, die unsere ganze heutige Gesellschaft bestimmen.
Ehemänner und Ehefrauen werden lernen, wie sie ihre Rollen in der Ehe
erfüllen können. Eltern werden lernen, wie sie ihre Kinder lehren und auf
den rechten Weg bringen können. Scheidung wird ein Begriff aus der Geschichte
werden!
Wir haben bisher gesehen, wie Gottes Regierung ein Bildungssystem
errichtet, das die Wahrheit lehren wird. Es wird keine Kriege mehr geben, keinen
Bedarf für das Militär, keine Scheidungen mehr und keine zerbrochenen Familien
mehr!
Der Gehorsam gegenüber der Lebensweise Gottes wird zu einer bisher nie da
gewesenen Blüte der Landwirtschaft führen. „Ich will sie und alles, was um
meinen Hügel her ist, segnen und auf sie regnen lassen zu rechter Zeit. Das
sollen gnädige Regen sein" (Hesekiel 34, 26). Anstatt dass die Landwirte sich
ängstlich um das Wetter, Schädlinge und Krankheiten Sorgen machen müssen, wird
es überall Jahr für Jahr reiche Ernten geben (Verse 27-31). Jeremia beschrieb
auch eine Zeit der Fülle, als er prophezeite: „Sie werden kommen und auf der
Höhe des Zion jauchzen und sich freuen über die Gaben des HERRN, über Getreide,
Wein, Öl und junge Schafe und Rinder, dass ihre Seele sein wird wie ein
wasserreicher Garten und sie nicht mehr bekümmert sein sollen" (Jeremia 31, 12).
Welch ein Bild der Hoffnung, das Gott für diejenigen aufzeichnen ließ, die
ihn fürchten und in seinem Reich sein wollen! Doch dies ist nur ein winziger
Einblick in die wunderbare Welt von morgen – eine Welt, die durch das Reich und
die Regierung Gottes verwandelt worden sein wird.
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Lektion 8, Teil 4
Wie wird sich das Reich Gottes auswirken?
Gott sagt, dass er nicht der Urheber der Unordnung,
sondern des Friedens (1. Korinther 14, 33). Das Reich Gottes wird so organisiert
sein, dass Frieden und Ordnung für diese verstörte und von Kriegen gebeutelte
Welt auf Dauer gesichert sein werden. Es ist Gottes Art, alle Dinge – in seiner
Kirche wie in seinem Reich – „ehrbar und ordentlich zugehen" zu lassen (1.
Korinther 14, 40).
Werden Gesetze in Kraft sein? Wenn ja, können wir wissen, welche Gesetze
das sein werden? Wer wird in Regierungspositionen dienen? Wie wird Gott seine
Autorität nutzen, um den Weltfrieden herbeizuführen?
- Welche Aufgabe wird Jesus Christus im Reich Gottes haben?
Offenbarung 17, 14; 19, 16.
- Welche Aufgabe werden dann die bekehrten Menschen
erfüllen, die an der ersten Auferstehung teilhatten? Offenbarung 20, 4-6 (siehe
auch Offenbarung 5, 10).
- Werden diejenigen, die an der ersten Auferstehung
teilhaben, ihren Lohn nach ihren Werken erhalten? Offenbarung 22, 12. Wird dies
beinhalten, dass ihnen Herrschaft über Nationen und Städte gegeben wird?
Offenbarung 2, 26; Lukas 19, 15-17.
- Werden die 12 Apostel in Gottes Reich eine besondere
Aufgabe erhalten? Matthäus 19, 27-28.
- Offenbart Gott die besondere Verantwortung, die König
David aus dem Israel des Altertums in seinem Reich tragen wird? Hesekiel 34,
23-24; 37, 24-25.
- Wie wird die Regierung funktionieren und was wird das
Ergebnis sein? Jesaja 32, 1.17-18.
- Werden diejenigen, die Gottes Regierung ausüben, engen
Kontakt mit den Menschen auf der Erde haben? Jesaja 30, 19-21.
- Was wird das Ergebnis der Regierung Gottes für die
menschliche Gesellschaft sein? Micha 4, 3-4.
- Wie weit wird die Erkenntnis Gottes und seiner Wege
verbreitet sein? Habakuk 2, 14. (Beachten Sie: Neuere Umfragen ergaben, dass es
in 93 Prozent aller amerikanischen Haushalte eine Bibel gibt. Noch 1992 lasen
fast die Hälfte aller Erwachsenen – 47 Prozent – im Laufe einer Woche in der
Bibel. Diese Zahl sank bis 1995 auf 31 Prozent und stieg bis 1999 nur leicht auf
36 Prozent).
- Wird man anfangs auch mit Härte gegen rebellische
Nationen vorgehen, wenn das Reich Gottes auf der Erde errichtet wird? Jesaja 2,
4; Sacharja 14, 16-17.
- Wird der Geist Gottes der gesamten Menschheit zugänglich
gemacht werden, wenn das Reich Gottes errichtet wird? Hesekiel 36, 24-28.
- Wo wird die neue Hauptstadt der Welt sein, von wo aus in
Gottes Reich die Erde regiert wird? Jesaja 2,3; Sacharja 2, 12. Wird diese
Hauptstadt ewig bestehen? Offenbarung 21, 10.24.
Führung in der Welt von morgen
Es gibt in unserer Zeit eine weltweite Führungskrise.
Ihre Ursache ist die Unfähigkeit der Menschen, mit vollkommener Gerechtigkeit
zu regieren. Letztlich leidet die ganze Welt also wegen unvollkommener und
ungerechter Regierungen, die von unvollkommenen Menschen angeführt werden. Bald
jedoch wird Jesus Christus auf die Erde zurückkehren, um in vollkommener
Gerechtigkeit zu regieren! (Jesaja 11, 1-5).
Das Reich Gottes wird mit Autorität regieren
Das Recht Christi, Autorität als König aller Könige und
Herr aller Herren auszuüben, wird absolut bindend sein. „Er wird mit dem Stabe
seines Mundes den Gewalttätigen schlagen und mit dem Odem seiner Lippen den
Gottlosen töten" (Jesaja 11, 4). Die Bibel zeigt auch, dass die wieder
auferstandenen Heiligen unter Jesus Christus mitregieren werden – ihn in der
gerechten Regierung Gottes unterstützen werden. Beachten Sie die Verheißung
Jesu: „Und wer überwindet und hält meine Werke bis ans Ende, dem will ich Macht
geben über die Heiden, und er soll sie weiden mit eisernem Stabe"
(Offenbarung 2, 26-27). Die Diener Christi werden nicht zögern, ihre Autorität
einzusetzen, um einer chaotischen Welt Ordnung und Frieden zu bringen. Zuerst
wird Jesus Christus jede Form von Rebellion brechen. Er wird die Nationen
richten und alle zurechtweisen, die sich ihm widersetzen (Micha 4, 3; Jesaja 2,
4). Doch was wird geschehen, wenn sich letztlich aller Reiche und Regierungen
Gott unterordnen?
Als seine Zuhörer Jesus Christus vom Reich Gottes sprechen hörten, dachten
die meisten sicher, dass sie verstanden, was Könige und Königreiche bedeuteten.
Sie lebten in einer Welt, in der viele Könige als Beispiele angeführt werden
konnten. Doch Christus machte deutlich, dass die Herrscher in seinem Reich nicht
wie diese weltlichen Herrscher handeln würden. Er erklärte ihnen, dass unter den
Heiden der größte und stärkste Mann von allen die anderen beherrscht. Unter Jesu
Nachfolgern sollte es aber nicht so sein. Vielmehr sollte derjenige als der
Größte gelten, der den anderen am meisten dient (vgl. Lukas 22, 24-27).
Mose war der erste Mann, den Gott gebrauchte, um seine Nation Israel zu
regieren. Gott berief ihn, um einem seit langer Zeit versklavten Volk als
Gesetzgeber, Herrscher und Gründer einer Nation zu dienen. Wie hatte Gott ihn
auf diese enorme Aufgabe vorbereitet? Mose war als Prinz in Ägypten aufgewachsen
und hatte somit viele Dinge über Führung aus einer weltlichen Perspektive
gelernt. Dadurch war er aber noch nicht bereit für die Aufgabe, zu der
Gott ihn berufen hatte. Er musste vieles erst wieder verlernen!
Mose verbrachte 40 Jahre außerhalb Ägyptens im Exil, wo er als Schafhirte
arbeitete, um sich auf die Aufgabe vorzubereiten, zu der er berufen war. Während
er lernte, wie man auf Schafe aufpasst und welche Verantwortung man als Hirte
trägt, wurde er wirklich auf sein Lebenswerk vorbereitet.
Viele Jahrhunderte später erwählte Gott einen jungen Mann, um weiter als
Erbauer der Nation zu dienen. Sein Name war David. Dieser sollte als ein König
dienen, unter dem Israel zu einer großen Nation heranwuchs und Jerusalem zur
ewigen Hauptstadt gemacht wurde. Die Propheten berichten auch, dass der
wiedererweckte König David eines Tages wieder die gesamte Nation Israel regieren
wird, im Königreich des Messias in der Welt von morgen (Hesekiel 37, 24).
Könige regieren wie Hirten
Wie bereitete Gott David auf seine Lebensaufgabe als
König über Israel vor? Davids Erfahrung als Schafhirte lehrte ihn Lektionen, die
er sein ganzes Leben lang gebrauchen konnte. David betrachtete seine Aufgabe als
König von der Perspektive eines guten Hirten. Sein ganzes Leben lang sah er
Israel als Gottes „Herde" an – mit ihm als Hirten, der sie behüten, nähren und
vor Schaden bewahren sollte.
Jesus Christus, der nach seiner Rückkehr als König aller Könige und Herr
aller Herren regiert, wird im Neuen Testament als „Erzhirte" und guter Hirte
bezeichnet (1. Petrus 5, 4; Johannes 10, 11.14). Diejenigen, die in der
neutestamentlichen Kirche Gottes den Gemeinden vorstehen und diese leiten,
werden Pastoren genannt – eine Anlehnung an das gleiche griechische Wort, das
normalerweise mit „Hirte" übersetzt wird.
Gottes Regierung wird in der Welt von morgen von denen ausgeübt werden, die
in diesem Leben die Einstellung eines Hirten erworben haben. Diese Regierung
wird auf der Grundlage echter Liebe und Fürsorge für die Regierten aufgebaut
sein, nicht auf den eigensüchtigen Launen der Regierenden. Unabhängig davon, in
welchen Führungspositionen wir in diesem Leben wirken – sei es als Ehepartner,
Eltern, Arbeitgeber oder Vorarbeiter – wahre Christen müssen lernen, wie
richtige Hirten zu handeln, nicht wie Unterdrücker.

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