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Bibelfernlehrgang

Lektion 9 - Was ist das wahre Evangelium?

ChefredakteurRoderick C. Meredith
RedaktionsdirektorRichard F. Ames
RedaktionWilliam Bowmer
Gary F. Ehman
AutorenJohn H. Ogwyn
Daniel Hall
Französische AusgabeDibar Apartian
Spanische AusgabeMario Hernandez
Grafische GestaltungDonna Prejean
KorrekturlesungSandy Davis
Linda Ehman
NachrichtenbüroJune Olsen

 

Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang hat keinen Bezugspreis. Seine Verbreitung wird durch Zehnten und Opfer der Mitglieder der Living Church of God und anderer ermöglicht, die freiwillig Mitarbeiter im Werk der Verkündigung von Gottes wahrem Evangelium an alle Nationen wurden.

Alle Bibelzitate in dieser Lektion sind, sofern nicht anders vermerkt, der revidierten Lutherübersetzung von 1984 entnommen

Copyright © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.

Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang wird herausgegeben von der

Living Church of God
P.O. Box 3810
Charlotte NC, 28227-8010, USA
Copyright © 2003 Living Church of God ®. Alle Rechte vorbehalten.

 

Briefe an den Herausgeber

„Mit großer Freude möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich Ihren Bibelfernlehrgang sehr inspirierend finde. Dies gilt im Bezug auf Klarheit der Ausdrücke, Wahrheitsgehalt des Textes, die Auswahl an Themen und alle Ratschläge, die gegeben werden. Ihr Bibelfernlehrgang hat mir geistlich die Augen geöffnet, um Gottes Plan zu verstehen. So kann ich nun die Ereignisse erkennen, die der Menschheit in der Zukunft bevorstehen. Möge unser Herr Jesus Christus und die Liebe Gottes mit Ihnen und Ihrer ganzen Gemeinde sein und Ihnen die Kraft geben, bis ans Ende treu zu bleiben."

A.G., Frankreich

„Ich schreibe, um Ihnen meinen Dank auszudrücken für das informativste und erhellendste Bibelstudium, das ich seit langer Zeit gemacht habe. Auch möchte ich ihnen danken für die großartige und informative Zeitschrift Tomorrow’s World."

D.P., Rosharon, Texas, USA

„Ich habe die ersten beiden Lieferungen Ihres Bibelfernlehrgangs erhalten und finde diese sehr einleuchtend. Ich freue mich schon auf die Broschüren, die ich gerade bestellt habe."

B.P., Delaware, Ohio, USA

„Danke an Sie alle, die Sie an diesem endzeitlichen Werk mitwirken. Ihre gesamte Literatur ist sehr inspirierend, besonders der wunderbare Bibelfernlehrgang. Meine Gebete sind Tag und Nacht mit Ihnen. Möge unser Schöpfer jeden einzelnen von Ihnen segnen."

J.W., Los Angeles, Kalifornien, USA

„Gepriesen sei der Herr für Ihre wunderbare Zeitschrift. Die Artikel in den beiden Ausgaben, die ich bisher erhalten habe, waren sehr lohnenswert und beweisen viele Punkte, die ich als Prediger seit vielen Jahren kannte und an die ich glaube. Bitte schreiben Sie mich auch für den Bibelfernlehrgang ein. Ich habe im Laufe der Jahre viele solche Kurse absolviert, die mir helfen sollten, Ihm zu dienen, aber ich glaube, Ihr Kurs wird mir eine noch größere Hilfe dabei sein. Möge Gott Sie und alle Mitarbeiter von Tomorrow’s World [Welt von Morgen] segnen. Verbreiten Sie weiter Sein Wort."

M.P., Cleveland, Ohio, USA

Zum Titelbild: Jesus Christus gebot der Kirche Gottes, das wahre Evangelium vor seiner Rückkehr in aller Welt zu predigen – die gute Nachricht vom Heil, dem neuen Bund, dem kommenden Reich Gottes auf Erden und von der Rückkehr Jesu Christi als König aller Könige (Matthäus 24, 14).

 

Was ist das wahre Evangelium?

     Ein paar Tage vor seinem Tod hatte Jesus Christus auf dem Ölberg ein privates Gespräch mit seinen Jüngern. Er sagte zu ihnen, dass das Evangelium vom Reich Gottes direkt vor seiner Rückkehr in Macht und Herrlichkeit auf der ganzen Welt gepredigt werden würde, zum Zeugnis für alle Völker (Matthäus 24, 14). Was meinte er damit? Und was ist überhaupt das Evangelium?
     Missionare sind in die entlegendsten Teile der Welt gereist, vorgeblich um das Evangelium zu predigen. Die spanischen Konquistadoren kamen im 16. Jahrhundert mit „Schwert und Kreuz" nach Südamerika. Sie kamen nicht nur, um neues Territorium für Spanien zu erobern, sondern auch, um die Einwohner zu ihrer Version des Evangeliums zu bekehren. Jeder bewohnte Kontinent erhielt Besuch aus Europa – und später Amerika – der vorgab, „das Evangelium zu predigen." Doch sie kamen mit einer Vielzahl unterschiedlicher Lehren, Glaubensaussagen und Botschaften. Manche dieser Vertreter des „Evangeliums" haben nicht nur andere Missionare verunglimpft, sondern sogar veranlasst, dass diese gewaltsam verfolgt wurden!
     Würde Jesus diese „Evangelien" überhaupt erkennen, die in seinem Namen gepredigt werden? Wo hatten die vielen widersprüchlichen Ideen über das Evangelium ihren Ursprung? Können wir überhaupt feststellen, wer Recht hat?
     Der Begriff Evangelium stammt vom griechischen Wort euaggelion. Wörtlich übersetzt bedeutet er „gute Nachricht." Uns wird gesagt, dass Jesus Christus mit einer Botschaft kam. Diese Botschaft war die gute Nachricht vom Reich Gottes. In Lektion 8 haben wir die Frage erörtert, was das Reich Gottes ist. In dieser Lektion werden wir das Thema noch eingehender betrachten und uns darauf konzentrieren, welche Botschaft Jesus von Nazareth über dieses Reich verkündete.
     Viele Botschaften wurden in seinem Namen verkündet, aber die eigentliche Frage ist: Welche Botschaft hat Jesus selbst eigentlich verkündet? Er kam nicht nur mit einer Botschaft über seine Person, obwohl das wahre Evangelium sicherlich mit einschließt, wer er ist. Seine Botschaft war nicht die eines sozialen Engagements, obwohl diese Botschaft das persönliche Leben und Verhalten der Menschen beeinflusst, die ihm nachfolgen. Und seine Botschaft ist keine abgehobene Hoffnung auf den Himmel, die die realen Probleme dieser Welt ignoriert. Christi Botschaft bringt Hoffnung für die Zukunft; die einzige Hoffnung auf eine Lösung der Probleme unserer Zeit.
     Die gute Nachricht, die Jesus brachte, stammte direkt von dem Vater. Jesus war der Botschafter – der Abgesandte. Er kam, um zu verkünden, wie die Menschen – die durch ihre Schuld von Gott entfremdet sind, die von ihren Ängsten beherrscht werden und die von Leid und Tod umgeben sind – wieder mit Gott versöhnt werden und ein Erbe als Teil der Familie Gottes erhalten können. Jesu Botschaft war äußerst erstaunlich, doch sie wurde von den meisten Menschen, die vorgaben sie zu verkünden, völlig missverstanden.
     Was genau ist also das Evangelium? Es ist die Botschaft von Gottes Plan und Absicht für die Menschheit. Sie ist auf Gottes Liebe für seine Schöpfung begründet und spiegelt diese wider. Das Evangelium erklärt, dass der Gott des Himmels bald ein Reich errichten wird, das auf seiner Gerechtigkeit aufbaut und alle Reiche dieser Welt erfassen wird. Es ist eine Geschichte von Erlösung und Heil und offenbart den Zweck der menschlichen Existenz.
     Durch das Evangelium lernen wir, dass der Mensch sich nicht selbst erretten kann. Der altertümliche hebräische Prophet Jeremia schrieb dazu: „Ich weiß, Herr, dass des Menschen Tun nicht in seiner Gewalt steht" (Jeremia 10, 23). Für fast 6000 Jahre hat Gott nun den Menschen erlaubt, zu versuchen, ihre Probleme selbst zu lösen. Das Ergebnis war eine traurige Geschichte menschlichen Versagens.
     Das Evangelium erklärt, dass Menschen, die Sünden begehen, nur durch einen Erlöser wieder mit Gott versöhnt werden können.
     Die Strafe für die Sünden der Menschen musste bezahlt werden. Jesus Christus tat dies, als er sich selbst als Opfer anbot, um für die Sünden der Welt zu bezahlen. Johannes 1, 1 erklärt, dass Jesus Christus von Anfang an bei Gott dem Vater war, noch vor seiner Geburt als Mensch, – und dass er selbst auch Gott war. Durch ihn entstand die physische Schöpfung (Vers 3). Als Gott war sein Leben weit mehr wert, als die Gesamtheit aller menschlichen Leben. Indem er sein Leben für uns gab, bezahlte er die Strafe, die wir durch Sünden auf uns gebracht haben.
     Die Botschaft, die Jesus brachte, erklärt uns, dass er als der Messias das Reich errichten wird, von dem die Propheten des Altertums berichten, und dass glaubenstreue Christen als Erben an diesem Reich Teil haben können. Da es Gottes Reich ist, können wir nur dieses Erbe antreten, indem wir als Gottes Kinder ein Teil seiner eigenen Familie werden!
     Das Evangelium erklärt die Notwendigkeit von Glauben und Reue. Glaube ist das Vertrauen darauf, dass Gott seine Verheißungen erfüllen wird und ist somit die Grundlage für das Leben der Gläubigen. Lebendiger und echter Glaube führt zu Veränderungen in unserem Leben. Wenn wir an etwas glauben – wirklich fest glauben – werden wir danach handeln. Nur halbherzig danach zu handeln zeigt, dass der Glaube auch nicht tiefgründig ist. Wenn wir wirklich Gott glauben, werden wir ihm unseren eigenen Willen und unser Leben unterordnen. Dies ist die Grundlage wahrer Reue. Aus dem Evangelium lernen wir nicht nur, dass Gott ein Reich auf dieser Erde errichten wird, sondern auch, wie wir daran Teil haben können. Das Evangelium ist eine Botschaft der Hoffnung und der Hilfe. Es handelt nicht davon, was der Mensch für Gott tun kann, sondern davon, was Gott der Vater und sein Sohn Jesus Christus für die Menschheit getan haben und tun werden.
     Während Sie diese Lektion über das wahre Evangelium studieren, halten Sie sich vor Augen, dass es die Absicht des Evangeliums ist, Ihr Leben zu verändern. Wenn Sie dem wahren Evangelium wirklich Glauben schenken und es sich zu Herzen nehmen, wird sich Ihr Leben verändern – für immer!

Der Bote des Bundes

     Der Prophet Maleachi, der letzte alttestamentliche Prophet, zog die Aufmerksamkeit seiner Leser auf das Kommen des verheißenen Messias für Israel. „Siehe, ich will meinen Boten senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht; und der Engel des Bundes, den Ihr begehrt, siehe, er kommt! spricht der Herr Zebaoth" (Maleachi 3, 1).
     Vier Jahrhunderte, nachdem Maleachi diese Worte niedergeschrieben hatte, stand Jesus von Nazareth im Tempel Gottes in Jerusalem. Er begann, die Religionsführer seiner Tage zurechtzuweisen und die Geldwechsler zu vertreiben, die im Tempelvorhof ihre Geschäfte betrieben (Johannes 2). Er predigte das Evangelium und führte vor aller Augen Wunderheilungen durch. Davon tief berührt kam Nikodemus, einer der Religionsführer und Mitglied des Sanhedrins, heimlich zu Jesus, um ihn über die Bedeutung seiner Botschaft zu befragen (Johannes 3).
     Jesus Christus kam als Bote des Bundes – des neuen Bundes, der schon Jahrhunderte zuvor von Jeremia prophezeit worden war. Dieser Prophet des Altertums hatte geschrieben: „Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, [...] sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein [...] sie sollen mich alle erkennen [...] denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken" (Jeremia 31, 31-34).
     Sehen wir uns drei Aspekte dieses neuen Bundes an. Zunächst sehen wir, dass der neue Bund eine Zeit beschreibt, in der die Menschheit das Gesetz Gottes – das weit davon entfernt ist, abgeschafft worden zu sein – verinnerlicht hat, geschrieben in ihr Herz. Gott hat es nicht darauf abgesehen, sein Gesetz zu ändern; er beabsichtigt, die Herzen und Sinne der fleischlich gesinnten Menschen zu ändern, die von Natur aus seinen Gesetzen gegenüber feindlich eingestellt sind (Römer 8, 7).
     Als Zweites bekommen die Menschen unter dem neuen Bund persönliche Kenntnis von Gott – wissen nicht nur etwas über ihn, sondern können in eine persönliche Beziehung mit ihm treten, die auf gegenseitiger persönlicher Kenntnis beruht. Christus kam, um seinen Jüngern den Vater zu offenbaren und ihnen freien Zutritt zu ihm zu gewähren. Er wies sie an, direkt zu ihm zu beten, weil der Vater selbst sie aus tiefstem Herzen liebt und für sie sorgt. „An dem Tag werdet ihr mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er’s euch geben. Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, dass eure Freude vollkommen sei. [...] denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich von Gott ausgegangen bin" (Johannes 16, 23-27). Der neue Bund beinhaltet, dass wir Gott wirklich kennen lernen und eine enge Beziehung zu ihm haben.
     Der dritte Aspekt des neuen Bundes, der von Jeremia prophezeit und von Jesus Christus verkündet wurde, handelt von der Vergebung und Beseitigung der Sünde. Die Sünde trennt den Menschen von seinem Schöpfer und verurteilt ihn zum Tode. Jesus Christus kam, um die Entfernung der Sünde und ihrer Strafen zu ermöglichen. Er tat dies, indem er sein Leben stellvertretend für uns opferte und die Todesstrafe verbüßte, die wir alle durch unsere Einstellungen und Handlungen auf uns gebracht haben.
     Der neue Bund, den Jesus Christus verkündete, ist das Herzstück des Evangeliums. Erinnern wir uns, dass nur diejenigen, die diesen Bund mit ihrem Schöpfer eingehen, das kommende Reich ererben werden. Die Botschaft Jesu Christi handelte von dem Reich, das der Vater vorbereitet hat, und davon, wie seine Zuhörer dieses Reich ererben konnten.

 

Lektion 9, Teil 1

Das Evangelium, das Jesus Christus predigte

     Wenn wir an das Christentum denken, kommt uns sofort das Evangelium in den Sinn. Wir kennen „Gospelmusik", das soziale Evangelium, das Wohlstandsevangelium, und eine Vielzahl von Evangelisationsveranstaltungen. Aber was ist das Evangelium? Welches Evangelium hat Jesus Christus eigentlich gepredigt? Gibt es viele verschiedene Evangelien oder nur ein Evangelium?

  1. Wo hatte die Botschaft, die Jesus Christus predigte, ihren Anfang – in ihm selbst oder in dem Vater? Apostelgeschichte 10, 36 (Lutherbibel 1912).
  2. Wo und wann wurde die Botschaft des Evangeliums erstmals verkündet? Apostelgeschichte 10, 37.
  3. Welche Botschaft begann Jesus Christus zu verkünden, als die Zeit dafür gekommen war? Markus 1, 14 (Lutherbibel 1912). (Beachten Sie: Das Wort „Evangelium" ist die Übersetzung des griechischen Wortes euaggelion und bedeutet wörtlich „gute Botschaft").
  4. Wie wurde die Verkündigung der Evangeliumsbotschaft vorbereitet? Markus 1, 1-3.
  5. War das Evangelium, das Christus brachte, eine Botschaft über ihn selbst oder kam er mit einer besonderen Botschaft von seinem Vater? Maleachi 3, 1.
  6. Hat Jesus Christus während seines Wirkens auf Erden beständig das Evangelium vom Reich gepredigt? Matthäus 4, 23; 9, 35.
  7. Hat er sogar nach seiner Auferstehung von den Toten noch von derselben Botschaft zu seinen Jüngern gesprochen? Apostelgeschichte 1, 3.
  8. Sagte Christus, dass dieselbe Botschaft, die er gepredigt hatte, vor seiner Rückkehr in der Endzeit in aller Welt gepredigt werden würde? Matthäus 24, 14.
  9. Betonte das Evangelium, das von Christus und seinen Jüngern gepredigt wurde, dass das Reich „nahe herbeigekommen" war? Matthäus 4, 17; 10, 7; Markus 1, 15. (Beachten Sie: Das Reich war nahe herbeigekommen, weil der König dieses Reichs zugegen war und seinen Zuhörern bekannt machte, wie sie dieses Reich ererben konnten).
  10. Lehrte Christus seine Jünger, dass die Errichtung dieses Reichs und deren Erbteil daran zukünftige Ereignisse waren? Matthäus 6, 10; 25, 31.34.
  11. Zeigt die Bibel, dass die Nachfolger Jesu sich sofort an die Verkündigung des Evangeliums machten, nachdem die Kirche organisiert war? Apostelgeschichte 8, 25.
  12. Die Botschaft des Evangeliums über das Reich Gottes war nicht überall bei den Juden und Heiden, die sie hörten, willkommen. Hielt dies die Apostel davon ab, das Evangelium weiter zu predigen? Apostelgeschichte 14, 1.5-7.

Kennen Sie den wahren Jesus?

     Es mag schockierend klingen, aber Milliarden von Menschen kennen den wahren Jesus Christus der Bibel nicht! Manche haben nie von ihm gehört. Doch was besonders erstaunlich ist, ist die Tatsache, dass sogar viele, die sich zum Christentum bekennen, in Wahrheit einem falschen Jesus nachfolgen – so wie in den Zeiten der Apostel (Galater 1, 6-7; 2. Korinther 11, 1-4). Wie können Sie also sicher sein, dass Sie den wahren Jesus kennen? Jesus Christus selbst gab uns die Antwort auf diese bedeutsame Frage!
     Einmal umringten die Juden Christus im Tempel, um ihn zu befragen: „Wie lange hältst du uns im Ungewissen? Bist du der Christus, so sage es frei heraus" (Johannes 10, 24). Jesus antwortete, indem er auf die Werke hinwies, die bezeugten, dass er tatsächlich der Christus war. Dann offenbarte er ihnen ein wichtiges Prinzip wahrer Bekehrung: Christi Schafe hören seine Stimme und folgen ihm nach (Vers 27). „Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger," sagte er in Johannes 8, 31. Direkt vor seiner Verhaftung und Kreuzigung führte er weiter aus: „Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist’s, der mich liebt. Wer mich aber liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren" (Johannes 14, 21). Aus diesen und anderen Schriftstellen können wir entnehmen, dass diejenigen, die den wahren Jesus wirklich kennen, sein Wort hören und befolgen werden (1. Johannes 2, 3-4).
     Jesus Christus zu kennen bedeutet, eine tief greifende Beziehung zu ihm zu haben. Er ist der Erlöser. Er gab bereitwillig sein Leben, um Ihr persönlicher Erlöser zu sein. Die Menschheit hat bewiesen, dass sie technische Fortschritte erzielen kann, dass sie aber die dauerhaften Probleme auf geistlicher Ebene nicht zu lösen vermag. Alle Menschen aus allen Rassen und Nationen, reich und arm, sind sterblich und es ist ihnen bestimmt, einmal zu sterben. Keine menschliche Anstrengung kann dies verhindern. Jesus Christus bietet uns an, die Menschen aus allen Problemen und sogar vor dem Tod zu retten.
     Wie kann Christus eine solche Erlösung anbieten? Weil er nicht nur ein einfacher Mensch war. Er war vielmehr Immanuel, „Gott mit uns", wie der Engel seinem Vater Josef vor seiner Geburt erklärte (Matthäus 1, 23). Er, der am Anfang bei Gott dem Vater war und selbst auch Gott war, entäußerte sich seiner göttlichen Macht und Herrlichkeit, um zu einem Menschen zu werden (Johannes 1, 1-2.14; Philipper 2, 6-8). Er hatte Teil an dem Fleisch und Blut derjenigen, die zu retten er kam und wurde als ein Nachkomme Abrahams geboren (Hebräer 2, 14-18). Als Mensch wurde er in allen Aspekten versucht wie wir, doch er widerstand der Sünde völlig (Hebräer 4, 15). Weil er Gott war, war sein Leben mehr wert als das aller Menschen zusammen. Er gab sein Leben am Kreuz als Sündopfer für uns hin. Jesus sitzt nun zur rechten Hand des Vaters und dient als unser Hohepriester. Er leistet Fürsprache für uns und hilft uns in Zeiten der Not (Hebräer 4, 14-16). Doch wir müssen unseren Teil tun. Beachten Sie: „Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit" (1. Johannes 1, 9).
     Jesus ist unser Herr und Meister. Paulus erinnerte die Gemeinde von Korinth daran, als er schrieb: „Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe" (1. Korinther 6, 19-20). Jesus Christus hat also die Autorität, uns zu sagen, wie wir leben sollen.
     Und Jesus – unser Erlöser, Hohepriester, Herr und Meister – wird als König aller Könige und Herr aller Herren auf diese Erde zurückkehren, um die Menschheit vor der völligen Ausrottung zu bewahren (Offenbarung 19, 11-16). Die Jünger, die ihn heute wirklich kennen und ihm gehorchen, werden mit ihm regieren, wenn er zurückkommt (Offenbarung 5, 9-10). Jesus wird Gottes Regierung auf der ganzen Erde errichten. Dann werden sich unzählige Millionen (und schließlich Milliarden) von Menschen ihm aufrichtig und aus tiefstem Herzen unterwerfen und den wahren Erlöser kennen lernen. Die Frage ist: Beten Sie den wahren Jesus an, oder ein Trugbild? Kennen Sie ihn wirklich? Erinnern Sie sich, dass Christi Schafe seine Worte hören und befolgen.

 

Lektion 9, Teil 2

Das Evangelium im Alten Testament

     Viele lehren, dass das Evangelium die Botschaft des Neuen Testaments sei – die Nachricht vom Kommen Jesu Christi. Aber ist das Evangelium – die gute Nachricht vom Reich Gottes – auf das Neue Testament begrenzt? Enthält das Alte Testament auch die Evangeliumsbotschaft? Haben die Patriarchen das Evangelium gekannt und daran geglaubt? Wenn nicht, wie konnten sie dann erlöst werden?

  1. Wurde prophezeit, dass Jesus Christus eine Botschaft über den Bund bringen würde? Maleachi 3, 1.
  2. Kam Jesus Christus, der „Engel" (oder Bote) des Bundes als Mittler eines neuen Bundes? Hebräer 9, 15.
  3. Wurden die Bedingungen des neuen Bundes im Alten Testament erklärt? Jeremia 31, 31-34.
  4. Prophezeit Jesaja 40, 9 eine zukünftige Verkündigung des Evangeliums in den Städten Judas?
  5. Konzentriert sich dieses Evangelium, das in Juda verkündet werden wird, auf den Messias und was dieser tun wird, wenn er kommt? Jesaja 40, 5.10-11.
  6. Wurde Timotheus von Paulus erklärt, dass die gute Nachricht des Heils durch Glauben an Christus bereits im Alten Testament beinhaltet war? 2. Timotheus 3, 15-16. (Beachten Sie: Die „heilige Schrift", die in diesen Versen des Neuen Testaments erwähnt wurde, ist das Alte Testament; das Neue Testament war zu jener Zeit, als Timotheus ein Kind war, noch nicht in einem Kodex zusammengefasst und viele seiner Bücher noch nicht einmal geschrieben worden).
  7. Gebrauchte Philippus das Buch Jesaja, um diese Botschaft des Heils einem äthiopischen Eunuchen zu predigen? Apostelgeschichte 8, 30-39.
  8. Sagte der Apostel Paulus, dass das Evangelium dem Israel des Altertums verkündigt wurde? Hebräer 4, 1-2.
  9. Zeigt auch das Alte Testament, dass auferstandene Christen nicht nur in diesem Reich sein werden, sondern auch Macht und Autorität zum Regieren erhalten? Daniel 7, 26-27.

Erlösung und das Evangelium

Die Bibel spricht in Ihrer Gesamtheit des Alten und des Neuen Testaments von der Erlösung und der guten Nachricht von Gottes Plan für die Menschheit.

  1. War ein „lebendiger Glaube" – ein tiefes Vertrauen auf Gott – schon immer ein zentraler Aspekt dessen, was Gott von denen erwartet, die das Heil empfangen sollen? Hebräer 3, 18-19; 1. Mose 15, 6; Jakobus 2, 23.
  2. Welche Zukunft erwartet diejenigen, die geistlich wachsen und der Botschaft, die Christus predigte, treu bleiben? 2. Petrus 1, 11. (Beachten Sie: Weil das Heil immer mit einschließt, dass man in das Reich Gottes gelangt, ist das Evangelium vom Reich auch die gute Nachricht vom Heil).
  3. Schließt die Botschaft vom Heil die gute Nachricht unserer endgültigen Bestimmung mit ein, Kinder Gottes zu werden? Hebräer 2, 9-11.

 

Lektion 9, Teil 3

Das Evangelium, das Paulus predigte

     Wie wir im ersten Teil dieser Lektion gesehen haben, lehren manche, dass es viele verschiedene Evangeliumsbotschaften gebe. Der Apostel Paulus sagte, dass er den Unbeschnittenen – den Heiden – das Evangelium gepredigt hat, während Petrus ausgewählt wurde, das Evangelium den Beschnittenen – den Juden – zu predigen (Galater 2, 7). Aber zeigt die Bibel an irgendeiner Stelle, dass es sich hierbei um zwei verschiedene Botschaften gehandelt hat?

  1. Von was versuchte Paulus die Menschen zu überzeugen, während er die ersten drei Monate in Ephesus war? Apostelgeschichte 19, 8.
  2. Was gab Paulus gegenüber den Ältesten in Ephesus als Thema seiner Predigten an? Apostelgeschichte 20, 25.
  3. Was predigte Paulus noch am Ende seines Lebens? Apostelgeschichte 28, 23.31.
  4. Predigte Paulus das Evangelium in den Städten Galatiens (Lystra, Ikonion und Derbe)? Apostelgeschichte 14, 6-7. (Beachten Sie: Die Städte, die hier genannt sind, lagen in Lykaonien, im Süden der heutigen Türkei, nordwestlich von Jerusalem).
  5. Waren die Heiden nun Empfänger der Botschaft des Evangeliums, weil die Beschneidung (die Juden) dieselbe Botschaft verworfen hatte? Apostelgeschichte 13, 44-46.
  6. Predigte Paulus, dass Christen bereits erlöst und im Reich Gottes seien, oder sprach er vom Eingehen in Gottes Reich als einem zukünftigen Ereignis? Apostelgeschichte 14, 22.
  7. Erwartet Gott, dass wir ihm in diesem Leben treu bleiben, so dass wir letztendlich in das Reich Gottes eingehen können? 2. Timotheus 2, 11-13; 1. Korinther 6, 9-10.
  8. Paulus schrieb später, um die Gemeinde in Galatien vor jedem zu warnen, der ein anderes Evangelium predigen würde, als das Evangelium, das er selbst gepredigt hatte. Gibt es also nur ein wahres Evangelium? Galater 1, 6-9.
  9. Hat Paulus sein Evangelium wie bereits die ursprünglichen Apostel direkt von Jesus Christus empfangen? Galater 1, 11-12. Hätte Jesus Christus Paulus ein anderes Evangelium gelehrt, als den ursprünglichen zwölf Aposteln? Hebräer 13, 8.
  10. Lehrte Paulus, dass man durch Ungehorsam gegenüber dem Evangelium Gottes Vergeltung auf sich ziehen würde? 2. Tessalonicher 1, 8.
  11. Richtete Paulus die Aufmerksamkeit der Menschen auf die prophetischen Endzeitwarnungen, Gottes Gericht über rebellische Nationen und auf Christi Rückkehr in Macht und Herrlichkeit, als er das Evangelium predigte? 2. Thessalonicher 1, 5-10.
  12. Was ist die Hoffnung des Evangeliums, das Paulus predigte? Ist es die Hoffnung, „in den Himmel zu kommen" oder ist es eine Krone, die Christus den Glaubenstreuen geben wird, wenn er zurückkehrt? 2. Timotheus 4, 8; Kolosser 1, 5.23. (Beachten Sie: Das Wort „Krone" ist die Übersetzung des griechischen stephanos und bezeichnet ein Zeichen königlicher oder (allgemein) erhabener Stellung, das auf dem Kopf getragen wird).

Ein gefälschtes Evangelium

     Der Apostel Paulus warnte die Gemeinde in Korinth, dass Satan der Teufel immer bestrebt ist, als Engel des Lichts – Überbringer der Wahrheit – aufzutreten, auch wenn er Lügen und Dunkelheit mit sich bringt. Paulus warnte seine Leser vor denjenigen, die ein anderes Evangelium, einen anderen Jesus und von einen anderen Geist predigen würden (2. Korinther 11, 1-4.14).
     Einige Jahre zuvor hatte Paulus bereits der Gemeinde in Thessalonich geschrieben, um sie zu warnen, dass „das Geheimnis der Bosheit" bereits am Werk sei. Mysterienreligionen waren im Altertum weit verbreitet und Paulus warnte vor einer Mysterienreligion, die Gesetzlosigkeit befürwortete – einem falschen Evangelium – einer Fälschung der wirklichen guten Nachricht, die Jesus Christus dieser Erde gebracht hatte. Anstatt zu erklären, wie Gottes Gesetz verinnerlicht werden kann, ermutigt diese falsche Botschaft ihre Anhänger, zu glauben, dass das Gesetz nicht mehr in Kraft und für Christen nicht mehr bindend sei.
     Der Judasbrief, der ein paar Jahre vor Paulus’ Briefen an die Korinther und Thessalonicher vom Bruder des Herrn verfasst wurde, gab Christen eine sehr klare Warnung: „Ihr Lieben, nachdem ich ernstlich vorhatte, euch zu schreiben von unser aller Heil, hielt ich’s für nötig, euch in meinem Brief zu ermahnen, dass ihr für den Glauben kämpft, der ein für alle Mal den Heiligen überliefert ist. Denn es haben sich einige Menschen eingeschlichen, über die schon längst das Urteil geschrieben ist, Gottlose sind sie, missbrauchen die Gnade Gottes für ihre Ausschweifung und verleugnen unsern alleinigen Herrscher und Herrn Jesus Christus" (Verse 3-4).
     Woher stammte das gefälschte Evangelium und wie kam es, dass es sich so weit verbreitete? In Apostelgeschichte 8 lesen wir, dass Philippus nach Samarien ging, als die Gemeinde in Jerusalem durch Verfolgung zerstreut wurde. Während er dort war, wurde der samarische Zauberer Simon getauft. Die Geschichte kennt ihn als Simon Magus. Die Bewohner Samariens sahen in ihm „die große Kraft Gottes" und bewunderten ihn sehr. Doch der Apostel Petrus erkannte, dass Simon verbittert und unbekehrt war. „Dein Herz ist nicht rechtschaffen vor Gott," sagte er zu ihm (Apostelgeschichte 8, 21). Er war „verstrickt in Ungerechtigkeit" oder Gesetzlosigkeit (Vers 23).
     Um das gefälschte Evangelium und den Grund seiner Attraktivität für die Menschen zu begreifen, muss man die Rolle der Samariter und von Simon Magus verstehen. Der assyrische König hatte die Bevölkerung Israels deportiert, wie es in 2. Könige 17 beschrieben ist. An ihrer Stelle siedelte er im Norden Israels Menschen aus Babylon und den umgebenden Städten an. Diese wurden als Samariter bekannt, benannt nach Samaria, der früheren Hauptstadt Nordisraels. Diese Volksgruppe praktizierten einen religiösen Synkretismus, indem sie ihre alten, heidnischen Bräuche aus Babylon weiterhin ausübten, dies nun aber im Namen Jahwes, des Gottes von Israel, taten (2. Könige 17, 33.41). Sie versuchten oft, sich mit dem Volk Gottes zusammen zu tun, indem sie sagten, sie würden doch eigentlich alle denselben Gott verehren (vgl. Esra 4, 1-3). Dies entsprach natürlich einfach nicht der Wahrheit. So sagte auch Jesus Christus zu einer Frau aus Samarien, dass diese nicht wüssten, was sie anbeteten. Vielmehr wurde die Wahrheit, die zum Heil führt, durch die Juden bewahrt, und nicht durch sie (Johannes 4, 22).
     Wie die Juden in fast alle Teile der damals bekannten Welt zerstreut wurden und sogar in heidnischen Städten den Kern der wahren Kirche bildeten, so wurden auch die Samariter in andere Gegenden zerstreut, besonders nach Ägypten und Rom. Sie verehrten Simon Magus als Gottes besonderen Repräsentanten. Nach dessen Begegnung mit dem Christentum sah Simon darin eine Möglichkeit, seinen Einfluss auszuweiten. Er gebrauchte die althergebrachte Strategie der Samariter und übernahm den Namen Jesu Christi und seine Botschaft vom Heil, vermischte diese jedoch mit Elementen des babylonischen Kultes, der griechischen Philosophie und gnostischen Spekulationen und schuf somit „ein anderes Evangelium."
     Dieses gefälschte Evangelium, das seit dem ersten Jahrhundert verkündet wird, ist heute von Millionen von aufrichtigen, aber getäuschten Menschen akzeptiert worden. Es verzerrt die Bedeutung der Gnade Gottes und verkündet, dass Christus „alles getan hat", so dass der Gehorsam gegenüber seinem Gesetz für uns weder möglich noch nötig sei. Diejenigen, die diese Fälschung annehmen, verstehen nicht, warum es nötig ist, dass sie ihre eigene Natur ändern sollen.
     Gottes Gnade bezieht sich auf die Gnadengaben, die er gibt, einschließlich seiner unverdienten Vergebung, die er reuevollen Sündern zuteil werden lässt. Durch keine noch so große Anhäufung von guten Werken könnten wir uns Gottes Gnade oder Vergebung verdienen. Stattdessen übernahm Gott die Initiative in unserem Leben und erwies uns seine Liebe sogar als wir noch Sünder waren (Römer 5, 8). Doch – und das ist entscheidend – wir müssen auf Gottes Gnadengabe reagieren, indem wir von unseren gesetzlosen und rebellischen Wegen ablassen und uns ihm bedingungslos ergeben (Römer 6, 1-6).
     Ein lebendiger Glaube an das wahre Evangelium führt zu einer veränderten Lebensweise und schließlich zum Heil. Ein gefälschtes Evangelium und ein toter Glaube (vgl. Jakobus 2, 20) wird niemals irgendjemanden vor irgendetwas erretten!

 

Lektion 9, Teil 4

Was beinhaltet das Evangelium?

     Ist das Evangelium ausschließlich eine Botschaft über Gnade, oder offenbart es auch das Gesetz? Ist eine Botschaft über Gesetze und Gebote mit dem Evangelium vereinbar? Haben Prophezeiungen irgendeine Verbindung zu der Botschaft des Evangeliums?

  1. Setzt Paulus die gute Nachricht (das Evangelium) von Gottes Gnade mit dem Predigen über Gottes Reich gleich? Apostelgeschichte 20, 24-25.
  2. Sind Tod und Auferstehung Jesu Christi von Nazareth zentrale Themen der Evangeliumsbotschaft? 1. Korinther 15, 1-4.
  3. Ermöglichte er als kommender König des Reiches, dass wir in dieses Reich gelangen können, indem er an unserer Stelle die Todesstrafe für unsere Sünden bezahlte? Römer 5, 8-10; 2. Petrus 1, 11.
  4. Beinhaltet die Evangeliumsbotschaft, die gesamte Wahrheit des Wortes Gottes denen zu verkünden, die Gott berufen hat? 2. Korinther 4, 1-4.
  5. Konzentriert sich diese Botschaft darauf, dass wahre Christen im Glauben treu bleiben und ausharren sollen? 2. Korinther 4, 16-18.
  6. Weist das wahre Evangelium auf die Auferstehung bei der Rückkehr Christi als unsere wahre Hoffnung hin? 1. Korinther 15, 19-20; 2. Korinther 4, 14.
  7. Predigte Paulus den Thessalonichern freimütig das Evangelium? 1. Thessalonicher 2, 2.9. Beinhaltete diese Botschaft eine Lebensweise für das jetzige Leben und eine Erklärung unserer endgültigen Bestimmung? 1. Thessalonicher 2, 11-12.
  8. Betonte Paulus, dass es wichtig sei, die Erfüllung prophezeiter Ereignisse zu verfolgen, so dass wir auf Christi Rückkehr vorbereitet sind? 2. Thessalonicher 2, 1-5.
  9. Beinhaltete die Evangeliumsbotschaft, die von den neutestamentlichen Aposteln gepredigt wurde, den Weg der Gerechtigkeit und das Halten der Gebote Gottes? 2. Petrus 2, 20-21; 1. Johannes 2, 3-4.
  10. Gebot Christus den Aposteln im ersten Jahrhundert, von seinem zweiten Kommen zu predigen? Apostelgeschichte 10, 42. Waren die Botschaften des Alten Testaments Teil ihrer Verkündigung? Apostelgeschichte 10, 43; 2. Petrus 3, 1-2.

Der Weg zum ewigen Leben?

     Jesus brachte seine Jünger oft zu einem nahe gelegenen Berg abseits von der Hektik und Betriebsamkeit Jerusalems, um sie im privaten Rahmen die wahren Prinzipien des Christentums zu lehren. Am Ende einer solchen Ausführung, die allgemein die Bergpredigt genannt wird, lehrte Jesus eine ernüchternde Tatsache. „Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind’s, die ihn finden" (Matthäus 7, 14). Werden Sie den Weg finden, der zum ewigen Leben führt?
     Warum ist es so schwierig, den Weg zum ewigen Leben zu finden? Um die Antwort zu erfahren, müssen wir uns Jesu Aussage im Zusammenhang ansehen: „Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind’s, die auf ihm hineingehen. Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind’s, die ihn finden" (Matthäus 7, 13-14).
     Beachten Sie, was danach kommt. Jesus warnt vor falschen Propheten und Lehrern. Andere Schriftstellen offenbaren Satan den Teufel als den großen Verführer der ganzen Welt (Offenbarung 12, 9). Satan hat seine Diener, die als Engel des Lichts auftreten (2. Korinther 11, 13-15). Jesus prophezeite in Matthäus 24, dass viele falsche Lehrer kommen werden, die vorgeben, in seinem Namen zu predigen und so die große Mehrheit der Menschen verführen. Vielleicht können Sie jetzt erkennen, dass der Weg zum ewigen Leben inmitten einer solch breiten Verführung und Verwirrung schwer zu finden ist! Aber Christus lehrte auch, wie Gottes wahre Nachfolger diese Verführung vermeiden können.
     In seiner Botschaft an seine Jünger ging Jesus genauer darauf ein. Beachten Sie, dass seine Aussage uns eine Wahl eröffnet zwischen dem Willen Gottes und unserem eigenen Willen: „Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel" (Matthäus 7, 21). Viele Menschen, die sich zum Christentum bekennen, gebrauchen religiös klingende Wörter, aber sie verleugnen den Vater und den Sohn durch ihre Sünden. Manche mögen vielleicht sogar „viele Wunder" im Namen Christi vollbringen, doch Jesus wird zu ihnen sagen: „Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter" (Vers 23).
     Wenn ein wahrer Christ an das wahre Evangelium glaubt, so glaubt er an Christus als seinen persönlichen Erlöser und fügt sich im Gehorsam dem Willen des Vaters – einschließlich seiner Zehn Gebote! Dies ist eine lebenslange Verpflichtung. Jesus sagte: „Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote" (Matthäus 19, 17). Dies ist nicht der breite und einfache Pfad, und er ist ebenso wenig populär, denn wir leben in einer Welt, die sich in Rebellion gegen Gott befindet. Doch Jesus bestärkte seine Jünger, als er sagte: „ ... bei Gott sind alle Dinge möglich" (Vers 26).

Die Kraft des Evangeliums Christi

     Der Apostel Paulus schrieb unter Inspiration über das Evangelium: „Es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben" (Römer 1, 16). Erhalten Menschen tatsächlich Kraft, wenn sie das Evangelium hören und daran glauben? Was meinte Paulus, als er schrieb, „es ist eine Kraft, die selig macht"? Die Erlebnisse des Apostels Petrus am Pfingsttag erklären, wie das Evangelium Kraft verleiht.
     Am Pfingsttag, zehn Tage nach Christi Himmelfahrt, predigte Petrus machtvoll das wahre Evangelium. Seine Botschaft traf Tausende jüdischer Zuhörer mitten ins Herz. Sie fragten Petrus und die anderen Jünger: „Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun?" (Apostelgeschichte 2, 37).
     Beachten Sie, wie Petrus antwortete: „Tut Buße [bereut tatkräftig eure Sünden] und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes. Denn euch und euren Kindern gilt diese Verheißung, und allen, die fern sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird" (Apostelgeschichte 2, 38-39).
     Haben Sie bemerkt, dass Gott einen neuen Christen zuerst zum Heil berufen muss? (Johannes 6, 44; 1. Korinther 1, 26-28). Jeder wird berufen werden, wenn nach Gottes Zeit und Plan seine Zeit gekommen ist. Gott möchte, dass alle Menschen gerettet werden „und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen" (1. Timotheus 2, 4). Gott, der Vater, gebraucht durch seinen Geist das Evangelium, um den Geist eines Christen für die Wahrheit zu öffnen!
     Christi Evangelium besitzt die Kraft, das gesamte Leben eines Menschen zu verändern. Diejenigen, die wirklich an das Evangelium glauben, werden darauf antworten, indem sie ihre Sünden bereuen. Reue bedeutet eine Abkehr, ein Sich-Abwenden um einen anderen Weg einzuschlagen. Sie beinhaltet, dass wir vor Gott unsere Sünden bekennen und davon ablassen. Deshalb ist der Glaube an das Evangelium mehr als eine akademische Übung der Anerkennung Jesu Christi. Sie bedeutet, sich Jesus Christus als Ihrem persönlichen Erlöser, Herrn und Meister zu unterwerfen! Ein wahrer Christ muss dem Ruf Gottes zur Reue gehorchen und sein Leben und seinen Willen unserem verherrlichten Erlöser Jesus Christus übergeben. Nach der Taufe und dem Auflegen der Hände wird die Kraft von Gottes heiligem Geist in den Geist des Gläubigen gelangen. Er ist das Siegel und die Garantie unseres Erbes des ewigen Lebens (Epheser 1, 13). Die Gegenwart des heiligen Geistes ist es, was einen wahren Christen identifiziert. Derselbe Geist ist es auch, durch den Gott die verstorbenen Christen wieder zum Leben erwecken wird, um sie unsterblich zu machen (Römer 8, 9-11).
     Nun wird die Bedeutung der Aussage von Paulus klar. Das Evangelium Christi hat die Kraft, unser Leben auf ewig zu verändern. Es offenbart, wie wir Gottes heiligen Geist erhalten können, seine göttliche Kraft, die zu unserer Erlösung notwendig ist.
     Das Evangelium – die gute Nachricht der Erlösung, des neuen Bundes, des kommenden Reichs Gottes auf Erden und der Rückkehr Jesu Christi als König aller Könige – wird weiterhin in aller Welt gepredigt werden (Matthäus 24, 14). Möge Gott Ihnen helfen, die Ergebnisse dieser guten Nachricht in Ihrem eigenen Leben zu erfahren!