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Bibelfernlehrgang

Lektion 10 - Warum sollen wir die Zehn Gebote einhalten?

ChefredakteurRoderick C. Meredith
RedaktionsdirektorRichard F. Ames
RedaktionWilliam Bowmer
Gary F. Ehman
AutorenJohn H. Ogwyn
Daniel Hall
Französische AusgabeDibar Apartian
Spanische AusgabeMario Hernandez
Grafische GestaltungDonna Prejean
KorrekturlesungSandy Davis
Linda Ehman
NachrichtenbüroJune Olsen

 

Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang hat keinen Bezugspreis. Seine Verbreitung wird durch Zehnten und Opfer der Mitglieder der Living Church of God und anderer ermöglicht, die freiwillig Mitarbeiter im Werk der Verkündigung von Gottes wahrem Evangelium an alle Nationen wurden.

Alle Bibelzitate in dieser Lektion sind, sofern nicht anders vermerkt, der revidierten Lutherübersetzung von 1984 entnommen

Copyright © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.

Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang wird herausgegeben von der

Living Church of God
P.O. Box 3810
Charlotte NC, 28227-8010, USA
Copyright © 2003 Living Church of God ®. Alle Rechte vorbehalten.

 

Briefe an den Herausgeber

„Ich wollten Ihnen nur kurz mitteilen, wie sehr mir dieser Bibelfernlehrgang gefällt. Ich habe im Laufe meines Lebens schon an vielen Bibelunterrichten teilgenommen, aber dieser Fernlehrgang dringt tiefer in den Inhalt der Bibel vor und das mag ich sehr. Ich hoffe, dass ich nicht allzu viele Antworten falsch habe, bemühe mich aber, es das nächste Mal besser zu machen. Mein Bruder nimmt auch an diesem Bibelfernlehrgang teil und wir vergleichen unsere Gedanken und reden intensiv über das, was wir hier lernen."

D.K., Downers Grove, Illinois, USA

„Dieser Bibelfernlehrgang ist einfach großartig. Er hilft mir, mich darauf zu freuen, etwas studieren zu können, das so interessant ist und wo die Schriftstellen bereits für uns zusammengetragen sind."

A.H., Wickes, Arkansas, USA

„Dieser Brief ist einfach ein persönlicher Dank an Sie und alle Mitglieder der Kirche und Publikationen der Welt von Morgen, dass Sie mich also Teilnehmer an Ihrem Bibelfernlehrgang aufgenommen haben. Ich bin Ihnen tatsächlich sehr dankbar, dass Sie einen solchen Kurs kostenlos anbieten. Bitte setzen Sie ihre gute Arbeit fort."

R.E., Frankreich

„Die Lektionen sind gut geschrieben und sehr hilfreich. Ältere Mitglieder müssen sehr viel mehr lesen, um sich daran zu erinnern, was sie früher einmal so genau wussten. Älter zu werden bedeutet, schneller zu vergessen und in meinem Fall auch, öfter krank zu werden und länger für eine Genesung zu brauchen. Ich bin so dankbar, „die Wahrheit" zu kennen."

K.W., Northridge, California, USA

Zum Titelbild: „Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben" schrieb König David (Psalm 119, 165). Der Apostel Paulus schrieb, „so ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung" (Römer 13, 10). Jesus Christus sagte, er sei nicht gekommen, um das Gesetz aufzulösen, sondern um es zu erfüllen (Matthäus 5, 17). Wie Sie in dieser Lektion sehen werden, hat Jesus Christus die Zehn Gebote nicht abgeschafft, sondern um den Aspekt seiner Liebe erweitert!

 

Warum sollen wir die Zehn Gebote einhalten?

     Warum sind vielen Menschen, die sich zum Christentum bekennen, die Zehn Gebote so wichtig, während sie gleichzeitig ablehnen, diese einzuhalten? Warum lehren Pastoren und Theologen oftmals, dass diese Gebote „abgeschafft" seien, während Kirchenmitglieder sich dafür einsetzen, dass diese auch in öffentlichen Gebäuden angebracht werden können?
     Der größte Widerstand dagegen kommt von denjenigen, die den Einfluss der Bibel auf das alltägliche Leben vermindern wollen. Viele konservative religiöse Gruppierungen und protestantische Gemeinden haben die öffentliche Aufstellung von Tafeln mit den Zehn Geboten in den USA befürwortet. Doch ironischerweise sind es gerade viele führende protestantische Theologen, die ihren Studenten in den Seminaren beibringen, dass der buchstäbliche Gehorsam gegenüber jedem einzelnen der Zehn Gebote von einem Christen nicht erwartet wird!
     Fast alle dieser Theologen würden zustimmen, dass Christen nicht töten, stehlen, Ehebruch begehen oder lügen sollten. Doch wenn man sie darauf anspricht, zitieren Sie oft „Ausnahmen," die ihrer Meinung nach Christen von diesen Geboten Gottes befreien. Sehen wir uns das zweite Gebot an, das die Anbetung von Bildnissen – angeblich Bildern von Gott – verbietet. Hunderte von Millionen, die sich selbst als Christen bezeichnen, wenden sich im Gebet an Statuen oder Gemälde Jesu Christi, den sie als Gott im Fleisch anerkennen. Millionen von ihnen knien sogar vor solchen Standbildern nieder oder zünden Kerzen vor ihnen an.
     Sehen wir uns das vierte Gebot an. Nur sehr wenige bekennende Christen versuchen ernsthaft, auch nur IRGENDEINEN Tag der Woche „heilig zu halten," indem sie weltliche Arbeit meiden und den ganzen Tag der Anbetung des Schöpfers zu widmen. Und noch weniger von ihnen feiern tatsächlich den wahren biblischen Sabbat – den siebten Tag der Woche – wie er in 2. Mose 20 und 5. Mose 5 beschrieben ist, obwohl Jesus Christus niemals den Sabbat geändert hat.
     Manche religiöse Lehrer verkünden, dass Christen, die versuchen, die Zehn Gebote einzuhalten, sich ihr Heil „verdienen" wollen. Solche Lehrer befürworten eine „Situationsethik," bei der ein Christ sich von seinem Herzen leiten lassen und tun soll, was unter den jeweils gegebenen Umständen als „richtig" erscheint. Aber was sagt die Bibel dazu? Hat Christus die Zehn Gebote gegen diesen oder einen anderen Verhaltenskodex ausgetauscht?
     Und noch wichtiger – lehrt die Bibel, dass ein Christ die Zehn Gebote einhalten soll? Ist es notwendig, dass ein Christ diese Gebote einhält? Und was ist die Konsequenz eines Lebens ohne den Gehorsam gegenüber den Zehn Geboten? Können Sie das Heil erlangen, wenn Sie sich nicht Gott beugen und ihn bitten, sein Leben in ihnen zu leben, damit Sie seinen Geboten gehorchen? Dies sind entscheidende Fragen, deren Antworten wir in den Seiten der Bibel finden müssen!
     In dieser Lektion werden wir uns genau ansehen, was die Lehren Christi, des Apostels Paulus und anderer über die Rolle des Gesetzes Gottes im Leben eines Christen offenbaren. Wir werden Bibelstellen untersuchen, die manchmal missbraucht werden, um den Eindruck zu erwecken, dass ein buchstäblicher Gehorsam heute nicht mehr erforderlich sei. Sind die Zehn Gebote lediglich Vorschläge oder repräsentieren sie den Standard eines heiligen, liebevollen und gerechten Gottes, der sie für alle Zeiten und alle Menschen eingesetzt hat? Es ist wichtig, dass wir verstehen, was die Bibel wirklich sagt!

 

Lektion 10, Teil 1

Was lehrte Jesus Christus über Gesetz und Gnade?

     Ist das Einhalten der Gebote heilsnotwendig? Sind manche Gebote heilsnotwendig und andere nicht? Was war die klare Lehre Jesu Christi zu diesem Thema? Es ist von grundlegender Bedeutung, dass wir diese Dinge verstehen, um zu erkennen, was wir tun müssen, um das ewige Leben zu ererben.

  1. Kam jemand zu Jesus Christus, um ihn zu fragen, was für das Heil notwendig wäre? Matthäus 19, 16. Was sagte Christus zu ihm? Matthäus 19, 17.
  2. Von welchen Geboten sprach Christus? Matthäus 19, 18-19. Zeigte Christus uns, dass die Gebote im Bezug auf zwischenmenschliche Beziehungen uns erklären, wie man seinen Nächsten wie sich selbst liebt?
  3. Was ist noch wichtiger, als seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben? Matthäus 22, 36-39.
  4. Gebrauchte Gott diese beiden übergeordneten Prinzipien der Liebe zu Gott und der Nächstenliebe als Zusammenfassung des gesamten Gesetzes Gottes? Matthäus 22, 40. (Beachten Sie: Christus führt uns dahin, zu erkennen, dass die Gebote in zwei Kategorien untergliedert sind. Die ersten vier Gebote zeigen uns, wie wir Gott lieben können und die letzten sechs Gebote zeigen uns, wie wir einander lieben sollten).
  5. Kam Christus, um das Gesetz zu zerstören, oder um es zu erfüllen? Matthäus 5, 17. (Beachten Sie: Das Wort „zerstören" ist im Griechischen katalyo und bedeutet, etwas auseinander zu nehmen. Es wird zum Beispiel verwendet in Markus 13, 2 („zerbrechen"), Apostelgeschichte 5, 39 („vernichten") und in 2. Korinther 5, 1 („abbrechen"). Das Wort, das in Matthäus 5, 17 mit „erfüllen" übersetzt wurde, ist pleroo und bedeutet, „anfüllen". Beachten Sie den Gebrauch in Lukas 2, 40 („voller"), Johannes 15, 11 („vollkommen") und Apostelgeschichte 2, 2 („erfüllen")).
  6. Hat Christus aufgezeigt, was er damit meinte, dass das Gesetz „erfüllt" (oder „zur Fülle gebracht") werden würde? Matthäus 5, 21-22.27-28. (Beachten Sie: Christus erläuterte das Prinzip und die Absicht hinter dem Gesetz, wodurch dieses sogar noch bindender und umfassender wurde, als zuvor. Er erweiterte die physische „Einhaltung des Gesetzes" um den Bereich unserer Gedanken).
  7. Hat Christus diejenigen zurechtgewiesen, die Gottes Gebote durch menschliche Gebote und Traditionen ersetzten? Markus 7, 7-13. Sprach er dabei von den Zehn Geboten? Vers 10.
  8. War es Jesu Christi regelmäßige Gewohnheit, den Sabbat einzuhalten und die Versammlung an diesem Tag zu besuchen? Lukas 4, 16.
  9. Lehrte Christus seine Jünger, dass die Einhaltung der Gebote notwendig sei? Johannes 8, 31; 14, 15.21.23-24.
  10. Erwartete Christus, dass seine Jünger bis ans Ende weiterhin den Gehorsam gegenüber den Geboten lehren würden? Offenbarung 22, 14 – Lutherbibel 1912.

Das Gesetz der Liebe

     Manche behaupten, dass Christus die Zehn Gebote durch ein einziges neues Gebot ersetzt hat. In der Nacht der letzten Passahfeier sagte Christus tatsächlich zu seinen Jüngern, dass er ihnen ein neues Gebot geben würde. Und auch der Apostel Johannes erwähnt in seinem ersten Brief ein neues Gebot. Sollte dieses aber die Gebote, die vom Berg Sinai verkündet worden waren, ersetzen?
     Liebe ist die grundlegendste Beschreibung des Charakters und der Wesensart Gottes. „Gott ist die Liebe," schrieb Johannes in 1. Johannes 4, 8. Als Jesus Christus gefragt wurde, welches Gebot das wichtigste im Gesetz sei, sagte er, dass das eine wichtigste Gebot ist, Gott von ganzem Herzen und mit aller Kraft zu lieben. Das zweite Gebot ergänzt das erste und lehrt, den Nächsten zu lieben wie sich selbst. Christus sagte, dass an diesen beiden Geboten, zitiert aus 5. Mose 6, 5 und 3. Mose 19, 18, alle anderen Gebote hingen. Tatsächlich erklären uns die ersten vier der Zehn Gebote, wie wir Gott lieben sollen, während die letzten sechs Gebote uns sagen, wie wir unseren Nächsten lieben sollen. Das „neue Gebot" Christi ist, dass wir einander ebenso lieben sollen, wie er uns geliebt hat – mit aufopfernder Liebe. Dies hebt keineswegs die Zehn Gebote auf. Vielmehr ist es eine Erweiterung ihrer Bedeutung, die zeigt, dass Christen sogar einem noch höheren Anspruch gerecht werden sollen als die Menschen im Israel des Altertums.
     Wir sollen Gottes Gebote nicht nur dem Buchstaben nach befolgen, sondern auch entsprechend ihrer geistlichen Bedeutung. Dies bedeutet, dass wir deren volle Bedeutung und Absicht erfüllen sollen. Jesus sagte selbst, dass er nicht gekommen war, um das Gesetz aufzulösen, sondern um es zu erfüllen (Matthäus 5, 17) – es also zur ganzen Fülle seiner Bedeutung zu bringen. Er zeigte dies in der Bergpredigt, wo er erklärte, dass es nicht ausreichte, vom physischen Akt des Ehebruchs Abstand zu nehmen; Gott erwartet, dass wir eine Frau nicht einmal mit Begehren ansehen (Verse 27-28). Nur keinen Mord zu begehen ist ebenfalls nicht ausreichend; wir dürfen nicht einmal eine Einstellung des Hasses oder der Verbitterung gegen eine andere Person hegen (Verse 21-22). Weit davon entfernt, das Gesetz damit abzuschaffen, vertieft der Geist des Gesetzes dieses also und macht es umso verbindlicher.

Welche Zehn Gebote?

     Als sich verschiedene Gruppierungen in den Vereinigten Staaten dafür einsetzten, die Zehn Gebote an öffentlichen Plätzen aufzuhängen, kam die Frage auf, „welche Version" der Gebote aufgehängt werden sollte, als gäbe es unterschiedliche katholische, evangelische und jüdische Versionen davon. Tatsächlich stimmen aber alle Christen und Juden darin überein, dass wir die Zehn Gebote in zwei vollständigen Listen in der Bibel vorfinden: 2. Mose 20, 1-17 und 5. Mose 5, 6-21. Obwohl die Gebote in diesen beiden Stellen etwas unterschiedlich formuliert sind, gibt es keinen Unterschied darin, was tatsächlich geboten ist oder in der Reihenfolge der Gebote.
     Manche Unterschiede gibt es jedoch dahingehend, wie die Gebote in einer „abgekürzten Version" aufgezählt werden. Die Römisch-Katholische Kirche und die Lutheranische Kirche teilen sie anders ein, als die meisten anderen protestantischen Kirchen. Die Römisch-Katholische Kirche hat vor langer Zeit die ersten beiden Gebote zu einer Aussage kombiniert, in der falsche Götter verboten werden. Um letztlich doch wieder zehn Gebote zu erhalten, hat sie dann das zehnte Gebot in zwei Gebote untergliedert, von denen das eine verbietet, seines Nächsten Frau zu begehren und das letzte verbietet, seines Nächsten Besitz zu begehren.
     Diese Unterteilung ist eindeutig künstlich herbeigeführt, wie wir sehen können, wenn wir die Worte in 5. Mose 5, 21 mit denen in 2. Mose 20, 17 vergleichen. Die Reihenfolge der aufgelisteten Dinge, die nicht begehrt werden sollen, unterscheidet sich in den beiden Berichten. Wenn man genau hinsieht, schlägt jeder Versuch, diese Verse in zwei verschiedene Gebote zu unterteilen, fehl. Jeder Streit darüber, „welche" Zehn Gebote nun gelten, ist also künstlich erzeugt und erdacht!

 

Lektion 10, Teil 2

Lehrten Jakobus, Petrus und Johannes die Notwendigkeit des Gehorsams?

     Wenn Christus beabsichtigt hätte, nach seiner Kreuzigung neue Erfordernisse für das Heil einzusetzen, so hätte er wohl sicherlich diejenigen darüber informiert, die ihm am nächten standen. Änderten die Apostel ihre Lehre hinsichtlich des Gehorsams gegenüber dem Gesetz nach der Kreuzigung und Auferstehung Christi? Haben Petrus und Johannes weiterhin gelehrt, dass der Gehorsam gegenüber dem Gesetz für Christen wichtig sei? Galt dies auch für Jakobus und Judas, die Brüder Jesu Christi? Beachten Sie, was diese Apostel noch Jahre und sogar Jahrzehnte nach Christi Auferstehung und Himmelfahrt lehrten.

  1. Sagte Jakobus zu Paulus, dem Apostel, dass die Gemeinde in Jerusalem aus „Eiferern für das Gesetz" bestand? Apostelgeschichte 21, 18-20.
  2. Ist das Prinzip, seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst, eine Zusammenfassung von Gottes „königlichem Gesetz"? Jakobus 2, 8.
  3. Hat dieses königliche Gesetz Punkte? Jakobus 2, 10. Sind zwei dieser Punkte „du sollst nicht ehebrechen" und „du sollst nicht töten"? Jakobus 2, 11.
  4. Jakobus hielt das Gesetz Gottes offenbar nicht für ein Joch, das uns knebelt. Sagte er, dass Christen durch das Gesetz gerichtet werden? Jakobus 2, 12. (Beachten Sie: Das Wort „gerichtet" ist im Griechischen krino und bedeutet, eine Meinung zu äußern, ob etwas richtig oder falsch ist.)
  5. Erklärt Petrus, dass es Gottes Absicht für wahre Christen ist, dass sie heilig werden sollen, wie er heilig ist? 1. Petrus 1, 15-16. Zitierte Petrus bei dieser Aussage aus dem Alten Testament? 3. Mose 19, 1-2.
  6. Hat Petrus vor falschen Propheten gewarnt, die das Volk Gottes vom Gehorsam gegenüber Gott weglocken und sie zurück in die Welt führen würden? 2. Petrus 2, 1-2.18-21.
  7. Hat der Apostel Johannes betont, wie wichtig das Einhalten der Gebote für diejenigen ist, an die er schrieb? 1. Johannes 2, 3-5.
  8. Was ist eine biblische Definition von Sünde? 1. Johannes 3, 4 (Schlachter-Übersetzung).
  9. Lehrte Johannes, dass man Gerechtigkeit praktizieren muss, um von Gott als gerecht angesehen zu werden? 1. Johannes 3, 7.
  10. Ist das Einhalten der Gebote mit der Liebe vereinbar? 1. Johannes 5, 3; 2. Johannes 1, 6.
  11. Warnte Judas, der Bruder von Jakobus, dass einige falsche Prediger versuchen würden, Gottes Gnade mit einer Erlaubnis gleichzusetzen, das Gesetz Gottes außer Acht zu lassen? Judas 1, 4.
  12. Lehrte Johannes noch im letzten Buch, das er schrieb, dass nur diejenigen in Gottes Reich sein werden, die die Gebote einhalten? Offenbarung 22, 14. (Beachten Sie: Die Lutherbibel 1912 übersetzt diesen Vers noch richtig. Neuere Versionen der Lutherbibel wie die Revision von 1984 wurden anhand von Manuskripten übersetzt, die in Ägypten und Rom verändert wurden und den Hinweis auf das Einhalten der Gebote auslassen.)

Gnade verstehen

     Die Bedeutung der Gnade Gottes ist eines der am meisten missverstandenen Konzepte im traditionellen Christentum. „Gnade" ist die deutsche Übersetzung für das griechische Wort charis und beschreibt etwas, das überaus wichtig ist. „Denn aus Gnade seid ihr selig geworden [gerettet worden] durch den Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme" (Epheser 2, 8-9).
     Gnade ist also etwas, das ohne Gegenleistung gegeben oder erteilt wird. Im klassischen Griechisch bezog es sich auf die Gunst eines Herrschers. Wo das Neue Testament von Gnade im Gegensatz zu Werken spricht, erfahren wir, dass Gottes Vergebung ohne Gegenleistung gegeben wird. Wir haben uns diese nicht erarbeitet oder verdient. Die Bibel zeigt, dass alle Menschen gesündigt (Römer 3, 23) und sich dadurch gegen Gott aufgelehnt haben (Römer 8, 7). Wie kann man dann überhaupt die Gunst Gottes genießen? Können wir uns durch künftigen Gehorsam von vergangenen Sünden unbefleckt machen? Natürlich nicht!
     Gott hat die Initiative ergriffen, um uns wieder mit sich zu versöhnen, indem er seinen Sohn Jesus Christus gegeben hat, damit dieser an unserer Stelle die Todesstrafe für unsere Sünden auf sich genommen hat. Doch nachdem Gott uns diese unverdiente Gunst erwiesen hat, müssen wir darauf reagieren. Gott erwartet eine Antwort des Glaubens. Diese beinhaltet, an Gott zu glauben und ihm zu vertrauen. Der Apostel Johannes hob jedoch auch hervor, dass sich ein lebendiger Glaube in unseren Werken widerspiegeln wird (Jakobus 2, 20-24).
     Paulus machte seinen Lesern deutlich, dass Gnade nicht heißt, dass Christen weiterhin Sünden praktizieren können (Römer 6, 1-2). Ganz im Gegenteil: Diejenigen, die Gottes Gnade angenommen haben – seine ohne Gegenleistung verliehene Vergebung – haben sich von der Sünde abgewendet und bemühen sich, ihr Leben auf der Grundlage des Glaubens zu leben. Unser Gehorsam oder das Fehlen von Gehorsam zeigen, wie tiefgründig unser Glaube und unser Vertrauen in Gott sind.
     Wir können Gottes Vergebung unserer Sünden niemals erarbeiten oder verdienen. Kein noch so genaues zukünftiges Einhalten der Gebote wird den vergangenen Gesetzesbruch wieder gut machen. Doch Gnade darf nie als eine Erlaubnis zur Sünde ausgelegt werden. Der Apostel Judas warnte vor Menschen, die die Bedeutung der Gnade verdrehen, indem sie diese mit einer Erlaubnis gleichsetzen, Gottes Gesetz zu ignorieren (Judas 4). Die eigentliche Absicht der Gnade Gottes wird eindeutig in 2. Korinther 5, 21 beschrieben: „Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt." Im nächsten Vers folgt auf diese Erklärung eine Ermahnung von Paulus: „Als Mitarbeiter aber ermahnen wir euch, dass ihr die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangt" (2. Korinther 6,1). Mit anderen Worten: Wenn Gottes Vergebung nicht zum Startpunkt für ein neues, Gott ergebenes Leben des Gehorsams wird, so haben wir die Gnade Gottes vergeblich empfangen!

Was sind die Werke des Gesetzes?

     Manche vertreten die Ansicht, dass wir den „Werken des Gesetzes" nacheifern, wenn wir uns bemühen, nach den Zehn Geboten zu leben, und wir somit unter einem Fluch stehen (vgl. Galater 3, 10). Was sind diese Werke des Gesetzes und weshalb verband Paulus sie damit, unter einem Fluch zu stehen?
     Der Schlüssel zum Verständnis liegt in einer Betrachtung von Galater 2, 16. Hier macht Paulus deutlich, dass es um eine Diskussion ging, wie wir gerecht – unschuldig in Gottes Augen – werden können. Wenn wir uns aus eigener Kraft und durch eigenes Tun in Einklang mit Gott bringen könnten, egal wie dieses Tun aussehen würde, dann wäre das Opfer Jesu Christi unnötig gewesen (Galater 2, 21). Die Idee, dass der Mensch sich durch eigene Anstrengung gerecht machen könnte, betrifft die zentrale Botschaft des Evangeliums.
     In den letzten Jahren wurde diese Aussage des Apostels Paulus in den Briefen an die Römer und Galater in ihrer Bedeutung erhellt. Neuere Übersetzungen der Schriftrollen vom Toten Meer zeigen, dass der Ausdruck „Werke des Gesetzes" im ersten Jahrhundert im jüdischen Kulturkreis gebraucht wurde, um sich auf menschliche Anstrengungen zu beziehen, die darauf abzielten, ein gerechtes Ansehen vor Gott zu erreichen. Dies schloss oft Rituale der Reinigung mit ein, die von den Pharisäern besonders hervorgehoben wurden.
     Schließlich hatte das Thema der Werke des Gesetzes damit zutun, Zugang zu Gott zu bekommen und ein gutes Ansehen bei ihm zu genießen. Sie und ich können niemals unsere Sünden durch Rituale oder Zeremonien wegwaschen oder durch eigene Bemühungen vor Gott gerecht da stehen. Doch wenn wir wirklich bekehrt sind, dann wird Jesus Christus sein Leben in uns führen (Galater 2, 20) und es wird dasselbe gehorsame Leben sein, das er bereits vor fast 2000 Jahren auf Erden lebte (Hebräer 13, 8). Es war ein Leben, das sich völlig dem Willen des Vaters untergeordnet hat (Johannes 5, 30), was natürlich auch das Praktizieren der Zehn Gebote nicht nur dem Buchstaben nach, sondern auch in ihrer vollständigen geistlichen Bedeutung beinhaltete.

 

Lektion 10, Teil 3

Die Lehren des Apostels Paulus über das Gesetz

     Viele glauben, dass der Römerbrief die Notwendigkeit der Christen, wirklich Gott zu gehorchen und seine Gebote zu befolgen, abgeschafft hat. Aber lehrte Paulus wirklich, dass Christen Gottes Gesetz nicht mehr einzuhalten brauchen? Paulus lehrte nicht, dass das Gesetz Gottes „ans Kreuz genagelt" wurde. Wir müssen untersuchen, was Paulus tatsächlich über Gesetz und Gnade im Römerbrief lehrte.

  1. Was war Paulus’ grundlegende Überzeugung im Hinblick auf das Gesetz Gottes? Römer 7, 12.14.22.
  2. Definiert das Gesetz für uns, was Sünde ist? Römer 7, 7. Von welchem Gesetz spricht Paulus hier? Welches Gesetz enthält die Verfügung „Du sollst nicht begehren"? 2. Mose 20, 17.
  3. Lehrte Paulus, dass wir „vom Gesetz frei geworden" sind? Römer 7, 6. Lehrte er auch, dass Christus uns vom „Fluch des Gesetzes" befreit hat? Galater 3, 13.
  4. Was war der „Fluch des Gesetzes"? Galater 3, 13 (letzter Teil des Verses); 5. Mose 21, 22-23. Entstand der Fluch durch einen Ungehorsam gegenüber den Geboten? 5. Mose 27, 26.
  5. Haben wir alle das Gesetz gebrochen (also gesündigt; vgl. 1. Johannes 3, 4 – Schlachter-Übersetzung) und dadurch den „Fluch des Gesetzes" auf uns gebracht? Römer 3, 23. Welche Konsequenz hat es, dass wir unter diesen Fluch gekommen sind? Römer 6, 23.
  6. Kann ein zukünftiges Einhalten uns trotz unserer Sünden in der Vergangenheit vor Gott rechtfertigen (unschuldig machen)? Römer 3, 20. Dient das Gesetz dazu, dass Gott uns damit eine Möglichkeit gab, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden? Beachten Sie den letzten Teil von Vers 20.
  7. Wie können wir dann zu einem Zustand der Unschuld (Rechtfertigung) vor Gott gelangen? Römer 3, 24-25. Macht dies das Gesetz in irgendeiner Form überflüssig und nutzlos? Römer 3, 31.
  8. Erlaubt Gottes Gnade, dass wir weiterhin sündigen und Gottes Gebote brechen dürfen? Römer 6, 1-2.
  9. Lehrt Paulus, dass wir „unter der Gnade" sind, und nicht „unter dem Gesetz"? Römer 6, 14. Bedeutet das, dass wir also die Freiheit haben, zu sündigen und Gottes Gebote zu brechen? Römer 6, 15-18. (Beachten Sie: „Unter der Gnade" zu sein bedeutet, unter der unverdienten Vergebung Gottes zu stehen, durch die wir von unseren vergangenen Sünden schuldfrei gesprochen und dadurch gerechtfertigt werden).
  10. Ist es die Absicht der Gnade Gottes, uns aus dem Griff der Sünde zu befreien, damit wir Gott dienen und heilige Frucht in unserem Leben hervorbringen können? Römer 6, 19-22.
  11. Spricht Paulus davon, dass der „Schuldbrief getilgt" wurde, indem er ans Kreuz geheftet wurde? Kolosser 2, 14. War dieser gegen uns gerichtet?
  12. Spricht die Bibel noch an anderer Stelle davon, dass unsere Sünden getilgt wurden? Apostelgeschichte 3, 19; Psalm 51, 1.9. (Beachten Sie: Es war eindeutig unser Schuldbrief hinsichtlich des Gesetzes, unsere Sünden, was Christus getilgt hat). Setzt Kolosser 2, 13 Vergebung der Sünden mit der Tilgung von Schulden gleich (Vers 14)?

Kolosser 2, 14

     Lehrte der Apostel Paulus, dass die Zehn Gebote „ans Kreuz genagelt" wurden, wie es manche annehmen? Was meinte er damit, als er sagte, der „Schuldbrief [...], der mit seinen Forderungen gegen uns war", sei getilgt, „weggetan und ans Kreuz geheftet" worden?
     Zunächst, glaubte Paulus eigentlich, dass die Gebote gegen uns gerichtet waren? Natürlich nicht! Er betonte sogar, dass das Gesetz geistlich ist und die Gebote heilig und gerecht sind (Römer 7, 12.14). Der Schlüssel liegt darin, die wirkliche Bedeutung des Begriffes „Schuldbrief" zu verstehen, eine Übersetzung der griechischen Worte „cheirographon tois dogmasin".
     Der griechische Begriff cheirographon bedeutet „ ... eigentlich eine handschriftliche Notiz [und] wurde im späteren Griechisch als technischer Begriff für eine Schuldverschreibung gebraucht ..." (International Critical Commentary on the Epistles to the Ephesians and Colossians [Internationaler kritischer Kommentar zu den Briefen an die Epheser und Kolosser], Seite 254). Der gesamte Begriff wurde zu einem griechischen Ausdruck für eine eigenhändige Schuldverschreibung auf Grundlage eines Gesetzes oder einer Lehre (das Wort Dogma wurde vom griechischen dogmasin abgeleitet). Haben wir eine Schuld, die getilgt werden muss? Ja, das haben wir! Christus vergleicht unser Bedürfnis nach Vergebung unserer Sünden mit jemandem, dessen Schuld ausgelöscht werden muss. Christus lehrte uns, zu beten „vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern" (Matthäus 6, 12).
     Die Kreuzigung Christi war ein Opfer, das für all unsere Sünden bezahlt hat. Unser Schuldbrief kann nun gelöscht und weggetan werden! Der Katalog unserer Sünden (die eigenhändige Schuldverschreibung) ist es, was gegen uns ist, nicht das Gesetz Gottes.

Die Lehre des Antichristen

     Der gealterte Apostel Johannes warnte seine Leser, als er am Ende seines Lebens schrieb, vor der Lehre des Antichristen. In 1. Johannes 2, 19 beschrieb er diejenigen, die diese Lehre vertraten, als Menschen, die „von uns ausgegangen" waren, weil sie nicht wirklich „von uns" waren. Was lehrten diese Menschen, damit Johannes sie mit so deutlichen Worten abgrenzte?
     Gegen Ende des ersten Jahrhunderts hatten sich viele Irrlehren in der christlichen Gemeinschaft ausgebreitet. Die Auswirkungen dieser Ideen, von denen viele durch Simon den Zauberer und die Anhänger des Gnostizismus vertreten wurden, hatten zuvor bereits den Apostel Judas veranlasst, die wahren Christen zu ermahnen, für den Glauben zu kämpfen, der ein für allemal den Heiligen überliefert ist (Judas 3).
     Im 1. Johannesbrief bezeichnet der Apostel als „Antichrist", die Leugnung der Rolle Jesu Christi als Gott im Fleisch. In 2. Johannes 7 sagt er dann: „Denn viele Verführer sind in die Welt ausgegangen, die nicht bekennen, dass Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist. Das ist der Verführer und der Antichrist." Beachten Sie die Anmerkungen im Expositor’s Bible Commentary zu dieser Stelle: „Erstaunlicherweise ist die Zeitform hier [...] das Partizip Präsens „in das Fleisch kommend (erchomenon) ist" [...] Was diese Gegenwartsform betonen würde, ist der zeitlose Charakter des Ereignisses" (Band 12, Seite 364). Wir sehen also, dass Jesus Christus nicht nur in das Fleisch gekommen ist (Vergangenheit) als unser Erlöser, sondern auch gegenwärtig in unser Fleisch kommt, um sein Leben in uns zu leben. Paulus erklärte dazu in Galater 2, 20: „Ich lebe aber; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dargegeben" (Lutherbibel 1912). Christus kommt, um durch die innewohnende Kraft des heiligen Geistes in den Gläubigen zu leben. Das Leben, das er in uns leben wird, entspricht dem Leben, das er gelebt hat, als er selbst als Mensch auf Erden gewirkt hat – einem Leben völliger Unterordnung und völligen Gehorsams gegenüber dem Vater.
     Eine der Hauptlehren des Antichristen ist, dass Christen kein gehorsames Leben gegenüber Gott und seinen Geboten zu führen brauchen. Mit der Behauptung, dass Christus bereits an unserer Stelle dieser Gehorsam ausgeübt hat, verleugnen sie, dass er gegenwärtig kommt, um in den Gläubigen zu leben und ihnen zu ermöglichen, dasselbe gehorsame Leben zu leben, das er bereits zuvor gelebt hatte. „Kinder, lasst euch von niemandem verführen! Wer recht tut, der ist gerecht, wie auch jener gerecht ist" (1. Johannes 3, 7).

 

Lektion 10, Teil 4

Die Zehn Gebote im Neuen Testament

     Es ist äußerst wichtig, dass wir die Wahrheit über Gottes Gesetz verstehen. Sind die Zehn Gebote nur im Alten Testament aufgelistet? Sind sie irgendwo im Neuen Testament erwähnt – und erklärt das Neue Testament, dass jedes von ihnen für Christen verbindlich ist? Sehen wir uns genauer an, was das Neue Testament eindeutig über Gesetz und Gnade lehrt.

  1. Lehrte der Apostel Paulus den Gehorsam gegenüber dem ersten Gebot? Epheser 4, 5-6; 1. Timotheus 1, 17.
  2. Wird Götzendienst, das zweite Gebot, erwähnt? 2. Korinther 6, 16-17.
  3. Lehrte Paulus, dass Gotteslästerung (Blasphemie) eine Sünde war? 1. Timotheus 1, 19-20.
  4. Bleibt das vierte Gebot für Gottes Volk bestehen? Hebräer 4, 9. (Beachten Sie: Das griechische Wort, das hier mit „Ruhe" übersetzt wurde, ist sabbatismos, was das Einhalten des Sabbats beinhaltet).
  5. Es wird behauptet, der Apostel Paulus habe gelehrt, dass das Gesetz nicht mehr in Kraft sei. Hat Paulus persönlich den Sabbat eingehalten? Apostelgeschichte 17, 2.
  6. Predigte Paulus am Sabbat nicht nur zu Juden, sondern auch zu Heiden und lehrte diese, ebenfalls den Sabbat einzuhalten? Apostelgeschichte 13, 42-44. Wurde er beschuldigt, jüdische Bräuche zu lehren? Apostelgeschichte 16, 20-21.
  7. Was lehrte der Apostel Paulus über das fünfte Gebot? Epheser 6, 1-3.
  8. Hat Jesus Christus selbst dieses Gebot als Kind befolgt? Lukas 2, 51. Erwies er seinen irdischen Eltern weiterhin Ehre, indem er noch als Erwachsener für die Versorgung seiner Mutter sorgte, als er starb? Johannes 19, 25-27.
  9. Wie steht es mit den letzten fünf Geboten, dass wir nicht töten, ehebrechen, stehlen, lügen oder begehren sollen? Hinterließ der Apostel Paulus klare Anweisungen diesbezüglich? Römer 13, 9-10.
  10. Zeigt das Neue Testament, dass das Brechen des sechsten Gebotes (gegen das Töten) dem Buchstaben nach oder im Geiste uns aus dem Reich Gottes ausschließt? 1. Johannes 3, 15.
  11. Offenbart Gott einen deutlichen Unterschied zwischen dem Schicksal derer, die ein Leben des Überwindens von Sünde führen gegenüber Menschen, die beständigen Ungehorsam gegenüber Gottes Geboten praktizieren? Offenbarung 21, 7-8.
  12. Werden die wahren Heiligen als diejenigen beschrieben, die die Gebote Gottes einhalten? Offenbarung 14, 12. Ist das Einhalten der Gebote eine Voraussetzung für alle, um das neue Jerusalem zu bewohnen und einen Zugang zum Baum des Lebens zu erhalten? Offenbarung 22, 14.

Was ist der Fluch des Gesetzes?

     In Galater 3, 13 wird uns gesagt: „Christus aber hat uns erlöst von dem Fluch des Gesetzes." Manche sind der Meinung, dass der Gehorsam gegenüber dem Gesetz ein Fluch sei und dass dieser Vers bedeutet, wir bräuchten nicht länger zu versuchen, die Zehn Gebote einzuhalten. Sie argumentieren, dass Christus sie eingehalten hat, damit Christen dies nicht mehr tun müssen. Ist das zutreffend?
     Der letzte Teil von Vers 13 macht deutlich, welcher Fluch hier gemeint ist – der Fluch, der in 5. Mose 21, 22 erwähnt ist. Dieser Fluch ist die Todesstrafe, die über jeden kommt, der eine Sünde begangen hat, welche den Tod zur Folge hat. Wir haben alle gesündigt (Römer 3, 23) und stehen unter der Todesstrafe (Römer 6, 23). Jesus Christus hat unseren Platz eingenommen und starb für uns. Er nahm freiwillig den Fluch auf sich, den wir auf uns gezogen haben. Er wurde an einen aufrechten Pfosten genagelt, hing also entsprechend an einem Holz und starb den Tod eines Kriminellen an unserer Stelle.
     Der „Fluch des Gesetzes" ist also sicherlich nicht der Gehorsam! Vielmehr ist es die Todesstrafe, die wir durch unseren Ungehorsam Gott gegenüber verdient haben.

Gottes Gesetz ist ewig!

     Jesus sagte: „Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote" (Matthäus 19, 17)! Und König David schrieb unter Inspiration: „Alle seine Ordnungen (Gebote) sind beständig. Sie stehen fest für immer und ewig" (Psalm 111, 7-8). Gottes Gesetz ist eindeutig dauerhaft gültig. Aber wie war es, bevor Mose auf dem Berg Sinai war? Waren die Gebote in Kraft, bevor Gott Israel durch Mose das Gesetz verkündete?
     Dazu müssen wir ganz an den Anfang gehen. Sünde ist das Brechen des Gesetzes Gottes und wo es kein Gesetz gibt, da kann es auch keine Sünde geben (1. Johannes 3, 4 – Schlachter-Übersetzung; Römer 5, 13). Haben Engel gesündigt? Wenn ja, dann müssen sie Gottes ewiges und heiliges Gesetz gebrochen haben.
     Luzifer, der „schirmende Cherub" (Hesekiel 28, 12-14) war einer der mächtigsten Engel, die Gott erschaffen hatte. Er war herausragend in Weisheit und Schönheit, bis an ihm „Missetat gefunden wurde" (Hesekiel 28, 15-17). Seine Sünde wird auch in Jesaja 14, 12-17 beschrieben. Jesus offenbarte, dass er Zeuge war, wie Luzifer, der dann zu Satan wurde, vom Himmel fiel (Lukas 10, 18) – zusammen mit einem Drittel der Engel (Offenbarung 12, 3-4.9). Der Apostel Petrus schrieb mit klaren Worten, dass diese Engel gesündigt HABEN (2. Petrus 2, 4) – was bestätigt, dass Gottes Gesetze schon vor Adam und Mose existiert haben!
     Welche Gebote haben Satan und seine Engel übertreten? Zunächst folgten sie Luzifer nach und verließen ihre von Gott gegebenen Verantwortungsbereiche (Judas 6). Dies brach das erste Gebot, indem sie jemanden über den wahren Gott stellten. Es brach auch das fünfte Gebot, weil ihr Schöpfer auch ihr einziges Elternteil war. Jesus beschrieb Satan den Teufel als „Mörder von Anfang an" und nannte ihn „Lügner und der Vater der Lüge" (Johannes 8, 44), was das sechste und neunte Gebot bricht. Satan und seine Engel versuchten, den Thron des allmächtigen Gottes selbst zu übernehmen [begehrten ihn und wollten ihn stehlen] (Jesaja 14, 13-14), was das achte und zehnte Gebot brach. Doch es reicht bereits aus, nur eines der Gebote Gottes zu brechen, um am ganzen Gesetz schuldig zu sein (Jakobus 2, 10). Die Gesetze Gottes definieren, wie wir ihn und uns untereinander lieben sollen. Der gefallene Satan und seine Engel waren schuldig, Gott zu hassen, seine Regierung zu hassen und gegen das geistliche Gesetz der Liebe rebelliert zu haben.
     Adam und Eva begehrten, stahlen und entehrten ihr einziges Elternteil, als sie im Garten Eden sündigten. Indem sie auf Satan hörten, statt auf Gott, hatten sie einen anderen Gott über den wahren Gott gestellt. Ein Gebot wurde auch gebrochen, als Kain sündigte, indem er seinen Bruder Abel tötete (1. Mose 4, 10-11). Josef wusste, dass es eine Sünde war, Ehebruch zu begehen (1. Mose 39, 7-9). Der Patriarch Jakob wusste, dass Götzendienst eine Sünde war (1. Mose 35, 1-4). Und was sagt die Bibel über den Sabbat? Gott heiligte ihn schon zur Zeit der Schöpfung (1. Mose 2, 1-3). Sogar schon bevor Israel den Berg Sinai erreichte und den Alten Bund einging, wies Gott die Israeliten dafür zurecht, dass sie den Sabbat brachen (2. Mose 16, 28-30). Wie wir sehen können, haben Gottes Gesetze schon immer in seiner Schöpfung bestanden. Alle zehn Gebote waren seit der Zeit in Kraft, als unsere Ureltern auf diese Erde gesetzt wurden.
     Noch lange Zeit nach Christi Tod und Auferstehung erklärte der Apostel Johannes mit klaren Worten: „Das IST die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten" (1. Johannes 5, 3). Es ist ein Akt des Hasses gegenüber Gott, wenn Menschen etwas anderes tun oder lehren. Die Wahrheit ist wirklich eindeutig hinsichtlich Gottes ewiger und gerechter Gesetze! Wie König David schrieb, sind sie „beständig" und „stehen fest für immer und ewig."