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Bibelfernlehrgang
Lektion 11 - Was ist echte Bekehrung?

| Chefredakteur | Roderick C. Meredith |
| Redaktionsdirektor | Richard F. Ames |
| Redaktion | William Bowmer Gary F.
Ehman |
| Autoren | John H. Ogwyn Daniel Hall |
| Französische Ausgabe | Dibar Apartian |
| Spanische Ausgabe | Mario Hernandez |
| Grafische Gestaltung | Donna Prejean |
| Korrekturlesung | Sandy Davis Linda
Ehman |
| Nachrichtenbüro | June Olsen |

Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang hat keinen
Bezugspreis. Seine Verbreitung wird durch Zehnten und Opfer der Mitglieder der
Living Church of God und anderer ermöglicht, die freiwillig Mitarbeiter im Werk
der Verkündigung von Gottes wahrem Evangelium an alle Nationen wurden.
Alle Bibelzitate in dieser Lektion sind, sofern nicht anders
vermerkt, der revidierten Lutherübersetzung von 1984 entnommen
Copyright © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.
Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang wird herausgegeben von
der
Living Church of God P.O. Box 3810 Charlotte NC,
28227-8010, USA Copyright © 2003 Living Church of God ®. Alle Rechte
vorbehalten.
Briefe an den Herausgeber
„Ich möchte Ihnen dafür danken, dass Sie mir den
Bibelfernlehrgang zuschicken. Er gibt mir viel Einsicht und macht die Schrift
verständlich. Die Menschen, mit denen ich spreche, sagen, dass sie die Bibel
nicht verstehen können. Dann empfehle ich ihnen, Ihren Bibelfernlehrgang zu
bestellen und herauszufinden, wie leicht es eigentlich ist. Auch will ich Ihnen
für die Zeitschrift Tomorrow’s World danken. Besonders hat mir der
Artikel darüber gefallen, wie Jesus Christus für das Präsidentenamt wählen
würde. Ich bin 83 Jahre alt ... und freue mich schon auf die nächsten Ausgaben
Ihrer Zeitschrift und das gute Bibelstudium. Donnerstagabends schaue ich ihre
Fernsehsendung an, die ich sehr mag. Anbei sende ich Ihnen einen Zehnten, um
Ihnen bei dem wunderbaren Werk zu helfen, das Sie tun."
M.C., Escondido, Kalifornien, USA
„Ich möchte die Gelegenheit nutzen, Ihnen dafür zu
danken, dass Sie mir die Lektionen Ihres Bibelfernlehrgangs zuschicken. Ich habe
lange gebraucht, sie zu beenden, weil es neu für mich war, die Bibel zu lesen.
Seitdem ich diesen Kurs begonnen habe, weiß ich nun einiges mehr. Ich freue mich
schon auf die nächsten Lektionen. Beigefügt eine Spende. Vielen Dank."
G.S., Brooklyn, New York, USA
„Vielen herzlichen Dank für die Broschüren, Zeitschriften und
den Bibelfernlehrgang, die ich erhalten habe. Jede einzelne Publikation hat mir
ein Stück mehr gezeigt, was das wahre Christentum eigentlich ist. Danke dafür,
dass Sie uns lehren, die wir bisher blind waren. Wenn es Sie Geschwister des
Glaubens nicht gäbe, wäre ich immer noch unwissend."
J.M., Centralia, Illinois, USA
„Ich habe gerade die
Zeitschrift und die ersten paar Bibellektionen erhalten und bin sehr dankbar.
Sie haben mir die Bibel nahe gebracht und jetzt weiß ich, wozu ich lebe. Obwohl
ich die Bibel bereits mindestens fünf Mal in verschiedenen Versionen gelesen
habe, ist dies das erste Mal, dass ich sie auf die Gegenwart und heutige
Ereignisse beziehen kann."
W.A., Basse Terre, St. Kitts
Zum Titelbild: Die Taufe ist
ein zentrales Ereignis im Leben jedes bekehrten Christen, aber vor der Taufe
muss eine echte Reue erfolgen. Im tiefen Bewusstsein unserer Sünden und mit der
Bereitschaft, unseren geliebten Erlöser Jesus Christus sein Leben in uns leben
zu lassen, werden unsere Werke nach außen den Glauben zeigen, der in uns ist
(Jakobus 2, 18).
Was ist echte Bekehrung?
Was müssen Sie tun, um
erlöst zu werden? Menschen, die sich zum Christentum bekennen, halten eine
Vielzahl verschiedener Antworten auf diese Frage bereit. Millionen von ihnen
glauben, dass Sie zu einem Teil der Kirche Christi gemacht wurden, als sie als
Baby mit Wasser besprengt wurden und somit für die Erlösung gekennzeichnet
worden sind. Andere bestehen darauf, dass der entscheidende Faktor ein
emotionales Erlebnis später im Leben ist, durch das man das Heil erlangt. Wieder
andere Menschen führen an, dass die Anerkennung bestimmter Lehren notwendig sei.
Und manche Menschen sind der Meinung, dass das Heil dann erlangt wird, wenn die
guten Taten im eigenen Leben die bösen Taten überwiegen. Aber was sagt die Bibel
wirklich zum Thema Bekehrung und Erlösung?
Kann es eine wichtigere Frage geben als die, die ein
Gefängnisaufseher Paulus und Silas gestellt hat: „Liebe Herren, was muss ich
tun, dass ich gerettet werde?" (Apostelgeschichte 16, 30). Jahre zuvor wurde der
Apostel Petrus am Pfingsttag etwas Ähnliches gefragt: „Ihr Männer, liebe Brüder,
was sollen wir tun?" (Apostelgeschichte 2, 37).
Paulus gab dem Gefängniswärter eine Antwort, die seither in
zahllosen Predigten und Abhandlungen zitiert wurde: „Glaube an den Herrn Jesus,
so wirst du und dein Haus selig [gerettet]" (Apostelgeschichte 16, 31). Leider
gehen die Zitate in den meisten Fällen nicht weiter. Was bedeutet es aber
wirklich, an Jesus Christus zu glauben? Paulus erklärt mehr dazu in Römer 10, 9,
wo er schrieb: „Denn wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist,
und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so
wirst du gerettet". Glaube im Herzen geht weit über ein intellektuelles
Einverständnis mit einer Tatsache oder Lehre hinaus. Das intellektuelle
Eingeständnis der Tatsache, dass Jesus gelebt hat und gestorben ist, wird
niemanden retten! Der Apostel Jakobus brachte es auf den Punkt: „Du glaubst,
dass nur einer Gott ist? Du tust recht daran; die Teufel glauben’s auch und
zittern. Willst du nun einsehen, du törichter Mensch, dass der Glaube ohne Werke
nutzlos ist?" (Jakobus 2, 19-20).
In Römer 10, 10 erklärte Paulus, über welche Art Glauben er
sprach und erklärte: „Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht". Mit
anderen Worten: Paulus sprach nicht nur von „intellektuellem Wissen". Glaube ist
nicht nur, sich mit bestimmten Lehren einverstanden zu erklären. Vielmehr wird
ein tiefgehender Glaube das Leben des Gläubigen verändern. Wenn Sie wirklich
glauben, dass Gott Jesus Christus von den Toten auferweckt hat – dass er jetzt
lebt – wird das Ihr Leben verändern! Die Realität Gottes und seines Wortes zu
erfassen, führt zu einer grundlegenden Änderung Ihres gesamten Lebens.
Petrus lehrte diejenigen, die seiner Pfingstpredigt zuhörten:
„Tut Buße [bereut], und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu
Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des
heiligen Geistes" (Apostelgeschichte 2, 38). Sie glaubten seiner Botschaft und
wollten deshalb wissen, was sie als Nächstes tun mussten. Petrus zeigte, dass
Reue die richtige Reaktion auf einen echten, von Herzen kommenden Glauben an
Jesus Christus und seine Botschaft ist. Wie Sie in dieser Lektion erfahren
werden, geht Reue weit über Gewissensbisse und ein Gefühl des Bedauerns hinaus.
Sie veranlasst, dass man sich von der Sünde abwendet. Doch was ist die wahre,
biblische Definition von Sünde? Bevor man sich von der Sünde abwenden kann, muss
man wissen, was Sünde ist!
Aus den einfachen Antworten von Petrus und Paulus können wir
erkennen, dass Glaube, Reue und Taufe von Bekehrten erwartet wurden. Jedes
dieser Themen muss im Lichte der klaren biblischen Lehre verstanden sein, weil
es ohne Berücksichtigung der Bibel viele verschiedene Ideen dazu gibt. Welche
Art Glaube ist heilsnotwendig? Was ist echte Reue? Was ist die richtige Form der
Taufe – und macht es überhaupt einen Unterschied? Diese und andere Fragen müssen
anhand der Bibel beantwortet werden.
Bekehrung bedeutet Veränderung, und nichts könnte bedeutsamer
sein, als zu wissen, welche Art Veränderung Gott in uns sehen möchte. In dieser
Lektion werden wir die biblischen Lehren zu den Themen Glauben, Reue, und Taufe
betrachten, um zu verstehen, was eine echte Bekehrung eigentlich ist.
Die „Werke des Gesetzes"
Was sind die Werke des
Gesetzes, auf die sich Paulus im Römerbrief und im Galaterbrief bezog? Ein
Artikel über die Schriftrollen vom Toten Meer, der in der Ausgabe
November-Dezember 1994 von Biblical Archaeology Review veröffentlicht
wurde, ließ diesen Begriff in einem neuen Licht erscheinen. In einem Kommentar
über die kurz zuvor veröffentlichten, so genannten „MMT Schriftrollen" erklärte
Dr. Martin Abegg: „Die herkömmliche Übersetzung von Miqsat Ma’ase Ha-Torah
– MMT – verschleiert dessen Beziehung zu den Paulusbriefen. Diese
Schriftrollen vom Toten Meer und Paulus gebrauchten genau denselben Begriff...
ma’ase ha-torah ist dem gleichzusetzen, was wir im [Deutschen] aus den
Paulusbriefen als ‚Werke des Gesetzes’ kennen".
Die Schriftrollen vom Toten Meer waren das Erzeugnis einer
jüdischen Sekte, die in Qumran, einer Wüstensiedlung, lebte. Nach Lawrence
Schiffman, einem führenden Gelehrten, der sich mit der Übersetzung der Texte vom
Toten Meer befasste, hatte die jüdische Siedlung bei Qumran ihren Ursprung in
„den internen Unruhen nach der Hellenistischen Reform, dem Aufstand der
Makkabäer und im Aufsteigen der Dynastie der Hasmonäer im Amt des
Hohenpriesters". Die Konflikte, die sich aus diesen Spaltungen ergaben, betrafen
„zumeist Opfer und rituelle Reinheit" (Biblical Archaeologist, Januar
1995, Seite 37).
Die Schriftrollen, die von der Siedlung bei Qumran
hergestellt worden waren, besagen, dass das Heil abhängt „von dem Studium der
Torah und den ‚Werken des Gesetzes’" (IQS 6.18, zitiert in Jesus, Qumran and
the Vatican [Jesus, Qumran und der Vatikan] von Otto Betz und Rainer
Riesner, Seiten 46-47. Mit anderen Worten: Die „Werke des Gesetzes" waren
physische Handlungen, mit denen man glaubte, sich Zugang zu Gott verschaffen zu
können und den Gläubigen würdig zu machen. Paulus betonte also, dass wir
gerechtfertigt sind – unschuldig oder würdig geworden sind – nicht durch unsere
eigenen Taten, sondern vielmehr durch unseren Glauben an Gottes Taten an
unserer Stelle – dem Geschenk seines eingeborenen Sohnes als unseren Erlöser.
Der Alte und der Neue Bund
In Galater 4, 21-31
entwickelte Paulus eine Analogie auf der Grundlage der Geschichte von Hagar und
Sarah, um den Alten und den Neuen Bund zu erklären. Aber was bedeutet das? Was
hat dies damit zu tun, ob wir Gottes Gebote einhalten müssen, oder nicht?
Paulus zog einen Vergleich zwischen der irdischen Stadt
Jerusalem, die von römischen Truppen besetzt und regiert wurde, und dem Neuen
Jerusalem, das letztlich vom Himmel herabkommt und zur Wohnstätte für die Kinder
Gottes wird. Er erklärte, dass diejenigen, die nur Bürger des irdischen
Jerusalems sind, geistlich Knechte der Sünde sind, so wie ihre Stadt physisch
von den Römern geknechtet wurde (vgl. Johannes 8, 31-36). Nur diejenigen, deren
Bürgerrecht im Himmel ist und die das Neue Jerusalem als ihre Heimatstadt
bezeichnen, werden wirklich ewige Freiheit erleben.
Der Alte Bund, der am Sinai geschlossen wurde, führte zur
Knechtschaft, weil die Menschen das Gesetz übertraten und so die Todesstrafe auf
sich zogen. Der Alte Bund bot keinen Ausweg, um vom zweiten Tod zu entrinnen –
der Strafe, die sich aus der Sünde ergab. Die peinlich genaue Einhaltung
bestimmter Werke und Rituale konnte die Sünde und ihre Strafe nicht beseitigen.
Das Blut von Stieren und Böcken konnte die Sünde ebenfalls nicht wegnehmen
(Hebräer 10, 4), ebenso wenig wie das Wasser der Reinigung, das mit der Asche
einer roten Kuh bereitet wurde (4. Mose 19, 2) das Gewissen reinigen konnte
(Hebräer 9, 13-14).
Der Alte Bund, der durch Hagar symbolisiert wurde, führte zur
Knechtschaft. Weshalb? Weil Gottes Gesetz ohne das versöhnende Opfer Jesu
Christi und die lebensverändernde Kraft seines heiligen Geistes uns nur zeigen
konnte, dass wir Sklaven der Sünde sind (Römer 6, 16). Paulus erklärte, dass wir
zu Erben Gottes werden können, jedoch nicht ausschließlich durch menschliche
Handlungen und Anstrengungen, sondern nur als Ergebnis Gottes übernatürlicher
Erlösung und Befreiung.
Der Sohn Hagars war das Ergebnis menschlicher Bemühungen. Der
Sohn Sarahs hingegen war das Ergebnis von Gottes wundersamem Eingreifen.
Paulus wollte, dass seine Leser verstehen, dass menschliche
Bemühungen gemäß der Schrift niemanden aus der Knechtschaft der Sünde befreien
oder ihnen einen besonderen Status vor Gott als Söhne und Erben verschaffen
können. Kein Mensch kann sich selbst gerecht machen oder sich selbst vor Gott
rechtfertigen.
Lektion 11, Teil 1
Heilsnotwendiger Glaube
Glaube ist heilsnotwendig – aber welche Art von Glauben?
Haben Sie gewusst, dass die Bibel mehr als eine Form von Glauben beschreibt?
Welche Verbindung besteht zwischen Glauben und Werken? Und wie ist der Glaube
mit Reue verbunden? Wiedererweckungsprediger rufen ihrem Publikum zu, dass es
einfach nur „an Jesus glauben" soll. Doch welche Art von Glauben wird verlangt?
Viele Menschen sind verwirrt und wissen einfach nicht, was die Bibel meint, wenn
sie vom Glauben spricht. Sehen wir, wie die Bibel ihre eigenen Begriffe
definiert.
- Ist Glaube eine notwendige Voraussetzung für das Heil?
Epheser 2, 8.
- Sind wir durch den Glauben gerechtfertigt? Römer 3, 28;
Galater 2, 16. (Beachten Sie: Gerechtfertigt zu sein bedeutet, „schuldlos"
gemacht zu werden. Keine noch so große Menge guter Taten kann jemals Sünden der
Vergangenheit ungeschehen machen).
- Welches Ereignis machte die Rechtfertigung möglich? Römer
5, 8-9.
- Wird der Glaube an das Opfer Christi und das Blut, das er
vergossen hat, als zentraler Aspekt der Rechtfertigung offenbart? Römer 3,
24-25.
- Von welcher Art Glauben sprach Jakobus als Bestandteil
der Erlangung des Heils? Geht es dabei lediglich darum, zu glauben, dass Gott
existiert? Jakobus 2, 19.
- Offenbart die Bibel, dass es etwas wie einen toten
Glauben geben kann? Jakobus 2, 20. Was ist entscheidend, ob ein Glaube lebendig
oder tot ist? Jakobus 2, 14-18.26. Ein toter Glaube kann niemanden vor
irgendetwas retten. (Beachten Sie: Jakobus gebraucht das Wort „Werke" in
Verbindung mit Glauben. Das griechische Wort ist ergon und beinhaltet
Aktionen und Taten – etwas, das den Glauben als lebendig erweist).
- Jesus verband Glauben mit Reue. An was sollten seine
Zuhörer seinen Worten gemäß glauben? Markus 1, 14-15.
- Werden diejenigen, die auf Gottes Berufung im Glauben
reagieren, wie Abraham es tat, als Abrahams geistliche Nachkommen bezeichnet?
Galater 3, 6-7.9.
- Wie bedeutsam ist der Glaube? Hebräer 11, 6. Welche
beiden wichtigen Bestandteile des Glaubens werden hier erwähnt?
- Erklärte Paulus dem Gefängniswärter in Philippi, dass der
Glaube an Jesus Christus – wirklich zu glauben, dass er Herr und Erlöser ist –
notwendig für das Heil ist? Apostelgeschichte 16, 30-31.
- Ging es dabei nur darum, an die Person Jesu zu glauben,
oder erwartete Paulus, dass Christen die Lehren und die Botschaft Christi – das
„Wort des Herrn" – kennen und danach leben? Apostelgeschichte 16, 32.
- Was lehrte Jesus Christus diejenigen Juden, die an ihn
glaubten, hinsichtlich der Notwendigkeit eines lebendigen Glaubens? Johannes 8,
30-32. Eindeutig erklärte Christus, dass zu einem lebendigen, heilsnotwendigen
Glauben untrennbar gehört, dass man der Wahrheit gehorcht und danach handelt.
Die unvergebbare Sünde
Haben Sie die
unvergebbare Sünde begangen? Der Gedanke, von Gott abgeschnitten und zum Tod im
Feuersee verurteilt zu sein, ist Furcht einflößend! Doch viele Menschen haben
sich über dieses Thema Gedanken gemacht – und sich auch voller Sorge gefragt, ob
sie bereits die unvergebbare Sünde begangen haben könnten. Es ist sehr wichtig,
dass wir verstehen, was diese Sünde ist, damit sie diese vermeiden können!
Beachten Sie, was Christus darüber offenbart hat.
Bei einer Gelegenheit wurde ein von einem Dämon besessener
Mann zu Jesus gebracht, damit dieser ihn heilen sollte. Nachdem der Dämon
ausgetrieben war, konnte der Mann wieder sehen und sprechen. Eine Menschenmenge
beobachtete dieses erstaunliche Wunder und rief: „Dieser ist doch nicht etwa der
Sohn Davids?" (Matthäus 12, 22-23, rev. Elberfelder Übersetzung). Mit anderen
Worten: Sie dachten, dass er der prophezeite Messias sein könnte – denn diese
Macht „ist noch nie in Israel gesehen worden" (Matthäus 9, 32-34).
Die Pharisäer waren neidisch und versuchten, Jesus zu
diskreditieren, indem sie vorgaben, er habe den Dämon „durch Beelzebub, den
Obersten der Dämonen" ausgetrieben (Matthäus 12, 24). Jesus antwortete mit einer
ernüchternden Warnung: „Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den
Menschen vergeben; aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben. Und
wer etwas redet gegen den Menschensohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas
redet gegen den heiligen Geist, dem wird’s nicht vergeben, weder in dieser noch
in jener Welt" (Verse 31-32). Was bedeutet der Begriff Blasphemie, der hier im
Griechischen als blasphemeo gebraucht wird? Übersetzt heißt er so viel
wie „schmähen, verächtlich von Gott oder heiligen Dingen reden" (Vine’s
Expository Dictionary, Seite 69). In diesem Zusammenhang bezog sich Jesus
auf eine Schmähung gegen den Menschensohn oder gegen den heiligen Geist. Warum
konnte eine Schmähung gegen Jesus Christus vergeben werden, eine Schmähung gegen
den heiligen Geist jedoch nicht?
Als Jesus als einfacher Zimmermannssohn in die Welt kam,
hätte ein durchschnittlicher Zeitgenosse missverstehen können, wer er eigentlich
war. In physischer Hinsicht erschien nichts an ihm außergewöhnlich (Jesaja 53,
2). Aber es gab keine Möglichkeit für ein Missverständnis der Macht des heiligen
Geistes. Nikodemus, der ein Pharisäer war, erkannte, dass Jesus ein Lehrer
Gottes war. Und er wusste, dass die Macht Gottes mit ihm war (Johannes 3, 1-2)!
Wie wir bereits gesehen haben, haben sogar die ungebildeten Massen laut
anerkannt, was die Pharisäer ignorierten.
Obwohl sie es besser wussten, bezeichneten die Pharisäer
Christi Wundertaten als böses Werk des Beelzebubs [ein anderer Name für Satan,
den Teufel und Herrscher über die Dämonen] (Offenbarung 12, 9; 2. Korinther 4,
4; Epheser 2, 2). Christus warnte die Pharisäer ernsthaft, dass sie und alle
Menschen eines Tages für jedes nichtsnutzige Wort, das sie sprechen,
Rechenschaft ablegen müssen (Matthäus 12, 36-37). Dennoch hetzten sie nicht nur
gegen Jesus Christus, sondern redeten auch noch schlecht über die Wunder
bewirkende Macht von Gottes heiligem Geist, der durch ihn wirkte!
Der Apostel Paulus erklärte die schwerwiegende Konsequenz
einer solchen Sünde für einen Christen – eines inneren Widerstands gegen Reue:
„Denn es ist unmöglich, die, die einmal erleuchtet worden sind und geschmeckt
haben die himmlische Gabe und Anteil bekommen haben am heiligen Geist und
geschmeckt haben das gute Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt und
dann doch abgefallen sind, wieder zu erneuern zur Buße, da sie für sich selbst
den Sohn Gottes abermals kreuzigen und zum Spott machen" (Hebräer 6, 4-6). Die
unvergebbare Sünde beinhaltet, „von der Wahrheit abzufallen", nachdem man das
„gute Wort Gottes" und Gottes Macht bereits erlebt hat.
Paulus erklärte weiter: „Denn wenn wir mutwillig sündigen,
nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, haben wir hinfort kein
andres Opfer mehr für die Sünden, ... Eine wie viel härtere Strafe, meint ihr,
wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt und das Blut des Bundes
für unrein hält, durch das er doch geheiligt wurde, und den Geist der Gnade
schmäht?" (Hebräer 10, 26-29).
Diejenigen, die die unvergebbare Sünde begangen haben, sind
so rebellisch und verächtlich, dass sie gar nicht bereuen wollen, nachdem sie
die Wahrheit erkannt haben. Sie haben ihr Gewissen „gebrandmarkt" gegen Jesus
Christus und gegen Gottes heiligen Geist (1. Timotheus 4, 2). Natürlich begehen
wahre Christen auch Sünden und machen Fehler. „Wenn wir aber unsre Sünden
bekennen [und uns davon abwenden], so ist er treu und gerecht, dass er uns die
Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit" (1. Johannes 1, 9).
Der Weg zur Vergebung unserer Sünden führt über eine tiefe, von Herzen kommende
Reue. Die Einstellung der Reue besteht darin, dass es einem von Grund auf leid
tut (2. Korinther 7, 10).
Gottes Wort kann Ihnen also Sicherheit geben. Der Vater ist
bereit, uns zu vergeben „und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit" – wenn wir
wirklich bereuen. Doch wir sollten uns vor negativen Einstellungen oder einer
Verbitterung hüten, die uns dazu führen könnte, dass wir uns gegen Gott oder
sein Werk wenden! Unser Vater wird uns seinen Geist geben, wenn wir ihn darum
bitten, damit er uns führt und hilft „Gedanken und alles Hohe [zu zerstören],
das sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und gefangen [zu nehmen] alles
Denken in den Gehorsam gegen Christus" (2. Korinther 10, 4-5).
Lektion 11, Teil 2
Was ist echte Reue?
Wie wichtig ist Reue? Viele Prediger und
Evangelisten empfehlen ihren Zuhörern, „an Christus zu glauben". Doch nur wenige
scheinen überhaupt etwas zum Thema Reue zu sagen. Verstehen Sie wirklich, was
die Bibel als „Reue" definiert? Kann man gerettet werden, ohne jemals bereut zu
haben? Und was genau muss man eigentlich bereuen? Welche Verbindung gibt es
zwischen Reue und Glauben?
- Was sagte Petrus zu denen, die auf seine Predigt am
ersten Pfingsttag in der neutestamentlichen Kirche reagierten? Apostelgeschichte
2, 38. (Beachten Sie: Das Wort für „Buße tun" hat sowohl im Alten wie im Neuen
Testament die Bedeutung der „Umkehr". Das Theological Wordbook of the Old
Testament [Theologisches Wörterbuch zum Alten Testament] besagt, dass dieses
Wort „über ein Gefühl von Zerknirschtheit und Trauer" hinausgeht und „eine
bewusste Entscheidung für die Hinwendung zu Gott" beinhaltet).
- Ist Reue als eine Vorstufe zur Bekehrung beschrieben? Was
geschieht mit unseren Sünden, wenn wir bereuen? Apostelgeschichte 3, 19.
Beachten Sie: Hier wird beschrieben, dass Reue zu einer „Zeit der Erquickung"
von der Gegenwart Gottes führt. Dieser griechische Ausdruck wird benutzt, um
eine frische Brise an einem heißen, schwülen Tag zu umschreiben. Reue führt zu
Vergebung, und der daraus kommende innere Friede, den wir erfahren können – aus
dem Bewusstsein, dass alle Aufzeichnungen unserer Sünden getilgt worden sind –
ist wie eine kühle, erfrischende Brise direkt vom Himmel).
- Wer braucht Reue? Matthäus 9, 13; Markus 2, 17.
- Wen schließt das mit ein? Römer 3, 23.
- In Apostelgeschichte 26 lesen wir, wie der Apostel Paulus
vor König Agrippa zu Gericht stand. Er erzählte dem König dieselbe Botschaft,
die er bereits bei mehreren Gelegenheiten gepredigt hatte. Wie sagte er zu dem
König, dass er seinen Zuhörern immer wieder Reue erklärt hatte?
Apostelgeschichte 26, 20. Beinhaltete echte Reue auch Werke? (Beachten Sie:
Diese Schriftstelle spricht nicht von Bußübungen, sondern betont, dass unsere
Handlungen im Leben künftig die Veränderung reflektieren müssen, die sich in
unserem Innern ergeben haben).
- Was wird Reue im Leben eines Menschen hervorbringen?
Matthäus 3, 8; Lukas 3, 8. Sind es die Früchte, an denen man die wahre Identität
erkennt? Matthäus 7, 16-20.
- Beinhaltet Reue, sich von „toten Werken" abzuwenden?
Hebräer 6, 1. Was sind einige der Werke, die zum Tode führen? Galater 5, 19-21.
- Wie zeigte der reiche Zöllner Zachäus seine Umkehr von
seinem bisherigen Lebensstil? Lukas 19, 2.8-9.
- Wie ist Gottes Einstellung gegenüber auch nur einem
einzigen Sünder, der zur Reue findet? Lukas 15, 7.10.
- Führt Reue zur Vergebung der Sünden? Lukas 24, 47.
- Ist eine Betrübtheit nach Gottes Vorstellungen
Voraussetzung für echte Reue? Zu was führt Reue? 2. Korinther 7, 9-10.
- Was legen wir ab und was ziehen wir an, wenn wir bereuen?
Epheser 4, 22-24.
Lektion 11, Teil 3
Die Wassertaufe
Ist die Wassertaufe wirklich notwendig, um ein Christ zu
sein? Was lehrt die Schrift über die richtige Form der Taufe? Gibt es Hinweise
auf die Taufe von Babys oder Kleinkindern in der frühen neutestamentlichen
Kirche? Wir müssen verstehen, was das Neue Testament über die Taufe offenbart
und was dort über den Zusammenhang zwischen Taufe, Glaube und Reue gesagt wird.
- Hat Johannes der Täufer diejenigen im Wasser getauft, die
sich durch sein Predigen angesprochen gefühlt haben? Matthäus 3, 1-2.5-6.
- Lehrte Johannes, dass Reue eine notwendige Voraussetzung
für die Taufe sei? Lukas 3, 2-3.
- Bestand er darauf, dass viele zuerst eine Veränderung in
ihrem Leben vorweisen mussten, bevor er sie getauft hat? Lukas 3, 7-9.
- Haben die Jünger Jesu Christi Menschen getauft, die sich
durch die Predigten Christi angesprochen fühlten? Johannes 4, 1-3.
- Wurden die ersten, die sich zur neutestamentlichen Kirche
bekehrten, ebenfalls im Wasser getauft? Apostelgeschichte 2, 41.
- Erklärte Petrus seinen Zuhörern, dass vor der Taufe die
Reue kommen müsse? Apostelgeschichte 2, 38. (Beachten Sie: Der Begriff „Buße
tun", den Petrus gebraucht, ist metanoeo, und bedeutet „umkehren", „den
Sinn ändern", „die Sünden der Vergangenheit verabscheuen". Dadurch lässt sich
die Taufe von Babys ausschließen, weil Reue erfordert, dass man sein sündhaftes
Verhalten bewusst erkennen kann; dazu ist ein reifer Geist notwendig, der
Verstehen und zu einer Überzeugung kommen kann).
- Hat die neutestamentliche Kirche Kinder getauft, oder nur
Menschen, die reif genug waren, um das Evangelium zu verstehen und daran zu
glauben – erwachsene Menschen? Apostelgeschichte 8, 12. Es gibt keinen
biblischen Beleg für die Taufe von irgendeinem Kind.
- Erforderte die Taufe „viel Wasser"? Johannes 3, 23.
(Beachten Sie: Unser modernes Wort „taufen" entstand aus dem griechischen
baptizo und bedeutet „eintauchen" oder „untertauchen". Es gibt keinen
Hinweis über eine Taufe vor dem dritten Jahrhundert nach Christus, die anders
als durch Untertauchen erfolgt wäre).
- Symbolisiert die Taufe Tod, Begräbnis und Auferstehung?
Römer 6, 3-5; Kolosser 2, 12. (Beachten Sie: Diese Symbolik wird nur beim
Untertauchen ersichtlich. Ein Besprengen oder Übergießen mit Wasser kann kein
Begräbnis darstellen. Der von Paulus gebrauchte Begriff für „Begräbnis" stammt
vom griechischen synthapo und bedeutet „zusammen begraben". Jesus wurde
in ein Grab gelegt, und so symbolisiert die Taufe, dass wir in ein Grab aus
Wasser gelegt werden, aus dem wir dann symbolisch wieder auferstehen).
- Ist die Taufe der Beginn eines neuen Lebens? Römer 6, 4.
Reflektiert das neue Leben den Gehorsam gegenüber Gott und seinen gerechten
Geboten? Römer 6, 6.12.16.
- Legten die Apostel den Gläubigen nach der Taufe die Hände
auf, damit sie den heiligen Geist empfangen sollten? Apostelgeschichte 8, 15-17.
- Ist das Händeauflegen eine grundlegende Lehre? Hebräer 6,
1-2.
Die richtige Form der Wassertaufe
Manche fragen sich, was
die richtige Art der Wassertaufe ist. Sie überlegen: Ist es das Besprengen, das
Beträufeln oder das Untertauchen? Diese Frage lässt sich leicht beantworten,
denn die Bedeutung des griechischen Wortes baptizo ist klar. Das Wort
bedeutet „eintauchen" oder „untertauchen". Wir lesen, dass Johannes der Täufer
eine besondere Stelle im Jordan benutzte, weil es dort „viel Wasser" gab
(Johannes 3, 23). Hätte er zur Taufe die Menschen nur besprengt oder beträufelt,
so hätte er nicht „viel Wasser" gebraucht.
Das Wort für „besprengen" ist in neutestamentlicher Sprache
rantizo und für „beträufeln" cheo. Doch der große Gott, der die Bibel
inspirierte, hat nicht inspiriert, dass die Wörter für „besprengen" oder
„beträufeln" hier gebraucht werden. Die Autoren des Neuen Testaments verwendeten
nur baptizo – „untertauchen" – wenn sie von der Taufe sprachen.
Tatsächlich gibt es keinen Hinweis, dass irgendeine andere
Form der Taufe als durch Untertauchen in größerem Ausmaß vor dem vierten
Jahrhundert praktiziert wurde. Kaiser Konstantin schob seine Taufe so lange auf,
bis er auf dem Totenbett lag und für zu krank gehalten wurde, um noch zum Wasser
gebracht und untergetaucht zu werden. Stattdessen besprengte man ihn mit Wasser.
In der Folge wurde Konstantins Vorbild vielfach nachgeahmt und wurde schnell zur
Norm.
Für eine andere Methode als durch Untertauchen gibt es keine
biblischen Belege. Das Beispiel eines äthiopischen Eunuchen bei seiner Taufe
weist auch darauf hin. Er und Philippus fuhren mit dem Wagen bis zu einer Stelle
mit genügend Wasser: „Und er ließ den Wagen halten, und beide stiegen in
das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn. Als sie aber
aus dem Wasser heraufstiegen, entrückte der Geist des Herrn den Philippus,
und der Kämmerer sah ihn nicht mehr; er zog aber seine Straße fröhlich"
(Apostelgeschichte 8, 38-39). Zum besprengen oder beträufeln wäre das völlig
unnötig gewesen.
Zudem gibt es kein biblisches Beispiel einer Taufe von
Kleinkindern oder Kindern. Taufe folgt auf Reue. Das sagte Johannes zu seinen
Zuhörern und Petrus predigte es am Pfingsttag in Apostelgeschichte 2, 38.
Reue ist die bewusste Entscheidung eines Erwachsenen. In der
Bibel wird Taufe nie als geistlicher „Glückszauber" verwendet. Sie ist kein
magisches Ritual, das den Eintritt in das Reich Gottes garantiert. Vielmehr ist
die Taufe das äußere Zeichen einer Veränderung in der inneren Einstellung. Durch
die Taufe und den Empfang des heiligen Geistes wird man Teil der wahren Kirche
Gottes, dem Leib Christi. „Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib
getauft" schrieb Paulus in 1. Korinther 12, 13. Johannes der Täufer erklärte,
dass der Messias zwei Taufen anbieten werde – mit Geist und mit Feuer (Matthäus
3, 11-12).
Diejenigen, die nicht durch den Geist Gottes in die Familie
Gottes „eingetaucht" werden, werden letztendlich im Feuersee untergetaucht, wo
„weder Wurzel noch Zweig" übrig bleiben (Maleachi 3, 19). Jesus Christus
verglich den heiligen Geist mit „Strömen lebendigen Wassers" (Johannes 4, 14; 7,
38-39).
Paulus erklärte in Kolosser 2, 12, dass die Taufe ein
Begräbnis symbolisiert. Diese Symbolik wird in Römer 6, 4-6 ausführlicher
beschrieben: Der „alte Mensch" wird symbolisch mit Christus getötet. Wir steigen
heraus als Mensch mit einem „neuen Leben". Das Aufsteigen aus dem Wassergrab der
Taufe versinnbildlicht unseren Glauben an die Auferstehung, die unsere
letztendliche Hoffnung ist, eine neue Schöpfung zu werden.
„So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod,
damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des
Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. Denn wenn wir mit ihm verbunden
und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der
Auferstehung gleich sein. Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm
gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so dass wir hinfort
der Sünde nicht dienen" (Römer 6, 4-6). Die Taufe ist kein bedeutungsleeres
Ritual, sondern ein sehr wichtiges Symbol und etwas, worauf wir uns nicht
leichtfertig einlassen sollten.
Begründet auf Glauben und Reue ist die Taufe ein äußeres
Zeichen unserer Hingabe. Sie repräsentiert einen Neuanfang. Der alte Mensch mit
seiner sündhaften Vergangenheit wird symbolisch begraben und ein neues Leben
entsteht. Das Wasser der Taufe symbolisiert, dass wir innwendig durch den
heiligen Geist rein gewaschen werden. Christi Opfer hat die Strafe für unsere
Sünden beglichen und wir erheben uns aus der Taufe rein in Gottes Augen. Dadurch
wird aber kein Ende dargestellt, sondern der Beginn des eigentlichen
Bekehrungsprozesses!
Lektion 11, Teil 4
Bekehrung und das Heil
Was ist echte Bekehrung? Viele stellen sich vor, dass sie
ein für allemal gerettet sind, wenn sie einmal Christus als ihren Erlöser
angenommen haben. Ist diese Lehre wirklich biblisch? Lehrt die Bibel „einmal
gerettet – immer gerettet"? Wir wollen untersuchen, worum es bei der Bekehrung
und dem Leben als Christ geht.
- Ist Reue die Vorstufe der Bekehrung? Apostelgeschichte 3,
19. Führt diese dazu, dass unsere Sünden getilgt werden?
- Rettet das Blut Christi uns, oder werden wir durch das
Blut lediglich gerechtfertigt (für schuldlos erklärt, versöhnt)? Römer 5, 8-9.
- Was aber rettet uns? Römer 5, 10. Wirkt der lebendige
Christus noch heute, um unser Heil zu ermöglichen? Hebräer 7, 25-26.
- Ist es möglich, wieder abzudriften, nachdem man geglaubt
und bereut hat? Welche Konsequenz hat eine solche Handlung? Hebräer 10, 26-29.
- Erkannte Paulus, dass sogar er von der Wahrheit hätte
abfallen können? 1. Korinther 9, 27.
- Bedeutet wahre Bekehrung, dass Jesus Christus sein Leben
in uns leben muss? 2. Korinther 13, 5; Galater 2, 20. Beinhaltet dies, dass wir
lernen, so zu denken, wie Christus? Philipper 2, 5 (Lutherbibel 1912).
- Ist eine bekehrte (geänderte) Person jemand, der von
neuem erschaffen wird, um in Gerechtigkeit und Heiligkeit zu leben? Epheser 4,
22-24; Kolosser 3, 10.
- Sollte ein wirklich bekehrter Mensch bemüht sein, ein
Leben der völligen Hingabe und Unterordnung unter Christus zu leben? Römer 12,
1. Lebt ein solcher Christ ein anderes Leben? Römer 12, 2. (Beachten Sie: Sich
gleich zu stellen bedeutet, die Form und Identität von etwas Anderem anzunehmen.
Gott möchte aber weit mehr, als dass wir uns nur äußerlich an ihn und seine Wege
anpassen. Er möchte eine vollständige Veränderung unserer Wesensart. Diese
beginnt im Innern und wird sich dann in äußeren Veränderungen erweisen. Eine
solche Veränderung wird durch den heiligen Geist im Leben derjenigen erreicht,
die sich und ihr Leben dem Willen des Schöpfers bedingungslos unterworfen
haben).
- Sollen wirklich bekehrte Christen in ihrem persönlichen
Leben Überwinder sein? Offenbarung 2, 26; 3, 21.
- Was sollen wir überwinden – und wie? Römer 12, 21.
- Wie sollten bekehrte Menschen zu leben bestrebt sein?
Epheser 5, 1-2.
- Sündigen Christen jemals? Was sollen wir tun, wenn dies
passiert und was wird die Folge sein? 1. Johannes 1, 8-9. (Beachten Sie: In Vers
7 wird uns gesagt, dass das Blut Jesu Christi uns von Sünde reinigt. Die
Zeitform des Verbs weist auf einen fortgesetzten Prozess hin).
- Haben wir einen Fürsprecher vor dem Thron Gottes,
jemanden, der sich für uns einsetzt? (1. Johannes 2, 1).
- Hat es einen Wert, sein Leben in Unterordnung unter
Gottes Willen und in Überwindung selbstsüchtiger Einstellungen zu führen?
Schließlich muss sich ein Christ vielen Schwierigkeiten stellen. Römer 8, 13-18.
Was tut Jesus Christus heute?
Die meisten Menschen,
die sich zum Christentum bekennen, verstehen einfach nicht, welche wichtige
Funktion Jesus Christus auch heute noch im Zusammenhang mit unserer Erlösung
innehat. Sie glauben, dass alles vor langer Zeit am Kreuz vollendet wurde. Ist
dies wirklich wahr? Was macht Jesus Christus eigentlich jetzt gerade – und was
hat das mit Ihrer Errettung zu tun?
Der Hebräerbrief offenbart Christi momentane Funktion und
sein Wirken. In diesem wichtigen Brief zeigte der Apostel Paulus, dass Jesus
Christus unser lebendiger und aktiver Hohepriester ist. Was beinhaltet diese
Rolle – und welchen Bezug hat dies zu Ihrem Heil?
In Hebräer 6, 20 erfahren wir, dass Jesus Christus zum
Hohenpriester geworden ist „nach der Ordnung Melchisedeks". Welche Bedeutung hat
das? Hierzu gehört nicht nur, dass er ein Opfer dargebracht hat, das ein für
allemal für alle unsere Sünden bezahlt (Hebräer 10, 12), sondern er hat auch
„weil er ewig bleibt, ein unvergängliches Priestertum. Daher kann er auch für
immer selig machen, die durch ihn zu Gott kommen; denn er lebt für immer und
bittet für sie" (Hebräer 7, 24-25). So wird uns gesagt, dass wir „mit
Zuversicht zu dem Thron der Gnade" kommen können und in Zeiten der Not Gottes
gnädige Hilfe und Vergebung finden (Hebräer 4, 16).
So, wie wir durch den Tod Jesu Christi gerechtfertigt, d.h.
für schuldlos erklärt und wieder in eine harmonische Beziehung mit Gott gebracht
werden, sind wir durch sein Leben gerettet (Römer 5, 9-10). Jetzt sendet Jesus
Christus als unser Hohepriester, der lebt und zur rechten Hand des
Vaters sitzt, seinen heiligen Geist, damit dieser den wahren Christen innewohnt
(Johannes 15, 26). Dieses Innewohnen des heiligen Geistes heiligt den Gläubigen
– sondert ihn ab zum heiligen Gebrauch (1. Petrus 1, 2; 1. Korinther 3, 16-17).
Der lebendige Christus gibt uns durch den Geist die Befähigung, ein Leben im
Gehorsam gegenüber Gott zu führen (Galater 2, 20; Römer 8, 13). Doch unser
Gehorsam ist nicht nur das Ergebnis menschlicher Anstrengung, sondern wird
ermöglicht durch das beständige Wirken unseres Erlösers.
Wir sehen also, dass Gottes geistliches Gesetz nur durch
geistliche Liebe erfüllt und befolgt werden kann. Mit dieser Art Liebe wurden
wir nicht geboren. Niemand von uns hat von Natur aus die Art Liebe, die
Voraussetzung dafür ist, das große, geistliche Gesetz wirklich einzuhalten.
Wir müssen zu Gott gehen, um diese Art Liebe zu erhalten. Es
ist eine Liebe, die uns Gott durch den lebendigen Christus gibt. Es ist seine
eigene Liebe; das bedeutet, sie geht direkt von ihm aus. Wir müssen sie in uns
aufnehmen, während Gott seinen heiligen Geist in uns ausgießt wie einen Strom
lebendigen Wassers.
Herbert Armstrong (1892 – 1986), ein langjähriger Diener
Gottes, erklärte die Wechselwirkung zwischen Gehorsam, Liebe und dem heiligen
Geist sehr einleuchtend: „Das Wasser fließt in einem Fluss in eine bestimmte
Richtung, geführt von dem Flussbett. Gottes Gesetz ist dieses Flussbett, das die
Fließrichtung lenkt – die Ausdrucksweise und Richtung der göttlichen Liebe!
Gottes Gesetz zeigt den Weg zu vollkommenem geistlichem Charakter – dem
Charakter Gottes. Also ist der Geist, durch den Gott Ihnen sein Leben – seine
Erlösung – eingibt, auch seine eigene Liebe, die Ihnen seine Gerechtigkeit
verleiht! Es ist also nicht mehr nur Ihr eigenes Ich, Ihre eigene Kraft und
Anstrengung, durch die Sie ‚die Gebote halten’ – es ist geistlich betrachtet der
lebendige Christus in Ihnen, der die Gebote seines Vaters einhält, wie er sie
bereits durch dieselbe Liebe eingehalten hat, als er als Mensch auf Erden lebte!
Können wir also mit unserer Gerechtigkeit angeben und stolz darauf sein? Nein –
es ist nicht unsere Gerechtigkeit, sondern Gottes Gerechtigkeit! Wenn Christus
in seiner Gnade die Schuld Ihrer Vergangenheit getilgt und Ihnen Zugang zu Gott
ermöglicht hat, und nun die geistliche Liebe in Sie und durch Sie fließen lässt,
durch die das Gesetz eingehalten wird, dann ist es nicht Ihre Gerechtigkeit,
sondern die Gerechtigkeit Gottes".
Jesus Christus, unser lebendiger Hohepriester, ermöglicht uns
das Heil. Erlösung handelt davon, was wir werden, nicht wohin wir kommen! Durch
Christi beständiges Wirken als unser Fürsprecher am Thron Gottes können wir
täglich gereinigt und von unseren Sünden befreit werden. Durch das beständige
Ausgießen des heiligen Geistes in uns verändert er unsere eigensüchtige
Wesensart und baut seine Wesensart auf. Wenn er dann letztlich zurückkehrt,
werden wir in einem Augenblick verwandelt werden und einen verherrlichten Leib
erhalten wie er (1. Johannes 3, 1-2).
Gottes Bestimmung ist es, dass wir als seine Söhne und als
jüngere Brüder Jesu Christi in seine Familie hineingeboren werden sollen (Römer
8, 16-17). Bereits jetzt werden wir der göttlichen Natur teilhaftig (2. Petrus
1, 4). Durch den Geist Gottes wird sein Gesetz in unsere Herzen und Sinne
geschrieben (Hebräer 8, 10). Wir erhalten die Fähigkeit, Sünden zu überwinden,
wie Christus überwunden hat (vgl. Offenbarung 3, 21). Gott entwickelt seinen
heiligen und gerechten Charakter in uns, damit wir so werden, wie er ist. Unsere
Bestimmung ist dann, mit ihm als Teil seiner Familie für immer zu regieren. „Wer
überwindet, der wird es alles erben, und ich werde sein Gott sein, und er wird
mein Sohn sein" (Offenbarung 21, 7).
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