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Bibelfernlehrgang
Lektion 13 - Gedenke des Sabbattages

| Chefredakteur | Roderick C. Meredith |
| Redaktionsdirektor | Richard F. Ames |
| Redaktion | William Bowmer Gary F.
Ehman |
| Autoren | John H. Ogwyn Daniel Hall |
| Französische Ausgabe | Dibar Apartian |
| Spanische Ausgabe | Mario Hernandez |
| Grafische Gestaltung | Donna Prejean |
| Korrekturlesung | Sandy Davis Linda
Ehman |
| Nachrichtenbüro | June Olsen |

Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang hat keinen
Bezugspreis. Seine Verbreitung wird durch Zehnten und Opfer der Mitglieder der
Living Church of God und anderer ermöglicht, die freiwillig Mitarbeiter im Werk
der Verkündigung von Gottes wahrem Evangelium an alle Nationen wurden.
Alle Bibelzitate in dieser Lektion sind, sofern nicht anders
vermerkt, der revidierten Lutherübersetzung von 1984 entnommen
Copyright © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.
Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang wird herausgegeben von
der
Living Church of God P.O. Box 3810 Charlotte NC,
28227-8010, USA Copyright © 2005 Living Church of God ®. Alle Rechte
vorbehalten.
Aus der Feder des Herausgebers ...
Sie haben nun Lektion 13 des Welt von Morgen
Bibelfernlehrgangs erreicht. Dass Sie so weit gekommen sind, zeigt Ihren
eifrigen Wunsch, mehr darüber zu erfahren, was Gottes Wort wirklich sagt und
welche Anwendungen sich für einen Christen von heute daraus ergeben.
In den vergangenen 12 Lektionen haben wir viele Themen besprochen, die den
meisten Menschen unbekannt sind, auch wenn Sie sich als Christen bezeichnen. Sie
haben etwas über die prophetischen Aufzeichnungen in der Bibel und über die
ermutigenden Endzeitprophezeiungen erfahren. Sie haben etwas von der Wesensart
Gottes gelesen, haben den Grund erfahren, warum er Sie erschaffen hat und welche
Zukunft er für Sie in seinem Reich bereithält. Wir haben das wahre Evangelium
erforscht, gelernt, was wahre Bekehrung ist, welche Bedeutung die Zehn Gebote
haben und was es bedeutet, Teil der Gemeinde zu sein, die Jesus Christus gebaut
hat.
Die vergangenen 12 Lektionen haben Ihnen also Wissen zugänglich gemacht,
das für die meisten Christen, denen Gott den Sinn nicht geöffnet hat,
unvorstellbar ist. Durch Ihre Ausdauer hatten Sie die Möglichkeit, Ihr Wissen
über Gott und Ihre Beziehung zu Gott zu vertiefen.
In den folgenden 12 Lektionen des Welt von Morgen Bibelfernlehrgangs werden
wir mehr ins Detail gehen. Sie erhalten Informationen über den Plan Gottes und
darüber, wie Sie als Christ ein glückliches und erfülltes Leben führen können,
indem Sie dem Beispiel und den Geboten Jesu Christi nachfolgen.
Wie in den bisherigen 12 Lektionen finden Sie auch weiterhin in jeder
Lektion Fragen für Ihr privates Bibelstudium, die Ihnen helfen können, die
kostbare Wahrheit in Ihrer eigenen Bibel zu finden, die Gott denen offenbart
hat, die ihn lieben.
Zu vielen zentralen Themen bieten wir auch Broschüren und Artikel an, die
das jeweilige Thema noch weiter vertiefen. Eine Liste verfügbarer Titel finden
Sie auf unserer Internetseite oder Sie erhalten diese auf Wunsch zugesandt. Wie
dieser Bibelfernlehrgang sind alle Broschüren und Artikel ebenfalls kostenlos
erhältlich und können Ihnen helfen, Gottes Wort besser zu verstehen. Wenden Sie
sich dafür bitte an eine der genannten Kontaktadressen oder bestellen Sie online
über www.weltvonmorgen.org.
Wir möchten Ihnen zu Ihrem Fortschritt bei diesem Bibelfernlehrgang
gratulieren und hoffen, dass Sie aus den folgenden 12 Lektionen sogar noch mehr
Erkenntnisse und hilfreiche Informationen gewinnen können, als aus den
bisherigen 12 Lektionen.
Zum Titelbild: Jeden Freitag nach Sonnenuntergang
freut sich Gottes Volk über den Beginn des Sabbattags. Gott selbst ruhte am
siebten Tag und beendete damit die Werke seiner Schöpfung (1. Mose 2, 2).
Entsprechend den Vorgaben Gottes ist der siebte Tag der Woche der Ruhetag für
sein Volk. An diesem Tag sollen wir uns mit Geschwistern versammeln und unseren
Schöpfer anbeten. Unsere eigene Arbeit soll dabei ruhen.
Jesus Christus und seine Apostel hielten den Sabbat am siebten Tag ein – von
Sonnenuntergang am Freitag bis Sonnenuntergang am Samstag – und keine
menschliche Autorität kann verändern, was Gott selbst angeordnet hat. Jesus
Christus ist der Herr über den Sabbat (Markus 2, 28) und er erweiterte durch
seine Worte und Taten das Sabbatgebot. Jesus Christus zeigte, dass Gottes Gebote
keine Last sind (1. Johannes 5, 3) und von denen, die ihn lieben, mit Freude
eingehalten werden.
Gedenke des Sabbattages
Viele Menschen beschränken sich bei den Zehn Geboten auf
Lippenbekenntnisse. Doch selbst die ernsthaftesten Christen geben sich nur
selten Mühe, das vierte Gebot einzuhalten – und wirklich den Sabbat einzuhalten.
In vielen christlich geprägten Ländern gab und gibt es Gesetze, die regulieren,
welche Arbeiten am Sonntag verrichtet werden dürfen oder welche Geschäfte
geöffnet sein können. Die meisten religiös erzogenen Menschen nehmen an, dass
der Sonntag der Ruhetag sei, den es „einzuhalten" gilt. In den vergangenen
Jahrzehnten ist jedoch selbst dieses Konzept einer „geheiligten Zeit" zu Gunsten
einer Meinung verdrängt worden, dass in unserer modernen, säkularisierten
Gesellschaft jeder Tag der Woche hinsichtlich Arbeit, Konsum und Erholung
gleichbedeutend sei.
Gibt es also einen besonderen Wochentag, der heilig ist wie kein anderer?
In unserer schnelllebigen Zeit scheint die Idee, einen vollen, 24-stündigen
Zeitabschnitt als geheiligt zu betrachten, unpraktisch – wenn nicht gar
unmöglich. Die meisten religiösen Menschen nehmen an, dass es nicht falsch sei,
am christlichen Ruhetag einkaufen zu gehen, Sportveranstaltungen zu besuchen
oder auch selbst daran teilzunehmen, solange sie auch den Gottesdienst besuchen.
Wir sollten uns aber nicht lediglich danach richten, was die meisten Menschen
für wahr erachten, sondern herausfinden, was die Bibel eigentlich zu diesem
Thema sagt.
Und wann genau ist der Sabbattag? Stimmt es – wie die meisten bekennenden
Christen annehmen – dass der Sonntag der christliche Sabbat ist? Gibt es
biblische Hinweise, dass sich der Tag der Anbetung verändert hat? Ist der Sabbat
am siebten Tag von Sonnenuntergang am Freitag bis Sonnenuntergang am Samstag nur
für die Juden verbindlich? Wurde den Christen im Neuen Testament geboten,
stattdessen am Sonntag Gottesdienste abzuhalten? Macht es denn eigentlich einen
Unterschied, solange wir überhaupt einen Tag – irgendeinen Tag – absondern, um
Gott anzubeten? Können wir Gott an jedem beliebigen Tag und jeden Tag anbeten?
Natürlich können und sollten wir den Schöpfer jeden einzelnen Tag der Woche
anbeten. Wie wir aber in dieser Lektion sehen werden, hat der Schöpfer selbst
auf besondere Weise einen speziellen Tag der Anbetung für sich reserviert.
Wann hielt die frühe apostolische Kirche ihre Versammlungen ab? Hat die
apostolische Kirche den Sonntag als ihren Ruhetag eingehalten oder hielt sie
weiterhin die Sabbat am siebten Tag? Viele glauben, dass Gott den Tag der
Anbetung nach der Auferstehung Christi geändert hat. Doch obwohl Christus über
einen Zeitraum von 40 Tagen nach seiner Auferstehung bei seinen Jüngern war,
bevor er in den Himmel emporstieg, kündigte er nie eine Veränderung an – und
seine Nachfolger hielten weiterhin den Sabbat am siebten Tag ein, wie sie es
zuvor getan hatten! Wir müssen über die Praktiken der frühen Kirche nicht im
Unklaren bleiben; sie wurden niedergeschrieben und uns überliefert, damit wir
wissen können, wie Jesus und seine Jünger den Sabbat eingehalten haben.
Was bedeutet es eigentlich, des Sabbattags zu „gedenken"? Wir müssen also
nicht nur verstehen, welchen Tag wir einhalten sollen, sondern auch, wie wir ihn
einhalten sollen. Die Bibel lehrt uns dies nicht nur durch Gebote und
Vorschriften, sondern auch durch Beispiele im Alten und Neuen Testament.
Manche sagen, Christen, die Gottes Sabbatgebot befolgen, seien „Legalisten"
und wollten sich ihr Heil „verdienen". Doch diejenigen, die eine solche Kritik
äußern, wenden dieses Argument nie auf den Rest der Zehn Gebote an. Können Sie
sich vorstellen, jemanden einen Legalisten zu nennen, weil er keinen Mord und
keinen Diebstahl begeht? Würden Prediger auf der Kanzel behaupten, ihre Zuhörer
wollten sich das Heil „verdienen", indem sie Ehebruch und Gotteslästerung
vermeiden? Natürlich nicht! Warum also wird eine solche Anschuldigung gegen die
vorgebracht, die bemüht sind, den Sabbattag als heilige Zeit zu bewahren,
nachdem Gott diese Zeit geheiligt hat?
In dieser Lektion werden wir das biblische Gebot, des Sabbattags zu
gedenken und ihn heilig zu halten, eingehen untersuchen. Es ist wichtig, dass
wir verstehen, welche Bedeutung diese alte Verfügung für Christen von heute hat.
Wenn Sie bereit sind, Gottes Anweisungen mit einem offenen Sinn zu prüfen, lesen
Sie weiter!
Lektion 13, Teil 1
Der Sabbat ist ein Zeichen
Galt der Sabbat nur für die Juden? Hatte er seinen
Ursprung am Berg Sinai als Bestandteil des Alten Bundes? Oder ist der Sabbat ein
Gebot, das für alle Menschen zu allen Zeiten Bedeutung hat? Ein Zeichen dient
der Identifizierung. Weshalb sollte Gott die Einhaltung eines bestimmten Tages
zu einem Zeichen zwischen sich und seinem Volk erklären? Die Antworten auf diese
und andere Fragen finden Sie in den klaren Lehre Ihrer Bibel.
1. Mose Kapitel 1 beschreibt Gottes Schöpfungswerk. Was
tat Gott am Ende der Woche, in der er unsere Welt formte und gestaltete? 1.
Mose 2, 2.
Was war das Ergebnis, als Gott am siebten Tag ruhte?
War dies ebenfalls ein Schöpfungsakt? 1. Mose 2, 3. (Beachten Sie: Hier wird
gesagt, dass Gott den siebten Tag segnete und ihn heiligte. Wenn Gott etwas
segnet (hebräisch: barak), bedeutet dies, dass er seine Gunst darauf
gibt. Das Wort „heiligen" (hebräisch: qadash) bezieht sich auf
Heiligkeit. In der hier verwendeten Verbform bedeutet es, dass Gott den
siebten Tag zu heiligem Zweck abgesondert hat).
Manche glauben, dass man irgendeinen Tag der Woche als
Sabbat einhalten kann, solange man nur überhaupt einen Tag einhält.
Bestätigt die Bibel diese Annahme? Welcher spezielle Tag der Woche wird in
der Schrift als der Sabbat bezeichnet? 2. Mose 20, 10.
Welche Begründung liefern die Zehn Gebote, weshalb
dieser spezielle Tag von den anderen abgesondert ist? 2. Mose 20, 11.
Versorgte Gott die Israeliten auf wundersame Weise mit
Manna schon Wochen bevor sie am Sinai ankamen und den Alten Bund eingingen?
2. Mose 16, 4.14-15.
Gab Gott Ihnen auch am Sabbat das Manna oder gab er
ihnen am sechsten Tag der Woche schon ausreichend auch für den Sabbat? 2.
Mose 16, 25-26.
Gingen einige Israeliten entgegen der Anweisung Gottes
trotzdem am Sabbat hinaus, um Manna zu suchen? 2. Mose 16, 27.
Wie reagierte Gott auf diesen Akt des Ungehorsams? 2.
Mose 16, 28.
Sollte der Sabbat als Geschenk Gottes an sein Volk
verstanden werden? 2. Mose 16, 29. Wie sollten sich die Israeliten nach
Gottes Anweisung verhalten? 2. Mose 16, 29-30.
In 2. Mose 31, 13 offenbarte Gott, warum die Israeliten
seine Sabbate einhalten sollten. Was war der Grund dafür? (Beachten Sie: Der
Sabbat ist auch ein Zeichen, weil er Gott als den Schöpfer identifiziert,
indem er uns an die Schöpfungswoche erinnert. Er ist ein Zeichen des
Gehorsams für Gottes Volk und identifiziert diejenigen, die seine Gebote
einhalten).
Wie lange wollte Gott, dass sein Volk den Sabbat der
Schöpfung einhält? 2. Mose 31, 16-17.
Gab Gott sogar den Nichtisraeliten besondere
Verheißungen, wenn sie den Sabbat einhielten? Jesaja 56, 2.6-7.
Ist Zeit verloren gegangen?
Vielleicht stellen Sie sich die Frage: „Wie können wir
sicher sein, dass unser heutiger Samstag - unser siebter Tag der Woche –
derselbe siebte Tag der Woche ist, den Gott damals abgesondert hat?" Nachdem so
viel Zeit vergangen ist, wie können wir da noch die Wochentage richtig zuordnen?
Manche machen sich Gedanken über eine Kalenderreform im 16. Jahrhundert,
als nach einer Revision des Julianischen Kalenders (der seit etwa 45 v.Chr.
offizieller römischer Kalender war) zehn Tage gestrichen wurden. Der Julianische
Kalender hatte in den etwa 15 Jahrhunderten einen Fehler von 10 Tagen
angesammelt, sodass allmählich die Monate aus dem jahreszeitlichen Zusammenhang
drifteten. Im Oktober 1582 löste Papst Gregor das Problem durch eine kleine
Korrektur in der Abfolge der Schaltjahre und übersprang die zehn Tage, die sich
bis dahin angesammelt hatten. Doch diese Änderung hatte keinen Einfluss auf die
Abfolge der Wochentage – sie bedeutete lediglich, dass in diesem Jahr auf
Donnerstag den 4. Oktober Freitag der 15. Oktober folgte. Die englischsprachigen
Länder übernahmen den Gregorianischen Kalender erst im September 1752 und
mussten dann 11 Tage streichen. Russland passte seinen Kalender erst im 20.
Jahrhundert an. Der Wochenzyklus wurde aber in keinem Fall unterbrochen.
Andere erklären, dass Josuas langer Tag (Josua 10, 12-14) den Wochenzyklus
verändert hat. Damit zeigen sie aber nur, dass sie nicht verstanden haben, was
ein Tag ist! Ein Tag ist die Zeitspanne von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang
(3. Mose 23, 32; vgl. 1. Mose 1). Josuas langer Tag war genau das – ein auf
wundersame Weise verlängerter Tag. Er hatte keine Auswirkung auf den
Wochenzyklus.
Denken Sie darüber nach! Gott offenbarte den Israeliten im Altertum den
Wochenzyklus durch das Wunder des Manna (2. Mose 16). Sie wussten, welcher Tag
der Sabbat war, weil dies für 40 Jahre der einzige Tag in der Woche war, an dem
es kein Manna regnete. Jesus Christus, der sicherlich wusste, welcher Tag der
Sabbat der Schöpfung war, versammelte sich mit den Juden an dem Tag, den sie als
den siebten Tag der Woche überliefert hatten (Lukas 4, 16). Und wir haben
vollständige historische Aufzeichnungen aus den Tagen des Römischen Reichs um zu
beweisen, dass der Wochenzyklus seither ununterbrochen weitergelaufen ist.
Zudem haben wir das Zeugnis der jüdischen Gemeinschaft, die sich nach der
Babylonischen Gefangenschaft und später nach der Zerstörung Jerusalems durch die
Römer in alle Welt zerstreut hat. Viele dieser jüdischen Gemeinschaften hatten
über Jahrhunderte keinen Kontakt untereinander. Doch als sie im 19. und 20.
Jahrhundert voneinander erfuhren, hielten sie alle denselben Tag als siebten Tag
der Woche ein. Es gab keine Verwirrung.
Würde es Sinn machen, wenn der Schöpfer gebietet, einen bestimmten Tag der
Woche heilig zu halten, und er dann nicht dafür sorgen würde, dass das Wissen
darüber erhalten bleibt, wann dieser Tag ist? Natürlich nicht! Es ist keine Zeit
verloren gegangen. Der Wochenzyklus wurde seit den Tagen der Schöpfungswoche
sorgfältig überliefert.
Drei Tage und drei Nächte im Grab
Eines der gängigsten Argumente dafür, den Sonntag zu
feiern, liegt in der irrtümlichen Annahme begründet, dass Christus am
Sonntagmorgen von den Toten auferstanden sei, obwohl die Bibel an keiner Stelle
erwähnt, dass dies der Fall war!
Jesus sagte, dass er drei Tage und drei Nächte im Grab sein würde (Matthäus
12, 40; vgl. Matthäus 27, 63) und die Schrift besagt, dass er genau zu der Zeit
auferstanden ist, wie er es angekündigt hat (Matthäus 28, 6). Der Schlüssel zum
Verständnis ist, dass der Rüsttag, an dem Jesus gekreuzigt wurde, nicht Freitag,
der Rüsttag vor dem wöchentlichen Sabbat war. Es war vielmehr der Rüsttag für
einen hohen Sabbat – einen der sieben jährlichen Sabbate, die Gott dem Volk
Israel gegeben hatte – wie Johannes 19, 31 erklärt. Jesus wurde während der
Tagesstunden des Passahtags gekreuzigt, der gleichzeitig der Rüsttag für den
folgenden hohen Sabbat war, den ersten heiligen Tag der ungesäuerten Brote (3.
Mose 23, 4-7).
Im Jahr der Kreuzigung, 31 n.Chr., fiel das Passah auf einen Mittwoch.
Jesus wurde kurz vor Sonnenuntergang begraben, bevor der heilige Tag begann
(Lukas 23, 54) und war dann von Sonnenuntergang am Mittwoch bis Sonnenuntergang
am Samstag im Grab – drei Tage und drei Nächte, wie er es vorhergesagt hatte.
Die Tatsache, dass es in dieser Woche zwei Sabbate gab (einen jährlichen, hohen
Sabbat am Donnerstag und den wöchentlichen Sabbat am Samstag), lässt uns den
zeitlichen Zusammenhang verstehen, der in Markus 16, 1 und Lukas 23,56
beschrieben ist. Markus erklärt uns, dass die Frauen wohlriechende Öle gekauft
und zubereitet hatten, nachdem der (hohe) Sabbat vergangen war. Lukas erklärt
uns dann, dass sie am (wöchentlichen) Sabbat ruhten, nachdem sie die Öle und
Salben zubereitet hatten. Bei der nächsten möglichen Gelegenheit – nämlich vor
Sonnenaufgang am Sonntag – gingen sie dann zum Grab, um den Leichnam
einzubalsamieren.
Lektion 13, Teil 2
Die Lehren Jesu und der apostolischen Kirche
Was tat Jesus Christus, unser Vorbild, im Bezug auf den
Sabbat? Hielten er und die Jünger, die bei ihm waren, den Sabbat am siebten Tag
ein? Nach dem Aufstieg Christi in den Himmel finden sich Aufzeichnungen über die
frühe Kirche in der Apostelgeschichte. Es ist wichtig, dass wir verstehen, wie
sich die ursprüngliche, apostolische Kirche verhalten hat.
Was war Jesu Gewohnheit am Sabbat? War dies der Tag, an
dem er sich regelmäßig mit anderen versammelte, um Gott anzubeten? Lukas 4,
16.
Für wen ist der Sabbat nach Jesu Worten gemacht? Galt
er nur für die Juden oder für alle Menschen? Markus 2, 27.
Wie verhielten sich Christi Nachfolger hinsichtlich des
Sabbats nach seiner Kreuzigung? Lukas 23, 56. (Beachten Sie: Nichts von dem,
was sie von Jesus während seines irdischen Lebens gehört oder gesehen
hatten, ließ sie glauben, dass der Sabbat nun nicht mehr einzuhalten sei).
Was tat der Apostel Paulus, als er nach Antiochia in
Pisidien kam? Folgte er dem Beispiel, das Jesus Christus selbst gegeben
hatte? Apostelgeschichte 13, 14.
Suchte Paulus auf seinen Reisen üblicherweise
diejenigen, die sich am Sabbat trafen, um den wahren Gott anzubeten?
Apostelgeschichte 16, 13; 17, 1-2; 18, 1.4.
Predigte Paulus am Sabbat nur zu den Juden, oder war
dies auch für die Heiden der Tag der Anbetung und Predigt? Apostelgeschichte
13, 42.44. (Beachten Sie: Vers 16 erwähnt im Gegensatz zu den Israeliten
auch die Heiden, die Gott fürchteten. Der Begriff „Gottesfürchtige" war eine
übliche Bezeichnung im Griechischen für die Nichtisraeliten, die den wahren
Gott anbeteten. Der Sabbat und die anderen Gebote waren ihnen vertraut, weil
sie sich jede Woche mit den Juden versammelten, um aus dem Gesetz gelesen zu
bekommen).
Wurde es Paulus zum Vorwurf gemacht, Römern die
„jüdischen Traditionen" beizubringen? Apostelgeschichte 16, 20-21. (Beachten
Sie: Wenn Paulus die Sonntagsfeier befürwortet hätte, wie es viele annehmen,
– die Feier desselben Tags der römischen Sonnenanbetung –, so wäre er
sicherlich nicht beschuldigt worden, den Römern jüdische Traditionen
beizubringen!).
Hielt Paulus selbst den Sabbat und die anderen
Praktiken ein, die mit den Juden in Verbindung gebracht wurden?
Apostelgeschichte 28, 17. (Beachten Sie: Paulus hätte wohl kaum gegenüber
den Führern der jüdischen Gemeinde in Rom behaupten können, nichts gegen die
„Ordnungen der Väter" getan zu haben, wenn er selbst nicht mehr den Sabbat
eingehalten hätte).
Es gab viele Tausende aus dem Judentum konvertierte
Menschen in der Gemeinde des frühen ersten Jahrhunderts. Gab es irgendetwas
in den Lehren der Kirche, das sie glauben lassen konnte, das Gesetz sei
abgeschafft? Apostelgeschichte 21, 20.
Ermahnte Paulus die heidnischen Gemeinden, den
Gemeinden in Judäa nachzufolgen? 1. Thessalonicher 2, 14. Würde das die
Bräuche und Festzeiten mit einschließen, die von diesen Gemeinden
eingehalten wurden?
Der Sonntag im Neuen Testament
Protestantische Gemeinden haben seit je her behauptet,
dass ihre religiösen Praktiken aus der Bibel entnommen sind. Sie haben
versichert, dass die Bibel die höchste Autorität in Glaubensfragen sei. Kommt
dann also der fast auf der ganzen Welt verbreitete Brauch, den Sonntag als den
Tag für den Gottesdienst der Christen anzusehen, aus dem Neuen Testament?
Keine wortgetreue Übersetzung des Neuen Testaments enthält das Wort
Sonntag. Der Begriff „Sonntag" stammt vom lateinischen deis solis und
bedeutet „Tag der Sonne". Dies war der Name, den die heidnischen Römer dem
ersten Tag der Woche gegeben hatten, dem Tag, der in früheren Zeiten der
Anbetung des Sonnengottes gewidmet war.
Das Neue Testament erwähnt achtmal den „ersten Tag der Woche", jedoch nie
als Ersatz für den Sabbat. In Matthäus 28, 1 erfahren wir, dass der erste Tag
begann, als der Sabbat zu Ende war und als Maria von Magdala und andere zur
Grabstätte Christi kamen. Sie kamen nicht, um einen Gottesdienst zu feiern,
sondern um die Arbeit zu verrichten, den Leichnam einzubalsamieren. Sie hatten
den Freitag damit verbracht, Salben und Öle zu kaufen und zuzubereiten und
ruhten dann am wöchentlichen Sabbat (Lukas 23, 56). Früh am Sonntagmorgen war
ihre erste Gelegenheit, diese Arbeit zu verrichten. Allerdings war zu dieser
Zeit das Grab schon leer, weil Jesus bereits auferstanden war, nämlich bei
Sonnenuntergang am Vorabend, wie er vorausgesagt hatte – genau drei Tage und
drei Nächte nachdem sein Körper in das Grab gelegt worden war (Matthäus 28, 6;
Matthäus 12, 40).
In Markus 16 wird der „erste Tag der Woche" zweimal erwähnt. Wir erfahren,
dass die Frauen früh bei Sonnenaufgang zum Grab kamen (Vers 2), und es wird
berichtet: „Als aber Jesus auferstanden war, früh am ersten Tag der Woche
erschien er zuerst Maria von Magdala, von der er sieben böse Geister
ausgetrieben hatte" (Vers 9). Wie Sie bemerken können, ist in diesem Vers das
erste Komma an eine andere Stelle gesetzt. Die meisten Übersetzungen haben
dieses Komma an einer anderen Stelle und erwecken so den falschen Eindruck, dass
Christus früh am Sonntagmorgen auferstanden sei. Doch in den ursprünglichen
Manuskripten gab es keine Satzzeichen, und die Übersetzer fügten das Komma hier
lediglich an der falschen Stelle ein, damit es ihren vorgefassten Vorstellungen
entsprach, nicht aber den Anforderungen des Textes.
Die vierte und fünfte Stelle, wo der „erste Tag der Woche" erwähnt ist,
finden wir in Lukas 24, 1 und Johannes 20, 1. In beiden Passagen wird ebenfalls
beschrieben, wie die Frauen am Grab ankamen.
Zum sechsten Mal ist der Begriff dann in Johannes 20, 19 erwähnt, wo wir
lesen, dass die Jünger am Ende dieses Tages versammelt waren. Sie befanden sich
in einem großen Raum im Obergeschoss eines Hauses, in dem sie während ihres
vorübergehenden Aufenthalts in Jerusalem wohnten (vgl. Apostelgeschichte 1, 13).
Die Tür war verriegelt aus Angst vor den Juden und die Jünger hatten gerade
gegessen, als Jesus plötzlich in ihrer Mitte erschien (Markus 16, 14; Lukas 24,
41-42). Er ermahnte sie wegen ihres mangelnden Glaubens in seine Auferstehung
(Markus 16, 14).
Das Buch der Apostelgeschichte erwähnt den ersten Tag der Woche nur an
einer Stelle in Apostelgeschichte 20, 7-12. Wir lesen, dass sich die
Gemeindemitglieder in Troas am ersten Tag der Woche versammelt hatten, um
gemeinsam zu Abend zu essen und sich noch ein letztes Mal mit Paulus zu treffen,
bevor dieser sich am Morgen für einen 30 Kilometer weiten Fußmarsch nach Assos
aufmachte, wo er seine Begleiter auf einem Schiff wieder treffen wollte. In
biblischer Zeit begannen die Tage immer bei Sonnenuntergang. Der Abend des
ersten Tags der Woche entsprach also unserem heutigen Samstagabend.
Am nächsten Tag, dem Sonntagmorgen, begab sich Paulus auf eine lange Reise
quer durch die Halbinsel um dann wie verabredet das Schiff zu treffen – hier ist
also kein Hinweis zu finden, dass Paulus den Sonntag als christlichen Ruhetag
oder Sabbat ansah.
In 1. Korinther 16, 2 finden wir die achte und letzte Stelle, wo das Neue
Testament den „ersten Tag der Woche" erwähnt. Hier bat Paulus die Geschwister,
jeweils eine Gabe nach ihren Möglichkeiten zu sammeln. Bedeutet dies, dass sie
sich jeden Sonntagmorgen zum Gottesdienst versammelten und einen Klingelbeutel
herumgehen ließen? Ganz und gar nicht! Vielmehr erklärt Paulus (Vers 1), dass
diese Sammlung für die Heiligen dasselbe war, was er den Galatern aufgetragen
hatte – eine Sammlung von Nahrungsmitteln, um den Geschwistern in Judäa während
einer Hungersnot auszuhelfen (vgl. Römer 15, 25-28). Paulus wollte, dass die
Sammlung sofort begann, damit sie beendet war, als er kam und es keine
Verzögerung in seinen Reiseplänen gab, nachdem er in Korinth ankam (1. Korinther
16, 2-5).
Nirgendwo im Neuen Testament wird der erste Tag der Woche als Tag für den
Gottesdienst oder als Ruhetag erwähnt. Er war ein normaler Arbeitstag, an dem
die Menschen ihren alltäglichen Aktivitäten nachgingen.
Weit davon entfernt, dass die Sonntagsheiligung ihren Ursprung in der
apostolischen Kirche haben soll, zeigt die zeitgenössische Geschichtsschreibung,
dass es die frühe Katholische Kirche war, die die Macht des römischen Staats
ausnutzte, um über 300 Jahre nach der Auferstehung Christi die Sabbatfeier gegen
die Sonntagsfeier auszutauschen. Kanon 29 des Konzils von Laodizäa, der um 360
n.Chr. veröffentlicht wurde, besagte folgendes: „Christen dürfen es nicht den
Juden gleichtun, indem sie am Sabbat ruhen, sondern müssen an diesem Tage
arbeiten und stattdessen den Tag des Herrn ehren ...". Diejenigen, die sich
weigerten, dieser Anordnung Folge zu leisten, wurden mit einem Kirchenbann
belegt. Wenn sich die Sonntagsheiligung wirklich bis auf Jesus Christus und
seine Apostel zurückführen ließe, warum hätte dann der Austausch an Stelle des
Sabbats noch über drei Jahrhunderte später ein kontroverses Thema sein sollen?
Lektion 13, Teil 3
Wie sollten wir den Sabbat einhalten?
Gibt die Bibel uns Richtlinien, wie wir den Sabbat als
heilige Zeit einhalten sollten? Wenn Gott den siebten Tag geheiligt und
abgesondert hat, was sollen wir dann an diesem Tag tun beziehungsweise nicht
tun? Die Menschen mögen eine Vielzahl von Ideen darüber haben, aber es geht
darum, was Gott uns sag. Untersuchen wir die Lehren der Schrift im Bezug auf
diesen Punkt.
Wir haben bereits erkannt, dass Gott den Sabbat bei der
Schöpfung heiligte. Ist den Menschen geboten, diesen Sabbattag heilig zu
halten? 2. Mose 20, 8.
Ist es zulässig, dass Menschen am Sabbat arbeiten und
ihren normalen Geschäften nachgehen? 2. Mose 20, 9-10.
Erlaubt Gott seinem Volk, am Sabbat zu arbeiten, wenn
sie sehr beschäftigt sind und viele dringende Angelegenheiten zu regeln
haben? Wäre dies zulässig, wenn es nur ein paar Mal pro Jahr geschähe? 2.
Mose 34, 21.
Ist es zulässig, von untergebenen Mitarbeitern zu
verlangen, an Ihrer Stelle am Sabbat zu arbeiten? 2. Mose 20, 10.
Ist am Sabbat Zeit für aufwändiges Kochen und
Zubereitung von Speisen? 2. Mose 16, 22-26.
Ist es zulässig, am Sabbat Geschäfte zu machen – also
Einkäufe zu tätigen? Nehemia 13, 15-21.
Aktivitäten wie Ausflüge, Kinobesuche und
Sportveranstaltungen sind nicht wirklich Arbeit; ist es also in Ordnung,
eigenen Vergnügungen nachzugehen – uns an Gottes Sabbat weltlichen Vergnügen
und Interessen zu widmen? Beinhaltet das neben dem, was wir tun auch,
worüber wir sprechen? Jesaja 58, 13-14.
Ist der Sabbat ein wöchentlicher Tag der Anbetung, an
dem wir vor Gott erscheinen sollen? 3. Mose 23, 3. (Anmerkung: „Versammlung"
ist die Übersetzung des hebräischen miqra und bedeutet
„Zusammenrufen").
Bestätigt das Neue Testament die Wichtigkeit, dass
Gottes Volk zusammenkommt? Hebräer 10, 24-25.
Ist es zulässig, am Sabbat auf Notfälle zu reagieren
oder Leiden zu lindern? Matthäus 12, 10-12; Lukas 13, 15-16.
Wenn man am Sabbat Hunger bekommt, ist es dann in
Ordnung, sich etwas zu Essen zu beschaffen? Matthäus 12, 1-2.
Erklärte Christus die Jünger für schuldlos in ihrem
Handeln, als sie Ähren pflückten, um sie zu essen, während sie am Sabbat auf
ihrem Weg in die Stadt durch ein Kornfeld gingen? Matthäus 12, 7.
Was macht es für einen Unterschied?
Macht es wirklich einen Unterschied, welchen Tag man als
Tag der Anbetung einhält? Offen gesagt ist vielen bekennenden Christen diese
Frage nicht wichtig, weil es ihnen eigentlich egal ist. „Wichtig ist der
Gottesdienst", wird ihnen gesagt, „und nicht ein spezieller Tag". Glauben Sie
das? Wenn ja, dann übersehen Sie eine Angelegenheit, die über Leben und Tod
entscheidet! Es geht dabei nämlich um nichts weniger als die göttliche
Autorität. Wenn Gott nicht existiert, macht es natürlich keinen Unterschied!
Ohne Gott werden alle seine Worte und Verheißungen null und nichtig! Abgetrennt
von der höchsten Autorität des allmächtigen Gottes stellt sich sicher die Frage,
warum man sich überhaupt Gedanken machen sollte, welchen Tag jemand einhält.
Doch die Wahrheit ist, dass Gottes Existenz und Herrschaftsanspruch nicht
zu leugnen sind! Der Apostel Paulus bestätigte dies in seinem Brief an die
Gemeinde in Rom: „Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und
Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man
sie wahrnimmt, so dass sie keine Entschuldigung haben" (Römer 1, 20). Und wir
können ebenso mit absoluter Sicherheit wissen, dass Gottes Wort die Wahrheit
ist! Die Schrift fordert uns sogar heraus, alles zu prüfen und zu „schmecken und
zu sehen", wie freundlich der Herr ist (1. Thessalonicher 5, 21; Psalm 34, 9).
Es gibt also keine Entschuldigung dafür, Gottes Autorität zu leugnen.
Der große Schöpfergott besitzt den Schlüssel zum ewigen Leben. Deshalb
sollte uns interessieren, was ER denkt! Gott sagte: „Gedenke des Sabbattages,
dass du ihn heiligest [...]. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde
gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage.
Darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte ihn" (2. Mose 20, 8-11). Ist
der Gehorsam gegenüber dem vierten Gebot wichtig, um das ewige Leben zu
erhalten? Beachten Sie Jesu Antwort in Matthäus 19, 17: „Willst du aber zum
Leben eingehen, so halten die Gebote".
Es macht also einen großen Unterschied, welchen Tag Sie als heilige Zeit
anerkennen! Als Jesus mit einer Frau an einem Brunnen in Samaria sprach,
erklärte er: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und
in der Wahrheit anbeten" (Johannes 4, 24). Die Samariter lagen im Streit mit den
Juden bezüglich des richtigen Ortes für die Anbetung des Schöpfers. Christus
erklärte, dass die wahre Anbetung nicht eine Frage des geografischen Ortes sei,
sondern dass es dabei um eine richtige Einstellung (Geist) und ein richtiges
Verständnis (Wahrheit) geht. Mit anderen Worten sollen wir unseren Schöpfer von
ganzem Herzen anbeten und dies gemäß den Anweisungen tun, die er uns
hinterlassen hat! Wir können nicht einfach selbst entscheiden, wie wir Gott
anbeten, sondern müssen dabei den Vorgaben folgen, die er in seinem Wort
offenbart hat.
Am Berg Sinai offenbarte Gott gegenüber Mose den Plan, nach dem die
Stiftshütte gebaut werden sollte und trug ihm auf, diesen Plan genau zu befolgen
(2. Mose 25, 40). Gott hob auch den Israeliten gegenüber hervor, dass sie nicht
die Bräuche und Praktiken der benachbarten Nationen übernehmen und in ihrer
Anbetung des wahren Gottes anwenden sollten (5. Mose 12, 30.32). Vielmehr gab er
ihnen folgende Anweisung: „Ihr sollt nicht tun nach der Weise des Landes
Ägypten, darin ihr gewohnt habt, auch nicht nach der Weise des Landes Kanaan,
wohin ich euch führen will. Ihr sollt auch nicht nach ihren Satzungen wandeln,
sondern nach meinen Rechten sollt ihr tun, und meine Satzungen sollt ihr halten,
dass ihr darin wandelt; ich bin der Herr, euer Gott" (3. Mose 18, 3-4). Gott
gibt uns immer ein Muster vor, dem wir folgen sollen.
Im zweiten und dritten Jahrhundert passte sich die bekennende christliche
Kirche unter dem Bischof von Rom immer mehr der sie umgebenden Gesellschaft an.
Der bekannte Kirchenhistoriker Jesse Lyman Hurlbut kommentierte: „Form und
Zeremonien des Heidentums schlichen sich immer mehr in den Gottesdienst ein.
Alte heidnische Feste wurden nach einer Änderung des Namens und der angebeteten
Gottheit zu Kirchenfesten" (Story of the Christian Church [Geschichte der
christlichen Kirche], Seite 79). Die Feier des Sonntags sowie die Einhaltung von
Ostern und Weihnachten sind nirgendwo in der Bibel angeordnet. Und es gibt auch
keinerlei Hinweise darauf, dass die frühe apostolische Kirche solche Tage
gefeiert hätte. Es gab nur Bräuche, die von späteren Generationen aufgegriffen
wurden, weil sie populäre, nichtchristliche Praktiken beibehalten und dennoch
Jesus als Erlöser anerkennen wollten.
Doch wenn die Anbetung des Schöpfers nicht in der Wahrheit geschieht, so
ist sie – gemäß Gottes Geboten – vergeblich! Aus diesem Grund erklärte Jesus
Christus in Markus 7, 7-8: „Vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche
Lehren, die nichts sind als Menschengebote. Ihr verlasst Gottes Gebot und haltet
der Menschen Satzungen...". Wenn wir den Vater und Jesus Christus nicht gemäß
den inspirierten Anweisungen anbeten, werden wir NICHT das ewige Leben ererben!
Lektion 13, Teil 4
Die Lehren des Sabbats
Weshalb nimmt Gott einen einzelnen Tag heraus, den wir
Woche für Woche heiligen sollen? Sollen wir durch die Einhaltung des Sabbats
besondere Lektionen lernen? Die Bibel zeigt, dass Gott einen großartigen Plan
verfolgt. Haben Sie gewusst, dass der wöchentliche Sabbat hilft, wichtige
Aspekte von Gottes Plan mit den Menschen zu offenbaren? Sehen wir uns an, was
wir lernen können, wenn wir des Sabbattags gedenken, wie Gott uns geboten hat.
Als die Israeliten aus Ägypten kamen, wanderten sie 40
Jahre lang in der Wüste umher. Versprach Gott, dass eine Zeit kommen würde,
in der sie ein verheißenes Land erhalten und zur Ruhe einkehren sollten? 5.
Mose 3, 20; 12, 9-10; Josua 1, 13-15.
Erreichte Israel schließlich unter Josua diese Ruhe?
Josua 21, 43-45.
War dieses Erreichen einer Ruhe unter Josua die
abschließende Erfüllung der Verheißung Gottes, oder lediglich ein Sinnbild
für etwas Größeres? Hebräer 4, 8-9. (Anmerkung: Josua oder Yehoshua ist
derselbe Name wie der griechische Namen Iesous [Jesus] und bedeutet „Jahwe
ist Rettung" oder „Jahwe rettet").
Gebrauchte der Apostel Paulus die Geschichte Israels in
der Wüste als Lehre für Christen, als er den Hebräerbrief schrieb? Hebräer
3, 8-13.
Verknüpfte Paulus das Eintreten in die Ruhe Gottes mit
Glauben? Hebräer 3, 18-19. (Beachten Sie: Glaube und Gehorsam sind
untrennbar miteinander verbunden. Der Mangel an Glauben in Israel führte zu
einer Verstockung der Herzen (Vers 8) und zu Sünde (Vers 17). Die Menschen
kannten Gott und seine Wege nicht (Vers 10), weil sie nicht glaubten und
nicht gehorchten).
Haben Christen die Verheißung, in Gottes Ruhe kommen zu
können? Hebräer 4, 1-3.
Wird der Sabbat als Sinnbild für Gottes Ruhe
beschrieben? Hebräer 4, 4.
Bleibt das Einhalten einer Sabbatruhe für Gottes Volk
noch bestehen? Hebräer 4, 9. (Anmerkung: In Hebräer Kapitel 3 und 4 ist das
griechische Wort für „Ruhe" durchweg katapausis. Doch hier in Vers 9
ist das Wort sabbatismos, was wörtlich eine „Sabbatfeier"
bezeichnet).
Ist die Arbeitsruhe am siebten Wochentag eine
Erinnerung an eine zukünftige Zeit der Ruhe? Hebräer 4, 10-11.
Wird die zukünftige Zeit, wenn Gottes Reich auf Erden
errichtet ist, als eine Zeit der Ruhe beschrieben? Jesaja 11, 9-10; 14, 7.
Von welchen drei Dingen wird sich die Menschheit in
dieser zukünftigen Zeit ausruhen können? Jesaja 14, 3. Kamen Jammer, Leid
und erschwerte Arbeit als Folge der Sünde in die Welt? 1. Mose 3, 10.16-19.
Weist die wöchentliche Sabbatruhe auf Jesus Christus
hin, den Herrn über den Sabbat (Matthäus 12, 8), durch den wir schon jetzt
geistliche Ruhe haben und später in die ewige Ruhe eingehen können? Matthäus
11, 27-30.
Der Sabbat wurde FÜR den Menschen gemacht
Ist Samstag, der siebte Tag der Woche, nur für die Juden
der Sabbat? Menschen, die sich zum Christentum bekennen, wurden über viele
Jahrhunderte verführt, genau das zu glauben. Doch das Vorbild Jesu Christi und
seine Lehren zeigen, dass der Sabbat für ALLE Menschen gemacht wurde!
Das Evangelium erzählt von einer Zeit, als Jesu Jünger gerade durch ein
Weizenfeld gingen und dabei Ähren ausrauften und aßen. Sie stillten damit
offensichtlich ihren momentanen Hunger. Gemäß den Statuten Israels war es
Fremden und Armen erlaubt, sich von den Ecken eines Feldes Ähren aufzulesen und
sie zu essen (3. Mose 19, 9-10). Doch die selbstgerechten Pharisäer sahen in
diesem normalen Verhalten einen Bruch des Sabbats (Markus 2, 23-24). Jesus
antwortete auf ihre Kritik, indem er ihnen die eigentliche Absicht hinter diesem
wichtigen Gebot erklärte.
„Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er in Not war und ihn hungerte,
ihn und die bei ihm waren: wie er ging in das Haus Gottes zur Zeit Abjatars, des
Hohenpriesters, und aß die Schaubrote, die niemand essen darf als die Priester,
und gab sie auch denen, die bei ihm waren?" (Markus 2, 25-26). Jesus erklärte
auch, dass die Priester regelmäßig am Sabbat die Arbeit der Darbringung von
Opfergaben taten. Doch dies galt nicht als Brechen oder als Entheiligung des
Sabbats. Er kam zu der Schlussfolgerung: „Ich sage euch aber: Hier ist Größeres
als der Tempel. Wenn ihr aber wüsstet, was das heißt: ‚Ich habe Wohlgefallen an
Barmherzigkeit und nicht am Opfer’, dann hättet ihr die Unschuldigen nicht
verdammt. Der Menschensohn ist ein Herr über den Sabbat" (Matthäus 12, 6-7).
Verstehen Sie die wichtige Botschaft in diesen Worten? Erstens wurde der
Sabbat gemacht oder erschaffen! Zweitens wurde er für die gesamte Menschheit
erschaffen – nicht nur für die Israeliten oder Juden, wie viele heute annehmen.
Und drittens erschuf Gott eine Zeit der Ruhe von unserer physischen Arbeit,
damit wir etwas über Gott und seine Barmherzigkeit lernen können – weil er
Barmherzigkeit sehen möchte – einen der wichtigsten Aspekte im Gesetz (Matthäus
23, 23)! Untersuchen wir also die Umstände bei der Erschaffung des Sabbats.
Gott hatte gerade innerhalb von sechs Tagen die physische Schöpfung der
Himmel, der Erde und aller Lebewesen beendet (1. Mose 1, 31; 2, 1). Beachten Sie
nun Verse 2 und 3 in 1. Mose Kapitel 2: „Und so vollendete Gott am siebenten
Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen
Werken, die er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte
ihn, weil er an ihm ruhte von allen seien Werken, die Gott geschaffen und
gemacht hatte".
Obwohl also seiner Natur nach geistlich, ist der Sabbat ein Schöpfungswerk.
Er ist eine Erinnerung an die Existenz eines übergeordneten Schöpfers.
Zusätzlich heiligte Gott alle zukünftigen Sabbattage! Gott ermahnte Israel, sich
daran zu erinnern, ihn weiterhin heilig zu halten (2. Mose 20, 8-11).
Letztendlich, nach der Rückkehr Christi zur Erde, werden ALLE Nationen darin
gelehrt werden, den Sabbat einzuhalten (Jesaja 66, 23)! Der Schöpfergott
beabsichtigte, dass die Menschheit in allen ihren Generationen nicht vergessen
würde, dass er der übergeordnete Schöpfer und Herrscher über seine Schöpfung –
einschließlich des Universums – ist! Dies zu verstehen, lässt uns den Ursprung
und Bewahrer allen Lebens erkennen – denjenigen, der sein Volk zum heiligen
Zweck absondert (2. Mose 31, 12-17).
Doch sagte Jesus nicht auch, dass der Menschensohn auch „Herr über den
Sabbat" sei? Klar erkennbare Wahrheit ist also, dass der siebte Tag der Woche,
von Sonnenuntergang am Freitag bis Sonnenuntergang am Samstag, der Tag des Herrn
ist! Jesu Vorbild und Lehre widersprechen der weithin vertretenen christlichen
Tradition der Sonntagsheiligung.
An einem anderen Sabbat bat Jesus einen Mann mit verkrüppelter Hand,
hervorzutreten. Wiederum beobachteten die Pharisäer ihn genau, um zu sehen, ob
er am Sabbat heilen würde – denn sie suchten nach einer Gelegenheit, ihn
anzuklagen. „Soll man am Sabbat Gutes tun oder Böses tun, Leben erhalten oder
töten?", fragte Jesus sie (Markus 3, 1-5). Dann bezog er sich auf die übliche
Praxis, auch am Sabbat einem Schaf zu helfen, das in eine Grube gefallen ist.
„Wie viel mehr ist nun ein Mensch als ein Schaf? Darum darf man am Sabbat Gutes
tun" (Matthäus 12, 11-13). Der verkrüppelte Mann wurde in diesem Moment geheilt,
was die selbstgerechten Pharisäer wütend machte.
Christi Vorbild und Erlebnisse offenbaren wichtige Erkenntnisse über die
Einhaltung des Sabbats. Hier sehen wir, dass es in Ordnung ist, an Gottes Sabbat
gute Werke zu tun. Jesus war barmherzig – vergab Sünden. Er vollbrachte viele
erstaunliche Wunder. Oft verknüpfte er diese Wunder mit dem Predigen des wahren
Evangeliums vom kommenden Reich und der Regierung Gottes – und tat all das am
Sabbat. Deshalb machte Christus das vierte Gebot nicht unnötig und nichtig, als
er den Sabbat einhielt – sondern offenbarte seine große Bedeutung!
Beachten Sie nochmals, dass Gott an den ersten sechs Tagen die physische
Schöpfung vollendete (1. Mose 2, 1-2). Doch das geistliche Werk Gottes wurde mit
der Erschaffung des Sabbats fortgesetzt! Gottes Werk konzentriert sich heute auf
seine geistliche Schöpfung in uns. Diejenigen, die in Christus (dem Herrn über
den Sabbat) sind, sind eine „neue Kreatur" (2. Korinther 5, 17) – eine
Schöpfung, die sich fortsetzt, bis wir in Gottes Reich eingehen, das durch die
Sabbatruhe versinnbildlicht wird (Hebräer 4, 11). Gedenken Sie also des
Sabbattages und halten Sie ihn heilig (2. Mose 20, 8-10). Er ist der wahre Tag
des Herrn – speziell für Sie erschaffen!
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