The Living Church of God


Home Page
Kontakt
Wer wir sind
Unsere Ziele
Gemeinden
Kommentar
Broschüren
Artikel
Bibelfernlehrgang







Disclaimer

Bibelfernlehrgang

Lektion 13 - Gedenke des Sabbattages

ChefredakteurRoderick C. Meredith
RedaktionsdirektorRichard F. Ames
RedaktionWilliam Bowmer
Gary F. Ehman
AutorenJohn H. Ogwyn
Daniel Hall
Französische AusgabeDibar Apartian
Spanische AusgabeMario Hernandez
Grafische GestaltungDonna Prejean
KorrekturlesungSandy Davis
Linda Ehman
NachrichtenbüroJune Olsen

 

Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang hat keinen Bezugspreis. Seine Verbreitung wird durch Zehnten und Opfer der Mitglieder der Living Church of God und anderer ermöglicht, die freiwillig Mitarbeiter im Werk der Verkündigung von Gottes wahrem Evangelium an alle Nationen wurden.

Alle Bibelzitate in dieser Lektion sind, sofern nicht anders vermerkt, der revidierten Lutherübersetzung von 1984 entnommen

Copyright © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.

Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang wird herausgegeben von der

Living Church of God
P.O. Box 3810
Charlotte NC, 28227-8010, USA
Copyright © 2005 Living Church of God ®. Alle Rechte vorbehalten.

 

Aus der Feder des Herausgebers ...

     Sie haben nun Lektion 13 des Welt von Morgen Bibelfernlehrgangs erreicht. Dass Sie so weit gekommen sind, zeigt Ihren eifrigen Wunsch, mehr darüber zu erfahren, was Gottes Wort wirklich sagt und welche Anwendungen sich für einen Christen von heute daraus ergeben.
     In den vergangenen 12 Lektionen haben wir viele Themen besprochen, die den meisten Menschen unbekannt sind, auch wenn Sie sich als Christen bezeichnen. Sie haben etwas über die prophetischen Aufzeichnungen in der Bibel und über die ermutigenden Endzeitprophezeiungen erfahren. Sie haben etwas von der Wesensart Gottes gelesen, haben den Grund erfahren, warum er Sie erschaffen hat und welche Zukunft er für Sie in seinem Reich bereithält. Wir haben das wahre Evangelium erforscht, gelernt, was wahre Bekehrung ist, welche Bedeutung die Zehn Gebote haben und was es bedeutet, Teil der Gemeinde zu sein, die Jesus Christus gebaut hat.
     Die vergangenen 12 Lektionen haben Ihnen also Wissen zugänglich gemacht, das für die meisten Christen, denen Gott den Sinn nicht geöffnet hat, unvorstellbar ist. Durch Ihre Ausdauer hatten Sie die Möglichkeit, Ihr Wissen über Gott und Ihre Beziehung zu Gott zu vertiefen.
     In den folgenden 12 Lektionen des Welt von Morgen Bibelfernlehrgangs werden wir mehr ins Detail gehen. Sie erhalten Informationen über den Plan Gottes und darüber, wie Sie als Christ ein glückliches und erfülltes Leben führen können, indem Sie dem Beispiel und den Geboten Jesu Christi nachfolgen.
     Wie in den bisherigen 12 Lektionen finden Sie auch weiterhin in jeder Lektion Fragen für Ihr privates Bibelstudium, die Ihnen helfen können, die kostbare Wahrheit in Ihrer eigenen Bibel zu finden, die Gott denen offenbart hat, die ihn lieben.
     Zu vielen zentralen Themen bieten wir auch Broschüren und Artikel an, die das jeweilige Thema noch weiter vertiefen. Eine Liste verfügbarer Titel finden Sie auf unserer Internetseite oder Sie erhalten diese auf Wunsch zugesandt. Wie dieser Bibelfernlehrgang sind alle Broschüren und Artikel ebenfalls kostenlos erhältlich und können Ihnen helfen, Gottes Wort besser zu verstehen. Wenden Sie sich dafür bitte an eine der genannten Kontaktadressen oder bestellen Sie online über www.weltvonmorgen.org.
     Wir möchten Ihnen zu Ihrem Fortschritt bei diesem Bibelfernlehrgang gratulieren und hoffen, dass Sie aus den folgenden 12 Lektionen sogar noch mehr Erkenntnisse und hilfreiche Informationen gewinnen können, als aus den bisherigen 12 Lektionen.

 

Zum Titelbild: Jeden Freitag nach Sonnenuntergang freut sich Gottes Volk über den Beginn des Sabbattags. Gott selbst ruhte am siebten Tag und beendete damit die Werke seiner Schöpfung (1. Mose 2, 2). Entsprechend den Vorgaben Gottes ist der siebte Tag der Woche der Ruhetag für sein Volk. An diesem Tag sollen wir uns mit Geschwistern versammeln und unseren Schöpfer anbeten. Unsere eigene Arbeit soll dabei ruhen.
Jesus Christus und seine Apostel hielten den Sabbat am siebten Tag ein – von Sonnenuntergang am Freitag bis Sonnenuntergang am Samstag – und keine menschliche Autorität kann verändern, was Gott selbst angeordnet hat. Jesus Christus ist der Herr über den Sabbat (Markus 2, 28) und er erweiterte durch seine Worte und Taten das Sabbatgebot. Jesus Christus zeigte, dass Gottes Gebote keine Last sind (1. Johannes 5, 3) und von denen, die ihn lieben, mit Freude eingehalten werden.

 

Gedenke des Sabbattages

     Viele Menschen beschränken sich bei den Zehn Geboten auf Lippenbekenntnisse. Doch selbst die ernsthaftesten Christen geben sich nur selten Mühe, das vierte Gebot einzuhalten – und wirklich den Sabbat einzuhalten. In vielen christlich geprägten Ländern gab und gibt es Gesetze, die regulieren, welche Arbeiten am Sonntag verrichtet werden dürfen oder welche Geschäfte geöffnet sein können. Die meisten religiös erzogenen Menschen nehmen an, dass der Sonntag der Ruhetag sei, den es „einzuhalten" gilt. In den vergangenen Jahrzehnten ist jedoch selbst dieses Konzept einer „geheiligten Zeit" zu Gunsten einer Meinung verdrängt worden, dass in unserer modernen, säkularisierten Gesellschaft jeder Tag der Woche hinsichtlich Arbeit, Konsum und Erholung gleichbedeutend sei.
     Gibt es also einen besonderen Wochentag, der heilig ist wie kein anderer? In unserer schnelllebigen Zeit scheint die Idee, einen vollen, 24-stündigen Zeitabschnitt als geheiligt zu betrachten, unpraktisch – wenn nicht gar unmöglich. Die meisten religiösen Menschen nehmen an, dass es nicht falsch sei, am christlichen Ruhetag einkaufen zu gehen, Sportveranstaltungen zu besuchen oder auch selbst daran teilzunehmen, solange sie auch den Gottesdienst besuchen. Wir sollten uns aber nicht lediglich danach richten, was die meisten Menschen für wahr erachten, sondern herausfinden, was die Bibel eigentlich zu diesem Thema sagt.
     Und wann genau ist der Sabbattag? Stimmt es – wie die meisten bekennenden Christen annehmen – dass der Sonntag der christliche Sabbat ist? Gibt es biblische Hinweise, dass sich der Tag der Anbetung verändert hat? Ist der Sabbat am siebten Tag von Sonnenuntergang am Freitag bis Sonnenuntergang am Samstag nur für die Juden verbindlich? Wurde den Christen im Neuen Testament geboten, stattdessen am Sonntag Gottesdienste abzuhalten? Macht es denn eigentlich einen Unterschied, solange wir überhaupt einen Tag – irgendeinen Tag – absondern, um Gott anzubeten? Können wir Gott an jedem beliebigen Tag und jeden Tag anbeten?
     Natürlich können und sollten wir den Schöpfer jeden einzelnen Tag der Woche anbeten. Wie wir aber in dieser Lektion sehen werden, hat der Schöpfer selbst auf besondere Weise einen speziellen Tag der Anbetung für sich reserviert.
     Wann hielt die frühe apostolische Kirche ihre Versammlungen ab? Hat die apostolische Kirche den Sonntag als ihren Ruhetag eingehalten oder hielt sie weiterhin die Sabbat am siebten Tag? Viele glauben, dass Gott den Tag der Anbetung nach der Auferstehung Christi geändert hat. Doch obwohl Christus über einen Zeitraum von 40 Tagen nach seiner Auferstehung bei seinen Jüngern war, bevor er in den Himmel emporstieg, kündigte er nie eine Veränderung an – und seine Nachfolger hielten weiterhin den Sabbat am siebten Tag ein, wie sie es zuvor getan hatten! Wir müssen über die Praktiken der frühen Kirche nicht im Unklaren bleiben; sie wurden niedergeschrieben und uns überliefert, damit wir wissen können, wie Jesus und seine Jünger den Sabbat eingehalten haben.
     Was bedeutet es eigentlich, des Sabbattags zu „gedenken"? Wir müssen also nicht nur verstehen, welchen Tag wir einhalten sollen, sondern auch, wie wir ihn einhalten sollen. Die Bibel lehrt uns dies nicht nur durch Gebote und Vorschriften, sondern auch durch Beispiele im Alten und Neuen Testament.
     Manche sagen, Christen, die Gottes Sabbatgebot befolgen, seien „Legalisten" und wollten sich ihr Heil „verdienen". Doch diejenigen, die eine solche Kritik äußern, wenden dieses Argument nie auf den Rest der Zehn Gebote an. Können Sie sich vorstellen, jemanden einen Legalisten zu nennen, weil er keinen Mord und keinen Diebstahl begeht? Würden Prediger auf der Kanzel behaupten, ihre Zuhörer wollten sich das Heil „verdienen", indem sie Ehebruch und Gotteslästerung vermeiden? Natürlich nicht! Warum also wird eine solche Anschuldigung gegen die vorgebracht, die bemüht sind, den Sabbattag als heilige Zeit zu bewahren, nachdem Gott diese Zeit geheiligt hat?
     In dieser Lektion werden wir das biblische Gebot, des Sabbattags zu gedenken und ihn heilig zu halten, eingehen untersuchen. Es ist wichtig, dass wir verstehen, welche Bedeutung diese alte Verfügung für Christen von heute hat. Wenn Sie bereit sind, Gottes Anweisungen mit einem offenen Sinn zu prüfen, lesen Sie weiter!

 

Lektion 13, Teil 1

Der Sabbat ist ein Zeichen

     Galt der Sabbat nur für die Juden? Hatte er seinen Ursprung am Berg Sinai als Bestandteil des Alten Bundes? Oder ist der Sabbat ein Gebot, das für alle Menschen zu allen Zeiten Bedeutung hat? Ein Zeichen dient der Identifizierung. Weshalb sollte Gott die Einhaltung eines bestimmten Tages zu einem Zeichen zwischen sich und seinem Volk erklären? Die Antworten auf diese und andere Fragen finden Sie in den klaren Lehre Ihrer Bibel.

  1. 1. Mose Kapitel 1 beschreibt Gottes Schöpfungswerk. Was tat Gott am Ende der Woche, in der er unsere Welt formte und gestaltete? 1. Mose 2, 2.
  2. Was war das Ergebnis, als Gott am siebten Tag ruhte? War dies ebenfalls ein Schöpfungsakt? 1. Mose 2, 3. (Beachten Sie: Hier wird gesagt, dass Gott den siebten Tag segnete und ihn heiligte. Wenn Gott etwas segnet (hebräisch: barak), bedeutet dies, dass er seine Gunst darauf gibt. Das Wort „heiligen" (hebräisch: qadash) bezieht sich auf Heiligkeit. In der hier verwendeten Verbform bedeutet es, dass Gott den siebten Tag zu heiligem Zweck abgesondert hat).
  3. Manche glauben, dass man irgendeinen Tag der Woche als Sabbat einhalten kann, solange man nur überhaupt einen Tag einhält. Bestätigt die Bibel diese Annahme? Welcher spezielle Tag der Woche wird in der Schrift als der Sabbat bezeichnet? 2. Mose 20, 10.
  4. Welche Begründung liefern die Zehn Gebote, weshalb dieser spezielle Tag von den anderen abgesondert ist? 2. Mose 20, 11.
  5. Versorgte Gott die Israeliten auf wundersame Weise mit Manna schon Wochen bevor sie am Sinai ankamen und den Alten Bund eingingen? 2. Mose 16, 4.14-15.
  6. Gab Gott Ihnen auch am Sabbat das Manna oder gab er ihnen am sechsten Tag der Woche schon ausreichend auch für den Sabbat? 2. Mose 16, 25-26.
  7. Gingen einige Israeliten entgegen der Anweisung Gottes trotzdem am Sabbat hinaus, um Manna zu suchen? 2. Mose 16, 27.
  8. Wie reagierte Gott auf diesen Akt des Ungehorsams? 2. Mose 16, 28.
  9. Sollte der Sabbat als Geschenk Gottes an sein Volk verstanden werden? 2. Mose 16, 29. Wie sollten sich die Israeliten nach Gottes Anweisung verhalten? 2. Mose 16, 29-30.
  10. In 2. Mose 31, 13 offenbarte Gott, warum die Israeliten seine Sabbate einhalten sollten. Was war der Grund dafür? (Beachten Sie: Der Sabbat ist auch ein Zeichen, weil er Gott als den Schöpfer identifiziert, indem er uns an die Schöpfungswoche erinnert. Er ist ein Zeichen des Gehorsams für Gottes Volk und identifiziert diejenigen, die seine Gebote einhalten).
  11. Wie lange wollte Gott, dass sein Volk den Sabbat der Schöpfung einhält? 2. Mose 31, 16-17.
  12. Gab Gott sogar den Nichtisraeliten besondere Verheißungen, wenn sie den Sabbat einhielten? Jesaja 56, 2.6-7.

 

Ist Zeit verloren gegangen?

     Vielleicht stellen Sie sich die Frage: „Wie können wir sicher sein, dass unser heutiger Samstag - unser siebter Tag der Woche – derselbe siebte Tag der Woche ist, den Gott damals abgesondert hat?" Nachdem so viel Zeit vergangen ist, wie können wir da noch die Wochentage richtig zuordnen?
     Manche machen sich Gedanken über eine Kalenderreform im 16. Jahrhundert, als nach einer Revision des Julianischen Kalenders (der seit etwa 45 v.Chr. offizieller römischer Kalender war) zehn Tage gestrichen wurden. Der Julianische Kalender hatte in den etwa 15 Jahrhunderten einen Fehler von 10 Tagen angesammelt, sodass allmählich die Monate aus dem jahreszeitlichen Zusammenhang drifteten. Im Oktober 1582 löste Papst Gregor das Problem durch eine kleine Korrektur in der Abfolge der Schaltjahre und übersprang die zehn Tage, die sich bis dahin angesammelt hatten. Doch diese Änderung hatte keinen Einfluss auf die Abfolge der Wochentage – sie bedeutete lediglich, dass in diesem Jahr auf Donnerstag den 4. Oktober Freitag der 15. Oktober folgte. Die englischsprachigen Länder übernahmen den Gregorianischen Kalender erst im September 1752 und mussten dann 11 Tage streichen. Russland passte seinen Kalender erst im 20. Jahrhundert an. Der Wochenzyklus wurde aber in keinem Fall unterbrochen.
     Andere erklären, dass Josuas langer Tag (Josua 10, 12-14) den Wochenzyklus verändert hat. Damit zeigen sie aber nur, dass sie nicht verstanden haben, was ein Tag ist! Ein Tag ist die Zeitspanne von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang (3. Mose 23, 32; vgl. 1. Mose 1). Josuas langer Tag war genau das – ein auf wundersame Weise verlängerter Tag. Er hatte keine Auswirkung auf den Wochenzyklus.
     Denken Sie darüber nach! Gott offenbarte den Israeliten im Altertum den Wochenzyklus durch das Wunder des Manna (2. Mose 16). Sie wussten, welcher Tag der Sabbat war, weil dies für 40 Jahre der einzige Tag in der Woche war, an dem es kein Manna regnete. Jesus Christus, der sicherlich wusste, welcher Tag der Sabbat der Schöpfung war, versammelte sich mit den Juden an dem Tag, den sie als den siebten Tag der Woche überliefert hatten (Lukas 4, 16). Und wir haben vollständige historische Aufzeichnungen aus den Tagen des Römischen Reichs um zu beweisen, dass der Wochenzyklus seither ununterbrochen weitergelaufen ist.
     Zudem haben wir das Zeugnis der jüdischen Gemeinschaft, die sich nach der Babylonischen Gefangenschaft und später nach der Zerstörung Jerusalems durch die Römer in alle Welt zerstreut hat. Viele dieser jüdischen Gemeinschaften hatten über Jahrhunderte keinen Kontakt untereinander. Doch als sie im 19. und 20. Jahrhundert voneinander erfuhren, hielten sie alle denselben Tag als siebten Tag der Woche ein. Es gab keine Verwirrung.
     Würde es Sinn machen, wenn der Schöpfer gebietet, einen bestimmten Tag der Woche heilig zu halten, und er dann nicht dafür sorgen würde, dass das Wissen darüber erhalten bleibt, wann dieser Tag ist? Natürlich nicht! Es ist keine Zeit verloren gegangen. Der Wochenzyklus wurde seit den Tagen der Schöpfungswoche sorgfältig überliefert.

 

Drei Tage und drei Nächte im Grab

     Eines der gängigsten Argumente dafür, den Sonntag zu feiern, liegt in der irrtümlichen Annahme begründet, dass Christus am Sonntagmorgen von den Toten auferstanden sei, obwohl die Bibel an keiner Stelle erwähnt, dass dies der Fall war!
     Jesus sagte, dass er drei Tage und drei Nächte im Grab sein würde (Matthäus 12, 40; vgl. Matthäus 27, 63) und die Schrift besagt, dass er genau zu der Zeit auferstanden ist, wie er es angekündigt hat (Matthäus 28, 6). Der Schlüssel zum Verständnis ist, dass der Rüsttag, an dem Jesus gekreuzigt wurde, nicht Freitag, der Rüsttag vor dem wöchentlichen Sabbat war. Es war vielmehr der Rüsttag für einen hohen Sabbat – einen der sieben jährlichen Sabbate, die Gott dem Volk Israel gegeben hatte – wie Johannes 19, 31 erklärt. Jesus wurde während der Tagesstunden des Passahtags gekreuzigt, der gleichzeitig der Rüsttag für den folgenden hohen Sabbat war, den ersten heiligen Tag der ungesäuerten Brote (3. Mose 23, 4-7).
     Im Jahr der Kreuzigung, 31 n.Chr., fiel das Passah auf einen Mittwoch. Jesus wurde kurz vor Sonnenuntergang begraben, bevor der heilige Tag begann (Lukas 23, 54) und war dann von Sonnenuntergang am Mittwoch bis Sonnenuntergang am Samstag im Grab – drei Tage und drei Nächte, wie er es vorhergesagt hatte. Die Tatsache, dass es in dieser Woche zwei Sabbate gab (einen jährlichen, hohen Sabbat am Donnerstag und den wöchentlichen Sabbat am Samstag), lässt uns den zeitlichen Zusammenhang verstehen, der in Markus 16, 1 und Lukas 23,56 beschrieben ist. Markus erklärt uns, dass die Frauen wohlriechende Öle gekauft und zubereitet hatten, nachdem der (hohe) Sabbat vergangen war. Lukas erklärt uns dann, dass sie am (wöchentlichen) Sabbat ruhten, nachdem sie die Öle und Salben zubereitet hatten. Bei der nächsten möglichen Gelegenheit – nämlich vor Sonnenaufgang am Sonntag – gingen sie dann zum Grab, um den Leichnam einzubalsamieren.

 

Lektion 13, Teil 2

Die Lehren Jesu und der apostolischen Kirche

     Was tat Jesus Christus, unser Vorbild, im Bezug auf den Sabbat? Hielten er und die Jünger, die bei ihm waren, den Sabbat am siebten Tag ein? Nach dem Aufstieg Christi in den Himmel finden sich Aufzeichnungen über die frühe Kirche in der Apostelgeschichte. Es ist wichtig, dass wir verstehen, wie sich die ursprüngliche, apostolische Kirche verhalten hat.

  1. Was war Jesu Gewohnheit am Sabbat? War dies der Tag, an dem er sich regelmäßig mit anderen versammelte, um Gott anzubeten? Lukas 4, 16.
  2. Für wen ist der Sabbat nach Jesu Worten gemacht? Galt er nur für die Juden oder für alle Menschen? Markus 2, 27.
  3. Wie verhielten sich Christi Nachfolger hinsichtlich des Sabbats nach seiner Kreuzigung? Lukas 23, 56. (Beachten Sie: Nichts von dem, was sie von Jesus während seines irdischen Lebens gehört oder gesehen hatten, ließ sie glauben, dass der Sabbat nun nicht mehr einzuhalten sei).
  4. Was tat der Apostel Paulus, als er nach Antiochia in Pisidien kam? Folgte er dem Beispiel, das Jesus Christus selbst gegeben hatte? Apostelgeschichte 13, 14.
  5. Suchte Paulus auf seinen Reisen üblicherweise diejenigen, die sich am Sabbat trafen, um den wahren Gott anzubeten? Apostelgeschichte 16, 13; 17, 1-2; 18, 1.4.
  6. Predigte Paulus am Sabbat nur zu den Juden, oder war dies auch für die Heiden der Tag der Anbetung und Predigt? Apostelgeschichte 13, 42.44. (Beachten Sie: Vers 16 erwähnt im Gegensatz zu den Israeliten auch die Heiden, die Gott fürchteten. Der Begriff „Gottesfürchtige" war eine übliche Bezeichnung im Griechischen für die Nichtisraeliten, die den wahren Gott anbeteten. Der Sabbat und die anderen Gebote waren ihnen vertraut, weil sie sich jede Woche mit den Juden versammelten, um aus dem Gesetz gelesen zu bekommen).
  7. Wurde es Paulus zum Vorwurf gemacht, Römern die „jüdischen Traditionen" beizubringen? Apostelgeschichte 16, 20-21. (Beachten Sie: Wenn Paulus die Sonntagsfeier befürwortet hätte, wie es viele annehmen, – die Feier desselben Tags der römischen Sonnenanbetung –, so wäre er sicherlich nicht beschuldigt worden, den Römern jüdische Traditionen beizubringen!).
  8. Hielt Paulus selbst den Sabbat und die anderen Praktiken ein, die mit den Juden in Verbindung gebracht wurden? Apostelgeschichte 28, 17. (Beachten Sie: Paulus hätte wohl kaum gegenüber den Führern der jüdischen Gemeinde in Rom behaupten können, nichts gegen die „Ordnungen der Väter" getan zu haben, wenn er selbst nicht mehr den Sabbat eingehalten hätte).
  9. Es gab viele Tausende aus dem Judentum konvertierte Menschen in der Gemeinde des frühen ersten Jahrhunderts. Gab es irgendetwas in den Lehren der Kirche, das sie glauben lassen konnte, das Gesetz sei abgeschafft? Apostelgeschichte 21, 20.
  10. Ermahnte Paulus die heidnischen Gemeinden, den Gemeinden in Judäa nachzufolgen? 1. Thessalonicher 2, 14. Würde das die Bräuche und Festzeiten mit einschließen, die von diesen Gemeinden eingehalten wurden?

 

Der Sonntag im Neuen Testament

     Protestantische Gemeinden haben seit je her behauptet, dass ihre religiösen Praktiken aus der Bibel entnommen sind. Sie haben versichert, dass die Bibel die höchste Autorität in Glaubensfragen sei. Kommt dann also der fast auf der ganzen Welt verbreitete Brauch, den Sonntag als den Tag für den Gottesdienst der Christen anzusehen, aus dem Neuen Testament?
     Keine wortgetreue Übersetzung des Neuen Testaments enthält das Wort Sonntag. Der Begriff „Sonntag" stammt vom lateinischen deis solis und bedeutet „Tag der Sonne". Dies war der Name, den die heidnischen Römer dem ersten Tag der Woche gegeben hatten, dem Tag, der in früheren Zeiten der Anbetung des Sonnengottes gewidmet war.
     Das Neue Testament erwähnt achtmal den „ersten Tag der Woche", jedoch nie als Ersatz für den Sabbat. In Matthäus 28, 1 erfahren wir, dass der erste Tag begann, als der Sabbat zu Ende war und als Maria von Magdala und andere zur Grabstätte Christi kamen. Sie kamen nicht, um einen Gottesdienst zu feiern, sondern um die Arbeit zu verrichten, den Leichnam einzubalsamieren. Sie hatten den Freitag damit verbracht, Salben und Öle zu kaufen und zuzubereiten und ruhten dann am wöchentlichen Sabbat (Lukas 23, 56). Früh am Sonntagmorgen war ihre erste Gelegenheit, diese Arbeit zu verrichten. Allerdings war zu dieser Zeit das Grab schon leer, weil Jesus bereits auferstanden war, nämlich bei Sonnenuntergang am Vorabend, wie er vorausgesagt hatte – genau drei Tage und drei Nächte nachdem sein Körper in das Grab gelegt worden war (Matthäus 28, 6; Matthäus 12, 40).
     In Markus 16 wird der „erste Tag der Woche" zweimal erwähnt. Wir erfahren, dass die Frauen früh bei Sonnenaufgang zum Grab kamen (Vers 2), und es wird berichtet: „Als aber Jesus auferstanden war, früh am ersten Tag der Woche erschien er zuerst Maria von Magdala, von der er sieben böse Geister ausgetrieben hatte" (Vers 9). Wie Sie bemerken können, ist in diesem Vers das erste Komma an eine andere Stelle gesetzt. Die meisten Übersetzungen haben dieses Komma an einer anderen Stelle und erwecken so den falschen Eindruck, dass Christus früh am Sonntagmorgen auferstanden sei. Doch in den ursprünglichen Manuskripten gab es keine Satzzeichen, und die Übersetzer fügten das Komma hier lediglich an der falschen Stelle ein, damit es ihren vorgefassten Vorstellungen entsprach, nicht aber den Anforderungen des Textes.
     Die vierte und fünfte Stelle, wo der „erste Tag der Woche" erwähnt ist, finden wir in Lukas 24, 1 und Johannes 20, 1. In beiden Passagen wird ebenfalls beschrieben, wie die Frauen am Grab ankamen.
     Zum sechsten Mal ist der Begriff dann in Johannes 20, 19 erwähnt, wo wir lesen, dass die Jünger am Ende dieses Tages versammelt waren. Sie befanden sich in einem großen Raum im Obergeschoss eines Hauses, in dem sie während ihres vorübergehenden Aufenthalts in Jerusalem wohnten (vgl. Apostelgeschichte 1, 13). Die Tür war verriegelt aus Angst vor den Juden und die Jünger hatten gerade gegessen, als Jesus plötzlich in ihrer Mitte erschien (Markus 16, 14; Lukas 24, 41-42). Er ermahnte sie wegen ihres mangelnden Glaubens in seine Auferstehung (Markus 16, 14).
     Das Buch der Apostelgeschichte erwähnt den ersten Tag der Woche nur an einer Stelle in Apostelgeschichte 20, 7-12. Wir lesen, dass sich die Gemeindemitglieder in Troas am ersten Tag der Woche versammelt hatten, um gemeinsam zu Abend zu essen und sich noch ein letztes Mal mit Paulus zu treffen, bevor dieser sich am Morgen für einen 30 Kilometer weiten Fußmarsch nach Assos aufmachte, wo er seine Begleiter auf einem Schiff wieder treffen wollte. In biblischer Zeit begannen die Tage immer bei Sonnenuntergang. Der Abend des ersten Tags der Woche entsprach also unserem heutigen Samstagabend.
     Am nächsten Tag, dem Sonntagmorgen, begab sich Paulus auf eine lange Reise quer durch die Halbinsel um dann wie verabredet das Schiff zu treffen – hier ist also kein Hinweis zu finden, dass Paulus den Sonntag als christlichen Ruhetag oder Sabbat ansah.
     In 1. Korinther 16, 2 finden wir die achte und letzte Stelle, wo das Neue Testament den „ersten Tag der Woche" erwähnt. Hier bat Paulus die Geschwister, jeweils eine Gabe nach ihren Möglichkeiten zu sammeln. Bedeutet dies, dass sie sich jeden Sonntagmorgen zum Gottesdienst versammelten und einen Klingelbeutel herumgehen ließen? Ganz und gar nicht! Vielmehr erklärt Paulus (Vers 1), dass diese Sammlung für die Heiligen dasselbe war, was er den Galatern aufgetragen hatte – eine Sammlung von Nahrungsmitteln, um den Geschwistern in Judäa während einer Hungersnot auszuhelfen (vgl. Römer 15, 25-28). Paulus wollte, dass die Sammlung sofort begann, damit sie beendet war, als er kam und es keine Verzögerung in seinen Reiseplänen gab, nachdem er in Korinth ankam (1. Korinther 16, 2-5).
     Nirgendwo im Neuen Testament wird der erste Tag der Woche als Tag für den Gottesdienst oder als Ruhetag erwähnt. Er war ein normaler Arbeitstag, an dem die Menschen ihren alltäglichen Aktivitäten nachgingen.
     Weit davon entfernt, dass die Sonntagsheiligung ihren Ursprung in der apostolischen Kirche haben soll, zeigt die zeitgenössische Geschichtsschreibung, dass es die frühe Katholische Kirche war, die die Macht des römischen Staats ausnutzte, um über 300 Jahre nach der Auferstehung Christi die Sabbatfeier gegen die Sonntagsfeier auszutauschen. Kanon 29 des Konzils von Laodizäa, der um 360 n.Chr. veröffentlicht wurde, besagte folgendes: „Christen dürfen es nicht den Juden gleichtun, indem sie am Sabbat ruhen, sondern müssen an diesem Tage arbeiten und stattdessen den Tag des Herrn ehren ...". Diejenigen, die sich weigerten, dieser Anordnung Folge zu leisten, wurden mit einem Kirchenbann belegt. Wenn sich die Sonntagsheiligung wirklich bis auf Jesus Christus und seine Apostel zurückführen ließe, warum hätte dann der Austausch an Stelle des Sabbats noch über drei Jahrhunderte später ein kontroverses Thema sein sollen?

 

Lektion 13, Teil 3

Wie sollten wir den Sabbat einhalten?

     Gibt die Bibel uns Richtlinien, wie wir den Sabbat als heilige Zeit einhalten sollten? Wenn Gott den siebten Tag geheiligt und abgesondert hat, was sollen wir dann an diesem Tag tun beziehungsweise nicht tun? Die Menschen mögen eine Vielzahl von Ideen darüber haben, aber es geht darum, was Gott uns sag. Untersuchen wir die Lehren der Schrift im Bezug auf diesen Punkt.

  1. Wir haben bereits erkannt, dass Gott den Sabbat bei der Schöpfung heiligte. Ist den Menschen geboten, diesen Sabbattag heilig zu halten? 2. Mose 20, 8.
  2. Ist es zulässig, dass Menschen am Sabbat arbeiten und ihren normalen Geschäften nachgehen? 2. Mose 20, 9-10.
  3. Erlaubt Gott seinem Volk, am Sabbat zu arbeiten, wenn sie sehr beschäftigt sind und viele dringende Angelegenheiten zu regeln haben? Wäre dies zulässig, wenn es nur ein paar Mal pro Jahr geschähe? 2. Mose 34, 21.
  4. Ist es zulässig, von untergebenen Mitarbeitern zu verlangen, an Ihrer Stelle am Sabbat zu arbeiten? 2. Mose 20, 10.
  5. Ist am Sabbat Zeit für aufwändiges Kochen und Zubereitung von Speisen? 2. Mose 16, 22-26.
  6. Ist es zulässig, am Sabbat Geschäfte zu machen – also Einkäufe zu tätigen? Nehemia 13, 15-21.
  7. Aktivitäten wie Ausflüge, Kinobesuche und Sportveranstaltungen sind nicht wirklich Arbeit; ist es also in Ordnung, eigenen Vergnügungen nachzugehen – uns an Gottes Sabbat weltlichen Vergnügen und Interessen zu widmen? Beinhaltet das neben dem, was wir tun auch, worüber wir sprechen? Jesaja 58, 13-14.
  8. Ist der Sabbat ein wöchentlicher Tag der Anbetung, an dem wir vor Gott erscheinen sollen? 3. Mose 23, 3. (Anmerkung: „Versammlung" ist die Übersetzung des hebräischen miqra und bedeutet „Zusammenrufen").
  9. Bestätigt das Neue Testament die Wichtigkeit, dass Gottes Volk zusammenkommt? Hebräer 10, 24-25.
  10. Ist es zulässig, am Sabbat auf Notfälle zu reagieren oder Leiden zu lindern? Matthäus 12, 10-12; Lukas 13, 15-16.
  11. Wenn man am Sabbat Hunger bekommt, ist es dann in Ordnung, sich etwas zu Essen zu beschaffen? Matthäus 12, 1-2.
  12. Erklärte Christus die Jünger für schuldlos in ihrem Handeln, als sie Ähren pflückten, um sie zu essen, während sie am Sabbat auf ihrem Weg in die Stadt durch ein Kornfeld gingen? Matthäus 12, 7.

 

Was macht es für einen Unterschied?

     Macht es wirklich einen Unterschied, welchen Tag man als Tag der Anbetung einhält? Offen gesagt ist vielen bekennenden Christen diese Frage nicht wichtig, weil es ihnen eigentlich egal ist. „Wichtig ist der Gottesdienst", wird ihnen gesagt, „und nicht ein spezieller Tag". Glauben Sie das? Wenn ja, dann übersehen Sie eine Angelegenheit, die über Leben und Tod entscheidet! Es geht dabei nämlich um nichts weniger als die göttliche Autorität. Wenn Gott nicht existiert, macht es natürlich keinen Unterschied! Ohne Gott werden alle seine Worte und Verheißungen null und nichtig! Abgetrennt von der höchsten Autorität des allmächtigen Gottes stellt sich sicher die Frage, warum man sich überhaupt Gedanken machen sollte, welchen Tag jemand einhält.
     Doch die Wahrheit ist, dass Gottes Existenz und Herrschaftsanspruch nicht zu leugnen sind! Der Apostel Paulus bestätigte dies in seinem Brief an die Gemeinde in Rom: „Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, so dass sie keine Entschuldigung haben" (Römer 1, 20). Und wir können ebenso mit absoluter Sicherheit wissen, dass Gottes Wort die Wahrheit ist! Die Schrift fordert uns sogar heraus, alles zu prüfen und zu „schmecken und zu sehen", wie freundlich der Herr ist (1. Thessalonicher 5, 21; Psalm 34, 9). Es gibt also keine Entschuldigung dafür, Gottes Autorität zu leugnen.
     Der große Schöpfergott besitzt den Schlüssel zum ewigen Leben. Deshalb sollte uns interessieren, was ER denkt! Gott sagte: „Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest [...]. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte ihn" (2. Mose 20, 8-11). Ist der Gehorsam gegenüber dem vierten Gebot wichtig, um das ewige Leben zu erhalten? Beachten Sie Jesu Antwort in Matthäus 19, 17: „Willst du aber zum Leben eingehen, so halten die Gebote".
     Es macht also einen großen Unterschied, welchen Tag Sie als heilige Zeit anerkennen! Als Jesus mit einer Frau an einem Brunnen in Samaria sprach, erklärte er: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten" (Johannes 4, 24). Die Samariter lagen im Streit mit den Juden bezüglich des richtigen Ortes für die Anbetung des Schöpfers. Christus erklärte, dass die wahre Anbetung nicht eine Frage des geografischen Ortes sei, sondern dass es dabei um eine richtige Einstellung (Geist) und ein richtiges Verständnis (Wahrheit) geht. Mit anderen Worten sollen wir unseren Schöpfer von ganzem Herzen anbeten und dies gemäß den Anweisungen tun, die er uns hinterlassen hat! Wir können nicht einfach selbst entscheiden, wie wir Gott anbeten, sondern müssen dabei den Vorgaben folgen, die er in seinem Wort offenbart hat.
     Am Berg Sinai offenbarte Gott gegenüber Mose den Plan, nach dem die Stiftshütte gebaut werden sollte und trug ihm auf, diesen Plan genau zu befolgen (2. Mose 25, 40). Gott hob auch den Israeliten gegenüber hervor, dass sie nicht die Bräuche und Praktiken der benachbarten Nationen übernehmen und in ihrer Anbetung des wahren Gottes anwenden sollten (5. Mose 12, 30.32). Vielmehr gab er ihnen folgende Anweisung: „Ihr sollt nicht tun nach der Weise des Landes Ägypten, darin ihr gewohnt habt, auch nicht nach der Weise des Landes Kanaan, wohin ich euch führen will. Ihr sollt auch nicht nach ihren Satzungen wandeln, sondern nach meinen Rechten sollt ihr tun, und meine Satzungen sollt ihr halten, dass ihr darin wandelt; ich bin der Herr, euer Gott" (3. Mose 18, 3-4). Gott gibt uns immer ein Muster vor, dem wir folgen sollen.
     Im zweiten und dritten Jahrhundert passte sich die bekennende christliche Kirche unter dem Bischof von Rom immer mehr der sie umgebenden Gesellschaft an. Der bekannte Kirchenhistoriker Jesse Lyman Hurlbut kommentierte: „Form und Zeremonien des Heidentums schlichen sich immer mehr in den Gottesdienst ein. Alte heidnische Feste wurden nach einer Änderung des Namens und der angebeteten Gottheit zu Kirchenfesten" (Story of the Christian Church [Geschichte der christlichen Kirche], Seite 79). Die Feier des Sonntags sowie die Einhaltung von Ostern und Weihnachten sind nirgendwo in der Bibel angeordnet. Und es gibt auch keinerlei Hinweise darauf, dass die frühe apostolische Kirche solche Tage gefeiert hätte. Es gab nur Bräuche, die von späteren Generationen aufgegriffen wurden, weil sie populäre, nichtchristliche Praktiken beibehalten und dennoch Jesus als Erlöser anerkennen wollten.
     Doch wenn die Anbetung des Schöpfers nicht in der Wahrheit geschieht, so ist sie – gemäß Gottes Geboten – vergeblich! Aus diesem Grund erklärte Jesus Christus in Markus 7, 7-8: „Vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die nichts sind als Menschengebote. Ihr verlasst Gottes Gebot und haltet der Menschen Satzungen...". Wenn wir den Vater und Jesus Christus nicht gemäß den inspirierten Anweisungen anbeten, werden wir NICHT das ewige Leben ererben!

 

Lektion 13, Teil 4

Die Lehren des Sabbats

     Weshalb nimmt Gott einen einzelnen Tag heraus, den wir Woche für Woche heiligen sollen? Sollen wir durch die Einhaltung des Sabbats besondere Lektionen lernen? Die Bibel zeigt, dass Gott einen großartigen Plan verfolgt. Haben Sie gewusst, dass der wöchentliche Sabbat hilft, wichtige Aspekte von Gottes Plan mit den Menschen zu offenbaren? Sehen wir uns an, was wir lernen können, wenn wir des Sabbattags gedenken, wie Gott uns geboten hat.

  1. Als die Israeliten aus Ägypten kamen, wanderten sie 40 Jahre lang in der Wüste umher. Versprach Gott, dass eine Zeit kommen würde, in der sie ein verheißenes Land erhalten und zur Ruhe einkehren sollten? 5. Mose 3, 20; 12, 9-10; Josua 1, 13-15.
  2. Erreichte Israel schließlich unter Josua diese Ruhe? Josua 21, 43-45.
  3. War dieses Erreichen einer Ruhe unter Josua die abschließende Erfüllung der Verheißung Gottes, oder lediglich ein Sinnbild für etwas Größeres? Hebräer 4, 8-9. (Anmerkung: Josua oder Yehoshua ist derselbe Name wie der griechische Namen Iesous [Jesus] und bedeutet „Jahwe ist Rettung" oder „Jahwe rettet").
  4. Gebrauchte der Apostel Paulus die Geschichte Israels in der Wüste als Lehre für Christen, als er den Hebräerbrief schrieb? Hebräer 3, 8-13.
  5. Verknüpfte Paulus das Eintreten in die Ruhe Gottes mit Glauben? Hebräer 3, 18-19. (Beachten Sie: Glaube und Gehorsam sind untrennbar miteinander verbunden. Der Mangel an Glauben in Israel führte zu einer Verstockung der Herzen (Vers 8) und zu Sünde (Vers 17). Die Menschen kannten Gott und seine Wege nicht (Vers 10), weil sie nicht glaubten und nicht gehorchten).
  6. Haben Christen die Verheißung, in Gottes Ruhe kommen zu können? Hebräer 4, 1-3.
  7. Wird der Sabbat als Sinnbild für Gottes Ruhe beschrieben? Hebräer 4, 4.
  8. Bleibt das Einhalten einer Sabbatruhe für Gottes Volk noch bestehen? Hebräer 4, 9. (Anmerkung: In Hebräer Kapitel 3 und 4 ist das griechische Wort für „Ruhe" durchweg katapausis. Doch hier in Vers 9 ist das Wort sabbatismos, was wörtlich eine „Sabbatfeier" bezeichnet).
  9. Ist die Arbeitsruhe am siebten Wochentag eine Erinnerung an eine zukünftige Zeit der Ruhe? Hebräer 4, 10-11.
  10. Wird die zukünftige Zeit, wenn Gottes Reich auf Erden errichtet ist, als eine Zeit der Ruhe beschrieben? Jesaja 11, 9-10; 14, 7.
  11. Von welchen drei Dingen wird sich die Menschheit in dieser zukünftigen Zeit ausruhen können? Jesaja 14, 3. Kamen Jammer, Leid und erschwerte Arbeit als Folge der Sünde in die Welt? 1. Mose 3, 10.16-19.
  12. Weist die wöchentliche Sabbatruhe auf Jesus Christus hin, den Herrn über den Sabbat (Matthäus 12, 8), durch den wir schon jetzt geistliche Ruhe haben und später in die ewige Ruhe eingehen können? Matthäus 11, 27-30.

 

Der Sabbat wurde FÜR den Menschen gemacht

     Ist Samstag, der siebte Tag der Woche, nur für die Juden der Sabbat? Menschen, die sich zum Christentum bekennen, wurden über viele Jahrhunderte verführt, genau das zu glauben. Doch das Vorbild Jesu Christi und seine Lehren zeigen, dass der Sabbat für ALLE Menschen gemacht wurde!
     Das Evangelium erzählt von einer Zeit, als Jesu Jünger gerade durch ein Weizenfeld gingen und dabei Ähren ausrauften und aßen. Sie stillten damit offensichtlich ihren momentanen Hunger. Gemäß den Statuten Israels war es Fremden und Armen erlaubt, sich von den Ecken eines Feldes Ähren aufzulesen und sie zu essen (3. Mose 19, 9-10). Doch die selbstgerechten Pharisäer sahen in diesem normalen Verhalten einen Bruch des Sabbats (Markus 2, 23-24). Jesus antwortete auf ihre Kritik, indem er ihnen die eigentliche Absicht hinter diesem wichtigen Gebot erklärte.
     „Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er in Not war und ihn hungerte, ihn und die bei ihm waren: wie er ging in das Haus Gottes zur Zeit Abjatars, des Hohenpriesters, und aß die Schaubrote, die niemand essen darf als die Priester, und gab sie auch denen, die bei ihm waren?" (Markus 2, 25-26). Jesus erklärte auch, dass die Priester regelmäßig am Sabbat die Arbeit der Darbringung von Opfergaben taten. Doch dies galt nicht als Brechen oder als Entheiligung des Sabbats. Er kam zu der Schlussfolgerung: „Ich sage euch aber: Hier ist Größeres als der Tempel. Wenn ihr aber wüsstet, was das heißt: ‚Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer’, dann hättet ihr die Unschuldigen nicht verdammt. Der Menschensohn ist ein Herr über den Sabbat" (Matthäus 12, 6-7).
     Verstehen Sie die wichtige Botschaft in diesen Worten? Erstens wurde der Sabbat gemacht oder erschaffen! Zweitens wurde er für die gesamte Menschheit erschaffen – nicht nur für die Israeliten oder Juden, wie viele heute annehmen. Und drittens erschuf Gott eine Zeit der Ruhe von unserer physischen Arbeit, damit wir etwas über Gott und seine Barmherzigkeit lernen können – weil er Barmherzigkeit sehen möchte – einen der wichtigsten Aspekte im Gesetz (Matthäus 23, 23)! Untersuchen wir also die Umstände bei der Erschaffung des Sabbats.
     Gott hatte gerade innerhalb von sechs Tagen die physische Schöpfung der Himmel, der Erde und aller Lebewesen beendet (1. Mose 1, 31; 2, 1). Beachten Sie nun Verse 2 und 3 in 1. Mose Kapitel 2: „Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seien Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte".
     Obwohl also seiner Natur nach geistlich, ist der Sabbat ein Schöpfungswerk. Er ist eine Erinnerung an die Existenz eines übergeordneten Schöpfers. Zusätzlich heiligte Gott alle zukünftigen Sabbattage! Gott ermahnte Israel, sich daran zu erinnern, ihn weiterhin heilig zu halten (2. Mose 20, 8-11). Letztendlich, nach der Rückkehr Christi zur Erde, werden ALLE Nationen darin gelehrt werden, den Sabbat einzuhalten (Jesaja 66, 23)! Der Schöpfergott beabsichtigte, dass die Menschheit in allen ihren Generationen nicht vergessen würde, dass er der übergeordnete Schöpfer und Herrscher über seine Schöpfung – einschließlich des Universums – ist! Dies zu verstehen, lässt uns den Ursprung und Bewahrer allen Lebens erkennen – denjenigen, der sein Volk zum heiligen Zweck absondert (2. Mose 31, 12-17).
     Doch sagte Jesus nicht auch, dass der Menschensohn auch „Herr über den Sabbat" sei? Klar erkennbare Wahrheit ist also, dass der siebte Tag der Woche, von Sonnenuntergang am Freitag bis Sonnenuntergang am Samstag, der Tag des Herrn ist! Jesu Vorbild und Lehre widersprechen der weithin vertretenen christlichen Tradition der Sonntagsheiligung.
     An einem anderen Sabbat bat Jesus einen Mann mit verkrüppelter Hand, hervorzutreten. Wiederum beobachteten die Pharisäer ihn genau, um zu sehen, ob er am Sabbat heilen würde – denn sie suchten nach einer Gelegenheit, ihn anzuklagen. „Soll man am Sabbat Gutes tun oder Böses tun, Leben erhalten oder töten?", fragte Jesus sie (Markus 3, 1-5). Dann bezog er sich auf die übliche Praxis, auch am Sabbat einem Schaf zu helfen, das in eine Grube gefallen ist. „Wie viel mehr ist nun ein Mensch als ein Schaf? Darum darf man am Sabbat Gutes tun" (Matthäus 12, 11-13). Der verkrüppelte Mann wurde in diesem Moment geheilt, was die selbstgerechten Pharisäer wütend machte.
     Christi Vorbild und Erlebnisse offenbaren wichtige Erkenntnisse über die Einhaltung des Sabbats. Hier sehen wir, dass es in Ordnung ist, an Gottes Sabbat gute Werke zu tun. Jesus war barmherzig – vergab Sünden. Er vollbrachte viele erstaunliche Wunder. Oft verknüpfte er diese Wunder mit dem Predigen des wahren Evangeliums vom kommenden Reich und der Regierung Gottes – und tat all das am Sabbat. Deshalb machte Christus das vierte Gebot nicht unnötig und nichtig, als er den Sabbat einhielt – sondern offenbarte seine große Bedeutung!
     Beachten Sie nochmals, dass Gott an den ersten sechs Tagen die physische Schöpfung vollendete (1. Mose 2, 1-2). Doch das geistliche Werk Gottes wurde mit der Erschaffung des Sabbats fortgesetzt! Gottes Werk konzentriert sich heute auf seine geistliche Schöpfung in uns. Diejenigen, die in Christus (dem Herrn über den Sabbat) sind, sind eine „neue Kreatur" (2. Korinther 5, 17) – eine Schöpfung, die sich fortsetzt, bis wir in Gottes Reich eingehen, das durch die Sabbatruhe versinnbildlicht wird (Hebräer 4, 11). Gedenken Sie also des Sabbattages und halten Sie ihn heilig (2. Mose 20, 8-10). Er ist der wahre Tag des Herrn – speziell für Sie erschaffen!