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Bibelfernlehrgang

Lektion 14 - Die Passahzeit:
Gottes Volk wird für schuldlos erklärt!

ChefredakteurRoderick C. Meredith
RedaktionsdirektorRichard F. Ames
RedaktionWilliam Bowmer
Gary F. Ehman
AutorenJohn H. Ogwyn
Daniel Hall
Französische AusgabeDibar Apartian
Spanische AusgabeMario Hernandez
Grafische GestaltungDonna Prejean
KorrekturlesungSandy Davis
Linda Ehman
NachrichtenbüroJune Olsen

 

Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang hat keinen Bezugspreis. Seine Verbreitung wird durch Zehnten und Opfer der Mitglieder der Living Church of God und anderer ermöglicht, die freiwillig Mitarbeiter im Werk der Verkündigung von Gottes wahrem Evangelium an alle Nationen wurden.

Alle Bibelzitate in dieser Lektion sind, sofern nicht anders vermerkt, der revidierten Lutherübersetzung von 1984 entnommen

Copyright © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.

Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang wird herausgegeben von der

Living Church of God
P.O. Box 3810
Charlotte NC, 28227-8010, USA
Copyright © 2005 Living Church of God ®. Alle Rechte vorbehalten.

 

Lektionen sind interessant und nützlich

„Ich bin nun seit fast 25 Jahren in Gottes Kirche. Ich habe viele Predigten über die Themen der ersten vier Studienhefte gehört. Auch habe ich viele persönliche Nachforschungen dazu angestellt und die Bibel selbst studiert. Dennoch fand ich die ersten vier Lektionen sehr interessant und nützlich. Wir sollten alle für das ganze Volk Gottes beten, dass sie diesen Fernlehrgang studieren und sich auf den Tag freuen können, wenn Milliarden von Menschen voller Freude die Weisheit empfangen, die Sie mit mir durch diesen Kurs geteilt haben."

N.B., Wilson, LA, USA

 

Lerne neue Dinge

„Vielen Dank für diesen Bibelfernlehrgang, die Zeitschrift Tomorrow’s World und den Rundbrief, den Sie mir regelmäßig zusenden. Es ist ein wahrer Segen, Dinge zu lernen, die ich zuvor nicht gewusst habe."

E.C., Olympia, WA, USA

 

Bibelwissen hat zugenommen

„Ich möchte Ihnen für die exzellenten Publikationen (und besonders für den Bibelfernlehrgang) danken. Sie haben mir sehr viel dabei geholfen, die so wichtige Einstellung des Nachforschens im Hinblick auf den Inhalt der Bibel zu erhalten. Meine Kenntnis hat seither stark zugenommen und ich bete, dass Sie weiterhin das Wort verbreiten, wie Sie es getan haben. Mögen Sie viele Herzen berühren und viele Augen öffnen."

S.B., Trinidad & Tobago

 

Geistliche Weiterentwicklung

„Ich fühle mich glücklich, ein Student Ihres Bibelstudienprogramms zu sein. Es hat mir die Gelegenheit gegeben, über mich selbst nachzudenken als eine Person, die sich geistlich weiterentwickeln und auf vielerlei Art ein besserer Mensch werden kann."

P.R., Georgetown, Guyana

 

Zum Titelbild: In der Nacht vor seiner Kreuzigung gab uns Jesus Christus die neuen Symbole von Brot und Wein an Stelle des traditionellen Passahlamms und erklärte, dass diejenigen, die ihm nachfolgen, das Passah zu seinem Gedächtnis (Lukas 22, 19) feiern sollten. Christen wurden durch ihren Erlöser losgekauft, ein „unschuldiges und unbeflecktes Lamm" (1. Petrus 1, 19). So wurde genau das erfüllt, was das Passahlamm symbolisierte.

 

Die Passahzeit: Gottes Volk wird für schuldlos erklärt!

     Am Anfang gab es zwei unsterbliche Wesen, die wir als Gott kennen – den Vater und denjenigen, der Logos oder das Wort genannt wird und der später von einer Jungfrau als Jesus Christus geboren wurde (Johannes 1, 1-3). Von Anfang an hatte Gott geplant, sich in einer Familie zu vermehren, die aus unsterblichen Söhnen und Töchtern besteht und die mit dem Vater und mit Christus das ewige Leben teilen können.
     1. Mose 1, 26 beschreibt den Ausgangspunkt. „Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen...". Der erste Mensch wurde als sterbliches Wesen erschaffen, aus Erde vom Acker, jedoch mit dem Potenzial, das ewige Leben gewährt zu bekommen, symbolisiert durch den Zugang zum Baum des Lebens. Aber damit der sterbliche Mensch in die Familie Gottes hineingeboren werden kann, muss er erst den liebevollen und fürsorglichen Charakter Gottes angenommen haben. Der heilige und gerechte Charakter Gottes muss im Menschen entwickelt werden. Und die Entwicklung von Charakter erfordert die Ausübung eines freien Willens und Möglichkeit der Entscheidungsfreiheit. Gott wollte echte Kinder, keine Roboter!
     Bevor Gott den Menschen erschuf, hatte er bereits einen Plan ausgearbeitet. In den Garten Eden setzte er unter anderem den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Gott sagte zu unseren Urahnen, dass sie die Früchte dieses Baums nicht essen sollten und erklärte, dass Ungehorsam den Tod zur Folge haben würde. Auch Satan der Teufel erhielt Zugang zum Garten Eden.
     Uns wird gesagt, dass Christus das „Lamm Gottes" ist, das „geschlachtet ist von Grundlegung der Welt an" (Johannes 1, 29; Offenbarung 13, 8 – Schlachter-Übersetzung). Dies zeigt uns, dass Gott nicht schockiert war, als Adam und Eva sündigten. Er hatte vorausgesehen, was geschehen würde und hatte einen Plan, wie er die Menschen von der Sünde und ihren Konsequenzen loskaufen würde.
     Manche mögen sich fragen: „Warum hat Gott nicht verhindert, dass Satan in den Garten eindrang – und weshalb pflanzte er einen Baum darin, von dem zu essen den Menschen verboten war?" Es war nicht genug, dass Adam und Eva das Gute wählten, sie mussten sich auch dafür entscheiden, das Böse abzulehnen. Gottes Plan musste die Möglichkeit gewähren, zu sündigen. Wenn nun aber die Strafe für Sünde der Tod ist, wie konnte dann diese Strafe beglichen werden? Nur mit dem Leben einer Person, deren Leben mehr Wert hatte als das Leben aller Menschen zusammen. Diese Person musste Gott sein. Das Wort, das am Anfang bei Gott war und selbst Gott war (Johannes 1, 1-2.14), sollte sich seiner göttlichen Macht und Herrlichkeit entäußern, in das Fleisch kommen und sich selbst als Opfer darbringen, um für die Sünden der Welt zu bezahlen.
     Gott hatte diesen Plan schon im Sinn, bevor die Welt begann. Er offenbart uns diesen Plan in seinen Umrissen durch seine jährlichen Festtage. Gruppiert in drei Festzeiten (2. Mose 23, 14) erläutern diese Jahresfeste die drei Phasen des Heilsprozesses.
     Zuerst muss der mit Sünden beladene Mensch gereinigt und für schuldlos erklärt werden. Die Bibel nennt dies „Rechtfertigung". Diese Rechtfertigung wurde durch das versöhnende Opfer Jesu Christi möglich und wird durch die erste Festzeit, bestehend aus dem Passah und den Tagen der ungesäuerten Brote, versinnbildlicht.
     Zweitens muss der so losgekaufte Mensch geheiligt werden (2. Petrus 1, 14) und der göttlichen Natur teilhaftig werden, indem der heilige Geist in ihm wohnt. Die Bibel nennt dies „Heiligung". Diese Heiligung wird durch die zweite Festzeit dargestellt – das Pfingstfest, auch Fest der Erstlingsfrüchte genannt.
     In der dritten Phase des Heilsprozesses muss der schwache Mensch von sterblichem Fleisch zu einem unsterblichen und auf ewig verherrlichten Geistwesen verwandelt werden. Diese Zeit zukünftiger Herrlichkeit wird in der dritten Festzeit im Herbst symbolisiert, die aus dem Posaunentag, dem Versöhnungstag, dem Laubhüttenfest und dem letzten, großen Tag besteht.
     In dieser Lektion werden wir uns auf die erste Phase in Gottes Heilsplan konzentrieren. Wir betrachten das Passah und die Tage der ungesäuerten Brote und wollen verstehen, welche Anweisungen Gott uns für diese Tage gibt und welche Lehren wir aus ihnen ziehen sollen.

 

Jesus und seine Jünger feierten niemals Ostern!

 

     Diese Wahrheit könnte jemanden überraschen, der nie in der Bibel gelesen hat. Doch wer die heilige Schrift sorgfältig studiert, wird zwei erstaunliche Tatsachen im Bezug auf die Osterfeier entdecken. Erstens zeigt die Schrift, dass neutestamentliche Christen nie Ostern gefeiert haben! Vielmehr feierten sie einmal jährlich das Passah zum Gedenken an den Tod Christi (1, Korinther 5, 7-8). Diese Zeremonie wurde am Vorabend des 14. Tags im ersten Monat des jüdischen Kalenders abgehalten.
     Zweitens erscheint das Wort „Ostern" an keiner Stelle im Neuen Testament. Wo es in manchen Übersetzungen doch auftaucht, ist es eine eindeutige Fehlübersetzung des griechischen Wortes pascha, das tatsächlich das „Passah" bezeichnet. Kirchenhistoriker sind sich darin einig, dass die Passahfeier – und nicht Ostern – noch für Jahrhunderte nach Christus und der apostolischen Kirche weiter gefeiert wurde.
     Eusebius, ein früher Kirchenhistoriker, bestätigt, dass die Gemeinden in Kleinasien, die von Paulus gegründet und später durch den betagten Apostel Johannes geleitet wurden, noch viele Jahrzehnte nach dem Tod von Johannes das Passah einhielten und nicht das Osterfest feierten. Eusebius berichtet von einem Brief von Polykrates, einem Gemeindevorsteher in Kleinasien während des späten zweiten Jahrhunderts, den dieser an Viktor, den Bischof von Rom, schrieb. „Wir", so heißt es darin, „halten den wahren Tag ein; fügen nichts hinzu und nehmen nichts davon weg. Denn in Kleinasien sind große Lichter erloschen, die am Tag der Erscheinung des Herrn wieder auferstehen, wenn dieser in Herrlichkeit von Himmel kommt und alle Heiligen auferweckt... All diese hielten den vierzehnten Tag des Passahs ein gemäß dem Evangelium". Polykrates war selbst ein Schüler des Polykarp, seines Vorgängers im Amt des Vorstehers der Gemeinden in Kleinasien. Polykarp hatte nachweislich keinen Zweifel am richtigen Tag des Passahfestes. Warum? Weil Polykarp „es immer mit Johannes, dem Jünger unseres Herrn und dem Rest der Apostel, mit denen er zusammenkam, gefeiert hatte" (Ecclesiastical History [Kirchengeschichte], Buch V, Kapitel XXIV). Der richtige Tag, um das Passah zu feiern, war der Abend des 14. Tags im ersten Monat des heiligen Kalenders (2. Mose 12; 3. Mose 23) – und nicht ein Sonntagmorgen!
     Noch im siebten Jahrhundert feierten viele Menschen in Schottland das wahre Passahfest anstelle des Ostersonntags. Die Gründung der keltischen Kirche geht bis ins erste Jahrhundert zurück, auf eine direkte Unterweisung durch die Apostel. Der englische Historiker Bede erwähnt im achten Jahrhundert einen Konflikt zwischen Colman, dem Vorsteher der keltischen Kirche, und Wilfrid, einem Abgesandten des Bischofs von Rom. Als Wilfrid Colman dafür zurechtwies, dass dieser sich „törichterweise" gegen die Kirche von Rom stellte und am biblischen Passah festhielt, antwortete Colman: „Es ist seltsam, dass ihr unsere Werke töricht nennt, in denen wir dem Vorbild so großer Männer wie dem Apostel [Johannes] folgen, der für würdig erachtet wurde, seinen Kopf an die Brust unseres Herrn lehnen zu dürfen". Und sogar Wilfrid musste anerkennen, dass Johannes Zeit seines Lebens „die Vorgaben des jüdischen Gesetzes buchstabengetreu eingehalten hatte. [...] So begann Johannes entsprechend der Tradition des Gesetzes die Feier ... am vierzehnten Tag des ersten Monats, am Abend, ohne darauf zu achten, ob dieser Tag ein Samstag oder irgendein anderer Tag war" (Ecclesiastical History of the English Nation [Kirchengeschichte der englischen Nation], Band III, Seite 25).
     Johannes folgte den Anweisungen Christi: „Und als die Stunde kam, setzte er [Jesus] sich nieder [...] Und er nahm das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird" (Lukas 22, 14-20).
     Beachten Sie, dass Jesus die neuen Symbole von ungesäuertem Brot und Wein an Stelle des traditionellen Passahlamms setzte, das bis dahin jährlich geschlachtet wurde. Christus zeigte auch die richtige Zeit und den richtigen Ort für diese Feier. Und Jesus erklärte ebenfalls, wozu dies alles getan werden sollte: „Zu meinem Gedächtnis". Christus war die tatsächliche Erfüllung dessen, was das Passahlamm symbolisiert hatte: „Denn auch wir haben ein Passalamm, das ist Christus, der geopfert ist" (1. Korinther 5, 7). Christen sollen sich daran erinnern, dass sie erlöst wurden „mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes" (1. Petrus 1, 19).
     Jesus Christus feierte mit seinen Jüngern das Passah. Die apostolische Kirche mit Hauptsitz in Jerusalem hielt sich weiterhin an das wahre Passah (Apostelgeschichte 21, 20). Die Kirchengeschichte zeigt uns, dass zwar die Mehrheit der Menschen, die sich zum Christentum bekannten, dem Bischof von Rom in den Irrglauben gefolgt sind, dass es aber auch einen glaubenstreuen Rest gab, der sich weiterhin an die biblischen Anweisungen hielt. Die wahre Kirche Gottes feiert auch heute noch das wahre Passah gemäß den Anweisungen, die Christus seinen Jüngern gegeben hatte.

 

Lektion 14, Teil 1

Die Symbole des Passahs

     Gott gebraucht oft physische Symbole, um geistliche Zusammenhänge zu offenbaren. Ebenso verhält es sich mit dem Passah. Gott hatte im Ägypten des Altertums, zur Zeit des ersten Passahs bestimmte Symbole eingeführt, die auf eine letztendliche, geistliche Erfüllung der Bedeutung dieses Tags hinwiesen. Und er erklärte in der Bibel genau, wann wir den Tag des Passahs feiern sollten.

  1. Welches war die letzte Plage, die Gott vor dem Auszug der Israeliten über das alte Ägypten gebracht hatte? 2. Mose 11, 4-5; 12, 12.
  2. Was sollten die Israeliten tun, um dieser Plage zu entgehen? 2. Mose 12, 3-8.
  3. Welche Rolle spielte das Opfer am Passah dabei, dass die Israeliten vom Tod ihrer Erstgeborenen verschont wurden? 2. Mose 12, 13.23.
  4. Sollte das Passah eine vorübergehende Anordnung bleiben? Für wie lange wollte Gott, dass die Israeliten das Passah einhielten? 2. Mose 12, 14.24.
  5. Welche Anforderungen wurden an das Lamm gestellt, das am Passah geopfert werden sollte? 2. Mose 12, 5.
  6. Wann sollte die Passahzeremonie durchgeführt werden? 2. Mose 12, 6; 3. Mose 23, 5. (Anmerkung: Der hebräische Ausdruck ben ha erevim ist ein fester Begriff und bedeutet „zwischen den zwei Abenden". In manchen Übersetzungen wird er mit „Dämmerung" oder „Abendstunden" übersetzt. Gemeint ist die Zeit zwischen Sonnenuntergang und völliger Dunkelheit).
  7. Wie definiert die Bibel in anderen Passagen den Ausdruck „zwischen den zwei Abenden"? 2. Mose 16, 12; 2. Mose 30, 8. (Anmerkung: In 2. Mose 16, 12-13 erfahren wir, dass die Wachteln bei Sonnenuntergang kamen und die Israeliten konnten ihr Fleisch während der Dämmerung essen. Die Lampen in der Stiftshütte wurden ebenfalls während der Dämmerung angezündet – nach Sonnenuntergang, aber noch bevor es völlig dunkel war. Hier steht derselbe hebräische Ausdruck, der beschreibt, wann das Passah geschlachtet und zubereitet werden sollte).
  8. Welches Ereignis wird in der Bibel als Endpunkt eines Tages und Beginn des nächsten Tages angegeben? 3. Mose 22, 6-7. (Anmerkung: Wie 1. Mose 1, 5 zeigt, beginnen und enden Tage im hebräischen Kalender bei Sonnenuntergang – nicht um Mitternacht, wie es im Römischen Reich und seither in der westlichen Welt gezählt wird. Wie wir in 3. Mose 23, 32 sehen, gehen Gottes Feste immer vom Abend bis zum folgenden Abend – von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang).
  9. Wer war berechtigt, am alttestamentlichen Passah teilzunehmen? 2. Mose 12, 43.48. (Anmerkung: Die Beschneidung war das Zeichen des Bundes, den Gott mit Abraham geschlossen hatte, 1. Mose 17, 10-11. Nur diejenigen, die diesen Bund völlig akzeptiert hatten, sollten am Passah teilnehmen. Aus diesem Grund beschränkt die Kirche Gottes die Teilnahme an der neutestamentlichen Passahfeier auf diejenigen, die den neuen Bund völlig für sich akzeptiert haben, indem sie sich taufen ließen).
  10. Welche Vorkehrungen wurden für die getroffen, die nicht zur vorgegebenen Zeit am Passah teilnehmen konnten? 4. Mose 9, 10-11.

 

Was ist Sauerteig?

 

     Die Bibel gebietet, dass wir an den sieben Tagen der ungesäuerten Brote Sauerteig meiden und ungesäuertes Brot essen sollen. Was genau ist Sauerteig? Das hebräische Wort dafür ist mechametz und bezieht sich auf den Fermentationsprozess in Brotteig, der bewirkt, dass dieser aufgeht. Hefesporen sondern bei diesem Vergärungsprozess Kohlendioxid aus und die kleinen Kohlendioxidbläschen blähen das Brot auf.
     Das gesäuerte Brot aus dem Altertum entspricht in etwa dem heutigen Sauerteigbrot. In der heutigen Zeit verwendet man zur Brotherstellung oft getrocknete Hefe an Stelle einer Starterkultur aus dem vorherigen Brotteig. Doch in jedem Fall läuft derselbe Prozess ab: Die Hefesporen verarbeiten Zucker und geben Kohlendioxid ab. Heute verwendet man auch Backtriebmittel wie Backpulver und Natriumhydrogencarbonat, um Brot aufzublähen. In einer chemischen Reaktion entsteht hier ebenfalls Kohlendioxid, das den Teig auftreibt und so die Wirkung der Hefesporen nachahmt.
     Der Apostel Paulus beschrieb gegenüber der Gemeinde in Korinth die geistliche Bedeutung von Sauerteig. In 1. Korinther 5 wies er die Gemeinde dafür zurecht, dass diese einen Menschen weiterhin als Mitglied duldete, der für sein skandalös unmoralisches Verhalten bekannt war. Paulus beschrieb die Korinther als geistlich aufgeblasen, stolz auf das, was sie für Liebe und Toleranz hielten, während sie eigentlich angesichts einer solchen Sünde traurig sein sollten. In seiner Zurechtweisung erklärte Paulus, welche Lehren die Korinther aus dem Passah und dem Fest der ungesäuerten Brote ziehen sollten.
     Sauerteig, so erklärte Paulus den Korinthern, steht für Bosheit und Schlechtigkeit, während ungesäuertes Brot Lauterkeit und Wahrheit darstellt. Weil sich Sünde verbreitet und wie echter Sauerteig alles durchdringt, müssen Christen lernen, den geistlichen Sauerteig zu beseitigen. Während der Tage der ungesäuerten Brote wird Sauerteig als Symbol der Sünde angesehen – und Christen werden daran erinnert, dass sie die Sünde aus ihrem Leben entfernen und dann auf Dauer fern halten sollen.
     Das Leben eines Christen soll davon geprägt sein, dass Einstellungen und Verhaltensweisen völlig gemieden werden, die aus Bosheit und Schlechtigkeit entspringen. Stattdessen sollten Lauterkeit und Wahrheit zu Erkennungszeichen eines wirklich auf Gott ausgerichteten Lebens werden.

 

Das Brot des Lebens

 

     Die sieben Tage der ungesäuerten Brote sind genau das – sie sind nicht nur die sieben Tage, in denen gesäuertes Brot gemieden wird. Zunächst den Sauerteig aus unseren Wohnungen zu entfernen und ihn während der Zeit des Festes zu meiden ist nur ein Teilaspekt. Dieses Fest zeigt nicht nur, was Christen meiden sollen, sondern auch die positiven Schritte, die wir unternehmen müssen. Die Tage der ungesäuerten Brote offenbaren unseren Anteil an Gottes Heilsplan!
     Wofür steht das ungesäuerte Brot, das wir in diesen sieben Tagen essen? Der Apostel Paulus verglich es mit Lauterkeit und Wahrheit (1. Korinther 5, 8), doch der Bericht in Johannes Kapitel 6 gibt uns noch einen tieferen Einblick in die Lehre Jesu. Direkt vor dem Passah (Johannes 6, 4) vollbrachte Jesus das Wunder der Speisung der 5000 Männer plus aller anwesenden Frauen und Kinder. Anschließend verließ er die versammelte Menge und überquerte den See Genezareth, um nach Kapernaum zu gelangen. Als ihn später einige dort fanden, die dieses Wunder miterlebt hatten, nutzte er die Gelegenheit, um ihnen eine wichtige geistliche Wahrheit zu erläutern.
     Es war wahrscheinlich am ersten Tag der ungesäuerten Brote, als er in der Synagoge von Kapernaum sprach (Vers 59). Dort erklärte er, dass er das wahre Brot des Lebens sei, das vom Himmel gekommen war. Ewiges Leben, so fuhr er fort, erhält man nicht durch physische Nahrung, sondern nur durch geistliche Nahrung. Christus betonte, dass er nicht gekommen war, um seinen eigenen Willen zu erfüllen und eigenen Bedürfnissen nachzugehen, sondern um den Willen des Vaters, der ihn gesandt hat, in vollkommener Weise zu erfüllen. Dabei betonte er, dass seine Nachfolger sich regelrecht von ihm „ernähren" müssten (Vers 57) – nach seinen Worten und seinem Vorbild leben – damit sie in ihm und er in ihnen bleiben würde.
     Die Tage der ungesäuerten Brote sollten uns nicht nur daran erinnern, Sünde aus unserem Leben zu entfernen, sondern auch an die Notwendigkeit, uns von Christus zu ernähren – dem Brot des Lebens. Wir sollen ihn Tag für Tag sein Leben in uns leben lassen (Galater 2, 20)!

 

Lektion 14, Teil 2

Die Tage der ungesäuerten Brote

     Das Passah wurde von einem weiteren Fest gefolgt – abgetrennt und dennoch in seiner Bedeutung damit verbunden – von den Tagen der ungesäuerten Brote. Der Auszug der Israeliten aus Ägypten begann während der ersten Tage der ungesäuerten Brote, und so hat dieses Fest auch eine sehr wichtige Bedeutung für Christen von heute.

  1. Für wie lange wurde Israel geboten, ungesäuertes Brot zu essen? 2. Mose 12, 15.
  2. Welche Tage während des Festes der ungesäuerten Brote sollten als heilige Tage betrachtet werden? War es erlaubt, an diesen beiden Tagen zu arbeiten? Wie wird die Essenszubereitung für die Festtage gehandhabt? 2. Mose 12, 16; 3. Mose 23, 6-8.
  3. Durfte Gottes Volk irgendeine Form von Sauerteig während der Tage der ungesäuerten Brote besitzen? 2. Mose 12, 19. (Anmerkung: Sauerteig ist die Übersetzung für das hebräische Wort mechametz, das sich auf die Hefesporen im Brotteig bezieht, durch die Kohlendioxid produziert wird, welches den Teig aufgehen lässt).
  4. Was dieses siebentägige Fest lediglich eine Zeit, in der bestimmte Speisen gemieden werden sollten, oder sollte an deren Stelle etwas Anderes gegessen werden? 2. Mose 12, 20; 2. Mose 13, 6-7.
  5. Stand der Verzehr von ungesäuertem Brot während dieses Festes in Verbindung mit dem Auszug Israels aus Ägypten? 2. Mose 12, 33-34.39.
  6. Macht die Bibel deutlich, dass das Passah und die Tage der ungesäuerten Brote zwei getrennte Feste sind – und an verschiedenen Tagen gefeiert werden sollen? 3. Mose 23, 5-8.
  7. Beachten Sie, wie die biblischen Berichte eine Unterscheidung zwischen diesen zwei Festen treffen. Wurden die Erstgeborenen der Ägypter um Mitternacht getötet? 2. Mose 12, 29. Blieben die Israeliten in der gesamten Nacht in ihren Häusern, wie Mose sie angewiesen hatte? 2. Mose 12, 22.28.
  8. Was taten die Israeliten während der Tagesstunden im Anschluss an das Passah am Vorabend? 2. Mose 12, 33-36. Begruben die Ägypter währenddessen ihre Toten? 4. Mose 33, 3-4.
  9. Gab es eine große Menge von Israeliten, die am Auszug aus Ägypten beteiligt war? 2. Mose 12, 37. Verbrachten sie die gesamten Tagesstunden des 14. Abib damit, Schmuck und Kleidung von den Ägyptern einzusammeln und sich in Ramses zu versammeln, so dass sie ihre Reise am folgenden Abend, dem Beginn des 15. Abib antraten? 2. Mose 12, 42; 4. Mose 33, 3; 5. Mose 16, 1.
  10. Christen können aus den Erlebnissen der Israeliten im Altertum geistliche Lehren ziehen. Israel begab sich auf einen physischen Auszug aus der Sklaverei. Ebenso befinden sich Christen auf einem geistlichen Weg. Erklärt das Neue Testament, dass Sauerteig ein Symbol für die Sünde ist? 1. Korinther 5, 7-8. Lehrte Paulus, dass Christen dieses Fest weiterhin feiern sollten, jedoch mit einem Schwerpunkt auf den geistlichen Lehren? Vers 8.

 

Lektion 14, Teil 3

Christi letztes Passah

     Das letzte Passah Christi war der Höhepunkt seines Wirkens, beginnend mit dem Passahmahl, das er und seine Jünger einnahmen, bis hin zur Erfüllung dieser Symbole. Die Ereignisse, die auf das Passahmahl für den Rest des Passahtages folgten, und die sein Leiden und seine Kreuzigung sowie sein Begräbnis bei Sonnenuntergang beinhalteten, erfüllten alles, worauf die alttestamentlichen Zeremonien und Symbole hindeuteten.

  1. Hatte Jesus Christus großes Verlangen danach, das letzte Passahmahl vor seiner Kreuzigung mit seinen Jüngern zu verbringen? Lukas 22, 13-15.
  2. Kamen Christi Jünger zu ihm und fragten ihn nach seinen Plänen für das Passahmahl? Matthäus 26, 17. Welche Anweisungen gab er ihnen? Lukas 22, 7-12.
  3. Kamen Christus und seine Jünger zur richtigen Zeit zusammen, um gemeinsam das Passah zu feiern? Lukas 22, 13-16.
  4. Was tat Jesus während seines letzten Abendmahls? Johannes 13, 4-5. Wollte er den Jüngern damit etwas beibringen? Johannes 13, 12-16. Wollte Christus, dass sie sich tatsächlich gegenseitig die Füße wuschen? Johannes 13, 15.17. Wollte er ebenfalls, dass diese später bekehrte Menschen lehrten, dies zu tun und alle Gebote einzuhalten, die er ihnen gab? Matthäus 28, 20.
  5. Führte Jesus Christus bei seinem letzten Abendmahl mit den Jüngern neue Symbole ein? Matthäus 26, 26-28.
  6. Lehrte der Apostel Paulus die Gemeinde, diesem Vorbild und diesen Praktiken nachzufolgen? 1. Korinther 11, 23-28.
  7. Wurde Jesus Christus nach seinem letzten Passahmahl mit den Jüngern verhaftet, geschmäht, angeklagt, geschlagen, ausgepeitscht und gekreuzigt? Matthäus 26, 57.59-67; 27, 1-2.26.
  8. Feierten die Pharisäer und viele der jüdischen Religionsführer das Passah einen Tag später als Jesus und seine Jünger? Wollten sie deshalb nicht in das Prätorium gehen? Johannes 18, 28.
  9. Sagte Jesus, dass er für der Tage und drei Nächte im Grab sein würde? Matthäus 12, 40. Wussten die religiösen Führer davon? Matthäus 27, 63. Erfolgte die Auferstehung Christi genau wie er gesagt hatte? Matthäus 28, 6.
  10. Jesus wurde am Passah gekreuzigt und direkt vor Anbruch des Sabbats begraben. War der Tag nach dem Passah ein jährlicher Sabbat? 3. Mose 23, 5-7. Beschrieb Johannes den Sabbat nach Jesu Tod als einen hohen Festtag anstatt eines regulären Wochensabbats? Johannes 19, 31. Kauften die Frauen wohlriechende Salböle nachdem dieser heilige Tag vorüber war und bereiteten sie zu, um den Leichnam einzubalsamieren? Markus 16, 1. Als sie diesen Tag damit verbracht hatten, ruhten sie dann am wöchentlichen Sabbat und planten sie, bei nächster Gelegenheit – dem Tagesanbruch des ersten Tags der Woche – zum Grab zu gehen? Lukas 23, 56; 24, 1. (Anmerkung: Jesus wurde im Jahr 31 n.Chr. gekreuzigt. Das Passah fiel in diesem Jahr auf einen Mittwoch – Donnerstag war dann der erste heilige Tag in den Tagen der ungesäuerten Brote. Christus war im Grab von Mittwochabend bis Samstagabend – genau drei Tage und drei Nächte).


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1)
Wurde von den Juden auch „der Erste der Ungesäuerten" genannt, weil ab Mittag die öffentlichen Öfen entsäuert wurden. Ab dann konnte in ihnen nur noch ungesäuertes Brot gebacken werden. Zu diesem Zeitpunkt kamen die Jünger zu Jesus und fragten ihn, wo er wollte, dass sie das Passahmahl für diesen Abend zubereiteten (Matthäus 26, 17-19; Markus 14, 12-16; Lukas 22, 7-13).

2)
Christus und die Jünger essen das Passahmahl und Christus führt die Fußwaschung sowie die neuen Symbole von Brot und Wein ein (Matthäus 26, 20-30; Markus 14, 17-26; Lukas 22, 14-20; Johannes 13, 1-17).

3)
Christus und die Jünger gehen auf den Ölberg. Er betet etwa drei Stunden lang während die Jünger schlafen; dann wird er verhaftet und zum Palast des Hohenpriesters gebracht, wo er angeklagt und geschmäht wird (Matthäus 26, 30-68; Markus 14, 26-65; Lukas 22, 39-65; Johannes 18, 1-27).

4)
Christus wird vor Pilatus und Herodes gebracht. Er wird gegeißelt und zum Tode durch Kreuzigung verurteilt (Matthäus 27, 1-31; Markus 15, 1-20; Lukas 23, 1-25; Johannes 18, 28 - 19, 16).

5)
Christus wird gegen 9 Uhr morgens ans Holz genagelt (Markus 15, 25). Von Mittag bis zu Jesu Tod gegen 15 Uhr lag eine Finsternis über dem Land. Bei seinem Tod zerriss der Vorhang im Tempel entzwei (Matthäus 27, 32-51; Markus 15, 21-38; Lukas 23, 26-46; Johannes 19, 27-37).

6)
Josef von Arimathäa geht zu Pilatus, um den Leichnam zu erhalten. Nachdem Pilatus sich durch einen Soldaten davon überzeugt hat, dass Jesus wirklich tot ist, gibt er den Leichnam frei und Josef begräbt ihn schnell in seinem eigenen Grab kurz vor Sonnenuntergang (Matthäus 27, 57-60; Markus 15, 42-47; Lukas 23, 50-53; Johannes 19, 38-42).

7)
Die religiösen Führer erhalten von Pilatus die Erlaubnis, das Grab durch Wachen sichern zu lassen. Sie versiegeln das Grab, stellen Wachen auf und sichern das Grab so gut sie können (Matthäus 27, 62-66).

8)
Nachdem der hohe Sabbat vorüber ist, kaufen die Frauen auf dem Markt wohlriechende Öle und bereiten Salböle zu. Sie planen, den Leichnam ordnungsgemäß einzubalsamieren (Markus 16, 1).

9)
Die Frauen und die anderen Jünger ruhen am wöchentlichen Sabbat (Lukas 23, 55-56).

10)
Gerade nach Sonnenuntergang, als die erste Garbe der Getreideernte (hebr. omer) geschnitten wird, wird Christus auferweckt. Damit war er genau 3 Tage und 3 Nächte im Grab (Matthäus 12, 40; Matthäus 27, 63; Matthäus 28, 6).

11)
Als die Frauen frühmorgens am Grab ankommen, um Jesus einzubalsamieren, erkennen sie, dass er bereits auferstanden ist, wie er gesagt hatte (Markus 16, 2-6). Er zeigt sich zuerst Maria von Magdala, erlaubt ihr aber nicht, ihn zu berühren (Markus 16, 9; Johannes 20, 11-18).

12)
Christus präsentiert sich dem Vater als „Erstling unter denen, die entschlafen sind", zur selben Zeit, wie im Tempel die Erstlingsgarbe (omer) der Ernte geschwungen wird (1, Korinther 15, 20; 3. Mose 23, 10-11).

13)
Christus erscheint den 12 gegen Ende des ersten Tags der Woche, als sie zum Abendessen versammelt sind (Johannes 20, 19-20).

 

Lektion 14, Teil 4

Rechtfertigung verstehen

     Jedes Jahr sollen wir in einer besonderen Zeremonie beim Passah an Christi Opfer erinnert werden. Brot und Wein sind die Symbole, die wir zu uns nehmen im Gedenken an das, was unser Erlöser für uns getan hat. Dadurch werden wir an den ersten Schritt in Gottes Heilsplan erinnert, dass Sünder in Gottes Augen gerechtfertigt – für unschuldig erklärt – werden können. Aber welchen Ausgleich kann es für unsere Sünden geben, damit wir eine echte Hoffnung auf das ewige Leben haben können?

  1. Sind alle Menschen Sünder? Römer 3, 23. Verdienen wir die Todesstrafe als „Sold" für unsere Sünden? Römer 6, 23.
  2. Werden wir durch das Opfer Jesu Christi, das als Lösegeld für unsere Sünden gegeben wurde, gerechtfertigt – vor Gott für schuldlos erklärt? Römer 3, 24-26.
  3. Hat das vergossene Blut Jesu Christi, des wahren Passahlamms Gottes, für unsere Sünden bezahlt? Römer 5, 6-9. Werden wir, obwohl sein Blut und rechtfertigt, letztlich durch sein Leben errettet? Römer 5, 9-10.
  4. Das Passah wird gefolgt von den Tagen der ungesäuerten Brote. Gott verschonte das Leben der Israeliten, damit sie ihm aus der Sklaverei folgen und einen besonderen Bund mit ihm eingehen konnten. Gibt Gott uns Gnade (seine unverdiente Vergebung und seine freiwillig gegebenen Gaben), damit wir weiter sündigen können? Römer 6, 1-4. Wird Sünde mit Sklaverei verglichen? Römer 6, 12-16.
  5. Sprach Gott von einer besonderen Zeremonie, die von den Israeliten während der Tage der ungesäuerten Brote ausgeführt werden sollte, nachdem sie in das verheißene Land gekommen waren? Sollte ihm die erste Garbe der Getreideernte dargeboten werden, bevor die Ernte durchgeführt wurde? 3. Mose 23, 9-10.
  6. Wurde Christus bei seiner Auferstehung zum Erstling der Toten? 1. Korinther 15, 20.
  7. Warum durfte Maria von Magdala Jesus nicht anrühren, als er ihr am Morgen der Schwingopfergarbe erschien (dem Tag nach dem wöchentlichen Sabbat während der Tage der ungesäuerten Brote)? Johannes 20, 17. Erlaubte er später an diesem Tag, dass die Menschen ihn berührten und umarmten? Matthäus 28, 8-10. Zeigt dies, dass der Vater Jesus Christus in der Zwischenzeit als Erstling von den Toten angenommen hatte, zur gleichen Zeit, als die erste Garbe (omer) der Getreideernte vor Gott geschwungen wurde?
  8. Nachdem wir durch Christi Tod gerechtfertigt und durch seine Auferstehung von den Toten errettet sind, hebt das Neue Testament geistliche Lehren hervor, die wir durch das Einhalten des Passahs und der Tage der ungesäuerten Brote lernen? 1. Korinther 5, 7-8.
  9. Ist Jesus Christus das „Brot des Lebens"? Johannes 6, 48.
  10. Die Zahl sieben wird in der gesamten Bibel als Gottes Zahl für „Vollkommenheit" und „Vollständigkeit" gebraucht. Erinnert uns das Essen von ungesäuertem Brot für sieben Tage nach dem Passah daran, dass wir versuchen sollen, ihm völlig nachzufolgen, nachdem wir sein Opfer als Lösegeld für unsere Sünden angenommen haben? Johannes 6, 57.
  11. Lehren die Tage der ungesäuerten Brote uns auch etwas über unsere Verantwortung bei der Überwindung der menschlichen Natur (Bosheit und Schlechtigkeit) und dass wir diese durch Gottes Wesensart (Lauterkeit und Wahrheit) ersetzen sollen? 1. Korinther 5, 8; 2. Petrus 1, 3-4.

 

„Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen!"

 

     Weshalb wusch Jesus die Füße der Jünger? Wussten Sie, dass Christus seinen Jüngern auch gebot, einander die Füße zu waschen? Welche Bedeutung hat diese einzigartige Zeremonie? Die Antworten darauf finden wir in Johannes 13, 1-17.
     „Jesus aber wusste, dass ihm der Vater alles in seine Hände gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott ging, da stand er vom Mahl auf, legte sein Obergewand ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Danach goss er Wasser in ein Becken, fing an, den Jüngern die Füße zu waschen und trocknete sie mit dem Schurz, mit dem er umgürtet war" (Verse 3-5). Als er zu Petrus kam, scheute dieser vor dem Gedanken zurück, dass sich der Sohn Gottes und Erlöser der Welt vor ihm bücken würde, um ihm die Füße zu waschen. Er rief aus: „Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen!" (Vers 8). Doch Jesus erklärte: „Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil an mir".
     Der Brauch, die Füße zu waschen, mag uns in modernen westlichen Kulturen seltsam erscheinen. Doch zu Zeiten des Neuen Testaments, als die Menschen überallhin zu Fuß gingen, war dies ein normaler und erfrischender Bestandteil der Gastfreundschaft. In der Regel wurde Gästen eine Fußwaschung angeboten und von Dienstboten des Haushalts durchgeführt (Lukas 7, 44). Kein Wunder also, dass Petrus zunächst Jesu Angebot ausschlug; schließlich war dies die Aufgabe eines niedrigen Dieners. Aber Christus wollte, dass seine Jünger – und alle Christen – lernten, dass sie zu einem Leben demütigen Dienens berufen sind.
     Nach der Waschung der Füße der Jünger sagte Jesus: „Wisst ihr, was ich euch getan habe? Ihr nennt mich Lehrer und Herr und ihr sagt recht, denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Lehrer, eure Füße gewaschen habe, so seid auch ihr schuldig, einander die Füße waschen. Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben, dass auch ihr tut, wie ich euch getan habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ein Sklave ist nicht größer als sein Herr, noch ein Gesandter größer, als der ihn gesandt hat" (Johannes 13, 12-16; rev. Elberfelder Übersetzung). Obwohl Jesus mit einer höheren Autorität kam, erschien er nicht, „dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele" (Matthäus 20, 28).

Ebenso muss ein echter Christ zu einem lebendigen Opfer werden, indem er anderen in Liebe und Demut dient (Römer 12, 1). Die Fußwaschung ist ein Symbol dieser Einstellung.

 

Das Passah im Zusammenhang

 

     Die Bibel stellt das Passah und die Tage der ungesäuerten Brote als zwei separate Feste dar (3. Mose 23, 5-6), doch ihre Bedeutung ist eng miteinander verwoben. Zusammen versinnbildlichen sie die Rechtfertigung – den ersten Schritt in Gottes großartigem Heilsplan.
     Zwei Faktoren sind nötig, damit wir gerechtfertigt werden – unsere Sünden müssen getilgt werden und wir müssen vor Gott für schuldlos erklärt werden. Zuerst brauchen wir Gottes Gnade, die wir durch Gott den Vater erhalten, der seinen einzig geborenen Sohn für uns gab, damit dieser an unserer Stelle starb, um die Strafe für unsere Sünden zu begleichen (Johannes 3, 16; Römer 3, 24-25). Als Zweites müssen wir auf Gottes Gnade mit Glauben und Reue reagieren (Römer 5, 1-2; Apostelgeschichte 3, 19). Reue, die Abkehr von Sünde und Zuwendung zu Gott, geschieht aus Glauben.
     Während des ersten Passahs hatte Israel im Altertum verstanden, dass es vom Tod verschont wurde, als der Herr in jener Nacht durch Ägypten zog. Nur wer unter dem Blut des Lammes stand, wurde verschont. Doch Gott lehrte sie auch eine entscheidende Lektion – dass sie nicht verschont wurden, um weiterhin als Sklaven in Ägypten zu bleiben – ebenso wenig wie Christen nicht Sklaven der Sünde bleiben sollen! Direkt nach den Ereignissen am Passah begannen die Israeliten, Ägypten zu verlassen. Ihr Auszug aus diesem Land erforderte sieben Tage und hatte seinen Höhepunkt in der Durchquerung des Roten Meers am siebten Tag der ungesäuerten Brote.
     Das Passah erinnert uns daran, dass Gott uns seine Liebe gab, indem Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren (Römer 5, 8). Er schenkt uns seine Gnade, aber wir müssen darauf reagieren. Sollen wir also in Sünde verharren? Keineswegs! Vielmehr sollen wir der Sünde den Rücken zukehren und unser Leben und unseren Willen Gott unterordnen (Römer 6, 1-4). Wir sollen die Sünde aus unserem Leben „wegschaffen", Bosheit und Schlechtigkeit durch Lauterkeit und Wahrheit ersetzen (1. Korinther 5, 7-8). Dieses Ersetzen unserer menschlichen Natur durch Gottes eigenen Charakter kann nur durch Christus in uns erreicht werden (Galater 2, 20; 2. Petrus 1, 3-4). Wir müssen Überwinder sein (Römer 12, 21; 1. Johannes 2, 12-17; 4, 4) indem Gott uns durch den Glauben zum Sieg verhilft (1. Johannes 5, 4-5; 1. Korinther 15, 57).
     Das ist die Bedeutung des Festes der ungesäuerten Brote. Für sieben Tage meiden wir Sauerteig, das die Schrift als Symbol der Sünde gebraucht (1. Korinther 5, 8) und essen dafür ungesäuertes Brot als Symbol für Christus – das Brot des Lebens.
     Das Passah und die Tage der ungesäuerten Brote erläutern den Christen Aspekte der Gnade Gottes – und unserer Reaktion auf diese Gnade.