Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang hat keinen
Bezugspreis. Seine Verbreitung wird durch Zehnten und Opfer der Mitglieder der
Living Church of God und anderer ermöglicht, die freiwillig Mitarbeiter im Werk
der Verkündigung von Gottes wahrem Evangelium an alle Nationen wurden.
Alle Bibelzitate in dieser Lektion sind, sofern nicht anders
vermerkt, der revidierten Lutherübersetzung von 1984 entnommen
Copyright © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.
Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang wird herausgegeben von
der
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Lektionen sind interessant und nützlich
„Ich bin nun seit fast 25 Jahren in Gottes Kirche. Ich habe
viele Predigten über die Themen der ersten vier Studienhefte gehört. Auch habe
ich viele persönliche Nachforschungen dazu angestellt und die Bibel selbst
studiert. Dennoch fand ich die ersten vier Lektionen sehr interessant und
nützlich. Wir sollten alle für das ganze Volk Gottes beten, dass sie diesen
Fernlehrgang studieren und sich auf den Tag freuen können, wenn Milliarden von
Menschen voller Freude die Weisheit empfangen, die Sie mit mir durch diesen Kurs
geteilt haben."
N.B., Wilson, LA, USA
Lerne neue Dinge
„Vielen Dank für diesen Bibelfernlehrgang, die Zeitschrift
Tomorrow’s World und den Rundbrief, den Sie mir regelmäßig zusenden. Es ist ein
wahrer Segen, Dinge zu lernen, die ich zuvor nicht gewusst habe."
E.C., Olympia, WA, USA
Bibelwissen hat zugenommen
„Ich möchte Ihnen für die exzellenten Publikationen (und
besonders für den Bibelfernlehrgang) danken. Sie haben mir sehr viel dabei
geholfen, die so wichtige Einstellung des Nachforschens im Hinblick auf den
Inhalt der Bibel zu erhalten. Meine Kenntnis hat seither stark zugenommen und
ich bete, dass Sie weiterhin das Wort verbreiten, wie Sie es getan haben. Mögen
Sie viele Herzen berühren und viele Augen öffnen."
S.B., Trinidad & Tobago
Geistliche Weiterentwicklung
„Ich fühle mich glücklich, ein Student Ihres
Bibelstudienprogramms zu sein. Es hat mir die Gelegenheit gegeben, über mich
selbst nachzudenken als eine Person, die sich geistlich weiterentwickeln und auf
vielerlei Art ein besserer Mensch werden kann."
P.R., Georgetown, Guyana
Zum Titelbild: In der Nacht vor seiner Kreuzigung gab
uns Jesus Christus die neuen Symbole von Brot und Wein an Stelle des
traditionellen Passahlamms und erklärte, dass diejenigen, die ihm nachfolgen,
das Passah zu seinem Gedächtnis (Lukas 22, 19) feiern sollten. Christen wurden
durch ihren Erlöser losgekauft, ein „unschuldiges und unbeflecktes Lamm" (1.
Petrus 1, 19). So wurde genau das erfüllt, was das Passahlamm symbolisierte.
Die Passahzeit: Gottes Volk wird für
schuldlos erklärt!
Am Anfang gab es zwei unsterbliche Wesen, die wir als
Gott kennen – den Vater und denjenigen, der Logos oder das Wort genannt wird und
der später von einer Jungfrau als Jesus Christus geboren wurde (Johannes 1,
1-3). Von Anfang an hatte Gott geplant, sich in einer Familie zu vermehren, die
aus unsterblichen Söhnen und Töchtern besteht und die mit dem Vater und mit
Christus das ewige Leben teilen können.
1. Mose 1, 26 beschreibt den Ausgangspunkt. „Gott sprach: Lasset uns
Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen...". Der erste
Mensch wurde als sterbliches Wesen erschaffen, aus Erde vom Acker, jedoch mit
dem Potenzial, das ewige Leben gewährt zu bekommen, symbolisiert durch den
Zugang zum Baum des Lebens. Aber damit der sterbliche Mensch in die Familie
Gottes hineingeboren werden kann, muss er erst den liebevollen und fürsorglichen
Charakter Gottes angenommen haben. Der heilige und gerechte Charakter Gottes
muss im Menschen entwickelt werden. Und die Entwicklung von Charakter erfordert
die Ausübung eines freien Willens und Möglichkeit der Entscheidungsfreiheit.
Gott wollte echte Kinder, keine Roboter!
Bevor Gott den Menschen erschuf, hatte er bereits einen Plan ausgearbeitet.
In den Garten Eden setzte er unter anderem den Baum der Erkenntnis des Guten und
Bösen. Gott sagte zu unseren Urahnen, dass sie die Früchte dieses Baums nicht
essen sollten und erklärte, dass Ungehorsam den Tod zur Folge haben würde. Auch
Satan der Teufel erhielt Zugang zum Garten Eden.
Uns wird gesagt, dass Christus das „Lamm Gottes" ist, das „geschlachtet ist
von Grundlegung der Welt an" (Johannes 1, 29; Offenbarung 13, 8 –
Schlachter-Übersetzung). Dies zeigt uns, dass Gott nicht schockiert war, als
Adam und Eva sündigten. Er hatte vorausgesehen, was geschehen würde und hatte
einen Plan, wie er die Menschen von der Sünde und ihren Konsequenzen loskaufen
würde.
Manche mögen sich fragen: „Warum hat Gott nicht verhindert, dass Satan in
den Garten eindrang – und weshalb pflanzte er einen Baum darin, von dem zu essen
den Menschen verboten war?" Es war nicht genug, dass Adam und Eva das Gute
wählten, sie mussten sich auch dafür entscheiden, das Böse abzulehnen.
Gottes Plan musste die Möglichkeit gewähren, zu sündigen. Wenn nun aber die
Strafe für Sünde der Tod ist, wie konnte dann diese Strafe beglichen werden? Nur
mit dem Leben einer Person, deren Leben mehr Wert hatte als das Leben aller
Menschen zusammen. Diese Person musste Gott sein. Das Wort, das am Anfang bei
Gott war und selbst Gott war (Johannes 1, 1-2.14), sollte sich seiner göttlichen
Macht und Herrlichkeit entäußern, in das Fleisch kommen und sich selbst als
Opfer darbringen, um für die Sünden der Welt zu bezahlen.
Gott hatte diesen Plan schon im Sinn, bevor die Welt begann. Er offenbart
uns diesen Plan in seinen Umrissen durch seine jährlichen Festtage. Gruppiert in
drei Festzeiten (2. Mose 23, 14) erläutern diese Jahresfeste die drei Phasen des
Heilsprozesses.
Zuerst muss der mit Sünden beladene Mensch gereinigt und für schuldlos
erklärt werden. Die Bibel nennt dies „Rechtfertigung". Diese Rechtfertigung
wurde durch das versöhnende Opfer Jesu Christi möglich und wird durch die erste
Festzeit, bestehend aus dem Passah und den Tagen der ungesäuerten Brote,
versinnbildlicht.
Zweitens muss der so losgekaufte Mensch geheiligt werden (2. Petrus 1, 14)
und der göttlichen Natur teilhaftig werden, indem der heilige Geist in ihm
wohnt. Die Bibel nennt dies „Heiligung". Diese Heiligung wird durch die zweite
Festzeit dargestellt – das Pfingstfest, auch Fest der Erstlingsfrüchte genannt.
In der dritten Phase des Heilsprozesses muss der schwache Mensch von
sterblichem Fleisch zu einem unsterblichen und auf ewig verherrlichten
Geistwesen verwandelt werden. Diese Zeit zukünftiger Herrlichkeit wird in der
dritten Festzeit im Herbst symbolisiert, die aus dem Posaunentag, dem
Versöhnungstag, dem Laubhüttenfest und dem letzten, großen Tag besteht.
In dieser Lektion werden wir uns auf die erste Phase in Gottes Heilsplan
konzentrieren. Wir betrachten das Passah und die Tage der ungesäuerten Brote und
wollen verstehen, welche Anweisungen Gott uns für diese Tage gibt und welche
Lehren wir aus ihnen ziehen sollen.
Jesus und seine Jünger feierten niemals
Ostern!
Diese Wahrheit könnte jemanden überraschen, der nie in
der Bibel gelesen hat. Doch wer die heilige Schrift sorgfältig studiert, wird
zwei erstaunliche Tatsachen im Bezug auf die Osterfeier entdecken. Erstens zeigt
die Schrift, dass neutestamentliche Christen nie Ostern gefeiert haben! Vielmehr
feierten sie einmal jährlich das Passah zum Gedenken an den Tod Christi (1,
Korinther 5, 7-8). Diese Zeremonie wurde am Vorabend des 14. Tags im ersten
Monat des jüdischen Kalenders abgehalten.
Zweitens erscheint das Wort „Ostern" an keiner Stelle im Neuen Testament.
Wo es in manchen Übersetzungen doch auftaucht, ist es eine eindeutige
Fehlübersetzung des griechischen Wortes pascha, das tatsächlich das
„Passah" bezeichnet. Kirchenhistoriker sind sich darin einig, dass die
Passahfeier – und nicht Ostern – noch für Jahrhunderte nach Christus und der
apostolischen Kirche weiter gefeiert wurde.
Eusebius, ein früher Kirchenhistoriker, bestätigt, dass die Gemeinden in
Kleinasien, die von Paulus gegründet und später durch den betagten Apostel
Johannes geleitet wurden, noch viele Jahrzehnte nach dem Tod von Johannes das
Passah einhielten und nicht das Osterfest feierten. Eusebius berichtet von einem
Brief von Polykrates, einem Gemeindevorsteher in Kleinasien während des späten
zweiten Jahrhunderts, den dieser an Viktor, den Bischof von Rom, schrieb. „Wir",
so heißt es darin, „halten den wahren Tag ein; fügen nichts hinzu und nehmen
nichts davon weg. Denn in Kleinasien sind große Lichter erloschen, die am Tag
der Erscheinung des Herrn wieder auferstehen, wenn dieser in Herrlichkeit von
Himmel kommt und alle Heiligen auferweckt... All diese hielten den vierzehnten
Tag des Passahs ein gemäß dem Evangelium". Polykrates war selbst ein Schüler des
Polykarp, seines Vorgängers im Amt des Vorstehers der Gemeinden in Kleinasien.
Polykarp hatte nachweislich keinen Zweifel am richtigen Tag des Passahfestes.
Warum? Weil Polykarp „es immer mit Johannes, dem Jünger unseres Herrn und dem
Rest der Apostel, mit denen er zusammenkam, gefeiert hatte" (Ecclesiastical
History [Kirchengeschichte], Buch V, Kapitel XXIV). Der richtige Tag, um das
Passah zu feiern, war der Abend des 14. Tags im ersten Monat des heiligen
Kalenders (2. Mose 12; 3. Mose 23) – und nicht ein Sonntagmorgen!
Noch im siebten Jahrhundert feierten viele Menschen in Schottland das wahre
Passahfest anstelle des Ostersonntags. Die Gründung der keltischen Kirche geht
bis ins erste Jahrhundert zurück, auf eine direkte Unterweisung durch die
Apostel. Der englische Historiker Bede erwähnt im achten Jahrhundert einen
Konflikt zwischen Colman, dem Vorsteher der keltischen Kirche, und Wilfrid,
einem Abgesandten des Bischofs von Rom. Als Wilfrid Colman dafür zurechtwies,
dass dieser sich „törichterweise" gegen die Kirche von Rom stellte und am
biblischen Passah festhielt, antwortete Colman: „Es ist seltsam, dass ihr unsere
Werke töricht nennt, in denen wir dem Vorbild so großer Männer wie dem Apostel
[Johannes] folgen, der für würdig erachtet wurde, seinen Kopf an die Brust
unseres Herrn lehnen zu dürfen". Und sogar Wilfrid musste anerkennen, dass
Johannes Zeit seines Lebens „die Vorgaben des jüdischen Gesetzes
buchstabengetreu eingehalten hatte. [...] So begann Johannes entsprechend der
Tradition des Gesetzes die Feier ... am vierzehnten Tag des ersten Monats, am
Abend, ohne darauf zu achten, ob dieser Tag ein Samstag oder irgendein anderer
Tag war" (Ecclesiastical History of the English Nation [Kirchengeschichte
der englischen Nation], Band III, Seite 25).
Johannes folgte den Anweisungen Christi: „Und als die Stunde kam, setzte er
[Jesus] sich nieder [...] Und er nahm das Brot, dankte und brach’s und gab’s
ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu
meinem Gedächtnis. Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser
Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird" (Lukas 22,
14-20).
Beachten Sie, dass Jesus die neuen Symbole von ungesäuertem Brot und Wein
an Stelle des traditionellen Passahlamms setzte, das bis dahin jährlich
geschlachtet wurde. Christus zeigte auch die richtige Zeit und den richtigen Ort
für diese Feier. Und Jesus erklärte ebenfalls, wozu dies alles getan
werden sollte: „Zu meinem Gedächtnis". Christus war die tatsächliche
Erfüllung dessen, was das Passahlamm symbolisiert hatte: „Denn auch wir
haben ein Passalamm, das ist Christus, der geopfert ist" (1. Korinther 5, 7).
Christen sollen sich daran erinnern, dass sie erlöst wurden „mit dem teuren Blut
Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes" (1. Petrus 1, 19).
Jesus Christus feierte mit seinen Jüngern das Passah. Die apostolische
Kirche mit Hauptsitz in Jerusalem hielt sich weiterhin an das wahre Passah
(Apostelgeschichte 21, 20). Die Kirchengeschichte zeigt uns, dass zwar die
Mehrheit der Menschen, die sich zum Christentum bekannten, dem Bischof von Rom
in den Irrglauben gefolgt sind, dass es aber auch einen glaubenstreuen Rest gab,
der sich weiterhin an die biblischen Anweisungen hielt. Die wahre Kirche Gottes
feiert auch heute noch das wahre Passah gemäß den Anweisungen, die Christus
seinen Jüngern gegeben hatte.
Lektion 14, Teil 1
Die Symbole des Passahs
Gott gebraucht oft physische Symbole, um geistliche
Zusammenhänge zu offenbaren. Ebenso verhält es sich mit dem Passah. Gott hatte
im Ägypten des Altertums, zur Zeit des ersten Passahs bestimmte Symbole
eingeführt, die auf eine letztendliche, geistliche Erfüllung der Bedeutung
dieses Tags hinwiesen. Und er erklärte in der Bibel genau, wann wir den Tag des
Passahs feiern sollten.
- Welches war die letzte Plage, die Gott vor dem Auszug der
Israeliten über das alte Ägypten gebracht hatte? 2. Mose 11, 4-5; 12, 12.
- Was sollten die Israeliten tun, um dieser Plage zu
entgehen? 2. Mose 12, 3-8.
- Welche Rolle spielte das Opfer am Passah dabei, dass die
Israeliten vom Tod ihrer Erstgeborenen verschont wurden? 2. Mose 12, 13.23.
- Sollte das Passah eine vorübergehende Anordnung bleiben?
Für wie lange wollte Gott, dass die Israeliten das Passah einhielten? 2. Mose
12, 14.24.
- Welche Anforderungen wurden an das Lamm gestellt, das am
Passah geopfert werden sollte? 2. Mose 12, 5.
- Wann sollte die Passahzeremonie durchgeführt werden? 2.
Mose 12, 6; 3. Mose 23, 5. (Anmerkung: Der hebräische Ausdruck ben ha erevim
ist ein fester Begriff und bedeutet „zwischen den zwei Abenden". In manchen
Übersetzungen wird er mit „Dämmerung" oder „Abendstunden" übersetzt. Gemeint ist
die Zeit zwischen Sonnenuntergang und völliger Dunkelheit).
- Wie definiert die Bibel in anderen Passagen den Ausdruck
„zwischen den zwei Abenden"? 2. Mose 16, 12; 2. Mose 30, 8. (Anmerkung: In 2.
Mose 16, 12-13 erfahren wir, dass die Wachteln bei Sonnenuntergang kamen und die
Israeliten konnten ihr Fleisch während der Dämmerung essen. Die Lampen in der
Stiftshütte wurden ebenfalls während der Dämmerung angezündet – nach
Sonnenuntergang, aber noch bevor es völlig dunkel war. Hier steht derselbe
hebräische Ausdruck, der beschreibt, wann das Passah geschlachtet und zubereitet
werden sollte).
- Welches Ereignis wird in der Bibel als Endpunkt eines
Tages und Beginn des nächsten Tages angegeben? 3. Mose 22, 6-7. (Anmerkung: Wie
1. Mose 1, 5 zeigt, beginnen und enden Tage im hebräischen Kalender bei
Sonnenuntergang – nicht um Mitternacht, wie es im Römischen Reich und seither in
der westlichen Welt gezählt wird. Wie wir in 3. Mose 23, 32 sehen, gehen Gottes
Feste immer vom Abend bis zum folgenden Abend – von Sonnenuntergang bis
Sonnenuntergang).
- Wer war berechtigt, am alttestamentlichen Passah
teilzunehmen? 2. Mose 12, 43.48. (Anmerkung: Die Beschneidung war das Zeichen
des Bundes, den Gott mit Abraham geschlossen hatte, 1. Mose 17, 10-11. Nur
diejenigen, die diesen Bund völlig akzeptiert hatten, sollten am Passah
teilnehmen. Aus diesem Grund beschränkt die Kirche Gottes die Teilnahme an der
neutestamentlichen Passahfeier auf diejenigen, die den neuen Bund völlig für
sich akzeptiert haben, indem sie sich taufen ließen).
- Welche Vorkehrungen wurden für die getroffen, die nicht
zur vorgegebenen Zeit am Passah teilnehmen konnten? 4. Mose 9, 10-11.
Was ist Sauerteig?
Die Bibel gebietet, dass wir an den sieben Tagen der
ungesäuerten Brote Sauerteig meiden und ungesäuertes Brot essen sollen. Was
genau ist Sauerteig? Das hebräische Wort dafür ist mechametz und bezieht
sich auf den Fermentationsprozess in Brotteig, der bewirkt, dass dieser aufgeht.
Hefesporen sondern bei diesem Vergärungsprozess Kohlendioxid aus und die kleinen
Kohlendioxidbläschen blähen das Brot auf.
Das gesäuerte Brot aus dem Altertum entspricht in etwa dem heutigen
Sauerteigbrot. In der heutigen Zeit verwendet man zur Brotherstellung oft
getrocknete Hefe an Stelle einer Starterkultur aus dem vorherigen Brotteig. Doch
in jedem Fall läuft derselbe Prozess ab: Die Hefesporen verarbeiten Zucker und
geben Kohlendioxid ab. Heute verwendet man auch Backtriebmittel wie Backpulver
und Natriumhydrogencarbonat, um Brot aufzublähen. In einer chemischen Reaktion
entsteht hier ebenfalls Kohlendioxid, das den Teig auftreibt und so die Wirkung
der Hefesporen nachahmt.
Der Apostel Paulus beschrieb gegenüber der Gemeinde in Korinth die
geistliche Bedeutung von Sauerteig. In 1. Korinther 5 wies er die Gemeinde dafür
zurecht, dass diese einen Menschen weiterhin als Mitglied duldete, der für sein
skandalös unmoralisches Verhalten bekannt war. Paulus beschrieb die Korinther
als geistlich aufgeblasen, stolz auf das, was sie für Liebe und Toleranz
hielten, während sie eigentlich angesichts einer solchen Sünde traurig sein
sollten. In seiner Zurechtweisung erklärte Paulus, welche Lehren die Korinther
aus dem Passah und dem Fest der ungesäuerten Brote ziehen sollten.
Sauerteig, so erklärte Paulus den Korinthern, steht für Bosheit und
Schlechtigkeit, während ungesäuertes Brot Lauterkeit und Wahrheit darstellt.
Weil sich Sünde verbreitet und wie echter Sauerteig alles durchdringt, müssen
Christen lernen, den geistlichen Sauerteig zu beseitigen. Während der Tage der
ungesäuerten Brote wird Sauerteig als Symbol der Sünde angesehen – und Christen
werden daran erinnert, dass sie die Sünde aus ihrem Leben entfernen und dann auf
Dauer fern halten sollen.
Das Leben eines Christen soll davon geprägt sein, dass Einstellungen und
Verhaltensweisen völlig gemieden werden, die aus Bosheit und Schlechtigkeit
entspringen. Stattdessen sollten Lauterkeit und Wahrheit zu Erkennungszeichen
eines wirklich auf Gott ausgerichteten Lebens werden.
Das Brot des Lebens
Die sieben Tage der ungesäuerten Brote sind genau das –
sie sind nicht nur die sieben Tage, in denen gesäuertes Brot gemieden wird.
Zunächst den Sauerteig aus unseren Wohnungen zu entfernen und ihn während der
Zeit des Festes zu meiden ist nur ein Teilaspekt. Dieses Fest zeigt nicht nur,
was Christen meiden sollen, sondern auch die positiven Schritte, die wir
unternehmen müssen. Die Tage der ungesäuerten Brote offenbaren unseren
Anteil an Gottes Heilsplan!
Wofür steht das ungesäuerte Brot, das wir in diesen sieben Tagen essen? Der
Apostel Paulus verglich es mit Lauterkeit und Wahrheit (1. Korinther 5, 8), doch
der Bericht in Johannes Kapitel 6 gibt uns noch einen tieferen Einblick in die
Lehre Jesu. Direkt vor dem Passah (Johannes 6, 4) vollbrachte Jesus das Wunder
der Speisung der 5000 Männer plus aller anwesenden Frauen und Kinder.
Anschließend verließ er die versammelte Menge und überquerte den See Genezareth,
um nach Kapernaum zu gelangen. Als ihn später einige dort fanden, die dieses
Wunder miterlebt hatten, nutzte er die Gelegenheit, um ihnen eine wichtige
geistliche Wahrheit zu erläutern.
Es war wahrscheinlich am ersten Tag der ungesäuerten Brote, als er in der
Synagoge von Kapernaum sprach (Vers 59). Dort erklärte er, dass er das wahre
Brot des Lebens sei, das vom Himmel gekommen war. Ewiges Leben, so fuhr er fort,
erhält man nicht durch physische Nahrung, sondern nur durch geistliche Nahrung.
Christus betonte, dass er nicht gekommen war, um seinen eigenen Willen zu
erfüllen und eigenen Bedürfnissen nachzugehen, sondern um den Willen des Vaters,
der ihn gesandt hat, in vollkommener Weise zu erfüllen. Dabei betonte er, dass
seine Nachfolger sich regelrecht von ihm „ernähren" müssten (Vers 57) – nach
seinen Worten und seinem Vorbild leben – damit sie in ihm und er in ihnen
bleiben würde.
Die Tage der ungesäuerten Brote sollten uns nicht nur daran erinnern, Sünde
aus unserem Leben zu entfernen, sondern auch an die Notwendigkeit, uns von
Christus zu ernähren – dem Brot des Lebens. Wir sollen ihn Tag für Tag sein
Leben in uns leben lassen (Galater 2, 20)!
Lektion 14, Teil 2
Die Tage der ungesäuerten Brote
Das Passah wurde von einem weiteren Fest gefolgt –
abgetrennt und dennoch in seiner Bedeutung damit verbunden – von den Tagen der
ungesäuerten Brote. Der Auszug der Israeliten aus Ägypten begann während der
ersten Tage der ungesäuerten Brote, und so hat dieses Fest auch eine sehr
wichtige Bedeutung für Christen von heute.
- Für wie lange wurde Israel geboten, ungesäuertes Brot zu
essen? 2. Mose 12, 15.
- Welche Tage während des Festes der ungesäuerten Brote
sollten als heilige Tage betrachtet werden? War es erlaubt, an diesen beiden
Tagen zu arbeiten? Wie wird die Essenszubereitung für die Festtage gehandhabt?
2. Mose 12, 16; 3. Mose 23, 6-8.
- Durfte Gottes Volk irgendeine Form von Sauerteig während
der Tage der ungesäuerten Brote besitzen? 2. Mose 12, 19. (Anmerkung: Sauerteig
ist die Übersetzung für das hebräische Wort mechametz, das sich auf die
Hefesporen im Brotteig bezieht, durch die Kohlendioxid produziert wird, welches
den Teig aufgehen lässt).
- Was dieses siebentägige Fest lediglich eine Zeit, in der
bestimmte Speisen gemieden werden sollten, oder sollte an deren Stelle etwas
Anderes gegessen werden? 2. Mose 12, 20; 2. Mose 13, 6-7.
- Stand der Verzehr von ungesäuertem Brot während dieses
Festes in Verbindung mit dem Auszug Israels aus Ägypten? 2. Mose 12, 33-34.39.
- Macht die Bibel deutlich, dass das Passah und die Tage
der ungesäuerten Brote zwei getrennte Feste sind – und an verschiedenen Tagen
gefeiert werden sollen? 3. Mose 23, 5-8.
- Beachten Sie, wie die biblischen Berichte eine
Unterscheidung zwischen diesen zwei Festen treffen. Wurden die Erstgeborenen der
Ägypter um Mitternacht getötet? 2. Mose 12, 29. Blieben die Israeliten in der
gesamten Nacht in ihren Häusern, wie Mose sie angewiesen hatte? 2. Mose 12,
22.28.
- Was taten die Israeliten während der Tagesstunden im
Anschluss an das Passah am Vorabend? 2. Mose 12, 33-36. Begruben die Ägypter
währenddessen ihre Toten? 4. Mose 33, 3-4.
- Gab es eine große Menge von Israeliten, die am Auszug aus
Ägypten beteiligt war? 2. Mose 12, 37. Verbrachten sie die gesamten Tagesstunden
des 14. Abib damit, Schmuck und Kleidung von den Ägyptern einzusammeln und sich
in Ramses zu versammeln, so dass sie ihre Reise am folgenden Abend, dem Beginn
des 15. Abib antraten? 2. Mose 12, 42; 4. Mose 33, 3; 5. Mose 16, 1.
- Christen können aus den Erlebnissen der Israeliten im
Altertum geistliche Lehren ziehen. Israel begab sich auf einen physischen Auszug
aus der Sklaverei. Ebenso befinden sich Christen auf einem geistlichen Weg.
Erklärt das Neue Testament, dass Sauerteig ein Symbol für die Sünde ist? 1.
Korinther 5, 7-8. Lehrte Paulus, dass Christen dieses Fest weiterhin feiern
sollten, jedoch mit einem Schwerpunkt auf den geistlichen Lehren? Vers 8.
Lektion 14, Teil 3
Christi letztes Passah
Das letzte Passah Christi war der Höhepunkt seines
Wirkens, beginnend mit dem Passahmahl, das er und seine Jünger einnahmen, bis
hin zur Erfüllung dieser Symbole. Die Ereignisse, die auf das Passahmahl für den
Rest des Passahtages folgten, und die sein Leiden und seine Kreuzigung sowie
sein Begräbnis bei Sonnenuntergang beinhalteten, erfüllten alles, worauf die
alttestamentlichen Zeremonien und Symbole hindeuteten.
- Hatte Jesus Christus großes Verlangen danach, das letzte
Passahmahl vor seiner Kreuzigung mit seinen Jüngern zu verbringen? Lukas 22,
13-15.
- Kamen Christi Jünger zu ihm und fragten ihn nach seinen
Plänen für das Passahmahl? Matthäus 26, 17. Welche Anweisungen gab er ihnen?
Lukas 22, 7-12.
- Kamen Christus und seine Jünger zur richtigen Zeit
zusammen, um gemeinsam das Passah zu feiern? Lukas 22, 13-16.
- Was tat Jesus während seines letzten Abendmahls? Johannes
13, 4-5. Wollte er den Jüngern damit etwas beibringen? Johannes 13, 12-16.
Wollte Christus, dass sie sich tatsächlich gegenseitig die Füße wuschen?
Johannes 13, 15.17. Wollte er ebenfalls, dass diese später bekehrte Menschen
lehrten, dies zu tun und alle Gebote einzuhalten, die er ihnen gab? Matthäus 28,
20.
- Führte Jesus Christus bei seinem letzten Abendmahl mit
den Jüngern neue Symbole ein? Matthäus 26, 26-28.
- Lehrte der Apostel Paulus die Gemeinde, diesem Vorbild
und diesen Praktiken nachzufolgen? 1. Korinther 11, 23-28.
- Wurde Jesus Christus nach seinem letzten Passahmahl mit
den Jüngern verhaftet, geschmäht, angeklagt, geschlagen, ausgepeitscht und
gekreuzigt? Matthäus 26, 57.59-67; 27, 1-2.26.
- Feierten die Pharisäer und viele der jüdischen
Religionsführer das Passah einen Tag später als Jesus und seine Jünger? Wollten
sie deshalb nicht in das Prätorium gehen? Johannes 18, 28.
- Sagte Jesus, dass er für der Tage und drei Nächte im Grab
sein würde? Matthäus 12, 40. Wussten die religiösen Führer davon? Matthäus 27,
63. Erfolgte die Auferstehung Christi genau wie er gesagt hatte? Matthäus 28, 6.
- Jesus wurde am Passah gekreuzigt und direkt vor Anbruch
des Sabbats begraben. War der Tag nach dem Passah ein jährlicher Sabbat? 3. Mose
23, 5-7. Beschrieb Johannes den Sabbat nach Jesu Tod als einen hohen Festtag
anstatt eines regulären Wochensabbats? Johannes 19, 31. Kauften die Frauen
wohlriechende Salböle nachdem dieser heilige Tag vorüber war und bereiteten sie
zu, um den Leichnam einzubalsamieren? Markus 16, 1. Als sie diesen Tag damit
verbracht hatten, ruhten sie dann am wöchentlichen Sabbat und planten sie, bei
nächster Gelegenheit – dem Tagesanbruch des ersten Tags der Woche – zum Grab zu
gehen? Lukas 23, 56; 24, 1. (Anmerkung: Jesus wurde im Jahr 31 n.Chr.
gekreuzigt. Das Passah fiel in diesem Jahr auf einen Mittwoch – Donnerstag war
dann der erste heilige Tag in den Tagen der ungesäuerten Brote. Christus war im
Grab von Mittwochabend bis Samstagabend – genau drei Tage und drei Nächte).

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1)
Wurde von den Juden auch „der Erste der Ungesäuerten" genannt, weil ab Mittag
die öffentlichen Öfen entsäuert wurden. Ab dann konnte in ihnen nur noch
ungesäuertes Brot gebacken werden. Zu diesem Zeitpunkt kamen die Jünger zu Jesus
und fragten ihn, wo er wollte, dass sie das Passahmahl für diesen Abend
zubereiteten (Matthäus 26, 17-19; Markus 14, 12-16; Lukas 22, 7-13).
2)
Christus und die Jünger essen das Passahmahl und Christus führt die Fußwaschung
sowie die neuen Symbole von Brot und Wein ein (Matthäus 26, 20-30; Markus 14,
17-26; Lukas 22, 14-20; Johannes 13, 1-17).
3)
Christus und die Jünger gehen auf den Ölberg. Er betet etwa drei Stunden lang
während die Jünger schlafen; dann wird er verhaftet und zum Palast des
Hohenpriesters gebracht, wo er angeklagt und geschmäht wird (Matthäus 26, 30-68;
Markus 14, 26-65; Lukas 22, 39-65; Johannes 18, 1-27).
4)
Christus wird vor Pilatus und Herodes gebracht. Er wird gegeißelt und zum Tode
durch Kreuzigung verurteilt (Matthäus 27, 1-31; Markus 15, 1-20; Lukas 23, 1-25;
Johannes 18, 28 - 19, 16).
5)
Christus wird gegen 9 Uhr morgens ans Holz genagelt (Markus 15, 25). Von Mittag
bis zu Jesu Tod gegen 15 Uhr lag eine Finsternis über dem Land. Bei seinem Tod
zerriss der Vorhang im Tempel entzwei (Matthäus 27, 32-51; Markus 15, 21-38;
Lukas 23, 26-46; Johannes 19, 27-37).
6)
Josef von Arimathäa geht zu Pilatus, um den Leichnam zu erhalten. Nachdem
Pilatus sich durch einen Soldaten davon überzeugt hat, dass Jesus wirklich tot
ist, gibt er den Leichnam frei und Josef begräbt ihn schnell in seinem eigenen
Grab kurz vor Sonnenuntergang (Matthäus 27, 57-60; Markus 15, 42-47; Lukas 23,
50-53; Johannes 19, 38-42).
7)
Die religiösen Führer erhalten von Pilatus die Erlaubnis, das Grab durch Wachen
sichern zu lassen. Sie versiegeln das Grab, stellen Wachen auf und sichern das
Grab so gut sie können (Matthäus 27, 62-66).
8)
Nachdem der hohe Sabbat vorüber ist, kaufen die Frauen auf dem Markt
wohlriechende Öle und bereiten Salböle zu. Sie planen, den Leichnam
ordnungsgemäß einzubalsamieren (Markus 16, 1).
9)
Die Frauen und die anderen Jünger ruhen am wöchentlichen Sabbat (Lukas 23,
55-56).
10)
Gerade nach Sonnenuntergang, als die erste Garbe der Getreideernte (hebr.
omer) geschnitten wird, wird Christus auferweckt. Damit war er genau 3 Tage
und 3 Nächte im Grab (Matthäus 12, 40; Matthäus 27, 63; Matthäus 28, 6).
11)
Als die Frauen frühmorgens am Grab ankommen, um Jesus einzubalsamieren, erkennen
sie, dass er bereits auferstanden ist, wie er gesagt hatte (Markus 16, 2-6). Er
zeigt sich zuerst Maria von Magdala, erlaubt ihr aber nicht, ihn zu berühren
(Markus 16, 9; Johannes 20, 11-18).
12)
Christus präsentiert sich dem Vater als „Erstling unter denen, die entschlafen
sind", zur selben Zeit, wie im Tempel die Erstlingsgarbe (omer) der Ernte
geschwungen wird (1, Korinther 15, 20; 3. Mose 23, 10-11).
13)
Christus erscheint den 12 gegen Ende des ersten Tags der Woche, als sie zum
Abendessen versammelt sind (Johannes 20, 19-20).
Lektion 14, Teil 4
Rechtfertigung verstehen
Jedes Jahr sollen wir in einer besonderen Zeremonie beim
Passah an Christi Opfer erinnert werden. Brot und Wein sind die Symbole, die wir
zu uns nehmen im Gedenken an das, was unser Erlöser für uns getan hat. Dadurch
werden wir an den ersten Schritt in Gottes Heilsplan erinnert, dass Sünder in
Gottes Augen gerechtfertigt – für unschuldig erklärt – werden können. Aber
welchen Ausgleich kann es für unsere Sünden geben, damit wir eine echte Hoffnung
auf das ewige Leben haben können?
- Sind alle Menschen Sünder? Römer 3, 23. Verdienen wir die
Todesstrafe als „Sold" für unsere Sünden? Römer 6, 23.
- Werden wir durch das Opfer Jesu Christi, das als Lösegeld
für unsere Sünden gegeben wurde, gerechtfertigt – vor Gott für schuldlos
erklärt? Römer 3, 24-26.
- Hat das vergossene Blut Jesu Christi, des wahren
Passahlamms Gottes, für unsere Sünden bezahlt? Römer 5, 6-9. Werden wir, obwohl
sein Blut und rechtfertigt, letztlich durch sein Leben errettet? Römer 5, 9-10.
- Das Passah wird gefolgt von den Tagen der ungesäuerten
Brote. Gott verschonte das Leben der Israeliten, damit sie ihm aus der Sklaverei
folgen und einen besonderen Bund mit ihm eingehen konnten. Gibt Gott uns Gnade
(seine unverdiente Vergebung und seine freiwillig gegebenen Gaben), damit wir
weiter sündigen können? Römer 6, 1-4. Wird Sünde mit Sklaverei verglichen? Römer
6, 12-16.
- Sprach Gott von einer besonderen Zeremonie, die von den
Israeliten während der Tage der ungesäuerten Brote ausgeführt werden sollte,
nachdem sie in das verheißene Land gekommen waren? Sollte ihm die erste Garbe
der Getreideernte dargeboten werden, bevor die Ernte durchgeführt wurde? 3. Mose
23, 9-10.
- Wurde Christus bei seiner Auferstehung zum Erstling der
Toten? 1. Korinther 15, 20.
- Warum durfte Maria von Magdala Jesus nicht anrühren, als
er ihr am Morgen der Schwingopfergarbe erschien (dem Tag nach dem wöchentlichen
Sabbat während der Tage der ungesäuerten Brote)? Johannes 20, 17. Erlaubte er
später an diesem Tag, dass die Menschen ihn berührten und umarmten? Matthäus 28,
8-10. Zeigt dies, dass der Vater Jesus Christus in der Zwischenzeit als Erstling
von den Toten angenommen hatte, zur gleichen Zeit, als die erste Garbe (omer)
der Getreideernte vor Gott geschwungen wurde?
- Nachdem wir durch Christi Tod gerechtfertigt und durch
seine Auferstehung von den Toten errettet sind, hebt das Neue Testament
geistliche Lehren hervor, die wir durch das Einhalten des Passahs und der Tage
der ungesäuerten Brote lernen? 1. Korinther 5, 7-8.
- Ist Jesus Christus das „Brot des Lebens"? Johannes 6, 48.
- Die Zahl sieben wird in der gesamten Bibel als Gottes
Zahl für „Vollkommenheit" und „Vollständigkeit" gebraucht. Erinnert uns das
Essen von ungesäuertem Brot für sieben Tage nach dem Passah daran, dass wir
versuchen sollen, ihm völlig nachzufolgen, nachdem wir sein Opfer als Lösegeld
für unsere Sünden angenommen haben? Johannes 6, 57.
- Lehren die Tage der ungesäuerten Brote uns auch etwas
über unsere Verantwortung bei der Überwindung der menschlichen Natur (Bosheit
und Schlechtigkeit) und dass wir diese durch Gottes Wesensart (Lauterkeit und
Wahrheit) ersetzen sollen? 1. Korinther 5, 8; 2. Petrus 1, 3-4.
„Nimmermehr sollst du mir die Füße
waschen!"
Weshalb wusch Jesus die Füße der Jünger? Wussten Sie,
dass Christus seinen Jüngern auch gebot, einander die Füße zu waschen? Welche
Bedeutung hat diese einzigartige Zeremonie? Die Antworten darauf finden wir in
Johannes 13, 1-17.
„Jesus aber wusste, dass ihm der Vater alles in seine Hände gegeben hatte
und dass er von Gott gekommen war und zu Gott ging, da stand er vom Mahl auf,
legte sein Obergewand ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Danach goss
er Wasser in ein Becken, fing an, den Jüngern die Füße zu waschen und trocknete
sie mit dem Schurz, mit dem er umgürtet war" (Verse 3-5). Als er zu Petrus kam,
scheute dieser vor dem Gedanken zurück, dass sich der Sohn Gottes und Erlöser
der Welt vor ihm bücken würde, um ihm die Füße zu waschen. Er rief aus:
„Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen!" (Vers 8). Doch Jesus erklärte:
„Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil an mir".
Der Brauch, die Füße zu waschen, mag uns in modernen westlichen Kulturen
seltsam erscheinen. Doch zu Zeiten des Neuen Testaments, als die Menschen
überallhin zu Fuß gingen, war dies ein normaler und erfrischender Bestandteil
der Gastfreundschaft. In der Regel wurde Gästen eine Fußwaschung angeboten und
von Dienstboten des Haushalts durchgeführt (Lukas 7, 44). Kein Wunder also, dass
Petrus zunächst Jesu Angebot ausschlug; schließlich war dies die Aufgabe eines
niedrigen Dieners. Aber Christus wollte, dass seine Jünger – und alle Christen –
lernten, dass sie zu einem Leben demütigen Dienens berufen sind.
Nach der Waschung der Füße der Jünger sagte Jesus: „Wisst ihr, was ich euch
getan habe? Ihr nennt mich Lehrer und Herr und ihr sagt recht, denn ich bin es.
Wenn nun ich, der Herr und Lehrer, eure Füße gewaschen habe, so seid auch ihr
schuldig, einander die Füße waschen. Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben,
dass auch ihr tut, wie ich euch getan habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:
Ein Sklave ist nicht größer als sein Herr, noch ein Gesandter größer, als der
ihn gesandt hat" (Johannes 13, 12-16; rev. Elberfelder Übersetzung). Obwohl
Jesus mit einer höheren Autorität kam, erschien er nicht, „dass er sich dienen
lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele"
(Matthäus 20, 28).
Ebenso muss ein echter Christ zu einem lebendigen Opfer
werden, indem er anderen in Liebe und Demut dient (Römer 12, 1). Die Fußwaschung
ist ein Symbol dieser Einstellung.
Das Passah im Zusammenhang
Die Bibel stellt das Passah und die Tage der
ungesäuerten Brote als zwei separate Feste dar (3. Mose 23, 5-6), doch ihre
Bedeutung ist eng miteinander verwoben. Zusammen versinnbildlichen sie die
Rechtfertigung – den ersten Schritt in Gottes großartigem Heilsplan.
Zwei Faktoren sind nötig, damit wir gerechtfertigt werden – unsere Sünden
müssen getilgt werden und wir müssen vor Gott für schuldlos erklärt werden.
Zuerst brauchen wir Gottes Gnade, die wir durch Gott den Vater erhalten, der
seinen einzig geborenen Sohn für uns gab, damit dieser an unserer Stelle starb,
um die Strafe für unsere Sünden zu begleichen (Johannes 3, 16; Römer 3, 24-25).
Als Zweites müssen wir auf Gottes Gnade mit Glauben und Reue reagieren (Römer 5,
1-2; Apostelgeschichte 3, 19). Reue, die Abkehr von Sünde und Zuwendung zu Gott,
geschieht aus Glauben.
Während des ersten Passahs hatte Israel im Altertum verstanden, dass es vom
Tod verschont wurde, als der Herr in jener Nacht durch Ägypten zog. Nur wer
unter dem Blut des Lammes stand, wurde verschont. Doch Gott lehrte sie auch eine
entscheidende Lektion – dass sie nicht verschont wurden, um weiterhin als
Sklaven in Ägypten zu bleiben – ebenso wenig wie Christen nicht Sklaven der
Sünde bleiben sollen! Direkt nach den Ereignissen am Passah begannen die
Israeliten, Ägypten zu verlassen. Ihr Auszug aus diesem Land erforderte sieben
Tage und hatte seinen Höhepunkt in der Durchquerung des Roten Meers am siebten
Tag der ungesäuerten Brote.
Das Passah erinnert uns daran, dass Gott uns seine Liebe gab, indem
Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren (Römer 5, 8). Er schenkt uns
seine Gnade, aber wir müssen darauf reagieren. Sollen wir also in Sünde
verharren? Keineswegs! Vielmehr sollen wir der Sünde den Rücken zukehren und
unser Leben und unseren Willen Gott unterordnen (Römer 6, 1-4). Wir sollen die
Sünde aus unserem Leben „wegschaffen", Bosheit und Schlechtigkeit durch
Lauterkeit und Wahrheit ersetzen (1. Korinther 5, 7-8). Dieses Ersetzen unserer
menschlichen Natur durch Gottes eigenen Charakter kann nur durch Christus in uns
erreicht werden (Galater 2, 20; 2. Petrus 1, 3-4). Wir müssen Überwinder sein
(Römer 12, 21; 1. Johannes 2, 12-17; 4, 4) indem Gott uns durch den Glauben zum
Sieg verhilft (1. Johannes 5, 4-5; 1. Korinther 15, 57).
Das ist die Bedeutung des Festes der ungesäuerten Brote. Für sieben Tage
meiden wir Sauerteig, das die Schrift als Symbol der Sünde gebraucht (1.
Korinther 5, 8) und essen dafür ungesäuertes Brot als Symbol für Christus – das
Brot des Lebens.
Das Passah und die Tage der ungesäuerten Brote erläutern den Christen
Aspekte der Gnade Gottes – und unserer Reaktion auf diese Gnade.