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Bibelfernlehrgang

Lektion 15 - Die Pfingstzeit:
Gottes Volk wird geheiligt!
| Chefredakteur | Roderick C. Meredith |
| Redaktionsdirektor | Richard F. Ames |
| Redaktion | William Bowmer Gary F.
Ehman |
| Autoren | John H. Ogwyn Daniel Hall |
| Französische Ausgabe | Dibar Apartian |
| Spanische Ausgabe | Mario Hernandez |
| Grafische Gestaltung | Donna Prejean |
| Korrekturlesung | Sandy Davis Linda
Ehman |
| Nachrichtenbüro | June Olsen |

Der Welt von Morgen – Bibelfernlehrgang hat keinen Bezugspreis.
Seine Verbreitung wird durch Zehnten und Opfer der Mitglieder der Living Church
of God und anderer ermöglicht, die freiwillig Mitarbeiter im Werk der
Verkündigung von Gottes wahrem Evangelium an alle Nationen wurden.
Alle Bibelzitate in dieser Lektion sind, sofern nicht anders
vermerkt, der revidierten Lutherübersetzung von 1984 entnommen. Copyright © 1985
Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.
Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang wird herausgegeben von der Living Church
of God, P.O. Box 3810, Charlotte NC, 28227-8010, USA.
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vorbehalten.
Fernlehrgang ist spirituell und erbauend
„Ich lese und studiere den Bibelfernlehrgang wirklich sehr
gern. Er hat sich als sehr spirituell, erbauend und hochinteressant erwiesen.
Und manchmal kann ich ihn gar nicht mehr aus der Hand legen. Er hat mir viele
Fragen beantwortet, die ich schon im Religionsunterricht stellen wollte.
Nochmals vielen Dank für Ihre ermutigenden Worte."
C.H., Baltimore, MD, USA
Faszinierende Botschaft
„Vielen Dank für das Magazin Tomorrow’s World und den
kostenlosen Bibelfernlehrgang. Ich habe in diesen Lektionen eine faszinierende
Botschaft gefunden und fühle mich dadurch sehr ermutigt, Gott zu suchen und die
Bibel zu lesen. Vielen Dank."
L.S., Auckland, Neuseeland
Bibelfernlehrgang wird zum Nachschlagewerk
„Was ich bis jetzt gelesen habe, hat mir sehr zu denken
gegeben und mir dadurch geholfen, vieles erst zu erkennen und auch zu entdecken,
was ich bisher gesucht habe. Beim Bibelfernlehrgang mache ich meine
schriftlichen Ausarbeitungen zu den Fragen. Diese Fragen und Antworten ergeben
mit der Zeit zusammen mit den Lektionen eine Sammlung, die es lohnt, immer
wieder gelesen zu werden, um Wichtiges zu vertiefen."
J.B., Rottenburg
Die Wahrheit entdeckt
„Ich musste Ihnen einfach schreiben, um Ihnen mitzuteilen,
wie sehr mir Ihr Bibelfernlehrgang gefällt. Ich habe Zweifel an der
Dreieinigkeit. Mir gefiel Lektion 13 und las besonders gerne den Artikel ‚Drei
Tage und drei Nächte im Grab’ auf Seite 5. Das war mir zuvor nie bewusst. Ich
hatte die Lüge akzeptiert, dass Christus am Sonntagmorgen auferstanden sei und
hatte sogar an Sonnenaufgangsgottesdiensten am Ostersonntag teilgenommen, aber
nun nicht mehr, da ich die Wahrheit entdeckt habe. Vielen Dank für Ihre
Lektionen."
J.H., Los Angeles, CA, USA
Zum Titelbild: An demselben Sonntag, als die Priester
das omer – die Schwinggarbe aus der ersten Getreideernte – schwangen,
wurde Jesus Christus als Erstling unter den Toten angenommen. Seine Gemeinde
erhielt die Gabe des heiligen Geistes am Pfingsttag – dem Tag, der an die Ernte
ALLER Erstlinge Gottes erinnert.
Die Pfingstzeit: Gottes Volk wird
geheiligt!
Die Israeliten hatten Ägypten voller Zuversicht
verlassen. Sie waren hocherfreut darüber, dass sie die unterdrückende
Versklavung hinter sich gelassen hatten. Nun befanden sie sich auf dem Weg in
das gelobte Land. Doch Gott führte sie nicht direkt in das Land, das er ihren
Vorvätern verheißen hatte. Stattdessen führte er sie zum Berg Sinai, der auch
der „Berg Gottes" genannt wird.
Bevor die Israeliten die Verheißungen empfangen konnten, mussten sie einem
Bund mit ihrem Schöpfer eingehen. Dieser Bund bot Israel die Chance, eine
heilige Nation und ein Königreich von Priestern zu werden. Israel hatte das
Privileg, in eine besondere Beziehung mit seinem Schöpfer zu treten – eine
Beziehung, die zur damaligen Zeit für keinen anderen Menschen zugänglich
war.
Wenn wir den Auszug der Israeliten aus Ägypten zurückverfolgen, können wir
feststellen, dass die am ersten Tag des dritten Monats am Fuß des Berges Sinai
angekommen waren, etwa sechs Wochen nach dem Beginn des Auszugs. In den darauf
folgenden Tagen unternahm Mose mehrere Fußmärsche auf den Berg und wieder
herunter, um mit Gott zu reden und dann dem Volk Gottes Botschaften zu
verkünden. Schließlich versammelte sich das Volk, als sich dicke Wolken an der
Bergspitze bildeten. Dann begannen der Berg und die umliegende Ebene zu beben.
Feuer und Rauch waren auf der Bergspitze zu sehen. Mit Donnergrollen und
zuckenden Blitzen stieg der Gott Israels auf die Bergspitze nieder. Während die
Menschen in Ehrfurcht erstarrt waren, begann seine Stimme, die Zehn Gebote der
Reihe nach zu verkünden. Dies war das erste Mal, dass der Tag eingehalten wurde,
den wir heute Pfingsten nennen.
Fast 15 Jahrhunderte später versammelten sich die Jünger Jesu Christi in
einem Raum in Jerusalem, wie sie es bereits seit eineinhalb Wochen jeden Tag
taten. Vierzig Tage nach dessen Auferstehung von den Toten waren sie auf dem
Ölberg gegenüber dem Kidrontal bei Jerusalem gestanden und hatten beobachtet,
wie Jesus Christus in den Himmel aufstieg und schließlich aus ihrem Blickfeld
verschwand. Und während sie noch in die Luft starrten, erschien ihnen ein Engel
und sagte ihnen, sie sollten nach Jerusalem zurückkehren und warten, bis sie mit
der Macht des Höchsten erfüllt werden würden. Als sie an einem Sonntagmorgen
beieinander saßen, hörten sie plötzlich das Brausen eines starken Windes, der
das Haus erfüllte. Zungen wie von Feuer erschienen über ihren Köpfen und sie
konnten auf wundersame Weise in Fremdsprachen reden, die sie nie zuvor
verstanden hatten. Gegen 9 Uhr an diesem Morgen zogen Petrus und die anderen
Apostel die Aufmerksamkeit einer großen Menschenmenge auf sich, als sie im
Tempel standen und in Sprachen predigten, die von den Pilgern gesprochen wurden,
die sich zu dieser Festzeit in Jerusalem aufhielten. Es war der Pfingsttag, der
Jahrestag der Gabe der Zehn Gebote durch den Schöpfer am Berg Sinai. Jetzt
wurden all jene mit dem heiligen Geist erfüllt, die mit Glauben und Reue auf die
Botschaft reagierten, die sie hörten.
Pfingsten ist der Tag des Bundes. Es ist der Tag, an dem Gott mit Israel am
Berg Sinai den Alten Bund einging, und es ist der Tag an dem er begann, mit
denen einen Neuen Bund einzugehen, die seinen heiligen Geist empfingen.
Pfingsten, das im Alten Testament Wochenfest oder Fest der Erstlingsfrüchte
genannt wird, versinnbildlicht einen entscheidenden Aspekt in Gottes Heilsplan.
Es erinnert uns daran, dass Gott jetzt mit den Erstlingen seiner geistlichen
Ernte arbeitet, um ihnen seinen Charakter und seine Wesenszüge einzupflanzen.
Gottes Wesensart ist Liebe und seine Gesetze zeigen uns, wie sich diese
Liebe äußert. Durch Gottes Geist werden seine Gesetze in unser Herz geschrieben
und so werden diese zu einem wesentlichen Teil unseres Lebens.
Die Erntezeiten im Israel des Altertums waren Sinnbilder der geistlichen
Ernte, mit der sich unser Schöpfer derzeit beschäftigt. Gott versucht nicht
verzweifelt, schon jetzt die ganze Welt zu retten, wie es viele glauben.
Vielmehr werden seine Erstlinge jetzt geerntet. Im Altertum war das Volk Israel
der Erstling unter den Nationen (Jeremia 2, 3), ebenso wie bekehrte Christen als
eine Art Erstlingsfrüchte unter allen Geschöpfen beschrieben werden (Jakobus 1,
18). Christen von heute haben den Geist als Erstlingsgabe erhalten (Römer 8,
23).
Wie wir in der vergangenen Lektion gesehen haben, befasst sich die
Passahzeit mit der ersten Phase des Heils – unserer Rechtfertigung (Tilgung
unserer Schulden) durch Gott. Die Pfingstzeit beschreibt nun die zweite Phase
des Heils. Diese Phase ist die Heiligung – dass wir durch Gottes Kraft geheiligt
werden. In dieser Lektion untersuchen wir, was es bedeutet, ein heiliges Volk zu
sein, und wie man dazu wird. Die unvorstellbare Verwandlung, die sich dazu in
unserem Leben vollziehen muss, können wir begreifen, wenn wir die zweite der
drei Festzeiten verstehen, die Pfingstzeit.
Lektion 15, Teil 1
Erstlingsfrüchte verstehen
Was sind Erstlingsfrüchte und warum richtete Gott ein
Fest ein, um diese zu feiern? Die Antwort darauf führt zu einem tieferen
Verständnis des Heilsprozesses, als es die meisten Menschen je hatten. Die
meisten bekennenden Christen glauben, in der heutigen Welt tobt ein großer Kampf
zwischen Gott und dem Bösen – doch wenn das der Fall wäre, wäre der Teufel am
gewinnen! Dass es aber nicht so ist, macht ein Verständnis der Erstlingsfrüchte
deutlich.
- Gab Gott den Israeliten im Altertum die Anweisung, ihm
die erste Garbe (oder omer) zu Beginn der Ernte als Schwingopfer
darzubringen, sobald sie das verheißene Land betreten hätten? 3. Mose 23, 10.
- Sollte dieses Opfer am Sonntag (dem Tag nach dem Sabbat)
während der Tage der ungesäuerten Brote ausgeführt werden? 3. Mose 23, 11.
- Begann mit diesem Opfer am ersten Tag der Woche eine
Phase von sieben Wochen, in denen das Getreide abgeerntet wurde? Sollte das Volk
am Tag nach dem siebten Sabbat, der gezählt wurde, für eine heilige Versammlung
vor Gott erscheinen? 3. Mose 23, 15-16.21.
- Sollte an diesem 50. Tag eine bestimmte Opferhandlung
durchgeführt werden? 3. Mose 23, 16. (Anmerkung: Pentecost – die
englische Bezeichnung für Pfingsten – leitet sich vom griechischen Wort für 50
ab. Dieses Wort wird im Neuen Testament als griechisches Äquivalent zum
hebräischen Shawu’ot verwendet, das „Wochen" bedeutet und sich auf die
sieben gezählten Wochen bezieht).
- Sollten an diesem 50. Tag, dem Pfingsttag, zwei Brote vor
Gott im Tempel geschwungen werden? Was stellten diese Brote dar? 3. Mose 23, 17.
- Das erste omer der Getreideernte wurde am Ende des
Sabbats während der Tage der ungesäuerten Brote geschnitten und vor Gott am
folgenden Morgen geschwungen. Es war der Erstling der Erstlingsfrüchte. Wer
waren die geistlichen Erstlinge der Ernte Gottes? 1. Korinther 15, 20.
(Anmerkung: Wir haben in der letzten Lektion gesehen, dass Christus am Samstag
bei Sonnenuntergang auferweckt wurde, genau drei Tage und drei Nächte nach
seinem Begräbnis. Seine Auferstehung geschah zur selben Zeit, als die Priester
auf das Feld gegangen waren, um das erste omer der Ernte zu schneiden).
- War das Israel des Altertums der Erstling in Gottes Ernte
unter den Nationen? Jeremia 2, 3.
- Sind Christen die Erstlinge in Gottes geistlicher Ernte?
Jakobus 1, 18.
- Ist eine direkte und persönliche Berufung durch Gott den
Vater nötig, bevor jemand wirklich zu Christus kommen und somit ein Teil der
Erstlinge werden kann? Johannes 6, 44.
- Haben diejenigen, die Gott jetzt berufen hat, den Geist
als Erstlingsgabe erhalten? Römer 8, 23.
- Sind die Erstlinge etwas, das Gott heilig ist? Jeremia 2,
3; Römer 11, 16.
- Wird der Rest der Menschheit um der Erstlinge – der
Auserwählten – willen während der großen Bedrängnis am Leben bleiben? Matthäus
24, 21-22.
Die Bedeutung der Erstlingsfrüchte
Was sind Erstlingsfrüchte? Haben sie in Gottes Plan eine
geistliche Bedeutung? Sehen wir uns das Muster der physischen Ernteabläufe im
Israel des Altertums genauer an.
Anfang November begann im Land Israel der Frühregen. Dieser weichte den
Boden auf. Anschließend konnte der Boden durchgepflügt werden und man säte
Gerste und Weizen aus. Der Spätregen, der normalerweise im Februar oder Anfang
März niederging, brachte das Korn zur vollen Reife. Einige Wochen später
schnitten die Priester die erste reife Garbe der Gerste in einem Feld nahe
Jerusalem. Diese Zeremonie fand während der Tage der ungesäuerten Brote statt,
als der erste Tag der Woche begann. Am folgenden Morgen schwangen die Priester
dieses omer Gerste im Tempel, damit es von Gott angenommen würde. Dann
wurde ein ungesäuertes Brot daraus gemacht, das Gott auf dem Altar geopfert
wurde.
Später an diesem Morgen begannen die Israeliten, ihre Felder abzuernten.
Der Pfingsttag, auch Wochenfest oder Fest der Ernte der Erstlingsfrüchte
genannt, fand dann Ende Mai oder Anfang Juni statt, am Ende dieser Erntezeit.
Über den Sommer wurden andere Feldfrüchte geerntet, die reif wurden. Am Ende des
Sommers erfolgten dann zwei der größten Ernten des Landes – Oliven und Trauben.
Die gesamte Ernte des Sommers wurde in Scheunen und Silos gelagert, bevor die
Menschen nach Jerusalem zogen, um das Laubhüttenfest zu feiern, das auch Fest
der Lese genannt wurde.
Die Erstlingsfrüchte, also die Früchte, die zuerst reif waren, markierten
den Beginn der Erntezeit. Gott erhob einen besonderen Anspruch auf sie. Gott mit
den Erstlingen zu ehren, war ein Weg, ihn als den Schöpfer anzuerkennen, von dem
alle Gaben kommen. Die Getreideernte stand für die Erstlinge der Fülle des
Landes, die während des Frühlings und Sommers eingesammelt werden konnte. Die
erste Garbe des gerade reif gewordenen Getreides wurde Gott als Opfer
dargebracht, bevor der Rest der Ernte eingefahren wurde.
Jesus Christus ist der „Erstling unter denen, die entschlafen sind" (1.
Korinther 15, 20-23). Er wurde während der Tage der ungesäuerten Brote
auferweckt und trat vor den Vater zu genau derselben Zeit, als das erste omer
des Getreides im Tempel geschwungen wurde. Dies wird im Vergleich der Berichte
in zwei der Evangelien deutlich, in denen die Ereignisse bei der Auferstehung
beschrieben sind. In Johannes 20, 17 erlaubte Jesus Maria von Magdala nicht, ihn
zu berühren, weil er „noch nicht aufgefahren zum Vater" war. Matthäus 28, 9
zeigt dann, dass er später an demselben Tag gestattete, dass man ihn umarmte.
Eindeutig war er also in der Zwischenzeit vor den Vater getreten und von ihm
angenommen worden.
Die Getreideernte war also der Anfang der Erntezeit in Israel, ebenso wie
Christen heute die Erstlingsfrüchte in Gottes geistlicher Ernte sind (Jakobus 1,
18). Es kommt eine Zeit in der Zukunft, die durch die Herbstfeste symbolisiert
ist, in der Gott die große Mehrheit der Menschen „ernten" wird, jeden zu seiner
Zeit (1. Korinther 15, 22-24).
Pfingsten ist das Fest, das sich auf das Kirchenzeitalter konzentriert. Es
erinnert uns, dass wir als Erstlingsfrüchte für Gott abgesondert sind, geweiht,
um ihm zu dienen. Gleichzeitig wissen wir, dass wir nur den Beginn all derer
darstellen, die letztendlich in Gottes großer Familie sein werden. Die Zeit des
Heils für die Mehrheit der Menschen liegt noch in der Zukunft.
Die Tage bis Pfingsten zählen
Von allen heiligen Tagen Gottes ist Pfingsten der
einzige Tag, den wir abzählen sollen! 3. Mose 23, 15-16 gebietet: „Danach
sollt ihr zählen vom Tage nach dem Sabbat, da ihr die Garbe als Schwingopfer
darbrachtet, sieben ganze Wochen. Bis zu dem Tag nach dem siebenten Sabbat,
nämlich fünfzig Tage, sollt ihr zählen und dann ein neues Speiseopfer dem Herrn
opfern".
Der hebräische Ausdruck für „vom Tage nach" ist mi-mohorat und wird
mit „vom Morgen" übersetzt. Er wird 28 Mal im Alten Testament verwendet. An 26
dieser Stellen heißt es „am Morgen". Im Hebräischen schließt dieser Ausdruck
IMMER den Morgen des Tages ein, der erwähnt ist. Der hebräische Begriff
besagt also, dass wir die Zählung mit dem Tag nach dem Sabbat beginnen sollen –
also mit dem Sonntag, an dem das omer geschwungen wurde – und dann sieben
Sabbate zählen sollen. Am Tag nach dem siebten Sabbat, dem 50. Tag ist der Tag,
den wir Pfingsten nennen. Der neutestamentliche Name Pfingsten leitet sich vom
griechischen Wort für „fünfzig" ab.
Am Sonntag während der Tage der ungesäuerten Brote , dem Tag, an dem das
omer geschwungen wurde, ist Jesus Christus als „Erstling unter denen, die
entschlafen sind", angenommen worden und von ihm aus werden die Tage bis
Pfingsten gezählt, bis zu dem Tag, an dem die Ernte aller Erstlingsfrüchte
Gottes begann.
Was ist ein Bund?
Pfingsten kann auch der Tag des Bundes genannt werden.
Das hebräische Wort berit wird im Alten Testament für einen Bund benutzt
und beschreibt eine Rechtsbeziehung zwischen zwei Parteien auf Grundlage eines
feierlichen Versprechens. Dieses Wort wurde gebraucht, um Vertragsvereinbarungen
zwischen Nationen, die Herrschaftsbeziehung zwischen einem großen König und
seinen Vasallen bzw. unterworfenen Nationen oder die Rechtsbeziehung zwischen
einem Ehemann und seiner Ehefrau zu beschreiben. Gott inspirierte, dass dieses
Wort ebenfalls für die formale Beziehung verwendet wurde, die er mit Personen
wie Noah und Abraham sowie mit der Nation Israel am Sinai einging.
Die feierliche Vereinbarung, die am Berg Sinai getroffen wurde, fand am
Pfingsttag im Jahr des Auszugs aus Ägypten statt. Es war eine förmliche
Vereinbarung, die die Bedingungen für Israels Beziehung mit seinem Schöpfer
festschrieb. Der Gehorsam gegenüber den Zehn Geboten war das Herzstück dieser
Bundesbeziehung (5. Mose 4, 13). Doch Gott wusste, dass Israel kein gehorsames
Herz haben würde, seinen Geboten wirklich zu gehorchen, obwohl er ihnen sein
Gesetz sowie die Verheißung von Segnungen für Gehorsam gegeben hatte (5. Mose 5,
28-29). Die Aufzeichnungen über Israels Beziehung mit Gott im Alten Testament
geben Zeugnis, dass es mehr brauchte, als das Gesetz, Verheißungen und eine
Bundesvereinbarung. Was letztlich nötig ist, ist ein neues Herz für die
Menschen. In Hesekiel 36, 26 prophezeit Gott eine Zeit, in der den Menschen ein
neues Herz und ein neuer Geist gegeben wird. Ihr steinernes Herz wird durch ein
weiches Herz aus Fleisch ersetzt.
Der Prophet Jeremia wurde inspiriert, von einer zukünftigen Zeit zu
schreiben, in der Gott mit seinem Volk einen neuen Bund schließt. Dieser Bund
würde beinhalten, dass Gottes Gesetz von seinem Volk verinnerlicht wird, anstatt
nur auf äußerlichen Steintafeln geschrieben zu stehen (Jeremia 31, 3-33). Der
Apostel Paulus zitierte Jeremias Prophezeiung in Hebräer 8, 8-12 und erklärte im
folgenden Kapitel weiter, dass Jesus als Mittler eines Neuen Bundes kam – des
Bundes, von dem die Propheten sprachen, als sie Israels Versagen beklagten.
Unter dem Neuen Bund würde das Gesetz in das Herz und in den Sinn der Menschen
geschrieben, ihre Sünden würden vergeben und jeder würde Gott auf eine sehr
persönliche und reale Weise kennen. All dies wurde durch die Kraft des heiligen
Geistes ermöglicht.
So wie Gott den Bund mit Israel am Sinai an einem Pfingsttag schloss,
geschah es an einem anderen Pfingsttag viele Jahrhunderte später, dass er
erstmals den heiligen Geist auf die Gläubigen ausgoss und die Verheißung des
heiligen Geistes auf all diejenigen erweiterte, die sich im Glauben an das
Evangelium und in der Umkehr von der Sünde ihrem Schöpfer zuwenden würden
(Apostelgeschichte 2, 1.4.38-39). Dies war der Beginn des Neuen Bundes, den
Jesus Christus ankündigte und der mit den Gläubigen geschlossen wird. Pfingsten
ist wirklich der Tag des Bundes!
Die Bundesbeziehung zwischen Gott und Israel im Altertum wurde auch mit
einer Ehe verglichen, in der Gott die Rolle des Ehemanns einnahm und Israel die
Ehefrau war (Jeremia 31, 32; Hesekiel 16, 8). Am Ende musste der Gott Israels
dieses aus seiner Rolle als Ehefrau verstoßen, weil Israel ihm immer wieder
untreu war (Jeremia 3, 1-2.6-8). Doch selbst das war noch nicht das Ende. Seine
Liebe war so groß, dass der Gott Israels – der in Johannes 1 Logos oder
das Wort genannt wird – Fleisch wurde und starb, um für die Sünden Israels und
letztlich aller Menschen zu bezahlen (Johannes 1, 14.29). Nach drei Tagen und
drei Nächten von den Toten auferweckt ist Jesus Christus nun im Himmel bei dem
Vater und wird bald zur Erde zurückkehren. Wenn er zurückkommt, wird er die
Kirche, die Verlobte Christi (Offenbarung 19, 7-9), heiraten. Die Beziehung
zwischen der Kirche und Christus unter dem Neuen Bund wird also ebenfalls eine
Ehebeziehung sein (Epheser 5, 22-32).
Noch eine weitere Klärung braucht es im Hinblick auf den Bund. Im Neuen
Testament ist das Wort für Bund diatheke. Dieser Begriff bedeutet nicht
nur Bund in demselben Sinn wie das Äquivalent im Alten Testament, sondern ist
gleichzeitig ein juristischer Begriff, der sich auf den letzten Willen und ein
Testament bezieht. Im Neuen Testament wird das Wort in beiden Bedeutungen
verwendet. In Hebräer 9, 15-17 gebraucht Paulus diatheke im Sinne eines
Testaments oder letzten Willens. Hier wird gesagt, dass Christus uns ein ewiges
Erbe zugedacht hat und dass dieses Testament nun nach seinem Tod in Kraft
getreten ist. Während der Alte Bund lediglich ein Bund war – eine feierliche
Vereinbarung – ist der Neue Bund sowohl ein Bund als auch ein Testament. Er ist
eine feierliche Übereinkunft, die wir bei der Taufe mit unserem Schöpfer
eingehen und er ist auch der letzte Wille und das Testament unseres Erlösers.
Wenn wir beim Passah aus dem Weinkelch trinken, werden wir an sein für uns
vergossenes Blut erinnert, das notwendig war, damit der Neue Bund in Kraft
treten konnte (Matthäus 26, 28).
Am Pfingsttag wird die besondere Bundesbeziehung gefeiert, die die
Erstlingsfrüchte mit ihrem Erlöser und Schöpfer haben. Schon jetzt ist für alle,
die auf Gottes Berufung reagieren, ein Neuer Bund zugänglich, der auf dem
Empfang des heiligen Geistes beruht und durch den wir Gottes eigene Wesensart in
uns aufnehmen. Gemeinsam repräsentieren alle von Gott Herausberufenen die Braut
Christi, die er bei seiner Rückkehr heiraten wird.
Lektion 15, Teil 2
Der Alte und der Neue Bund
Die Bibel spricht von einem Alten und einem Neuen Bund.
Was war der Unterschied zwischen ihnen? Viele glauben, dass der Alte Bund das
Gesetz aufgerichtet hat, während der Neue Bund auf Gnade basiert. Ist das
wirklich der Fall? Vergleichen wir, was die Bibel über die beiden Bündnisse
offenbart, die Gott mit seinem Volk geschlossen hat. Und wir sollten auch
verstehen, in welchem Zusammenhang diese mit der Bedeutung des Pfingstfestes
stehen, dem Tag, an dem sowohl der Alte als auch der Neue Bund geschlossen
wurden.
- Was wollte Gott für Israel tun, wenn sie den Bund mit ihm
gehalten und ihm gehorcht hätten? 2. Mose 19, 5-6. Was hat Gott mit Christen
unter dem Neuen Bund im Sinn? 1. Petrus 2, 9.
- Wie war Israels Reaktion auf Gottes Vorschlag eines
Bundes mit ihnen? 2. Mose 19, 7-8.
- Auf welchen Worten basierte der Bund mit Israel am Sinai?
2. Mose 34, 27-28.
- Wer schrieb diese Worte auf die Steintafeln? 2. Mose 31,
18; 5. Mose 10, 1-4. Waren dies dieselben Worte, die Gott zuvor vom Berg Sinai
erschallen ließ? Vers 4 (siehe auch 5. Mose 5, 22).
- War es Gottes Absicht, unter den Kindern Israel zu
verweilen, nachdem sie einen Bund mit ihm eingingen? 2. Mose 25, 8; 29, 44-46.
- Hielt sich Israel an die Bedingungen des Bundes vom
Sinai? Jeremia 31, 32; 2, 7.13.
- Was hätten die Israeliten aus Gottes Sicht gebraucht, um
den Bund einzuhalten, den er mit ihnen geschlossen hatte? 5. Mose 5, 29.
- Welche Lösung hat Gott im Sinn, nachdem Israel die
Bedingungen des Alten Bundes nicht eingehalten hat? Wird er einen Neuen Bund
schließen? Jeremia 31, 31.
- Prophezeite Hesekiel von einer Zeit, in der Gott den
Menschen ein neues Herz und einen neuen Geist geben würde? Hesekiel 36, 26. Wird
dies dadurch geschehen, dass Gott seinen Geist in die Menschen gibt? Wird der
Geist Gottes den Menschen ermöglichen, Gottes Gesetz einzuhalten? Hesekiel 36,
27.
- Warum wird der Neue Bund als besser bezeichnet als der
Alte Bund? Hebräer 8, 6.
- Beachten Sie, dass das, was sich zwischen dem Alten und
dem Neuen Bund geändert hat, die Verheißungen waren, und NICHT das Gesetz. Gibt
Hebräer 8, 10-12 (wo aus Jeremia 31, 33-34 zitiert wird) die Details von drei
Verheißungen, die nur im Neuen Bund gelten?
- Wurde der heilige Geist Gottes zuerst an einem Pfingsttag
ausgegossen? Apostelgeschichte 2, 1-4. Wird nicht erst durch den Geist unser
Sinn erneuert, so dass wir eine neue Schöpfung werden? Titus 3, 5; Epheser 4,
23-24; 2. Korinther 5, 17.
Sollten Sie eine Feuertaufe anstreben?
Vielen aufrichtigen Christen wurde erzählt, dass sie
eine Feuertaufe anstreben sollten. Diese wird als eine spirituelle
Erfahrung bei der Taufe beschrieben, bei der die „Schlacke (oder Sünde) von
einem neuen Christen abgetrennt wird". Diejenigen, die diese Idee lehren,
behaupten, dass die Bekehrung einer Person ohne die Feuertaufe
unvollständig ist.
Ist das tatsächlich, was Johannes der Täufer und Jesus Christus lehrten?
Sehen wir, was die Bibel wirklich sagt. Beachten Sie zunächst die Prophezeiung
Hesekiels darüber, wie Gott die „Schlacke" aus Israel entfernt:
„Du Menschenkind, das Haus Israel ist mir zu Schlacken geworden [...]
siehe, so will ich euch alle in Jerusalem zusammenbringen. Wie man Silber,
Kupfer, Eisen, Blei und Zinn im Ofen zusammenbringt, dass man ein Feuer darunter
anfacht, und es zerschmelzen lässt, so will ich auch euch in meinem Zorn und
Grimm zusammenbringen, hineintun und schmelzen" (Hesekiel 22, 18-21). Gott
sagte zu den Israeliten, dass er sie wegen ihres Mangels an Reue und wegen ihrer
Sünden züchtigen und reinigen müsse, indem er sie durch das Feuer seines Zorns
führt, wie man Erz in einem Ofen schmilzt. Sollten Christen eine solche
Reinigung anstreben?
Sehen wir nun den Zusammenhang, in dem Johannes der Täufer sprach: „Ich
taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich,
und ich bin nicht wert, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem heiligen
Geist und mit Feuer taufen. Er hat seine Worfschaufel in der Hand; er wird seine
Tenne fegen und seinen Weizen in die Scheune sammeln; aber die Spreu wird er
verbrennen mit unauslöschlichem Feuer" (Matthäus 3, 11-12). Hier weist Johannes
eindeutig auf das Schicksal derjenigen hin, die im Feuersee vernichtet werden im
Gegensatz zu denen, die Christus in seinem Reich versammeln wird.
Denen, die auf Gottes Berufung mit Reue und Glauben reagieren, bietet Jesus
Christus die Taufe mit dem heiligen Geist an. Nur diejenigen, die diesen Ruf
bewusst verwerfen, empfangen die Feuertaufe. Dies wird in der Zukunft geschehen,
wenn „alle Verächter und Gottlosen Stroh sein [werden], und der kommende Tag
wird sie anzünden, spricht der Herr Zebaoth" (Maleachi 3, 19). Die Spreu, die
Reuelosen, die sich jeder Zurechtweisung widersetzen, werden im Feuersee völlig
untergetaucht (getauft) und verbrannt werden (Offenbarung 20, 14). Das ist die
Feuertaufe!
Der Beistand
In der Nacht seines letzten Passahs sagte Jesus Christus
zu seinen Jüngern, dass er zum Vater zurückkehren werde. „Ich werde euch nicht
ohne Trost zurücklassen" sagte er ihnen sinngemäß und erklärte, dass er ihnen
einen anderen Beistand oder Tröster geben werde. Das griechische Wort dafür ist
parakletos und bezeichnet für gewöhnlich jemanden, der einem Hilfe und
Unterstützung gibt. Im Zusammenhang von Johannes 14 bezieht sich dies klar auf
den heiligen Geist, den Jesus seinen Jüngern für die Zeit nach seiner Rückkehr
zum Vater versprach.
Manche nehmen an, dass der heilige Geist deshalb als eine „Person" der
Gottheit verstanden werden muss, weil in Johannes 14 und 15 mit dem persönlichen
Fürwort „er" auf ihn Bezug genommen wird. Die griechische Sprache ordnet wie
viele andere Sprachen allen Namenwörtern ein grammatikalisches Geschlecht zu.
Dieses grammatikalische Geschlecht hat dabei oft wenig oder nichts mit dem
tatsächlichen Geschlecht oder einer Persönlichkeit des Begriffes zu tun. Zum
Beispiel ist „Mädchen" im grammatikalischen Geschlecht immer neutral und die
„Hand" immer weiblich, ob sie zum Körper einer Frau gehört, oder nicht. Die
persönlichen Fürwörter – er, sie, oder es – müssen dabei immer mit dem
grammatikalischen Geschlecht des Namenwortes übereinstimmen, auf das sie sich
beziehen. Das trifft auch im Griechischen zu (vgl. The Language of the New
Testament [Die Sprache des Neuen Testaments], Eugene Van Ness Goetchius,
Ausgabe 1965, Seiten 33-34). Im Griechischen ist das Wort pneuma, das mit
„Geist" übersetzt ist, neutral – erhält also immer das neutrale Fürwort „es",
während parakletos männlich ist und ein männliches Fürwort erfordert.
In Johannes 14, 16-20 betonte Jesus, dass die Jünger nach seiner Rückkehr
zum Vater NICHT einfach wie Waisen zurückgelassen werden würden (Johannes 14,
18). Vielmehr würden er und der Vater durch den heiligen Geist buchstäblich in
wahren Christen leben (Verse 20.23). Der heilige Geist verleiht uns Verständnis
und Kraft. Er geht von dem Vater aus und verbindet uns mit seinem Denken. Er ist
keine separate Persönlichkeit der Gottheit, sondern der Weg, durch den Christus
und der Vater ihre Gegenwart in den Herzen und Sinnen der Gläubigen spürbar
machen.
Lektion 15, Teil 3
Die Kraft des Geistes Gottes
Warum bietet Gott seinen heiligen Geist den bekehrten
Menschen an? Was genau bewirkt der heilige Geist im Leben der Christen? Am
ersten Pfingsttag nach der Auferstehung Christi wurde der heilige Geist über die
Jünger ausgegossen. Sehen wir nun, welche Rolle der heilige Geist im Leben der
neutestamentlichen Gemeinde spielte. So eröffnet sich uns ein tieferes
Verständnis für die Rolle, die er in unserem Leben spielen sollte.
- Vor seiner Himmelfahrt beauftragte Christus seine Jünger,
in alle Welt zu gehen und das Evangelium zu predigen. Doch auf welches wichtige
Ereignis sollten sie zunächst warten? Lukas 24, 47-49; Apostelgeschichte 1, 4-5.
- Was geschah mit den Jüngern Christi am Pfingsttag, etwa
zehn Tage nach seiner Himmelfahrt? Apostelgeschichte 2, 1-4.
- War diese Erscheinung das Ergebnis dessen, dass die
Jünger in eine emotionale Ekstase verfielen, oder war dies eine unerwartete
Handlung Gottes? Apostelgeschichte 2, 2.
- Waren die „Zungen", in denen die Jünger sprachen, ein
unverständliches Kauderwelsch oder waren es bekannte Fremdsprachen, die von
ihren Zuhörern verstanden und gesprochen wurden? Apostelgeschichte 2, 3-11.
- Sollten nur die zwölf ursprünglichen Apostel die Gabe des
heiligen Geistes erhalten, oder wurde er allen Gläubigen auf ihre Reue und Taufe
hin verhießen? Apostelgeschichte 2, 38-39.
- Hat Gott normalerweise die Gabe des heiligen Geistes
dadurch verliehen, dass seine Diener nach der Taufe die Hände auflegten?
Apostelgeschichte 8, 14-17; 19, 5-6.
- Wird der heilige Geist gegeben, um Gottes Diener zu
befähigen, seine Botschaft freimütig zu verkünden? Apostelgeschichte 4, 29-31.
- Welche drei wichtigsten Eigenschaften verleiht Gott durch
die Gabe des heiligen Geistes? 2. Timotheus 1, 7. (Anmerkung: Das griechische
Wort für Kraft ist dynamis und bedeutet in der Regel eine Wunder
bewirkende Macht. Zusätzlich zu dieser übernatürlichen Kraft gibt der Geist auch
Gottes Wesensart in uns – seine Liebe, wie wir in Römer 5, 5 lesen – und auch
eine gewisse geistliche Ausgewogenheit und Besonnenheit).
- Werden wir durch das Innewohnen des heiligen Geistes zu
einem Teil des geistlichen Leibes Christi? 1. Korinther 12, 13.
- Verleiht Gott durch seinen Geist eine Vielzahl
geistlicher Gaben und gibt er dabei verschiedenen Menschen verschiedene Gaben zu
verschiedenen Zeiten? 1. Korinther 12, 4-11.
- Bringt der innewohnende heilige Geist im Leben von
bekehrten Christen geistliche Frucht hervor? Galater 5, 22-25.
- Prophezeite Hesekiel in Erwartung eines Neuen Bundes,
dass Gott seinem Volk seinen Geist geben werde, damit es in seinen Geboten
wandelt? Hesekiel 36, 26-27.
- Befähigt uns der heilige Geist, Gott zu gehorchen? Römer
8, 1-10.12-14.
- Wird es durch den heiligen Geist geschehen, dass Gott
unsere sterblichen Leiber bei der Auferstehung in verherrlichte Geistkörper
verwandelt? Römer 8, 11.
Lektion 15, Teil 4
Ein heiliges Volk sein
Was ist der Unterschied zwischen Gottes Volk und den
Völkern dieser Welt? Was bedeutet es wirklich, ein heiliges Volk zu sein? Das
Konzept der Heiligkeit hängt sehr eng mit der Bedeutung des Pfingsttages
zusammen. Es ist wichtig, zu verstehen, was Gott mit den Erstlingsfrüchten
vorhat, die er berufen hat.
- Was für eine Art Volk sollte Israel, die Nation des
Bundes in Gottes Augen sein? 3. Mose 19, 2.
- Sollten sich die Israeliten in ihrem Verhalten von den
Nationen um sie herum unterscheiden? 3. Mose 18, 3-4.
- Warum war dies so wichtig? 3. Mose 18, 24-25.30.
- Was erwartet Gott von Christen unter dem Neuen Bund? Was
sollte unser Verhalten widerspiegeln? 1. Petrus 1, 14-16.
- Können Christen versuchen, sich möglichst gut der Welt um
sie herum anzupassen und Teil des Systems zu sein? Warum ist dieser Aspekt so
wichtig? 2. Korinther 6, 14-18.
- Soll das christliche Leben Reinheit und das Streben nach
Gottes heiligem und gerechtem Charakter reflektieren? 2. Korinther 7, 1.
- Wie sollen die Erstlingsfrüchte ihr Leben führen, nachdem
Gott sie aus dieser Welt herausberufen hat? Epheser 5, 1-8.
- Wird Gottes Volk zu einer neuen Kreatur in Christus? 2.
Korinther 5, 17.
- Soll Christus selbst sein Leben in uns leben? Galater 2,
20.
- Tut er dies durch den heiligen Geist, der den Christen
innewohnt? Römer 8, 9-10.
- Sollen wir die Kraft von Gottes Geist einsetzen, um die
Gelüste des Fleisches zu überwinden? Römer 8, 13-14.
- Hat Christus uns nicht von der Sünde losgekauft, damit
wir verwandelt werden und seinen gerechten Charakter haben können? 2. Korinther
5, 21.
- Ist unsere Heiligung – unsere Absonderung zum geheiligten
Leben – Gott wichtig? 1. Thessalonicher 4, 1-3.
- Wurde die Heiligung durch den heiligen Geist ermöglicht?
2. Thessalonicher 2, 13.
- Beinhaltet die geistliche Erneuerung, die sich bei der
Bekehrung vollzieht, dass Gott seine Gerechtigkeit und Heiligkeit in uns
erschafft? Epheser 4, 23-24.
- Wie soll sich das in unserem alltäglichen Leben
auswirken? Epheser 4, 25-32.
Die Gabe der Zungenrede – ein Beweis für
Bekehrung?
Einst war die Zungenrede das Erkennungszeichen von
Pfingstlergemeinden, doch inzwischen praktiziert auch eine wachsende Zahl
traditioneller Christen regelmäßig, was sie „Zungenreden" nennen. Viele
Charismatiker glauben, dass „ekstatisches Reden" der einzige Beweis sei, dass
sie Gottes Geist besitzen. Lassen Sie uns sehen, was Gott im Neuen Testament
dazu sagt. Müssen Christen in Zungen reden, um zu beweisen, dass sie Gottes
Geist besitzen?
Die erste beschriebene Erscheinung der Zungenrede fand am Pfingsttag statt
– auch als Fest der Erstlingsfrüchte bekannt –, einem der jährlichen Sabbate
Gottes (3. Mose 23). Die Jünger waren Christi Anweisung gefolgt und an diesem
speziellen heiligen Tag ein „einem Ort" in Jerusalem beieinander (Lukas 24, 49;
Apostelgeschichte 2, 1). „Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie
von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es
erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen
jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen
an, zu predigen in anderen Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen"
(Apostelgeschichte 2, 2-4). Es überrascht nicht, dass dieses schockierende
Ereignis die Aufmerksamkeit einer Menge von Juden auf sich zog, die sich in
Jerusalem aufhielten, um den Pfingsttag zu feiern. Diese Juden stammten „aus
allen Völkern unter dem Himmel" (Vers 5), einschließlich „Einwanderer aus Rom,
Juden und Judengenossen" (Vers 10).
Beachten Sie, dass JEDER die Jünger in seiner eigenen Sprache hörte
(Vers 6 gebraucht das griechische Wort dialektos, das einen „Dialekt"
oder eine „Sprache" bezeichnet), wie sie „von den großen Taten Gottes redeten"
(Vers 11). So wurde der Boden bereitet für die kraftvolle Predigt von Petrus –
die zur Taufe von 3000 neuen Jüngern führte (Apostelgeschichte 2, 14-41). Wie
Sie aus diesem Beispiel entnehmen können, war die Gabe der Zungenrede ein
herausragendes Zeugnis, aber kein Beweis für Bekehrung! Wir finden keinen
Hinweis, dass die 3000 neu Bekehrten in Zungen redeten, obwohl sie ebenfalls
die Gabe des heiligen Geistes empfingen (Apostelgeschichte 2, 38). Dies zeigt,
dass die Bekehrung nicht immer das „Reden in Zungen" beinhaltet.
Später gebrauchte Gott Petrus, um den Heiden das Heil zugänglich zu machen
und verwendete dabei die Gabe der Zungenrede. In Reaktion auf eine
bemerkenswerte Vision von Jesus unternahmen der Apostel Petrus und eine Gruppe
von Juden eine Tagesreise, um den heidnischen Hauptmann Kornelius in seinem Haus
zu besuchen. Als sie angekommen waren, begann Petrus, ihm das wahre Evangelium
Jesu Christi zu erklären, und dass sie durch den Glauben an Jesu Namen die
„Vergebung der Sünden" empfangen würden (Apostelgeschichte 10, 43). Als Petrus
so sprach, fiel der heilige Geist auf diejenigen, die die Botschaft hörten und
glaubten. Die jüdischen Gläubigen, die mit Petrus angereist waren, zeigten sich
erstaunt, dass die Gabe des heiligen Geistes über den Heiden ebenso ausgegossen
wurde, wie bei ihnen am Pfingsttag, „denn sie hörten, dass sie [die
Heiden – Kornelius, seine Familie und Freunde] in Zungen redeten und Gott hoch
priesen" (Verse 45-46). Beachten Sie, dass nur die Heiden in Zungen redeten.
Petrus und die Juden mussten diese Gabe nicht einsetzen, um den Heiden ihre
Bekehrung zu beweisen. Unter diesen besonderen Umständen gebrauchte Gott die
Gabe der Zungenrede, um zu zeigen, dass alle Nationen (Juden und Heiden) eine
Chance auf das Heil haben – dass Gott die Person nicht ansieht
(Apostelgeschichte 11, 15-17).
Im ersten Beispiel, am Pfingsttag, sprachen die Jünger in Zungen und viele
Ungläubige wurden zur Reue bewegt und bekehrt. Im Haus des Kornelius, dem
zweiten Beispiel, zweifelten die bereits bekehrten Juden, ob den Heiden
das Heil angeboten wurde, wie den Juden. Gott reagierte auf diesen Zweifel,
indem er die Gabe der Zungenrede auf den gesamten Haushalt des Kornelius
ausschüttete. In beiden Beispielen wurde die Gabe der Zungenrede als ein Zeichen
für Ungläubige gebraucht. Doch sie war nicht Bedingung, damit man zeigen oder
beweisen konnte, dass man den heiligen Geist besaß! In 1. Korinther 14 erklärt
der Apostel Paulus den Gebrauch und den eigentlichen Zweck der Zungenrede.
„Darum ist die Zungenrede ein Zeichen nicht für die Gläubigen, sondern
für die Ungläubigen" (1. Korinther 14, 22).
Wahre Christen sollten nach den besten Gaben streben – denen, die wirklich
eine tiefe Bekehrung widerspiegeln. Die größte geistliche Gabe ist die einer
göttlichen Liebe (1. Korinther 12, 31; 13, 13). Ohne diese Gabe sind sogar
Engelszungen nichts weiter als tönendes Erz oder eine klingende Schelle (1.
Korinther 13, 1).
Auch wenn die Gabe der Zungenrede gelegentlich als Zeichen der Macht Gottes
für andere Menschen gebraucht wurde, war es doch nie beabsichtigt, dass sie
der Beweis einer Bekehrung sein sollte. Vielmehr ist es ein Beweis für
die Gegenwart von Gottes Geist, wenn dieser Frucht im Leben des Gläubigen
hervorbringt (Galater 5, 22-23).
Gottes heiliger Geist ist der Geist der Kraft, der Liebe und der
Besonnenheit (2. Timotheus 1, 7). Er ist die Quelle wundersamer Erscheinungen
und Manifestationen der Macht Gottes. Auf wundersame Art in einer Sprache zu
sprechen, die man nie gelernt hat, Wunderheilungen und andere übernatürliche
Zeichen sind alles Zeichen der Macht unseres Schöpfers und dessen, was er durch
das Leben der wahren Gläubigen erreichen kann. Diese geistliche Kraft wird
ausgegossen nach Gottes Zielsetzung, den Bedürfnissen der jeweiligen Zeit und in
dem Maße, wie die Gläubigen wirklich Gott nahe stehen und demütig Tag für Tag
mit ihm wandeln.
Neben der Kraft verleiht Gottes Geist auch seine göttliche Liebe (Römer 5,
5). Diese Liebe befähigt uns, das göttliche Gesetz zu erfüllen – wirklich Gott
von ganzem Herzen zu lieben und unseren Nächsten zu lieben, wie uns selbst.
Unsere eigene, menschliche Willenskraft reicht nicht aus, um wirklich Gottes
Gesetz in seiner geistlichen Bedeutung einzuhalten, aber sein heiliger Geist
befähigt uns dazu. Hesekiel 36, 26-27 erklärt, dass dies einer der Gründe ist,
weshalb Gott uns seinen Geist verleiht.
Gottes Geist ist auch der Geist der Besonnenheit. Er ist nicht Quelle
wilder, unkontrollierter, emotionaler Ausbrüche, wie man sie in so vielen
charismatischen Kreisen erlebt. Vielmehr gibt Gottes Geist uns Besonnenheit,
eine innere Ausgeglichenheit und Selbstkontrolle. Er befähigt den Gläubigen, die
Prinzipien des Wortes Gottes zu verstehen und im täglichen Leben anzuwenden. Das
feiern die Christen jedes Jahr an Pfingsten – die Gabe des heiligen Geistes und
den Beginn der neutestamentlichen Kirche.
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