



















|

Bibelfernlehrgang

Lektion 16 - Die Herbstfestzeit:
Gottes Volk wird zur Herrlichkeit geführt!
| Chefredakteur | Roderick C. Meredith |
| Redaktionsdirektor | Richard F. Ames |
| Redaktion | William Bowmer Gary F.
Ehman |
| Autoren | John H. Ogwyn Daniel Hall |
| Französische Ausgabe | Dibar Apartian |
| Spanische Ausgabe | Mario Hernandez |
| Grafische Gestaltung | Donna Prejean |
| Korrekturlesung | Sandy Davis Linda
Ehman |
| Nachrichtenbüro | June Olsen |

Der Welt von Morgen – Bibelfernlehrgang hat keinen Bezugspreis.
Seine Verbreitung wird durch Zehnten und Opfer der Mitglieder der Living Church
of God und anderer ermöglicht, die freiwillig Mitarbeiter im Werk der
Verkündigung von Gottes wahrem Evangelium an alle Nationen wurden.
Alle Bibelzitate in dieser Lektion sind, sofern nicht anders
vermerkt, der revidierten Lutherübersetzung von 1984 entnommen. Copyright © 1985
Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.
Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang wird herausgegeben von der Living Church
of God, P.O. Box 3810, Charlotte NC, 28227-8010, USA.
Copyright © 2005 Living Church of God ®. Alle Rechte
vorbehalten.
Fernlehrgang ist aktuell
„Ich lese gerne Ihre Broschüren, die Zeitschrift
Tomorrow’s World und den Bibelfernlehrgang. Alle religiösen
Veröffentlichungen Ihrer Organisation sind aktuelles und hervorragendes
Material. Seitdem ich Ihre Publikationen erhalte, hat sich mein Wissen und
Verständnis der heiligen Bibel vergrößert. Ihr Bibelfernlehrgang ist der beste
Bibelfernlehrgang, den ich bisher studiert habe."
C.S., Copperas Cove, TX, USA
Wahrheiten und Prophezeiungen klarer
„Ich habe Ihre Fernsehsendung gesehen und viele Ihrer
Broschüren gelesen und studiert. Auch erhalte ich die Zeitschrift Tomorrow’s
World und bin in der zweiten Phase ihres Bibelfernlehrgangs. Ich war ein
aktives Mitglied der [Kirchenname ausgelassen], besuche aber jetzt nicht mehr
deren Versammlungen wegen der Unterschiede in der Lehre bezüglich der heiligen
Tage und der Endzeitprophezeiungen. Gott hat mich geleitet, viele Ihrer Lehren
zu studieren. Viele Wahrheiten haben sich mit eröffnet und Prophezeiungen sind
nun klarer."
A.P., New London, CT, USA
Bibelverständnis viel klarer
„Ganz herzlichen Dank für den Bibelfernlehrgang. Ich muss
mich sehr bemühen, um die Antworten auf die Testfragen zu finden, da Englisch
meine dritte Sprache ist. All Ihre Kassetten, die Zeitschrift Tomorrow’s
World, Briefe, Broschüren und Videos sind das Wichtigste für meine Familie
und für Gottes Werk. Ihre Lehren und besonders der Bibelfernlehrgang machen das
Bibelverständnis viel klarer als andere Studienhefte, die ich zuvor bezogen
habe."
M.P.S., Thailand
Lese die Bibel mehr
„Ich möchte Ihnen sagen, wie sehr mir Ihre Broschüren und
dieser Bibelfernlehrgang gefallen. Ich möchte Ihnen dafür danken. Ich bin eine
72-jährige Frau. Diesen Fernlehrgang mitzumachen hat mich bewegt, meine Bibel
mehr zu lesen."
M.R., Denham Springs, LA, USA
Zum Titelbild: Die Herbstfestzeit lehrt Christen den
Plan Gottes für die Menschheit und offenbart den Zweck, für den der Mensch
erschaffen wurde. Nachdem Christus zurückgekehrt ist, wird die Welt unter seiner
tausendjährigen Herrschaft erblühen und alle Menschen werden die Chance haben,
die Wahrheit zu lernen und ihn als ihren Herrn und Erlöser anzunehmen.
Die Herbstfestzeit: Gottes Volk wird zur
Herrlichkeit geführt!
Die Welt, in der wir leben, ist erfüllt von Schmerz und
Leid. Von dem schmerzvollen Leid und traumatischen Erlebnissen Einzelner bis hin
zu Krisen, die ganze Nationen erschüttern, gibt es in unserer Welt keinen Mangel
an Problemen. Der Apostel Paulus verglich in Römer 8 die Welt und ihre
gegenwärtigen Leiden mit einer Frau in den Wehen. Er sagte, die gesamte
Schöpfung befinde sich in „Geburtswehen" und sehne sich nach der Erscheinung des
Sohnes Gottes.
Die Herbstfesttage, die im siebten Monat des heiligen Kalenders Gottes
liegen, konzentrieren sich auf die Erfüllung der Hoffnung, die Gott den Menschen
gegeben hat. Sie versinnbildlichen eine zukünftige Zeit, in der Gottes Volk
Unsterblichkeit erlangt und zur Herrlichkeit geführt wird. Die meisten Menschen,
die sich zum Christentum bekennen, verstehen diesen großen Zweck nicht, den Gott
hier für alle Menschen verfolgt. Die meisten glauben, dass jetzt die einzige
Gelegenheit besteht das Heil zu erlangen und müssen daher zu dem Schluss kommen,
dass die große Mehrheit aller Menschen für immer verloren ist. Doch während wir
Gottes Plan untersuchen, wie er in seinen Herbstfesttagen offenbart ist, werden
wir sehen, dass Gott sich nicht in einem verzweifelten Wettstreit mit dem Teufel
befindet, der darüber entscheidet, ob die Welt gerettet wird oder verloren geht.
Vielmehr hat Gott alles unter Kontrolle und hat von Anfang an das Ende
und Ergebnis seines großen Plans erklärt.
Der Schöpfer gebrauchte die Erntezeiten im altertümlichen Israel, um seine
geistlichen Ernten der Menschen zu versinnbildlichen. Das landwirtschaftliche
Jahr begann im Frühling mit dem Monat Abib, was so viel bedeutet wie „grüne
Ohren" und einen an die frischen, grünen Knospen im Frühling erinnert. Das
Passah und die Tage der ungesäuerten Brote finden in diesem Monat statt und
rufen uns die Notwendigkeit eines geistlichen Neuanfangs in Erinnerung.
Sieben Wochen später – zum Ende des Frühlings, direkt vor dem Sommer –
kommt das Pfingstfest, bei dem die Vollendung der frühen Getreideernte gefeiert
wird. Zu Zeiten des Alten Testaments wurde es häufig auch Fest der
Erstlingsfrüchte genannt. Pfingsten erinnert uns daran, dass das gegenwärtige
Kirchenzeitalter nur die Herausberufung von geistlichen Erstlingsfrüchten
beinhaltet, und sicher nicht die Gesamtheit der geistlichen Ernte Gottes.
Die Herbstfestzeit besteht dann aus dem Posaunenfest, dem Versöhnungstag,
dem Laubhüttenfest und dem letzten, großen Tag. Beginnend mit dem ersten Tag des
siebten Monats, dem Tag, der in 3. Mose 23 „Gedächtnistag unter Posaunenklang"
genannt wird (Vers 24; Schlachter-Übersetzung), offenbaren diese Tage eine
Abfolge von Endzeitereignissen, die eintreten, wenn Gott am Ende dieses
Zeitalters in das Weltgeschehen eingreift. Das Buch der Offenbarung zeigt, dass
sieben übernatürliche Posaunen erklingen, die Gottes Eingreifen verkünden. Die
siebte und letzte Posaune signalisiert die Auferstehung der gestorbenen
Gerechten, die, zu Unsterblichkeit erweckt, mit Christus regieren werden.
Das große Fest des siebten Monats – das Laubhüttenfest – war zu Zeiten des
Alten Testaments auch als Fest der Lese bekannt. Es fand an einem wesentlichen
Wendepunkt im landwirtschaftlichen Jahreszyklus statt, als die Ernte der
Sommermonate in Scheunen gebracht wurde, um sie vor dem schlechten Wetter zu
schützen, das im Spätherbst kam. Dies war der Höhepunkt des Erntezyklus, der im
Frühling begonnen hatte. Gottes große, geistliche Ernte – die Zeit, in der die
große Mehrheit der Menschen in seine Familie gebracht werden wird – findet in
der Zukunft statt, wie es die Herbstfeste sinnbildlich darstellen.
Offenbarung 20 gibt uns einen „geschichtlichen Ablauf" für den Rest der
Herbstfeste. Dieses Kapitel zeigt, dass Satan in einem „Abgrund" eingeschlossen
wird, bevor Christus und die auferstandenen Heiligen für 1000 Jahre über die
Nationen regieren. Am Ende dieser 1000 Jahre wird Satan für eine kurze Zeit
losgelassen und dann für immer entfernt. Dann lesen wir, dass direkt danach der
Rest der Toten wieder zum Leben erweckt wird, und Bücher sowie das Buch des
Lebens werden vor ihnen aufgetan. – Das bedeutet, dass ihnen zum ersten Mal das
Verständnis für die Bücher der Bibel eröffnet wird. Die Menschen werden dann
entsprechend ihrer Reaktion auf dieses offenbarte Wissen beurteilt, und so
werden alle die Gelegenheit haben, Gottes Wege kennen zu lernen und in seine
Familie zu gelangen. Offenbarung 21 und 22 beschreiben schließlich einen neuen
Himmel und eine neue Erde, in der Gott der Vater und Christus für immer inmitten
ihrer Familie sind.
Gott hat einen großen Plan und Zweck, der jeden einzelnen Menschen mit
einschließt, der jemals gelebt hat. Die meisten Menschen, die sich zum
Christentum bekennen, nehmen an, dass Gottes Heilsplan nur diejenigen
einschließt, die durch Zufall in einer Zeit und an einem Ort geboren wurden, wo
sie das Evangelium hören konnten. Doch wie wir in dieser Lektion sehen werden,
ist das nicht der Fall. Gottes Plan sieht eine Zeit vor, in der alle
zur Erkenntnis der Wahrheit kommen und eine Chance haben, Gottes Herrlichkeit zu
ererben. Die Herbstfestzeit ist wirklich eine Zeit der Hoffnung und
Herrlichkeit.
Lektion 16, Teil 1
Posaunenblasen zum Gedenken
Das erste Herbstfest ist der Posaunentag. In 3. Mose 23
gibt Gott seinem Volk die Anweisung für ein „Posaunenblasen zum Gedächtnis". Was
stellen diese Posaunen dar und warum sollten wir ihrer Jahr für Jahr gedenken?
Dieses Fest versinnbildlicht den Beginn der ereignisreichsten Zeit in der
Menschheitsgeschichte. Studieren wir die Schrift, um seine Bedeutung klar zu
verstehen.
- Wies Gott Israel im Altertum an, ein Gedenken mit
Posaunenblasen am ersten Tag des siebten Monats nach seinem heiligen Kalender zu
feiern? 3. Mose 23, 24.
- Sollte dies ein jährlicher Sabbat sein – eine Tag mit
heiliger Versammlung, an dem keine gewöhnliche Arbeit getan werden sollte? 3.
Mose 23, 24-25.
- Wurde das Posaunenblasen im altertümlichen Israel oft mit
Krieg in Verbindung gebracht? 4. Mose 31, 6; Richter 7, 19-20.
- Sollte ein Wächter die Posaune blasen und damit Alarm
schlagen, wenn Gefahr drohte? Hesekiel 33, 1-6.
- Wird der Tag des Herrn der Welt mit Posaunenschall
signalisiert? Joel 2, 1.
- Ist der Tag des Herrn die Zeit, in der Gott in eine
eigensinnige Welt eingreift und sie zurechtweist? Joel 1, 15.
- Offenbarung 5 und 6 beschreiben eine Schriftrolle, die
mit sieben Siegeln versiegelt ist und die die Geschichte der Endzeitereignisse
enthält. In einer Vision sah der Apostel Johannes, wie Christus im Himmel die
Siegel der Schriftrolle nacheinander öffnete. Während jedes Siegel geöffnet
wurde, „sah" er die Ereignisse, die der Prophezeiung nach folgten. Gibt es
große, Furcht erregende Zeichen am Himmel, wenn das sechste Siegel geöffnet
wird? Offenbarung 6, 12-16. Wird der große Tag des Zorns Gottes beginnen,
nachdem das sechste Siegel geöffnet wurde? Offenbarung 6, 17.
- Der Tag des Zorns Gottes, der auch der Tag des Herrn
genannt wird, folgt nach der Öffnung des siebten Siegels. Was sah Johannes in
seiner Vision, als das siebte Siegel geöffnet wurde? Offenbarung 8, 1-8.
- Welche schrecklichen Naturkatastrophen geschehen, als die
ersten vier der sieben Engel ihre Posaune blasen? Offenbarung 8, 7-12.
- Werden gewaltige Kriege entfesselt, als die fünfte und
sechste Posaune erschallen? Offenbarung 9, 1-21.
- Signalisiert das Erschallen der siebten Posaune die Zeit,
in der die Reiche dieser Welt unter Christi direkte Herrschaft kommen werden?
Offenbarung 11, 15. Werden die Diener Gottes in dieser Zeit ihren Lohn
empfangen? Offenbarung 11, 18. Werden die sieben letzten Plagen sich ergießen,
nachdem die siebte Posaune erschallt ist? Offenbarung 15, 1; 16, 1.
- Was wird mit dem Volk Gottes geschehen, wenn die siebte
und letzte Posaune erschallt ist? 1. Korinther 15, 52-53; 1. Thessalonicher 4,
13-17.
Ein zukünftiges Posaunenblasen
Die beeindruckendste Serie von Ereignissen in der
Geschichte der Menschheit wird durch das Blasen von Posaunen durch Engel
eingeläutet. Diese dramatische Erscheinung wird noch zu Lebzeiten vieler
geschehen, die diese Lektion jetzt studieren. Worum geht es bei diesem
Posaunenblasen, wann wird es stattfinden und was bedeutet es für wahre Christen?
Offenbarung 8 und 9 enthalten die meisten Informationen über die ersten
sechs Posaunen; Kapitel 10 und 11 geben uns zusätzliche Informationen über die
siebte Posaune. Auch andere Schriftstellen beschreiben diese Zeit, besonders die
Zeit der siebten und letzten Posaune. Ein Verständnis dieser Posaunen und wo
diese in den Ablauf endzeitlicher Prophezeiungen passen, ist notwendige
Voraussetzung, um die Abfolge von Ereignissen im Buch der Offenbarung zu
verstehen.
Offenbarung 4 beschreibt, wie der Apostel Johannes in einer Vision zu dem
Himmel gebracht wurde, wo Gott sich aufhält. Dort sah er Gott den Vater auf
seinem Thron umringt von seinem himmlischen Hofstaat. Offenbarung 5 berichtet
dann, dass Johannes eine Schriftrolle in der Hand Gottes sah, die auf beiden
Seiten beschrieben und mit sieben Siegeln verschlossen war. Später wurde
Johannes erklärt, dass das Lamm Gottes – Jesus Christus – der Einzige im Himmel
und auf Erden sei, der würdig war, diese Siegel zu öffnen. In Offenbarung 6 wird
dann das Öffnen der ersten sechs Siegel beschrieben. Mit jedem geöffneten Siegel
sah Johannes eine symbolträchtige Vision, die ein prophetisches Ereignis
darstellte. Für jedes der ersten vier Siegel sah Johannes einen Reiter, der auf
einem Pferd ritt. Wie wir bereits in Lektion 3 dieses Fernlehrgangs gesehen
haben, stellt das weiße Pferd falsche Propheten dar, das rote Pferd steht für
Kriege, das schwarze Pferd repräsentiert Hungersnot und das fahle Pferd
versinnbildlicht mit seinem Reiter eine künftige Zeit der Seuchen und des Todes.
Als dann das fünfte Siegel gebrochen wurde, sah Johannes, dass es auch ein
endzeitliches Martyrium der Heiligen geben wird. Andere Schriftstellen nennen
dies die Zeit der großen Bedrängnis. Das Öffnen des sechsten Siegels ging mit
einer dramatischen Vision himmlischer Zeichen einher, die Wegbereiter sind für
den Tag des Herrn (Offenbarung 6, 12-17; vgl. Matthäus 24, 29).
Kapitel 7 beschreibt ein Ereignis, das nach den himmlischen Zeichen des
sechsten Siegels eintritt, noch vor der Öffnung des siebten Siegels in
Offenbarung 8,1. Dieses Ereignis ist die Versiegelung der 144.000 aus allen
Stämmen Israels, die dann vor den Plagen und Katastrophen am Tag des Herrn
geschützt werden. Nachdem Johannes erfahren hatte, dass diese 144.000
Erstlingsfrüchte für den Schutz durch Gott abgesondert wurden, wurde ihm eine
begleitende Vision gezeigt – der „Rest der Geschichte". Er sah die Erlösten, wie
sie am Ende von Gottes Heilsplan vor dem Thron Gottes standen.
Offenbarung 8, 1-2 zeigt, dass das siebte Siegel aus den sieben Posaunen
besteht, einer Zeit, die auch Tag des Herrn oder die Zeit des Zornes Gottes
genannt wird. Sie repräsentieren Gottes endzeitliche Züchtigung der rebellischen
Nationen, die weiterhin die Warnungen ignorierten, die Gottes wahre Diener ihnen
überbrachten. Offenbarung 8 beschreibt in Symbolen die Ereignisse, die
geschehen, als die ersten vier Engel ihre Posaunen blasen. Ein großer Teil der
Vegetation der Erde einschließlich eines Drittels der Bäume verbrennt nach dem
Erschallen der ersten Posaune. Die zweite Posaune kündigt massive Zerstörung in
den Weltmeeren an. Dadurch stirbt ein Drittel aller Meerestiere und ein Drittel
aller Schiffe auf den Meeren wird zerstört. Die dritte Posaune signalisiert die
Verunreinigung von einem Drittel der Frischwasservorräte und die vierte Posaune
kündigt kosmische Störungen an, durch die der empfundene Tagesrhythmus
beeinflusst wird.
Offenbarung 9 beschreibt das Erschallen der fünften und sechsten Posaune.
Diese fünfte und sechste Posaune signalisieren eine Freisetzung bislang
zurückgehaltener Aktivitäten von Dämonen, wodurch der Menschheit massive
Verwüstungen zugefügt werden. Nach dem Erschallen der fünften Posaune bläst die
Macht des Tieres zum Generalangriff, um den Osten völlig zu unterwerfen und die
Welt zu kontrollieren. Die sechste Posaune symbolisiert dann den Gegenschlag der
Nationen aus dem Osten, der wahrscheinlich mit Nuklearwaffen erfolgt, durch die
ein Drittel der Menschheit stirbt.
Das Ertönen der siebten Posaune, das in Offenbarung 11, 15 erwähnt ist,
wird Gottes finales Eingreifen ankündigen. Es signalisiert die Rückkehr Jesu
Christi, Gottes Zeit des Richtens, die Bezwingung der Nationen und die
Auferweckung der Heiligen zur Unsterblichkeit. Auch die Ausgießung der sieben
letzten Zornesschalen wird darin angekündigt, durch die eine rebellische
Menschheit die sieben letzten Plagen treffen (Offenbarung 16). Diese letzten
sieben Plagen treten in Erscheinung, nachdem die siebte Posaune geblasen wurde
und bevor Satan gebunden und entfernt wird (was in Offenbarung 20, 1-3
beschrieben ist).
Das Erschallen der sieben himmlischen Posaunen stellt eine schrittweise
Ankündigung der Ereignisse dar, die während der Zeit des Zornes Gottes, dem Tag
des Herrn eintreten – im letzten Jahr der Herrschaft der Menschen unter dem
Einfluss Satans. Diese gesamte Zeitspanne des Eingreifens Gottes, die in der
Rückkehr Jesu Christi zur Zeit der letzten Posaune ihren Höhepunkt findet (vgl.
1. Korinther 15, 1; 1. Thessalonicher 4) wird durch unsere jährliche Feier des
Posaunentags sinnbildlich dargestellt.
Diese Serie von Endzeitereignissen könnte durchaus an einem Posaunentag
beginnen und enden, ebenso wie frühere Ereignisse an den Festtagen ihre
Erfüllung fanden, die diese Ereignisse versinnbildlichten. In jedem Fall aber
ist der Posaunentag eine jährliche Erinnerung an Gottes bevorstehendes
Eingreifen in das Weltgeschehen und an die Zeit, wenn die Heiligen endlich
Unsterblichkeit erlangen und zur Herrlichkeit geführt werden!
Lektion 16, Teil 2
Der Versöhnungstag
Nach dem Posaunentag am ersten Tag des siebten Monats
folgt am zehnten Tag des siebten Monats der Versöhnungstag. Er steht
sinnbildlich für eines der bedeutendsten Ereignisse in Gottes Plan – eines
Ereignisses, das die meisten Menschen nicht begreifen, die sich als Christen
bezeichnen. Während alle anderen heiligen Tage als Festtage eingehalten werden,
ist dieser Tag ein Fastentag. Warum ist das so? In diesem Abschnitt werden wir
nicht nur betrachten, wie Gottes Volk den Versöhnungstag in unserer Zeit begehen
soll, sondern auch, welche Bedeutung dieser Tag in Gottes Plan wirklich hat.
- Welcher besondere Tag soll am zehnten Tag des siebten
Monats in Gottes Kalender eingehalten werden? 3. Mose 23, 27.
- Ist dies ein Tag, an dem wir fasten und keinerlei Arbeit
tun sollen? 3. Mose 23, 27.29-31.
- Ist es für Gott sehr wichtig, dass wir seinen Anweisungen
im Bezug auf diesen Tag folgen? 3. Mose 23, 29 (vgl. rev. Elberfelder
Übersetzung).
- Wie erniedrigte David seine Seele? Psalm 35, 13.
(Anmerkung: Das hebräische Wort, das in manchen Übersetzungen mit „seine Seele
erniedrigen" bzw. „sich demütigen" wiedergegeben wird, bezieht sich auf das
Fasten).
- Was schließt das Fasten ein? Bedeutet es, dass man weder
isst noch trinkt? Ester 4, 16.
- Sollte der Hohepriester im Israel des Altertums einmal
jährlich eine Entsühnung für das Volk erwirken? Wann sollte das geschehen? 3.
Mose 16, 29-30.34.
- Sollten an diesem Tag zwei Ziegenböcke vor die Tür der
Stiftshütte (später zum Tempel) gebracht werden? 3. Mose 16, 5.7.
- Wurde das Los geworfen, um zu bestimmen, welcher
Ziegenbock welche Rolle in der Opferhandlung spielen sollte? 3. Mose 16, 8.
- Was geschah mit dem Ziegenbock, der für Jahwe erwählt
wurde? 3. Mose 16, 9.15. (Anmerkung: Der Ziegenbock, der für Jahwe erwählt
wurde, war ein „Typus" – ein Sinnbild und Hinweis auf Jesus Christus, der sich
selbst für die Sünden der Welt geopfert hat. Der Hohepriester, der das Opferblut
vor den Gnadenthron brachte, war ein „Typus" des auferstandenen Christus, der
vor dem Thron Gottes angenommen wurde, vgl. Hebräer 9, 24-26).
- Was geschah mit dem Ziegenbock, auf den das Los für
Asasel fiel? 3. Mose 16, 10.21-22. (Anmerkung: „Sündenbock" und „in die Wüste
schicken" sind im deutschen Sprachgebrauch inzwischen sprichwörtlich. Sie haben
hier ihren Ursprung. Das Wort Asasel wird in manchen jüdischen Übersetzungen wie
ein Eigenname behandelt und bezieht sich auf Satan).
- Wird Satan, der Urheber der Sünde, letztlich durch einen
mächtigen Engel ergriffen und weggeführt, damit er die Menschheit nicht mehr
verführen kann? Offenbarung 20, 1-3. Zeigt der Textzusammenhang in Offenbarung
20, dass dies kurz nach Christi Rückkehr geschehen wird, die – wie wir in Teil 1
dieser Lektion gesehen haben – mit dem Posaunentag verknüpft ist? (Anmerkung: In
der Zeremonie, die jedes Jahr am Versöhnungstag durchgeführt wurde, ist der
Ziegenbock, der für Jahwe erwählt wurde, als Sündopfer dargebracht worden,
während über dem Ziegenbock, auf den das Los für Asasel fiel, die Sünden der
Nation bekannt wurden, bevor er an einen verlassenen Ort abseits menschlicher
Siedlungen geführt wurde).
- War Hochmut die Sünde, die Luzifer ursprünglich zu Satan
werden ließ? Jesaja 14, 12-14; Hesekiel 28, 17. Wenn wir am Versöhnungstag
unsere Seelen durch Fasten erniedrigen, zeigen wir dadurch unsere Ablehnung
dessen, der „König über die Söhne des Stolzen" genannt wird (vgl. Hiob 41, 26;
rev. Elberfelder Übersetzung und Fußnote; Anmerkung: Wenn wir Jesaja 27, 1 und
Offenbarung 12, 9 miteinander vergleichen, stellt sich heraus, dass Leviathan
als ein Sinnbild für Satan den Teufel verwendet wird).
Die Asasel-Zeremonie und ihre Bedeutung
3. Mose 16 beschreibt ein spezielles Ritual, das die
Israeliten im Altertum jedes Jahr am Versöhnungstag nach Gottes Anweisungen
durchführen sollten. Diese Zeremonie zu verstehen, die von den Hohepriestern
vollzogen wurde, leistet einen entscheidenden Beitrag zu unserem Verständnis
dieses heiligen Tages.
Die meisten Menschen, die sich zum Christentum bekennen, gehen davon aus,
dass es einen „großen Kampf" zwischen Gott und dem Teufel gibt. Sie stellen sich
vor, dass Gott und Satan um die Seelen der Menschen kämpfen. Wenn dies
tatsächlich der Fall wäre, dann müssten wir eingestehen, dass der Teufel gewinnt
– haushoch! Doch es gibt keinen solchen Kampf; wenn Jesus Christus in ein paar
Jahren zur Erde zurückkehrt, wird er dafür sorgen, dass Satan der Teufel
gebunden und entfernt wird, damit er die Nationen nicht länger verführen kann.
Wenn dies erledigt ist, wird er die Welt wirklich retten. Das Binden des Satans
durch Christus in Offenbarung 20, 1-3 wird in einer Zeremonie dargestellt, die
in 3. Mose 16 beschrieben ist.
In 3. Mose 16 wird Aaron angewiesen, zwei Ziegenböcke auszuwählen und sie
am Versöhnungstag vor die Tür der Stiftshütte zu bringen. Dort sollte durch das
Los ein Bock für Jahwe ausgewählt werden und der andere für Asasel. Der Bock,
auf den das Los für Jahwe fiel, sollte dann geopfert werden. Der Hohepriester
sollte dessen Blut in das Allerheiligste bringen und den Gnadenthron damit
besprengen zur Entsühnung für Israel. Anschließend sollte der Hohepriester seine
Hand auf den Kopf des Bocks für Asasel legen und über ihm alle Sünden der Nation
bekennen. Ein geeigneter Mann, den der Hohepriester auswählte, sollte dann
diesen Ziegenbock in einer unbewohnten Wildnis freilassen.
Wer oder was ist Asasel? Der Begriff „Sündenbock", der in manchen
Übersetzungen gebraucht wird und sich in unserem Sprachgebrauch erhalten hat,
ist in gewisser Weise irreführend, weil damit jemand gemeint ist, dem zu Unrecht
die Schuld gegeben wird, um von den wahren Schuldigen abzulenken. Das
verschleiert aber die wahre Bedeutung dieser alten Zeremonie.
Die jüdische Tradition identifiziert Asasel mit einem gefallenen Engel – es
ist ein anderer Name für Satan. Dies passt zu der in 3. Mose 16 beschriebenen
Zeremonie und ihrer Erfüllung in Offenbarung 20. Der Ziegenbock, der für Jahwe
ausgewählt wurde, repräsentiert Jesus Christus, dessen vergossenes Blut die
Strafe für die Sünden der Menschheit bezahlt hat. So wie der geopferte
Ziegenbock Christus darstellt, der sich für uns geopfert hat, repräsentiert dann
der Hohepriester den auferstandenen Jesus Christus, der vor den Vater tritt und
ihm sein Blut vor den Gnadenthron bringt, wo sein Opfer angenommen wird. Das ist
jedoch noch nicht das Ende der Geschichte. Während Jesus Christus die
Todesstrafe für die Sünden der Menschen bezahlt hat, erfordert Gottes
Gerechtigkeit, dass der Urheber der Sünde seinen Teil der Schuld trägt. Der
Priester, der seine Hand auf den Kopf des lebenden Bocks legt und über ihm die
Sünden der Nation bekennt, symbolisiert, wie dem die Schuld auferlegt wird, der
diesen Anteil an der Schuld verantwortlich ist – Satan.
Die Bibel zeigt, dass Satan einst ein großer Cherub war, der ursprünglich
sogar bei Gottes Thron gewesen ist (vgl. Jesaja 14, 12-15; Hesekiel 28, 11-17).
Er wurde voller Schönheit und Weisheit erschaffen und hatte einen wichtigen
Anteil an Gottes Regierung. Doch dann wurde dieses mächtige Wesen, das als
Luzifer („Lichtbringer") bekannt war, von Hochmut verdorben und führte ein
Drittel aller Engel in eine Rebellion, bei der er versuchte, den Himmel zu
übernehmen und Gottes Stelle einzunehmen. Als er auf die Erde geworfen wurde,
erhielt er einen neuen Namen, Satan („Widersacher"), und die gefallenen Engel,
die ihm gefolgt waren, wurden als Dämonen bekannt. Durch Satans Rebellion wurde
die Erde wüst und leer. In sechs Tagen erschuf Gott die Oberfläche der Erde neu
und schuf so die Welt für den Menschen. Der Schöpfer setzte zwei Menschen, die
nach seinem Bilde erschaffen waren, in den Garten Eden und lehrte sie seine
Wege. Doch er erlaubte auch Satan den Zutritt zu diesem Garten und ließ zu, dass
die Menschen, Adam und Eva, von ihm verführt wurden und sich gegen Gott
versündigten.
Menschen wurden als sterbliche Wesen erschaffen, damit sie Lektionen lernen
können und die Freiheit haben, sich ihrem Schöpfer unterzuordnen. Gott hat
Vorkehrungen für eine Versöhnung getroffen, die wegen der Sünden der Menschen
notwendig wurde. Diesen Plan hatte Gott von Anfang an. Doch dies kann nicht
verharmlosen, was Satan getan hat. Letztlich muss er für all die Schmerzen und
Leiden zur Verantwortung gezogen werden, die durch die Sünde hervorgerufen
wurden. Seine hochmütige Rebellion gegen Gott war die Wurzel der Probleme der
Menschen. Deshalb lesen wir in Offenbarung 20, dass Christus nach seiner
Rückkehr und der Unterwerfung einer rebellischen Menschheit einen mächtigen
Engel senden wird, um Satan in einen Abgrund zu sperren – einen leeren,
verlassenen Ort, von dem aus es ihm nicht möglich sein wird, die Menschen für
die folgenden 1000 Jahre unter der Herrschaft Christi zu beeinflussen.
Die altertümliche Zeremonie am Versöhnungstag bot einen Ausblick auf ein
Schlüsselereignis in Gottes Plan, durch das der Weg für das Millennium unter
Christi Herrschaft bereitet wird, welches durch das Laubhüttenfest
versinnbildlicht wird. Das verdecken der menschlichen Sünden wird vollendet,
indem der Urheber der Sünde und Verführer der Menschheit endgültig entfernt
wird. Dieses wichtige Ereignis wird den drastischen Gegensatz zwischen den 6000
Jahren menschlicher Missherrschaft unter Satans Einfluss und den folgenden 1000
Jahren der Herrschaft Christi ohne Satans Einfluss deutlich machen.
Lektion 16, Teil 3
Das Laubhüttenfest
Das siebentägige Laubhüttenfest ist einer der Höhepunkte
im Verlauf des Jahres, auf den sich Gottes Volk das ganze Jahr freut und
vorbereitet. Dieses Herbstfest symbolisiert eine Zeit, wenn alle Nationen Gott
und seine Wege kennen lernen. Viele biblische Prophezeiungen handeln von dieser
herrlichen Zeit. In diesem Abschnitt werden wir sehen, was die Bibel über die
Bedeutung des Laubhüttenfests offenbart.
- Welche Anweisungen gab Gott den Israeliten im Altertum
hinsichtlich des 15. Tags im siebten Monat? 3. Mose 23, 34. Wie lange sollte
dieses Fest andauern?
- Wurde dieses Fest am Ende der Erntezeit gefeiert? 3. Mose
23, 39.
- Wo sollte Israel in der Zeit dieses Festes leben? 3. Mose
23, 42. (Anmerkung: „Laubhütte" ist die Übersetzung des hebräischen sukkah
und bedeutet im Allgemeinen „Laubhütte" oder „Stiftshütte" – also eine
vorübergehende Wohnstätte).
- In Teil 2 dieser Lektion sahen wir den Zusammenhang
zwischen dem Versöhnungstag und dem Binden des Satans. Was folgt in Gottes Plan
als Nächstes, nachdem Satan gebunden wurde? Offenbarung 20, 4. (Anmerkung: Diese
Erwähnung einer tausendjährigen Herrschaft Christi und der Heiligen ist der
Ursprung des Begriffs „Millennium", der einfach das lateinische Wort für 1000
beinhaltet).
- Wenn Christus kommt, um die rebellischen Nationen zu
unterwerfen, wird er dann buchstäblich auf dem Ölberg nahe Jerusalem stehen?
Sacharja 14, 4. Welche Rolle wird er nach seiner Rückkehr zur Erde haben?
Sacharja 14, 9.
- Werden alle Nationen einschließlich der Heiden während
der Herrschaft Christi das Laubhüttenfest feiern? Sacharja 14, 16. Werden die
Nationen, die sich weigern, zum Laubhüttenfest zu kommen, von Gott gezüchtigt
werden? Sacharja 14, 17-19.
- Hat Christus selbst das Laubhüttenfest gefeiert und
andere gelehrt, es ebenfalls zu tun? Johannes 7, 2-10. Konzentrierte sich Jesu
Botschaft in dieser Zeit auf ein gerechtes Richten? Johannes 7, 24.
- Welche Eigenschaften werden die Regierung während des
Millenniums charakterisieren, wenn Christus über die ganze Welt regiert? Jesaja
32, 1.
- Christus sprach über dasselbe Thema, als er beim
Laubhüttenfest lehrte, wie in Johannes 7 geschrieben steht. Welche Ergebnisse
wird eine solche Regierung erzielen? Jesaja 32, 17-18.
- Wird während der 1000-jährigen Herrschaft Christi, die
das Laubhüttenfest versinnbildlicht, der Geist des Wettbewerbs und der Gewalt
durch eine völlig andere Einstellung ersetzt? Wird sich sogar die Wesensart der
Tiere ändern? Jesaja 11, 4-8.
- Warum wird dies geschehen? Jesaja 11, 9.
- Wird die 1000-jährige Herrschaft des Messias als ein
„fettes Mahl" für die ganze Welt charakterisiert? Jesaja 25, 6.
- Wird während des Millenniums der Schleier, der die
Menschen von einem Verständnis von Gottes Plan und Absicht trennt, ein für alle
Mal entfernt werden? Jesaja 25, 7.
- Wird der Tod letztlich keinen Platz mehr haben und der
Herr überall als Erlöser erkannt werden? Jesaja 25, 8-9.
Berufen, um Könige und Priester zu sein
Die meisten Menschen, die sich als Christen bezeichnen,
erkennen nicht, was die Bibel über ihre unglaubliche Zukunft offenbart.
Sie nehmen an, dass sie lediglich auf ewig im Himmel „herumsitzen" und können
deshalb nicht sehen, wie ihre alltäglichen Probleme und Prüfungen im
christlichen Leben sie auf ihre ewige Zukunft vorbereiten sollen. Doch die Bibel
zeigt mit erstaunlicher Klarheit, dass die wahren Jünger Jesu Christi durch
Lektionen, die sie in diesem Leben lernen und durch den Charakter, den sie dabei
entwickeln, vorbereitet werden, in Gottes Reich als Könige und Priester auf
dieser Erde zu regieren!
Jesus sagte: „Und wer überwindet und hält meine Werke bis ans Ende, dem
will ich Macht geben über die Heiden und er soll sie weiden mit eisernem Stabe"
(Offenbarung 2, 26-27). Gottes Plan ist es, sein treues Volk darauf
vorzubereiten, Regierungsverantwortung in der göttlichen Herrschaft unter Jesus
Christus zu übernehmen. Gott verheißt auch, dass sein Volk zu Priestern gemacht
wird. Wenn Christus zurückkehrt, werden seine Jünger zu „Königen und
Priestern" gemacht, damit sie ihn in seiner Regierung auf der Erde unterstützen
(Offenbarung 5, 9-10). Per Definition ist es die Verantwortung von Priestern,
Gottes Lebensweise zu lehren – den Weg zum Heil einfach und verständlich zu
erklären.
Hesekiel 44, 23 betont, dass Priester dem Volk Gottes den Unterschied
zwischen Heiligem und Unheiligem, zwischen Reinem und Unreinem erklären sollen –
mit anderen Worten sollen sie die Menschen in den Prinzipien der Lebensweise
Gottes unterweisen. Die Probleme der Menschen sind zum großen Teil entstanden,
weil sie nicht zu unterscheiden wussten zwischen angebrachtem und unangebrachtem
Verhalten. Drei Faktoren werden dazu beitragen, die Welt zu verändern, die von
Gottes Reich regiert wird: Satan und sein Einfluss werden beseitigt, wie wir
bereits früher in dieser Lektion gesehen haben. Eine richtige Erziehung wird die
richtigen Werte vermitteln und eine gerechte Regierung wird dafür sorgen, dass
Gottes Gesetz eingehalten wird. Gott bereitet heute ein Volk vor, das sich ihn
untergeordnet hat und das absolut überzeugt ist, dass seine Wege richtig sind.
Bei der Rückkehr Christi wird dieses Volk zu mächtigen Geistwesen verwandelt –
wiedergeborenen Kindern Gottes – und ihnen wird Macht verliehen, als Könige und
Priester zu regieren, zu lehren, zu führen und unter Christus herrschen.
Beachten Sie Jesu klare Aussage gegenüber den Aposteln: „Wahrlich, ich sage
euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet bei der Wiedergeburt, wenn der
Menschensohn sitzen wird auf dem Thron seiner Herrlichkeit, auch sitzen auf
zwölf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels" (Matthäus 19, 28). Hier wird
über eine buchstäbliche Regierungsverantwortung gesprochen. Unter den 12
Aposteln werden viele andere eine wichtige Rolle in dieser Regierungshierarchie
innehaben. Gott hat wirklich einen erstaunlichen Plan für sein ganzes Volk! Im
Gleichnis von den anvertrauten Zentnern zeigte Jesus, dass diejenigen, die treu
geistliche Frucht hervorbringen, über „viel" gesetzt werden sollen (Matthäus 25,
14-23). Die Parallelstelle in Lukas offenbart, dass manche dafür Verantwortung
erhalten, über Städte zu regieren (Lukas 19, 12-19). Die erstaunliche Wahrheit
ist, dass Jesus kam, um die gute Nachricht von einer kommenden Weltregierung
Gottes zu verkünden (Markus 1, 14-15). Diese eindeutige Wahrheit steht im
krassen Gegensatz zu den populären Lehren und Ideen unserer Zeit!
Wo werden die Glaubenstreuen nach Aussage der Bibel regieren? Die
Bibel zeigt immer wieder, dass Gottes Reich auf Erden sein wird! „Selig
sind die Sanftmütigen", sagte Jesus, „denn sie werden das Erdreich
besitzen" – nicht den Himmel. Nach seiner Himmelfahrt zum Vater
bestätigten Engel den Jüngern: „Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel
aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel
fahren sehen" (Apostelgeschichte 1, 11). Wenn die letzte prophezeite Posaune
erschallt, wird Jesus herabkommen. Zur gleichen Zeit werden alle, die in
Christus sind, auferweckt und sie werden emporsteigen, um ihn in der Luft zu
treffen, während er nach Jerusalem zurückkehrt (1. Thessalonicher 4, 13-17; 1.
Korinther 15, 51-54). Die Bibel ist im Hinblick auf Christi buchstäbliche
Rückkehr zur Erde so detailliert, dass der Prophet Sacharja sogar beschreibt,
wie seine Füße erneut auf dem Ölberg stehen werden (Sacharja 14, 4).
Dieser Höhepunkt seiner Rückkehr wird das Ende menschlicher Regierungen
signalisieren – gerade rechtzeitig, bevor die Menschheit sich selbst völlig
vernichten würde (Matthäus 24, 22)! Dieses beeindruckende Ereignis wird gefolgt
von einem schrecklichen Erdbeben, das den Ölberg in zwei Teile spaltet und ein
weites Tal entstehen lässt. Lebensspendendes Wasser wird aus Jerusalem fließen –
ein Symbol für das „lebendige Wasser" des heiligen Geistes, der dann allen
Nationen zugänglich sein wird (Sacharja 14, 4.8-9; Johannes 7, 37-38). „Denn von
Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem", erklärte der
Prophet Micha (Micha 4, 1-2). Die Nationen werden dazu gebracht, ihre Werkzeuge
der Kriegführung zu Werkzeugen für die Landwirtschaft und für eine friedliche
Nutzung umzubauen. „Und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen",
erläuterte Micha (Vers 3). Jesus Christus und die König und Priester, die ihm
dienen, werden nicht nur regieren, sondern sie werden die Menschheit auch
umerziehen müssen. Gottes Gesetze werden gelehrt und durchgesetzt werden.
Als göttlicher König und Herrscher über die Erde wird Jesus Christus alle
Aktivitäten in der Zivilverwaltung, der Bildung und der Religion auf der ganzen
Welt koordinieren. Die gerade auferweckten Kinder Gottes werden ihn
unterstützen, denn „das Reich und die Macht und die Gewalt über die Königreiche
unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Höchsten gegeben werden,
dessen Reich ewig ist, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen" (Daniel
7, 18, 27). Dann wird Realität, was in 1. Korinther 2, 9-10 steht: „Was kein
Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen
ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben. Uns aber hat es Gott offenbart
durch seinen Geist".
Lektion 16, Teil 4
Der letzte, große Tag
Was wird mit den Milliarden von Menschen geschehen, die
gelebt haben und gestorben sind, ohne jemals den wahren Gott kennen gelernt zu
haben – die nie von Jesus Christus und dem Evangelium, das er verkündet hat,
gehört haben? Sind sie zu ewigen Höllenqualen verdammt, obwohl sie nie eine
wirkliche Chance zur Erlösung hatten? Der letzte heilige Tag in Gottes
wunderbarem Plan erläutert das Schicksal all derjenigen, die nie zuvor Gottes
Wahrheit verstanden haben. Dieser geheimnisvolle heilige Tag offenbart eine der
erstaunlichsten Wahrheiten!
- Gab es einen letzten Tag mit einer heiligen Versammlung
nach den sieben Tagen des Laubhüttenfests? 3. Mose 23, 36; 4. Mose 29, 12.35.
- Wie beschrieb der Apostel Johannes, der im Neuen
Testament schrieb, diesen achten und letzten Tag? Johannes 7, 37. Nutzte Jesus
diesen Tag, um über den heiligen Geist zu lehren? Johannes 7, 37-39. (Anmerkung:
Wie wir sehen werden, weist der letzte, große Tag auf eine Zeit hin, wenn alle
im geistlichen Sinn Dürstenden die Möglichkeit erhalten, sich geistlich satt zu
trinken).
- Wie wir bereits gesehen haben, werden die gerechten Toten
bei der Rückkehr Christi auferweckt und regieren für 1000 Jahre mit ihm. Wird
der Rest der Toten zu neuem Leben erweckt, nachdem das Millennium vorüber ist?
Offenbarung 20, 5.
- Wird diese zweite Auferstehung eine Zeit des Gerichts?
Offenbarung 20, 11-12.
- Was ist Gottes Wunsch für jeden Menschen? 2. Petrus 3, 9.
Sieht er die Person an, oder gibt er jedem eine Chance, das Heil zu erlangen?
Apostelgeschichte 10, 34-35.
- Wird zu dieser Zeit das „Buch des Lebens" geöffnet?
Offenbarung 20, 12. (Anmerkung: Die „Bücher", die ebenfalls geöffnet werden und
nach denen die auferweckten Toten gerichtet werden, sind die Bücher der Bibel.
Die Bibel – der Standard, nach dem alle beurteilt werden – wird dann für die
meisten Menschen zum ersten Mal verständlich gemacht werden).
- Was wird am Ende dieser Zeit des Gerichts mit denen
geschehen, deren Namen immer noch nicht im Buch des Lebens stehen? Offenbarung
20, 14-15.
- Schrieb der Apostel Paulus, dass viele Israeliten seiner
Zeit gegenüber der Wahrheit geistlich blind waren? Römer 11, 7-8.25.
- Sprach Paulus von einer künftigen Zeit, in der ganz
Israel gerettet werden würde? Römer 11, 26.
- Sah Hesekiel in einer Vision, wie eine große
Menschenmenge zu physischen Leben erweckt wurde? Hesekiel 37, 3-10.
- Ist Hesekiels Vision die Beschreibung der zukünftigen
Auferweckung des Hauses Israel? Hesekiel 37, 11-12.
- Wird Israel zu dieser Zeit Gott wirklich kennen lernen
und von seinen Sünden gereinigt werden? Hesekiel 37, 13-14.23.
- Sprach Jesus Christus von einer zukünftigen Zeit des
Gerichts, in der die Heiden vergangener Jahrhunderte zusammen mit den Juden
seiner Zeit wieder auferweckt würden? Matthäus 12, 41-42.
- Bestätigte Jesus, dass viele Sünder aus den heidnischen
Völkern der Vergangenheit bereuen würden, wenn sie die Gelegenheit hätten, seine
Werke zu sehen? Matthäus 11, 20-24.
Das Gericht des großen, weißen Throns
Was wird mit den Milliarden von Menschen geschehen, die
gelebt haben und gestorben sind, ohne jemals wirklich die Wahrheit Gottes
erkannt zu haben? Ist es ihr Schicksal, auf ewig verdammt zu sein, auch wenn sie
nie wirklich eine Chance hatten, das Heil zu erlangen? Die Antwort auf diese oft
gestellte und zumeist missverstandene Frage wird durch die Bedeutung des letzten
heiligen Tages in Gottes Plan offenbart.
Im Anschluss an die 1000 Jahre der Herrschaft Christi auf Erden werden die
„übrigen Toten" – die in den ersten 6000 Jahren der Menschheit gelebt haben und
gestorben sind – wieder zum Leben erweckt. Die Bücher der Bibel – in denen die
Kriterien zu finden sind, nach denen alle beurteilt werden – werden geöffnet, um
verstanden zu werden, und das Buch des Lebens wird geöffnet, damit ihre Namen
darin eingetragen werden können.
Erst nachdem jeder Mensch eine Chance gehabt hat, das Heil anzunehmen oder
abzulehnen, wird Gottes letztes Gericht stattfinden, um die Übeltäter zu
vernichten, die es ablehnen, zu bereuen. Nach diesem Gericht erscheinen der neue
Himmel und die neue Erde. Sie sind das Ende des Anfangs und der Übergang zur
Ewigkeit!
Gottes Feste und heilige Tage
Gottes Feste und heilige Tage bilden einen starken
Kontrast zu den modernen, von Menschen erfundenen Feiertagen. Gottes heilige
Tage mussten dem Menschen offenbart werden (1. Korinther 2, 9-10).
Das sind die jährlichen heiligen Tage, die unser Vater uns gab, um ihn
zu verehren. Gott hat ausdrücklich erklärt, dass wir ihn an seinen
Tagen anbeten sollen, anstatt den Wegen der Heiden nachzufolgen (5. Mose 12,
29-32).
Wenn Jesus Christus als König aller Könige und Herr aller Herren zu dieser
Erde zurückkehrt, werden alle Menschen gelehrt werden, diese bedeutungsvollen
und einleuchtenden Feste Gottes einzuhalten (Sacharja 14, 16-19). Hier folgt
eine Liste der Feste Gottes und ihrer erstaunlichen Bedeutung für die gesamte
Menschheit:
Gottes Feste
Passah: 2. Mose 12; 3. Mose 23, 5; Lukas 22,
14-20; Johannes 13, 1-5.14-15; 1. Korinther 5, 7. Die neutestamentlichen Symbole
von ungesäuertem Brot und Wein stellen Christi gebrochenen Leib und sein
vergossenes Blut dar, das er zur Vergebung aller unserer Sünden gab. Wie Gott
Israel vor dem Todesengel verschonte (Psalm 78, 49) und es aus der Sklaverei
Ägyptens (der Gefangenschaft in Sünde) befreite, so sind wir durch den Glauben
an Jesus Christus und sein vollkommenes Opfer vom sicheren Tod und von der
Sklaverei der Sünde befreit worden.
Fest der ungesäuerten Brote: 3. Mose 23, 6-8;
Römer 6, 4; 1. Korinther 5, 8. Die wahre Kirche Gottes ist ungesäuert gemacht
(durch Vergebung von allen Sünden gereinigt) und hat nun Anteil am „Brot des
Lebens" – Jesus Christus, der sich selbst für uns gegeben hat, damit wir „in
einem neuen Leben wandeln". Darum sollen wir dieses Fest feiern „im ungesäuerten
Teig der Lauterkeit und Wahrheit".
Pfingsten (Wochenfest): 3. Mose 23, 15-22;
Apostelgeschichte 2, 1-4; Römer 8, 23. Christen sind die Erstlingsfrüchte, die
jetzt zum Heil berufen sind und vom heiligen Geist geführt werden. „Denn welche
der Geist Gottes treibt [leitet], die sind Gottes Kinder" (Römer 8, 14).
Posaunenfest: 3. Mose 23, 23-25; Matthäus 24,
30-31; 1. Thessalonicher 4, 16-17; Offenbarung 11, 15. Der Vater wird den
verherrlichten Jesus Christus als König aller Könige und Herr aller Herren zur
Erde senden, um die Menschheit vor ihrer vollständigen Selbstvernichtung zu
bewahren. Zur Zeit der letzten Posaune wird Jesus Christus zurückkehren und die
Heiligen werden auferweckt, um Gottes Reich auf Erden zu errichten.
Versöhnungstag: 3. Mose 23, 26-32; 16, 7-31;
Offenbarung 20, 1-3. Satan der Teufel, der Erzverführer aller Nationen und
Völker und die eigentliche Ursache und der Urheber von Zwietracht, wird entfernt
werden. Endlich werden die Menschen wieder mit Gott versöhnt.
Laubhüttenfest: 3. Mose 23, 34-35.39-42; Jesaja
2, 1-4; 11, 1-16; Offenbarung 20, 4.6. Jesus Christus und die Heiligen werden
auf der Erde für 1000 Jahre regieren. „Denn von Zion wird Weisung ausgehen und
des Herrn Wort von Jerusalem". Die Erde wird „voll Erkenntnis des Herrn" sein
(Jesaja 2, 3; 11, 9). Alle Völker und Nationen werden dann zur Reue und zum Heil
berufen.
Letzter, großer Tag: 3. Mose 23, 36; Hesekiel
37, 1-14; Matthäus 12, 41-42; Offenbarung 20, 5.11-12. Im Gericht vor dem
großen, weißen Thron werden die Milliarden von Menschen der gesamten
Menschheitsgeschichte, die niemals die Wahrheit gekannt haben, zu physischem
Leben auferweckt und ihnen wird ebenfalls das Heil angeboten.
|