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Bibelfernlehrgang

Lektion 19 - Eine Ehe nach Gottes Vorstellungen

ChefredakteurRoderick C. Meredith
RedaktionsdirektorRichard F. Ames
RedaktionWilliam Bowmer
Gary F. Ehman
AutorenJohn H. Ogwyn
Daniel Hall
Französische AusgabeDibar Apartian
Spanische AusgabeMario Hernandez
Grafische GestaltungDonna Prejean
KorrekturlesungSandy Davis
Linda Ehman
NachrichtenbüroJune Olsen

 

Der Welt von Morgen – Bibelfernlehrgang hat keinen Bezugspreis. Seine Verbreitung wird durch Zehnten und Opfer der Mitglieder der Living Church of God und anderer ermöglicht, die freiwillig Mitarbeiter im Werk der Verkündigung von Gottes wahrem Evangelium an alle Nationen wurden.

Alle Bibelzitate in dieser Lektion sind, sofern nicht anders vermerkt, der revidierten Lutherübersetzung von 1984 entnommen. Copyright © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.
Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang wird herausgegeben von der Living Church of God, P.O. Box 3810, Charlotte NC, 28227-8010, USA.

Copyright © 2006 Living Church of God ®. Alle Rechte vorbehalten.

 

 

Briefe an den Herausgeber ...

Freude am Bibelfernlehrgang

„Ich möchte Ihnen mehr danken, als Worte allein ausdrücken können. Seit einigen Jahren lese ich Ihre Zeitschriften und Publikationen mit Vergnügen. Und jetzt arbeite ich mit Freude Ihren Bibelfernlehrgang durch. Ich danke Gott, dass es so engagierte Prediger gibt, die sich bemühen und so gute Arbeit darin leisten, uns Gottes Botschaft zu vermitteln. Ich bin so dankbar für all die Menschen, die uns Gläubige auf einem Pfad der Ermutigung und Hoffnung leiten."

E.H., Cathedral City, CA, USA

 

Ein neuer Einblick in die Bibel

„Obwohl ich einen vollen Terminkalender hatte und mich für mein langsames Durcharbeiten des Bibelfernlehrgangs entschuldige, hat mir das wenige, das ich bisher studiert habe, bereits geholfen, die Bibel mit ganz anderen Augen zu sehen, nicht nur als ein Buch voller Gebote, sondern auch als ein Buch, das die Autorität und Macht besitzt, mir meine persönliche Zukunft zu erklären. Danke, dass Sie solch einen wunderbaren, ‚tief’ gehenden Bibelfernlehrgang kostenlos anbieten. Millionenfach Dank."

G.G., Dennery, St. Lucia

 

Beginne, die Bibel zu verstehen

„Ich habe versucht, die Bibel zu lesen, habe sie aber nie verstanden. Sie ergab nie einen Sinn, bis ich eines Tages im letzten Jahr in meine Arbeit vertieft war, während mein Sohn Ihre Sendung im Fernsehen sah. Dort erfuhr ich von der Zeitschrift Tomorrow’s World und forderte die erste Lektion des Bibelfernlehrgangs an. Nun lese ich, verstehe es und erkläre es sogar noch anderen."

I.R., Georgetown, Guyana

 

Zum Titelbild: Gott schuf Mann und Frau, damit sie miteinander eine ganz besondere Beziehung eingehen (1. Mose 2, 24). Indem wir unsere Ehe nach Gottes Vorstellungen ausrichten, haben wir die Möglichkeit, eine Erfüllung im Leben zu erlangen, die Gott für uns hier und jetzt vorgesehen hat, und gleichzeitig lernen wir wichtige geistliche Lektionen über das, was Gott für unsere Zukunft in der Ewigkeit geplant hat!

 

Eine Ehe nach Gottes Vorstellungen

     Ist eine glückliche Ehe nur „Glückssache"? Jeder sehnt sich nach Glück. Kleine Mädchen, die wie gebannt eine Braut beobachten, wie sie in ihrem schönen Hochzeitskleid aus der Kirche schreitet, träumen von dem Tag, an dem sie selbst heiraten werden. Wenn Jungen im Teenageralter beginnen, auf das andere Geschlecht aufmerksam zu werden und über die Zeit nachzudenken, wenn sie ihre eigene Familie haben werden, fragen sie sich, wie es wohl sein wird. Aber kennen Sie irgendeinen jungen Menschen, der von dem Tag träumt, an dem er seine ganz persönliche Scheidung haben wird? Natürlich nicht!
     Dennoch sind Ehescheidungen in der westlichen Kultur inzwischen Alltag geworden. In den USA wird inzwischen fast die Hälfte aller Ehen irgendwann geschieden. Und obwohl Scheidungen inzwischen so alltäglich geworden sind, bleiben sie weiterhin außerordentlich schmerzhaft und zerstörerisch. Die Schäden sind immens, nicht nur finanziell, sondern auch emotional. Forschungen haben ergeben, dass Kinder aus einer geschiedenen Ehe einen Preis dafür bezahlen, der bis weit in ihr Erwachsenenalter hineinreicht. Was kann man tun?
     Der Mangel an glücklichen und von Freude erfüllten Ehen nährt ganze Industriezweige. Es gibt Regierungsprogramme, um Alleinerziehenden zu helfen. Manche Anwälte haben sich völlig auf Scheidungen und daraus entstehende Streitfragen spezialisiert. Bücher wurden geschrieben, Seminare abgehalten und zahllose Programme initialisiert, die alle darauf abzielen, junge Menschen auf die Ehe vorzubereiten, Ehekrisen zu überwinden und mit Scheidungsfolgen umgehen zu lernen, wenn eine Ehe gescheitert ist.
     Gleichzeitig entbrennt eine Kontroverse darüber, was die Ehe eigentlich ist. Einige europäische Staaten haben „Lebenspartnerschaften" als gleichberechtigt anerkannt (und ihnen ähnliche Rechte zugestanden). Und inzwischen steigt der gesellschaftliche Druck, gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften mit der traditionellen Ehe zwischen Mann und Frau gleichzustellen.
     So, wie das Thema Homosexualität inzwischen sein „Schmuddelimage" abgelegt hat und allgemein anerkannt worden ist, so wurden auch in anderen Bereichen frühere Tabus beseitigt, und beeinflussen unsere Vorstellungen von einer Ehe. Scheidung und Wiederheirat wurden früher als Skandal betrachtet und brachen jemandem mit einem öffentlichen Amt politisch das Genick. Heute sind sie normal. Da bei Scheidungsverfahren inzwischen nicht mehr nach der Schuld gesucht wird, sind Scheidungen praktisch aus jedem Grund statthaft. Eine zunehmende Mehrheit in der westlichen Welt betrachtet voreheliche Keuschheit als unzeitgemäßes Konzept. Die überwiegende Mehrheit derjenigen, die eine Ehe eingehen, hatte vor der Hochzeitsnacht bereits sexuelle Beziehungen. Aber nicht nur die Gesetze haben sich geändert. Auch viele Kirchen haben ihren Standpunkt in diesen Angelegenheiten im Lauf des 20. Jahrhunderts stark verändert. Ist dieser Zerfall von Tabus wünschenswert oder beruhten diese Tabus auf Gesetzen und Prinzipien, die für alle Menschen zu allen Zeiten gelten?
     In der Suche nach Antworten auf die großen Fragen des Lebens wenden sich die wenigsten Menschen dem Buch zu, das die einzige sichere Quelle für solche Informationen wäre. Dieses Buch, die Heilige Schrift, ist sozusagen das „Anleitungsbuch" des Schöpfers und enthält wesentliche Informationen darüber, wie geplant war, dass das menschliche Leben funktionieren soll. Die meisten Menschen haben aber das Anleitungsbuch ihres Schöpfers beiseite gelegt und versuchen nun, Glück und Erfüllung im Leben auf eine Weise zu finden, die ihnen selbst recht erscheint. Diese Bestrebungen haben die Welt hervorgebracht, in der wir heute leben!
     Die Bibel offenbart, dass die Ehe in Wahrheit von dem Gott der Schöpfung als eine Beziehung eingerichtet wurde, die eine besondere Bedeutung beinhaltet. Diese Beziehung erschließt sich keinem anderen Lebewesen – weder Engeln noch Tieren! Und die Bibel erklärt nicht nur die Grundlagen der Ehe, sondern darüber hinaus Prinzipien für den Aufbau stabiler und glücklicher Familien. Die Familie ist der Grundbaustein der Gesellschaft und wenn die Familie zerbricht, zerfällt früher oder später auch die Gesellschaft. Gottes Gesetze, die für die Einheit gelten, die wir Ehe nennen, sind Gegenstand unserer Studien in dieser Lektion. Vieles von dem, was Sie entdecken werden, widerspricht der herkömmlichen Ansicht und Praxis der gegenwärtigen Gesellschaft. Doch Sie können sich selbst beweisen, dass diese Anweisungen direkt von Ihrem Schöpfer stammen. Befolgen Sie diese in Ihrem eigenen Leben, so werden sich Ihre Familie und Ihre Zukunft positiv verändern!

 

Lektion 19, Teil 1

Der Zweck der Ehe

     Warum heiraten? Ist die Ehe nur ein von Menschen erdachtes Brauchtum, oder steckt etwas viel Größeres dahinter? Die meisten kennen die Antwort nicht. In der Annahme, dass der Mensch lediglich das am höchsten entwickelte Tier sei, gehen sie davon aus, dass er irgendwo im Lauf seiner Entwicklung die Ehe erfunden hat. Doch in Wahrheit ist die Ehe eine von Gott selbst eingerichtete Institution – die er sogar selbst eingegangen ist! Der wahre Ursprung und Zweck steht also weit über dem, was die meisten sich vorstellen.

  1. Woher kommt der Mensch wirklich? Was ist der Ursprung des ersten Menschen? 1. Mose 2, 7-8.
  2. War es gut, alleine zu bleiben? Was tat Gott, um dies zu ändern? 1. Mose 2, 18.
  3. Was war der Ursprung der ersten Frau? 1. Mose 2, 21-23. (Anmerkung: Das hebräische Wort für „Mensch" ist ish. Das Wort für „Weib" ist isha, die weibliche Form von ish).
  4. Was sagte Gott Adam und Eva über die Beziehung, die sie eingingen? Matthäus 19, 4-5; 1. Mose 2, 24.
  5. Sollte nach den Worten Jesu Christi die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau, wie sie von dem Schöpfer eingerichtet wurde, von Dauer sein, oder nur für eine bestimmte Zeit gelten? Matthäus 19, 6-8.
  6. Beschrieb der Prophet Maleachi gegenüber dem Volk von Juda die Ehe als eine Bundesbeziehung zwischen einem Mann und einer Frau? Wird Gott als ein Zeuge dieses Bundes beschrieben? Maleachi 2, 14. Was hält Gott von Ehescheidungen? Maleachi 2, 16.
  7. Was lehrte Jesus Christus seine Jünger über Scheidung und Wiederheirat? Matthäus 19, 8-9. (Anmerkung: Das griechische Wort, das mit „Ehebruch" übersetzt wurde, ist porneia. Die Schlachter-Übersetzung verwendet das Wort „Unzucht". Der Begriff bezieht sich auf massives und wiederholtes unmoralisches Verhalten und wird verwendet, um die Handlungen der großen Hure in Offenbarung 17 zu beschreiben, die auf Griechisch porne heißt).
  8. Offenbart sich Gott als der Vater einer großen Familie? Epheser 3, 14-15. Familienbeziehungen können also als Beziehungen „auf göttlicher Ebene" angesehen werden.
  9. Wird die Beziehung zwischen Christus und der Gemeinde als Ehebeziehung dargestellt? Epheser 5, 25-27.31-32.
  10. Wird Jesus Christus buchstäblich die Gemeinde ehelichen, wenn er als König aller Könige und Herr aller Herren zurückkehrt? Offenbarung 19, 7-9.
  11. Wurde der Mensch als das Höchste aller Tiere erschaffen oder wurde er nach etwas viel Größerem gestaltet? 1. Mose 1, 26-27. (Anmerkung: Von allen erschaffenen Wesen hat allein der Mensch das Potenzial, einen Ehebund einzugehen und so eine Familie zu gründen. Diese ist ein klares Abbild einer göttlichen Beziehung).
  12. Soll die Ehe zu einer echten Intimität zwischen einem Mann und einer Frau führen? 1. Mose 2, 24-25.
  13. Trifft Gott eine klare Unterscheidung zwischen sexueller Intimität innerhalb der Ehe und sexueller Intimität außerhalb dieser Bundesbeziehung? Hebräer 13, 4.

 

Gottes Einstellung zu Ehescheidungen

     Scheidungen gehören in der westlichen Welt schon zum Alltag. Schon lange haftet ihnen kein Geruch von Skandal und sozialer Brandmarkung mehr an, wie es noch im frühen 20. Jahrhundert der Fall war. Was aber sagt Gott, der Schöpfer der Ehe, über das Thema Ehescheidung? Wenn sich zwei Menschen in ihrer Ehebeziehung „unausgefüllt" oder unglücklich fühlen, ist es dann in Ordnung, wenn sie sich scheiden lassen? Welche biblischen Gründe gibt es für Ehescheidungen?
     Beachten Sie, was Gott über Scheidungen sagt. Maleachi 2, 16 (Schlachter-Übersetzung) besagt deutlich, dass er Ehescheidungen hasst. Weshalb? Die Antwort finden wir in Vers 15: „Und hat er sie nicht eins gemacht und geistesverwandt mit ihm? Und wonach soll das eine trachten? Nach göttlichem Samen! So hütet euch denn in eurem Geiste, und niemand werde dem Weibe seiner Jugend untreu" (Schlachter-Übersetzung). Gott legt großen Wert auf die Familieneinheit und erschuf sie als Weg, die folgende Generation zu nähren und zu erziehen. Scheidungskinder erleiden da fast immer einen Nachteil.
     In Matthäus 19 stand Christus den Pharisäern Rede und Antwort im Bezug auf Ehe und Scheidung. Er erklärte deutlich, dass es von Anfang an Gottes Absicht war, dass sich jeweils ein Mann und eine Frau verheiraten und dann zusammen leben, bis der Tod sie scheidet. Der einzige Grund, den Christus angab, wann sich jemand von seinem Ehepartner scheiden lassen und wieder heiraten konnte, war ein Fall von porneia (in der Schlachter-Übersetzung mit „Unzucht" übersetzt, während die revidierte Elberfelder Bibel den Begriff „Hurerei" verwendet). Was genau ist porneia? Der Begriff bezeichnet eine gewohnheitsmäßige „Unzucht" oder „Hurerei". Der in der Lutherbibel verwendete Begriff „Ehebruch" stimmt hier nicht – dafür verwendet das Neue Testament immer das griechische Wort moichao.
     Beachten Sie dazu ein Beispiel desjenigen, der zu Jesus Christus wurde, desjenigen, der der Fels Israels war und somit der Gott des Alten Testaments. Am Berg Sinai heiratete Gott das Israel des Altertums zu den Bedingungen des Alten Bundes. In Jeremia 3 sprach Gott dann davon, sich von Israel und Juda zu scheiden. Was war die Begründung? Israel hatte das Land mit seiner geistlichen Hurerei unrein gemacht! In der Septuaginta, der griechischen Übersetzung des Alten Testaments wird in diesem Zusammenhang der Begriff porneia gebraucht. Israel wurde wegen porneia verstoßen, auch wenn Gott zur Vergebung bereit war, sofern Israel wirkliche Reue gezeigt hätte. Klar wird hier von einem unmoralischen und treulosen Verhaltensmuster gesprochen, das sich wie ein roter Faden durch das Leben zieht.
     Unter Berufung auf Christi Kommentare in Matthäus 19 beschreibt der Apostel Paulus in 1. Korinther 7 weitere Situationen. Eine davon bezieht sich auf einen Gläubigen, der einen ungläubigen Ehepartner hat. Paulus gibt die Anweisung, dass dies für den Gläubigen kein Grund ist, die Ehe zu beenden. Doch wenn der ungläubige Partner nicht bereit ist, die Ehe aufrecht zu erhalten und die Scheidung einreicht, so ist der Gläubige in diesem Fall auch nicht mehr an sein Eheversprechen gebunden (Verse 12-15). In Korinth gab es Menschen, die sich gegen die Ehe aussprachen; Paulus berichtigte sie, als er erklärte: „Wenn du aber doch heiratest, sündigst du nicht, und wenn eine Jungfrau heiratet, sündigt sie nicht" (Vers 28).
     Die Sünden der Vergangenheit einschließlich derjenigen falscher Ehescheidungen und Wiederheiraten sind in der Taufe weggewaschen und wir sind eine neue Schöpfung. Doch Gott erwartet, dass wir dann als Christen ein Leben in Treue und Heiligkeit führen und bereit sind, Geduld und Vergebung in unserer Ehe zu praktizieren. Ein Christ sollte nicht nach einem Ausweg suchen, sondern nach einem Weg, die eigene Ehe zum Erfolg zu führen.
     Auch wenn die meisten Ehen Zeiten voller Probleme und Krisen erleben, sind diese aus Gottes Sicht kein Grund, die Bindung zu lösen. Vielmehr gibt uns die Ehe Gelegenheit, geistliche Lektionen der Treue und Hingabe zu lernen. Wollen wir dabei erfolgreich sein, müssen wir unsere menschliche Eigensucht und Habsucht überwinden und stattdessen lernen, wie man gibt, vergibt und für andere da ist.
     Die Ehe ist eine Bundesbeziehung zwischen einem Mann und einer Frau. Wenn Gott ein Teil im Leben eines Paares ist, dann ist er buchstäblich auch Zeuge dieses Bundes (Maleachi 2, 14) und nimmt die Sache sehr ernst. Gott vereint diesen Bund, es sei denn es liegt eine arglistige Täuschung von einem der Partner vor (vgl. 5. Mose 22, 13-21). Abgesehen von Fällen, in denen der Ungläubige den Ehebund verlässt oder wo ein Verhaltensmuster der Untreue vorliegt, erwartet Gott von Christen, in der Ehe zu verbleiben und unter schwierigen Umständen bei ihm Hilfe zu suchen. Die Ehe ist eine geheiligte Vereinigung, die Gott selbst bei der Schöpfung eingerichtet hat, und sie sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

 

Lektion 19, Teil 2

Gott schuf sie als Mann und Frau

     In der heutigen Zeit gibt es viele Debatten über den Unterschied zwischen den Geschlechtern. Viele glauben, es sei falsch, Rollenverhalten zu unterscheiden, wenn sich dieses nur auf das unterschiedliche Geschlecht bezieht. Feministinnen sind bestrebt, Frauen alle möglichen gesellschaftlichen Rollen zu eröffnen, die bislang den Männern vorbehalten waren. Die meisten modernen Frauenbewegungen lehnen es ab, dass Frauen im Ehegelöbnis ihren Männern Gehorsam versprechen sollen. Die traditionellen Geschlechtsunterschiede sind in der modernen Gesellschaft auf vielfältige Weise verwischt worden. Was sagt die Bibel dazu?

  1. Was ist der eigentliche Ursprung der Unterschiede zwischen Männern und Frauen? 1. Mose 1, 27.
  2. Beschreibt die Bibel eine Hierarchie in Familienbeziehungen? 1. Korinther 11, 3. Geht diese bis auf die Schöpfung zurück? 1. Korinther 11, 7-9.
  3. Lehrt die Bibel, dass Männer und Frauen ihre Anerkennung der Rollenverteilung, wie Gott sie gegeben hat, dadurch zum Ausdruck bringen sollen, wie sie ihr Haar tragen? 1. Korinther 11, 14-15. (Anmerkung: Der Schleier, der in 1. Korinther 11 erwähnt wird, ist kein Hut oder Schal – Vers 15 erklärt ausdrücklich, dass das Haar der Schleier ist. Das Haar eines Mannes sollte seinen Kopf unverdeckt lassen, während das Haar der Frau länger sein sollte, damit es den Kopf bedeckt).
  4. Ist es wichtig, dass Männer und Frauen sich unterschiedlich kleiden, damit sie als männlich bzw. weiblich erkannt werden können? 5. Mose 22, 5.
  5. Was sagt Gott über Homosexualität? 3. Mose 18, 22; Römer 1, 24-28; 1. Korinther 6, 9-10. Hatten manche in der Gemeinde solches praktiziert, haben es dann aber bereut und wurden von Gott rein gewaschen? 1. Korinther 6,11.
  6. Lehrt die Bibel, dass es für Frauen angebracht ist, in Gemeinden der Kirche Gottes zu lehren oder zu predigen? 1. Timotheus 2, 11-12. Sollten Frauen in Autoritätspositionen über Männern stehen? Vers 12.
  7. Gab Gott eine Art Regierungsstruktur für die Familie vor? Epheser 5, 22-24.
  8. Inspirierte Gott den Apostel Petrus, Sarah wegen ihrer Einstellung gegenüber ihrem Mann als besonders gutes Beispiel für eine christliche Frau hervorzuheben? 1. Petrus 3, 5-6.
  9. Können Männer also nach Belieben ihre Frau misshandeln und selbstsüchtig mit ihr umgehen, und so einen persönlichen Vorteil aus der von Gott eingerichteten Familienstruktur ziehen? Epheser 5, 25-28; 1. Petrus 3, 7.
  10. Hat Gott beabsichtigt, dass Männer arbeiten und produktiv sein sollten? Gab er unserem Urahn Adam entsprechende Anweisungen? 1. Mose 2, 15; 3, 17-19. (Anmerkung: Weil die Sünde in die Welt gekommen war, sollte der Mann nur unter Mühen zum Erfolg gelangen; Disteln und Dornen sollten auf dem Weg durch das Leben liegen).
  11. Der Ehemann wurde traditionell als Beschützer und Ernährer der Familie angesehen. Lehrt die Bibel, dass es wichtig ist, dass der Mann für die Bedürfnisse seiner Familie sorgt? 1. Timotheus 5, 8.
  12. Die traditionelle Rolle der Frau war es, die Kinder großzuziehen und den Haushalt zu führen. Hat diese Rolle einen biblischen Hintergrund? 1. Timotheus 5, 14. Nahm die tugendhafte Frau, die in Sprüche 31 beschrieben ist, diese Verantwortung ernst? Sprüche 31, 27.
  13. Welche Lektionen hoffte Paulus, dass die älteren Frauen den jüngeren beibringen würden, wenn sich diese auf das Leben vorbereiten? Titus 2, 3-4.

 

Feminismus und die Familie von heute

     Seit den 1960er Jahren haben viele Menschen in der freiheitsliebenden westlichen Welt traditionelle Werte über Bord geworfen, die unser Leben seit Tausenden von Jahren bestimmt hatten, ohne die Folgen zu bedenken. Mit Anbruch des neuen Jahrhunderts zeigen sich nun die tragischen Konsequenzen. In den vergangenen 40 Jahren ist die Scheidungsrate überall auf der Welt gestiegen, besonders aber in der westlichen Welt. Immer mehr Kinder wachsen im Haushalt von Alleinerziehenden auf, in dem es meistens der Vater ist, der fehlt. Es hat sich herausgestellt, dass Jungen aus solchen Haushalten wütender und aggressiver reagieren und häufiger ins Gefängnis kommen. Die Mädchen sind in einem früheren Alter sexuell aktiv und verhalten sich rebellischer. Jungen und Mädchen aus solchen Haushalten zeigen gleichermaßen mehr psychologische Auffälligkeiten. Die Verwirrung der Geschlechterrolle hat in dem Maße zugenommen, wie traditionelle Rollenvorstellungen verworfen wurden. Homosexualität wird heute öffentlich als akzeptabler Lebensstil befürwortet. Frauen sind allgemein aggressiver geworden und Männer passiver. Das Fehlen klar identifizierbaren Rollenverhaltens bringt immer mehr Menschen dazu, psychologische Hilfe zu suchen, um einen Sinn in ihrem Leben und eine bedeutungsvolle Identität zu finden. Der Zusammenhang zwischen sozialen Problemen und dieser Ablehnung traditioneller, biblischer Rollen wird nicht immer gern zugegeben, aber er ist dennoch Realität.
     Viele Intellektuelle halten traditionelles Rollenverhalten für veraltete sexuelle Stereotypen oder unterdrückende Zwänge und liberal denkende Theologen unterstützen diese Argumentation, indem sie Bibelstellen verdrehen oder ignorieren. Sie behaupten, dass es keine grundsätzlichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern gebe, weil ja Männer und Frauen gleichermaßen nach dem Ebenbild Gottes erschaffen wurden (1. Mose 1, 26-27). Daher, so argumentieren sie, sollten Männer und Frauen gleichermaßen frei sein, jedes Rollenverhalten anzunehmen, das sie möchten. Diese liberalen Denker erklären, dass biologische Vorgaben kein unveränderliches Schicksal darstellen. Das ist jedoch nicht mehr als deren eigenes Wunschdenken! Männer gebären keine Babys – und säugen sie auch nicht. In vielerlei Hinsicht sind biologische Vorgaben richtungweisend.
     Die biblische Lehre, dass der Mann eine Leitungsrolle in Angelegenheiten der Ehe und Familie einnehmen soll und dass die Frau seine leitende Position respektieren soll, wird heute in manchen Kreisen als hoffnungslos veraltet und lächerlich angesehen. Manche fehlgeleitete Theologen behaupten, die Idee, dass die Frau als „Gehilfin" oder passender Partner für den Mann erschaffen wurde, würde die Frau „erniedrigen" und zu einem zweitklassigen Bürger oder Anhängsel machen. Andere erklären, die biblische Anweisung, dass sich die Frau unterordnen solle, sei das Ergebnis der Sünde Evas und nicht Teil des ursprünglichen Plans Gottes. Die Kommentare des Apostels Paulus über die Rolle von Männern und Frauen wird ebenfalls verworfen. Bestenfalls sieht man sie als zeitgeschichtliches Verständnis an, das für Christen von heute nicht mehr zutrifft. Schlimmstenfalls nennt man diese Lehren bigott und chauvinistisch. Die Erklärung in Galater 3, 28, „hier ist nicht Mann noch Frau ... in Christus Jesus", wird oft angeführt, um alle anderen Schriftstellen zu diesem Thema zu verwerfen und traditionelle Geschlechterrollen für null und nichtig zu erklären.
     Diese so genannten Erklärungen sind eine klare Verdrehung der Schrift. Als Gott uns als Mann und Frau erschaffen hatte, gab er uns ein unterschiedliches Aussehen. Männer und Frauen sollten gleichermaßen Gottes Charakter aufweisen, doch jeder auf seine einzigartige Weise, während beide lernen, ihre gottgegebene Rolle zu erfüllen. Gottes Absicht für Männer und Frauen war es, dass sie Kinder haben und lernen, in Familienbeziehungen zu leben. Die biblischen Rollen haben eine wichtige Funktion in diesem Lernprozess.
     Adam wurde zuerst erschaffen und erhielt Anweisungen und Verantwortung. Er sollte führen, leiten, dienen und fürsorglich sein. Die Bibel zeigt, dass die Hauptrolle des Mannes in der Familie und in der Öffentlichkeit die eines Führenden sein sollte. Eva wurde aus einer Rippe Adams erschaffen, damit er mit ihr eine Beziehung haben konnte. Sie sollte eine Gefährtin und Gehilfin sein. Ihre Hauptrolle sollte in der häuslichen Umgebung liegen, als Ehefrau, Mutter und Hausverwalterin.
     Ein wesentlicher Fehler unserer modernen Gesellschaft besteht darin, die Bedeutung dieser so wichtigen Rolle im Haushalt zu entwerten. Gottes Schöpfung der Frau war ein Höhepunkt, keine nachträgliche Korrektur! Erst durch die weibliche Funktion der Geburt von Kindern fügt Gott seine Familie zusammen und er gab dem Mann die Anweisung, diesen wunderbaren Prozess zu unterstützen. Im richtigen Licht betrachtet sind die biblischen Rollen von Mann und Frau bestens dafür geschaffen, sich gegenseitig zu ergänzen und zu vervollständigen. Männer und Frauen sollen weder im Wettstreit miteinander liegen noch sich gegenseitig entwerten. Stattdessen hat jeder der beiden Partner eine gleichsam wichtige Rolle zu erfüllen!
     Diese von Gott beabsichtigten Rollen wurden in der modernen westlichen Gesellschaft untergraben. Durch eine aggressive Rhetorik radikaler Feministinnen wurde die traditionelle weibliche Rolle verunglimpft und gleichzeitig wurde Druck ausgeübt, sich auf materialistische Werte zu konzentrieren. Mit der Betonung darauf, immer mehr Dinge anhäufen zu müssen, um „mit den Nachbarn von nebenan mithalten" zu können, sehen heute viele Menschen nicht mehr den Unterschied zwischen Bedürfnissen und Begehrlichkeiten. Ergebnis ist die rasche Zunahme von Haushalten, in denen beide Partner arbeiten, wodurch die Kinder in Horten untergebracht werden müssen oder zu „Schlüsselkindern" werden, die jede Woche viele Stunden alleine bleiben. Jeder von uns muss Prioritäten für das eigene Leben setzen. Das mit Abstand Wichtigste, was Eltern ihren Kindern geben können, kann in keinem Laden gekauft werden. Dazu gehören Liebe, eine strukturierte Familie und Anleitung und Erziehung als Vorbereitung auf ein erfolgreiches Leben. Wenn Sie wirklich Ihrem Schöpfer glauben wollen, dann sollten Sie bestrebt sein, seinen Anweisungen im Hinblick auf eine richtige Rollenverteilung in Ihrer Familie zu folgen und die Prioritäten in Ihrem Leben entsprechend setzen.

 

Lektion 19, Teil 3

Das Fundament für eine glückliche Ehe legen

     Wenn zwei Menschen zum Altar schreiten, träumen sie davon, „bis ans Ende ihrer Tage glücklich zu sein". Doch nur sehr wenige genießen eine Ehe, die das gesamte Leben über glücklich verläuft. Warum? Glückliche Ehen entstehen nicht deshalb, weil man einfach „Glück" hatte. Es gibt Gesetzmäßigkeiten, die darüber entscheiden, welche Ergebnisse wir mit unserem Verhalten erzielen. Wenn wir diese Gesetzmäßigkeiten verstehen uns entsprechend verhalten, so legen wir damit ein solides Fundament für den Rest unseres Lebens. Denn jeder Bauherr weiß, dass kein Teil einer Konstruktion so wichtig ist, wie das Fundament!

  1. Was lehrte der Apostel Paulus die in der heidnischen Welt lebenden Christen, wie sie sich eine Frau suchen sollten? Sind voreheliche sexuelle Beziehungen in Ordnung? 1. Thessalonicher 4, 3-5. (Anmerkung: Paulus erklärt, dass sich ein Christ schon vor der Ehe heilig und ehrbar verhalten soll – nicht von Lust getrieben sein soll wie das Umfeld, in dem er lebt).
  2. Schädigt voreheliches unmoralisches Verhalten nur die Beteiligten oder auch noch andere Menschen? 1. Thessalonicher 4, 6. (Anmerkung: Wenn man sich etwas nimmt, was einem nicht gehört, betrügt man den rechtmäßigen Eigentümer. Wer vorehelichen sexuellen Aktivitäten nachgeht betrügt letztlich auch die künftige Ehefrau bzw. den Ehemann des Partners. Jungfräulichkeit ist ein Geschenk, das nur einmal gegeben werden kann).
  3. Sind religiöse Überlegungen bei der Partnerwahl wichtig? Sollte ein Glaubender eine Ungläubige bzw. eine Glaubende einen Ungläubigen heiraten? 1. Korinther 7, 39; 2. Korinther 6, 14.
  4. Hielt Abraham es für sehr wichtig, dass sein Sohn Isaak eine Frau aus seinem eigenen Volk heiratete, und nicht aus dem benachbarten Volk der Kanaaniter? 1. Mose 24, 3-4. Hielt Isaak es für ebenso wichtig, dass sein Sohn Jakob eine Frau aus seinem eigenen Volk heiratete? 1. Mose 28, 1-2.
  5. Was sollte ein junger Mann als Quelle einer guten Ehefrau erkennen – einer lebenslangen Partnerin, mit der er in Frieden und Glück leben kann? Sprüche 18, 22; 19, 14.
  6. Kann Weisheit jungen Menschen helfen, eine falsche Entscheidung im Bezug auf ihren künftigen Ehepartner zu vermeiden? Sprüche 2, 10-19. Wie sollten sie vorgehen, um einen Partner zu suchen? Sprüche 3, 5-6.
  7. Sollten junge Menschen Rat im Bezug auf die Ehe suchen? Wäre es gut, wenn sie auf den Rat ihrer Eltern hören, was für einen Partner sie auswählen sollten? Sprüche 1, 7-8.
  8. Wenn ein junger Mann eine Ehefrau sucht, welche wertvollste Eigenschaft sollte er in ihr suchen? Sprüche 31, 10-12.30.
  9. Sollte eine junge Frau darauf achten, welche Einstellung ihr künftiger Mann zur Arbeit hat und wie er gewöhnlich sein Geld ausgibt? Haben diese Aspekte Konsequenzen, die das gesamte Leben beeinflussen? Sprüche 21, 17; 18, 9; 24, 30-34.
  10. Wenn ein möglicher Partner Alkohol missbraucht oder Drogen nimmt, wie wirkt sich das auf die Zukunft aus? Sprüche 23, 20-21.29-30.
  11. Was ist die Folge, wenn man einen Menschen heiratet, der voller Zorn ist? Sprüche 22, 24-25.
  12. Was kann man in einer solchen Ehe erwarten? Sprüche 29, 22.

Keuschheit schützen und fördern

     Die Worte „Keuschheit" und „Jungfräulichkeit" haben heute einen altmodischen Klang. In bestimmten Kreisen wird jemand, der versucht, solche Konzepte mit Jugendlichen zu besprechen, als hoffnungslos realitätsfremd bezeichnet. „Komm zurück in die Realität" ist die übliche Reaktion! Doch all die so genannten Kenntnisse und Erfahrungen der Teenager und jungen Erwachsenen werden mit verletzten Gefühlen und emotionalem Schmerz für den Rest ihres Lebens erkauft. Voreheliche Schwangerschaften und Abtreibungen unter jungen Menschen nehmen in unglaublichem Ausmaß zu. Kein Elternteil wünscht seinem Kind solche Erfahrungen, und dennoch scheinen die meisten nicht zu wissen, wie man solche Probleme vermeiden kann.
     Während der Kindheit und Jugend wird das Fundament für die künftige Ehe und Familie gelegt. Das Wertesystem, das von der gegenwärtigen Gesellschaft befürwortet wird, untergräbt Keuschheit und Reinheit unter jungen Menschen. Dies geschieht auf vielen Wegen vom Bekleidungsstil bis hin zur Unterhaltungsindustrie. Und die Art, wie junge Menschen heute „ausgehen", fördert ebenfalls unmoralisches Verhalten. Was kann getan werden? Täuschen wir uns nicht: Nichts ist schädlicher für eine glückliche und von Liebe geprägte Ehe, als unmoralisches Verhalten!
     Wir müssen also verstehen, dass das Versprechen der Partnerbindung der Intimität vorausgehen muss. In der gegenwärtigen westlichen Gesellschaft setzen sich die Menschen schon in frühem Alter von der Gruppe ab. Sie haben bereits wenige Jahre nach der Grundschule einen „festen Freund" bzw. eine „feste Freundin". Und das setzt sich dann bis zum Ende der Schulzeit fort. Es wird als selbstverständlich angesehen, dass Teenager einen Freund bzw. eine Freundin haben. Allerdings sind diese „festen" Beziehungen alles andere als fest! Man macht fast schon routinemäßig „miteinander Schluss", um dann gleich wieder einen „festen" Partner zu haben. Dabei sind diese jungen Menschen noch für Jahre weder emotional noch finanziell darauf vorbereitet, eine eheliche Beziehung einzugehen. Gleichzeitig bewirken gegenwärtige Praktiken, wie junge Menschen „ausgehen", dass schon lange vor dem Versprechen einer ehelichen Partnerbindung Versuchungen kommen, immer intimer miteinander zu werden. Wenn schon Kinder sich mit körperlichen Intimitäten wie „Necking" und „Petting" befassen, wie weit ist des dann noch bis zum vollzogenen Geschlechtsverkehr?
     Ausgedehntes Küssen und Liebkosen ist sexuell stimulierend und war von dem Schöpfer als Vorspiel zum Geschlechtsverkehr gedacht. Als solches gehört es allein in die Ehe und sollte nicht von Unverheirateten praktiziert werden. Doch der Umgang von Jugendlichen mit ihrem „festen" Partner, wie er in unserer Kultur allgemein als selbstverständlich angesehen wird, fördert gerade solche intimen Praktiken. Filme und Fernsehen, Zeitschriften und Bücher zeigen allesamt ein solches Verhalten als normal und akzeptabel.
     Wenn also die Jungfräulichkeit bis zur Ehe bewahrt werden soll, müssen Keuschheit und Reinheit gefördert und beschützt werden. So legt man das Fundament für künftige Treue innerhalb der Ehe. Bei jüngeren Kindern und Jugendlichen haben Eltern die Verantwortung, sie zu lehren und zu leiten. Dabei ist es wichtig, nicht nur zu überwachen, welcher Art von Unterhaltung sie nachgehen, sondern auch dafür zu sorgen, dass ihre sozialen Aktivitäten entsprechend beobachtet werden können. Junge Menschen sollten nicht einfach sich selbst überlassen bleiben. Wer gestattet, dass sie sich mit einem „festen" Partner zurückziehen, schwört das Unheil geradezu herauf.
     Es ist natürlich, dass junge Menschen Zeit miteinander verbringen möchten. Daran ist nichts verkehrt. Soziale Aktivitäten können sehr vergnüglich sein und es ist am besten, wenn ganze Familien etwas zusammen unternehmen. Picknicks, Kegelabende, ein Nachmittag in der Eislaufhalle, Besuche von Sportveranstaltungen, musikalische und kulturelle Ereignisse – all das sollte verhindern, dass Jugendliche sich mit einem Partner des anderen Geschlechts „abseilen". Gut sind Aktivitäten in der Gruppe, in der sich Freunde treffen. Die Jugend ist eine Zeit, in der man breit gefächerte Freundschaften schließen kann. Wer lernt, echte Freundschaften mit Personen des anderen Geschlechts zu schließen, bereitet sich damit am besten auf die künftige Partnerwahl und Ehe vor.
     In der westlichen Kultur wurde das „Ausgehen" mit dem vermischt, was früher einmal „den Hof machen" war. Die Unterscheidung zwischen beiden Begriffen ist verloren gegangen. Was heute als paarweises Ausgehen praktiziert wird, galt früher einmal als „den Hof machen" und sollte denen vorbehalten bleiben, die alt genug sind, ernsthaft eine Ehe in Erwägung zu ziehen. Bis dahin ist es für Jugendliche geeigneter, eine große Bandbreite von Freundschaften zu knüpfen und an Gruppenaktivitäten teilzunehmen.
     Da Reinheit einen großen Wert besitzt, muss sie beschützt und gefördert werden. Wie kann dies geschehen? Zunächst muss man das Konzept erklärt und gelehrt werden. Junge Menschen erhalten diese Botschaft heute weder in der Schule noch in den Medien. Sie sollten also verstehen können, dass unmoralisches Verhalten weder glamourös noch romantisch ist, sondern vielmehr ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen kann, die das ganze Leben ruinieren. Neben der Tatsache, dass dadurch Erkrankungen und ungewollte Schwangerschaften entstehen, sind die häufigsten Folgen verletzte Gefühle, Verwirrung und Schuldgefühle. Gelegenheitssex macht das zu einer billigen Ware, was der Schöpfer an Intimität in der besonderen Beziehung der Ehe vorgesehen hat und was man mit keinem anderen teilen sollte. Um die Reinheit zu bewahren, muss nicht nur ihr Wert verstanden und geschätzt werden – junge Menschen müssen auch lernen, Situationen zu vermeiden, die sie möglicherweise in Versuchung führen können. Dabei sind starke Emotionen beteiligt und viele junge Menschen haben sich selbst etwas vorgemacht, indem sie geglaubt haben, sie könnten sich schon „unter Kontrolle" halten. Zu ihrem Bedauern fanden sie dann später heraus, dass es ihnen nicht gelungen war. Wer sich entschlossen hat, Intimitäten vor der Ehe zu vermeiden, sollte damit beginnen, Situationen zu vermeiden und Orte zu meiden, in denen man von niemandem beobachtet werden kann!
     Keuschheit und Reinheit sind Wächter der Heiligkeit von Ehe und Familie. Sie sind Qualitäten, die man gar nicht hoch genug schätzen kann. Nur so können sie an die nächste Generation weitergegeben werden.

 

Lektion 19, Teil 4

Unterschiede überwinden und zusammenwachsen

     Warum wachsen manche Paare über die Jahre hinweg immer enger zusammen, während andere sich von einander entfernen und sich gegenseitig fremd werden? Es gibt Einstellungen und Taten, die eine Beziehung stärken und solche, die sich zerstörend auf alles auswirken, das gut ist. Welche Verhaltensweisen sollte man vermeiden? Und was kann man immer tun, um eine Ehe zu verbessern und positive Ergebnisse zu erzielen? Gottes Wort offenbart lebendige Gesetze, die Beziehungen regeln.

  1. Möchte Gott, dass ein Mann und seine Frau immer wie frisch Verliebte zueinander sind, die ihr ganzes gemeinsames Leben voneinander hingerissen sind? Sprüche 5, 18-19.
  2. In der heutigen westlichen Gesellschaft halten viele Ehebruch für „nichts Besonderes". Bringt ein ehebrecherisches Verhalten immer negative Konsequenzen? Sprüche 6, 27-29.
  3. Was sind einige der Konsequenzen, zu denen Ehebruch oft führt? Sprüche 6, 26.32-33.
  4. Welcher klare Unterschied besteht zwischen dem, was eine weise Frau tut, gegenüber den Taten einer törichten Frau? Welche Konsequenzen folgen aus ihren Handlungen in ihrer Ehe und Familie? Sprüche 14, 1.
  5. Viele in unserer gegenwärtigen Gesellschaft fühlen sich getrieben, über Jahre hinweg übermäßig viel zu arbeiten, um die Leiter des Erfolgs zu erklimmen. Welche Folgen wird ein Mann wahrscheinlich erleben, wenn er viel Energie darin investiert, beruflich voranzukommen, dabei aber seine Familie vernachlässigt? Sprüche 11, 29.
  6. In Prediger 4 beschreibt Salomo den Vorteil, wenn zwei Menschen sich gegenseitig helfen. Ist es einer der gottgegebenen Vorzüge der Ehe, dass jeder der beiden Ehepartner den anderen unterstützen und aufbauen kann, wenn dieser entmutigt ist? Prediger 4, 9-10.
  7. Beschreibt Paulus ein Verhalten, das im Gegensatz dazu steht? Schädigt es letztlich einen selbst, wenn man den Ehepartner schlecht macht und sich mit ihm bzw. ihr streitet? Galater 5, 15.
  8. In 1. Petrus 3 beschreibt der Apostel Petrus, wie Ehemänner und Ehefrauen einander behandeln sollten. Welche allgemeine Anweisung gibt er beiden, nachdem er jeden einzeln ermahnt hat? Wie wichtig sind die Worte, die Ehemänner und Ehefrauen zueinander sagen? Was sind die Konsequenzen? 1. Petrus 3, 8-11.
  9. Ist eine tugendhafte Frau gewillt, ihrem Ehemann das ganze Leben zu helfen und ihn zu unterstützen? Sprüche 31, 12.
  10. Kann der Mann einer solchen Frau sich auf sie während der ganzen Ehe fest verlassen? Sprüche 31, 11. (Anmerkung: Da eine solche Frau ihren Mann nie schlecht machen oder vor anderen bloßstellen würde, entwickelt sich ein Vertrauen zwischen beiden, das ihm hilft, sich zu öffnen und ihr seine Hoffnungen und Träume mitzuteilen).
  11. Ist eine tugendhafte Frau dafür bekannt, dass sie ihren Mann und die Kinder ermutigen und ihnen weisen Rat geben kann? Sprüche 31, 26.
  12. Auf welche Weise sollte ein guter Ehemann seine Frau ermutigen? Sollte er ihre Bemühungen loben, eine Partnerin im gottgewollten Sinn zu sein? Sprüche 31, 28.

 

Eine enge Bindung in der Ehe aufbauen

     Gott beabsichtigte für die Ehe weit mehr, als dass sie eine „friedliche Koexistenz" zwischen zwei Menschen sein sollte. Er schuf den Menschen als Mann und Frau, damit sie in der Ehe eins werden könnten. Diese Einheit beinhaltet eine enge Bindung und Einigkeit. Was versteht man darunter und wie können wir sie erreichen? Die meisten Ehen erreichen dieses Ideal nicht, aber man kann einige Fortschritte erreichen, wenn die Beteiligten bereit sind, persönlich zu wachsen und sich zu ändern.
     Am Anfang eines solchen Wachstums liegt die Erkenntnis und Anerkennung der Tatsache, dass jeder nur sich selbst ändern kann. Es fällt immer leicht, den Partner anzusehen und zu denken, dass alle unsere Probleme gelöst wären, wenn nur unser Partner sich ändern würde. Das trifft allerdings einfach nicht zu! Jeder einzelne von uns bringt eine Last in die Ehe mit, die wir in unserem bisherigen Leben angesammelt haben. Wegen der früheren Erfahrungen verletzter Gefühle bauen viele Menschen immer höhere Mauern um sich herum auf. Und obwohl sie dazu gedacht sind, weitere Verletzungen und Enttäuschungen abzuhalten, passiert es auf lange Sicht, dass sie sich zu Barrieren echter Intimität entwickeln. Um einer anderen Person wirklich näher zu kommen, müssen wir uns selbst verletzbar machen.
     Der vielleicht wichtigste Schlüssel, um eine engere Bindung zu erreichen, ist es, das Vertrauen in einer Beziehung zu stärken. Es braucht Zeit, Vertrauen aufzubauen, aber es kann sehr schnell wieder zerbrechen. Welche Eigenschaften tragen dazu bei, Vertrauen in einer Beziehung aufzubauen? Der erste und wichtigste Punkt ist absolute Treue. Nichts kann Vertrauen zwischen Ehepartnern schneller zerstören, als Ehebruch. Echte Treue beinhaltet nicht nur, dass man sexuelle Kontakte mit anderen Menschen als dem eigenen Partner vermeidet, sondern auch, dass man der „Grauzone" fernbleibt. Das schließt alle Formen von Pornografie mit ein, sowie, dass man es nicht zulässt, irgendwelche emotionalen Bindungen mit weiteren Personen des anderen Geschlechts einzugehen. Die verletzten Gefühle, die man einem Partner durch eine gedankenlose Haltung in dieser Angelegenheit zufügt, können das Vertrauen nachhaltig schädigen und sogar verhindern, dass jemals eine wirkliche Intimität zustande kommt. Ein weiterer Aspekt der Vertrauensbildung geschieht über Worte. Wer andere Menschen lächerlich macht – besonders in der Gegenwart Dritter – macht es ihnen schwer, Vertrauen zu entwickeln. Denn welche Person will schon ihre innersten Geheimnisse gegenüber jemandem offenbaren, der gleich mit einem abwertenden Kommentar reagiert? Und der Vertrauensbruch wird noch viel größer, wenn diese Dinge in Form von Tratsch an andere weitergegeben werden. Niemand gibt freiwillig seine innersten Geheimnisse preis, wenn er sich nicht sicher sein kann, dass diese nicht missbraucht werden.
     Zusätzlich zu Vertrauen braucht emotionale Nähe in einer Beziehung auch Vergebung. Wer Beleidigungen und verletzte Gefühle hegt und sammelt, um sie dem Partner immer wieder an den Kopf zu werfen, wird keine größere Nähe in der Beziehung erreichen. Vergebung beinhaltet den Verzicht auf das eigene „Recht" auf Gerechtigkeit. Wer entschlossen ist, jede Verletzung von Gefühlen zu bestrafen, „damit der Partner merkt, wie das ist", stellt damit nur sicher, dass der Teufelskreis von gegenseitigen Verletzungen niemals durchbrochen wird. Wenn wir vergeben, bedeutet das, die verletzten Gefühle gehen zu lassen. Fehler aus der Vergangenheit dürfen nicht immer und immer wieder aufgeworfen werden, wenn es einen neuen Konflikt gibt. Die Bereitschaft zur Vergebung sollte eines der Kennzeichen eines Christen sein und sie ist eine notwendige Komponente für eine von Intimität geprägte Ehe.
     Ein dritter wesentlicher Bestandteil, um eine enge Bindung in der Beziehung mit dem Ehepartner zu erreichen, ist es, Zeit damit zu verbringen, über das zu reden, was jedem der beiden wichtig ist. Die Fähigkeit, Hoffnungen und Träume miteinander zu teilen, schafft eine Bindung, die mit dem Gedankenaustausch wächst. Kommunikation beinhaltet mehr, als dass nur eine Person redet; es braucht notwendigerweise auch jemanden, der zuhört. Aktives Zuhören – versuchen, zu verstehen, was der andere wirklich denkt – hilft, Missverständnisse zu vermindern und ermutigt den Partner, weiter zu reden. In unserer hektischen Umwelt scheinen viele Paare nie Zeit zu finden, wirklich miteinander zu reden. Wenn Sie und Ihr Partner an Nähe und Intimität wachsen wollen, müssen Sie dafür sorgen, dass Sie Zeit haben, die ohne Unterbrechung alleine Ihnen gehört, um dann über Dinge zu reden, die Sie beschäftigen. Sei es, dass Sie gemeinsam spazieren gehen, auf dem Balkon sitzen, oder gemeinsam Essen oder einen Kaffee trinken gehen – suchen Sie nach Möglichkeiten, die in Ihrer Situation funktionieren. Wenn Sie in Ihrem Zeitplan dafür keinen Platz finden, dann sollten Sie vielleicht Ihre Prioritäten überprüfen und den Zeitplan umstellen. Sie können keine emotionale Nähe ohne Kommunikation haben.
     Ein vierter wichtiger Aspekt ist es, Geben höher einzuschätzen als Nehmen. Wer sich nur darauf konzentriert, wie die eigenen Bedürfnisse (und Sehnsüchte) befriedigt werden, lebt an sich schon selbstsüchtig. Ein grundsätzlicher Unterschied zwischen Liebe und Lust ist jedoch, dass sich Liebe auf das Geben konzentriert. Wer liebt, will dem anderen helfen und zu Diensten stehen, während Lustbefriedigung nur darauf abzielt, selbst Spaß zu haben. Wenn Sie den Weg des Gebens in Ihrer Beziehung beschreiten, zeigen Sie damit eine Einstellung, wie sie Christus hatte (Philipper 2, 3-8).
     Wenn Sie diese Prinzipien anwenden, die zu einer engeren Bindung in der Ehe führen, vergessen Sie dabei nie, dass die wichtigste enge Beziehung, die wir haben, die Beziehung zu Gott ist. Suchen Sie seine Hilfe, um zu wachsen und sich zu ändern. Seien Sie dankbar und machen Sie sich täglich Ihre Segnungen bewusst. Entwickeln Sie einen gesunden Sinn für Humor und Selbstironie. Lernen Sie, Dinge etwas leichter zu nehmen. Das Gefühl von Glück kann wirklich wachsen, indem wir daran arbeiten, eine engere Bindung in der Ehe zu erreichen!