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Bibelfernlehrgang

Lektion 20 - Eine Familie nach Gottes
Vorstellungen
| Chefredakteur | Roderick C. Meredith |
| Redaktionsdirektor | Richard F. Ames |
| Redaktion | William Bowmer Gary F.
Ehman |
| Autoren | John H. Ogwyn Daniel Hall |
| Französische Ausgabe | Dibar Apartian |
| Spanische Ausgabe | Mario Hernandez |
| Grafische Gestaltung | Donna Prejean |
| Korrekturlesung | Sandy Davis Linda
Ehman |
| Nachrichtenbüro | June Olsen |

Der Welt von Morgen – Bibelfernlehrgang hat keinen Bezugspreis.
Seine Verbreitung wird durch Zehnten und Opfer der Mitglieder der Living Church
of God und anderer ermöglicht, die freiwillig Mitarbeiter im Werk der
Verkündigung von Gottes wahrem Evangelium an alle Nationen wurden.
Alle Bibelzitate in dieser Lektion sind, sofern nicht anders
vermerkt, der revidierten Lutherübersetzung von 1984 entnommen. Copyright © 1985
Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.
Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang wird herausgegeben von der Living Church
of God, P.O. Box 3810, Charlotte NC, 28227-8010, USA.
Copyright © 2006 Living Church of God ®. Alle Rechte
vorbehalten.
Briefe an den Herausgeber ...
Orientierung durch den Bibelfernlehrgang
„Ich habe soeben Lektion 15 des Bibelfernlehrgangs erhalten
und bin so begeistert. Diese Lektionen geben mir so viel Orientierung und
Einsicht beim Bibelstudium. Vielen Dank dafür und für die Zeitschrift
Tomorrow’s World."
M.M., Zanesville, OH, USA
Geistlich die Augen geöffnet
„Ich bin dankbar für die Broschüren und den
Bibelfernlehrgang, die Sie mir angeboten haben, die mein Leben wirklich
verändert und mir gezeigt haben, wie man die Bibelverse und biblische
Prophezeiungen richtig interpretiert. Ihr Bibelfernlehrgang hat mir geistlich
die Augen geöffnet, so dass ich jetzt Gottes Plan und zukünftige Ereignisse, die
die Menschheit betreffen, verstehe."
S.O., Ndhiwa, Kenya
Bibel kommt selbst zu Wort
„[Ich möchte] zur weiteren Verbreitung dieses vorzüglich
konzipierten Bibelkurses beitragen. Ganz besonders gefällt mir an diesem Kurs,
dass man durch gezielte Fragen veranlasst wird, eigenständig in der Bibel
nachzuforschen. So kommt die Bibel selbst zu Wort und lädt den Leser dazu ein,
über das Gelesene selbst nachzusinnen und eigene Schlussfolgerungen zu ziehen.
Die zusätzlich vorhandenen Exkurse erleichtern das Verstehen zusätzlich, und
öffnen den Blick für größere Zusammenhänge."
P.R., Berlin
Wie ein schönes Fest
„Ich habe Lektion 5 Ihres Bibelfernlehrgangs erhalten und
fühle mich, als könnte ich an einem schönen Fest teilnehmen. Ich habe bereits
Teil 2 der Lektion fast beendet und wow! Da werden Wahrheiten ausführlich
erklärt. Wunderbar!"
H.J., Lacombe, AB, Kanada
Zum Titelbild: Gott schuf die Familie, damit
Erfahrungen, Weisheit und Liebe von Generation zu Generation weitergegeben
werden können. Eltern haben eine besondere Verantwortung, dafür zu sorgen, dass
ihre Kinder mit einer soliden Basis ins Leben aufbrechen. „Gewöhne einen Knaben
an seinen Weg, so lässt er auch nicht davon, wenn er alt wird" (Sprüche 22, 6).
Die Bibel offenbart erprobte Prinzipien, die Schlüssel für ein erfolgreiches
Familienleben sind.
Eine Familie nach Gottes Vorstellungen
Die Zeitungen sind voll von Geschichten über
Jugendkriminalität und Gewalt, die viele Eltern und zukünftige Eltern in Angst
und Schrecken versetzen. Ist es möglich, so fragen sich manche, in einer
Gesellschaft, wie wir sie heute haben, noch anständige Kinder aufzuziehen?
Unsere Gesellschaft ist erfüllt mit so vielen widersprüchlichen Eindrücken und
man erhält von allen Seiten Warnungen und Ratschläge für Kinder und Familien.
Wenn wir unsere Schulen betrachten, wir deutlich, dass das
institutionalisierte Erziehungswesen versagt hat. Immer mehr Geld fließt in
öffentliche Bildung, besonders seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Dennoch sind unsere Schulen von zunehmender Gewalt und Angst vor Gewalt
betroffen. Reden im Unterricht, Weiterreichen von Notizen, Rennen in den Gängen
und Kauen von Kaugummi sind längst nicht mehr die Hauptgründe für
disziplinarische Maßnahmen, wie es noch bei einer Umfrage unter Lehrern in
öffentlichen Schulen Amerikas in den 1940er Jahren war. Heute müssen sich die
Lehrer sehr viel eher mit bewaffneten Angriffen, Drogenmissbrauch,
Vergewaltigungen, kriminellem Vandalismus und ähnlichen, viel schlimmeren
Angelegenheiten befassen. Was ist geschehen?
Am Anfang des 20. Jahrhunderts stellten zwei Männer die Weichen für Vieles,
was sich in den folgenden Jahrzehnten entwickeln würde. Der eine war Sigmund
Freud, Vater der modernen Psychiatrie und Psychoanalyse, und der andere war John
Dewey, langjähriger Professor an der Columbia University und Vater der
„progressiven" Erziehung. Ihre Theorien und die Anstrengungen ihrer Anhänger
starteten eine Revolution in der Betrachtung der menschlichen Natur, der
richtigen Erziehung und Jugendentwicklung.
Freud strebte danach, die menschliche Natur abseits von Gott und der Bibel
zu verstehen. Er hielt es für „ungesund", wenn der Mensch seine „tierischen"
Sexualtriebe unterdrückt oder verleugnet, was dann zu allerlei Problemen und
Neurosen im weiteren Lebensverlauf führe. Dewey wollte Kindern nicht
„einschränken" und stellte sich deshalb gegen jede äußerliche Strukturierung
ihres Verhaltens. Dewey ermutigte die Kinder dazu, sich selbst zu verwirklichen
und selbst zu entdecken und stufte die Persönlichkeitsentwicklung höher ein als
die Charakterentwicklung. Dieser Trend, die Charakterentwicklung weniger zu
betonen, zog sich im vergangenen Jahrhundert durch alle Kreise kindlicher
Entwicklungsförderung. Die Ergebnisse dieser Politik haben sich noch
verschlimmert, seitdem diese in die falsche Richtung laufenden Theorien
gegenüber dem gesunden Menschenverstand und traditioneller Weisheit durchgesetzt
haben.
Nur wenige Erzieher und Sozialwissenschaftler verstehen die menschliche
Natur. Ist sie von Grund auf gut oder böse? Die Antwort steht in 1. Mose 3, wo
sich unsere Ureltern mit den zwei Bäumen konfrontiert sahen. Anders als von Gott
geboten, nahmen Adam und Eva die Frucht vom Baum der Erkenntnis des Guten und
Bösen. Seither waren die menschliche Natur und die menschliche Zivilisation eine
Mischung dieser Gegensätze. Die menschliche Natur ist nicht von sich aus gut;
Charaktererziehung und –entwicklung sind entscheidend. Das Versagen der modernen
Gesellschaft, dies anzuerkennen, hat uns eine Generation beschert, die nur
gelernt hat, „sich selbst gut zu fühlen", ohne die wünschenswerten Charakterzüge
zu entwickeln, die es wert wären, dass man sich damit gut fühlen kann!
Wenn wir uns rückblickend das große Experiment der Kindererziehung im 20.
Jahrhundert ansehen, müssen wir zu dem Schluss kommen, dass es nicht nur ein
Fehlschlag war – es war ein Desaster! Die Idee, dass gewähren lassende „Liebe"
Disziplin unnötig machen würde, stellte sich als oberflächliches Denken heraus.
Die Realität ist, dass richtige Disziplin das Resultat echter Liebe ist.
Schließlich weist sogar Gott jeden zurecht, den er liebt (Sprüche 3, 12).
Was geschieht mit unseren Kindern als Resultat eines Jahrhunderts des
sozialen Experimentierens? Es gab tragische Konsequenzen! Millionen von ihnen
erhalten zu viel Medikamente und zu wenig Disziplin. Sie wachsen mit einem auf
fatale Weise falschen Wertesystem auf. Sie sind von gesunkenen Hemmungen und
Materialismus verführt und leiden an innerer Leere im geistlichen Bereich ihres
Wesens.
Doch es gibt eine Alternative. Es ist tatsächlich möglich, dass Sie
inmitten unserer heutigen, gottlosen Welt eine Familie nach Gottes Vorstellungen
aufbauen! Um das zu tun, müssen Sie die Prinzipien verstehen, die der Schöpfer
in seinem Anleitungsbuch für die Menschheit offenbart hat.
Um eine Familie nach Gottes Vorstellungen aufzubauen, braucht es Engagement
und Beständigkeit. Dazu gehört nicht nur, Ihren Kindern den richtigen Weg zu
erklären, Sie müssen ihn auch im eigenen Verhalten zeigen und vorleben.
Vergessen Sie nie, dass der wichtigste Kampf, den Eltern zu bestehen haben, der
um die Herzen und Sinne ihrer Kinder ist. Wir leben in einer Gesellschaft, die
junge Menschen vielen Versuchungen aussetzt und die sie immer wieder verlockt,
schädliches Verhalten und schädliche Gewohnheiten einfach auszuprobieren.
Fürsorgliche Eltern geben ihren Kindern Richtlinien und zeigen Grenzen auf, um
sie vor dieser Verführung zu schützen, weil sie erkennen, dass es den Kindern
noch an Erfahrung und Weisheit mangelt, um ihr Leben selbst in den Griff zu
bekommen. Doch Disziplin muss mit Belehrung und Erklärungen einhergehen. Wenn
junge Menschen sich als Erwachsene erfolgreich zurechtfinden sollen – und das
sollte unser Ziel bei der Kindererziehung sein – so müssen sie zu dem Punkt
kommen, die göttlichen Prinzipien persönlich zu glauben und zu
praktizieren. In dieser Lektion wollen wir uns die Anweisungen aus Gottes Wort
ansehen, die Eltern befähigen, dieser besonders wichtigen Verantwortung in ihrem
Leben erfolgreich nachzukommen – nämlich der, Familien nach Gottes Vorstellungen
aufzubauen.
Lektion 20, Teil 1
Kinder und Eltern aus biblischer Sicht
Auf der Welt gibt es viele Vorstellungen und Sichtweisen
über Kinder und die Rolle der Eltern. Viele sind nahe dran, voller Verzweiflung
das Handtuch zu werfen. Andere sind überzeugt, dass professionelle Hilfe und
bessere Schulen die Lösung bringen würden. Sind die Teenagerjahre etwas, was
Eltern fürchten müssen? Was ist wirklich die biblische Sicht von Kindern und
Eltern?
- Welches war das erste Gebot, das Gott dem Menschen gab,
so weit es uns überliefert ist? Ist es daher völlig in Ordnung, wenn ein
verheiratetes Paar den Wunsch verspürt, Kinder zu haben? 1. Mose 1, 28.
- Wie werden Kinder in den Psalmen beschrieben? Wie sollten
Eltern ihre Kinder sehen? Psalm 127, 3.
- Sollte eine große Familie als Segen angesehen werden?
Psalm 127, 4-5.
- Planung ist in jeder Lebensphase wichtig. Sogar Gott
plant seine Familie und wählt die Wenigen aus, die schon in dieser Zeit berufen
werden, Teil seiner Erstlingsfrüchte zu sein, während die große Mehrheit später
während des Millenniums oder zur Zeit des großen, weißen Throns berufen wird.
Ist es wichtig, dass Eltern diesem Prinzip folgen und die Größe ihrer Familie so
planen, dass sie ausreichend für alle Kinder sorgen können? 1. Timotheus 5, 8.
(Anmerkung: Die Bibel zeigt in 1. Mose 1, 27 und 1. Mose 9, 6, dass das
menschliche Leben etwas Besonderes ist. Deshalb sollte keine Form der
Geburtenkontrolle gewählt werden, bei der ein befruchteter Embryo zerstört wird;
was man tun kann, ist, die Befruchtung zu verhindern, bevor sie geschieht).
- Manche Paare können keine Kinder bekommen. Welches
Vorbild gab uns Isaak, als seine Frau über viele Jahre hinweg unfruchtbar war?
1. Mose 25, 21.
- Manche Menschen betrachten Kinder als Belastung und
bringen eine negative Einstellung ihnen gegenüber zum Ausdruck. Wie sah Jakob
seine Familie? War er Gott für seine Kinder dankbar? 1. Mose 33, 5.
- Vielen Eltern wurde gesagt, dass sie erwarten könnten,
dass ihre Kinder ab einem gewissen Alter praktisch unbeherrschbar würden.
Besonders häufig werden die Teenagerjahre gefürchtet. Werden Kinder, die
effektiv belehrt und erzogen wurden, eine Freude für ihre Eltern sein, wenn sie
heranwachsen? Sprüche 29, 17.
- Ist eine richtige elterliche Erziehung auf lange Sicht
wichtig für die Zukunft unserer Kinder? Sprüche 22, 6. (Anmerkung: Als Eltern
können wir sicherlich nicht jede Entscheidung kontrollieren, die unsere Kinder
später im Erwachsenenalter treffen, aber wir können großen Einfluss darauf
nehmen, wie diese Entscheidungen ausfallen werden! Obwohl viele Einflüsse auf
unsere Kinder einwirken, können Eltern, die dazu entschlossen sind, dafür
sorgen, dass sie selbst der wesentlichste Einflussfaktor im Leben der Kinder
sind).
- Welche Art Kinder macht ihre Eltern glücklich, und welche
Art Kinder macht sie traurig? Sprüche 10, 1; 17, 25.
- Wo sollten Eltern beginnen, die ihren Kindern wirkliche
Weisheit beibringen möchten? Sprüche 9, 10.
- Was wird durch eine solche Weisheit im Leben dieser
Person bewirkt? Sprüche 2, 10-12.16.
- Welches grundlegende Prinzip hat Gott offenbart, das zu
einem erfolgreichen Leben führt? Dieser Ansatz ist absolut unumgänglich, wenn
wir damit Erfolg haben wollen, Kinder nach Gottes Vorstellungen zu erziehen.
Sprüche 3, 5-7.
Bereiten Sie Ihre Kinder auf das Leben vor
–
vermeiden Sie hemmende Einstellungen
Alle normalen Eltern wünschen sich das Beste für ihre
Kinder. Von frühester Kindheit an wollen wir sie glücklich und erfolgreich
aufwachsen sehen. Doch wenn sie aus der Grundschule kommen, sind die meisten
jungen Menschen bereits auf eine Weise programmiert, die später im Leben zu
Misserfolg statt zu Erfolg führt. Warum ist das der Fall? Welche Einstellungen
führen wirklich zu Erfolg oder Misserfolg im Leben – und wie übertragen Eltern
diese Einstellungen auf ihre Kinder?
Eltern übertragen jeden Tag bewusst oder unbewusst verschiedene
Einstellungen und Denkweisen auf ihre Kinder. Sie demonstrieren durch ihr
Handeln automatisch, welchen Wert sie den verschiedenen Aspekten des Lebens
zumessen, sei es Sport, Bildung, Karriere, Kirche oder sozialen Tätigkeiten.
Zusätzlich zeigt ihr Beispiel den Kindern, wie man mit Enttäuschungen und
Frustrationen umgeht. Kinder lernen aus erster Hand, was Ehe und Familie
bedeuten, während sie ihre Eltern beobachten.
Der Ansatz für eine erfolgreiche Lebensführung ist es, anzuerkennen, dass
Gott es ist, der echten Erfolg gibt. Zu lernen, ihn zu suchen und ihn an erste
Stelle zu setzen, ist der wichtigste Einzelfaktor, der bestimmt, ob man
letztendlich erfolgreich oder erfolglos sein wird. Erfolgreiche Eltern erklären
ihren Kindern nicht nur dieses Konzept, sondern sie leben es auch vor. Eine von
Weisheit geprägte Lebensanschauung und Betrachtung der Herausforderungen, die
das Leben stellt, ist erfolgreichen Menschen gemeinsam, und Weisheit beginnt mit
Gottesfurcht. Nur wer gelernt hat, Gott und seinen Geboten zu folgen, wird
wirklichen und dauerhaften Erfolg erleben. Selbst im Hinblick auf finanziellen
Erfolg ist der Ansatzpunkt, dass man Gott an erste Stelle setzt, indem man treu
ist in Zehnten und Opfergaben, wie der weise König Salomo seinem Sohn erklärte
(vgl. Sprüche 3, 9-10).
Eine zweite Einstellung, die junge Menschen auf einen Erfolg im Leben
vorbereitet, ist eine gesunde Selbstachtung. Kinder sollten wissen, dass alle
Menschen einen Wert in sich selbst haben, der ihnen von Gott gegeben ist, und
dass sie daher sich selbst und jeden anderen respektieren sollten. Wir alle sind
nach dem Bilde Gottes erschaffen worden und haben das Potenzial, in Gottes
Familie hineingeboren zu werden. Unseren Körper sollten wir als den Tempel des
heiligen Geistes Gottes achten und alles vermeiden, was diesen Tempel entweiht
(1. Korinther 3, 16). Auf dieser Grundlage sollten Rauchen, Drogen- und
Alkoholmissbrauch, sexuelle Unmoral und sogar Tätowierungen und Piercings
vermieden werden (vgl. 3. Mose 19, 28).
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist ein angemessenes Selbstvertrauen. Dies
ist nicht damit zu verwechseln, dass man einfach lernt „sich gut zu fühlen" ohne
dass man etwas gemacht hätte, für das man sich gut fühlen kann. Vielmehr besteht
es darin, dass man lernt, hart zu arbeiten und sich Fertigkeiten anzueignen.
Dazu gehört, dass man seine Talente entdeckt und diese Talente so entwickelt,
dass man darin das Beste erreichen kann. Jeder kann etwas gut und es liegt in
der Verantwortung der Eltern, jungen Menschen zu helfen, zu entdecken, was deren
besonderes Talent ist. Da niemand vor anderen Menschen als tollpatschig dastehen
möchte, halten sich viele Jugendliche manchmal zurück und trauen sich nicht,
etwas Neues auszuprobieren. Wichtig ist, dass die Eltern ihre Kinder ermutigen,
eine große Bandbreite verschiedener Dinge zu probieren, weil die Kinder nur so
feststellen können, wo ihre Talente und Interessen liegen.
Eine positive Grundeinstellung ist ein weiterer Baustein für persönlichen
Erfolg. Die Bibel erklärt im Zusammenhang mit dieser Einstellung die Bedeutung
von Eigenschaften wie Glaube, Hoffnung und Mut. Ohne diese wichtigen Zutaten
werden Menschen durch die Probleme des Lebens schnell entmutigt. Dann verlieren
sie den Mut, geben auf und sorgen gerade damit noch dafür, dass sie versagen.
Wer immer die negativen Aspekte im Auge hat und immer das Schlimmste erwartet,
untergräbt seine Fähigkeit, das Leben erfolgreich zu meistern.
Jemand, der unfähig ist, Zurechtweisungen anzunehmen, kann auch nicht
lernen und wachsen. Eltern, die glauben, dass ihr Kind nichts Böses tun könnte
oder dass ihr Kind immer Recht hat, wenn es sich mit anderen streitet, tun dem
Kind damit keinen Gefallen. Wenn wir im Leben immer Entschuldigungen suchen und
andere für unser Versagen verantwortlich machen, begeben wir uns in eine
Opferrolle. Stattdessen sollten wir Rückschläge und Konflikte als Chance
wahrnehmen, eigene Fehler zu erkennen und dann unsere Energie darauf lenken, die
Dinge zu ändern, die sich in unserem Einflussbereich befinden. Nur so ergreifen
wir die Verantwortung für unser Leben.
Eltern sind ein wesentlicher Einflussfaktor im Leben ihrer Kinder. Durch
die Art, wie wir selbst das Leben meistern und die Art, wie wir mit unseren
Kindern umgehen, sie lehren und zurechtweisen, bereiten wir ihnen den Weg für
deren eigenen Erfolg oder Misserfolg im Leben.
Lektion 20, Teil 2
Die Rolle von Liebe und Disziplin
Welcher Zusammenhang besteht zwischen Liebe und
Disziplin in der Kindererziehung? Manche Eltern bemühen sich, ihre Kinder in
allen Aspekten zufrieden zu stellen, indem sie ihnen „all die Dinge geben, die
sie selbst nie hatten". Wie sollte sich elterliche Liebe wirklich erweisen? Wie
sollte Disziplin ausgeübt werden und welche Rolle sollte sie spielen?
- Welche Beziehung haben bekehrte Christen zu Gott? Werden
wir als seine eigenen Kinder betrachtet? 1. Johannes 3, 1-2.
- Liebe muss gelernt werden. Kinder lernen, zu lieben, als
Reaktion auf die Liebe, die sie durch ihre Eltern erfahren. Lernen wir als
Kinder Gottes, Gottes Liebe zu erwidern, weil er uns zuerst seine Liebe erwiesen
hat? 1. Johannes 4, 19.
- Glaubt Gott an die Notwendigkeit, seinen Kindern
gegenüber auch Disziplin auszuüben und sie wenn nötig auch zu züchtigen? Hebräer
12, 6-7.
- Geschieht eine solche Züchtigung immer aus Liebe? Ist
Gott immer durch Liebe motiviert? Hebräer 12, 6.
- Werden Kinder, die keine Disziplin erfahren, von ihren
Eltern behandelt, als wären sie ungewollt und nicht von ihnen geschätzt? Hebräer
12, 8.
- Züchtigung ist nie angenehm, wenn man sie erhält. Doch
was ist die Folge, wenn man sie sich zu Herzen nimmt? Hebräer 12, 11.
- Wenn Eltern ihre Kinder in der richtigen Weise
korrigieren, zeigt dies, dass sie ihre Kinder wirklich lieben und dass es ihnen
wichtig ist, welche Gewohnheiten und welchen Charakter sie entwickeln? Sprüche
3, 11-12. Bei der Kindererziehung ist es kein Anzeichen von Liebe, immer
nachgiebig zu sein und den Kindern alles zu erlauben.
- Verzögern Eltern, die ihre Kinder lieben,
disziplinarische Maßnahmen, oder erfolgen Sanktionen frühzeitig und in einem
zeitlichen Zusammenhang? Sprüche 13, 24. (Anmerkung: Der hebräische Ausdruck für
„Rute" bezieht sich in diesem Zusammenhang auf einen kleinen, biegsamen Stock
oder Zweig. Dieser ist von dem Kind spürbar, verletzt das Kind aber nicht).
- Anstatt früh auf Disziplin zu achten, die darauf abzielt,
die Einstellung eines Kindes zu formen, warten manche Eltern, bis das Kind etwas
wirklich Törichtes oder Unbedachtes tut, um dann in einem Wutausbruch ihrem
Ärger Luft zu machen. Was sagt Gott über die Folgen eines solchen, falschen
Ansatzes bei der Erziehung? Jakobus 1, 20.
- Welche zwei Bestandteile effektiver Erziehung führen das
Kind zu Weisheit? Sprüche 29, 15 (Anmerkung: Die „Rute" bezieht sich auf
körperliche Züchtigung, während „Tadel" eine verbale Zurechtweisung bedeutet.
Beide zusammen helfen dem Kind, das Richtige anzustreben und das Falsche zu
meiden).
- Ist es möglich, Kinder zum Äußersten zu reizen, indem man
zu streng ist und Disziplin missbraucht? Epheser 6, 4. Was sind dann die Folgen?
Kolosser 3, 21. (Anmerkung: Der Expositor’s Bible Commentary, Band 11,
Seite 219, erklärt: „Väter sollen ihre Kinder nicht „erbittern" [erithizo]...
Eltern können so überreagieren, so fordernd auftreten oder so streng sein, dass
sie in ihrem Kind das Gefühl erzeugen, es sei ohnehin unmöglich, es den Eltern
recht zu machen. Das griechische Wort für „scheu" [athymeo] beinhaltet
die Bedeutung der „Entmutigung" und kann zu einer dumpfen, gleichgültigen und
teilnahmslosen Einstellung führen).
- Was ist das Resultat, wenn Eltern ihren Kindern die
richtige Disziplin und Erziehung zukommen lassen? Sprüche 29, 17.
Was ist Kindesmisshandlung?
In den Nachrichten erfährt man regelmäßig von Fällen von
Kindesmisshandlung. Oft geht es dabei um abscheuliche Dinge, die Eltern und
andere Erwachsene Kindern angetan haben. Wegen des öffentlichen Interesses, das
dieses Thema in den vergangenen Jahren erfahren hat, entstand eine Debatte
darüber, was richtige Disziplin ist. Manche sind so weit gegangen, jegliche Form
körperlicher Züchtigung abzulehnen. Dabei gibt es eine klare Unterscheidung
zwischen in Liebe ausgeübter Disziplin und Kindesmisshandlung.
Ein Kind kann auf zwei grundlegende Weisen misshandelt werden. Die eine ist
Vernachlässigung, die andere geschieht durch überzogene Handlungen an ihnen.
Kinder sind von Natur aus abhängig. Kleinkinder müssen gefüttert und gebadet
werden und ihre Eltern müssen ihnen die Windeln wechseln. Selbst größere Kinder
sind von Erwachsenen abhängig hinsichtlich Essen, Kleidung und Unterkunft. Zudem
haben sie emotionale und geistliche Bedürfnisse, die ebenso wichtig sind, wie
die körperlichen Bedürfnisse. So schrecklich die Berichte über physisch
vernachlässigte Kinder auch sind, geschieht es in unserer Gesellschaft doch viel
häufiger, dass Kinder emotional und geistlich vernachlässigt werden. Viele
Eltern, die niemals daran denken würden, ihre Kinder physisch hungern zu lassen,
lassen sie oft emotional und geistlich verhungern, indem sie ihnen nicht
genügend Liebe, Ermutigung, positive Aufmerksamkeit und aktive Unterweisung in
geistlichen Werten zukommen lassen, die ihnen Richtschnur und Hilfe auf ihrem
Lebensweg sein sollten. Eltern sollten erkennen, dass ein Mangel an moralischer
und geistlicher Wertevermittlung eine ernstzunehmende Form von Vernachlässigung
ist.
Neben dem Versagen durch Passivität gibt es auch Fälle aktiver
Kindesmisshandlung. Diese geschehen oft, wenn Eltern ihre Kinder in einer
zornigen und frustrierten Stimmung züchtigen. Eltern sollten ein Kind
niemals schlagen. Das ist keine disziplinarische Maßnahme, es ist
Misshandlung. Auch sollten Eltern ihre Kinder nie verbal abwerten oder sie mit
Schimpfwörtern belegen. Es ist ein enormer Unterschied zwischen bedachter und in
Maßen ausgeübter Disziplin, die in Liebe geschieht, und den
degradierenden, verletzenden Worten, die man einem Kind in einem Wutausbruch an
den Kopf wirft. Richtig ausgeübte Disziplin bringt gute Resultate im Leben des
Kindes hervor, während Misshandlungen seelische Schäden und emotionale Schmerzen
hervorrufen, die ein ganzes Leben lang anhalten können.
Das Konzept von „musar" verstehen
Obwohl das Wort Disziplin in den meisten
Bibelübersetzungen nicht verwendet wird, ist das Konzept dennoch gegenwärtig. Es
gibt ein bestimmtes hebräisches Wort, das recht häufig verwendet wird, besonders
im Buch der Sprüche, und das beschreibt, was wir unter Disziplin verstehen.
Dieses Wort ist musar.
Allgemein als „Zurechtweisung" übersetzt, bezieht sich das Wort
ursprünglich auf „Richtschnüre". Solche werden zum Beispiel gebraucht, um einen
jungen Baum so auszurichten, dass er als gerader und gesunder Baum wachsen kann.
Äußere Kräfte können einen jungen Baum leicht in eine ungewollte Richtung
verbiegen. Wird sein Wachstum nicht durch solche Richtschnüre korrigiert, wird
der junge Baum in dieser schiefen Richtung weiter wachsen. Je größer und härter
der Baum wird, desto eher erreicht er den Punkt, wo er nicht mehr in die
richtige Wachstumsrichtung gebogen werden kann.
Kann man Jugendliche leicht disziplinieren, denen über Jahre hinweg zu
viele Freiheiten zugestanden wurden, und bei denen die Eltern erst nach langer
Zeit ihren Fehler erkannt haben? Bedenken wir, dass „Disziplin" beinhaltet das
lateinische Wort für „Schüler". Jemanden zu disziplinieren, bedeutet
tatsächlich, ihn zu regulieren und zu trainieren. Ein Jugendlicher ist nicht
annähernd so einfach zu ändern, wie ein kleines Kind. Wenn Kinder ohne Grenzen
aufgewachsen sind und hauptsächlich vom äußeren Umfeld geprägt wurden, dürfen
Eltern nicht den Fehler begehen, innerhalb weniger Tage die Versäumnisse eines
ganzen Lebens korrigieren zu wollen.
Vor einigen Jahren hat sich mir ein lehrreiches Erlebnis eingeprägt, als
ich nach einem Eisregen den Garten aufräumte. Ein paar große Äste waren von
einer Kiefer abgebrochen und auf einen jungen Eichenbaum gefallen. Als wir
endlich dazu kamen, diese abgebrochenen Äste zu entfernen, war zu sehen, dass
die junge Eiche inzwischen gebogen weiter gewachsen war, weil mehrere Wochen
vergangen waren. Wir banden Seile um den verbogenen oberen Teil des Stammes und
benutzten sie als Richtschnüre. Diese wurden straff an Pfosten gebunden, die wir
in die Erde geschlagen hatten. Nach ein bis zwei Tagen konnten die Seile etwas
fester gezogen werden. Schritt für Schritt, über einen Zeitraum von mehreren
Monaten, wurde der junge Baum wieder gerade gezogen. Musar wurde mit
Erfolg angewendet! Ebenso muss man mit dem Leben von Jungendlichen verfahren,
deren Entwicklung schief verlaufen ist. Die Anwendung von „Richtschnüren" bzw.
Richtlinien, die ihre Entwicklung in die richtige Richtung lenken, muss dabei
fest verankert sein und schrittweise gefestigt werden.
Lektion 20, Teil 3
Richtige Werte lehren
Das Wichtigste, was Eltern ihren Kindern beibringen
können, sind richtige Werte. Alle Eltern lehren ihre Kinder Werte, sei es durch
aktive Bemühungen oder durch Vernachlässigung. Unsere Worte und Taten vermitteln
den Kindern eine Botschaft darüber, was im Leben wirklich zählt. Werte sollen
aber nicht nur richtig vorgelebt werden, man muss sie auch durch Erklärungen und
Vorgaben aktiv lehren, wie die folgenden Schriftstellen zeigen.
- Wurde das Buch der Sprüche als Rat eines Vaters für
seinen Sohn geschrieben? Ist sein Zweck, Weisheit und Erkenntnis für das Leben
zu lernen? Sprüche 1, 1-2.8.
- Ein junger Mensch, der noch wenig Lebenserfahrung hat,
ist per Definition naiv hinsichtlich langfristiger Folgen von bestimmten
Entscheidungen. Wurde das Buch der Sprüche geschrieben, um diesem natürlichen
Mangel an Einsicht unter jungen und unerfahrenen Menschen entgegenzuwirken?
Sprüche 1, 4.
- Ermahnt der Autor der Sprüche junge Menschen, den Umgang
mit den falschen Männern und Frauen – denjenigen, die keine moralischen
Prinzipien haben und einen zu unehrenhaftem und unmoralischem Handeln drängen –
zu meiden? Sprüche 2, 12-19.
- Sollten junge Menschen lernen, den Wert von Bildung und
Lernerfahrungen zu schätzen? Lehrte König David Salomo diese Prinzipien? Sprüche
4, 1-7.
- Sollte auch harte Arbeit geschätzt werden? Sagt Gott,
dass junge Menschen vom Beispiel der kleinen Ameise lernen können? Sprüche 6,
6-11. (Anmerkung: Die Bibel betont, dass jede Ameise ihrer Verantwortung
nachkommt, ohne dass ständig jemand hinter ihr stehen muss, um zu kontrollieren,
dass sie etwas tut).
- Sind Unmoral und Untreue in der Ehe töricht und schaden
einem selbst? Sprüche 6, 24-32.
- Jugendliche Experimentierfreude mit Drogen und Alkohol
kann schlimme und langfristige Folgen nach sich ziehen. Was sollten Eltern ihren
Kindern darüber beibringen? Sprüche 23, 20-21.29-30.
- Wie wichtig ist ein guter Ruf? Welchen Wert sollten junge
Menschen ihm beimessen? Sprüche 22, 1. Fängt dies schon in der Kindheit an?
Sprüche 20, 11.
- Ein anderer, wichtiger Wert, den junge Menschen lernen
sollten, ist die richtige Art von Treue. Welchen Rat erhalten wir darüber?
Sprüche 17, 17.
- Besonderer Wert wird auch auf Charakterzüge wie
Selbstkontrolle und Selbstdisziplin gelegt. Womit vergleicht Gott Menschen, die
ihre Gefühle nicht kontrollieren können? Sprüche 25, 28. (Anmerkung: Eine Stadt,
deren Mauern niedergerissen waren, war jederzeit angreifbar).
- Welche Einstellung sollte man gegenüber Zurechtweisung
haben? Sollte man die Quelle solcher Zurechtweisung lieben oder verabscheuen?
Sprüche 9, 7-9.
- Gott legt großen Wert auf unsere Haltung gegenüber
denjenigen, denen es schlechter geht als uns. Was sollte Eltern ihre Kinder
darüber lehren? Sprüche 14, 31.
- Was sagt Gottes Gesetz darüber, wie jüngere Menschen
diejenigen behandeln sollen, die älter sind als sie? 3. Mose 19, 32.
Eine Einstellung der Reinheit fördern
In der gegenwärtigen Jugendkultur kann man sicher sein,
dass es um eine negative Einstellung geht, wenn man sagt, dass jemand ein
Einstellungsproblem hat! Zur überwiegenden Mehrheit ist das
Unterhaltungsangebot, das auf Jugendliche ausgerichtet ist, auf unterstem Niveau
und degeneriert. Es verherrlicht das Rebellische und Extreme. Was Werte
betrifft, scheint der einzige Wert, auf den sich die heutige Gesellschaft
verständigen kann, der der „Toleranz" zu sein. Man sagt, dass jeglicher
Lebensstil zu tolerieren ist – außer natürlich der, sich für die Intoleranz zu
entscheiden!
Wir haben wohl alle schon mal den Ausspruch gehört, „du bist, was du isst."
Das ist richtig im Hinblick auf die Ernährung, aber genauso auch im geistigen
Aspekt. Unser geistiger Speiseplan bestimmt zum großen Teil, was für eine Person
wir werden. Der Apostel Paulus betonte: „Was wahrhaftig ist, was ehrbar, was
gerecht, was rein, was liebenswert, was einen guten Ruf hat, sei es eine Tugend,
sei es ein Lob – darauf seid bedacht" (Philipper 4, 8). Wir können in unseren
Kindern keine Einstellung von Reinheit fördern, wenn wir ihnen erlauben, ihren
Verstand ständig mit geistigem Abfall zu füttern. Fernsehprogramme und Filme mit
offen dargestellten Gewalt- und Sexszenen sowie entsprechende Computerspiele
sind eine zerstörerische geistige Diät.
Wie steht es mit der Musik? Vom Wiegenlied bis zum aufpeitschenden Marsch
kann Musik praktisch jede Stimmung schaffen oder verstärken. Und zusätzlich zu
der Atmosphäre, die durch die Stimmung eines Liedes geschaffen wird, sollte man
auch die Botschaft der Worte in einem Lied beachten. Liedtexte, die Wut,
Rebellion und Vulgärsprache ausdrücken oder die außerehelichen
Geschlechtsverkehr propagieren, senden eine schädliche Botschaft. Mit
Musikvideos, die unter Jugendlichen so beliebt sind, wird der Effekt solcher
Botschaften noch vervielfacht, weil das, was durch die Ohren aufgenommen wird,
noch durch das Auge verstärkt wird.
Reinheit beinhaltet eine Denkweise und dreht sich nicht nur um das
Vermeiden von bestimmtem, lustgesteuertem Verhalten. Unterhaltung und Kunst
sollten den Menschen aufbauen, indem sie befürworten, was gut und ehrbar, rein
und schön ist. Eltern, die in ihren Kindern Reinheit fördern wollen, werden sehr
sorgfältig in der Auswahl der Musik, der Filme und der Bücher sein, die sie
erlauben.
Der Apostel Paulus erklärte dem jungen Prediger Titus, dass er die älteren
Frauen ermutigen solle, die jüngeren Frauen Prinzipien von Bescheidenheit und
Keuschheit zu lehren (Titus 2, 4-5). Es ist wichtig, dass Eltern, ältere Freunde
und Familienmitglieder Richtlinien für junge Mädchen in dieser Hinsicht
vorgeben. Zu eng anliegende und zu kurze Röcke und tief ausgeschnittene Kleidung
sind dazu geeignet, an Männer sexuell verlockende Signale zu senden. Auch
wenn viele junge Frauen abstreiten würden, dass dies ihre Absicht ist, und
vielmehr angeben würden, dass es einfach so „Mode" ist, sollten ihre Eltern
ihnen helfen, zu begreifen, dass auch unabhängig von ihrer Motivation solche
Signale bei den Männern ankommen, die sie sexuell verlocken und erregen können.
Keine von Gott geleitete, junge Frau würde wollen, dass es ihre Kleidung und ihr
Verhalten einem jungen Mann schwieriger macht, seine Gedanken rein zu halten.
Wenn aber Mädchen nicht aktiv darin belehrt werden, verstehen sie einfach nicht
den Unterschied zwischen der männlichen und der weiblichen Denkweise. Eine
innere Einstellung der Reinheit und Bescheidenheit sollte sich auch in der
Kleidung und im Verhalten ausdrücken.
Im Zusammenhang damit, jungen Leuten beizubringen, wie man einen Modestil
vermeidet, der unerwünscht Sexualität betont, haben Eltern die Pflicht, auf
positive Weise Gottes Sichtweise der Sexualität zu erklären. Gott erschuf uns
als Mann und Frau und sagte, dass es sehr gut war! Wenn man etwas über
Sex erklärt, sollte klar gemacht werden, dass Sex ein schönes Geschenk Gottes
ist. Wenn richtig gebraucht, spielt Sexualität eine wichtige Rolle in der von
Gott bestimmten, schönsten und erfüllendsten zwischenmenschlichen Beziehung, der
Ehe. Wenn Sex aber missbraucht wird, entstehen Schmerzen und verletzte Gefühle,
die ein ganzes Leben vernichten können. Jungen Menschen sollte beigebracht
werden, dass viel von ihrem zukünftigen Glück davon abhängt, dass sie lernen,
Reinheit zu schätzen. Reinheit ist eine notwendige Grundeinstellung für eine
erfüllende und gesunde Ehe.
Und es bedarf nicht nur richtiger Gespräche und Erklärungen. Jungen
Menschen müssen auch geeignete Grenzen gesetzt werden, die ihre Reinheit
schützen. Wer Teenagern erlaubt, als Pärchen alleine auszugehen, unterstützt
Intimität ohne Verantwortung. Der Apostel Paulus gebot: „Fliehe die Begierden
der Jugend!" (2. Timotheus 2, 22). Leute, die nicht miteinander verheiratet
sind, sollten es vermeiden, in Situationen alleine zu sein, die zu intimen
Kontakten führen könnten. Richtige Grenzen, die frühzeitig gesetzt und den
jungen Menschen eingeprägt wurden, können ihnen helfen, später gefährliche
Situationen zu vermeiden. Junge Leute haben viele Hormone aber wenig
Lebenserfahrung. Sie brauchen Führung und Aufsicht.
Reinheit kann in Ihrer Familie gefördert werden, selbst wenn wir inmitten
einer korrupten und unreinen Welt leben. Wie? Bitten Sie Gott um seine Hilfe und
seinen Segen. Machen Sie sich klar, dass Eltern zu einer aufbauenden und
gesunden geistigen Diät beitragen können. Dies muss damit verbunden sein, junge
Leute darin zu lehren, dass sie ihre Reinheit schätzen und bewahren lernen.
Zusammen mit einer positiven Unterweisung und sicheren, gesunden Grenzen haben
Eltern so einige Taktiken zu ihrer Verfügung, die einen schwierigen Kampf
gewinnbar machen.
Lektion 20, Teil 4
Die Kinder zu Gott führen
Können Eltern wirklich beeinflussen, ob ihre Kinder Gott
kennen und lieben lernen? Ist es lediglich eine Frage dessen, ob Gott unsere
Kinder „beruft", oder ist es möglich, dass ein junger Mensch auch Gott sucht und
ihn kennen lernt? Was gibt den Ausschlag, ob ein junger Mensch sich Gott in
seinem Leben unterordnet, oder ob er einfach nur seine eigenen Wege geht und die
Wahrheit beiseite schiebt, obwohl er sie als Kind kennen gelernt hat? Es gibt
wichtige Schlüssel, die man verstehen und anwenden kann, damit auch in dieser
Hinsicht eine Familie nach Gottes Vorstellungen entsteht.
- Haben Kinder bereits eine besondere Beziehung zu Gott bei
nur einem bekehrten Elternteil? 1. Korinther 7, 14. (Anmerkung: Der Begriff
„heilig" bedeutet, dass diese Kinder von der restlichen Welt abgesondert sind.
Sie befinden sich ein einer besonderen Beziehung und haben als Ergebnis der
Bekehrung eines Elternteils selbst auch Zugang zu Gott).
- Erklärte Petrus, dass Gottes Verheißung den Bekehrten und
ihren Kindern gilt, sowie all denen, die Gott zu einem späteren Zeitpunkt
berufen würde? Apostelgeschichte 2, 39.
- Sollten Eltern jede Gelegenheit nutzen, um ihren Kindern
etwas über Gott und seine Lebensweise beizubringen? 5. Mose 6, 6-7. (Anmerkung:
Dies bedeutet nicht, dass Eltern ihre Kinder ständig belehren und kritisieren
sollten. Vielmehr sollte bei jeder geeigneten Gelegenheit Gottes Sichtweise
eingebracht und den Kindern erklärt werden).
- Was für ein Vater war Abraham? Wusste Gott, dass er ihm
vertrauen konnte, dass er seinem Haushalt die Wege Gottes sorgfältig beibringen
würde? War es Gott wegen der Sorgfalt Abrahams möglich, seine Familie in der
Folge zu segnen? 1. Mose 18, 19.
- Worauf sollte ein junger Mensch verwiesen werden, um ihm
zu helfen, ein reines und gottgewolltes Leben zu führen? Ist es dazu hilfreich,
dass man Teile der Bibel auswendig kennt? Psalm 119, 9-11.
- belehrt? 2. Timotheus 3, 15.
- Wen erwähnt Paulus speziell als diejenigen, die Timotheus
so unterwiesen und ihn damit auf den rechten Weg gebracht haben? 2. Timotheus 1,
5.
- Junge Menschen können ihre persönliche Beziehung zu Gott
haben. Hatten sich Daniel und seine drei Freunde, die alle noch Teenager waren,
entschlossen, Gott zu gehorchen, obwohl sie großem Druck ausgesetzt waren, sich
der babylonischen Gesellschaft anzupassen? Daniel 1, 6.8. Was war die Folge
ihrer Entscheidung? Daniel 1, 17.
- Begann der junge König Josia bereits als Teenager, Gott
zu suchen? 2. Chronik 34, 1.3.
- Was beschreibt der Apostel Paulus als wesentliches
Merkmal, ob jemand von der Erkenntnis des wahren Gottes abweicht und in eine
geistliche und moralische Dunkelheit verfällt? Römer 1, 21-22.28. (Anmerkung: Ob
ein junger Mensch in der Wahrheit verbleibt, wenn er erwachsen ist, zeigt sich
vielleicht am ehesten darin, ob er gelernt hat, von Herzen für das Privileg
dankbar zu sein, Gott und seine Wege bereits als Kind kennen gelernt haben
zu können. Wer in dieser Weise dankbar ist, wird auch an diesem Weg festhalten).
- Beabsichtigte Gott auch zusätzlich zu der Unterweisung
durch die Eltern, dass die ganze Familie mit den Kindern vor ihm erscheint und
von Gottes Dienern aus seinem Wort belehrt wird? 5. Mose 31, 12-13.
- Gab die Familie, in der Jesus Christus heranwuchs, darin
ein gutes Beispiel? Lukas 2, 41-42.52. Schloss dies auch die regelmäßige
Teilnahme an Sabbatversammlungen mit ein? Lukas 4, 16.
Begrenzen Sie den Einfluss von Satans Welt
in Ihrer Familie
Diese Welt ist nicht geeignet, Ihren Kindern gesunde
Werte und Einstellungen beizubringen. Manche Eltern betrachten den Einfluss von
Schule, Medien und Gleichaltrigen und kommen zu dem Schluss, dass es da
praktisch keine Hoffnung mehr gibt. Andere passen sich an und nehmen in naiver
Weise an, dass sich schon alles zum Guten wenden werde, weil die Eltern ja
bemüht sind, ein gottgewolltes Leben zu führen. Sie sind dann nur schockiert,
welche Einstellungen bei ihren Kindern in den Jugendjahren in Erscheinung
treten. Was kann man tun? Die Bibel gibt uns einige Beispiele von Eltern, die
die verschiedenen Ansätze vertreten haben und welche Art Probleme sich daraus
ergeben haben.
Das 1. Buch Mose gibt uns einige Beispiele, wo Familien erfolgreich waren
oder versagt haben. Die Familien von Abraham und Lot bilden einen interessanten
Gegensatz. Gott sagt, er habe gewusst, dass Abraham seine Familie führen und
unterweisen würde, so dass Gott sie segnen und gebrauchen könnte. Lot, der Neffe
Abrahams, war ebenfalls ein gerechter Mann (2. Petrus 2, 7), aber er traf ein
paar Entscheidungen, die für seine Familie tragische Konsequenzen hatten.
Während Abraham sich und seine Familie in einer gewissen Distanz von der
umgebenden Gesellschaft hielt, fühlte sich Lot von dem „Großstadtgetümmel"
angezogen. Die Bibel sagt, dass er zuerst seine Zelte „bis nach Sodom" bringen
ließ (1. Mose 13, 12). Etwas später lesen wir, dass er direkt in Sodom wohnte.
Sodom war eine korrupte, dekadente und von Perversion gekennzeichnete Stadt. Lot
folgte sicher nicht den korrupten Praktiken der dortigen Gesellschaft. Uns wird
sogar gesagt, dass er sich über die Perversion der Menschen in Sodom ärgerte.
Doch Lots Familie wurde von ihrem ständigen Umgang mit den Sodomiten stark
beeinflusst.
Dies lesen wir in 1. Mose 19, wo Gott Sodom und Gomorra richtet. Zwei Engel
kamen nach Sodom und warnten Lot, dass Gott diese üble Stadt vernichten werde.
Er und seine Familie sollten fliehen, wenn sie verschont werden wollten. Lots
erster Gedanke galt seinen verheirateten Töchtern und deren Familien. Als er
hinging, um diese vor Gottes bevorstehendem Gericht zu warnen, lachten ihn seine
Schwiegersöhne aus und lehnten es ab, zu fliehen (1. Mose 19, 14).
Die Tragödie begann jedoch nicht erst, als die Engel Lot ermahnten, zu
fliehen. Das Problem entstand bereits Jahre zuvor, als Lot der umgebenden
Gesellschaft erlaubte, der Haupteinfluss in seiner Familie zu werden. Dadurch
entstanden Lot und seiner Familie Probleme, die Abraham vermieden hatte.
Eine andere Begebenheit mit tragischem Ausgang finden wir in 1. Mose 34.
Jakob hatte zwölf Söhne und eine Tochter. Seiner Tochter Dina hatte er zu viele
Freiheiten zugestanden, sich mit Nachbarn abzugeben, die nicht dieselben
göttlichen Wertvorstellungen hatten, wie Jakob und seine Familie. Zunächst
erfahren wir, dass Jakob ihr erlaubt hatte, unbeaufsichtigte Zeit mit den
benachbarten Töchtern Kanaans zu verbringen. Die Kanaaniter hatten sehr
freizügige Moralvorstellungen und ihre Einstellung beeinflusste auch Dina. Durch
diese Mädchen lernte sie einen jungen Mann aus dem Ort kennen, Sichem, der sich
schnell in sie verliebte. Nach kurzer Zeit hatten die beiden Geschlechtsverkehr.
Eltern können nicht der einzige Einflussfaktor im Leben ihrer Kinder sein,
aber wenn sie den Willen dazu aufbringen, können sie der dominierende
Einflussfaktor sein. Wie können Sie dem Einfluss der heutigen Gesellschaft
entgegenwirken? Zunächst sollten Sie Ihr Zuhause zu einer göttlichen Oase
inmitten einer korrupten Welt machen. Dann sollten Sie sorgfältig Grenzen
setzen, bis zu welchem Grad sich Ihre Kinder mit Nachbarn abgeben können.
Drittens sollten Sie bestrebt sein, Ihre Familie und Kirchengemeinde zum Zentrum
des gesellschaftlichen Lebens Ihrer Kinder zu machen. Und schließlich:
Verbringen Sie Zeit mit Ihren Kindern. Nehmen Sie Mahlzeiten gemeinsam ein,
machen Sie Familienausflüge und unternehmen Sie Dinge gemeinsam. Tun Sie einfach
etwas als Familie! Es ist wichtig, dass Sie regelmäßig Zeit für Gespräche
finden, einander zuhören, sich sehen und den Kindern etwas beibringen.
Wie stellen Sie es an, dass diese Pläne zum dominierenden Einfluss im Leben
Ihrer Kinder werden? Ein einfacher Ansatzpunkt ist es, den Einfluss des
Fernsehens stark zu beschränken (oder gar zu beenden). Erlauben Sie Ihren
Kindern nicht, sich von der Familie abzusondern, sich in ihrem Zimmer einzuigeln
und unkontrolliert dem Einfluss durch Musik und Surfen in Internet auf dem
eigenen Computer auszusetzen. Als meine Söhne aufwuchsen, hatten wir zum
Beispiel nie Streit darüber, welche Musik sie hörten. Der Grund war ganz
einfach. Wir hatten nur eine Musikquelle im Haus und das war eine Stereoanlage
im Wohnzimmer, der wir gemeinsam als Familie zuhörten! Meine Frau und ich trugen
dazu bei, welche Atmosphäre in unserem Hause herrschte, indem wir geeignete
Musik auswählten.
Kinder müssen in der Auswahl ihrer Freunde und Spielgefährten geleitet und
begrenzt werden. Nehmen Sie nicht in naiver Weise an, dass andere Kinder Ihr
Kind nicht negativ beeinflussen werden. Stellen Sie sicher, dass Sie die
Menschen kennen, mit denen Ihr Kind Umgang hat und dass deren Spiele und
Aktivitäten unter Aufsicht geschehen. Obwohl Sie sicherlich nicht alle künftigen
Entscheidungen Ihres Kindes kontrollieren können, bedenken Sie trotzdem immer,
dass Sie diese Entscheidungen dennoch stark beeinflussen können, wenn Sie bereit
sind, sich zu engagieren.
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