The Living Church of God


Home Page
Kontakt
Wer wir sind
Unsere Ziele
Gemeinden
Kommentar
Broschüren
Artikel
Bibelfernlehrgang







Disclaimer

Bibelfernlehrgang

Lektion 21 - Das apostolische Christentum verstehen

ChefredakteurRoderick C. Meredith
RedaktionsdirektorRichard F. Ames
RedaktionWilliam Bowmer
Gary F. Ehman
AutorenJohn H. Ogwyn
Daniel Hall
Französische AusgabeDibar Apartian
Spanische AusgabeMario Hernandez
Grafische GestaltungDonna Prejean
KorrekturlesungSandy Davis
Linda Ehman
NachrichtenbüroJune Olsen

 

Der Welt von Morgen – Bibelfernlehrgang hat keinen Bezugspreis. Seine Verbreitung wird durch Zehnten und Opfer der Mitglieder der Living Church of God und anderer ermöglicht, die freiwillig Mitarbeiter im Werk der Verkündigung von Gottes wahrem Evangelium an alle Nationen wurden.

Alle Bibelzitate in dieser Lektion sind, sofern nicht anders vermerkt, der revidierten Lutherübersetzung von 1984 entnommen. Copyright © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.
Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang wird herausgegeben von der Living Church of God, P.O. Box 3810, Charlotte NC, 28227-8010, USA.

Copyright © 2006 Living Church of God ®. Alle Rechte vorbehalten.

 

 

Briefe an den Herausgeber ...

Voller Freude

„Der Grund, warum ich Ihnen schreibe, ist der, dass ich Ihnen mitteilen möchte, dass mir Ihre Zeitschrift Tomorrow’s World und der Bibelfernlehrgang wirklich gefallen. Ich glaube fest daran, dass der Mensch nach jedem Wort Gottes leben muss. Es erfüllt mich immer mit Freude, wenn ich plötzlich eine Information erhalte, die Gott mir durch das Studieren Ihrer Literatur gezeigt hat. Vielen Dank für Ihre Bemühungen und Ihr Mitgefühl mit den Menschen."

F.J., Boise, ID, USA

 

Ein wunderbares Angebot

„Ich möchte Ihnen danken, dass Sie mir ein kostenloses Abonnement der Zeitschrift Tomorrow’s World zusenden. Diese ist so informativ, nicht nur im Bezug auf die Bibel, sondern auch auf Geschichte, Gesundheit, Familie und Gesellschaft, sowie gegenwärtige und zukünftige Ereignisse, usw. Ich möchte gerne auch an Ihrem kostenlosen Welt von Morgen Bibelfernlehrgang teilnehmen. Vielen Dank für dieses wunderbare Angebot. Mit Gottes Hilfe und der Leitung durch den heiligen Geist wird dieser Kurs mir helfen, ihn besser kennen zu lernen."

F.B., Angola, LA, USA

 

Einige wichtige Informationen erfahren

„Seitdem mir mein Sohn die Zeitschrift Tomorrow’s World gezeigt hat, habe ich jede Ausgabe, die Sie mir zugeschickt haben, von Anfang bis Ende durchgelesen. Dabei habe ich einige wichtige Informationen erfahren. Ich nehme jetzt am Bibelfernlehrgang teil und habe ein paar Schriftstellen gelesen. Jetzt erfahre ich deren Bedeutung, die ich vorher nicht begriffen hatte. Ich habe auch die meisten Ihrer Broschüren und wenn ich mit dem Durchlesen fertig bin, gebe ich sie an meine Kinder weiter."„Seitdem mir mein Sohn die Zeitschrift Tomorrow’s World gezeigt hat, habe ich jede Ausgabe, die Sie mir zugeschickt haben, von Anfang bis Ende durchgelesen. Dabei habe ich einige wichtige Informationen erfahren. Ich nehme jetzt am Bibelfernlehrgang teil und habe ein paar Schriftstellen gelesen. Jetzt erfahre ich deren Bedeutung, die ich vorher nicht begriffen hatte. Ich habe auch die meisten Ihrer Broschüren und wenn ich mit dem Durchlesen fertig bin, gebe ich sie an meine Kinder weiter."

V.W., Anaheim, CA, USA

 

Gottes Wort gibt viel

„Ich bin Abonnent Ihrer Zeitschrift und Student Ihres Bibelfernlehrgangs. Danke, dass Sie einen solchen Kurs konzipiert haben! Ich habe erkannt, dass Gottes Wort mir sehr viel für mein Leben gibt. Die Lektionen sind anregend und ich freue mich immer, sie zu erhalten. Nun verstehe ich so vieles mehr. Machen Sie weiter so! Die Wahrheit ist immer tief greifend. Durch die Welt von Morgen wurde Jesu Wort erfüllt – die Wahrheit wird euch frei machen!"

K.B., Lauderhill, FL, USA

 

Zum Titelbild: Nur sehr wenige, die sich als Christen bezeichnen, praktizieren auch tatsächlich den Weg, den Jesus Christus und die Apostel lehrten und vorlebten. Die wahre Kirche Gottes, die Gott zu bewahren verheißen hat (Matthäus 16, 18), hält am apostolischen Christentum fest, wie es in den Seiten der Bibel offenbart ist.

 

Das apostolische Christentum verstehen

     Die Kirche, die sich heute zum Christentum bekennt, ist völlig anders als die, von der wir in der Apostelgeschichte lesen. In ihren Praktiken, ihren Glaubenslehren, ihrer Mission, ihrer Beziehung zur Welt und im Verhalten und der Einstellung ihrer Anhänger gibt es eine tiefe Kluft zwischen dem Christentum des ersten Jahrhunderts und dem des einundzwanzigsten Jahrhunderts.
     Was ist mit dem apostolischen Christentum geschehen? Jesus Christus sagte: „[Ich werde] meine Gemeinde bauen, und des Hades Pforten [das Totenreich] werden sie nicht überwältigen" (Matthäus 16, 18 – rev. Elberfelder Übersetzung). Es ist jedoch bedeutsam, dass wir verstehen, dass die Bibel niemals ein Gebäude oder eine unter weltlicher Autorität registrierte, menschliche Organisation meint, wenn sie von der Gemeinde spricht. Das Wort „Gemeinde" ist die Übersetzung des griechischen ekklesia. Dieses enthält zwei Wortstämme und bedeutet wörtlich „herausberufen" oder „berufen aus...". Im weltlichen Gebrauch bezeichnete es eine Bürgerversammlung der aus den Bewohnern einer Stadt Herausberufenen, die eine wichtige Angelegenheit zu besprechen hatten. In der griechischen Übersetzung des Alten Testaments bezog es sich auf die Versammlung Israels oder die Versammlung des Volkes Gottes.
     Jesus machte deutlich, dass der einzige Weg, wie man zu ihm kommen und Teil seiner Gemeinde werden kann, der ist, dass der Vater ihn beruft (Johannes 6, 44). Nur diejenigen, die auf diesen Ruf des Vaters antworten, indem sie bereuen und sich taufen lassen, werden den heiligen Geist empfangen (Apostelgeschichte 2, 38). Und nur durch den heiligen Geist Gottes werden wir ein Teil der Gemeinde, die Jesus erbaut hat (Römer 8, 9; 1. Korinther 12, 13).
     Was geschah also mit der Gemeinde, die Jesus Christus erbaut hat? Hat sie sich angepasst und mit der Zeit so verändert, dass sie zu dem geworden ist, was heute als das „Christentum" bezeichnet wird? Ist sie vom Weg abgekommen und bedurfte einer Reformation durch Männer wie Martin Luther und Johannes Calvin? Oder gab es all die Jahrhunderte hindurch einen Leib der Gläubigen, der beständig dieselben Lehren glaubte und praktizierte, die Jesus Christus und die Apostel gelehrt hatten?
     Wenn wir uns die Geschichte der traditionellen christlichen Großkirchen über die Jahrhunderte hinweg ansehen, scheint es, als seien sie eine völlig andere Gemeinde als die, die in den Seiten des Neuen Testaments beschrieben ist. Weniger als 300 Jahre nach den Ereignissen, die in der Apostelgeschichte aufgezeichnet sind, treffen wir auf eine Kirche, die eine apostolische Herkunft für sich beansprucht, die aber den „ehrenwerten Tag der Sonne" einhält, anstatt des Sabbats am siebten Tag. Als diese Kirche ihre Bischöfe versammelte, um auf dem Konzil von Nicäa über Lehren zu diskutieren, hatte ausgerechnet ein römischer Kaiser – Konstantin – den Vorsitz! Was war geschehen? Der protestantische Autor Jesse Lyman Hurlbut bestätigte die dramatische Veränderung, die stattgefunden hatte, in seinem Buch The Story of the Christian Church [Die Geschichte der christlichen Kirche]. Er schrieb: „Für fünfzig Jahre nach dem Leben des Paulus liegt ein Schleier über der Kirche, durch den hindurchzublicken für uns unmöglich erscheint; und als er sich schließlich lüftet, etwa 120 n.Chr. mit den Schriften der frühesten Kirchenväter, finden wir eine Kirche vor, die sich in vielen Aspekten von derjenigen aus den Tagen von Paulus und Petrus unterscheidet (Story of the Christian Church [Geschichte der christlichen Kirche], Seite 41; Hervorhebung durch uns).
     Bereits in der ersten Generation des Christentums traten gefährliche Trends in Erscheinung. Der Apostel Judas, Bruder von Jakobus und Halbbruder Jesu, ermahnte seine Leser in den 60er Jahren des ersten Jahrhunderts, „für den ein für allemal den Heiligen überlieferten Glauben zu kämpfen" (Judas 1, 3; rev. Elberfelder Übersetzung). Warum musste er das erwähnen? „Denn es haben sich einige Menschen eingeschlichen, über die schon längst das Urteil geschrieben ist; Gottlose sind sie, missbrauchen die Gnade unseres Gottes für ihre Ausschweifungen" (Vers 4). Der Apostel Paulus hatte schon früher gewarnt, dass es Menschen gab, die „einen andern Jesus" und „ein anderes Evangelium" predigten (2. Korinther 11, 4). Eindeutig gab es schon seit frühester Zeit eine Bewegung, deren Bestreben es war, die wahren Lehren des Christentums zu untergraben. Man konzentrierte sich auf die Person Christi, während man seine Botschaft ignorierte. Man ging Kompromisse mit der heidnischen Welt ein, um mehr Anhänger zu gewinnen. Es wurden schrittweise so viele Veränderungen eingeführt, dass das spätere, so genannte Christentum für die erste Generation des Christentums nicht mehr wiederzuerkennen war.
     Wie konnte so etwas geschehen? Ein massiver Abfall vom Glauben fand statt, weil die Menschen in jener Zeit – genauso wie heute – nicht intensiv prüften und für sich selbst bewiesen, wo Gottes Wahrheit gelehrt wurde. Anstatt ernsthaft die Schrift zu prüfen, ob das Gesagte mit der Bibel übereinstimmte, wie es die Beröer taten (vgl. Apostelgeschichte 17, 11), folgten sie blindlings dem, was charismatische Führer ihnen erzählten. Diese korrupten Führer strebten danach, Menschen zu gewinnen, die ihnen nachfolgten, und verwässerten zunehmend die Anforderungen des wahren Christentums, um somit einen einfacheren, bequemeren Weg verkünden zu können.
     In der heutigen Zeit gibt es nur noch wenige, die dem Beispiel Jesu und seiner Apostel nachfolgen. Die überwiegende Mehrheit derer, die sich als Christen bezeichnen, ist seit vielen Jahrhunderten Praktiken und Bräuchen gefolgt, die direkt aus dem Heidentum stammen und niemals von Jesus Christus und seinen ursprünglichen Anhängern eingehalten wurden. In dieser Lektion sehen wir uns im Neuen Testament die Eigenschaften des wahren Christentums an – des Christentums, das von Jesus Christus, seinen Aposteln und den ursprünglichen Anhängern praktiziert wurde.

 

Lektion 21, Teil 1

Das apostolische Christentum spiegelte die Praktiken Jesu Christi wider

     Die Religion des Christentums erhielt ihren Namen von Jesus Christus von Nazareth. Als die Jünger im griechischen Antiochia zum ersten Mal als Christen bezeichnet wurden, kennzeichnete sie dies als Nachfolger Christi – das ist die Übersetzung des hebräischen Wortes „Messias". Sie gaben ihrer Anerkennung Ausdruck, dass Jesus von Nazareth der „Gesalbte Gottes" war, der im Alten Testament verheißen war, und dass er tatsächlich der Sohn Gottes war, der den ganzen Willen des Vaters offenbarte und für die Sünden der Welt bezahlte. Wenn wir wahre Nachfolger Christi sein wollen, so müssen wir seine Praktiken und seine Lebensweise verstehen und uns bemühen, dieser nachzufolgen!

  1. Hat Jesus Christus bei allem, was er sagte und tat, genau nach dem Willen des Vaters im Himmel gehandelt, oder verfolgte er andere Pläne als sein Vater? Johannes 5, 30; 6, 38.
  2. Christus lehrte die Jünger (oder Schüler) und predigte ihnen über den Vater und dessen Willen, solange er auf Erden wirkte. Wählte er 12 seiner Jünger aus, um sie als Apostel einzusetzen? Lukas 6, 13. Lehrte er sie persönlich und gab er diesen Apostel sogar bis zu seiner Himmelfahrt Anweisungen und Gebote? Apostelgeschichte 1, 2-3.
  3. Waren diese mit ihm, solange er auf Erden wirkte und konnten daher sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung bezeugen? Apostelgeschichte 10, 39-41. Hatten Sie daher Kenntnisse aus erster Hand über das, was Jesus praktizierte und lehrte?
  4. Sandte er sie letztlich aus, um andere zu lehren, dass diese die Dinge einhalten sollten, die Jesus persönlich gelehrt und geboten hatte? Matthäus 28, 19-20.
  5. Petrus war einer der Apostel, die Christus am nächsten standen. Gab es irgendetwas, das Petrus von Jesus während ihrer gemeinsamen Jahre hörte oder sah, das ihn glauben ließ, es wäre nun in Ordnung, etwas zu essen, das die alttestamentlichen Schriften als unrein bezeichneten? Apostelgeschichte 10, 9-17.
  6. War es eine jahrelange Gewohnheit Jesu, den wöchentlichen Sabbat einzuhalten, indem er an diesem Tag an Gottesdiensten teilnahm? Lukas 4, 16.
  7. War es Jesu Gewohnheit, zu den Zeiten der jährlichen Feste, die im Alten Testament geboten sind und noch immer von den Juden eingehalten werden, zu reisen, um sich mit Gottes Volk zu versammeln? Johannes 5, 1. War diese Gewohnheit so weit bekannt, dass die Menschen erwarteten, ihn am Fest anzutreffen? Johannes 7, 11.
  8. War Jakobus, der Vorsitzender der Gemeinde in Jerusalem war, der Bruder des Herrn? Galater 1, 18-19; Apostelgeschichte 21, 15-18. Sicherlich kannte Jakobus die Praktiken und Lehren Jesu Christi. Schließlich wuchs er buchstäblich mit ihm auf! Erklärte Jakobus gegenüber Paulus, dass die Bekehrten in Jerusalem Eiferer für das Gesetz waren? Apostelgeschichte 21, 20.
  9. Als ein junger Mann zu Jesus kam, um ihn nach dem Weg zum ewigen Leben zu fragen, erklärte Jesus da persönlich, dass er die Gebote halten muss? Matthäus 19, 16-17. Sprach er von den Zehn Geboten? Matthäus 19, 18-19.
  10. Kam Christus, um das Gesetz Gottes abzuschaffen, oder um es zur Fülle seiner Bedeutung zu bringen? Matthäus 5, 17-20. Zeigte er, was er damit meinte, indem er die volle Bedeutung einiger der Gesetze Gottes offen legte? Matthäus 5, 21-22.27-28.31-32.
  11. Was lehrte Christus seine Jünger darüber, ihre Feinde zu bekämpfen oder zu versuchen, sie zu töten? Matthäus 5, 43-44.
  12. Sagte Christus, dass es genüge, ihn als „Herrn" zu bekennen, um gerettet zu werden? Oder ist es tatsächlich notwendig, dass man Christi Lehren im eigenen Handeln befolgt? Matthäus 7, 21.
  13. Lehrte der Apostel Petrus, dass wahre Christen bestrebt sein sollten, aktiv das Vorbild Jesu selbst nachzuahmen? 1. Petrus 2, 21.

 

Was geschah mit der Gemeinde, die Jesus gebaut hat?

     Die Gemeinde, die wir in der Apostelgeschichte beschrieben sehen, unterscheidet sich deutlich von derjenigen, die drei Jahrhunderte später auf dem Konzil von Nicäa in Erscheinung tritt. In seinem Buch Nazarene Jewish Christianity [Das nazarenisch-jüdische Christentum] erklärt Dr. Ray Pritz, was mit der Gemeinde von Jerusalem geschehen war und zeigt, dass den katholischen Autoren des dritten und vierten Jahrhunderts die fortgesetzten Praktiken dieser nazarenischen Christen, die den Siebtenten-Tags-Sabbat einhielten, sehr wohl bekannt waren. In einem Zitat von Epiphanius, einem katholischen Autor des vierten Jahrhunderts, werden Gläubige beschrieben, die sich „von den Juden und den [katholischen] Christen unterscheiden: Mit den Juden stimmen sie nicht überein wegen ihres Glaubens an Christus, mit den [katholischen] Christen [stimmen sie nicht überein] weil sie im Gesetz unterrichtet sind... Diese Irrlehre der Nazarener existierte in Beröa, im benachbarten Coele Syria und in der Decapolis um die Region von Pella... von wo sie nach ihrem Auszug aus Jerusalem ausgegangen waren, als alle Jünger in Pella zu leben begannen" (Seite 34). Unter der Führung von Simon, dem Nachfolger von Jakobus, war die Gemeinde von Jerusalem 69 n.Chr. direkt vor der letzten römischen Belagerung Jerusalems nach Pella geflohen.
     Was war mit diesen Nazarenern geschehen? Im fünften Jahrhundert lesen wir von Gläubigen, die in Armenien und in den abgelegenen Gebirgsregionen von Kleinasien lebten. Sie wurden Paulizianer genannt. Dr. Fred Coneybeare, ein anerkannter Gelehrter, der das antike Manuskript der Paulizianer The Key of Truth [Der Schlüssel der Wahrheit] ins Englische übersetzte, erklärt in seiner Einführung zu diesem Werk, dass die frühen Paulizianer das Passah am vierzehnten Tag des ersten Monats nach dem hebräischen Kalender einhielten und den Sabbat anstatt des Sonntags feierten (Seiten clii, cxii). Woher kamen sie ursprünglich? Dr. Coneybeare erklärte, dass sie wahrscheinlich Reste einer alten, jüdisch-christlichen Gemeinde waren, die sich über Edessa bis nach Siuniq und Albanien ausgebreitet hatte" (Seite clxii).
     Im achten und neunten Jahrhundert wurden viele armenische Paulizianer von den byzantinischen Kaisern zwangsweise auf den Balkan umgesiedelt. Sie sollten dort eine Pufferzone gegen die einfallenden bulgarischen Stämme bilden. Umgesiedelt auf den Balkan wurden die Paulizianer als Bogomilen bekannt. Diese Bogomilen waren „nur eine Version einer Gemeinschaft von ähnlichen ketzerischen Sekten, die sich über ganz Kleinasien und Südeuropa unter verschiedensten Namen während des Mittelalters ausgebreitet hatten. Die Bekanntesten sind die Patarener, Katharen und Albigenser" (Encyclopaedia Britannica, 15. Ausgabe, Band 29, Seite 1098). Aus ihrer Heimat auf dem Balkan breitete sich der Einfluss der Bogomilen begünstigt durch Handelsverbindungen bis nach Piemont, Italien und nach Südfrankreich aus. Der Kirchenhistoriker John von Mosheim berichtet: „Zunächst dachten sie, dass das Gesetz des Mose unter dem Neuen Testament eingehalten werden müsse, mit Ausnahme der Opfervorschriften... Sie hielten den Sabbat der Juden ein" (Institutes of Ecclesiastical History [Anfänge der kirchlichen Geschichte]; Seiten 463, 465).
     Zu Beginn des zwölften Jahrhunderts gab es eine Belebung der Wahrheit unter der Führung von Peter de Bruys im Südosten Frankreichs. Im späten zwölften und frühen dreizehnten Jahrhundert war Peter Waldo ein Führer dieser Gruppierungen, der sein Wirken in Böhmen und Deutschland beendete. Die Welt nannte diese Gruppierungen Katharer, Albigenser und Waldenser. Ihre katholischen Nachbarn nannten sie auch Sabbatati oder Insabbatati wegen ihrer Einhaltung des „jüdischen" Sabbats und ihrer Ablehnung der heidnischen Feiertage.
     Im frühen sechzehnten Jahrhundert trat eine Gruppe von Gläubigen aus den Resten der Waldenser in Zentraleuropa in Erscheinung. Außenstehende nannten sie „Wiedertäufer". Sie veröffentlichten im späten 16. Jahrhundert Bücher und Traktate über den Sabbat und andere darauf bezogene Themen. 1618 wurde ein ähnliches Werk auf Englisch von John Traske herausgegeben. 1671 begann die erste offizielle den Sabbat einhaltende Gemeinde in Amerika in der Stadt Providence, Rhode Island, als Ergebnis der Bemühungen von Stephen Mumford und seiner Frau. Die Mumfords waren Mitglieder der Gemeinde von Mill Yard in England. Doch sie verließen England wegen der zunehmenden religiösen Intoleranz und wanderte in die einzige amerikanische Kolonie aus, die in ihrer Gründungssatzung die Anerkennung religiöser Verschiedenartigkeit festgeschrieben hatte.
     Im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts wurden von Rhode Island aus noch weitere Gemeinden entlang der amerikanischen Ostküste und bis in den mittleren Westen gegründet. Die Gruppierung, die sich Mitte des 19. Jahrhunderts als Kirche Gottes des siebten Tags registrieren ließ, war aus dieser Bewegung entstanden. 1931 wurde Herbert W. Armstrong von der Kirche Gottes als Prediger ordiniert und begann sein bemerkenswertes Wirken, das sich über mehr als die Hälfte des 20. Jahrhunderts erstreckte. Er gründete 1947 in Pasadena, Kalifornien, das Ambassador College, in das Roderick C. Meredith 1949 als Student eintrat. 1952 wurde Herr Meredith zu einem der ersten Evangelisten der damals so genannten Radio Church of God ordiniert und hat seither treu Gottes Wahrheit gelehrt und gepredigt, wie sie bereits von der ursprünglichen Gemeinde in Jerusalem verstanden und gelehrt worden war. Die heutige Living Church of God stellt somit eine direkte Fortsetzung der Gemeinde dar, die Jesus gebaut hat, eine Fortsetzung des ursprünglichen, apostolischen Christentums.

 

Lektion 21, Teil 2

Das apostolische Christentum hatte eine Mission

     Für viele Menschen heute dient ihre Kirche lediglich dem geselligen Beisammensein. Es gefällt ihnen, sich mit Freunden zu treffen und etwas gemeinsam zu unternehmen. Obwohl es sicherlich richtig ist, dass wir die Geschwister lieben und die gemeinsame Zeit genießen sollten, war dies dennoch nicht der Hauptzweck der Kirche. Als Jesus Christus in den Himmel aufstieg, gab er seinen Jüngern einen Auftrag. Im gesamten Neuen Testament lesen wir, dass die Gemeinde sich ihres Auftrags und ihrer Mission bewusst war.

  1. Bevor Jesus Christus in den Himmel aufstieg, gab er da seinen Jüngern einen Auftrag, als er zuletzt Zeit mit ihnen verbrachte? Markus 16, 15.
  2. Waren die Jünger bei Jesus, während er predigte und lehrte? Lukas 8, 1. Wies er sie an, genau dasselbe zu tun, solange sie mit ihm umherzogen? Lukas 9, 1.
  3. Was taten die Jünger, als sie von der jüdischen Nation bedroht und bedrängt wurden, damit aufzuhören, die Botschaft zu predigen, die sie von Jesus Christus gelernt hatten? Apostelgeschichte 4, 17-20; Apostelgeschichte 5, 28-29.
  4. Was taten die Apostel auch weiterhin, nachdem sie den jüdischen Hohen Rat verließen und in welcher Einstellung taten sie dies? Apostelgeschichte 5, 41-42.
  5. Predigten die Apostel auch weiterhin eine Botschaft, weil Jesus ihnen geboten hatte, dies zu tun? Schloss diese Botschaft die gute Nachricht mit ein, dass wir durch Jesus Vergebung unserer Sünden erlangen können und dass Jesus Christus in Macht zurückkehren wird, um alle zu richten? Apostelgeschichte 10, 42-43.
  6. War das Predigen des Evangeliums nur den Aposteln zu jener Zeit bestimmt, oder sollten diese die von ihnen Bekehrten lehren, ebenfalls all das zu tun, was Jesus ihnen geboten hatte? Welcher Zeitrahmen wird hier erwähnt? Reicht dieser bis zu Christi Rückkehr am Ende dieses Zeitalters? Matthäus 28, 20.
  7. Oftmals sahen sich die Führer der frühen Kirche wegen der Botschaft, die sie predigten, Verfolgung ausgesetzt. Waren sie von solch einem Sendungsbewusstsein erfüllt, dass sie trotz allem weiterhin diese Botschaft predigten? Apostelgeschichte 14, 19-22.
  8. Nutzte der Apostel Paulus jede Gelegenheit, die sich ihm bot, um den Menschen seiner Zeit, die ihm zuhören wollten, das Evangelium zu predigen? Apostelgeschichte 17, 16-17. Hatte Paulus die Gelegenheit, vor Philosophen in Athen zu sprechen, als sich diese auf dem Areopag versammelten? Apostelgeschichte 17, 18-22.
  9. Zeigten die Führer und Geschwister der frühen Kirche außerordentlich großes Interesse am Werk der Verkündigung des Evangeliums? Sprachen sie mit Begeisterung davon, wenn sie zusammenkamen? Apostelgeschichte 21, 17-20.
  10. Predigte Paulus nur über das Evangelium, wenn die Umstände es zuließen, oder fuhr er sogar mit dem Predigen und Lehren fort, als er in Rom gefangen gehalten wurde? Apostelgeschichte 28, 30-31.
  11. Hielt Paulus die widrigen Umstände, in die er geriet, für hinnehmbar wegen der Gelegenheiten, die sich ihm dabei boten, das Evangelium zu verkünden? Philipper 1, 12-14. Hatte dies zur Folge, dass sogar manche im Haushalt des Kaisers die Wahrheit kennen lernten und bekehrt wurden? Philipper 4, 22.
  12. Ermahnte Paulus die Geschwister in der frühen Kirche, zu beten, dass Gott weitere Türen für ihn öffnen werde und dass er ihm besondere Hilfe zuteil werden ließe, um die Evangeliumsbotschaft in die Welt zu tragen? Kolosser 4, 3-4.
  13. Erklärte Paulus in einem Schreiben an die Geschwister, dass uns das Evangelium „anvertraut" ist, und dass er deshalb auch dann weiter predigen würde, wenn er sich Schwierigkeiten gegenüber sähe? 1. Thessalonicher 2, 4. (Anmerkung: Jemandem etwas „anzuvertrauen" ist ein Begriff, der im rechtlichen Sinn gebraucht wurde, um zu beschreiben, dass das, was einem anvertraut wurde, zum Wohl des Eigentümers eingesetzt werden sollte).

 

Praktizierte die frühe Kirche Kommunismus?

     Wenn wir in der Apostelgeschichte lesen, erfahren wir, dass die Mitglieder der frühen Gemeinde von Jerusalem „alle Dinge gemeinsam" hatten (Apostelgeschichte 2, 44).
     Doch es gab keine Lehre der Apostel, dass die Mitglieder ihr Eigentum verkaufen und alles Geld der Kirche spenden sollten. Beachten Sie das Beispiel von Hananias und Saphira in Apostelgeschichte 5. Sie strebten nach der Anerkennung, die denen zuteil geworden war, die alles gegeben hatten, und so verkauften sie ihr Eigentum und spendeten einen Teil der Erträge. Doch sie hatten vorab verabredet, zu lügen und zu behaupten, dass sie alles gespendet hätten. Petrus sagte zu Hananias: „Hättest du den Acker nicht behalten können, als du ihn hattest? Und konntest du nicht auch, als er verkauft war, noch tun, was du wolltest? Warum hast du dir dies in deinem Herzen vorgenommen? Du hast nicht Menschen, sondern Gott belogen" (Vers 4). Eindeutig gehörte das Eigentum also Hananias und er war nicht verpflichtet, es zu verkaufen. Nachdem er es verkauft hatte, hatte er immer noch das Recht, frei über den Ertrag zu verfügen. Seine Sünde bestand darin, dass er gelogen hatte, nicht darin, einen Teil des Geldes für eigene Zwecke zurückzubehalten.
     Die Situation in der Gemeinde von Jerusalem hatte nur kurzfristig Bestand. Schon ein paar Jahre nach der Gründung der Gemeinde setzte das Martyrium von Stephanus eine Welle der Verfolgung in Bewegung, die viele Gemeindemitglieder dazu veranlasste, aus Jerusalem zu fliehen. Ohne Zweifel gingen viele von ihnen in die Gegenden zurück, wo sie zuvor gelebt hatten. Wenn wir den Rest der Apostelgeschichte sowie einige Briefe lesen, wird deutlich, dass die Kirchenmitglieder im ersten Jahrhundert Berufe ausübten, Handel betrieben und Eigentum besaßen. Wir lesen von bestimmten wohlhabenden Kirchenmitgliedern, die sogar Diener hatten und die Häuser besaßen, die groß genug waren, dass sich die Gemeinde dort versammeln konnte (vgl. Kolosser 4, 1; Philemon 1-2). Nirgends verurteilt die Bibel den Besitz von Privateigentum. Das achte Gebot, „du sollst nicht stehlen", bestätigt sogar eindeutig den Besitz von Eigentum.
     Was jedoch im Neuen Testament offenbart wird, ist, dass eine Einstellung des Neides und der Selbstsucht verurteilt wird. Dass jemand sich sicher fühlt, weil er viele Reichtümer besitzt, wird als kurzsichtig und in geistlicher Hinsicht gefährlich dargestellt. Die Einstellung der Mitglieder in der frühen Kirche war, dass sie bereitwillig gaben und miteinander teilten. Sie waren außerordentlich engagiert und waren unter den besonderen Umständen zu Beginn der Kirche bereit, ohne Vorbehalt zu geben. Diese Geisteshaltung brachte Menschen dazu, andere Menschen zu sich einzuladen, gemeinsam zu speisen und Gemeinschaft zu pflegen. Es herrschte eine tiefe Liebe und Einheit durch die gemeinsame Aufgabe und die besonderen Umstände. Es könnte sein, dass wir uns vor dem Ende dieses Zeitalters, wenn die Macht des Tieres in Europa emporsteigt, wieder solchen besonderen Umständen gegenüber sehen. Diejenigen von Gottes Volk, die tief bekehrt und eifrig sind, werden auf die veränderte Situation mit derselben Einstellung reagieren, werden ebenso geben, helfen und dienen, wie die frühesten Christen.

 

Die Rolle der „Gottesfürchtigen"

     In Apostelgeschichte 10, 1-2 lesen wir, dass der Nichtjude Kornelius „gottesfürchtig" war. In Apostelgeschichte 13, 16 wird beschrieben, wie Paulus seine Zuhörerschaft in der Synagoge als „ihr Männer von Israel und ihr Gottesfürchtigen" anspricht. Aus Apostelgeschichte 13, 42 wird deutlich, dass viele von denen, die der Botschaft von Paulus zuhörten, keine „Männer von Israel" waren, sondern vielmehr Heiden. Die Gelehrten erkennen an, dass es mehrere Tausend Heiden in der römischen Welt des ersten Jahrhunderts gab, die regelmäßig die Versammlungen in den Synagogen besuchten. Sie waren nicht beschnitten und konnten daher nicht an den Tempelritualen teilnehmen, aber sie waren „Gottesfürchtige". Mit anderen Worten hatten sie ihre früheren, heidnischen Ideen und Praktiken aufgegeben und versammelten sich mit den Juden am Sabbat, um den Schöpfergott zu verehren.
     Aus dieser wichtigen, aber meist übersehenen Gruppe bestand die früheste heidnische Mitgliedschaft der neutestamentlichen Kirche. Der römische Autor und Philosoph Seneca, ein Zeitgenosse des Apostels Paulus, hatte in seinen Schriften missgünstig die Ausbreitung der jüdischen Bräuche wie der Sabbatfeier unter den Heiden anerkannt. Er schrieb; „Die Besiegten haben ihren Siegern Gesetze gegeben" (Jew and Gentile in the Ancient World [Jude und Heide in der Welt des Altertums], Feldman, Seite 346). Juvenal, ein Satiriker des ersten Jahrhunderts, verspottete die römischen Väter, die den Sabbat verehrten und sich von Schweinefleisch fernhielten (ebenda, Seite 347). Diese gottesfürchtigen Heiden waren mit Gottes Gesetz vertraut, weil sie ebenfalls in den Synagogen zusammenkamen und mit offenen Ohren dem Apostel Paulus zuhörten. Er musste die Einhaltung des Sabbats nicht erst einführen, denn diese frühen Bekehrten aus dem Heidentum hielten den Sabbat bereits ein. Sie waren Gottesfürchtige!

 

Lektion 21, Teil 3

Das apostolische Christentum hatte Kraft

     Die apostolische Kirche wurde von Gott gestärkt, damit sie seinen Auftrag ausführen konnte. Sie war nicht nur auf menschlichen Ideen und Fähigkeiten erbaut. Vielmehr zeigte Gott immer wieder, wer seine wahren Diener waren, indem er seine Macht demonstrierte. Gott gab der apostolischen Kirche nicht nur einen Auftrag, sondern er gab ihnen auch die Kraft, ihn erfolgreich auszuführen.

  1. Sagte Christus seinen Jüngern, dass sie Macht von Gott erhalten würden, damit sie die Mission erfüllen konnten, die ihnen anvertraut war? Apostelgeschichte 1, 4-5.8.
  2. Wie bereiteten sich die Jünger darauf vor, die Macht, die Christus ihnen verheißen hatte, zu empfangen und richtig zu nutzen? Apostelgeschichte 1, 14.
  3. An welchem Tag goss Gott zum ersten Mal seine Macht über den Jüngern aus? Apostelgeschichte 2, 1-4. Geschah dies spontan durch Gott oder schufen die Jünger irgendwie eine emotionale Atmosphäre, in der sie wie in Trance waren? Apostelgeschichte 2, 2. (Beachten Sie das Wort plötzlich).
  4. Bestätigte Gott die Echtheit des Predigens und der Tatsache, dass Jesus Christus der Messias war, indem er Zeichen und Wunder bewirkte? Apostelgeschichte 2, 22; Johannes 3, 1-2. War die Auferstehung Jesu aus dem Grab nach drei Tagen und drei Nächten das größte Zeichen seiner Autorität? Matthäus 12, 38-40; Apostelgeschichte 2, 23-24; 10, 38-41.
  5. Als die Jünger weiterhin die Botschaft predigten, die Christus ihnen gegeben hatte, bestätigte er da die Autorität dieser Botschaft durch Zeichen, die ihrem Predigen folgten? Markus 16, 20; Apostelgeschichte 2, 42-43.
  6. Wurden durch die Kraft, die die frühe apostolische Kirche zeigte, biblische Prophezeiungen erfüllt, die viele Jahrhunderte zuvor niedergeschrieben wurden? Apostelgeschichte 2, 14-20. (Anmerkung: Diese Prophezeiung stammt aus Joel 3, 1-5. Doch es ist wichtig, zu beachten, dass Petrus sein Zitat aus Joel in der Mitte von Vers 5 unterbrach und nicht weiter in Kapitel 4 fortsetzte. Aus dem Zusammenhang von Joel 3-4 wird deutlich, dass diese Prophezeiung neben der Bedeutung für das erste Jahrhundert auch einen Bezug auf die Endzeit besitzt. Ohne Zweifel wird e in den letzten Tagen eine ähnlich kraftvolle Ausgießung des heiligen Geistes geben).
  7. Waren die Apostel durch Bedrohungen so eingeschüchtert, dass sie den Auftrag, den Christus ihnen gegeben hatte, nicht weiter verfolgten? Wie reagierten sie, als sie mit solchen Drohungen konfrontiert wurden? Apostelgeschichte 4, 29-30. Wie reagierte Gott auf ihre aufrichtigen und intensiven Gebete? Apostelgeschichte 4, 31.
  8. Tat Gott auch weiterhin außerordentliche Wunder durch die Hand der Apostel, besonders durch Petrus, ihren Führer? Apostelgeschichte 5, 12-16.
  9. Wie reagierten die religiösen Führer, als sie sahen, welche Kraft Gott durch die Apostel ausgoss? Apostelgeschichte 5, 17-18. Hatten sie auf ähnliche Weise reagiert, als sie Gottes Macht auf besondere Weise im Wirken Jesu Christi erkannten? Johannes 11, 43-48.53.
  10. Vereitelten die Taten dieser religiösen Führer Gottes Absicht, dass die Apostel weiterhin die Evangeliumsbotschaft verkünden sollten? Wie reagierte Gott auf die Festnahme der Apostel durch sie? Apostelgeschichte 5, 17-24.
  11. Ist geistliche Kraft eine Eigenschaft, die aus dem Geist Gottes entspringt? 2. Timotheus 1, 7. Unterscheiden sich die geistlichen Gaben, die Gott gewährt, von Mensch zu Mensch? Römer 12, 4-6; 1. Korinther 12, 4-11.27-31.
  12. Beschrieb der Apostel Paulus göttliche Liebe als die größte geistliche Qualität? 1. Korinther 13, 13. Ermutigte er die Geschwister auch, neben dieser Liebe auch geistliche Gaben anzustreben? 1. Korinther 14, 1. Weshalb sollten sie solche Gaben anstreben? 1. Korinther 14, 12. (Anmerkung: Geistliche Gaben sollen nicht dazu dienen, eine „Show" zu veranstalten, sondern um andere zu ermutigen und aufzubauen).

 

Eine Gemeinde und ein Zeitalter der ersten Liebe

     Als der Apostel Johannes um 95 n.Chr. das Buch der Offenbarung schrieb, zeichnete er in Kapitel 2 und 3 eine Botschaft Jesu Christi an sieben Gemeinden in Kleinasien auf. Obwohl dies tatsächliche Gemeinden im ersten Jahrhundert waren, war das gesamte Buch eine Prophezeiung und diese sieben Gemeinden, die aufeinander folgende Rastpunkte einer römischen Postroute waren, repräsentierten sieben aufeinander folgende Etappen oder Zeitalter, die die neutestamentliche Kirche durchlaufen würde. Die Tatsache, dass im ersten Kapitel der Offenbarung Jesus Christus beschrieben wird, wie er inmitten von sieben Leuchtern steht, von denen Johannes erklärt wird, dass sie die sieben Gemeinden repräsentieren, zeigt, dass es sich hierbei um eine Prophezeiung handelt, die die gesamte Kirche durch alle Zeitalter beschreibt. Die Gemeinde von Ephesus stellte das Christentum des ersten Jahrhunderts dar; die Kirche der Apostel. Bei dieser Kirche wird beanstandet, dass sie ihre erste Liebe verloren hat. Was ist die erste Liebe und warum ist sie so wichtig?
     Die erste Liebe beschreibt die Begeisterung und Freude, die ein neu Bekehrter empfindet. Nachdem er zuerst die Hilflosigkeit seiner Situation als Sünder erkannt hat, der der Erlösung bedarf, realisiert er nun Gottes tiefgründige Liebe und dessen Plan zu seiner persönlichen Erlösung durch Jesus Christus. Das führt zu großer Freude und einer tiefen Liebe und Ehrfurcht gegenüber unserem himmlischen Vater und unserem Erlöser Jesus Christus. In der Folge verspürt man den innigen Wunsch, Gott in allem Dingen zu gehorchen und zu gefallen. Das zeigt sich in unserer Liebe anderen Menschen gegenüber und in unserem Eifer, an Gottes Werk mitzuwirken. Die erste Liebe zeigt sich so in unserem Wunsch, die Diener Christi zu unterstützen und für sie zu beten, die Gute Nachricht mit Familie und Freunden zu teilen, sowie anderen Menschen zu helfen und zu dienen. All diese Dinge zeichneten die frühe Kirche von Ephesus sowie das Zeitalter, für das sie steht, aus.
     Apostelgeschichte 19, 1-8 beschreibt, dass der Besuch des Apostels Paulus in Ephesus die Taufe von 12 jüdischen Jüngern zur Folge hatte. Innerhalb der folgenden zwei Jahre verbreitete sich das Evangelium Christi bei „allen, die in der Provinz Asien wohnten", bei Juden und Griechen (Apostelgeschichte 19, 10). Einer der Gründe für diese dynamische Reaktion war der Eifer der Epheser, sich Gott zuzuwenden und von ganzem Herzen seinen Willen zu tun. Beachten Sie den Eifer, Gott zu gefallen, den diese neu Bekehrten in Ephesus an den Tag legten: „Es kamen aber auch viele von denen, die gläubig geworden waren, und bekannten und verkündeten, was sie getan hatten. Viele aber, die Zauberei getrieben hatten, brachten die Bücher zusammen und verbrannten sie öffentlich und berechneten, was sie wert waren, und kamen auf fünfzigtausend Silbergroschen" (Apostelgeschichte 19, 18-20).
     Archäologen bestätigen die Tatsache, dass die Stadt Ephesus, eine Hafenstadt in Kleinasien, zu Wohlstand gelangt war, indem sie mit religiösen Artefakten Handel betrieb. Außerdem befand sich dort der berühmte Tempel der Diana, eines der sieben Weltwunder der Antike, und zog jedes Jahr Tausende von Pilgern an (Companion Bible, Apostelgeschichte 19, 19 und Randbemerkungen; vgl. auch Unger’s Bible Dictionary, „Ephesus"). Es war daher eine bemerkenswerte Frucht der Reue und ein Zeichen für die ganze Stadt, dass man öffentlich bereute und die Bücher über Zauberei verbrannte. Die Prioritäten dieser neu bekehrten Christen hatten sich gewandelt und man konzentrierte sich darauf, eifrig Gott zu gefallen und für sein Werk zu beten.
     Stellen Sie sich die großen Veränderungen vor, denen sich Gottes Volk in der vorherrschend heidnischen Umgebung gegenüber sah. Wegen des Unglaubens der Juden mussten die aus dem Judentum bekehrten Christen bald die örtlichen Synagogen verlassen (Johannes 9, 22; Apostelgeschichte 19, 8-9; 13, 44-50). Dennoch verbreitete sich die gute Nachricht vom Reich Gottes überall in Asien. Dadurch wandten sich viele von Sünden der Vergangenheit, von falschen Traditionen und Götzendienst ab. Das dürfte sogar geschäftliche und berufliche Auswirkungen für viele der neuen Mitglieder gehabt haben (vgl. Epheser 4, 17-20.28). Die Gemeinde von Ephesus besaß wirklich eine tief gehende Liebe für die Wahrheit – die sich durch solche Werke des Glaubens zeigte. Doch im Laufe der Jahre ließen sich viele davon ablenken, Gottes Werk zu tun. Bei einem Besuch mit den Gemeindevorstehern von Ephesus kurz vor seiner Gefangennahme in Jerusalem warnte Paulus sie vor der Gefahr des Politisierens, der Selbsterhöhung und des Bestrebens, sich selbst eine Gefolgschaft zu schaffen (Apostelgeschichte 20, 17.30).
     Etwa 40 Jahre nach den Ereignissen, die in Apostelgeschichte 19 beschrieben sind, inspirierte Jesus den Apostel Johannes, die Gemeinde in Ephesus zu ermahnen, weil sie in geistlichen Dingen nachgelassen hatten: „Aber ich habe gegen dich, dass du die erste Liebe verlässt" (Offenbarung 2, 4). Dieser Zustand war so ernst, dass Jesus erklärte: „So denke nun daran, wovon du abgefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, werde ich über dich kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte – wenn du nicht Buße tust" (Vers 5). Das gesetzlose Umfeld, von dem Christus warnte, dass es die Liebe erkalten lässt (Matthäus 24, 12) hatte sich unmerklich wieder in die Gemeinde eingeschlichen. Dadurch gewannen die Alltagssorgen gegenüber geistlichen Prioritäten wieder die Oberhand.
     Wir alle müssen aus dem Beispiel der Epheser lernen. Wahre Christen sollten sich dessen bewusst sein, dass wegen der zunehmenden Gesetzlosigkeit in den Tagen vor Christi Rückkehr „die Liebe in vielen erkalten" wird. Doch wir sollen darauf acht geben, dass unsere Herzen nicht „beschwert werden mit Fressen und Saufen und mit täglichen Sorgen" (Lukas 21, 34). Bedenken wir: „Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen" (Epheser 2, 10). Wir dürfen niemals nachlassen!

 

Lektion 21, Teil 4

Das apostolische Christentum war eine Lebensweise

     Das apostolische Christentum, wie es von der frühen Kirche praktiziert wurde, war nicht nur eine Religion für einen Tag in der Woche. Es war eine umfassende Lebensweise, in der man ständig wandelte. Wenn wir uns die Lehren des Neuen Testaments ansehen, stellen wir fest, dass die Apostel nicht damit zurückhielten, den Bekehrten des gesamten Ratschluss Gottes zu verkünden. Es gab Unterweisungen in allen Angelegenheiten des Lebens durch Predigten, persönliche Beratung und Briefe, die an bestehende Gemeinden geschickt wurden.

  1. Wurde das apostolische Christentum sogar von seinen Gegnern als eine Lebensweise verstanden? Beachten Sie, dass die Jünger als „Anhänger des neuen Weges" beschrieben wurden. Apostelgeschichte 9, 1-2. Redeten manchen schlecht über diese Lebensweise? Führte das zu Unruhen? Apostelgeschichte 19, 9.23.
  2. Hielt der Apostel Paulus sich zurück, als er die jungen Gemeinden unter seiner Obhut belehrte, oder verkündigte er ihnen Gottes gesamte Lebensweise? Apostelgeschichte 20, 27.
  3. Sagte Paulus zu den Predigern, die er lehrte, dass sie Gottes Wort gebrauchen sollten, um nötigenfalls auch Mitglieder der Gemeinde zurechtzuweisen, wenn sie von dem Weg abwichen? 2. Timotheus 4, 1-2. War ihm bewusst, dass manche sich von solch kompromisslosem Predigen abwenden würden, weil sie lieber Dinge hören wollten, bei denen sie sich „gut fühlen" konnten, anstatt Zurechtweisung aus Gottes Wort anzunehmen? 2. Timotheus 4, 3-4.
  4. Welche Voraussetzungen für diese Lebensweise sollte Titus den jungen Frauen in der Gemeinde beibringen? Titus 2, 5.
  5. Liefert die christliche Lebensweise Anweisungen für diejenigen, die sich angesichts der Ungerechtigkeit und Ungleichbehandlung in der Welt leicht zu emotionalen Überreaktionen hinreißen lassen? Titus 3, 1-2.
  6. Gab Paulus bei seiner Belehrung der Christen über „diesen Weg" sogar Anweisungen darüber, wie Männer und Frauen ihr Haar tragen sollten, damit Gott daran Gefallen hat? 1. Korinther 11, 13-16.
  7. Erinnerte Paulus andere Prediger, die jungen Frauen zu lehren, wie man sich richtig kleidet, um Gott zu gefallen? 1. Timotheus 2, 9. (Anmerkung: Wenn eine Frau sich in einer Weise kleidet, die sexuell provozierend wirkt, indem sie zum Beispiel zu kurze, zu enge oder zu offene Bekleidung trägt, so verletzt sie eines der beiden übergeordneten Prinzipien von Gottes Gesetz – dass wir den Nächsten wie uns selbst lieben sollen. Etwas zu tun, was beim anderen Verlangen hervorruft und zur Sünde verführt, bedeutet, für den geistlichen Bruder ein Stolperstein zu sein).
  8. Lehrte Paulus die Bekehrten, dass sie hart arbeiten und ein produktives Leben führen sollten? Sollten Kirchenmitglieder faule Geschwister unterstützen, die sich weigerten, für sich selbst zu sorgen? 2. Thessalonicher 3, 9-12. Ist es Bestandteil eines produktiven Lebens, dass man nicht nur für die eigenen Bedürfnisse sorgen kann, sondern auch in einer Position ist, anderen dienen und helfen zu können? Epheser 4, 28.
  9. Sind Christen, die im Neuen Testament „Anhänger des neuen Weges" genannt werden, in Wirklichkeit Anhänger und Nachfolger Gottes selbst? Epheser 5, 1-2. Welches Verhalten werden wir vermeiden, wenn wir Gottes Wegen folgen? Epheser 5, 3-7.
  10. Schließt die christliche Lebensweise auch Anweisungen mit ein, wie sich Ehemänner und Ehefrauen zuhause verhalten sollen? Epheser 5, 22-25. Sollten die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern auf eine bestimmte Weise geregelt sein? Epheser 6, 1-4.
  11. Erklärte Paulus den Bekehrten, dass ihre christliche Lebensweise sich auch darin ausdrücken muss, wie sie am Arbeitsplatz mit Vorgesetzten und Untergebenen umgehen? Epheser 6, 5-9.
  12. Was befähigt einen wahren Christen, Tag für Tag Gottes Weg nachzufolgen? Epheser 6, 10-18; Galater 2, 20.

 

Die Rolle der Gemeinde von Jerusalem

     Viele der klaren Lehren der Bibel lassen sich nicht mit den Praktiken der meisten bekennenden Christen vereinbaren. Die wahre Kirche Gottes führt ihre Herkunft, ihren Glauben und ihre Praktiken bis auf die Jerusalemer Gemeinde des ersten Jahrhunderts zurück, während der Großteil des heutigen „Christentums" seine Lehren und Praktiken von der römischen Kirche aus dem zweiten Jahrhundert und später übernommen hat. Welche Rolle besaß die frühe Jerusalemer Gemeinde und inwiefern unterschied sie sich von Rom? Wie erhielt Rom die Vormachtstellung und Kontrolle über die frühe christliche Bewegung? Die Bibel offenbart die erstaunlichen Antworten.
     In 1. Thessalonicher 2, 14 lobte der Apostel Paulus die Geschwister in Thessalonich, weil sie den Gemeinden Gottes in Judäa nachfolgten. Er lehrte die aus dem Heidentum Bekehrten, sich nach dem Vorbild der Jerusalemer Gemeinde in Judäa zu richten. Schließlich war die Gemeinde von Jerusalem die ursprüngliche und originale christliche Kirche; diese hatte ihren Anfang am ersten Pfingsttag in der neutestamentlichen Zeit. Sie wurde von Anfang an von den ursprünglichen 12 Aposteln gelehrt und geleitet. Später war Jakobus, der Halbbruder Jesu von Nazareth ihr Vorsteher. Wenn es irgendwelche Christen gab, von denen man erwarten konnte, dass sie aus erster Hand wussten, was Christus tatsächlich gesagt und getan hatte, dann waren sie es.
     Als früh im Wirken des Apostels Paulus strittige Fragen aufkamen, brachten er und Barnabas sie vor die Apostel und Ältesten in Jerusalem (Apostelgeschichte 15, 2). Jerusalem war Sitz der „Mutterkirche" und der ursprünglichen Kirchenleitung. Der Apostel Paulus verwies die von ihm Bekehrten auf das Christentum in Judäa und die Gemeinde von Jerusalem, nicht auf irgendeine „neue" Lehrmeinung, die irgendwo anders gelehrt wurde! In der heidnischen Welt wurde Paulus leicht als Jude identifiziert, der die Römer lehrte, ihre heidnischen Praktiken aufzugeben und „jüdischen" Bräuchen nachzufolgen (Apostelgeschichte 16, 20-21)!
     Welche Praktiken befolgten die Christen in Jerusalem? Wie praktisch jeder Historiker offen zugibt, hielten sie weiterhin den Sabbat am siebten Tag und die jährlichen Festtage ein, wie schon Jesus selbst es getan hatte! In den späten 50er Jahren des ersten Jahrhunderts, über 25 Jahre, nachdem Christus in den Himmel aufgestiegen war, sagte Jakobus, der Halbbruder Jesu, zu Paulus, dass es Tausende von bekehrten Juden im Gebiet von Jerusalem gab, die alle „Eiferer für das Gesetz" waren (Apostelgeschichte 21, 20). Und er sagte zu Paulus, dass manche der Christen in Jerusalem empört waren, weil sie gehört hatten – was sich als falsch herausstellte –, dass Paulus die Juden in heidnischen Ländern gelehrt haben soll, ihre männlichen Kinder nicht beschneiden zu lassen. Beachten Sie, dass Paulus nicht beschuldigt wurde, den Sabbat zu brechen oder gelehrt zu haben, dass die Einhaltung der Zehn Gebote nicht mehr notwendig sei. Das einzige, wessen er beschuldigt wurde, war eine Angelegenheit des Zeremonialgesetzes. Und selbst darin lagen die Ankläger von Paulus falsch. Paulus lehrte die Juden nicht, dass sie die Tempelvorschriften ignorieren konnten; er lehrte nur, dass diese nicht heilsnotwendig waren. In seinem Brief an die Hebräer, der einige Jahre später entstand, erklärte Paulus, dass die Zeremonien und Muster des alttestamentlichen Gottesdienstes dazu gedient haben, auf Jesus Christus und sein erstaunliches Werk hinzuweisen.
     Wie geschah es dann aber, dass Jerusalem als Sitz der Autorität für das Christentum von Rom abgelöst wurde? Im Jahre 69 n.Chr. waren die jüdischen Christen gezwungen, aus Jerusalem zu fliehen, weil die Belagerung und Zerstörung durch Rom bevorstand. Der Apostel Judas (ein anderer Halbbruder Jesu) schrieb kurz vor diesem Ereignis und ermahnte seine Leser, für den Glauben zu kämpfen, der ein für allemal den Heiligen überliefert ist (Judas 3). Falsche Lehrer hatten sich schon in die Gemeinde eingeschlichen und versuchten, sie für ihre eigenen Ideen unter ihre Kontrolle zu bringen (Judas 4).
     Der erste falsche Lehrer, von dem die Bibel berichtet, war Simon Magus, der religiöse Führer der Gemeinschaft der Samariter. Obwohl Simon die christliche Taufe empfangen hatte, erkannte der Apostel Petrus, dass er völlig verbittert und in Ungerechtigkeit – bzw. Ungesetzlichkeit – verstrickt war (Apostelgeschichte 8, 23). Die elfte Ausgabe der Encyclopaedia Britannica nennt ihn in dem Artikel über Simon Magus den „Messias der Samariter, [der versuchte], mit Hilfe des Christentums eine neue Religion zu stiften". Er wird auch als Vater der Irrlehre" bezeichnet.
     Der Knackpunkt in Simons Lehre war, dass von den Christen nicht mehr gefordert wurde, dass sie das alttestamentliche Gesetz einhielten, weil es „jüdisch" war. Durch eine zunehmende Abneigung der Regierung gegen die Juden gewann diese Lehre in Rom an Sympathie, wo ehrgeizige römische Christen Anhänger gewinnen wollten, indem sie populäre heidnische Bräuche „christianisierten". Sie benutzten auch das politische Ansehen ihrer Stadt, um Kontrolle über die christliche Bewegung in anderen Regionen zu gewinnen. Dieser Kampf wurde nicht vollständig zu ihren Gunsten entschieden bis zur Zeit von Kaiser Konstantin, mit dem der Bischof von Rom eine Allianz einging. Die protestantische Reformation des sechzehnten Jahrhunderts beseitigte einige der schlimmsten Abweichungen Roms von der Bibel, behielt aber viele Bräuche bei, die auf das Heidentum zurückgeführt werden können. Die sich zum Christentum bekennende Welt hat seit langer Zeit aufgehört, die Gemeinde von Jerusalem als Vorbild anzusehen – stattdessen bekam sie ihre Identität von der Kirche von Rom.
     Nach dem Aufstieg Roms hörte das apostolische Christentum aber nicht auf, zu existieren. Es wurde lediglich zu einer Bewegung vornehmlich verstreuter Geschwister, die oft von der falschen Kirche verfolgt wurden, wie es die Bibel vorhergesagt hatte. Noch heute predigt die wahre Kirche Gottes dieselbe Botschaft, die schon vor fast 2000 Jahren von der Jerusalemer Gemeinde gelehrt wurde.