



















|

Bibelfernlehrgang

Lektion 22 - Die Kraft des Gebets verstehen
| Chefredakteur | Roderick C. Meredith |
| Redaktionsdirektor | Richard F. Ames |
| Redaktion | William Bowmer Gary F.
Ehman |
| Autoren | John H. Ogwyn Daniel Hall |
| Französische Ausgabe | Dibar Apartian |
| Spanische Ausgabe | Mario Hernandez |
| Grafische Gestaltung | Donna Prejean |
| Korrekturlesung | Sandy Davis Linda
Ehman |
| Nachrichtenbüro | June Olsen |

Der Welt von Morgen – Bibelfernlehrgang hat keinen Bezugspreis.
Seine Verbreitung wird durch Zehnten und Opfer der Mitglieder der Living Church
of God und anderer ermöglicht, die freiwillig Mitarbeiter im Werk der
Verkündigung von Gottes wahrem Evangelium an alle Nationen wurden.
Alle Bibelzitate in dieser Lektion sind, sofern nicht anders
vermerkt, der revidierten Lutherübersetzung von 1984 entnommen. Copyright © 1985
Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.
Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang wird herausgegeben von der Living Church
of God, P.O. Box 3810, Charlotte NC, 28227-8010, USA.
Copyright © 2006 Living Church of God ®. Alle Rechte
vorbehalten.
Briefe an den Herausgeber ...
Viel über Gott gelernt
„Ich habe gerade die 16. Lektion des Bibelfernlehrgangs
beendet und habe so viel über Gott und die Gesetze, die er uns gegeben hat,
gelernt. Ich freue mich schon auf die folgenden Lektionen des
Bibelfernlehrgangs. Mir gefallen alle Zeitschriften und Broschüren, die Sie mir
zuschicken. Vielen Dank für alles, was Sie mich über Gott gelehrt haben."
J.S., Windsor, ON, Kanada
Als würde Gott selbst zu mir sprechen
„Ich wollte Sie wissen lassen, wie sehr ich mich auf alle
neuen Lektionen freue. Vielen Dank. Alles, was Sie mir beibringen, kommt aus der
Bibel – Gottes Wort. Es ist so, als würde Gott selbst zu mir sprechen und mich
lehren. Ich habe versucht, den Sabbat am Samstag einzuhalten – es war schwierig,
weil ich alleine bin. Ich würde gerne eine Kirche finden, die alle Festtage
einhält."
M.H., El Cajon, CA, USA
Voller Freude
„Mir gefallen die Zeitschriften Tomorrow’s World und
der Bibelfernlehrgang. Ich glaube fest daran, dass Gott für all unsere
Bedürfnisse sorgt. Ihre Zeitschrift gefällt mir wegen der Wahrheit, die Gott uns
gegeben hat und wir sollten sie täglich gebrauchen. Dank Ihnen und Ihren
Mitarbeitern. Den Bibelfernlehrgang mag ich ganz besonders. Er hat mir gezeigt,
dass Gott uns in jedem Fall liebt. Ich habe bereits viel gelernt, also senden
Sie mir bitte weiterhin die Lektionen. Die erste Lektion habe ich beendet und
bin voller Freude."
J.R., Painted Post, NY, USA
Sehr informative Literatur
„Vielen Dank für die sehr informative Literatur, die ich von
Ihnen erhalten habe. Ich kann gar nicht genug ausdrücken, wie sehr mir das Lesen
und Studieren Ihres Bibelfernlehrgangs geholfen hat. Wenn ich mit jemandem über
biblische Themen spreche, kann ich fast immer Ihre Literatur heranziehen, die
mir zeigt, wie ich Dinge besser erklären kann, und am besten, wo ich die Bibel
aufschlagen muss, um zu zeigen, was Jesus sagt."
I.R., Irvington, AL, USA
Zum Titelbild: Viele sehen das Gebet lediglich als
religiöses Ritual, aber für wahre Christen ist es viel mehr als das. Das Gebet
ist unsere innige Kommunikation mit Gott. Wenn wir beten, drücken wir unsere
Bedürfnisse und Herzenswünsche aus und danken unserem Schöpfer, der uns seine
Liebe und seinen Frieden gibt (Philipper 4, 6-7).
Die Kraft des Gebets verstehen
Millionen von Menschen beten regelmäßig. Gläubige
Muslime beugen sich fünfmal täglich zum Gebet Richtung Mekka. Hindus und
Buddhisten haben ihre eigene Form des Gebets, gebrauchen manchmal sogar
„Gebetsmühlen", die durch Wind oder einen Wasserstrahl gedreht werden und
glauben, dass ihre Gebete mit jeder Umdrehung in den Himmel geschickt werden.
So schockierend es klingen mag, haben die meisten Menschen, die sich als
Christen bezeichnen, kein viel tieferes Verständnis der Bedeutung von Gebeten.
Hunderte von Millionen Anhänger der größten „christlichen" Kirchengemeinschaft
gebrauchen Perlenketten, um im Turnus wiederholte, auswendig hergesagte Sätze zu
zählen. Millionen von Menschen glauben, dass das christliche Gebet hauptsächlich
darin besteht, das „Vaterunser" oder andere, vorgegebene Formulierungen zu
wiederholen.
Kein Wunder also, dass die meisten Menschen keine wirklichen Antworten auf
ihre Gebete erhalten. Sie wissen nicht einmal, wie man betet. Für viele
ist Beten nur ein Ritual oder eine Art „Zauberformel". Doch die Bibel ist voll
von Hinweisen über Gebete und liefert viele Beispiele von Menschen, denen ihre
Gebete viel Kraft verliehen haben.
Eine der tiefgründigsten Wahrheiten der Bibel ist, dass Gott eine Familie
gründet. Sich selbst stellt Gott in den Seiten der Bibel als himmlischer Vater
vor. Jesus Christus wird als unser ältester Bruder und Erstgeborener unter
vielen Brüdern beschrieben. Uns wird gesagt, dass Gott viele Söhne zur
Herrlichkeit führt! Wir werden sogar jetzt schon als seine Kinder bezeichnet und
werden bei der Auferstehung wiedergeboren, dieses Mal nicht im Fleisch, sondern
aus Geist bestehend. Dann werden wir sein, wie er, und ihn sehen, wie er ist (1.
Johannes 3, 1-2).
Gesunde Familie haben gesunde Beziehungen untereinander. Kernpunkte
gesunder Beziehungen sind gegenseitige Liebe und gegenseitiges Vertrauen. Da
Gott eine Familie gründet, ist er sehr darauf bedacht, mit seinen Kindern
gesunde Beziehungen aufzubauen. Diese Beziehungen sollen schließlich nicht nur
für ein paar Jahre halten, sondern für alle Ewigkeit fortdauern.
Denken Sie einmal an Personen, mit denen Sie eine enge Beziehung verbindet.
Mit diesen Menschen haben Sie Zeit verbracht und sind an einen Punkt gelangt, wo
Sie diese Menschen wirklich kennen und ihnen vertrauen. Wesentlicher Bestandteil
der Entwicklung einer echten Beziehung mit Gott ist es, ihn wirklich kennen zu
lernen. Einer der wichtigsten Wege dazu ist es, im Gebet mit ihm Zeit zu
verbringen. Wenn wir beten, reden wir mit Gott. Wir haben dabei die Gelegenheit,
unser Leben mit unserem himmlischen Vater zu teilen – mit allen Freuden, Sorgen
und Lasten.
Jede Kultur und Religion hat ein bestimmtes Konzept im Bezug auf das Gebet.
Die Heiden verbanden Gebete oft mit Magie. Ihre Gebete beinhalteten
Beschwörungsformeln, die einem die Gunst der jeweiligen Götter gewinnen sollten.
Manchmal wurden Gebetsbitten mit magischen Ritualen oder Opfergaben versehen. Im
1. Buch der Könige lesen wir über den Propheten Elia und die Priester des Baal.
Die Priester des Baal verbrachten den ganzen Tag damit, ihren Gott anzurufen.
Sie hüpften um den Altar und ritzten sogar ihre Haut mit Messern ein, um die
Aufmerksamkeit ihres „Gottes" zu erhalten. Dem gegenüber stehen Elias kurzes und
einfaches Gebet und die schnelle Antwort, die erfolgte. Zwei Details fallen beim
Lesen des Berichts auf. Das eine ist, dass die heidnischen Priester nur ihre
Zeit verschwendeten, weil der „Gott", zu dem sie beteten, nur in ihrer
Einbildung existierte. Das andere Detail ist, dass Elias kurzes Gebet seine
bereits bestehende, enge Beziehung zu Gott bewies. Elia musste keine
Verrenkungen und Beschwörungen unternehmen, wie die heidnischen Priester. Er
sprach einfach ernsthaft und eindringlich mit Gott im Himmel – dem Gott, mit dem
er Tag für Tag lebte und redete.
Elia kannte Gott und hatte eine Beziehung mit ihm. Er wusste, dass das
Gebet kein Ritual ist, sondern die Gelegenheit, vor den Schöpfer des Universums
zu treten. Als er eine Antwort brauchte, konnte er darauf vertrauen, weil er
nicht vor einen Fremden trat. Eindeutig ist also die Zuversicht, mit der Elia
sein kurzes Gebet in 1. Könige 18 sprach, Ausdruck dessen, dass er regelmäßig
Zeit mit Gott verbrachte.
Wie es so oft der Fall ist, werden wir bei den Lehren der Bibel über die
Kraft von Gebeten ebenfalls feststellen, dass sich diese deutlich von populären
Vorstellungen über die Bedeutung des Gebets unterscheiden. Die Bibel ist voll
von Berichten über Männer und Frauen, die eine tiefe Beziehung mit Gott
aufgebaut haben, indem sie im Gebet Zeit mit ihm verbracht haben. Sie reagierten
auf Gottes Liebe und seine Gaben mit einer Einstellung der Dankbarkeit. Sie
teilten ihre Erfolge und Misserfolge im Leben mit Gott und wussten, dass er
immer da sein würde, um für sie zu sorgen und ihnen zu helfen. Sie schufen eine
Beziehung, die dafür gedacht ist, ewig zu halten. Auch Sie können eine solche
Beziehung zu Ihrem Vater und Freund haben. Sie können durch Gebet Vertrauen und
Zuversicht gewinnen und Gnade finden, wenn Sie Hilfe brauchen. Sie können
lernen, wie man die erstaunliche Kraft des Gebets nutzt.
Lektion 22, Teil 1
Die Anweisungen Christi verstehen
Der vielleicht beste Ort, um damit anzufangen, etwas
über Gebete zu lernen, sind die Lehren Jesu Christi selbst. Sicherlich hat
niemand die Bedeutung von Gebeten tiefgründiger und umfassender verstanden!
Viele, die von sich behaupten, Christi Nachfolger zu sein, haben seine
Anweisungen ignoriert und somit auch nicht die Ergebnisse erleben können, die
Christus verheißen hat. Wir müssen Christi Lehren über das Gebet besser
verstehen.
- Sind die Jünger Jesu Christi jemals zu ihm gekommen, um
Anweisungen darüber zu erbitten, wie man betet? Lehrte Johannes der Täufer auch
etwas über dieses wichtige Thema? Lukas 11, 1.
- Zog sich Jesus Christus selbst an abgeschiedene Orte
zurück, um Zeit alleine zu haben, damit er ausführlich zu seinem Vater im Himmel
beten konnte? Matthäus 14, 22-23; Markus 1, 35.
- Verbrachte Jesus Christus vor wichtigen Entscheidungen
viel Zeit im Gebet, um die Angelegenheit mit seinem himmlischen Vater zu
besprechen? Lukas 6, 12-13.
- Lehrte Christus, dass das Gebet im Wesentlichen eine
private Angelegenheit ist? Sollten seine Jünger vermeiden, Aufmerksamkeit auf
sich zu ziehen, indem sie aus öffentlichen Gebeten eine Show machten und sich
vielmehr an einen abgeschiedenen, ruhigen Ort zurückziehen, um mit Gott zu
reden? Matthäus 6, 5-6.
- Obwohl Gebete hauptsächlich geschehen sollten, ohne dass
andere etwas davon mitbekommen, zeigte Christus dennoch, dass es auch Zeiten
gibt, in denen es richtig ist, in der Öffentlichkeit zu beten und Gottes Segen
für etwas zu erbitten? Matthäus 15, 36; Matthäus 26, 26.
- Sollten die Jünger Christi auswendig gelernte Gebete
verwenden, die sie dann ständig wiederholen, oder sollten sie einfach mit Gott
besprechen, was ihnen auf dem Herzen liegt?
- An wen sollten die Jünger Christi ihre Gebete
hauptsächlich richten? Wie sollten sie denjenigen ansprechen, zu dem sie
beteten? Matthäus 6, 9; Lukas 11, 2.
- Gab Christus eine feste Gebetsformel vor, die man
auswendig lernen und ständig wiederholen soll, oder gab er lediglich eine Art
Inhaltsverzeichnis für Gebete? Matthäus 6, 7-9. (Anmerkung: „Darum sollt ihr so
[auf diese Weise] beten" deutet auf eine Zusammenfassung von Themen hin).
- Sollten wir unsere Gebete beginnen, indem wir Gottes
Namen heiligen? Matthäus 6, 9. (Anmerkung: Heiligen bedeutet „Absondern zum
heiligen Gebrauch" – das tun wir mit Gottes Namen, indem wir ihn preisen, ehren
und seine Größe und Liebe anerkennen).
- Sollten wir für die Errichtung von Gottes Reich auf Erden
beten? Matthäus 6, 10. Muss das Evangelium in aller Welt zum Zeugnis gepredigt
werden, bevor dies geschehen wird? Matthäus 24, 14. (Anmerkung: Dieser Abschnitt
des Gebets ist eine gute Gelegenheit, mit Gott über die Bedürfnisse des Werks zu
sprechen, dass Gott weiterhin Türen für die Verbreitung des Evangeliums öffnet
und die Kraft gibt, hindurchzugehen).
- Ist es auch rechtens, für unsere eigenen Bedürfnisse zu
beten? Matthäus 6, 11. Sollen wir ihn auch um Vergebung unserer Sünden bitten
und dafür beten, dass wir auch anderen vergeben können, die uns gekränkt haben?
Können wir nachtragend gegenüber anderen Menschen sein und gleichzeitig selbst
Vergebung erlangen? Matthäus 6, 12.
- Sollen wir um Hilfe bitten, Versuchungen zu überwinden,
und dafür beten, dass Gott uns von dem Einfluss und der Macht des Bösen befreit?
Matthäus 6, 13. Sollten wir unser Gebet so beenden, wie wir es begonnen haben –
mit einer Anerkennung der Größe und Macht Gottes? Vers 13.
- Lehrte Christus seine Jünger, ihre Gebete in seinem Namen
an den Vater zu richten? Johannes 16, 23-26. (Anmerkung: Etwas im Namen Christi
zu erbitten, bedeutet, in dessen Autorität zu bitten. Wenn wir beten, kommen wir
zum Vater durch unseren Hohepriester Jesus Christus und tragen unsere Bitten mit
der Autorität und Vollmacht unseres Erlösers vor).
Beten in Jesu Namen
Verwenden Sie den Namen Jesu, um Ihre Gebete
abzuschließen? Die meisten Christen tun dies, doch viele verstehen nicht
wirklich, warum. Während manche es als eine Art Nachdruck verstehen,
damit Gott sie eher erhört, tun es manche nur aus Tradition. Was bedeutet es
wirklich, etwas im Namen Jesu zu erbitten? Sie sollten die Antwort
kennen, denn der richtige Gebrauch des Namens Christi ist der wichtigste
Schlüssel, um Antworten auf Gebete zu erhalten. Beachten Sie das Versprechen
Jesu: „Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der
Vater verherrlicht werde im Sohn. Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen,
das will ich tun" (Johannes 14, 13-14; 16, 23-24).
Manche verstehen diese Aussage so, als müsse man den Namen Jesu genau so
aussprechen, wie er auf Hebräisch geklungen hätte. Sie behaupten, dass die
meisten Christen keine echten Antworten auf ihre Gebete erleben, weil sie den
Namen Jesu falsch aussprechen. Doch dies ist ein großes Missverständnis dessen,
was es heißt, Christi Namen zu gebrauchen. „Im Namen Jesu Christi" vor den Vater
zu treten erfordert nicht den Gebrauch eines magischen „Passwortes" oder einer
besonderen phonetischen Aussprache. Vielmehr bedeutet es, dass wir mit dessen
Autorität erscheinen. Beachten Sie zwei Aspekte, wie Christi Autorität im
Gebet gebraucht wird.
Als Christus seine Apostel erwählte und aussandte, gab er ihnen Autorität.
Eine ähnliche Autorität wurde den 70 anderen verliehen, die Jesus später
aussandte (Lukas 10, 1.17), und letztlich auch allen wahren Dienern Christi, die
bevollmächtigt wurden, Christi Botschaft mit seiner Autorität zu lehren.
Als die frühen Apostel ein Wunder vollbrachten, indem sie Jesu Namen
verwendeten, schrieben sie es seiner Autorität und Macht zu, nicht ihrer eigenen
(vgl. Apostelgeschichte 3, 12). Durch seine Autorität vollbrachten die Apostel
Wunder (Apostelgeschichte 3, 6; 4, 9-10), trieben Dämonen aus (Apostelgeschichte
16, 18), tauften neue Jünger (Matthäus 28, 19-20; Apostelgeschichte 2, 38) und
salbten die Kranken, damit sie geheilt wurden (Jakobus 5, 14-15). Doch die Bibel
zeigt, dass es falsch ist, sich diese Autorität selbst anzumaßen oder den Namen
Christi in einer nicht autorisierten Weise zu verwenden. Einige jüdische
Exorzisten und die Söhne des Hohenpriesters Skeva erfuhren dies am eigenen Leib
(Apostelgeschichte 19, 13-16).
Ein zweiter Aspekt des Namens Christi ist die Autorität, die allen wahren
Christen verliehen wurde, durch Jesus Christus „mit Zuversicht zu dem Thron der
Gnade" kommen zu dürfen (Hebräer 4, 14-16; 10, 19-22). Wir sind durch Jesus
Christus berechtigt, direkt in die Gegenwart des Vaters kommen zu dürfen. Was
für ein herrliches Privileg!
Namen haben in der Bibel eine Bedeutung. Gott änderte Abrams Namen in
Abraham – was „Vater vieler Völker" bedeutet (1. Mose 17, 5). Jakobs Name wurde
in Israel – „Gottesstreiter" – geändert. Gott selbst offenbart sich in der Bibel
durch eine Vielzahl von Namen und Titeln. Jeder trägt eine wichtige Bedeutung
und ergänzt unser Verständnis von Gott. Jesus ist unsere deutsche Form
für das Wort, das im griechischen Neuen Testament verwendet wurde, um das
hebräische Wort zu umschreiben, das „der Ewige ist Retter" bedeutet.
Christus ist unsere deutsche Form des griechischen Wortes, das „der
Gesalbte" bedeutet. Dies wiederum ist die griechische Übersetzung des
hebräischen „Messias", das ebenfalls „der Gesalbte" bedeutet.
Paulus erklärte, dass Christus „das Ebenbild seines [des Vaters] Wesens"
ist (Hebräer 1, 3) – er repräsentiert den vollkommenen göttlichen Charakter. Er
ist auch der Logos, das göttliche Wort (Johannes 1, 1-3). Die Worte und die
Botschaft, die Jesus brachte, stammten von dem Vater (Johannes 7, 16). Er kam,
um den Vater und dessen Willen zu offenbaren (Lukas 10, 22). Er bestätigte: „Ich
bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch
mich" (Johannes 14, 6). Daher bedeutet also das Beten im Namen Jesu, gemäß den
Worten Gottes zu bitten – gemäß seinem göttlichen Charakter und Willen. Beachten
Sie Jesu Erklärung: „Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben,
werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren" (Johannes
15, 7). Dass Christi Worte in uns bleiben, bedeutet, dass wir an das wahre
Evangelium Christi glauben. Es geht also um unseren Glauben und heißt, dass wir
uns Jesus Christus als unserem persönlichen Erlöser, Hohenpriester, Herrn und
Meister völlig unterzuordnen bereit sind. Wenn wir Gottes Reich ererben wollen,
müssen wir seine Gebote einhalten (Matthäus 19, 17). In Jesu Namen
zu bitten, ist also keine magische Formel, sondern eine Erklärung, dass wir
uns dem Willen Gottes unterwerfen und seiner Lebensweise – seinem göttlichen
Charakter – gehorsam sind.
Beachten Sie die Anweisungen des Apostels Johannes: „Meine Kinder, lasst
uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der
Wahrheit... Ihr Lieben, wenn uns unser Herz nicht verdammt, so haben wir
Zuversicht zu Gott, und was wir bitten, werden wir von ihm empfangen, denn
wir halten seine Gebote und tun, was vor ihm wohlgefällig ist. Und das ist
sein Gebot, dass wir glauben an den Namen seines Sohnes Jesus Christus und
lieben uns untereinander, wie er uns das Gebot gegeben hat" (1. Johannes 3,
18.21-23).
Denken Sie über diesen wichtigen Schlüssel für erhörte Gebete nach, wenn
Sie das nächste Mal beten. Bedenken Sie: „Was immer wir bitten" im Glauben und
Gehorsam gegenüber Jesus Christus und im Einklang mit Gottes Wort und Willen –
in Jesu Namen – wird Gott Ihnen gewähren!
Lektion 22, Teil 2
Beispiele für erhörte Gebete
In der gesamten Bibel gibt es viele Beispiele für
erhörte Gebete. Sowohl im Alten wie im Neuen Testament erhielten Männer und
Frauen erstaunliche Antworten auf ihre an Gott gerichteten Bitten. Waren diese
Menschen anders als die Christen von heute, oder können wir dieselben Antworten
erhalten wie sie? Was können wir von ihrem Beispiel und von den Lehren des Neuen
Testaments über das Beten lernen?
- Der Prophet Elia war ein bemerkenswerter Diener Gottes,
durch den große Wunder vollbracht wurden. Betete er bei einer Gelegenheit, dass
Gott eine Dürre senden möge, um das rebellische Volk zu züchtigen und wach zu
rütteln, und betete er später, dass Gott es wieder regnen lassen möge? Jakobus
5, 17-18. War Elia ein Mensch wie wir?
- Erhielt Elia eine deutliche Antwort auf sein an Gott
gerichtetes Gebet, Feuer vom Himmel regnen zu lassen, damit bezeugt würde, dass
er der wahre Gott ist, und nicht Baal? 1. Könige 18, 21.36-39.
- Betete Elia bei einer anderen Gelegenheit, dass Gott den
verstorbenen Sohn einer gläubigen Witwe, die ihm Unterkunft gewährte, wieder zum
Leben erwecken sollte? 1. Könige 17, 17-22.
- Vollbrachte Gott ein ähnliches Wunder durch Elisa, den
Nachfolger Elias, der ebenfalls ein Kind wieder zum Leben erweckte? 2. Könige 4,
32-37.
- Einmal hatten feindliche Truppen die Stadt belagert, in
der Elisa lebte, weil sie ihn gefangen nehmen und zum König von Syrien bringen
wollten. Als Elisas Diener die Armee sah, war er äußerst verängstigt. Betete
Elisa, dass Gott für kurze Zeit die Augen des Dieners öffnen würde, damit er die
Existenz der Geistwelt erkennen konnte, die Elisa als Gottes wahren Diener
beschützte? 2. Könige 6, 15-17.
- Wandte sich König Hiskia aufrichtig an Gott, als er
erfuhr, dass er sterben würde? Erhörte und heilte Gott ihn? Jesaja 38, 1-5.
- Hatte Hiskia sich auch an Gott gewandt, als die Eroberung
und Zerstörung seines Landes drohte? Nahm er den Drohbrief, den er vom König von
Assyrien erhalten hatte, um ihn vor Gott auszubreiten und Gott anzuflehen, sein
Land zu erretten? Jesaja 37, 14-20. Erhörte Gott Hiskia auf eindrucksvolle
Weise? Jesaja 37, 33-37.
- Erlebte die frühe neutestamentliche Kirche dramatische
Antworten auf ihre Gebete, durch die sie gestärkt und ermutigt wurden, im Werk
Gottes voranzugehen? Apostelgeschichte 4, 31.
- Wie erreichten die Apostel so eindrucksvolle Resultate in
ihrem Wirken? Waren sie beständig im Gebet und bei der Verkündigung des
Evangeliums aktiv? Apostelgeschichte 6, 4.
- Nachdem König Herodes einen der 12 Apostel – Jakobus, den
Bruder des Johannes – hinrichten gelassen hatte, ließ er auch Petrus gefangen
nehmen und ins Gefängnis werfen. Wollte er ihn später ebenfalls hinrichten
lassen? Apostelgeschichte 12, 1-4. Wie reagierte die Gemeinde auf diese
Bedrohung? Apostelgeschichte 12, 5.12. Griff Gott auf dramatische Weise ein und
beantwortete ihre Gebete, indem er einen Engel sandte, um Petrus aus dem
Gefängnis zu befreien? Apostelgeschichte 12, 7-11.
- Betete der Apostel Paulus unablässig, dass die
Geschwister in der Erkenntnis des Willens Gottes wachsen würden und dass sie
gestärkt würden, diesen Willen zu erfüllen? Kolosser 1, 9-11. Verbrachte er auch
Zeit im Gebet damit, Gott zu danken und ihn zu preisen? Vers 12.
- Ermahnte Paulus die Geschwister, für andere zu beten? Um
was sollte die Gemeinde für ihn beten? Epheser 6, 18-20.
Verschiedene Arten von Gebeten
Wussten Sie, dass es verschiedene Arten von Gebeten
gibt? Das Alte und das Neue Testament verwenden eine Vielzahl von Wörtern, um
Gebete zu benennen. Jedes dieser Wörter vermittelt eine leicht abgeänderte
Bedeutung, durch die wir einen weiteren Aspekt unseres Gebetslebens verstehen
können. Diese Wörter können unter drei verschiedenen Kategorien oder Konzepten
zusammengefasst werden, von denen jede wichtig ist und Teil unserer regelmäßigen
Beziehung zu Gott sein sollte.
Als der Apostel Paulus den Philipperbrief schrieb, hatte er bereits mehrere
Jahre unter Hausarrest gestanden oder im Gefängnis verbracht. Zuerst wurde er in
Jerusalem verhaftet, dann in die Hauptstadt der römischen Verwaltung nach
Cäsarea überführt, anschließend mit bewaffneten Wachen nach Rom gebracht und
schließlich in Rom unter Hausarrest gestellt. Während dieser schwierigen und
unsicheren Zeit seines Lebens hatte er viel Gelegenheit zum Nachdenken. Es wäre
sicherlich nachvollziehbar gewesen, wenn Paulus sich in solch einer Situation
viele Sorgen gemacht und Ängste ausgestanden hätte. Schließlich wusste er nicht,
was die Zukunft bringen würde. Würde er am Ende freigesprochen und freigelassen
werden, würde er für lange Zeit schwere Arbeit in Verbannung leisten müssen oder
würde er hingerichtet, wie es seine Ankläger verlangten? Paulus wusste es nicht!
Bedenken Sie, dass er anders als wir heute das Buch der Apostelgeschichte nicht
lesen konnte. Vielmehr musste er durch diese Prüfungen hindurchgehen wie wir
heute – einen Tag nach dem anderen! Wie ging Paulus mit dieser Unsicherheit und
dem Stress einer solchen Situation um?
Die Antwort liegt in dem Rat, den er den Philippern gab: „Sorgt euch um
nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen
mit Danksagung vor Gott kund werden! Und der Friede Gottes, der höher ist
als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus" (Philipper
4, 6-7). Hier beschreibt Paulus drei Aspekte unserer Gemeinschaft mit Gott, die,
wenn man sie praktiziert, unsere Sorgen und Ängste gegen einen inneren Frieden
austauschen. Die drei Aspekte sind:
Gebet: Dies bedeutet einfach, mit Gott zu reden. Es bezieht sich auf
unseren regelmäßigen Umgang mit ihm und auf die Bitten, die wir an den richten,
der alle unseren Bedarf decken kann. In den Psalmen gebrauchte David diesen
Begriff häufig, um Bitten zu beschreiben, die er an seinen Schöpfer richtete.
Christi Jünger hatten ihn gebeten, sie zu lehren, wie man betet, wie auch
Johannes der Täufer seine Jünger gelehrt hatte. Gewöhnlich stand Jesus sehr früh
am Morgen auf und ging an einen abgeschiedenen Ort, damit er Zeit hatte, mit
seinen himmlischen Vater Gemeinschaft zu pflegen. Paulus ermahnte die Christen,
sie sollten beständig im Gebet sein – regelmäßig und fortwährend beten. In
unseren Gebeten sollten wir mit Gott reden und unsere Hoffnungen, Wünsche und
Bedürfnisse ausdrücken.
Flehen: Ein stärkerer Begriff als das einfache Gebet. Dieser bezieht
sich auf spezifische Bitten und Anliegen, die uns besonders am Herzen liegen.
Bei Salomos Gebet zur Einweihung des Tempels, das in 2. Chronik 6 aufgezeichnet
ist, bat der König darum, dass Gott das Flehen seines Volkes in Zeiten der Not
und Bedrängnis erhören möge. In Daniel 9 lesen wir, dass Daniel für die Nation
flehte, die wegen ihrer Sünden in Gefangenschaft geraten war. Daniels Flehen war
verbunden mit einem Bekenntnis der Sünden des Volkes und einem Ausdruck tiefer
Reue. Im Neuen Testament wird Flehen oft im Zusammenhang mit Gebet erwähnt und
zeigt, dass wir nicht einfach nur Gott unsere Hoffnungen und Bedürfnisse
mitteilen sollen, sondern dass wir ihn intensiv bitten und anflehen sollen, dass
er eingreift und hilft.
Flehen steht in der Bibel oft im Zusammenhang mit Fürbittegebeten, bei
denen wir Gott um sein Eingreifen für andere Menschen bitten. Der Apostel Paulus
ermahnte die Christen in Ephesus, bei Gott allezeit Fürbitte mit Bitten und
Flehen für andere vorzubringen (Epheser 6, 18). Der Apostel Jakobus empfahl,
dass leidende Christen den Geschwistern ihre Schwächen offen legen sollten,
damit diese bei Gott Fürbitte für diese Christen in Not einlegen und Gott um
Hilfe und Heilung für sie bitten konnten (Jakobus 5, 18).
Danksagung: Dies ist ein oft übersehener Aspekt des Gebetslebens.
Darunter fallen Lobpreis und Anerkennung, die wir Gott gegenüber regelmäßig zum
Ausdruck bringen sollten. Danksagung ist ein wichtiger Schlüssel für wirksame
Gebete, denn durch sie werden unser Herz und unsere Gedanken aus den Sorgen der
Welt heraus und in die Größe und Güte des erhabenen Gottes emporgehoben.
In den Psalmen finden wir oft die Ermahnung, mit Lobpreis und Dankbarkeit
vor Gott zu treten. Im Neuen Testament erfahren wir, dass Jesus regelmäßig Gott
dankte, bevor er eine Mahlzeit einnahm. Bei seinem letzten Passahmahl dankte er
für das Brot und den Wein, als er diese als Symbole seines Opfers absonderte. Es
ist von entscheidender Bedeutung, dass wir Gott regelmäßig als denjenigen
anerkennen, der uns alles gibt, und dass wir ihm gegenüber unsere Dankbarkeit
ausdrücken.
Eine Einstellung der Dankbarkeit, die wir Gott gegenüber regelmäßig
ausdrücken, macht uns für den inneren Frieden empfänglich, der nur von ihm
kommen kann. Wenn wir uns lediglich auf unsere Wünsche und Bedürfnisse
konzentrieren, ohne zu lernen, den anzuerkennen und zu preisen, der immer für
uns da ist und uns Hilfe und Liebe schenkt, dann können wir nie wirklich die
geistliche Frucht der Freude und des Friedens empfinden.
Lektion 22, Teil 3
Schlüssel für erhörte Gebete
Wir lesen in der Bibel von vielen Ereignissen, bei denen
Gebete auf eindrucksvolle Weise erhört wurden. Da wurden Menschen von tödlichen
Krankheiten geheilt, Dämonen wurden ausgetrieben und Wunder geschahen. Warum
wurden die Gebete dieser Menschen, die nicht anders waren als wir heute, auf so
bemerkenswerte Weise erhört? Gibt es Gründe dafür, warum manche Gebete erhört
werden, und andere nicht? Gibt es tatsächlich Schlüssel für erhörte Gebete?
- Sagt Gott uns, dass er zu gewissen Zeiten die Gebete von
bestimmten Menschen nicht erhört und beantwortet? Jesaja 59, 1-3. Bedeutet dies,
dass Gott irgendwie keine Macht besitzt, sie zu beantworten?
- Können wir etwas tun, um sicherzugehen, dass Gott unsere
Bitten beachtet und unsere Gebete beantwortet? Jesaja 1, 15-19.
- Lehrt der Apostel Johannes, dass Gehorsam gegenüber Gott
wichtig ist, wenn wir wollen, dass er uns hört und unsere Gebete beantwortet? 1.
Johannes 3, 22.
- Wem hört Gott aufmerksam zu? Psalm 34, 16. Ist es
wichtig, dass wir uns Gott in einer reuevollen und demütigen Einstellung nähern?
Psalm 34, 19.
- Gab Jesus ein Beispiel von zwei Männern, die mit einer
sehr unterschiedlichen Einstellung gebetet hatten? Erhörte Gott den einen,
während er die Gebete des anderen ignorierte? Lukas 18, 9-14.
- Können ernsthafte und innbrünstige Gebete wirklich etwas
bewirken? Jakobus 5, 16. Als Elia betet, tat er dies ernsthaft und von Herzen?
Jakobus 5, 17.
- Wie wichtig ist Glaube dabei, dass wir Antworten auf
unsere Gebete erhalten? Jakobus 1, 6-7. Ist es möglich, Gott zu gefallen, ohne
Glauben zu haben? Hebräer 11, 6.
- Wer kann sich darauf verlassen, nicht alleine gelassen zu
werden und von Gott errettet zu werden? Psalm 34, 23. Zeigte David eine solche
Zuversicht, als er zu Gott rief? Psalm 55, 17.
- Sollten wir für eine Angelegenheit einmal beten und es
dabei belassen, oder sollten wir bei unseren Gebeten ausdauernd sein? Lukas 18,
6-7.
- Welche drei Eigenschaften benannte David, als er
diejenigen beschrieb, die sich auf Erhörung und Errettung von Gott verlassen
können, wenn sie sich an ihn wenden? Psalm 145, 18-20. (Anmerkung: Gottesfurcht
bedeutet, eine tiefe Ehrfurcht und Achtung vor Gott zu haben).
- Können wir zuversichtlich sein, dass unsere Bitten erhört
werden, wenn wir im Einklang mit dem Willen Gottes bitten? 1. Johannes 5, 14-15.
Müssen wir dafür unsere Selbstsucht ablegen und den Willen des Vaters suchen?
War Christus darin ein Vorbild, als er in einer Zeit schwerer Prüfung und
Bedrängnis im intensiven Gebet darum rang? Markus 14, 32-41; vgl. Lukas 22, 44.
War er am Ende seines Gebets an einen Punkt gelangt, wo er inneren Frieden fand
und die Situation annehmen konnte? Markus 14, 42.
- Sind manchmal falsche Motive der Grund, weshalb Gott
seine Antwort auf ein Gebet zurückhält? Jakobus 4, 2-3.
- Sollen wir im Namen Christi zum Vater kommen, wenn wir
beten? Johannes 14, 13-14. (Anmerkung: Im Namen Christi zu beten bedeutet, in
seiner Autorität vor den Vater zu treten). Bekräftigte Christus diese Aussage
ein paar Verse später, indem er es damit gleichsetzte, dass wir in Christus
bleiben sollen? Johannes, 14, 23; 15, 7.
- Können wir mit Gewissheit und Zuversicht vor Gottes Thron
treten, wenn wir etwas bedürfen? Hebräer 4, 16. Was ist die Grundlage dieser
Zuversicht? Hebräer 2, 17-18; 4, 14-15.
Können Gebete wirklich Ihr Leben
verändern?
Was für einen Unterschied bewirken Ihre Gebete? Können
Ihre Gebete wirklich den Verlauf der Ereignisse um Sie herum beeinflussen?
Manche sind der Meinung, dass Ereignisse vorherbestimmt sind und dass unsere
Gebete nicht wirklich beeinflussen, was geschieht – dass also Gebete helfen,
dass man sich „besser fühlt", sie aber nicht wirklich irgendwelche Resultate
erzielen.
Wie viel können Ihre Gebete wirklich bewirken? Das Gebet ist dafür
bestimmt, Dinge zu verändern. Als erstes und wichtigstes sollten Gebete uns
selbst verändern! Darüber hinaus beeinflussen Gebete unter den richtigen
Voraussetzungen aber auch den Ausgang von Ereignissen um uns herum.
Ist es für Gott wirklich möglich, seine Meinung zu ändern? Abraham war
davon überzeugt, ebenso Mose, König David und König Hiskia! Die
neutestamentliche Gemeinde ging auch davon aus, dass ihre Gebete eine
Veränderung bewirken könnten.
1. Mose 18 enthält einen Dialog, den Abraham mit seinem Freund, dem
Schöpfer des Universums führte. Als Abraham erfuhr, dass Gott vorhatte, Sodom
und Gomorra zu zerstören, machte er sich ernsthafte Sorgen um seinen Neffen Lot
und dessen Familie. Abraham glaubte ganz klar, dass seine Bitte eine Veränderung
bewirken könnte, und so fragte er, ob Gott Sodom verschonen würde, wenn man dort
50 gerechte Menschen finden könnte. Er setzte sein Gespräch mit Gott fort und
erhielt letztlich die Gewissheit, dass Gott die Stadt sogar verschonen werde,
wenn sich nur zehn Gerechte darin befänden.
Als Israel die Sünde mit dem Goldenen Kalb beging, flehte Mose Gott um
Gnade für die Israeliten an. Gott war nahe daran, die Nation auszutilgen und von
neuem mit Mose und dessen Familie zu beginnen, aber Mose wusste, dass er durch
Gebete vielleicht Gottes Meinung ändern konnte. „[Ich] fiel nieder vor dem Herrn
wie das erste Mal, vierzig Tage und vierzig Nächte, und aß kein Brot und trank
kein Wasser um all eurer Sünden willen, die ihr getan hattet, als ihr solches
Unrecht tatet vor den Herrn, um ihn zu erzürnen. Denn ich fürchtete mich vor dem
Zorn und Grimm, mit dem der Herr über euch erzürnt war, so dass er euch
vertilgen wollte. Aber der Herr erhörte mich auch diesmal. Auch war der Herr
sehr zornig über Aaron, so dass er ihn vertilgen wollte; aber ich bat auch für
Aaron zur selben Zeit" (5. Mose 9, 18-20). Mose glaubte eindeutig an die
Wirksamkeit von Gebeten!
Beachten Sie folgende zwei Ereignisse, bei denen ein Prophet Gottes einem
König die Mitteilung überbrachte, dass er sterben würde. Der Prophet Jesaja
sagte zu König Hiskia, dass er sterben werde, worauf der König von Herzen Gottes
Heilung erbat. Gott antwortete mit „ja" auf Hiskias Bitte und fügte seinem Leben
15 weitere Jahre hinzu (Jesaja 20, 1-5). In 2. Samuel 12, 14 warnte der Prophet
Nathan König David, dass sein Kind, das er während seines Ehebruchs mit Bathseba
zeugte, sterben würde. David fastete und betete daraufhin die ganze folgende
Woche, aber am Ende der Woche starb das Kind tatsächlich. Wie reagierte David
darauf? „Er sprach: ‚Als das Kind noch lebte, fastete ich und weinte; denn ich
dachte: Wer weiß, ob mir der Herr nicht gnädig wird und das Kind am
Leben bleibt. Nun es aber tot ist, was soll ich fasten? Kann ich es wieder
zurückholen? Ich werde wohl zu ihm fahren; es kommt aber nicht wieder zu mir
zurück’" (Verse 22-23). David glaubte, dass Gebete den Ausgang der Ereignisse
verändern könnten und war bereit, Gottes Antwort anzunehmen – selbst wenn die
Antwort „nein" hieß.
Apostelgeschichte 12 berichtet, wie König Herodes Petrus gefangen nehmen
ließ und vorhatte, ihn nach der Passahzeit hinzurichten. Die Gemeinde von
Jerusalem glaubte fest, dass Gebete dabei etwas verändern konnten. „So wurde nun
Petrus im Gefängnis festgehalten; aber die Gemeinde betete ohne Aufhören für ihn
zu Gott" (Vers 5). Als Antwort auf diese Gebete sandte Gott einen Engel und
befreite Petrus auf wundersame Weise.
Beachten wir schließlich Christi eigenes Beispiel im Garten Gethsemane. Er
flehte den Vater innbrünstig an und sprach: „Mein Vater, ist’s möglich,
so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du
willst" (Matthäus 26, 39). Es ist völlig in Ordnung und berechtigt, Gott
anzuflehen, doch wir müssen auch die Einstellung besitzen, uns unterzuordnen und
seinen Willen zu akzeptieren. Zwar ist Gott für die von Herzen kommenden Bitten
seiner Kinder offen und hört sie, doch es gibt Zeiten, in denen er „nein" sagen
muss, weil er einen höheren Zweck verfolgt.
Können Gebete wirklich etwas verändern? Das können sie! „Des
Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist" (Jakobus 5, 16).
Lektion 22, Teil 4
Eine Beziehung zu Gott aufbauen lernen
In der Bibel erfahren wir, dass Gott eine Familie
gründen will. Unsere Bestimmung ist es, bei der Auferstehung in Gottes Familie
hineingeboren zu werden und Miterben mit Christus zu sein. In dieser Zeit bauen
wir eine Beziehung mit Gott auf, die für die Ewigkeit halten soll. Die Männer
und Frauen der Bibel sind uns ein Vorbild darin, wie sie ihre Beziehung zu Gott
gestalteten und wir können sehen, welch wichtige Rolle unsere Gebete dabei
spielen, eine gesunde, vertrauensvolle und von Liebe geprägte Beziehung zu dem
Vater und zu Christus aufzubauen.
- Zeigt die Bibel uns, dass der Patriarch Henoch in den
Zeiten vor der Sintflut mit Gott wandelte? 1. Mose 5, 21.
- Fand Noah Gnade vor Gott? 1. Mose 6, 8. Wandelte er
ebenfalls zeitlebens mit Gott? 1. Mose 6, 9.
- Hatte Abraham eine tiefe persönliche Beziehung mit Gott,
so dass er ein Freund Gottes genannt wurde? Jesaja 41, 8; Jakobus 2, 23.
- Mose hatte ebenfalls eine sehr enge und persönliche
Beziehung zu Gott. Ging Gott mit Mose wie mit einem Freund um? 2. Mose 33, 11.
- Was sagt uns die Bibel über König David und seine
Beziehung zu Gott? Wird er als ein Mann nach Gottes Herzen beschrieben? 1.
Samuel 13, 14; Apostelgeschichte 13, 22.
- Das Buch der Psalmen offenbart vieles über Davids
Gebetsleben. Es bietet uns Einblicke in sein Herz und zeigt seine Einstellung
und Charaktereigenschaften, die Gott so gefielen. Trat David zuversichtlich vor
Gott, um ihn um Hilfe und Leitung zu bitten? Psalm 25, 1-2.4-5.
- Kam David regelmäßig im Gebet vor Gott oder verbrachte er
nur wenig Zeit mit ihm, wenn es zufällig gerade passte? Psalm 55, 17-18.
- Hatte Daniel eine enge, persönliche Beziehung zu Gott?
Nannte der Engel Gottes, der gesandt war, um ihn zu stärken und ihm besonderes
Wissen zu offenbaren, ihn einen von Gott Geliebten? Daniel 10, 18-19. Betete
Daniel regelmäßig dreimal am Tag, wie es auch David tat? Wie war seine normale
Gebetshaltung? Daniel 6, 11.
- Ermahnte der Apostel Paulus die Mitglieder der frühen
Kirche, eine beständige Gewohnheit und Einstellung des Betens zu haben? 1.
Thessalonicher 5, 17-18; Kolosser 4, 2; Epheser 6, 18. Sollten Lobpreis und
Danksagung einen wichtigen Teil der Gebete ausmachen?
- Wie beschrieb David seine persönliche Beziehung zu Gott?
Psalm 23, 1-6. War er zuversichtlich, dass er sich darauf verlassen konnte, dass
Gott ihn in dunklen Momenten seines Lebens trösten und unterstützen würde? Vers
4.
- Wusste David aus persönlicher Erfahrung, was es
bedeutete, sich zu fürchten und zu fühlen, dass einem alles zu viel wird, so
dass man am liebsten davonrennen würde? Psalm 55, 5-7. Welche bedeutende Lektion
hatte er aber gelernt? Psalm 55, 23.
- Sagte Jesus Christus in der letzten Nacht vor seiner
Kreuzigung, dass der Schlüssel zum ewigen Leben sei, den Vater und den Sohn
wirklich zu kennen? Johannes 17, 3. Kannte die Welt wirklich Gott? Konnten die
Jünger Christi Gott kennen? War es Teil dessen, Gott zu kennen, dass man seine
Liebe erfahren hatte und seine Identität verstand, die durch seinen Namen
offenbart war? Johannes 17, 5-16.
- Empfand der Apostel Paulus eine tiefe Wertschätzung
dafür, dass er persönliche Kenntnis und eine Beziehung mit dem Vater und mit
Christus haben konnte? Philipper 3, 7-10. (Anmerkung: Um jemanden wirklich
kennen zu lernen, muss man Zeit zusammen verbringen und gemeinsame Erfahrungen
machen).
Lektionen vom Räucheraltar
Im Hebräerbrief erklärte der Apostel Paulus, dass die
verschiedenen Aspekte des priesterlichen Gottesdienstes im Tempel (Hebräer 8,
1-5) darauf hinwiesen, dass die Priesterschaft Jesu Christi Vorrang vor der
levitischen Priesterschaft hat, die noch tätig war, als Paulus seinen Brief
schrieb.
Paulus schrieb an Menschen, die mit den Tempelzeremonien eingehend vertraut
waren und betonte, dass Gott Mose ein Muster beim Bau der Stiftshütte vorgab,
das dieser nachbilden sollte. Dieses Muster war bedeutsam, weil alle seine
Elemente auf geistliche Wahrheiten in Gottes Plan hinwiesen.
In 2. Mose 25 hatte Gott zu Mose gesagt, er solle eine rechteckige Kiste
für die zwei Steintafeln mit den vom Finger Gottes geschriebenen Zehn Geboten
bauen – die Bundeslade. Mose sollte auch einen besonderen Deckel konstruieren –
den Gnadenthron – der auf die Bundeslade passte und symbolisch für Gottes
eigenen Thron stand. Gott sagte zu Mose, dass er mit ihm von diesem Gnadenthron
aus reden werde (Vers 22).
Aus 2. Mose 30 erfahren wir, dass direkt vor die Bundeslade mit dem
Gnadenthron ein spezieller goldener Altar gestellt werden sollte, etwa 46 cm
lang, ebenso breit und etwa 92 cm hoch. Dieser Altar war von der Bundeslade
durch einen schweren Vorhang getrennt, der zunächst in der Stiftshütte und
später im Tempel hing. Zweimal täglich wurden auf diesem Altar Räucheropfer
dargebracht, jeweils direkt nach dem Morgen- und Abendopfer.
In späteren Jahren, als sich die Zahl der Priester vervielfachte, teilte
König David die Priester in 24 „Ordnungen", von denen jede der Reihe nach für
jeweils zwei Wochen pro Jahr im Tempel dienten. Während der Festzeiten waren
alle Ordnungen tätig. Die Priester warfen das Los, um ihre Aufgaben während der
Tage ihres Dienstes zu verteilen (vgl. Lukas 1, 9). Einem Priester konnte keine
größere Ehre zufallen, als ausgewählt zu werden, das Räucherwerk vor dem Herrn
zu verbrennen. Den meisten von ihnen kam diese Ehre nur einmal im Leben zu, und
es ist leicht nachvollziehbar, wie erfreut der gealterte Zacharias gewesen sein
muss, als das Los auf ihn fiel, Gott das Räucheropfer darzubringen. Bei diesem
Ereignis erschien ihm dann ein Engel, der ankündigte, dass er und seine Frau
endlich ein Kind haben sollten: Johannes den Täufer.
Was war die geistliche Bedeutung des Räucherwerks, das im Tempel verbrannt
wurde? David verglich seine Gebete mit Räucherwerk, die zu Gott aufstiegen (Palm
141, 2). Johannes sah in seiner Vision des Himmels in Offenbarung 5, 8 goldene
Schalen voller Räucherwerk, die vor Gott den Vater gestellt wurden. Er erklärte,
dass dieses Räucherwerk die Gebete der Heiligen darstellte. In einer anderen
Vision sah Johannes einen Engel mit einem goldenen Räuchergefäß kommen (wie es
von den levitischen Priestern im Tempel verwendet wurde), um Räucheropfer „mit
den Gebeten aller Heiligen auf dem goldenen Altar vor dem Thron [darzubringen].
Und der Rauch des Räucherwerks stieg mit den Gebeten der Heiligen von der Hand
des Engels hinauf zu Gott" (Offenbarung 8, 3-4).
Die Zeremonie am goldenen Altar, die zuerst in der Stiftshütte und später
im Tempel vollzogen wurde, stellte die Gebete der Heiligen dar, die vor Gott
gebracht wurden. Dieser Altar stand direkt vor einem Vorhang, der ihn vom
Gnadenthron direkt hinter dem Vorhang trennte. In früherer Zeit hatte Gott Mose
offenbart, dass die Zutaten für das Räucherwerk vermischt werden sollten. „Und
du sollst es zu Pulver stoßen und sollst etwas davon vor die Lade mit dem Gesetz
in der Stiftshütte bringen, wo ich dir begegnen werde. Es soll euch ein
Hochheiliges sein" (2. Mose 30, 36).
Überlegen wir uns die Bedeutung dieser Zeremonie. Sie gab den Menschen eine
Gelegenheit, mit dem Schöpfer Gemeinschaft zu haben, wenn auch damals noch durch
einen Vorhang getrennt. Als Jesus Christus starb, verursachte jedoch ein
Erdbeben, dass der Vorhang im Tempel zerriss (Matthäus 27, 50-51). Der Apostel
Paulus erklärte, dass dieses wundersame Ereignis bedeutete, dass Christen nun
freimütig dorthin gehen können, wo selbst die Priester im Altertum nicht
hingehen konnten! Als Folge des Opfers Christi können wir tatsächlich durch den
Vorhang hindurch treten. „Durch das Blut Jesu [haben wir die Freiheit] zum
Eingang in das Heiligtum, den er uns aufgetan hat als neuen und lebendigen Weg
durch den Vorhang" (Hebräer 10, 19-20).
Während unserer Zeit im Gebet haben wir Gemeinschaft mit unserem Schöpfer!
Dies ist ein unschätzbares Privileg, das wir nie leichtfertig hinnehmen sollten.
Der Apostel Paulus erklärte seinen Lesern im Hebräerbrief: „Darum lasst uns
hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit
empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben" (Hebräer 4,
16).
|