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Bibelfernlehrgang

Lektion 23 - Hilfsmittel zum geistlichen Wachstum

ChefredakteurRoderick C. Meredith
RedaktionsdirektorRichard F. Ames
RedaktionWilliam Bowmer
Gary F. Ehman
AutorenJohn H. Ogwyn
Daniel Hall
Französische AusgabeDibar Apartian
Spanische AusgabeMario Hernandez
Grafische GestaltungDonna Prejean
KorrekturlesungSandy Davis
Linda Ehman
NachrichtenbüroJune Olsen

 

Der Welt von Morgen – Bibelfernlehrgang hat keinen Bezugspreis. Seine Verbreitung wird durch Zehnten und Opfer der Mitglieder der Living Church of God und anderer ermöglicht, die freiwillig Mitarbeiter im Werk der Verkündigung von Gottes wahrem Evangelium an alle Nationen wurden.

Alle Bibelzitate in dieser Lektion sind, sofern nicht anders vermerkt, der revidierten Lutherübersetzung von 1984 entnommen. Copyright © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.
Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang wird herausgegeben von der Living Church of God, P.O. Box 3810, Charlotte NC, 28227-8010, USA.

Copyright © 2006 Living Church of God ®. Alle Rechte vorbehalten.

 

 

Briefe an den Herausgeber ...

In freudiger Erwartung

„Lektion 8 ist gerade eingetroffen und ich möchte Ihnen sagen, dass ich mich immer sehr auf jede neue Lektion freue. Dieser Bibelfernlehrgang hilft mir, die ganze Ansammlung falscher Vorstellungen abzulegen. Die Wahrheit des Wortes Gottes macht mich wirklich frei. Es ist, als würde ich aus der Dunkelheit heraustreten und in das wunderbare Licht Christi kommen! Psalm 119, 173 ‚Lass deine Hand mir beistehen...’. Sie sind wirklich die Hand des Herrn. Bitte machen Sie weiter mit diesem wunderbaren Werk. Sie sind solch ein Segen! Ich bete täglich für Sie.

H.H., El Cajon, CA, USA

 

Hat mir wirklich die Augen geöffnet

„Ich nehme an Ihrem Bibelfernlehrgang teil und er hat mir wirklich die Augen geöffnet, um die Bibel zu verstehen. Erst jetzt, nach vielen Jahren, kann ich Gottes Wort verstehen."

P.B., Lufkin, TX, USA

 

Gesegnet

„Ich möchte Ihnen schreiben um Ihnen zu sagen, wie sehr ich mich durch Ihren Bibelfernlehrgang gesegnet fühle. Er hat mir geholfen, mehr über die verschiedenen Ereignisse in der Bibel zu lernen und hat die Fragen beantwortet, die ich hatte. Jedes Mal, wenn ich ihn durchlese, finde ich etwas Neues."

V.F., Topeka, KS, USA

 

Vielen Dank

„Vielen Dank an Sie alle, dass Sie Gottes Wahrheit all denen zugänglich machen, die Gott, sein Wort, sein Gesetz und seinen Sohn lieben! Dies ist ein großer Segen. Der Bibelfernlehrgang und Ihre anderen Publikationen haben mich wieder mit Lehrern zusammengeführt, die wirklich wissen, von was sie sprechen und haben mein Gefühl für die Sinn des Lebens, für Sicherheit und Hoffnung erneuert."

M.D., Eureka, CA, USA

 

Zum Titelbild: Die Bibel offenbart entscheidende Hilfsmittel, die unserem geistlichen Wachstum dienen. Gebet, Meditation und Fasten sind wichtige Werkzeuge, die in der Bibel offenbart sind, und die Bibel selbst ist ebenfalls ein grundlegendes Werkzeug, durch das wir lernen können, nach Gottes Wegen zu leben, so dass er in unserem Leben wirken kann.

 

Hilfsmittel zum geistlichen Wachstum

     Die meisten Menschen – sogar die meisten, die sich als Christen bezeichnen – haben keine klare Vorstellung davon, welchen Sinn das menschliche Leben hat. Daher können sie auch nicht verstehen, was geistliches Wachstum sein soll. Da sie glauben, ihr Lohn sei es, nach dem Tod „auf einer Wolke im Himmel zu sitzen", sehen die meisten keinen Grund, warum sie überhaupt geistlich wachsen müssten. Doch die Bibel offenbart, dass es die wahre Bestimmung eines Christen ist, buchstäblich in Gottes Familie hineingeboren zu werden und unter Jesus Christus alle Nationen zu regieren. Gott wird ein buchstäbliches Reich errichten, das Christen nach der Auferstehung erben sollen.
     Offenbarung 20 besagt, dass die Heiligen während der tausendjährigen Herrschaft Christi Könige und Priester sein sollen. Als Könige und Priester werden sie Menschen und sogar Engel lehren, leiten und richten (1. Korinther 6, 2-3). Eine so große Verantwortung erfordert natürlich Weisheit und Charakter. Diese Eigenschaften müssen im Lauf eines Lebens erlernt und entwickelt werden. Doch Gott hat schwache und unbedeutende Menschen berufen – nicht die, die von dieser Welt im Allgemeinen als weise, wohlhabend und erfolgreich angesehen werden. Er beabsichtigt, gerade diese schwachen Menschen in göttliche, aus Geist geborene Söhne zu verwandeln, deren Bestimmung es ist, sogar das Universum zu erben und zu regieren (Hebräer 2, 8).
     Da Gott uns auf eine so herrliche Bestimmung vorbereitet, erlaubt er oft auch Prüfungen und Tests, die unseren Charakter formen und verfeinern. Er will, dass wir an Liebe, Vertrauen und Treue ihm gegenüber wachsen. Um den Höhen und Tiefen des Lebens gewachsen zu sein, stellt Gott uns wertvolle Hilfsmittel zur Verfügung, die uns befähigen, ihm näher zu kommen und seine eigenen Wesensart in uns zu entwickeln. Jesus Christus lehrte, dass seine Jünger ein Leben des Überwindens führen müssen, um das Reich zu ererben, das er verkündet hat. Aber wie ist das überhaupt möglich?
     In Galater 2, 20 erklärt de Apostel Paulus, dass wahre Christen sich selbst als mit Christus gekreuzigt betrachten sollen. Jesus Christus soll durch die Kraft des heiligen Geistes tatsächlich sein Leben in uns leben. Durch die Liebe Gottes, die in unsere Herzen ausgegossen ist, indem uns der heilige Geist innewohnt (Römer 5, 5), können wir Gottes Gesetz in seiner geistlichen Dimension und Bedeutung einhalten. Diese geistliche Liebe, die von Gott kommt, ist die Erfüllung des Gesetzes (Römer 13, 10).
     Leider erleben wir nur allzu oft, dass sich unsere fleischliche Gesinnung dem geistlichen Wachstum in den Weg stellt. Auch wenn wir erklären, dass wir wie Gott werden wollen, sehen wir uns selbst von Lust, Eigensucht und Eitelkeit hin- und hergerissen. Aus eigener Kraft schaffen wir es einfach nicht, unsere Wesensart zu verändern. Wenn unsere menschlichen Anstrengungen es also nicht erreichen können, dass wir geistlich wachsen, was können wir dann tun? Gott verlangt, dass wir wachsen und uns verändern. Er sagt uns, dass wir in seinem Reich einen Lohn entsprechend unseren Werken erhalten werden (Matthäus 16, 27).
     Die Wahrheit ist, dass echtes geistliches Wachstum die Entwicklung und Reifung einer geistlichen Frucht in unserem Leben beinhaltet. Gott ist verherrlicht, wenn unser Leben solche Frucht in Fülle hervorbringt (Johannes 15, 8). Die Bibel erklärt dieses Konzept genauer, indem sie uns gebietet, an Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes zu wachsen. Was ist unser Anteil an diesem Wachstumsprozess? Obwohl wir durch menschliche Anstrengung keine geistliche Frucht in unserem Leben hervorbringen können, so können wir doch leicht Gottes Erzeugung dieser Frucht in uns einschränken oder gar unterbinden! Jakobus sagt uns, dass Gott dem Hochmütigen widersteht, dem Demütigen aber gerne mehr von seinem Gnadengeschenk verleiht (Jakobus 4, 6). Gottes Möglichkeiten, in unserem Leben zu wirken, werden durch Demut gefördert und durch Hochmut unterdrückt.
     Wie können wir mehr Frucht des heiligen Geistes Gottes in unserem Leben hervorbringen? Gott ist genauso bereit, in unserem Leben geistliches Wachstum zu fördern, wie er es bei den Männern und Frauen war, von deren Glauben in Hebräer 11 geschrieben steht. Der Schlüssel ist, dass wir dieselben Hilfsmittel zum geistlichen Wachstum einsetzen müssen, die Männer wie David, Daniel und Paulus gebrauchten. Was taten sie? Sie beteten und redeten regelmäßig mit Gott. Sie fasteten, um Gott näher zu kommen und sich unter Gottes mächtige Hand zu demütigen. Sie ernährten sich von den Prinzipien in Gottes Wort, indem sie die Bibel studierten und dann intensiv nachdachten und meditierten, wie sie diese Prinzipien in ihrem täglichen Leben umsetzen konnten.
     Gebet, Bibelstudium, Meditation und Fasten sind Hilfsmittel zum geistlichen Wachstum. Diese Hilfsmittel wurden von zahllosen Männern und Frauen – Dienern Gottes – gebraucht, um in der Vergangenheit ihrem Schöpfer näher zu kommen. Auch uns erlauben sie, mehr mit der Denkweise Gottes erfüllt zu sein und seine Kraft besser zu nutzen. Die Männer des Glaubens im Alten Testament wie David und Daniel fanden trotz ihrer vielen Aufgaben und Beschäftigungen die Zeit, diese Hilfsmittel regelmäßig anzuwenden. Ergebnis war, dass Gott mächtige Werke in ihrem Leben vollbringen und ihnen einen großen Lohn in seinem Reich bereiten konnte. Dieselben Hilfsmittel stehen uns heute zur Verfügung – wenn wir sie nur gebrauchen. In Lektion 22 dieses Bibelfernlehrgangs konzentrierten wir uns auf das Gebet, und in dieser Lektion werden wir die anderen Hilfsmittel zum geistlichen Wachstum betrachten. Es ist möglich, an geistlicher Weisheit und an Charakter zu wachsen, an den Eigenschaften, die wir brauchen werden, wenn wir in Ewigkeit als Mitglieder der Familie Gottes regieren.

 

Lektion 23, Teil 1

Die Wichtigkeit von geistlichem Wachstum

     Das traditionelle Christentum lehrt, dass Christus „alles für uns gemacht hat" und sieht daher keine Notwendigkeit darin, geistlich zu wachsen. Was lehrt die Bibel über die Bedeutung von christlichem Wachstum? Ist ein solches Wachstum überhaupt notwendig, wo wir doch durch die Gnade Gottes gerettet werden? Welchem Zweck dient geistliches Wachstum eigentlich? Es ist wichtig für unser Heil, dass wir dieses Konzept tiefgründig verstehen.

  1. Auf welchen Gebieten sollten die Leser des Petrusbriefes geistlich wachsen? 2. Petrus 3, 18. (Anmerkung: Gnade ist die Übersetzung des griechischen Wortes charis und bezieht sich auf Gnadengaben Gottes).
  2. Beschreibt der Apostel Petrus irgendeine bestimmte Einstellung als Blockade für geistliches Wachstum? Was bewegt Gott dazu, die Bitten bestimmter Menschen um Gaben und Segen nicht zu beachten? 1. Petrus 5, 5. Wem gibt er seine geistlichen Gaben reichlich?
  3. Hat Gott uns dazu berufen, an seiner Kraft und Herrlichkeit teilzuhaben? 2. Petrus 1, 3.
  4. Möchte Christus, dass wahre Christen überwinden? Was ist die Bestimmung derjenigen, die wirklich überwinden? Offenbarung 21, 7. (Anmerkung: Das griechische Wort, das mit „überwinden" übersetzt ist, ist nike und bedeutet „besiegen". Wahre Christen sollen die Reize der menschlichen Natur und der Welt sowie die Versuchungen Satans überwinden).
  5. Lehrte Jesus Christus, dass seine Jünger überwinden müssen, wie auch er überwunden hat? Offenbarung 3, 21. Werden Überwinder an seiner Regierung teilhaben, wie er jetzt an der Regierung seines Vaters teilhat?
  6. Zeigt Offenbarung 3, 5, dass diejenigen, die er versäumt haben, zu überwinden, aus dem Buch des Lebens des Lamms ausgetilgt werden?
  7. Werden Überwinder Macht und Autorität erhalten, um unter Jesus Christus über die Nationen zu herrschen? Offenbarung 2, 26.
  8. Zog Christus einen Vergleich zwischen dem Reich Gottes und einem Menschen, der vor seiner Abreise seinen Dienern bestimmte Geldbeträge anvertraute, je nach den jeweiligen Fähigkeiten? Matthäus 25, 14-15. Verlangte er bei seiner Rückkehr von ihnen Rechenschaft? Vgl. Vers 19. Zwei seiner Diener waren produktiv, einer unproduktiv. Was war das Schicksal des Dieners, der nicht gewachsen war und etwas aus dem machte, was ihm anvertraut worden war? Matthäus 25, 30.
  9. Möchte Christus, dass seine Jünger geistlich Frucht tragen? Wird der Vater durch solches geistliches Wachstum verherrlicht? Johannes 15, 8.
  10. Müssen wir in Christus bleiben, um geistliche Früchte in unserem Leben zu tragen? Johannes 15, 4-5. (Anmerkung: Das griechische Wort für „bleiben" ist meno und bedeutet auch „verweilen, wohnen").
  11. Hat „in Christus bleiben" auch damit zu tun, dass sein Wort in uns bleibt? Johannes 15, 7. Müssen wir in seinem Wort fortwährend in seinem Wort bleiben, um seine Jünger zu sein? Johannes 8, 31 (Anmerkung: Hier wird für „bleiben" dasselbe Wort verwendet, wie in Johannes 15, 7).
  12. Was ist der Hauptgrund dafür, dass ein Mensch geistlich ohne Frucht bleibt? Matthäus 13, 22. (Anmerkung: Wenn wir zu beschäftigt sind, um Gott unsere Aufmerksamkeit zu schenken, hören wir auf, geistliche Früchte hervorzubringen, wie eine Tomate von umgebendem Unkraut erstickt werden kann).

Wie man ein Überwinder wird

     Christen befinden sich in einem geistlichen Krieg. Es ist ein Krieg, in dem Gott will, dass wir gewinnen, und wir müssen gewinnen, wenn wir das Reich Gottes ererben wollen. Wie können wir sicher sein, dass wir in diesem geistlichen Kampf triumphieren werden? Die Antwort darauf zu verstehen, ist entscheidend für Ihr ewiges Heil.
     In Offenbarung 1, 12-20 beschreibt Johannes eine Vision, in der er den verherrlichten Christus sah, wie er inmitten von sieben goldenen Leuchtern stand. Ihm wurde erklärt, dass diese die sieben Gemeinden versinnbildlichten, an die er später schreiben sollte. Diese sieben Gemeinden, die tatsächlich in Kleinasien existierten, symbolisierten auch die gesamte Kirche Gottes durch die Jahrhunderte hindurch. Schließlich war das Buch der Offenbarung eine Prophezeiung, die Gottes Dienern zeigt, was in der Zukunft geschehen würde (Offenbarung 1, 1). Während in den verschiedenen Gemeinden (oder Zeitaltern) verschiedene Aspekte hervorgehoben wurden, galt eine Botschaft allen gemeinsam – die Notwendigkeit, zu überwinden. Nur wer überwindet, wird Macht über die Heiden erhalten (Offenbarung 2, 26) und mit Christus auf seinem Thron sitzen (Offenbarung 3, 21). Jesus betonte gegenüber den Gemeinden, dass er ebenfalls überwunden (Offenbarung 3, 21) und sich dadurch qualifiziert hat, mit dem Vater auf dessen Thron zu sitzen.
     Wie bereits erklärt, ist das griechische Wort für „überwinden" nike, und es hat auch die Bedeutung von „erobern". Jesus Christus war uns ein Vorbild in geistlichen Eroberungen, dem wir nachfolgen sollen. Nur wenn wir dem Pfad des Siegens nachfolgen, den er uns vorgegeben hat und die Kraft gebrauchen, die er uns zur Verfügung gestellt hat, können wir in dem Krieg, in dem wir uns befinden, siegreich sein. Der Apostel Paulus betonte, dass es ein geistlicher Kampf ist, der mit geistlichen Waffen gekämpft werden muss (2. Korinther 10, 3-6). Schließlich beginnt Sünde in Gedanken und dort ist es, wo der Kampf stattfinden muss. Unsere fleischliche und selbsttäuschende Argumentation führt uns oft von Christus weg und geradewegs in den Klammergriff der Sünde. Wir müssen bereit sein, über viele Arten fleischlicher Gesinnung und menschlicher Argumente zu siegen und zu triumphieren. Jeder einzelne Gedanke muss Christus unterworfen werden.
     Wie hat Christus überwunden? Erinnern wir uns, dass er in allen Punkten wie wir versucht wurde, dabei aber ohne Sünde blieb (Hebräer 4, 15). Christus hatte seinen Eigenwillen völlig zurückgestellt und war nur bestrebt, den Willen des Vaters zu erfüllen (Johannes 5, 30; 6, 38), ungeachtet dessen, was es ihn kostete. Er war mit Herz und Verstand völlig Gott unterworfen. Dies wird lebhaft deutlich in Christi Gebet im Garten von Gethsemane kurz vor seiner Verhaftung. Nach seine Bitte, dass dieser Kelch an ihm vorüber gehen möge, wenn es möglich ist, erklärte er, dass er aber in jedem Fall nicht seinen eigenen Willen, sondern den Willen des Vaters zu erfüllen bereit war (Matthäus 26, 39).
     Christus gebrauchte die Kraft des Vaters und flehte ihn inständig um diese Hilfe an (Hebräer 5, 7-8). Er verließ sich nicht einfach auf menschliche Kraft und Willensstärke. Vielmehr erklärte er, dass er aus sich selbst heraus nichts vollbringen könne, sondern dass es der Vater war, der die Werke vollbrachte (Johannes 14, 10). Immer wieder lesen wir davon, dass Christus früh am Morgen aufstand, um zum Vater zu beten oder dass er sich an einen einsamen Ort zurückzog, um Zeit alleine für ein Gebet zum Vater zu haben. Er blieb mit dem Vater in engem und ständigem Kontakt, damit er immer auf dessen Kraft zugreifen konnte. Zusätzlich zum Gebet fastete Christus auch, um seinen geistlichen Kontakt zum Vater zu verstärken und noch besser auf die Kraft des Vaters zurückgreifen zu können. Als der große Kampf mit Satan kurz vor Beginn des Wirkens Christi anstand, zog Christus sich für eine Zeit intensiven Fastens und Betens an einen einsamen Ort zurück (Matthäus 4, 1-2). Er konnte über Satan triumphieren, indem er sich umso mehr dem Vater näherte und sich auf dessen Kraft verließ.
     Wir können auch daraus lernen, wie Christus zum erfolgreichen Überwinden die Schrift gebrauchte. Er reagierte auf jede der Versuchungen Satans mit einem Zitat aus der Bibel, das den wirklichen Willen Gottes aufzeigte. Wie Christus müssen auch wir unseren Sinn mit Bibelstellen füllen, damit wir den Versuchungen erfolgreich widerstehen können, denen wir uns gegenüber sehen. Christus sagte zu seinen Jüngern, dass sie in seinem Wort bleiben müssen, wenn sie ihm wirklich nachfolgen wollen (Johannes 8, 31). Wir müssen uns beständig geistlich reinwaschen, indem wir unser Leben in Gebet und Studium des Wortes Gottes eintauchen.
     Christus erklärte seinen Jüngern, dass er die Welt erfolgreich überwunden hatte (Johannes 16, 33). Wir können ebenso wie er überwinden, weil er in uns wohnen und durch uns wirken wird (Galater 2, 20). In 1. Johannes 2, 14 beschreibt der Apostel Johannes diejenigen, die erfolgreiche Überwinder geworden sind. Diejenigen, die den Bösen überwunden haben, waren dafür stark genug, weil Gottes Wort ihre Herzen und Sinne erfüllt hat. Jeder von uns kann in dem Maße ein ebenso siegreicher und erfolgreicher geistlicher Kämpfer werden, wie wir unseren Willen Gott unterordnen und die Hilfsmittel gebrauchen, die er uns bereitgestellt hat, um ihm näher zu kommen und seine Kraft „anzuzapfen". Wenn wir das wirklich tun, können wir „weit [überwinden] durch den, der uns geliebt hat" (Römer 8, 37).

 

Lektion 23, Teil 2

Bibelstudium – ein wichtiges Werkzeug

     Wozu die Bibel studieren? Finden Sie Gottes Wort spannend und anregend oder ist es für Sie mühsam, darin zu lesen? Die meisten Menschen leben ein völlig überlastetes und hektisches Leben. Da ist es oft schwierig, Zeit zu finden, um sich mit der Bibel in der Hand hinzusetzen. Wir wichtig ist es, sich einen Zeitraum zu schaffen, in dem man die Bibel studieren kann? Was ist so wichtig am Bibelstudium und warum gilt es als ein Werkzeug für geistliches Wachstum?

  1. Womit verglich Jeremia das Wort Gottes? Jeremia 15, 16. Zog Jesus Christus in Matthäus 4, 4 einen ähnlichen Vergleich? Sagte er, dass wir nach jedem Wort Gottes leben sollen?
  2. Ist Gottes Wort nützlich? Was soll es im Leben der Glaubenden bewirken? 2. Timotheus 3, 16-17.
  3. Sollten wir uns bemühen, Gott zu gefallen und zu lernen, wie man die Prinzipien seines Wortes im eigenen Leben umsetzt? 2. Timotheus 2, 15.
  4. Welche Verbindung besteht zwischen dem Hören von Gottes Wort und dem Wachsen an Glauben? Römer 10, 17.
  5. Dient Gottes Wort dazu, unser Leben zu reinigen? Epheser 5, 26. Wird Gottes heiliger Geist mit Wasser verglichen? Johannes 7, 37-39. (Anmerkung: Die Reinigung erfolgt durch eine Kombination aus dem Wirken von Gottes Geist – der uns geistliches Verständnis verleiht und uns unsere Sünden aufzeigt – und unserem regelmäßigen Studieren von Gottes Wort).
  6. Welchen Schlüssel offenbaren die Psalmen als Weg für einen jungen Menschen, seine Lebensweise zu reinigen? Psalm 119, 9. Werden dabei das Studium und sogar das Auswendiglernen von Teilen der Schrift befürwortet? Psalm 119, 11.
  7. Erklärte Jesus, dass es wichtig ist, Gottes Wahrheit zu kennen und zu verstehen? Johannes 8, 32. Was nannte er als Quelle der Wahrheit? Johannes 17, 17.
  8. Erklärte Petrus, dass Gott möchte, dass wir in Verhalten und Charakter wie er werden? 1. Petrus 1, 15-16. Wenn wir geistlich unverständig bleiben, wie wirkt sich das auf unser Leben aus? Vers 14.
  9. Müssen wir uns die Wahrheit Gottes immer wieder ins Gedächtnis rufen? Stellte Petrus sicher, dass das, was er und die anderen Apostel lehrten, für die Zeit nach seinem Tod schriftlich festgehalten wurde? 2. Petrus 1, 12-15.
  10. Woher kommen wahre Weisheit, Erkenntnis und Einsicht wirklich? Sprüche 2, 6. Werden wir ermahnt, uns darum zu bemühen? Sprüche 2, 1-5.
  11. Welche Auswirkung kann Gottes Wort, nach dem, was David schrieb, im Leben eines Menschen haben? Psalm 19, 8-9. Wie wertvoll sind solche Informationen? Psalm 19, 11.
  12. Wurde jeder König von Israel angewiesen, sich eine persönliche Abschrift des Wortes Gottes anzufertigen? 5. Mose 17, 18. Sollte jeder König dieses Buch Zeit seines Lebens intensiv studieren? Wozu sollte das dienen? 5. Mose 17, 19-20.
  13. Möchte Gott, dass Christen im Verlauf ihres Lebens in ihrer Fähigkeit wachsen, Gottes Wort zu verstehen und anzuwenden? Hebräer 5, 13-14. Vergleicht er dies mit der Verdauung von Speise? (Anmerkung: Geistliche Reife entsteht, indem wir Gottes Wort studieren und dann danach trachten, es praktisch anzuwenden, indem wir zu unterscheiden lernen zwischen dem, was angebracht ist, und dem, was nicht richtig ist).

Wie man die Bibel wirkungsvoll studiert

     Die Unkenntnis über die Bibel nimmt immer mehr zu! Eine Umfrage des Gallup-Instituts zeigte, dass weniger als 50 Prozent der US-amerikanischen Erwachsenen überhaupt wussten, dass 1. Mose das erste Buch in der Bibel ist! Weniger als ein Drittel konnte die vier Evangelien benennen. Obwohl die Mehrheit der Amerikaner erklären würde, dass sie die Bibel als das Wort Gottes ansehen, wissen doch nur wenige etwas über ihren Inhalt.
     Sie, die Sie diese Lektion durcharbeiten, unterscheiden sich bereits deutlich von ihnen. Durch diesen Fernlehrgang haben sich diejenigen, die den gesamten Kurs durchgenommen haben, im Schnitt bereits zwei Jahre systematisch mit dem Wort Gottes beschäftigt. Wie können Sie also in Ihrem Studium und Verständnis von Gottes Buch, der Bibel, noch wachsen? Gibt es einen bestimmten „richtigen Weg", das Bibelstudium anzugehen? Tatsächlich gibt es mehrere „richtige Wege", wie man die Bibel studieren kann. Jeder davon hat seinen Stellenwert und kann zu einem weiter wachsenden Verständnis von Gottes Wort beitragen.
     Unsere Einstellung ist der wichtigste Faktor jedes Bibelstudienplans, den Sie sich vorgenommen haben mögen. Wir müssen Gottes Wort mit einem demütigen und belehrbaren Geist angehen. Wir müssen bereit sein, uns durch Gottes Wort korrigieren zu lassen. Manchmal mag das schmerzhaft sein! Schließlich verglich der Apostel Paulus die Bibel mit einem scharfen, zweischneidigen Schwert. Ein solches Schwert schneidet tief ein und hilft, die tatsächliches Beweggründe und Einstellungen unseres Herzens freizulegen.
     Die vielleicht am weitesten verbreitete und einfachste Methode des Bibelstudiums ist es, die Bibel einfach so durchzulesen, wie man jedes andere Buch auch lesen würde. Wenn Sie das bisher noch nicht getan haben, sollten Sie es einmal versuchen. Dieser Ansatz verschafft Ihnen einen Überblick über die Bibel und hilft, den Ablauf von Ereignissen zu erfassen. So können Sie die Bibel im Zusammenhang sehen und erkennen die Ursprünge vieler Passagen, die an anderen Stellen in der Bibel erwähnt werden.
     Die meisten Menschen haben eine Lieblingsübersetzung der Bibel, die ihnen besonders vertraut ist. Um Vergleiche zu ermöglichen, ist es manchmal hilfreich, andere Übersetzungen heranzuziehen. Gelegentlich hilft bereits die etwas andere Formulierung, eine Passage klarer werden zu lassen. Wenn es um das Studium von Glaubenslehren geht, ist allerdings zu empfehlen, sich an Übersetzungen zu halten, die sich besonders nahe am Urtext orientieren. Zu diesen gehören zum Beispiel die Lutherbibel von 1912, die revidierte Elberfelder Bibel oder auch die Schlachter-Übersetzung. Manchmal sind interpretierende Übersetzungen hilfreich, um die Bedeutung bestimmter hebräischer und griechischer Begriffe umfassender zu erkennen.
     Oftmals mögen Sie den Wunsch haben, statt eines Buchs der Bibel ein bestimmtes Thema zu studieren, zu dem Sie Schriftstellen aus der ganzen Bibel lesen möchten, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Eine Konkordanz oder eine spezielle Studienbibel eignet sich besonders für solche Studien. Möchten Sie zum Beispiel die Lehre der Bibel zu einem Thema wie dem Sabbat oder der Unsterblichkeit der Seele verstehen, wäre diese Methode am besten geeignet. Bei solchen Bibelstudien sind diverse Bibelhilfen sinnvoll, weil sie auch die Bedeutung von hebräischen und griechischen Wörtern erklären und zeigen, wie bestimmte Wörter an anderen Stellen in der Bibel gebraucht werden.
     Andere Quellen können helfen, die Geschichte und Bräuche in biblischer Zeit zu verstehen. Manche Kommentare, Bibellexika und Handbücher sind nützliche Hilfen bei solchen Studien. Doch ist dabei immer zu berücksichtigen, dass solche Bibelhilfen in der Regel die Meinung und den kirchlichen Hintergrund des Autors widerspiegeln. Auch wenn solche Bücher also dazu dienen können, den historischen Hintergrund einer Schriftstelle zu erhellen, sollten sie nie ausschlaggebend sein, um eine biblische Lehrmeinung abschließend daraus abzuleiten.
     Wiederholungen sind immer hilfreich. Auch wenn Sie bereits Broschüren und frühere Bibelfernlehrgangslektionen der Living Church of God durchgelesen haben, ergibt sich aus einem erneuten Durcharbeiten in aller Regel eine vertiefte Erkenntnis in manchen Aspekten, die man beim ersten Mal übersehen oder seither wieder vergessen hat. Bedenken Sie aber bitte, dass das Durcharbeiten solcher Materialien zwar sehr hilfreich sein kann, es aber nie ein Ersatz dafür sein kann, tatsächlich die Bibel selbst zu studieren.
     In verschiedenen Lebensphasen mögen Sie verschiedene Methoden des Bibelstudiums und verschiedene Abschnitte der Bibel bevorzugen. Manchmal mögen uns Prüfungen plagen und wir brauchen Ermutigung, so dass wir uns den Psalmen zuwenden. Zu anderen Zeiten denken wir vielleicht über Lehren aus dem Leben der Männer und Frauen in der Bibel nach, mit denen Gott gearbeitet hat, so dass wir die historischen Abschnitte des Alten Testaments lesen. Dann wiederum mögen wir ein Bedürfnis verspüren, unseren Sinn mit den Worten und Taten unseres Erlösers zu füllen, so dass wir die Zeit nutzen, die Evangelien durchzugehen. Diese Bandbreite verschiedener Methoden und Ansätze ist normal und sinnvoll. Der wichtigste Punkt ist, „am Ball zu bleiben", denn die Bibel enthält die Offenbarung unseres Schöpfers für die Menschheit. Sie ist wirklich ein Buch für alle Zeiten und Lebensphasen.

 

Lektion 23, Teil 3

Die Bedeutung von Meditation

     Viele Menschen haben eine falsche Vorstellung von Meditation. Östliche Religionen wie der Buddhismus sprechen über Meditation, meinen damit aber etwas völlig anderes, als die Bibel. Nach dem biblischen Konzept bedeutet Meditation einfach, über ein bestimmtes Thema tiefgründig nachzudenken. Was sagt die Bibel also über Meditation und ihre Bedeutung?

  1. Zeigt uns die Schrift, dass der Patriarch Isaak es sich zur Gewohnheit gemacht hatte, in der Abenddämmerung auf das Feld zu gehen, um Ruhe und Frieden zum Nachdenken zu haben? 1. Mose 24, 63 (rev. Elberfelder Übersetzung; vgl. Fußnote).
  2. Beschrieb der Psalmist sich selbst als jemand, der den ganzen Tag über Gottes Gesetz nachdachte und meditierte? Psalm 119, 97.
  3. Führte das intensive Nachdenken über die Prinzipien von Gottes Gesetz und wie man sie im Alltag anwendet zu besonderer Einsicht und einem tieferen Verständnis? Psalm 119, 98-99.
  4. Sollten wir neben dem Nachdenken über Gottes Wort auch über unsere eigenen Handlungen und Motive nachdenken, um festzustellen, was wir verändern müssen? Psalm 119, 59-60.
  5. Sollten wir ständig im Auge behalten und darüber meditieren, wie wir die Prinzipien von Gottes Wort besser in unserem Leben umsetzen können? Josua 1, 8. Führt dies zu Erfolg in unseren Bestrebungen?
  6. Was tun diejenigen regelmäßig, die wirklich Freude an Gottes Gesetz haben? Psalm 1, 2. Was vermeiden solche Menschen? Psalm 1, 1.
  7. Betrachtete David manchmal den riesigen Sternenhimmel, den Gott erschaffen hatte, und dachte er dabei darüber nach, wie klein doch der Mensch im Vergleich zur Größe Gottes ist? Psalm 8, 4-5.
  8. Über welche Dinge sollten wir nach den Worten des Apostels Paulus nachdenken? Philipper 4, 8.
  9. Beeinflussen unsere Gedanken, was für eine Person wir werden? Sprüche 23, 7. (Anmerkung: Dies ist einer der Gründe, weshalb wir Filme, Bücher und Musik meiden sollten, die negative Werte befürworten, die gefühllos machen und niedere Instinkte ansprechen oder einfach nur vulgär sind).
  10. Ermahnte Paulus den jungen Evangelisten Timotheus mit einigen persönlichen Worten? 1. Timotheus 4, 12-14. Was riet Paulus ihm hinsichtlich dieser Ermahnungen? Was würde das Ergebnis sein, wenn er sich daran hält? 1. Timotheus 4, 15.
  11. Wenn wir uns ernsthaften Prüfungen und Schwierigkeiten gegenüber sehen, können wir leicht entmutigt werden und verstehen nicht, was Gott in unserem Leben damit bewirken will. Berichten die Psalmen von einer solchen Situation? Psalm 77, 3-4. Was fragte sich der Psalmist in dieser Zeit? Psalm 77, 7-10. Worüber meditierte er, um eine ausgewogene Sichtweise zu erlangen? Psalm 77, 12-15.
  12. Stand David früh am Morgen auf, um Gott im Gebet zu suchen? Psalm 63, 2. Welche Zeit hielt David für besonders geeignet, um zu meditieren und über Gott und seine wunderbaren Wege nachzusinnen? Psalm 63, 7-8.
  13. War Meditation für David manchmal eine Einstimmung auf sein an Gott gerichtetes Gebet? Half ihm diese Methode, seine Bitten in der richtigen Perspektive zu sehen? Psalm 39, 2-5.

Eine moderne Lehre aus dem Fasten

     Wie kann man wirkungsvoll Fasten? Die meisten Menschen wissen nicht einmal, was Fasten eigentlich ist, geschweige denn, warum es wichtig sein soll. Der frühere Vorstand der Kirche Gottes, der verstorbene Herbert W. Armstrong (1892-1986) berichtete, wie er das erste Mal etwas über das Fasten lernte. Die Lektionen, die er gelernt hatte, können hilfreich für Sie sein, wie sie bereits vielen Tausenden über die Jahre hinweg geholfen haben.
     Früh im Jahre 1930 ging es Herrn Armstrong und seiner Frau wirklich schlecht. Sie stand kurz davor, das vierte Kind zu gebären, war aber sehr blutarm und geschwächt. Er hatte große Mühe, ein Geschäft aufzubauen und die Dinge schienen einfach nicht reibungslos zu laufen, so sehr sich Herr Armstrong auch anstrengte. Bald darauf hatten beide kein Geld mehr und konnten sich kaum noch Essen und Benzin leisten. Der Arzt machte sich große Sorgen über den Zustand von Frau Armstrong und mögliche Komplikationen bei der Geburt. Er bestand darauf, dass sie sich zur Niederkunft ins örtliche Krankenhaus begeben sollte. Doch Herr Armstrong war schon so lange knapp bei Kasse, dass er dem Krankenhaus noch immer Geld von der vorherigen Geburt eines Sohnes 15 Monate zuvor schuldete. Das Krankenhaus würde seine Frau erst aufnehmen, wenn diese Rechnung beglichen worden war.
     Herr und Frau Armstrong hatten schon einige Wochen lang wegen dieser Probleme gebetet. Sie hatten gelernt, dass Gott heilen kann und dass er wirklich die Gebete derjenigen beantwortet, die im Glauben und Gehorsam zu ihm kommen. Das jedoch machte ihre Situation umso verwirrender und entmutigender. Trotz wochenlanger, innbrünstiger Gebete wurde ihre Situation nur noch schlimmer. „Was läuft da schief?", fragte sich Herr Armstrong immer wieder.
     Das einzige, was er jetzt noch zu tun wusste, war, das Problem mit Beten und Fasten anzugehen. Er hatte in den Evangelien gelesen, dass es den Jüngern einmal unmöglich war, einen Dämon auszutreiben. Christus erklärte dabei, dass dieser nur durch Beten und Fasten ausfahren würde. Herr Armstrong verstand aber nicht wirklich, was es bedeutet, zu beten und zu fasten, weil er es noch nie zuvor getan hatte. Aber seine Situation war verzweifelt und so war dies das einzige, was er zu tun wusste.
     Nachdem er die Entscheidung getroffen hatte, aß er an einem Sabbatmorgen kein Frühstück und begann somit zu fasten. Da er nicht genau wusste, was nun zu tun sei, verbrachte er die erste Stunde damit, das Thema des Fastens in der Bibel zu studieren, indem er eine Konkordanz hinzuzog, um Schriftstellen über das Fasten zu finden. Die nächste Stunde verbrachte er mit Nachdenken und Meditieren und dachte über das nach, was er gelesen hatte. Er versuchte, sein eigenes Leben der jüngsten Vergangenheit mit dem zu vergleichen, was er gelesen hatte. Dann verbrachte er die dritte Stunde auf seinen Knien im Gebet zu Gott. Nicht ein Mal bat er Gott in diesem Gebet, seine Frau zu heilen – das hatte er bereits seit mehreren Wochen ohne Ergebnis getan. Stattdessen bat er nun darum, verstehen zu dürfen, was Gott ihm zeigen wollte.
     Für die folgenden eineinhalb Tage behielt Herr Armstrong diesen Ablauf bei, indem er immer abwechselnd die Bibel studierte, meditierte und betete. Schrittweise wurde ihm klar, dass er sich so in seine geschäftlichen Tätigkeiten und seinen Traum von finanzieller Sicherheit verstrickt hatte, dass er Gott dabei an zweite Stelle gesetzt hatte, sowohl in seinem Kopf als auch darin, was er tat. Gerade als ihm diese Erkenntnis kam, fuhren seine Eltern vor dem Haus vor. Zu dem Zeitpunkt wusste er, wo das Problem lag und was er nun tun musste. Er kniete nochmal für ein kurzes Gebet nieder, um Gott um Heilung für seine Frau und Stillung ihrer Bedürfnisse zu bitten und ging dann hinaus, um seine Eltern zu begrüßen. Innerhalb der folgenden Tage kam die wundersame Antwort. Am nächsten Morgen hatte Frau Armstrong wieder Farbe im Gesicht und hatte ihre Kraft wieder gefunden. Der Arzt war erstaunt! Ein unerwarteter Scheck kam mit der Post, der gerade hoch genug war, um die Krankenhausrechnung zu begleichen. Er stammte aus der Beilegung eines Rechtsstreits über das Testament von Frau Armstrongs Mutter, der seit 20 Jahren angedauert hatte. Noch einige weitere solche Ereignisse fanden statt und letztlich konnte ihr zweiter Sohn drei Wochen später sicher geboren werden.
     Durch dieses Erlebnis lernte Herr Armstrong, dass Gott in seiner Liebe und Gnade tatsächlich die Antwort auf seine Gebete zurückgehalten hatte, um seine Aufmerksamkeit wieder zu erlangen. Er hatte nicht gefastet, um Gott unter Druck zu setzen; vielmehr fastete er, um Gott näher zu kommen und seine eigenen Fehler erkennen zu können. Er wusste, dass das Problem, was immer es war, bei ihm lag, und nicht bei Gott. Das Ablaufschema eines erfolgreichen Fastens war nicht nur für ihn hilfreich, sondern auch für zahllose andere Menschen, die ihn im Laufe der Jahre diese Geschichte erzählen hörten und die es dann in ihrem Leben genauso getan haben.

 

Lektion 23, Teil 4

Fasten – ein wichtiges Werkzeug

     Fasten bedeutet, für eine bestimmte Zeit weder Nahrung noch Wasser zu sich zu nehmen. Die Bibel enthält viele Beispiele, wo Gottes Diener fasteten. Was ist der Zweck des Fastens und was soll es in unserem Leben bewirken? Ist es gleichbedeutend mit einem geistlichen „Hungerstreik", der Gott dazu bringen soll, nachzugeben und uns unsere Bitten zu erfüllen? Oder offenbart die Bibel etwas völlig anderes im Hinblick auf den Sinn des Fastens im christlichen Leben?

  1. Nach seiner Taufe durch Johannes und noch bevor er seinen Predigtdienst begann, zog sich Jesus Christus in die Wüste von Judäa zurück, wo er von Satan dem Teufel konfrontiert und versucht wurde. Gebrauchte Jesus in dieser Zeit das geistliche Werkzeug des Fastens? Lukas 4, 1-2; Matthäus 4, 1-2.
  2. Als König David schließlich einsah, wie schlimm seine Sünde mit Bathseba war, und sein Sohn zu sterben drohte, wie reagierte er da? 2. Samuel 12, 15-17.
  3. Was tat Daniel, als sein Volk in Gefangenschaft litt und er damit rang, Gottes Plan zu verstehen, den er durch die Prophezeiungen Jeremias für ihre Zukunft offenbart hatte? Daniel 9, 2-3.
  4. Wie bereitete sich Königin Esther darauf vor, vor den König zu treten, nachdem sie von dem Dekret erfahren hatte, durch das dem jüdischen Volk die Vernichtung drohte? Bat sie andere Menschen, dasselbe zu tun? Esther 4, 15-17.
  5. Wie definiert die Bibel das Fasten? Bedeutet es, weder zu essen noch zu trinken? Esther 4, 16.
  6. Wenn wir fasten, sollten wir uns dann so elend und schwach zeigen, dass jeder erkennt, dass wir fasten, oder sollten wir es im Verborgenen tun, ohne es zur Schau zu stellen? Matthäus 6, 16-18.
  7. Warum fastete König David? Was hoffte er, damit zu erreichen? Psalm 35, 13. (Anmerkung: Das hebräische Wort anah, das hier mit „wehtun" übersetzt wurde, ist dasselbe Wort, das in 3. Mose 16, 31; 23, 27.32 mit „fasten" und in Jesaja 58, 3 mit „kasteien" übersetzt wurde. Eindeutig ist Fasten eine biblische Methode, den Leib zu demütigen und uns Gott zu beugen).
  8. Warum ist es so wichtig, dass wir uns Gott gegenüber demütigen, wenn wir danach streben, Gott näher zu kommen und sicherzustellen, dass er unsere Gebete erhört? Unterbricht Hochmut unserem Kontakt zu Gott und hemmt er so unseren Zugang zu ihm? Jakobus 4, 6.
  9. Sollte Fasten auch eine Veränderung in unserem Leben bewirken? Jesaja 58, 6-8. Trennen uns unsere Sünden von Gott, so dass er unsere Bitten nicht erhört? Jesaja 59, 1-2. Wodurch wird begünstigt, dass Gott uns erhört und Gebete beantwortet? Jesaja 58, 9-10.
  10. Als Esra sich darauf vorbereitete, eine Gruppe von Menschen aus Babylon zurück nach Judäa zu führen, sah er sich einer gefährlichen Reise gegenüber. Sein erster Gedanke war Furcht angesichts der drohenden Gefahren. Wie reagierte er auf diese Furcht und Angstgefühle? Esra 8, 21-23.
  11. Auf dem Weg nach Damaskus wurde Saulus von Tarsus durch ein helles Licht vom Himmel niedergeworfen und Christus begann, sich ihm zu offenbaren. Wie suchte Saulus (der später als Paulus bekannt war) in den folgenden drei Tagen Gott, um zu verstehen, was er nun tun sollte? Apostelgeschichte 9, 6-9.
  12. Sollte man während des Fastens Gottes Wort studieren? Jeremia 36, 6. Welche Ergebnisse konnte man erhoffen, wenn sie die Ermahnungen aus Gottes Wort beachteten und Gott wirklich mit innbrünstigen Gebeten während des Fasttags anflehten? Jeremia 36, 7.

Ist Jesus Christus in Ihnen?

     Die Christen von Korinth befanden sich in ernsthafter Gefahr – geistlicher Gefahr – und der Apostel Paulus war zutiefst besorgt! Ist es möglich, dass Sie sich in derselben Gefahr befinden? Paulus stellte seinen Lesern eine Frage, um ihnen zu helfen, dass sie sowohl das Problem als auch die Lösung verstehen konnten. Befanden sie sich wirklich auf dem Weg in das Reich Gottes, oder waren sie in Gefahr, geistlich disqualifiziert zu werden? Sie konnten die Antwort wissen, wenn sie die Frage aufrichtig überdachten, die Paulus ihnen stellte. Die Antwort auf diese Frage ist der Schlüssel dafür, ob jeder einzelne von uns fähig sein wird, geistlich zu wachsen.
     Beachten Sie die Ermahnung des Apostels Paulus: „Erforscht euch selbst, ob ihr im Glauben steht; prüft euch selbst! Oder erkennt ihr nicht an euch selbst, dass Christus Jesus in euch ist? Wenn nicht, dann hättet ihr euch ja nicht bewährt" (2. Korinther 13, 5; Lutherbibel 1975). Christen sollen sich selbst erforschen und überprüfen um Beweise zu finden, dass Christus in ihnen lebt. Nur diejenigen, in denen Christus wirklich lebt, sind bewährt für das Reich Gottes.
     Was bedeutet es, wenn Christus in uns lebt? Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Ich will den Vater bitten und er wird euch einen anderen Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein" (Johannes 14, 16-17). Christus erklärte weiter: „An jenem Tage werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch" (Vers 20). Jesus offenbarte seinen Jüngern, dass schon bald Gottes heiliger Geist in ihnen sein würde – und zeigte so, dass Jesus durch den Geist Gottes in unsere Herzen und Sinne kommt.
     Doch Gott verweilt nicht inmitten von Unreinheit. Da wir alle gesündigt haben und des Ruhmes ermangeln, den wir bei Gott haben sollten (Römer 3, 23), müssen wir zuerst rein gewaschen werden. Der alttestamentliche Prophet Jesaja rief dazu auf: „Wascht euch, reinigt euch, tut eure bösen Taten aus meinen Augen, lasst ab vom Bösen... Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie rot ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden" (Jesaja 1, 16.18). Die Taufe versinnbildlicht eine geistliche Waschung. Deshalb wird allen, die Christi Jünger werden wollen, geboten, sich in Wasser taufen zu lassen (Apostelgeschichte 2, 38). Die Taufe – das völlige Untertauchen in Wasser – muss begleitet sein von einem inneren Glauben an Jesus Christus als unseren persönlichen Erlöser. Das Untertauchen unter Wasser symbolisiert den Tod und das Begräbnis unseres alten, sündhaften Selbst, während das Auftauchen aus dem Wasser unserem Entschluss darstellt, in einem neuen Leben zu wandeln und den Lehren und dem Vorbild Jesu nachzufolgen (Römer 6, 1-6).
     Christus wird nicht in einer Person leben, die Gottes Wort ignoriert und widersteht. Deshalb ist der erste Schritt dafür, dass Christus in uns lebt, eine Veränderung unserer Lebensweise. Ein Christ muss sich Gott völlig unterordnen und bereuen, dass er seine heiligen und gerechten Gesetze gebrochen hat. Nach einer Taufe auf Grundlage des Glaubens und der Reue verheißt Gott die Gabe des heiligen Geistes (Apostelgeschichte 2, 38). Diese Gabe entspricht einer geistlichen Empfängnis, die die betreffende Person in einen gezeugten Sohn bzw. eine gezeugte Tochter Gottes verwandelt (2. Korinther 6, 18).
     Bei diesem entscheidenden Wendepunkt werden der Sinn und die Einstellung Jesu Christi selbst durch das Innewohnen des heiligen Geistes in den Gläubigen eingepflanzt. Der Apostel Paulus sagte deutlich: „Ein jeder sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war" (Philipper 2, 5; vgl. Lutherbibel 1912). Gottes heiliger Geist ist die Kraft, die es einem Christen ermöglicht, anzufangen, mehr wie Jesus Christus zu denken und zu handeln. Tatsächlich steckt aber noch viel mehr dahinter. Beachten Sie: „Ich bin mit Christo gekreuzigt. Ich lebe aber; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich in den Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dargegeben" (Galater 2, 20; Lutherbibel 1912). Was wir wirklich brauchen, ist nicht nur einen Glauben an Christus, wie es viele Übersetzungen wiedergeben, sondern wir sollen vielmehr, wie es die Lutherbibel 1912 richtig hervorhebt, durch den Glauben Christi in uns leben. Sein Glaube wird uns durch den heiligen Geist verliehen. Jesus war unser Vorbild in völliger Treue gegenüber dem Willen seines Vaters. Er hielt sich vollkommen an das Wort seines Vaters. Er litt als vollkommenes Opfer – und gab all denen ein Beispiel, die in seinen Fußstapfen folgen (1. Petrus 2, 21). Der Glaube Jesu bestätigte seine tiefgründige Liebe zum Vater, ein völliges Vertrauen in ihn und den Gehorsam gegenüber seinen Geboten. Diejenigen, die durch den Glauben Christi leben, haben seine Worte in sich (Johannes 15, 7). Im Ergebnis erbringen sie geistliche Frucht (Vers 8).
     Fragen Sie sich also selbst: Ist Jesus Christus in Ihnen? Wie können Sie sich dessen absolut sicher sein? Indem Sie sich selbst prüfen. Haben Sie Ihre Sünden bereut und wurden Sie auf die richtige Weise getauft? Glauben Sie an die Lehren Christi und leben Sie auch tatsächlich nach ihnen – bleiben Sie also in seinem Wort? Gibt es Früchte des Geistes Gottes in Ihrem Leben? Bestimmt der Sinn Christi Ihr Denken? Leben Sie durch den Glauben Christi und folgen Sie ihm – seiner Lebensweise – nach? Wenn Sie diese Fragen mit „ja" beantworten können, dann wissen Sie mit Sicherheit, dass Jesus Christus in Ihnen ist!