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Bibelfernlehrgang

Lektion 24 - Lebendigen Glauben aufbauen
| Chefredakteur | Roderick C. Meredith |
| Redaktionsdirektor | Richard F. Ames |
| Redaktion | William Bowmer Gary F.
Ehman |
| Autoren | John H. Ogwyn Daniel Hall |
| Französische Ausgabe | Dibar Apartian |
| Spanische Ausgabe | Mario Hernandez |
| Grafische Gestaltung | Donna Prejean |
| Korrekturlesung | Sandy Davis Linda
Ehman |
| Nachrichtenbüro | June Olsen |

Der Welt von Morgen – Bibelfernlehrgang hat keinen
Bezugspreis. Seine Verbreitung wird durch Zehnten und Opfer der Mitglieder der
Living Church of God und anderer ermöglicht, die freiwillig Mitarbeiter im Werk
der Verkündigung von Gottes wahrem Evangelium an alle Nationen wurden.
Alle Bibelzitate in dieser Lektion sind, sofern nicht anders
vermerkt, der revidierten Lutherübersetzung von 1984 entnommen. Copyright © 1985
Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.
Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang wird herausgegeben von der Living Church
of God, P.O. Box 3810, Charlotte NC, 28227-8010, USA.
Copyright © 2006 Living Church of God ®. Alle Rechte
vorbehalten.
Briefe an den Herausgeber ...
Lektionen sind sehr spannend
„Ich möchte Ihnen danken, dass Sie mir weiterhin den
Bibelfernlehrgang und andere Publikationen zusenden. Sie eröffnen mir eine Fülle
von Erkenntnissen Erkenntnisse, die einen Sinn ergeben und einen Zweck
aufzeigen. Vielen Dank. Ihr Bibelfernlehrgang ist einzigartig, sehr gut
durchdacht und zielorientiert die verschiedenen Lektionen sind sehr interessant
und enthalten jede Menge Informationen. Ich möchte sie gar nicht mehr ablegen,
wenn ich einmal damit begonnen habe."
M.S., Manchester, Jamaica
Tief berührt von der Literatur
„Vielen Dank für ihre wunderbaren Einsichten, dass Sie so
fest zur Wahrheit stehen und persönliche Opfer bringen, um Gottes Wort ohne
menschliche Beischmückungen zu lehren. Während ich mit großer Begeisterung im
Bibelfernlehrgang vorankomme, braucht mein Mann etwas mehr Zeit, weil er Zeit
seines Lebens an der Hochschule Philosophie gelehrt hat. Er war tief berührt von
Ihrer Broschüre Die Bestimmung Ihres Lebens und schätzte auch Das
apostolische Christentum wiederherstellen sehr."
M.D., Eureka, CA, USA
Zeit alleine mit Gott
„Es schien mir eine Ewigkeit zu dauern, bis Lektion 22 bei
mir ankam. Ich habe so ungeduldig darauf gewartet. Der Bibelfernlehrgang ist
meine größte Freude des Tages, mein bester Freund mit meiner Tasse Kaffee, meine
Pause, meine Zeit alleine mit Gott. Jede Ihrer Broschüren ist so informativ, so
gut, so tief in der Wahrheit begründet und dennoch so einfach zu lesen, so
einfach zu verstehen, so voller Bibelverweise zum selbst nachschlagen, so
wunderbar, um die Wahrheit zu begreifen! Vielen herzlichen Dank für jede
einzelne Broschüre. Ich bin so froh, dass Lektion 22 von der Kraft des Gebets
handelt. Ich brauche noch sehr viel Hilfe dabei."
M.H., El Cajon, CA, USA
Broschüren öffnen die Augen
„Zunächst möchte ich Ihnen danken für die Broschüren,
Zeitschriften und den Bibelfernlehrgang, die mir die Augen geöffnet haben. Wäre
ich nicht gerade im Gefängnis, so hätte ich wohl nie mehr meine Bibel
aufgeschlagen. Seine Wahrheit ist für mich ein größerer Segen, als es meine
Freiheit war."
J.D., Tecumseh, NE, USA
Zum Titelbild: Ohne Glaube ist es unmöglich, Gott zu
gefallen (Hebräer 11, 6). Ein lebendiger Glaube führt Christen dahin, Gott zu
vertrauen und zu gehorchen (Vers 8) und Früchte des heiligen Geistes zu tragen,
die es ihnen ermöglichen, ein erfülltes Leben zu führen, das Jesus Christus sich
für seine Jünger wünschte."
Lebendigen Glauben aufbauen
Vom ersten Buch Mose bis zur Offenbarung betont die
Bibel die Wichtigkeit des Glaubens und zeigt uns das Leben und die Geschichte
vieler Männer und Frauen des Glaubens. Uns wird gesagt, dass Glaube ein
wichtiger Schlüssel dazu ist, Antworten auf unsere Gebete zu erhalten und eine
Beziehung mit Gott zu haben. Uns wird sogar gesagt, dass es ohne Glaube
unmöglich ist, Gott zu gefallen (Hebräer 11, 6). Warum ist Glaube so
wichtig? Wie können wir mehr Glauben haben? Was ist ein lebendiger Glaube
und wie unterscheidet er sich von totem Glauben?
Um Glauben zu verstehen, müssen wir zuerst begreifen, was Gott in unserem
Leben bewirkt. Wonach trachtet er? Einfach gesagt: Gott gründet eine
Familie! Unsere Bestimmung ist es, Teil der Familie Gottes zu werden!
Epheser 3, 15 besagt, dass die ganze Familie nach dem Vater benannt ist. Hebräer
2, 10 macht deutlich, dass Gott viele Söhne zur Herrlichkeit
führt. Als geistlich gezeugte Christen sind wir tatsächlich Erben Gottes und
Miterben Christi (Römer 8, 17). In der Auferstehung werden wir das Reich
ererben, das von Anfang an für uns bereitet war (Matthäus 25, 31.34).
Doch als vergängliche, physische Wesen können wir keine Dinge erben, die
für die Ewigkeit gelten. Die Bibel erklärt, dass das Sterbliche bei der
Auferstehung Unsterblichkeit anziehen muss. Wenn die letzte Posaune erschallt,
wird im Bruchteil einer Sekunde jeder, in dem Gottes Geist innewohnt, von
Sterblichkeit zu Unsterblichkeit verwandelt (1. Korinther 15, 51-54). Dann
werden wir wiedergeboren, aber dieses Mal aus Geist, und werden zu Kindern der
Auferstehung (Lukas 20, 36) unsterblichen Kindern Gottes.
Viele Menschen, die eine Beschreibung dieser Ereignisse hören, denken, dass
es unglaubhaft und unvorstellbar klingt ja sogar gotteslästerlich. Doch die
Schrift zeigt ganz klar, dass dies der Wahrheit entspricht. Doch wie kann Gott
dann sicher sein, dass eine solche Familie seine Familie für alle Ewigkeit in
absolutem Frieden und in völliger Harmonie zusammenleben wird?
Die Antwort ist recht einfach und erklärt, warum es unmöglich ist, Gott
ohne Glauben zu gefallen. Glaube beinhaltet, eine Zuversicht und ein völliges
Vertrauen in die Verheißungen Gottes zu haben. Glauben zu haben bedeutet, dass
wir Gott glauben und vertrauen. Niemand, der
nicht gelernt hat, dem Vater vollständig und bedingungslos zu vertrauen,
wird in der Familie Gottes sein. Und wenn wir dem Vater vertrauen, werden wir
ihm auch gehorchen, denn wir sind dann absolut überzeugt, dass er
immer Recht hat! Wahrer Gehorsam kommt aus einem verinnerlichten, von Herzen
kommenden Vertrauen und Glauben an Gott. Die Familie Gottes wird für immer in
Frieden und Harmonie leben, weil jedes Mitglied dieser Familie wissen wird, dass
der Vater Recht hat. Alle werden seiner Liebe, seiner Weisheit und seiner Kraft
vertrauen.
Diese Perspektive erlaubt uns, wirklich zu verstehen, wie wichtig die
Entwicklung eines lebendigen Glaubens ist. Für die meisten Menschen ist Gott
einfach nicht real. Er erscheint ihnen weit entfernt und unbeteiligt.
Seine Verheißungen wirken unwirklich. Das hat zur Folge, dass die Menschen schon
gewohnheitsmäßig die Schwierigkeiten und Herausforderungen des Lebens „in die
eigene Hand nehmen. Was Menschen sehen, berühren und messen können, erscheint
ihnen viel realer als der große, unsichtbare Gott. Sie kennen Gott
nicht wirklich und daher wirkt es beängstigend, ihm zu vertrauen. Doch der
wichtigste Schlüssel, um Gott vertrauen zu können, ist, ihn zu kennen.
Jegliches Problem, das wir damit haben mögen, Gott zu vertrauen, kommt letztlich
daher, dass wir ihn nicht gut genug kennen. Jesus Christus vertraute dem
Vater völlig und zu allen Zeiten. Er kannte den Vater auf sehr persönliche Weise
und kam, um ihn uns zu offenbaren.
Ein lebendiger Glaube ist auch der Schlüssel zum Gehorsam. Nur ein
Gehorsam, der aus Glauben geschieht aus Vertrauen und Zuversicht in Gott und
sein Wort bleibt auf Dauer erhalten. Wenn kein Glaube vorhanden ist, wird unsere
Furcht uns früher oder später dazu bringen, dass wir versuchen, uns selbst
zu schützen und dann verlassen wir Gottes Anweisungen. Ein solcher absoluter
Glaube, wie er in Daniel 3 beschrieben ist, ermöglichte Schadrach, Meschach und
Abed-Nego, Gott zu gehorchen, obwohl Nebukadnezar sie mit dem Tod im glühenden
Ofen bedrohte.
Die kommenden Jahre werden die schrecklichste und Furcht einflößendste Zeit
in der gesamten Geschichte der Menschheit bringen. Als Jesus von seinen Jüngern
über die Zeit direkt vor seiner Wiederkehr befragt wurde, sprach er von einer
Zeit so großer Bedrängnis, wie sie nie zuvor gewesen ist (Matthäus 24, 21). Wir
werden einen lebendigen Glauben brauchen, um durch diese schwierigen Tage zu
gelangen. Wie kann ein solcher Glaube entwickelt werden? Was bedeutet es, aus
Glauben zu leben?
Glaube ist weit mehr als eine Emotion oder ein Gefühl, denn Emotionen und
Gefühle werden vom Menschen selbst erzeugt. Die Bibel sagt uns, dass der Glaube
eine Frucht von Gottes heiligem Geist ist. Eine solche Frucht ist vom Geist
erzeugt und kann von Menschen nicht nachgemacht werden. Was ist also unser
Anteil dabei, einen lebendigen Glauben aufzubauen? Es ist von sehr großer
Bedeutung, dass wir die biblischen Antworten auf diese und ähnliche Fragen
verstehen.
Lektion 24, Teil 1
Was ist Glaube?
- Hebräer 11 wird oft als das „Glaubenskapitel bezeichnet,
weil es dieses wichtige Thema so lebhaft beschreibt. Wie definiert dieses
Kapitel den Glauben? Hebräer 11, 1. Ist Glaube also die Grundlage der Hoffnung
(dessen, was wir erwarten)?
- Können wir Gott ohne Glauben gefallen? Was sind zwei
wichtige Voraussetzungen des Glaubens, die erfüllt sein müssen, wenn wir vor
Gott kommen? Hebräer 11, 6.
- Wie definiert Jakobus das Gegenteil davon, im Glauben vor
Gott zu treten? Unterscheidet sich Zweifel vom Glauben wie Wasser von festem
Boden? Jakobus 1, 6-8.
- Steht der Glaube im Gegensatz zu einem Mangel an Glauben
an die Realität der Verheißungen Gottes? Führt Unglaube von Gott weg zu einem
Leben des Ungehorsams? Hebräer 3,10-13.17-19.
- Um besser zu verstehen, was Glaube ist, müssen wir auch
verstehen, was Glaube nicht ist! Zeigte Christus den Gegensatz zwischen
einem Leben im Glauben und einem Leben in Furcht? Matthäus 8, 25-26; Markus 4,
40.
- Wenn Furcht über unser Leben herrscht, führt sie uns
dazu, das Selbst beschützen zu wollen. Dies führt uns unvermeidlich davon weg,
Verehrung und Gehorsam gegenüber Gott an erste Stelle in unserem Leben zu
setzen. Welche Ermahnung gab Jesus Christus seinen Nachfolgern in dieser
Hinsicht? Matthäus 16, 24-25.
- Muss Glaube die Grundlage unseres täglichen Lebens sein?
Römer 1, 17. Als Paulus diese Aussage machte, zitierte er damit aus dem Alten
Testament? Habakuk 2, 4.
- War Glaube die Grundlage der Beziehung zwischen Abraham
und Gott? Römer 4, 3. Wie hängt Glaube damit zusammen, dass wir Gottes Gesetz
gehorchen? Römer 3, 31.
- Zeigte sich der Glaube Abrahams in seinen Taten und
seinem Verhalten? Jakobus 2, 14-24.
- Sogar Satan und seine Dämonen haben einen gewissen
Glauben an Gott. Ist aber ein Glaube ohne Werke und Gehorsam einfach ein
toter Glaube und daher ohne Wert? Jakobus 2, 19-20.
- War Abrahams starker Glaube an die Verheißungen Gottes
ihm wichtiger als der physische Beweis seines eigenen Körpers? Römer 4, 19-20.
- Bedeutete Abrahams Glaube, dass er völlig davon
überzeugt war, dass Gott vollbringen könnte, was er verheißen hat? Römer
4, 21-22.
- Müssen diejenigen, die Gottes Wort hören, Glauben haben,
damit ihnen das Hören hilft? Hebräer 4, 2.
- Wird ein lebendiger Glaube uns aus Sorgen und Ängsten
führen und helfen inneren Frieden und Zuversicht zu erlangen, die auf Gottes
Verheißungen beruhen? Psalm 37, 1-10.
Der Glaube im Heilsprozess
Der Apostel Paulus suchte die Antwort auf eine Frage,
die viele Menschen seiner Zeit beschäftigte: Können wir durch irgendein
Verhalten oder irgendwelche Taten den Zugang zu Gott erlangen, oder bedarf es
dazu etwas, was viel tiefer geht? Viele waren zuvor einem Missverständnis in
dieser Angelegenheit erlegen, und die meisten verstehen es immer noch nicht. Wir
müssen die Rolle des Glaubens im Heilsprozess klar begreifen.
Paulus behandelte diese Frage in seiner ersten Predigt, die er auf seiner
ersten Missionsreise in Galatien hielt. Bei einem Zwischenstopp in der Stadt
Antiochia in Pisidien ging er am Sabbat in die Synagoge. Nachdem er anhand der
Schrift bewiesen hatte, dass Jesus von Nazareth tatsächlich der verheißene
Messias war, kam Paulus zum Thema: „So sei euch nun kundgetan, liebe Brüder,
dass euch durch ihn [Jesus von Nazareth] Vergebung der Sünden verkündigt wird;
und in all dem, worin ihr durch das Gesetz des Mose nicht gerecht werden
konntet, ist der gerecht gemacht, der an ihn glaubt (Apostelgeschichte 13,
38-39). Einige Monate später betonte Paulus in seinem Brief an die Gemeinden in
Galatien denselben Punkt (Galater 3, 11). Wir können nicht gerecht gemacht in
Gottes Augen unschuldig gemacht werden, indem wir bestimmte Zeremonien befolgen.
Vielmehr ist die Rechtfertigung nur durch das Opfer Jesu Christi ermöglicht
worden. Dieses findet auf uns Anwendung auf Grundlage unseres echten Glaubens
an Christus und seine Botschaft.
Was bedeutet es wirklich, an der Evangelium zu glauben? Welche Art
Glauben ist Voraussetzung für das Heil? In Römer 10, 10 erklärt Paulus, dass ein
von Herzen kommender Glaube zur Gerechtigkeit führt. Heilsnotwendig ist ein
Glaube, der das Leben verändert! Wenn wir wirklich von Herzen der
Evangeliumsbotschaft glauben, so wird dies unser Leben verändern. Wenn
eine solche Veränderung nicht stattfindet, glauben wir noch nicht tief
genug! Ein tiefgründiger Glaube, dass der Vater Jesus Christus von den Toten
auferweckt hat und dass dieser buchstäblich als König aller Könige
zu dieser Erde zurückkehren wird, bewirkt eine tief greifende Veränderung in
uns. Es wird unsere Prioritäten verschieben und Entscheidungen beeinflussen, die
wir treffen.
Auf diese Weise wurde Abraham, der Vater aller, die glauben, durch seinen
Glauben an Gott verändert. Paulus gebrauchte das Beispiel Abrahams, um den
Glauben an Gott und die Beziehung, die wir zu Gott haben sollten, anschaulich zu
machen. Abrahams Beziehung zu Gott zeigt uns, was Gott auch in unserem
Leben sucht. Abrahams Glaube war kein toter Glaube. Vielmehr handelte er nach
Gottes Anweisungen und machte tief greifende Veränderungen in seinem Leben. Als
Gott zu ihm sagte, er solle das Land seiner Herkunft verlassen und in ein Land
ziehen, das Gott ihm zeigen werde, wird uns einfach berichtet: „Da zog Abram
aus, wie der Herr zu ihm gesagt hatte (1. Mose 12, 4). Er wusste nicht, wohin er
ziehen würde (Hebräer 11, 8), aber er begab sich dennoch auf den Weg weil
Gott es zu ihm gesagt hatte.
Wir sollen im Glauben wandeln, und nicht nach dem, was wir sehen (2.
Korinther 5, 7). Wenn wir nur nach dem gehen, was wir sehen können, setzen wir
unser Vertrauen auf unsere physischen Sinne anstatt auf Gott. Dieser Ansatz
führt dazu, dass wir versuchen, uns selbst zu schützen und den Weg zu gehen, der
in unseren Augen recht erscheint. Doch die Menschen finden den Gedanken
beängstigend, in Glauben zu wandeln. Wir können nicht sehen, was uns hinter der
nächsten Kurve erwartet, und so müssen wir einfach Gottes Wort annehmen, dass er
uns nicht verlassen wird. Im Glauben zu wandeln bedeutet, dass wir nach Gottes
Anweisungen handeln und dabei auf ihn vertrauen, dass er die Dinge
richten wird, selbst wenn wir nicht erkennen können, wie das überhaupt
möglich wäre. Wir lernen niemals, Gott wirklich zu gehorchen, wenn wir
ihm nicht von ganzem Herzen vertrauen.
Sehen wir uns beispielsweise einige der Anweisungen an, die Jesus Christus
seinen Nachfolgern gab. Er sagte zu ihnen, sie sollten ihre Feinde lieben, die
segnen, von denen sie verflucht wurden, denen Gutes tun, die sie hassen, und für
die beten, die sie beleidigen und verfolgen (Matthäus 5, 44). Wenn wir nur nach
dem gehen, was augenscheinlich ist, wäre dieses Verhalten gefährlich, weil die
Menschen uns dann ausnutzen und verletzen können. Der Glaube hält dem entgegen,
dass wir Gottes Segen und Anerkennung haben, wenn wir der Denkweise Jesu
nachfolgen und so handeln, wie Gott es tat und lehrte.
Wenn Sie Gott glauben, so werden Sie ihm nachfolgen und seine Gebote
einhalten. Glaube war die Grundlage der Beziehung Abrahams zu Gott und dieser
Glaube führte zu einem von Herzen kommenden Gehorsam. Beachten Sie, wie der
allmächtige Gott das Leben seines Freundes Abraham beurteilte. Er sagte zu
Isaak, dass die Segnungen, die seinem Vater Abraham verhießen wurden, an ihm
bestätigt wurden, „weil Abraham meiner Stimme gehorsam gewesen ist und gehalten
hat meine Rechte, meine Gebote, meine Weisungen und mein Gesetz (1. Mose 26, 5).
Das Heil kommt durch den Glauben einen lebendigen Glauben, der das
Leben verändert!
Lektion 24, Teil 2
Helden des Glaubens
Wir können Glauben besser verstehen, wenn wir uns das
Leben der Männer und Frauen ansehen, deren Glaube vorbildlich war. Diese
Menschen hatten mit denselben Schwächen und Ängsten zu kämpfen, wie wir, aber
sie erhielten von der Schrift das Zeugnis, dass ihr Verhalten Gott gefiel. Wenn
wir uns ihre lebensnahen Probleme ansehen, können wir besser begreifen, was es
bedeutet, im Glauben zu leben.
- Wird Abraham den Christen als Vorbild im Glauben genannt?
Wurde ihm sein Glaube zur Gerechtigkeit angerechnet? Römer 4, 3.
- Wurde Abraham wegen seines persönlichen Glaubens als
geistlicher Vater aller wahren Gläubigen bezeichnet? Römer 4, 16.
- Hatte Gott Abraham die Verheißung eines zukünftigen Erbes
gegeben? 1. Mose 12, 1-2. Brauchte Abraham Glauben, um auf Gottes Verheißung
warten zu können? Hebräer 11, 8-10.
- Hat Gott Abrahams Glauben auf die Probe gestellt?
(Anmerkung: Das hebräische Wort, das in der Lutherbibel mit „versuchen
wiedergegeben wird, heißt ursprünglich eher „testen, auf die Probe stellen , wie
es die revidierte Elberfelder Bibel übersetzt. Jemanden zu „versuchen hat
die negative Bedeutung, jemanden zu einem moralischen Fehlverhalten bringen zu
wollen. Gottes Prüfungen sind aber nie dazu gedacht, geistlich Schaden
anzurichten). 1. Mose 22, 1-2; Hebräer 11, 17. Tat er dies, um zu sehen, ob
Abraham seinen Geboten gehorchen würde? 1. Mose 22, 12.15-18.
- Sind viele Männer und Frauen des Glaubens in der
Vergangenheit gestorben, ohne die Erfüllung der Verheißungen Gottes in ihrem
Leben erfahren zu haben? Hebräer 11, 13.
- Wie veränderte der Glaube das Leben von Mose? Hebräer 11,
24-25. War es Mose durch das Erkennen des unsichtbaren Gottes im Glauben
möglich, den Verlauf seines Lebens zu verändern? War dies für ihn eine Quelle
der Ermutigung? Hebräer 11, 26-27.
- Erlebten manche wegen ihres Glaubens große Wunder
göttlichen Eingreifens in ihrem Leben, während andere die Gnade empfingen, die
sie brauchten, um schlimme Verfolgung und Schwierigkeiten auszuhalten? Hebräer
11, 35-39.
- Verlieh der lebendige Glaube Noah einen Sinn für die
Dringlichkeit seines Tuns, als Gott ihn vor dem warnte, was der Welt
bevorstand? Hebräer 11, 7. Wenn wir einen ähnlichen Glauben haben, werden wir
dann in dieser Endzeit ein entsprechendes Gefühl für Dringlichkeit verspüren?
- Führte Abrahams Glaube ihn dazu, Gott zu gehorchen
, obwohl er nicht alle Einzelheiten dessen verstand, was ihn erwartete? Hebräer
11, 8. Wird uns ein ähnlicher Glaube zu Gehorsam leiten?
- Ermöglichte es der Glaube Abrahams, Isaaks und Jakobs
ihnen , auf Gott zu warten, auch wenn dies bedeutete, dass sie
Schwierigkeiten aushalten mussten? Hebräer 11, 9-10. Wird der Glaube uns
dieselbe Fähigkeit verleihen?
- Gab Saras lebendiger Glaube ihr die Kraft , etwas
zu tun, was andernfalls unmöglich gewesen wäre? Hebräer 11, 11. Können wir eine
ähnliche Kraft erwarten, wenn wir Glauben haben?
- Gab der lebendige Glaube Abraham, Isaak und Jakob eine
Zuversicht hinsichtlich dessen, was die Zukunft bringen würde? Hebräer 11,
20-22. Sollte der Glaube uns auch Zuversicht geben hinsichtlich dessen, was die
Zukunft bringt?
Wie man wirklich im Glauben LEBT
Es war der Glaube, durch den die Männer und Frauen im
Altertum ein gutes Zeugnis von Gott erhielten. Wenn man umgeben ist von
Prüfungen und dem Druck des Alltags, wie kann man da im Glauben leben? Bei der
Vorbereitung auf seine letztendliche Bestimmung durchlief König David von Israel
viele Prüfungen und Tests, die ihn lehrten, wie man eine tiefe, persönliche
Beziehung zu Gott entwickelt und mit ihm durch alle Situationen des Lebens geht.
In Psalm 37 beschreibt David einige der Lehren, die er darin lernte, wie man mit
Gott wandelt, und gab dabei sieben Schlüssel dazu, wie man im
Glauben lebt.
„Entrüste dich nicht über die Bösen, sei nicht neidisch auf die
Übeltäter. Denn wie das Gras werden sie bald verdorren, und wie das grüne Kraut
werden sie verwelken (Verse 1-2). Das ist der erste Schlüssel, den
David in Psalm 37 niederschrieb. Sich zu entrüsten bedeutet, aufgewühlt,
verärgert und beunruhig zu sein. Wie oft haben wir uns schon darüber aufgeregt
und geärgert, mit was manche Menschen davonzukommen scheinen? Im Glauben zu
leben schließt ein, dass wir auf Gott vertrauen, dass er unsere Kämpfe für uns
kämpft. Er kann das sogar weitaus besser, als wir es jemals tun könnten!
Der zweite Schlüssel ist: „Hoffe auf den Herrn und tu Gutes,
bleibe im Land und nähre dich redlich (Vers 3). Vertrauen beinhaltet Zutrauen
und Zuversicht. Wenn wir aufhören, uns um Menschen und Dinge Sorgen zu machen,
über die wir ohnehin keine Kontrolle haben, können wir unsere Gedanken
stattdessen auf Gott und seine Macht richten. In Psalm 23 beschrieb David den
Herrn als seinen „Hirten ein Begriff, der für ihn eine große Bedeutung hatte. Er
wusste aus eigener Erfahrung, welche Rolle ein Hirte als Beschützer, Ernährer
und Tröster innehat und hatte absolute Zuversicht, dass Gott diese Rolle
erfüllen kann.
„Habe deine Lust am Herrn, schrieb David, „der wird dir geben, was dein
Herz wünscht (Psalm 37, 4). Was macht uns wirklich eine Freude? Wussten Sie,
dass Gott in seinem Wort viele Schätze für Sie bereithält, die nur darauf
warten, entdeckt zu werden? Gott will, dass wir unsere Gedanken auf ihn richten,
sowie auf die Dinge, die mit ihm und seinem großen Plan in Zusammenhang stehen.
Regelmäßig Lust an den Dingen des Herrn zu haben ist der dritte Schlüssel,
um im Glauben leben zu können.
Der vierte Schlüssel ist in Psalm 37, 5 enthalten, wo wir
erinnert werden: „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohl
machen. Nur allzu oft finden wir es schwierig, in einer Angelegenheit einfach
loszulassen und alles in Gottes Hände zu geben. Wir möchten es ihm übergeben und
tun es vielleicht auch für ein paar Augenblicke, möchten dann aber schnell
wieder die Kontrolle übernehmen. Wir mühen uns ab unter einer schweren Last,
weil wir uns bemühen, die ganze Last selbst zu tragen. Wir können eine
Angelegenheit nie ganz Gott überlassen, wenn wir nicht zuvor erkannt haben, dass
wir es gar nicht schaffen, unsere eigenen Kämpfe zu kämpfen und unsere eigenen
Bedürfnisse zu stillen. Gott kann die Lasten unseres Lebens viel erfolgreicher
und leichter tragen, als wir es je könnten!
Haben Sie je bemerkt, dass Gott sich nicht an einen Zeitplan hält, den wir
uns ausgedacht haben? An diesem Punkt wird der fünfte Schlüssel
wichtig. Psalm 37, 7 erklärt: Sei stille dem Herrn und warte auf ihn. Nachdem
wir eine Angelegenheit Gott überlassen haben, müssen wir lernen, uns zu
entspannen und im Glauben darauf zu warten, dass Gott tut, was er versprochen
hat, zu tun. Die Alternative wäre, nervös und aufgeregt zu sein und bildlich
gesprochen „mit den Hufen zu scharren, bis Gott seine Verheißung erfüllt. Wenn
wir wirklich lernen können, Gottes Willen an Stelle unseres eigenen Willens zu
akzeptieren, dann können wir wirklich zur Ruhe kommen und geduldig auf Gott
warten.
Manchmal beunruhigen uns die Einstellung und das Verhalten anderer
Menschen. Doch David schrieb in Psalm 37, 8: „Steh ab vom Zorn und lass den
Grimm. Wir können nicht im Glauben leben und gleichzeitig versuchen, uns selbst
zu rächen und es anderen heimzuzahlen. Wenn wir es zulassen, dass in uns
Verbitterung gegenüber anderen Menschen wächst, dann vergiften wir uns selbst
geistlich. Eine solche Einstellung bringt uns davon ab, mit Gott zu wandeln und
führt uns direkt zu einer eigenwilligen Lebensweise. Wenn wir dagegen wirklich
im Glauben leben, vertrauen wir auf Gott, dass er die Welt mit Gerechtigkeit
richtet. Dies macht uns frei und wir können die verletzten Gefühle ablegen und
Ablehnung von anderen so begegnen, wie Christus es tat. Dieser wichtige, wenn
auch schwierige sechste Schlüssel bewahrt uns davor, in unserem
Bemühen, im Glauben zu leben, in eine Sackgasse zu geraten.
In Hebräer 3 und 4 stellt Paulus eine klare Verbindung her zwischen
Unglauben und Ungehorsam. Ebenso, wie echter, aus dem Herzen kommender Gehorsam
eine Folge des Glaubens ist, so ist Ungehorsam die unvermeidliche Folge dessen,
dass jemand nicht an Gott glaubt. König David fasste dies im
siebten Schlüssel zusammen. In Psalm 37, 27 schrieb er: „Lass ab vom
Bösen und tu Gutes, so bleibst du wohnen immerdar. Wahrer Glaube führt uns auf
dem Pfad des Gehorsams zu Gott und seinem Gesetz. Wenn Sie wirklich aus tiefstem
Inneren Gottes Botschaft glauben, so wird dies ihr ganzes Leben
verändern!
Lektion 24, Teil 3
Was Christus über den Glauben lehrte
Die wichtigsten Lehren über den Glauben stammen direkt von
Jesus Christus. In der gesamten Zeit seines Wirkens auf Erden demonstrierte er
durch sein persönliches Beispiel absoluten Glauben und zeigte uns die Resultate
eines solchen Glaubens. Jesus betonte die Wichtigkeit des Glaubens und gab
seinen Jüngern Beispiele, damit sie verstehen konnten, wie man einen lebendigen
Glauben aufbaut.
- Als zwei Blinde direkt von Jesus Christus Heilung
erbaten, was lehrte er sie da über die Verbindung zwischen Glauben und Heilung?
Matthäus 9, 27-29.
- Gab es einen Zusammenhang zwischen der Unfähigkeit
Christi, in Nazareth Wunder zu vollbringen, und dem Mangel an Glauben bei den
Einwohnern von Nazareth? Wunderte er sich, wie sehr es ihnen an Glauben
mangelte? Matthäus 13, 54-58; Markus 6, 5-6.
- Über wessen Glauben wunderte sich Christus und erklärte,
dass er in ganz Israel keinen solchen Glauben gesehen hatte? Matthäus 8, 5-10.
Was war der Beruf dieses Mannes und was hatte er durch und durch verstanden?
Matthäus 8, 5.9. (Anmerkung: Dieser römische Soldat erkannte, dass Jesus
Autorität besaß. Und weil er klar verstanden hatte, wie Autorität funktioniert,
hatte er keinen Zweifel daran, dass Jesu Anweisung ausgeführt werden würde.
Daraus lernen wir, dass ein wichtiger Aspekt des Glaubens der ist, einfach die
übergeordnete Macht Gottes und die Gewissheit, mit der sie ausgeübt wird,
anzuerkennen).
- Wies Jesus Christus jemals seine Jünger wegen ihres
Mangels an rechtem Glauben zurecht? Matthäus 6, 30; 8, 26.
- Als die Jünger Jesus auf dem Wasser gehen sahen, bat
Petrus da um Christi Erlaubnis, ebenfalls auf dem Wasser gehen zu dürfen, um ihm
entgegenzukommen? Matthäus 14, 28-29.
- Was passierte, als Petrus begann, sich darauf zu
konzentrieren, was um ihn herum geschah? Matthäus 14, 30. Erzeugte die Furcht
über die Umstände um ihn herum in ihm einen Zweifel an der Macht des Wortes
Christi? Matthäus 14, 30-31. Welche Lehren sollten wir aus diesem Beispiel
ziehen?
- Lobte Jesus den Glauben einer kanaanäischen Frau und
heilte er ihre von einem bösen Geist geplagte Tochter? Matthäus 15, 22-28. War
diese Frau schnell in ihren Gefühlen verletzt und fühlte sie sich von Christus
beleidigt, oder zeigte sie Ausdauer und Demut?
- Bei einer Gelegenheit trieb Christus einen Dämon aus und
heilte so ein Kind, dem seine Jünger nicht helfen konnten. Was sagte Jesus, als
seine Jünger ihn fragten, warum es ihnen unmöglich war, dieses Wunder zu
vollbringen? Matthäus 17, 14-20.
- Christus sagte zu den Jüngern, dass ihr geringer Glaube
verhinderte, dass sie die Werke tun konnten, die sie tun wollten. Welchen
geistlichen Schlüssel gab er ihnen, um einen Wunder bewirkenden Glauben
aufzubauen? Matthäus 17, 21.
- In Markus 5 lesen wir, wie Jesus die Tochter des Jairus
von den Toten auferweckt und heilt. Welche Eigenschaft war nach Jesu Worten ein
Feind des Glaubens? Markus 5, 36.
- Lehrte Jesus, dass der Glaube an ihn ein Schlüssel dazu
wäre, das ewige Leben zu erhalten? Johannes 3, 16.18. Müssen diejenigen, die auf
Jesu Botschaft mit Glauben reagieren, weiterhin in seinem Wort bleiben (seine
Lehren im eigenen Leben umsetzen und praktizieren), wenn sie als seine Jünger
gelten wollen? Johannes 8, 31.
- Sagte Jesus in der Nacht seines letzten Passahs, dass
diejenigen, die an ihn glauben, dieselben Werke tun können, die er getan hat?
Johannes 14, 12. Können wir zuversichtlich vor Gott treten, wenn wir den Lehren
Christi treu sind? Johannes 15, 7.
Glaube wie ein Senfkorn
Von allen Aussage Jesu über den Glauben steht das
vielleicht rätselhafteste in Matthäus 17, 20. Er sagte zu seinen Jüngern, dass
sie Berge versetzen könnten, wenn sie einen Glauben wie ein Senfkorn hätten. Was
ist ein Glaube wie ein Senfkorn und warum ist er so wichtig und kraftvoll?
Als Jesus zusammen mit Petrus, Jakobus und Johannes nach seiner Verklärung
vom Berg herabstieg, begegneten sie einem Mann, der verzweifelt nach Hilfe für
seinen Sohn suchte. Dieser Mann hatte zuvor schon die Jünger gebeten, bei seinem
Sohn einen dämonischen Geist auszutreiben, aber sie schafften es nicht. Jesus
trieb den Dämon aus und seine Jünger fragten ihn später, warum sie das
nicht zustande gebracht hatten. „Er aber sprach zu ihnen: Wegen eures
Kleinglaubens. Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein
Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich
heben; und euch wird nichts unmöglich sein. Aber diese Art fährt nur aus durch
Beten und Fasten (Matthäus 17, 20-21; vgl. Fußnote).
Christus hatte zuvor den Jüngern Autorität verliehen, Dämonen auszutreiben,
und sie hatten dies bei einigen Gelegenheiten erfolgreich getan (vgl. Lukas 9,
1.6.10-11). Hier zeigt Christus, dass geistliche Kraft nicht von einer
bestimmten Beschwörungsformel abhängt, sondern von einer tiefen, persönlichen
Beziehung zu Gott. Der Expositor’s Bible Commentary fasst es so zusammen:
„Jesus sagt zu ihnen, dass dieser Fall Gebete erfordert nicht eine bestimmte
Form oder ein anerkanntes Ritual, sondern vielmehr ein gesamtes Leben, das in
Gebet und den dazugehörigen Glauben eingebettet ist... Glauben, der aus einem
tiefen, persönlichen Vertrauen damit rechnet, dass Gott handelt (Band 8; Seite
392). Ein Gebet im Glauben in Kombination mit Fasten dient dazu, uns Gott
wirklich nahe zu bringen. Dies stärkt wirklich unseren Glauben. Wir müssen uns
Gott mit Zuversicht nähern „denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass
er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt (Hebräer 11, 6).
Als die Jünger aufwuchsen, beobachteten sie immer wieder das Beispiel der
Pharisäer und Sadduzäer, die sich damit brüsteten, besonders penibel alle
religiösen Pflichten zu erfüllen, und die die meisten Menschen mit ihrem
scheinbaren Wissen und ihrer Religiosität beeindruckten. Diese Männer waren
extrem religiös und waren stolz darauf , aber ihre Einstellung und
ihr Verhalten waren in Wahrheit in Gottes Augen ein Gräuel, weil sie sich auf
eine Weise benahmen, die die Aufmerksamkeit von anderen auf sie lenkte, statt
auf den Schöpfer. Sie erhöhten sich selbst, statt Gott zu erhöhen. Anstatt
zuerst und vor allem Anerkennung bei Gott zu suchen, suchten sie die Anerkennung
und Bewunderung von anderen Menschen.
Deshalb verurteilte Jesus die Praktiken dieser Heuchler. Von Eitelkeit
geprägte, in die Länge gezogene und bedeutungsleere Gebete mit sich
wiederholenden Phrasen waren unannehmbar (Matthäus 6, 5-8). Um dem falschen Weg
der Heuchler entgegenzuwirken, wies Jesus seine Jünger an, im Verborgenen zu
beten (Vers 6). Eindeutig muss ein Gebet des Glaubens kein wortreiches,
ausgefeiltes Bemühen darstellen, wie es von den Pharisäern praktiziert wurde.
Mit anderen Worten konnte ein Gebet so bescheiden an Größe wie ein Senfkorn
sein, und dennoch erstaunliche Ergebnisse erzielen.
Warum gebrauchte Jesus den Vergleich mit einem Senfkorn? Es gibt einige
Eigenschaften eines Senfkorns, die schon damals weithin bekannt waren und an die
sich die Jünger erinnert haben dürften, als sie darüber nachdachten, was Jesus
ihnen gesagt hatte. Jesus selbst betonte eine der offensichtlichsten
Eigenschaften an anderer Stelle in den Evangelien. Dort beschrieb Christus das
erstaunliche Wachstumspotenzial des Senfkorns. Es ist ein winziger Samen der
kleinste, der normalerweise in dieser Gegend angepflanzt wurde. Doch dieser
Samen enthält einen Keim des Lebens, der ihn schnell zu einem Busch heranwachsen
lässt, der groß genug ist, dass kleine Vögel darin ihre Nester bauen können
(Matthäus 13, 31-32). Eine erstaunliche Transformation verwandelte den winzigen
Samen in etwas verhältnismäßig Großes. Und obwohl das Senfkorn so klein ist, ist
es ganz schön „würzig. Es enthält ätherische Öle, die ihm einen scharfen
Geschmack verleihen. Daher wurde es als Würzmittel geschätzt. Dieses „kleinste
aller Samenkörner ist voll gepackt mit Würze, gespeicherter Energie und Leben.
Jesus gebrauchte dies, um ein Gebet des Glaubens darzustellen das ernstliche
Gebet eines Gerechten, das viel vermag (Jakobus 5, 16).
Wenn wir beten, müssen wir es ernst meinen glauben und nicht zweifeln.
Jesus ermahnte uns, zu bitten, zu suchen und anzuklopfen (Lukas 11, 9-13). Wenn
Sie das tun, erhalten Sie eine Antwort von Gott, und es eröffnet sich Ihnen eine
Tür zu vertieftem Verständnis. Gott offenbart, dass echter Glaube durch das
Hören und Befolgen von Gottes Wort kommt (Römer 10, 15-17; Johannes 15, 7). Er
ist ebenfalls eine der Früchte des Geistes (Galater 5, 22-25). Also sollten wir
Gott um mehr Glauben bitten. Und dann sollten wir den Glauben ausüben, indem wir
innig und glaubend beten Gott bei seinem Wort nehmen. Erinnern wir uns an Jesu
Versprechen: „Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt,
... so wird’s geschehen. Und alles, was ihr bittet im Gebet, wenn ihr glaubt, so
werdet ihr’s empfangen (Matthäus 21, 21-22).
Lektion 24, Teil 4
Gott wirklich kennen
Wahrer Glaube entsteht dadurch, dass wir Gott wirklich
kennen. Wenn wir ihn kennen, können wir ihm vertrauen. Wenn wir ein Problem
damit haben, Gott zu vertrauen, zeigt dies, dass er uns nicht vertraut genug
ist. Ihn zu kennen bedeutet, das Ausmaß seiner Macht und Weisheit sowie seinen
Charakter und seine Wesensart zu verstehen. Doch Gott zu kennen bedeutet mehr
als nur etwas über ihn zu wissen. Wie können wir ihn also besser kennen
lernen?
- Kannte Jesus Christus den Vater vollständig und auf eine
Weise wie niemand sonst? Johannes 1, 18. Kann man den Vater durch den Sohn
kennen lernen? Lukas 10, 22.
- Sagte er, dass die religiösen Führer seiner Zeit den
Vater nicht wirklich kannten? Johannes 8, 54-55. Würde eine Unkenntnis des
Vaters und Christi jemanden, der sich für sehr religiös hält, dazu bringen, die
wahren Heiligen Gottes zu verfolgen? Johannes 16, 1-3.
- Offenbarte Christus seinen Jüngern, dass wer ihn kennt,
auch Gott den Vater kennt? Johannes 14, 6-9.
- Was erkannten die Jünger Jesu über den Weg, wie man den
Vater wirklich kennen lernt? Johannes 14, 25. Was ließ Jesus sie wissen? Vers
26. (Anmerkung: In der Bibel sind Namen bezeichnend wegen ihrer Bedeutung, nicht
wegen einer bestimmten Aussprache und Lautfolge. Namen offenbaren den Charakter
und das Ansehen ihres Trägers. Die Jünger Jesu waren damit aufgewachsen,
regelmäßig in die Synagoge zu gehen und waren mit den Schriften des Alten
Testaments vertraut. Ihnen waren sicherlich die Namen Gottes im hebräischen Text
und deren Bedeutung bekannt).
- Was lehrte Jesus seine Jünger, welchen Namen sie
verwenden sollten, wenn sie Gott im Gebet direkt ansprechen? Matthäus 6, 9.
(Anmerkung: Obwohl einige alttestamentliche Passagen Gott mit einem Vater
vergleichen, wird er nirgends im Alten Testament ausdrücklich so bezeichnet. Die
Möglichkeit einer solchen engen und persönlichen Beziehung mit dem Schöpfer
wurde von Jesus Christus verkündet).
- Führt die Kenntnis des Namens Gottes dazu, dass wir ihm
vertrauen? Psalm 9, 11. Können wir Vertrauen in diesen Namen setzen? Psalm 33,
21. (Anmerkung: Die Namen Gottes, die in der Schrift aufgezeichnet sind, sind
Teil seiner Selbstoffenbarung an uns. Vertrauen auf seinen Namen zu setzen
bedeutet, unumstößliche Zuversicht darin zu haben, dass Gott derjenige ist, der
er vorgibt, zu sein).
- Hatte Paulus den tiefen Wunsch, Christus besser kennen zu
lernen? Philipper 3, 10. Würde eine solche Kenntnis nicht nur ein Wissen über
seine Macht bedeuten, sondern auch, dass wir an seinem Leiden um der
Gerechtigkeit willen teilhaben? Wurde dies auch durch den Apostel Petrus
bestätigt? 1. Petrus 2, 21; 4, 1-2.
- Kann man von Menschen sagen, dass sie Gott wirklich
kennen , wenn sie die Zehn Gebote nicht einhalten? Kann eine Kenntnis Gottes
von einem Gehorsam gegenüber seinen Geboten getrennt werden? 1. Johannes 2, 3-4.
- Werden nur diejenigen, die wirklich ihren Schöpfer
kennen, die geistliche Kraft besitzen, die notwendig ist, um in der Endzeit
große geistliche Taten zu vollbringen? Daniel 11, 32.
- Werden Christen ermahnt, an Erkenntnis unseres Erlösers
zu wachsen? 2. Petrus 3, 18.
- Wie können wir geistlich wachsen? 1. Petrus 2, 1-2.
Bedeutet dies, sowohl bestimmte Einstellungen abzulegen, als auch eifrig
geistliche Nahrung und Anweisungen aus dem Wort Gottes aufzunehmen?
- Schrieben Johannes und andere Berichte über die Worte und
Taten Jesu aus erster Hand nieder, damit wir wirkliche Gemeinschaft mit Christus
und dem Vater haben könnten, um sie auf diese Weise besser kennen
lernen zu können? 1. Johannes 1, 3-6.
Gottes Wort ist sicher
Vor einigen Jahren bereitete ich einen Ausflug mit einer
Jugendgruppe der Kirche nach Florida vor. Ich war nie zuvor in Florida gewesen.
Woher wusste ich dann, dass Florida existiert? Woher wusste ich, dass ich vom
Süden Louisianas, wo ich damals wohnte, dorthin gelangen konnte? Ich hatte über
Florida gelesen. Ich hatte es auf Landkarten gesehen und hatte mit Leuten
gesprochen, die sagten, dass sie dort gewesen seien. Doch alles, was ich als
Beweis für die Existenz Floridas hatte, waren die Erklärungen anderer Menschen.
Dennoch kam es mir nie in den Sinn, die Existenz Floridas in Frage zu stellen!
Ich war zu Beginn meiner Reise völlig zuversichtlich, dass ich irgendwann über
die Grenze von Alabama nach Florida gelangen würde, wenn ich auf der
Interstate 10 bleiben würde.
Tag für Tag verlassen wir uns auf die Worte anderer Menschen. Wir
akzeptieren Schecks und Kreditkarten im Austausch gegen Waren und
Dienstleistungen. Wir akzeptieren geschriebene Verträge und mündliche
Vereinbarungen über die Belieferung mit Waren und Dienstleistungen. Tatsächlich
finden es die meisten Menschen weitaus leichter, anderen Menschen zu glauben,
als dem Schöpfer von Himmel und Erde selbst zu glauben!
Wussten Sie, dass das geschriebene Wort Gottes viele Versprechen
enthält? Diese Versprechen des ewigen Gottes bilden die Grundlage
unseres Glaubens! Jesus Christus erklärte in Johannes 17, 17, dass Gottes Wort
die Wahrheit ist. Tatsächlich ist Gottes Wort von Anfang an wahr und seine
Gerechtigkeit bleibt auf ewig bestehen (Psalm 119, 160). Es ist wichtig, die
Verheißungen zu verstehen, die Gottes Wort enthält, und zu wissen, wo man sie
nachlesen kann.
Viele der Verheißungen Gottes finden sich im Buch der Psalmen. David war
ein Mann nach Gottes Herzen und war dahin gelangt, seinen Schöpfer auf eine ganz
besondere Weise zu kennen und zu verstehen. In Psalm 18 offenbart er, warum er
in Zeiten der Bedrängnis und Problemen absolutes Vertrauen auf Gott hatte. Gott
wird als unsere Quelle der Stärke und als unser Erlöser offenbart. Psalm 46
beschreibt, dass Gott eine sehr reale Hilfe ist, wenn man in Schwierigkeiten
steckt. Inmitten beängstigender Unruhen, selbst wenn die Erde unter unseren
Füßen wackelt und wenn es scheint, als würden gleich Berge ins Meer rutschen,
können wir Zuversicht bewahren. Wir werden sogar gerade dann, wenn wir uns von
solchen Unruhen umgeben fühlen, ermahnt: „Seid stille und erkennet, dass ich
Gott bin (Psalm 46, 11).
In Psalm 27, 10 erklärt David Gottes bleibende Liebe für sein Volk: „Denn
mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber der Herr nimmt mich auf. Aus
menschlicher Sicht ist die Liebe und Treue, die normale Eltern für ihre Kinder
empfinden, das Dauerhafteste, was wir kennen, doch Gottes Liebe und Treue sind
noch weitaus größer. Wir können uns auf ihn verlassen, egal welcher Mensch sich
von uns abgewendet oder uns enttäuscht hat. Psalm 55, 23 sagt, dass wir unsere
Sorgen auf Gott werfen und dabei wissen können, dass er für uns sorgen wird. In
Psalm 56, 4-5 erklärt David, wie er mit seinen Ängsten umging; wenn er sich
fürchtete, legte er einfach sein Vertrauen auf Gott! Psalm 103 erinnert uns an
die vielen Vorzüge, die Gott uns bietet. Zum Beispiel vergibt Gott uns nicht nur
alle Sünden, sondern er heilt uns auch von allen Krankheiten (Vers 3). Er ist
gegenüber all denen gütig und gnädig, die ihm wirklich die Ehre erweisen.
Jesus Christus machte viele Aussagen, die dazu gedacht waren, unseren
Glauben an Gott zu stärken und uns die richtige Art von Zuversicht hinsichtlich
unserer Beziehung zu ihm zu geben. In Lukas 12, 22 beschrieb er Menschen, die
ihre Zuversicht auf Sicherheit durch materielle Güter setzten, und betonte, dass
wir uns nicht so viele Gedanken darüber machen sollten, wie unsere Bedürfnisse
gestillt werden könnten. Völlig damit beschäftigt, ihre Bedürfnisse zu
befriedigen, werden materialistisch gesinnte Menschen furchtsam, weil es nie
wirklich genug ist, egal wie viel sie besitzen.
Jesus sagte dagegen zu seinen Jüngern, dass sie, wenn sie zuerst nach dem
Reich Gottes streben, zuversichtlich sein können, dass Gott ihre materiellen
Bedürfnisse nicht nur kennt, sondern dass er sie auch mit Sicherheit erfüllen
wird. Und Christus riet seinen Jüngern auch, sich angesichts der Zukunft nicht
zu fürchten oder Sorgen zu machen, dass Gott sie verlassen könnte oder sie es
nicht schaffen würden, in sein Reich zu gelangen. Vielmehr erinnerte er sie
daran, dass es dem Vater Freude bereitet, uns das Reich zu geben (Lukas 12, 32).
Wenn wir erkennen könnten, mit welcher Vorfreude und mit welchem Vergnügen Gott
darauf wartet, dass wir in seine Familie kommen, dann würden wir uns nie wieder
fürchten!
Als der Apostel Johannes am Ende seines Lebens schrieb, erinnerte er die
Christen daran, dass wir mit absoluter Zuversicht vor Gott treten können, dass
er unsere Bitten erhört, wenn wir seine Gebote halten und Dinge tun, die ihm
gefallen (1. Johannes 3, 22). Wenn wir uns auf den Weg zu einem Ort machen, wo
wir nie zuvor gewesen sind, benutzen wir eine Landkarte und folgen den
Anweisungen. Indem wir dies tun, beginnen wir die Reise mit der Zuversicht, dass
wir ankommen, selbst wenn die Anweisungen von einem anderen Menschen stammen.
Mit wie viel größerer Zuversicht können wir eine Reise in das Reich
Gottes antreten, wenn wir einfach nur Gottes Anweisungen zur Hand nehmen und sie
befolgen? Sie können Glauben haben schließlich haben Sie Gottes
Wort darauf!
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