
von Roderick C. Meredith
Wenn Jesus von Nazareth heute auf die Erde
zurückkehren würde, könnte er dann die Religion wiedererkennen, die seinen Namen
gebraucht? Keineswegs! Menschen haben die Lehren Jesu Christi so verdreht, dass
die Religion, die seinen Namen trägt, praktisch KEINE Verbindung mehr zu dem
hat, was er und die Apostel uns vorgelebt und woran sie geglaubt haben.
Können Sie eine Kirche finden, die bemüht ist, nach den Lehren
des wahren apostolischen Christentums zu leben?
Können Sie sich BEWEISEN, was Gottes Wahrheit wirklich ist?
Diese Broschüre kann Ihnen bedeutsame Antworten zu diesen Fragen geben!
ACW 1.1, August 2005
© 2005 Living Church of God
Alle Rechte vorbehalten.
Englische Originalausgabe: Restoring Apostolic Christianity
Diese Broschüre darf nicht verkauft werden! Sie wird von der
Living Church of God kostenlos der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Biblische Verweise und Zitate sind, sofern nicht anders
angegeben,
der revidierten Lutherbibel 1984 entnommen.
© 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
Wenn Jesus von Nazareth heute auf die Erde zurückkehren
würde, könnte er dann die Religion wiedererkennen, die seinen Namen gebraucht?
Wäre er schockiert, zu erfahren, dass die Menschen, die vorgeben, ihm
nachzufolgen, in den letzten 1900 Jahren fast pausenlos KRIEG gegeneinander
geführt haben – Katholiken gegen Katholiken, Protestanten gegen Protestanten?
Dass diejenigen, die sich als seine Nachfolger bezeichnen, Lehren glauben, die
im VÖLLIGEN GEGENSATZ zu dem stehen, was er lehrte, andere Feiertage einhalten,
andere Bräuche pflegen und – am wichtigsten – eine grundsätzlich andere
Vorstellung von Gott und seinen Plänen haben, als Jesus und die ursprünglichen
Apostel?
Jesus könnte sich fragen: Warum benutzen sie meinen Namen für all dieses
„Zeug?"
Die meisten aufrichtigen Religionsgelehrten geben zu, dass das bekennende
Christentum von ENORMEN Veränderungen betroffen war, die es zu etwas völlig
anderem gemacht haben, als das Christentum Jesu und der ursprünglichen Apostel!
Der anerkannte Gelehrte des traditionellen Protestantismus, Jesse Lyman Hurlbut
bestätigt:
Für fünfzig Jahre nach dem Leben des Paulus liegt ein
Schleier über der Kirche, durch den hindurchzublicken für uns unmöglich
erscheint; und als er sich schließlich lüftet, etwa 120 n.Chr. mit den Schriften
der frühesten Kirchenväter, finden wir eine Kirche vor, die sich in vielen
Aspekten von derjenigen aus den Tagen von Paulus und Petrus unterscheidet (Story
of the Christian Church [Geschichte der christlichen Kirche], Seite 41).
Wenn die Kirchenvorsteher während der Zeit, die Hurlbut
an anderer Stelle ein „Zeitalter der Schatten" nennt, mit dem Geist Gottes
erfüllt und von diesem geleitet worden wären, warum sollte dann die Kirche
plötzlich „sehr verschieden" sein? Die Bibel sagt uns doch, dass Christus
„gestern und heute und DERSELBE auch in Ewigkeit" ist (Hebräer 13, 8). Hingegen
ist das bekennende Christentum von heute NICHT mal annähernd das gleiche, wie
das von Jesus gegründete.
Hurlbut schreibt über die Zeit nach dem Tod der ursprünglichen Apostel und
ihrer unmittelbaren Nachfolger folgendes:
Die Gottesdienste wurden glanzvoller, waren aber weniger
spirituell und von Herzen kommend als diejenigen in früherer Zeit. Das Format
und die Zeremonien des Heidentums schlichen sich schrittweise in den
Gottesdienst ein. Manche der alten, heidnischen Feiertage wurden zu
Kirchenfesten, mit einer Änderung ihres Namens und darin, wie sie begangen
wurden. Etwa um 405 n.Chr. erschienen erstmals Abbilder der Heiligen und
Märtyrer in den Kirchen, zuerst als Gedenktafeln, in der Folge dann verehrt und
angebetet. Die Anbetung der Jungfrau Maria war der Ersatz für die Anbetung von
Venus und Diana; das Abendmahl wurde zu einer Opferhandlung, anstatt zu einer
Gedenkfeier; und die Kirchenältesten wurden von Predigern zu Priestern (Seite
79).
Beachten Sie Hurlbuts Anmerkung, dass „manche der alten,
heidnischen Feiertage [...] zu Kirchenfesten [wurden]". Sie „wurden" es, weil
Gott selbst vorausgesagt hatte, dass BÖSE Menschen und falsche Führer den
größten Teil der Kirche übernehmen würden! Erinnern wir uns an die inspirierte
Warnung des Apostels Paulus an die Ältesten in Ephesus: „Denn das weiß ich, dass
nach meinem Abschied reißende Wölfe zu euch kommen, die die Herde nicht
verschonen werden. Auch aus eurer Mitte werden Männer aufstehen, die Verkehrtes
lehren, um die Jünger an sich zu ziehen. Darum seid wachsam und denkt daran,
dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht abgelassen habe, einen jeden unter
Tränen zu ermahnen" (Apostelgeschichte 20, 29-31).
Als Paulus erkannte, wie tiefgreifend der geistliche ABFALL sein würde, der
den größten Teil der Kirche betreffen würde, war er zu Tränen gerührt. Daher sah
er sich veranlasst, einen jeden unter Tränen Tag und Nacht zu WARNEN [englische
Übersetzung]! Nur sehr wenige Menschen scheinen heutzutage besorgt genug zu
sein, um angesichts dieses massiven Abfalls und der dramatischen Veränderungen
auch nur halbwegs den Tränen nahe zu sein.
WIE konnte das passieren?
Dieser massive Abfall vom Glauben konnte geschehen, weil
die Menschen damals wie heute sich nicht eifrig BEWIESEN haben, wo die Wahrheit
Gottes gelehrt wird. Deshalb wies der lebendige Christus die Christen am Ende
des apostolischen Zeitalters zurecht: „Aber ich habe gegen dich, dass du die
erste Liebe verlässt. So denke nun daran, wovon du abgefallen bist, und tue Buße
und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, werde ich über dich kommen und deinen
Leuchter wegstoßen von seiner Stätte – wenn du nicht Buße tust" (Offenbarung 2,
4-5).
Und was sehen wir heute? Wie können wir erklären, dass es alleine über 400
Glaubensrichtungen und Sekten gibt, die sich „christlich" nennen? Und alle von
ihnen haben unterschiedliche Ideen, Traditionen und Denkweisen, beanspruchen
aber alle für sich, demselben Jesus Christus nachzufolgen.
Ein Teil der Antwort liegt darin, dass nur außerordentlich wenige
bekennende Christen tatsächlich ihre Bibel studieren! Sie „BEWEISEN" sich also
praktisch nichts von dem, was sie glauben, indem sie es sorgfältig in der Bibel
nachforschen! Sie mögen vielleicht mit Enthusiasmus Bücher und Artikel über
Gesundheit, Selbstverwirklichung, Investments und Geldanlagen studieren. Aber
aus irgendeinem Grund kommt es ihnen nicht in den Sinn, die BEDEUTENDSTEN aller
Themen gründlich zu studieren: Gibt es einen WIRKLICHEN Gott? Wenn ja, was
BEABSICHTIGTE er mit der Erschaffung des Menschen? Und WIE können wir sein Ziel
verwirklichen? Doch die Bibel gebietet uns: „PRÜFT aber alles, und das Gute
behaltet" (1. Thessalonicher 5, 21).
Die meisten Menschen haben einfach die Religion „akzeptiert," die in ihrer
Familie Tradition war. Die meisten haben einfach die Überzeugungen und
Traditionen „beibehalten", die ihnen als Kinder beigebracht wurden. Im Hinblick
auf die geringe Aufmerksamkeit, die die Allgemeinheit ihrer Religion widmet,
schrieb Teresa Watanabe, die Journalistin der Religionskolumne bei der Los
Angeles Times:
Nach den Ergebnissen einer Firma für religiöse
Marktforschung lesen zwei Drittel der Amerikaner die Bibel nicht regelmäßig und
kennen nicht die Namen der vier Evangelien. Über die Hälfte der befragten
Amerikaner konnten noch nicht einmal fünf der Zehn Gebote nennen. Und die
Mehrheit gab an, sie hielten die Bibel für irrelevant... . „Wir achten die Bibel
immer noch sehr, aber wirklich Zeit damit verbringen, sie zu lesen, zu studieren
und anzuwenden – diese Dinge gehören der Vergangenheit an," sagte George Barna.
Gründe, die dafür genannt wurden, reichten von Veränderungen in der
amerikanischen Kultur bis zu Schwierigkeiten, die dem Text selbst anhafteten.
Jetzt unternehmen religiöse Organisationen große Anstrengungen, um das
wankende Image der altertümlichen Schriften aufzupeppen. Bibelverlage
produzieren eine verwirrende Vielfalt an Produkten, Übersetzungen und Ausgaben,
um jede erdenkliche Marktnische zu erreichen, um die Menschen davon zu
überzeugen, dass das Buch weder geheimnisvoll noch irrelevant ist (Los
Angeles Times, 23. Juli 1999).
Natürlich ist die wahre Ursache, die diesem massiven
religiösen Abfall zugrunde liegt, diejenige, dass dies die Welt des Satans ist,
und dass er die große Mehrheit der Menschen völlig VERFÜHRT hat. Im bequemen
Umfeld der westlichen Zivilisation vergessen die meisten Amerikaner, Kanadier
und andere, dass die überwältigende Mehrzahl der Menschen nie an IRGEND
eine Form von „Christentum" geglaubt hat – und schon gar nicht an das wahre
Christentum Christi und der Apostel! Die große Mehrheit der Menschen sind –
und waren schon immer – Muslime, Hindus, Buddhisten, Schintoisten, Atheisten
oder Agnostiker.
Ein sehr REALER Satan ist beteiligt
Wenn Sie Ihre eigene Bibel studieren und ihr glauben,
werden Sie herausfinden, dass Satan, der Teufel, als derjenige beschrieben wird,
„der die GANZE Welt verführt" (Offenbarung 12, 9). Sie werden auch lesen, dass
Satan als der „Mächtige, der in der Luft herrscht, nämlich [der] Geist, der zu
dieser Zeit am Werk ist in den Kindern des Ungehorsams" beschrieben wird
(Epheser 2, 2). Denn Satan „verbreitet" eine Einstellung der Selbstsucht und
Rebellion auf der ganzen Erde. Er ist es, der verführte Menschen dahingehend
beeinflusst, dass sie RIESIGE Mengen an zügellosem Sex, Gewalt und einen
allgemeinen Geist der Respektlosigkeit und Gesetzlosigkeit in die so genannte
„Unterhaltung" einfließen lassen, die Sie und Ihre Kinder im Fernsehen, im Kino,
im Radio oder in verschiedenen perversen Computerspielen sehen oder hören, und
die beinahe unbeschreibliche Akte von Perversion und Gewalt darstellen. Wollen
Sie wissen, wer bei diesem „Spaß" wirklich lacht? Es ist SATAN!
Denn indem er das normale Interesse der Menschen nach Sex und Unterhaltung
pervertiert und auf schlaue Weise einen krankhaften Humor in die vielen
„Sitcoms" [Situationskomödien] einfließen lässt, ist Satan fähig, die Menschen
unmerklich dahingehend zu beeinflussen, sich gegenseitig zu missbrauchen,
herabzusetzen und letztlich zu VERNICHTEN, wenn Gott nicht in letzter Minute
eingreifen würde, um dies zu verhindern (Matthäus 24, 21-22). Satan ist wahrlich
der „Gott" dieser gegenwärtigen Welt! Der Apostel Paulus schrieb unter
Inspiration: „Ist nun aber unser Evangelium verdeckt, so ist’s denen verdeckt,
die verloren werden, den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt
den Sinn verblendet hat, dass sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums
von der Herrlichkeit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes" (2. Korinther 4,
3-4).
Und was am wichtigsten von allem ist: Satan hat in das traditionelle
„Christentum" eine ganze Reihe von völlig FALSCHEN Ideen über den Ursprung und
die Bestimmung des Menschen, die Wesensart Gottes, sein ZIEL für uns und
darüber, wie wir dieses große Ziel erreichen können, eingeschleust. Außerdem hat
Satan die Menschen über die Prophezeiungen so sehr verwirrt, dass die meisten
bekennenden Christen und sogar die meisten christlichen Prediger und Priester
nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und biblische Prophezeiungen fast
gänzlich außer Acht lassen. Doch unser Schöpfer widmete etwa ein Viertel der
gesamten Bibel dem „SICHEREN prophetischen Wort" (2. Petrus 1, 19; englische
King James Übersetzung).
Haben Sie jemals das traditionelle Christentum betrachtet und sich gefragt:
„Basiert diese Religion wirklich auf der Bibel? Ist DIES die Religion, die
Jesus Christus gründete und die seine Apostel lehrten?" Wenn Jesus Christus
der Erlöser der Welt ist, dann sollte sein Leben doch ein Vorbild für die sein,
die ihm nachfolgen. Aber praktisch niemand FOLGT wirklich seinem
Beispiel!
Ein Christentum ohne Christus?
Stattdessen hat sich die Menschheit ihre eigene Religion
erschaffen. Und diese unterscheidet sich fast vollständig von dem, was
Jesus Christus lehrte und vorlebte. Und man nennt diese Religion „Christentum",
als ob es einen Zusammenhang mit Jesus Christus gäbe! Der Philosoph und Theologe
Sören Kirkegaard drückte es so aus:
Das Christentum des Neuen Testaments existiert
schlichtweg nicht... . Was man tun muss, ist, Licht auf die Verbrechen gegen das
Christentum zu werfen, die über Jahrhunderte fortgesetzt und von Millionen
verübt wurden (mehr oder weniger wissentlich), die dadurch auf schlaue Art unter
dem Deckmantel, das Christentum zu vervollkommnen, versucht haben, Gott aus dem
Christentum herauszustehlen, und es geschafft haben, aus dem Christentum das
genaue Gegenteil dessen zu machen, was es im Neuen Testament war (Attack Upon
Christendom [Angriff auf das Christentum], Kirkegaard, 1956, Seiten 32-33).
Das sind harte Worte, aber dies ist nicht nur die
Meinung eines Einzelnen. Professor Rufus M. Jones stimmt damit überein und
kommentiert, wie schnell Christi wahre Lehren von der Religion, die seinen Namen
trägt, losgelöst wurden:
Wenn Christus selbst in irgend einer Form von seinen
späteren Nachfolgern als Vorbild und Muster für den neuen Weg angesehen und ein
ernsthafter Versuch unternommen worden wäre, sein Leben zum Standard und zur
Norm für die Kirche zu machen, so wäre das Christentum zu etwas VÖLLIG ANDEREM
geworden, als es tatsächlich geworden ist. Als „Ketzerei" würde dann gelten –
wie es jetzt nicht der Fall ist – eine Abweichung von seinem Weg,
seinen Lehren, seinem Geist, seinem Reich... . Was wir besser
als „galiläisches Christentum" bezeichnen können, war sehr kurzlebig, obwohl es
bemerkenswerte Versuche gegeben hat, dieses wieder zum Leben zu erwecken. Und
hin und wieder gab es geistliche Propheten, die darauf bestanden, dass alles
andere außer dieser galiläischen Religion „Ketzerei" sei; aber der Hauptstrom
der geschichtlichen Entwicklung hat eine andere Richtung eingeschlagen und einen
sehr verschiedenen Schwerpunkt gesetzt (The Church’s Debt to Heretics
[Die Schuld der Kirche gegenüber den Ketzern], Jones, 1924, Seiten 15-16).
Es sollte uns nicht überraschen, dass die Menschen
versucht haben, das Christentum in ihrer eigenen Weise neu entstehen zu lassen.
Die Menschheit versucht seit Tausenden von Jahren, ihren eigenen Weg zu finden.
Humanismus, Materialismus, Sozialismus, Kommunismus oder Kapitalismus – die
menschliche Gesellschaft hat in ihrer VERGEBLICHEN Hoffnung, dem Leben einen
Sinn abseits von Gott zu geben, viele Philosophien hervorgebracht und versucht,
allein durch menschliche Anstrengung eine glückliche und wohlhabende
Gesellschaft auf der Erde zu erschaffen.
Die Wahrheit ist eindeutig. Das moderne „Christentum" ist „zu etwas
VÖLLIG ANDEREM geworden" – wie es Professor Jones ausdrückte –, als es das
Christentum Christi war! Aber was war die Folge? Nationen stehen beinahe ständig
miteinander im Krieg, die Reichen werden wohlhabender, während die Armen
verhungern und unter Epidemien leiden. „Die Masse der Menschen führt ein Leben
in stiller Verzweiflung", schrieb Henry David Thoreau. Er hatte RECHT! Aber
weder Thoreau noch den meisten anderen Menschen wurden die Augen für die Lösung
geöffnet, für die WAHRHEIT, die ihr Leben mit Sinn, Freude und Frieden erfüllen
würde.
Manche mögen sagen: „Na und?" Aber hier geht es nicht um ein unbedeutendes
Thema. Offen gesagt reden wir hier über den Weg zum ewigen LEBEN auf der einen
Seite, oder ewigen TOD auf der anderen Seite (Römer 6, 23). Denn wenn Sie nicht
das Christentum Christi haben, so besitzen Sie überhaupt kein Christentum!
Jesus selbst warnte: „Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!,
in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.
Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in
deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister
ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich
ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter!"
(Matthäus 7, 21-23). Es ist wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass Christus zu
denen, die es versäumen, den „Willen" des Vaters zu tun, sagen wird: „Ich habe
euch noch NIE gekannt." Unmissverständlich wird diesen verführten Kirchgängern
gesagt werden, dass sie in Wahrheit nie mit dem Christus Bekanntschaft gemacht
haben, dem zu dienen sie vorgeben. Sie waren nie wirklich bekehrt. Sie waren
nie wirklich „Christen"!
Jesus sagte auch: „Was nennt ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was
ich euch sage?" (Lukas 6, 46). Ein „Herr" oder „Meister" ist jemand, dem man
GEHORCHT. Aber die meisten Prediger, die sich zum Christentum bekennen, sowie
deren Anhänger folgen NICHT den klaren Lehren und Beispielen Jesu und der
Apostel. Und die meisten von ihnen machen auch keine Anstalten, ihre Bibel
tiefgründig zu studieren, um herauszufinden, was diese Lehren und Beispiele
eigentlich sind!
Das apostolische Christentum wiederherstellen
Der Schlüssel ist also unser Wunsch und unsere
Bereitschaft, zum wahren, christlichen Glauben zurückzukehren, dem Glauben, „der
EIN FÜR ALLEMAL den Heiligen überliefert ist" (Judas 3). Sind Sie bereit,
ernsthaft zu versuchen, dem Christentum Christi nachzufolgen? Oder sind Sie
bereit, etwas in Ihre Beziehung zu Gott und Ihre Suche nach dem ewigen Leben zu
investieren?
Die „kleine Herde" (Lukas 12, 32) – die wahre Kirche Gottes – hat zu allen
Zeiten die Notwendigkeit erkannt, sich nach den Lehren und Beispielen Christi
und der Apostel zu richten. Obwohl nur sehr wenige ernsthaft versucht haben,
diesem Verhaltensmuster nachzueifern, haben viele Gelehrte und Kirchenhistoriker
das Konzept der „Jerusalemer Kirche Gottes" verstanden. Es ist von großer
Bedeutung, dieses Konzept zu verstehen, wenn wir ernsthaft daran interessiert
sind, für den „Glauben, der ein für allemal überliefert ist" einzustehen.
Der Apostel Paulus wurde inspiriert, folgendes an die Thessalonicher zu
schreiben: „Denn, liebe Brüder, ihr seid den Gemeinden Gottes in Judäa
NACHGEFOLGT, die in Christus Jesus sind" (1. Thessalonicher 2, 14). Das Buch der
Apostelgeschichte macht deutlich, dass das irdische „Hauptquartier" der Kirche
Gottes für viele Jahrzehnte die Jerusalemer Gemeinde war. Dort wurden
ursprünglich die wahren Christen mit dem heiligen Geist erfüllt
(Apostelgeschichte 2). Von dort aus führten Petrus, Jakobus und Johannes viele
Jahre lang den größten Teil ihrer Predigertätigkeit aus (vgl. Apostelgeschichte
4,1; 8, 1; 11, 1-2). Später war es die Kirchenleitung in Jerusalem, zu der
Paulus und Barnabas kamen, um grundlegende Fragen zur Beschneidung der Heiden
und ähnliche Fragen zu entscheiden (Apostelgeschichte 15, 4-6).
Wie auch der bekannte Historiker Edward Gibbon schrieb: „Die ersten
fünfzehn Bischöfe von Jerusalem waren alle beschnittene Juden, und die Gemeinde,
der sie vorstanden, vereinte das Gesetz des Mose mit der Lehre Christi. Es war
nur natürlich, dass die ursprüngliche Tradition einer Kirche, die nur vierzig
Tage nach dem Tode Christi gegründet worden war und für fast ebenso viele Jahre
unter der unmittelbaren Aufsicht der Apostel stand, als der Standard der
Orthodoxie angenommen werden sollte. Die entfernten Gemeinden appellierten sehr
häufig an die Autorität ihrer ehrbaren Muttergemeinde" (The Decline and Fall
of the Roman Empire [Abstieg und Fall des Römischen Reiches], Kapitel 15,
Abschnitt 1, Seite 389).
Wie oben angedeutet, fand die einzige große Predigerkonferenz, die im Neuen
Testament erwähnt wird, in Jerusalem statt. Hier lebten die ersten, führenden
Apostel. Hier war die wahre „Muttergemeinde" (NICHT in Rom!). Und nach Jerusalem
kamen Paulus und Barnabas bereits früher, damit Paulus, wie er es ausdrückte,
„nicht etwa VERGEBLICH liefe oder gelaufen wäre" (Galater 2, 1-2).
Nach der großen Predigerkonferenz reisten Paulus und Silas durch Kleinasien
und besuchten die Gemeinden: „Als sie aber durch die Städte zogen, übergaben sie
ihnen die Beschlüsse, die von den Aposteln und Ältesten IN JERUSALEM gefasst
worden waren, damit sie sich daran hielten" (Apostelgeschichte 16, 4).
Paulus schaute nach Jerusalem
Die ursprünglichen Apostel und die Jerusalemer Kirche
Gottes setzten den „Maßstab" für das wahre Christentum – NICHT nur für ihre Zeit
– sondern für ALLE Zeiten! Entgegen der abwegigen protestantischen Idee, dass
der Apostel Paulus später von Gott benutzt wurde, um das Christentum „neu zu
erfinden," zollte der wahre Apostel Paulus der Bibel – wie wir gesehen haben –
den ursprünglichen Aposteln ständig tiefen Respekt und wandte sich in allen
wichtigen Angelegenheiten an die Kirchenführung in Jerusalem! Und es war
derselbe Apostel Paulus, der an die überwiegend nichtjüdische Gemeinde in
Korinth schrieb: „Beschnitten sein ist nichts, und unbeschnitten sein ist
nichts, sondern: Gottes Gebote halten" (1. Korinther 7, 19). Der anerkannte
Historiker Carl von Weizsäcker schrieb 1895:
Paulus war weit davon entfernt, sein Interesse auf die
heidenchristliche Gemeinde zu beschränken, die er selbst gegründet hatte. Seine
Gedanken waren viel zu weit blickend, um das jüdische Christentum sich selbst zu
überlassen. Er mühte sich nicht nur für sein eigenes Werk ab, sondern für die
Kirche Gottes... die gesamte Kirche. Er vergaß nie auch nur für einen Moment die
wahre Geburtsstätte des Evangeliums. Und für ihn waren die Christen in Jerusalem
immer die [Heiligen]... . Er kümmerte sich aber nicht nur um die Einheit der
Kirche, sondern sein erster und ständiger Gedanke war, dass die Urgemeinde die
herausragendste göttliche Institution unter dem Evangelium war... . In den
frühen Aposteln sah er... die Apostel des Herrn. Von diesen ging das Zeugnis der
Auferstehung aus (1. Korinther 15, 1ff.). Diese waren immer die Apostel, die
Gott an die Spitze seiner Kirche gesetzt hatte, die ersten der göttlich
erwählten Männer, die die führenden Ämter im Leib Christi innehatten (1.
Korinther 12, 28) (The Apostolic Age of the Christian Church [Das
apostolische Zeitalter der christlichen Kirche], Seiten 12-13).
Auch später in seinem Leben reiste der Apostel Paulus
wieder nach Jerusalem: „Als wir nun nach Jerusalem kamen, nahmen uns die Brüder
gerne auf. Am nächsten Tag aber ging Paulus mit uns zu Jakobus, und es kamen die
Ältesten alle dorthin" (Apostelgeschichte 21, 17-18). Beachten Sie, dass Paulus
zu Jakobus kam, dem Bruder des Herrn, der zu diesem Zeitpunkt ohne Zweifel der
Hauptapostel in Jerusalem war – während Petrus wahrscheinlich zu den „verlorenen
Schafen" aus dem Hause Israel in Nordwesteuropa und den Britischen Inseln
gegangen war.
Nachdem sie ihre Freude über die guten Nachrichten zum Ausdruck brachten,
die Paulus von Gottes Werk bei den Heiden überbracht hatte, sagte die
Kirchenleitung in Jerusalem zu Paulus: „Bruder, du siehst, wie viel tausend
Juden gläubig geworden sind, und alle sind Eiferer für das Gesetz"
(Apostelgeschichte 21, 20). Um also diese vielen Judenchristen nicht zu
verunsichern oder zu entmutigen, bat die Jerusalemer Kirche Paulus, ein
Opferritual zu vollziehen, um damit öffentlich zu demonstrieren, dass er in
KEINER Weise gegen das Gesetz Gottes lehrte. Die Kirchenführung erklärte Paulus:
„Wir haben vier Männer, die haben ein Gelübde auf sich genommen, die nimm zu dir
und lass dich reinigen mit ihnen und trage die Kosten für sie, dass sie ihr
Haupt scheren können; so werden alle erkennen, dass es nicht so ist, wie man
ihnen über dich berichtet hat, sondern dass du selber auch nach dem Gesetz lebst
und es hältst" (Verse 23-24).
Hätte Paulus tatsächlich IRGEND etwas gegen Gottes Gesetz gelehrt –
insbesondere gegen das GEISTLICHE GESETZ, das die Zehn Gebote beinhaltet –, so
hätte er mit Sicherheit NICHT diese Zeremonie aus dem Gesetz des Mose vollzogen!
Diese besondere Zeremonie – wohl ein Dankopfer zum Abschluss eines nasiräischen
Gelübdes – war für einen neutestamentlichen Christen nicht notwendig. Aber sie
war auch keine „Sünde"! Und der tiefe Respekt, den Paulus Gottes Gesetz und der
ursprünglichen Muttergemeinde entgegenbrachte, sowie seine Gewohnheit, dem
Gesetz Gottes zu GEHORCHEN – all dies führte ihn zu der Entscheidung, doch an
dieser Zeremonie teilzunehmen. Indem Gott Paulus zu dieser Entscheidung führte –
und dieses Ereignis als ein Beispiel für uns in der Bibel festhielt – zeigte er
uns ALLEN, dass Paulus schon vom Grundsatz her dem Gesetz GEHORCHTE und NICHT
versucht hat, es abzuschaffen oder Gottes geistliches Gesetz „wegzudiskutieren,"
wie so viele protestantische Theologen lehren!
Was machte Christus auf der Erde?
Fast alle bekennenden Christen verstehen, dass Jesus
Christus das Gesetz auf vollkommene Weise halten musste, um ein annehmbares
Opfer für die Sünden der Menschheit zu sein. Aber welches Gesetz hielt er, und
was erwartete er von denen, die ihm nachfolgen wollten? So beschrieb Christus
selbst seine Mission:
„Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das
Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern
zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird
nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es
alles geschieht. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt
die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und
lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich. Denn ich sage euch: Wenn eure
Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so
werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen" (Matthäus 5, 17-20).
Viele Christen erfassen nicht die Bedeutung dieser
Worte. Christus sagte, dass nicht „der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen"
(das kleinste hebräische Schriftzeichen) vom Gesetz vergehen würde, bis Himmel
und Erde vergehen. Da Himmel und Erde noch nicht vergangen sind, müssen wir
davon ausgehen, dass das Gesetz noch besteht. Und Christus verurteilte
diejenigen, die Menschen fälschlicherweise lehren würden, auch nur das „kleinste
Gebot" zu brechen. Andererseits erklärte er, dass diejenigen, die die Gebote
HALTEN und LEHREN, im Himmelreich „groß" genannt werden würden!
Änderte seine „Erfüllung" des Gesetzes auf irgendeine Weise diese Gebote?
Oder wurden sie nach Christi Auferstehung verändert? Nein! Himmel und Erde sind
bei seiner Auferstehung nicht vergangen. Und wir müssen begreifen, was er
meinte, als er sagte, er habe das Gesetz „erfüllt." Ein Gelehrter erklärte seine
Worte folgendermaßen:
Hat [Jesus] das [Gesetz] ausgefüllt oder erfüllt? Das
allgemeine Wort plerosai bedeutet „füllen." In [Matthäus] 5, 17 geben es
die meisten Übersetzungen mit „erfüllen" wieder. Die theologischen Folgerungen,
die oft daraus gezogen werden, sind, dass [Jesus] alle Prophezeiungen des [Alten
Testaments], die sich auf die Juden bezogen, erfüllt hat, so dass für diese nun
keine mehr übrig bleiben; und dass er das [Gesetz] vollkommen gehalten hat, so
dass es jetzt niemand mehr einhalten muss. Aber diese Schlüsse sind nicht
folgerichtig und widersprechen in Wahrheit der von Jesus direkt zuvor
getroffenen Aussage, dass er nicht gekommen sei, um das [Gesetz] abzuschaffen
(oder zu zerstören). Noch grundsätzlicher für die Übersetzung ist jedoch die
Frage, ob plerosai in diesem Vers überhaupt mit „erfüllen" wiedergegeben
werden sollte. Die Ansicht [dieses] Übersetzers ist die, dass [Jesus] kam, um
das [Gesetz] und die ethischen Aussagen der Propheten mit ihrer vollständigen
Bedeutung aufzufüllen, damit jeder wissen kann, was zum Gehorsam diesen
gegenüber gehört. Daher heißt es im Jüdischen Neuen Testament, dass
[Jesus] kam, „nicht aufzulösen, sondern zu vervollkommnen." Tatsächlich ist dies
ja das Thema der gesamten Bergpredigt; und Matthäus 5, 17 ist, wenn man es so
versteht, die Kernaussage (Jewish New Testament [Jüdisches Neues
Testament], Stern, 1995, Seiten xxii-xxiii).
Mit anderen Worten kam Jesus, wie es Jesaja prophezeite
(Jesaja 42, 21), um Gottes Gesetz „groß zu machen" und dessen volle Absicht
und seinen Zweck aufzuzeigen. Was Jesus Christus abzustellen versuchte,
war der Missbrauch des Gesetzes sowie die von Menschen geschaffenen Traditionen,
die das Gesetz verdrehten. Sein Opfertod, der durch die Tempelopfer im Voraus
aufgezeigt wurde, machte diese Tieropfer und Waschungen für Christen
bedeutungslos. Aber sein Leben zeigte, dass das geistliche Gesetz – die
Zehn Gebote – weiterhin für diejenigen, die danach streben würden, ihm zu
gehorchen, von Bedeutung sein und bleiben würde. Man kann Jesu Lehren
ohne die alttestamentlichen Schriften und das Gesetz, das in ihnen enthalten
ist, nicht richtig verstehen, wie auch Federick Holmgren kommentierte:
Das Alte Testament bereichert die christliche Tradition.
Eine dieser Bereicherungen ist die Tora (das Gesetz)... . Jesus akzeptierte
Moses Tora; er kam nicht, um sie zu beenden, sondern um sie zu erfüllen
(Matthäus 5, 17) – um ihre Lehren weiterzuführen. Außerdem gab er sie denen, die
zu ihm kamen, um das ewige Leben zu suchen, als wesentliche Lehre weiter, der
gehorcht werden sollte (Lukas 10, 25-28). Trotz Jesu Konflikt mit einigen
Interpreten seiner Zeit sehen ihn sowohl jüdische, als auch christliche Gelehrte
als eine Person, die das Gesetz ehrte und befolgte. Wenn er die kommende
Herrschaft Gottes verkündigt, spricht er nirgends im Detail über den inneren
Charakter dieser Herrschaft. Er muss es auch nicht, weil dieser bereits im Alten
Testament beschrieben worden ist... . Das Alte Testament ist keine antiquierte
Schrift; ihre Leben spendende Botschaft wird von der Kirche benötigt (Frederick
C. Holmgren, „Preaching the Gospel Without Anti-Judaism", Removing
Anti-Judaism from the Pulpit, [„Das Evangelium ohne Antisemitismus
predigen", aus: Antisemitismus von der Kanzel entfernen], Herausgeber Howard
Clark Kee und Irvin J. Borowski, 1996, Seiten 72-73).
Tatsächlich lehrte Jesus Christus aus dem Alten
Testament und lebte danach, und ebenso diejenigen, die ihm nachfolgten.
Was lehrten die Apostel?
Wir haben gesehen, dass Jesus Christus eindeutig das
Gesetz Gottes ehrte. Dennoch beschuldigen manche Kirchen fälschlicherweise die
Apostel – insbesondere den Apostel Paulus –, zu lehren, dass Christen dem
Beispiel Jesu Christi nicht mehr folgen müssen. Sogar aus apostolischer Zeit
finden wir Beispiele, dass manche Paulus’ Worte für ihre eigenen Zwecke
verdrehten (vgl. 2. Petrus 3, 16). Doch als Paulus dem jungen Evangelisten
Timotheus schrieb, erinnerte er ihn deutlich daran: „...dass du von Kind auf die
heilige Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den
Glauben an Christus Jesus. Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur
Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit..."
(2. Timotheus 3, 15-16).
Die „heilige Schrift", die Timotheus als Kind kannte, waren die Schriften
des Alten Testaments. Die meisten Bücher des Neuen Testaments existierten noch
gar nicht! Paulus sagt, dass diese alttestamentlichen Bücher geeignet seien, ihn
„weise zu machen im Hinblick auf das Heil durch den Glauben, der in Jesus
Christus ist" (englische Übersetzung). Für Paulus gab es keinen Zwiespalt
zwischen den Schriften des Alten Testaments und dem christlichen Glauben mit
seinen Praktiken, und er bestätigte, dass ALLE Schrift (einschließlich des Alten
Testaments) nütze zur Lehre und zur Erziehung in der Gerechtigkeit
ist. Das sind nicht die Worte eines Mannes, der lehrt, dass Gottes
alttestamentliche Gesetze abgeschafft worden sind!
Der Apostel Paulus ermahnte Christen: „Folgt meinem Beispiel, wie ich dem
Beispiel Christi" (1. Korinther 11, 1). Der Apostel Johannes bemerkte: „Wer
sagt, dass er in ihm bleibt, der soll auch leben, wie er gelebt hat" (1.
Johannes 2, 6).
Diese beiden, wie auch alle anderen Apostel, wussten, dass Jesus Christus
gekommen war, um ein vollkommenes BEISPIEL zu geben, und dass Christen diesem
Beispiel nacheifern sollten, gestärkt durch den heiligen Geist. Dies war das
übliche Verständnis in den Zeiten des Apostels Paulus, als das Christentum sich
im Römischen Reich ausbreitete.
„Überall, insbesondere im Osten des Römischen Reiches,
gab es Judenchristen, deren Lebensführung sich nicht wesentlich von derjenigen
der Juden unterschied. Für sie war es selbstverständlich, dass das Evangelium
sich nahtlos an [die Religion von Moses] anfügte; für sie bedeutete der Neue
Bund, den Jesus bei seinem letzten Abendmahl mit den Jüngern einführte... nicht,
dass der Bund, den Gott mit Israel geschlossen hatte, nicht mehr in Kraft war.
Sie begingen immer noch die Feste Passah, Pfingsten und das Laubhüttenfest; sie
ließen sich immer noch beschneiden, hielten den wöchentlichen Sabbat und
beachteten die mosaischen Regeln im Bezug auf Speisen. Manchen Gelehrten zufolge
müssen sie so einflussreich gewesen sein, dass sie bis zum Fall Jerusalems im
Jahre 70 n.Chr. das dominierende Element in der christlichen Bewegung waren" (Judeochristianisme
, „Paul and Jewish Christianity" [Judenchristentum, „Paulus und das jüdische
Christentum"], Davies, 1972, Seite 72, zitiert von Samuele Bacchiocchi, From
Sabbath to Sunday [Vom Sabbat zum Sonntag], Seite 151).
Für etwa 40 JAHRE folgte also das „dominierende Element"
im Christentum der Kirche Gottes dem Beispiel Christi und hielt die
wöchentlichen und jährlichen Sabbate ein, wie Gott sie geboten hatte. Diese
Menschen folgten immer noch dem Beispiel der Jerusalemer Kirche Gottes!
Wer hat es GEWAGT, all das zu ändern?
Wie wir gesehen haben, war es NICHT der Apostel Paulus. Es war mit
Sicherheit KEINER der ursprünglichen 12 Apostel. Vielmehr begannen
fehlgeleitete, falsche religiöse Lehrer, als die Zeit anbrach, die
treffenderweise als das „dunkle Zeitalter" bezeichnet wird, praktisch ALLES zu
ändern, was die christliche Religion von den heidnischen Kulten des Römischen
Reichs unterschieden hatte.
Manche lehrten zu Unrecht, dass Christen nach dem Fall Jerusalems und der
Zerstörung des Tempels im Jahre 70 n.Chr. nicht mehr das Gesetz befolgen mussten
wie Jesus Christus und die Apostel. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, zu
beachten, dass der Apostel Johannes, der letzte zu jener Zeit lebende Apostel,
das Buch der Offenbarung geschrieben hat, NACHDEM der Tempel zerstört worden
war. Und in diesem Buch bestätigte er die Gültigkeit des Gesetzes Gottes! „Selig
sind, die seine Gebote halten, auf dass sie Macht haben an dem Holz des Lebens
und zu den Toren eingehen in die Stadt" (Offenbarung 22, 14 – Lutherbibel 1912).
Johannes hörte diese Worte von Gott und kannte die Bedeutung des Gehorsams ihm
gegenüber: „Und wer überwindet und hält meine Werke bis ans Ende, dem will ich
Macht geben über die Heiden" (Offenbarung 2, 26). Eindeutig hielten Christen das
Gesetz und lebten, wie Christus gelebt hatte – noch lange nachdem der Tempel
zerstört worden war! Gelehrte bestätigen dies: „Die ersten Christen hielten
weiterhin die jüdischen Feste [die in der Bibel gelehrten Feste], wenn auch in
einem neuen Geist, als Gedenkfeiern der Ereignisse, die diese Feste
vorangekündigt hatten" (Encyclopaedia Britannica, 11. Ausgabe, Band 8,
Seite 828).
Wie war das apostolische Christentum
wirklich?
Die meisten, die sich heute zum Christentum bekennen,
haben keine Ahnung, wie das Christentum des ersten Jahrhunderts wirklich
war! Doch für Jahrzehnte – LANGE nach der Kreuzigung und dem Empfang des
heiligen Geistes – glaubten und praktizierten wahre Christen eine Lebensweise
und Art der Gottesanbetung, die sich völlig von dem UNTERSCHEIDET, was
bekennende Christen heute befolgen!
IN WELCHER WEISE war sie unterschiedlich?
Wie wir bereits bei Professor Davies gesehen haben, war es für die frühen
Christen „selbstverständlich, dass das Evangelium sich nahtlos an [die Religion
von Moses] anfügte; für sie bedeutete der Neue Bund, den Jesus bei seinem
letzten Abendmahl mit den Jüngern einführte... nicht, dass der Bund, den Gott
mit Israel geschlossen hatte, nicht mehr in Kraft war. Sie begingen immer noch
die Feste Passah, Pfingsten und das Laubhüttenfest; sie ließen sich immer noch
beschneiden, hielten den wöchentlichen Sabbat und beachteten die mosaischen
Regeln im Bezug auf Speisen."
Auf subtile aber wirksame Weise hat Satan der Teufel die meisten der
heutigen, bekennenden Prediger dahingehend verführt, zu glauben, dass das
Christentum eine „brandneue" Religion war – scheinbar losgelöst vom Alten
Testament und den Lehren, die Gott durch Mose überliefert hatte. Und auch wenn
dies manchen nicht bewusst ist, schlich sich damit eine ANTI-jüdische Haltung in
das frühe Christentum und hielt sich bis heute!
Doch die biblischen und historischen Tatsachen belegen, dass das
Christentum eine Weiterführung – eine Erweiterung und „Vergrößerung" der Lehren
war, die Gott durch Mose überlieferte – und NICHT etwas Brandneues! Wie auch der
Apostel Paulus den Heidenchristen in Ephesus im Neuen Testament erklärte: „So
seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und
Gottes Hausgenossen, erbaut auf den GRUND der Apostel und Propheten, da Jesus
Christus der Eckstein ist" (Epheser 2, 19-20). Ein grundlegender Teil des
„Fundaments" des Christentums waren also die Schriften und Lehren der
alttestamentlichen Propheten – die Schriften, auf die sich Christus und die
Apostel immer wieder als „die Schrift" beriefen!
Jesus Christus war ein beschnittener Jude (Lukas 2, 21-22; Hebräer
7, 14). Es war Jesu „Gewohnheit", den Siebenten – Tages – Sabbat zu begehen, –
zusammen mit den anderen Juden (Lukas 4, 16). Weit davon entfernt, Gottes Sabbat
in Frage zu stellen, sagte Jesus, dass der Sabbat für den „Menschen" gemacht sei
– NICHT nur für die Juden, und dass er der „Herr" über den Sabbat sei.
Also ist in Wahrheit der Sabbat der „Tag des Herrn", zumindest als Tag der Ruhe
und Gottesanbetung!
Und lange nach der Kreuzigung war es Paulus’ „Gewohnheit," ebenfalls den
Siebenten – Tages – Sabbat zu begehen (Apostelgeschichte 17, 2). Ebenso lesen
wir, dass Paulus die jährlichen Feste der Bibel einhielt, wie Pfingsten (1.
Korinther 16, 8), Passah und die Tage der ungesäuerten Brote (1. Korinther 5,
7-8), sowie andere Feste. Die wahre Kirche Gottes – die im Neuen Testament 12
MAL Gemeinde oder „Kirche Gottes" genannt wird – wurde selbst am
Pfingsttag gegründet, an einem der sieben jährlichen Sabbate, die Gott Israel
gegeben hatte. Bei seinem zweiten Kommen wird Christus zur Zeit der „siebten
Posaune" zurückkehren (Offenbarung 11, 15) – dargestellt durch den Posaunentag,
einen weiteren der biblischen heiligen Tage. Und der lebendige Jesus Christus,
der die gesamte Bibel inspiriert hat, gab es auch seinem Diener Sacharja ein, zu
erklären, dass nach Christi zweitem Erscheinen die GANZE WELT das Laubhüttenfest
feiern wird! (lesen Sie sorgfältig das ganze 14. Kapitel in Sacharja). Und
weiter berichtet uns Jesaja über die bald kommende, tausendjährige Herrschaft
Christi: „Und alles Fleisch wird einen Neumond nach dem andern und einen SABBAT
nach dem andern kommen, um vor mir anzubeten, spricht der HERR" (Jesaja 66, 23).
Wahre Christen, die die biblischen Sabbate und Festtage einhalten, sind
also tatsächlich „Pioniere." Sie folgen nicht nur dem „Muster" des apostolischen
Christentums, sondern sind Pioniere einer LEBENSWEISE, die bald, in der Welt von
Morgen, ALLE Nationen erlernen werden!
Beispielsweise versinnbildlicht der Siebenten – Tages – Sabbat die
Herrschaft Christi während des siebten Jahrtausends der Menschheitsgeschichte.
Er wird die „Ruhe" sein, die Gott von Anfang an geboten hat (Hebräer 4, 4).
Daher wurde Paulus auch inspiriert, zu schreiben: „Es ist also noch eine Ruhe
vorhanden für das Volk Gottes" (Vers 9). Es ist wichtig, dabei zu beachten, dass
das griechische Wort, das hier als „Ruhe" wiedergegeben ist, sabbatismos
heißt – das einhalten eines Sabbats – während katapausein der übliche
griechische Begriff für „ausruhen" ist und im Rest von Kapitel 4 verwendet wird.
Wenn Sie einen umfassenden, dokumentierten BEWEIS haben wollen, dass
Christen heute den biblischen Sabbat einhalten sollten, dann fragen Sie uns nach
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Gottes Sabbat und seine jährlichen heiligen Tage veranschaulichen seinen
großartigen PLAN. Aber wahres, apostolisches Christentum beinhaltet natürlich
mehr als nur das Einhalten der biblischen Sabbate. Wie wir bereits angedeutet
haben, gehört dazu eine ganze LEBENSWEISE auf der Grundlage von Jesu
Vorbild und Lehre: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem
JEDEN Wort, das aus dem Mund Gottes geht" (Matthäus 4, 4).
Jesus ERWEITERTE Gottes Gesetz
Keinesfalls hat Jesus in der Bergpredigt Gottes
geistliches Gesetz „abgeschafft" (Matthäus 5, 17). Vielmehr „erweiterte" er die
Zehn Gebote. Er erklärte beispielsweise, dass wir nicht nur davon Abstand nehmen
müssen, andere Menschen zu töten, sondern diesen auch nicht mit Hass oder
Verachtung begegnen dürfen (Verse 21-24), da dies dem „Geist" des MORDENS
entspricht. Wir sollen nicht einmal unsere Feinde „hassen." Wie Jesus deutlich
sagte: „Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut
wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, die euch beleidigen und
verfolgen" (Vers 44).
Wir sollen NIE die Ehe brechen. Aber wie Jesus deutlich gesagt hat: „Ihr
habt gehört, dass gesagt ist: ‚Du sollst nicht ehebrechen.’ Ich aber sage euch:
Wer eine Frau ANSIEHT, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen
in seinem Herzen" (Verse 27-28).
Den frühen Christen wurde beigebracht, dass sie ganz im Privaten geben
sollten – und nicht damit angeben, indem sie eine große „Stiftung" in ihrem
Namen errichten, um sich selbst zu ehren, wenn sie etwas geben (Matthäus
6, 1-4). Wahre Christen sollten regelmäßig und im Privaten BETEN –
und nicht ihr Redetalent vor anderen zur Schau stellen oder bestimmte Worte und
Phrasen ständig und gedankenlos wiederholen (Verse 5-13). Und wahre Christen
würden natürlich regelmäßig FASTEN (Verse 16-18), indem sie dem biblischen
Beispiel folgen und weder Nahrung noch Wasser zu sich nehmen, um ihr Ego zu
demütigen und dem unsichtbaren Gott näher zu kommen, wie es auch Jesus (Matthäus
4), Mose (5. Mose 9, 9.18) und der Apostel Paulus (Apostelgeschichte 9, 9)
taten.
In unserem materialistischen Zeitalter müssen wir verstehen, dass die
ursprünglichen Christen es nicht zuließen, dass sie vom Streben nach Geld oder
materiellen Gütern überwältigt wurden, wie es bei den Meisten, die sich heute
als Christen bezeichnen, der Fall ist (Matthäus 6, 19-20). Wie Jesus später
seine Nachfolger warnte: „Bei dem aber unter die Dornen gesät ist, das ist, der
das Wort hört, und die Sorge der Welt und der betrügerische Reichtum ersticken
das Wort, und er bringt keine Frucht" (Matthäus 13, 22). Dahingegen erklärt das
Buch der Apostelgeschichte: „Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine
Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es
war ihnen alles gemeinsam" (Apostelgeschichte 4, 32).
Das Christentum des ersten Jahrhunderts war aufrichtig auf den Lehren des
„Gesetzes und der Propheten" begründet – mit Ausnahme der Tieropfer und
rituellen Waschungen, die das Opfer Jesu Christi und die reinigende Kraft des
heiligen Geistes vorankündigten. Diese Opfer und Waschungen waren unnötig
geworden (Hebräer 9, 9-12). Aber die geistlichen GESETZE Gottes wurden
NIEMALS abgeschafft. Vielmehr war es, wie der von Jesus besonders geliebte
Jünger Johannes schrieb: „Hier ist Geduld der Heiligen! Hier sind, die da halten
die GEBOTE Gottes und den Glauben Jesu (Offenbarung 14, 12 – englische
Übersetzung).
Ein Einblick in das apostolische Christentum
Wenn Sie fähig wären, einen Blick auf das wahre
Christentum des ersten Jahrhunderts und danach zu werfen, was würden Sie sehen?
Sie könnten eine Gruppe engagierter Menschen sehen, die an Jesus als den
prophezeiten Messias glauben. Sie würden eine Gemeinschaft von Gläubigen sehen,
für die der Gott Israels, der Gott der Schöpfung REALITÄT ist. Diese Menschen
würden nicht nur über die Person Jesu Christi reden, sondern auch
PRAKTIZIEREN, was er geboten hat.
Mit Christus in ihnen durch den versprochenen heiligen Geist würden sie
ALLE ZEHN der Zehn Gebote als eine LEBENSWEISE einhalten. So, wie sie
lernten, zu „WACHSEN in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilands
Jesus Christus" (2. Petrus 3, 18), gäbe es in ihrer Gemeinschaft praktisch KEINE
VERBRECHEN, keine Morde, Vergewaltigungen, Raubüberfälle oder tätlichen
Angriffe. Praktisch keine Unzucht, keinen Ehebruch. Und mit Ausnahme von
seltenen Fällen sexuellen Fehlverhaltens gäbe es keine Fälle von Scheidung und
erneuter Heirat (Matthäus 5, 32). Offensichtlich würden solche Christen in ihrer
Gesellschaft KEINE Pornografie und weder abartigen Sex noch Gewalt in IRGEND
einer Form in ihrer „Unterhaltung" haben – sei es in Büchern, Schauspielen oder
(in heutiger Zeit) im Fernsehen, in Kinofilmen, Computerspielen oder dem
Internet. Vielmehr würden diese intakten, engagierten Familienverbände ihrem
„Herrn" GEHORCHEN, und nicht nur seinen Namen verwenden, während sie mit ihrem
Lebensstil jeder seiner Lehren widersprächen (Lukas 6, 46). Sie würden am Sabbat
des siebten Tages ausruhen und Gott anbeten, wie er geboten hat – und
würden durch diesen biblischen Tag der Anbetung ständig daran erinnert werden,
dass der wahre Gott der SCHÖPFER all dessen ist, was existiert (2. Mose
20, 8-11).
Wahre, apostolische Christen würden niemals andere Christen bekämpfen und
niedermetzeln – wie es in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder in
Frankreich, Belgien, Deutschland und Italien geschah. Im Christentum des ersten
Jahrhunderts beteten die Mitglieder der Kirche Gottes NIEMALS zu toten, so
genannten „Heiligen" oder zu Götzenbildern. Sie beteten NIEMALS die Jungfrau
Maria an. Sie verstanden natürlich, dass Maria als normale Ehefrau nach der
übernatürlichen Geburt Jesu mindestens SECHS weitere Kinder von ihrem
Ehemann hatte (Matthäus 13, 55-56).
Im Christentum des ersten Jahrhunderts waren die engagierten Prediger und
Ältesten in der Kirche Gottes vorwiegend Ehemänner und Väter (1. Timotheus 3,
1-5; Titus 1, 5-9). Ihnen wurde gesagt, dass in den „letzten Tagen" manche von
„teuflischen Lehren" dahingehend GETÄUSCHT würden, zu glauben, dass es für
Männer – einschließlich Prediger und Priester – falsch sei, zu heiraten (1.
Timotheus 4, 1-3). In ihren regelmäßigen Zusammenkünften an dem Tag, den Gott
geheiligt hat, seinem Sabbat, wurden Gottes Diener belehrt: „Predige das
WORT, steh dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit; weise zurecht, drohe, ermahne
mit aller Geduld und Lehre. Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame
Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihren eigenen Gelüsten werden sie sich
selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, und werden die Ohren
von der Wahrheit abwenden und sich des FABELN zukehren" (2. Timotheus 4, 2-4).
Tatsächlich hat sich die Menschheit, wie wir gesehen haben, den „Fabeln"
zugekehrt. Heute vollziehen seltsam gekleidete Priester und Prediger in dunklen,
feuchten Kathedralen unverständliche Rituale, rezitieren gesungene Gebete und
Lesungen – und erläutern die Bibel höchst selten. Über die LEBENSWEISE,
die Christus und die Apostel lehrten und über das Viertel der Bibel, das sich
mit Prophezeiungen beschäftigt, sowie über die wahren ABSICHTEN, die Gott
hier auf Erden verfolgt, haben sie nur sehr wenig zu sagen.
Wie das Neue Testament deutlich macht, würden Christen des ersten
Jahrhunderts „von Christus essen" (Johannes 6, 57), indem sie ständig die Bibel
studieren. Erinnern Sie sich an Gottes Beschreibung der Beröer? „Diese aber
waren freundlicher als die in Thessalonich; sie nahmen das Wort bereitwillig auf
und FORSCHTEN täglich in der Schrift, ob sich’s so verhielte"
(Apostelgeschichte 17, 11).
Christen des ersten Jahrhunderts würden also ernsthaft versuchen, mit der
von Gott versprochenen Hilfe nach einem jeden Wort Gottes zu LEBEN. Sie würden
Christi Beispiel des Gehorsams gegenüber Gottes Gesetz nachfolgen – NICHT den
Wegen, Ritualen oder religiösen Feiern, die sie von den Heiden um sich herum
gelernt hatten.
Sie würden ebenfalls nicht nur an die Person Jesu Christi glauben,
sondern auch glauben und PRAKTIZIEREN, was er lehrte: „Wer mich liebt,
der wird mein WORT halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm
kommen und Wohnung bei ihm nehmen" (Johannes 14, 23). Und sie würden glauben,
was der Apostel Johannes gegen Ende des apostolischen Zeitalters geschrieben
hat: „Was ihr gehört habt von ANFANG an, das bleibe in euch. Wenn in euch
bleibt, was ihr von Anfang an gehört habt, so werdet ihr auch im Sohn und im
Vater bleiben" (1. Johannes 2, 24).
Die meisten Christen des ersten Jahrhunderts würden die grundlegende Lehre
des Apostels Paulus klar verstanden haben: „Ich lebe aber; doch nun nicht ich,
sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich
in dem Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich
dargegeben" (Galater 2, 20 – Lutherbibel 1912). Die Bibel macht klar: „Jesus
Christus gestern und heute und DERSELBE auch in Ewigkeit" (Hebräer 13, 8).
Wahre Christen würden also – durch Christus, der in ihnen lebt – den
Zehn Geboten GEHORCHEN, wie Jesus es tat, würden den Sabbat am siebten Tag und
die biblischen heiligen Tage einhalten, wie Jesus es tat, und würden der
gesamten LEBENSWEISE nachfolgen, die Jesus und die ursprüngliche,
apostolische Kirche vorgelebt haben. Wie sie gemeinsam gebetet, gesungen und
einander gedient haben, wären sie in ihrer Anbetung und Verehrung des
großen Gottes und in der Freundlichkeit und nach außen gerichteten Fürsorge
füreinander von LIEBE erfüllt gewesen.
Denn Christus würde ihn ihnen sein liebendes, dienendes und gehorsames
Leben führen. Und sie wären erfüllt von und geführt durch Gottes Geist (Römer 8,
14). Diese Liebe Gottes zieht sich durch die Zehn Gebote. Wie der von Jesus
besonders geliebte Apostel erklärte: „Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir
SEINE GEBOTE HALTEN; und seine Gebote sind nicht schwer" (1. Johannes 5, 3).
WIE ging die Wahrheit verloren?
Manche lehren, dass ihrer Glaubensgemeinschaft die
Autorität verliehen wurde, Christi Lehren zu ändern, und dass deren Mitglieder
aufgrund dieser Autorität nicht mehr die Gebote Christi einhalten oder seinem
Beispiel folgen müssen. Die größte sich zum Christentum bekennende Sekte nennt
sich selbst sowohl universal, als auch apostolisch, und beansprucht für sich,
ihre menschlichen Führer bis zu dem Apostel Petrus zurückverfolgen zu können,
von dem sie auch die Autorität beansprucht, biblische Lehren ändern zu können,
obwohl sogar Petrus dies nie tat.
Aufrichtige Mitglieder dieser Kirche wären schockiert, zu erfahren, dass
viele derer, die sich heute Christen nennen, ihren Glauben nicht zu Petrus,
sondern zu Simon Magus zurückverfolgen können, der in Apostelgeschichte 8
erwähnt wird! Dieser Simon Magus spielte eine entscheidende Rolle bei dem
Glaubensabfall, der einen großen Teil der apostolischen Kirche von Christi
Lehren abbrachte.
Die Schrift berichtet, dass ganz Samaria Simon Magus als großartigen Mann
achtete und ihn „die Kraft Gottes" nannte (Apostelgeschichte 8, 9-10). Dieser
Ausdruck beinhaltete Simons „Anspruch, Träger göttlicher Offenbarung zu sein" (The
New Testament Environment [Das Umfeld des Neuen Testaments], Lohse, Seite
269). Simon empfing die Taufe und wurde dem Namen nach ein Christ, aber der
Apostel Petrus erkannte Simon als Mann „voll bitterer Galle [...] und verstrickt
in Ungerechtigkeit" (Apostelgeschichte 8, 23). Simons samaritanische Religion
war stark von der griechischen Philosophie beeinflusst, und frühe christliche
Autoren schmähten ihn. Eerdmans Handbuch zur Geschichte des Christentums
merkt an: „Frühe christliche Autoren sahen Simon als Quelle aller Ketzerei an"
(Seite 100). In ihrem Artikel über Simon Magus identifiziert die
Encyclopaedia Britannica (11. Ausgabe) ihn als „Begründer einer Schule von
Gnostikern und als Vater der Ketzerei." Der bekannte Historiker Edward Gibbon
sagt, die Gnostiker „vermischten viele feinsinnige aber obskure Lehren, die sie
aus der orientalischen Philosophie entlehnten, mit dem Glauben Christi" (The
Triumph of Christendom in the Roman Empire [Der Triumph des Christentums im
Römischen Reich], Seite 15).
Simon Magus und andere versuchten, einen Glauben zu erschaffen, der von
Synkretismus geprägt war, einer Mischung populärer Hingabe mit ihren
Philosophien, unter Zugabe eines Deckmantels aus den Worten Christi, um so eine
Religion zu erschaffen, die die Akzeptanz der Massen erringen konnte. Wie auch
der bekannte Historiker Will Durant schrieb:
„Das Christentum zerstörte das Heidentum nicht; es
adoptierte es. Die griechische Denkweise, im Abstieg begriffen, kam zu neuem
Leben in der Theologie und Liturgie der Kirche; die griechische Sprache, die für
viele Jahrhunderte die Philosophie beherrscht hatte, wurde zum Träger
christlicher Literatur und des christlichen Rituals; die griechischen Mysterien
wurden in den beeindruckenden Mysterien der Messe fortgesetzt. Weitere
heidnische Kulturen trugen zum synkretistischen Ergebnis bei. Aus Ägypten kamen
die Ideen der göttlichen Dreieinigkeit... und einer persönlichen Unsterblichkeit
mit Belohnung und Bestrafung; aus Ägypten kamen ebenfalls die Verehrung einer
Mutter mit Kind und die mystische Theosophie, aus der der Neoplatonismus und der
Gnostizismus entstanden und die den christlichen Glauben verdunkelte; und hier
fand auch das christliche Mönchstum sein Vorbild und seinen Ursprung. Aus
Phrygien stammte die Verehrung einer Muttergottes; aus Syrien das
Auferstehungsdrama von Adonis; aus Thrakien wohl der Kult des Dionysios, des
sterbenden und rettenden Gottes... . Das Ritual des Mithras war der
Eucharistiefeier der Messe so ähnlich, dass die christlichen Väter den Teufel
beschuldigten, diese Ähnlichkeiten erfunden zu haben, um schwache Seelen zu
verführen. Das Christentum war die letzte große Erfindung der altertümlichen,
heidnischen Welt.... [Die Eucharistie] war eine Vorstellung, die seit langer
Zeit bestand; der heidnisch geprägte Verstand brauchte keine Schulung, um sie
anzunehmen; durch die Übernahme des „Mysteriums der Messe" wurde das Christentum
zur letzten und größten der Mysterienreligionen" (The Story of Civilization
[Die Geschichte der Zivilisation], Band 5, Durant, Seiten 595 und 599).
Im vierten Jahrhundert nach Christus nahm der römische
Kaiser Konstantin das Christentum als Religion für sich an. Genauer gesagt war
es eher eine „Anpassung", da das ursprüngliche, apostolische Christentum unter
seinem kaiserlichen Einfluss auf DRAMATISCHE Weise umgeformt wurde.
Auf Konstantins Geheiß wurde 325 n.Chr. das Konzil von Nicäa abgehalten.
Obwohl er noch nicht getauft war, übernahm Konstantin den Vorsitz über die
Eröffnungssitzung des Konzils und beteiligte sich an den Diskussionen, in der
Überzeugung, dass es seine Pflicht als Kaiser war, die Entwicklung von
Kirchenlehren zu überwachen. Aber hatte Konstantin den Vorsitz über das Konzil
als ehemaliger Heide, der sich zum Christentum bekehrt hatte, oder benutzte er
das Konzil von Nicäa, um seine heidnischen Vorstellungen in die Religion
einzuführen, die das „offizielle" Christentum werden sollte? Der anerkannte
Historiker Paul Johnson beobachtete folgendes im Bezug auf Konstantins religiöse
Ansichten:
Es gibt einige Zweifel über den Umfang der Änderung in
den Vorstellungen Konstantins... . Er selbst schien ein Sonnenanbeter gewesen zu
sein, ein Anhänger eines spätheidnischen Kults, der mit den Christen
übereinstimmende Feiertage besaß. So verehrten die Anhänger der Isis eine
Jungfrau, die ihr heiliges Kind stillt; der Kult von Attis und Kybele feierte
einen Tag des Blutes und des Fastens, gefolgt von den Hilaria, einem
Wiederauferstehungsfest, einem Tag der Freude am 25. März. Die elitären Anhänger
des Mithraskults, von denen viele altgediente Armeeoffiziere waren, aßen ein
heiliges Mahl. Konstantin war mit großer Gewissheit Anhänger des Mithraskults,
und sein Triumphbogen, erbaut nach seiner „Bekehrung," weist auf den Sonnengott
oder die „unbesiegte Sonne" hin. Viele Christen machten keinen klaren
Unterschied zwischen diesem Sonnenkult und ihrem eigenen. Sie bezogen sich auf
Christus als einen Mann, „der seinen Streitwagen über den Himmel fährt," hielten
ihre Versammlungen am Sonntag ab, knieten in Richtung Osten und hatten ihr
Geburtsfest am 25. Dezember, dem Geburtstag der Sonne nach der
Wintersonnenwende. In der Wiederbelebung des Heidentums unter Kaiser Julian fiel
es den Christen aufgrund dieser Verwirrung nicht schwer, vom Glauben abzukommen;
der Bischof von Troja bekannte gegenüber Julian, dass er schon immer heimlich
die Sonne angebetet hatte. Konstantin gab die Sonnenverehrung nie auf und
behielt die Sonne als Symbol auf seinen Münzen bei. Er machte den Sonntag zum
Ruhetag... ." (A History of Christianity [Eine Geschichte des
Christentums], Johnson, 1976, Seiten 67-69).
Wenn Sie die oben zitierten historischen Quellen
sorgfältig lesen, werden Sie verstehen, dass während des berechtigterweise so
genannten „dunklen Zeitalters" fast alle Aspekte des HEIDENTUMS in das
bekennende Christentum eingeführt wurden. Falsche Konzepte des „Mysteriums der
Messe," der Anbetung der Jungfrau Maria genau nach dem Muster der
Anbetung heidnischer Göttinnen, die Idee eines „kleinen Christkindchens," das am
25. Dezember geboren sein soll, die Bezeichnung „Weihnachten" und seine
Verbindung mit Traditionen der heidnischen Saturnalien – all diese FALSCHEN
Konzepte und viele weitere wurden zu dem zusammengefügt, was zum
„traditionellen" Christentum wurde.
Jahrhunderte später sahen protestantische „Reformatoren" einige WENIGE der
Probleme dieser römischen Religion. Aber die meisten der heidnischen Konzepte
waren ihnen so tief in den Verstand gebrannt, dass die Reformatoren nur sehr
wenige, „oberflächliche" Änderungen vornahmen.
Die „Reformation" reformierte nur sehr wenig
Martin Luther – der „Vater der Reformation" – und andere
Reformatoren hegten weiterhin eine feindselige Einstellung gegen alles, was
„jüdisch" war, einschließlich des Sabbats Jesu Christi, der jährlichen Festtage
und tatsächlich sogar des buchstäblichen Gehorsams gegenüber den Zehn Geboten.
Aus diesem Grund fügte Martin Luther in seiner Anmaßung sogar etwas zu Gottes
eigenem Wort hinzu! In Luthers Übersetzung des Neuen Testaments fügte er bewusst
das Wort „allein" in Römer 3, 28 hinzu. Luther war in so unbeugsamer Weise gegen
die Notwendigkeit, Gottes Gesetz zu gehorchen – das er vielleicht als das
kanonische Gesetz der Katholiken mit den katholischen Ritualen missverstand –,
dass er ein Wort zu Gottes inspirierter Offenbarung hinzufügte!
Römer 3, 28 liest sich in der revidierten Elberfelder Übersetzung so: „Denn
wir urteilen, dass ein Mensch durch Glauben gerechtfertigt wird, ohne
Gesetzeswerke." Luther fügte das Wort „allein" (auf Lateinisch sola)
hinzu, sodass in seinem deutschsprachigen Neuen Testament zu lesen ist: „...
dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben"
– eine eindeutig falsche Änderung ohne jegliche Begründung anhand des Textes.
Als ein Kritiker sich dagegen verwehrte, dass er die Schrift veränderte,
erwiderte Luther hochmütig: „Sollte Ihr Papst sich in irgend einer Weise unnötig
über das Wort sola ärgern, so können Sie ihm gleich antworten: ‚Es ist
der Wille von Dr. Martin Luther, dass es so sein soll’" (John Alzog, Manual
of Universal Church History [Handbuch der universellen Kirchengeschichte],
Dublin: M.H. Gill und Sohn, 1902, Seite 199). Und wir können gesichert
hinzufügen, dass für diese unbiblische Abänderung keine andere Begründung
geliefert wurde. Im Hinblick auf Luthers persönliche, doktrinäre Überzeugung war
er wirklich ein eigenwilliger Mann.
Sein drittes Traktat aus dem Jahre 1520, „Von der Freiheit eines
Christenmenschen", behauptet, dass ein christlicher Mensch in geistlicher
Hinsicht keinem Menschen und keinem Gesetz untersteht. Er argumentierte,
dass, weil wir allein durch den Glauben gerechtfertigt werden, wir nicht
länger der Verpflichtung unterliegen, das Gesetz Gottes einzuhalten.
Und es ist weithin bekannt, dass Luther das Buch Jakobus einen „Strohbrief"
nannte, weil Jakobus klar die Notwendigkeit des Gehorsams gegenüber den Zehn
Geboten lehrte! Beachten Sie Jakobus 2, 10-12: „Denn wenn jemand das ganze
Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz
schuldig. Denn der gesagt hat: ‚Du sollst nicht ehebrechen’, der hat auch
gesagt: ‚Du sollst nicht töten.’ Wenn du nun nicht die Ehe brichst, tötest aber,
bist du ein Übertreter des Gesetzes. Redet so und HANDELT so wie Menschen,
die durchs Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen."
Dieser Abschnitt der inspirierten Schrift zeigt außerordentlich deutlich,
dass Jakobus von den Zehn Geboten sprach. Er sagte zu den Christen, dass sie das
GANZE Gesetz halten sollten. Dann schließt er, indem er die neutestamentlichen
Christen belehrt: „Redet so und HANDELT so" wie Leute, die durch Gottes Gesetz
GERICHTET werden sollen.
Wenn auch in ihren Absichten aufrichtig, so führten die protestantischen
Reformatoren dennoch den größten Teil der anti-gesetzlichen und anti-gehorsamen
Einstellung fort, die sie in ihrer Rebellion gegen die „Mutter Rom" angenommen
hatten. Trotzdem waren sie aber immer noch in das heidnische System falscher
Lehren, falscher Feiertage und falscher Vorstellungen von Gott verstrickt, wie
Gott selbst in Offenbarung 17, 4-5 beschreibt: „Und die Frau war bekleidet mit
Purpur und Scharlach und geschmückt mit Gold und Edelsteinen und Perlen und
hatte einen goldenen Becher in der Hand, voll von Gräuel und Unreinheit ihrer
Hurerei, und auf ihrer Stirn war geschrieben ein Name, EIN GEHEIMNIS: DAS GROSSE
BABYLON, DIE MUTTER DER HUREREI UND ALLER GRÄUEL AUF ERDEN."
Als diese Form des „Christentums" zur Staatsreligion wurde, „bekehrten"
sich ganze Massen bisheriger Heiden. Viele taten es eher aus Bequemlichkeit, als
aus Überzeugung, und behielten privat weiter ihre alten Glaubensüberzeugungen
bei. Andere traten dem neuen, synkretistischen Glauben bei, ohne über seine
Lehren informiert zu sein, und auch nur in der Lage, einfachste Erläuterungen zu
erhalten.
Ein HEIDNISCHES „Christentum"
Die Kirche erhielt von Konstantin und dem Reich nicht
nur neue Lehren, sondern auch eine neue Organisationsstruktur. Rom hatte eine
lange Tradition des Kaiserkults, und dessen Praktiken fanden in diesem
kompromittierten Christentum eine neue Heimat. Will Durant beobachtete:
Das Christentum... wuchs durch die Absorption des
heidnischen Glaubens und Rituals; es wurde zu einer triumphierenden Kirche,
indem es die Organisation und Genialität römischer Strukturen erbte... . Wie
Judäa dem Christentum seine Ethik und Griechenland ihm seine Theologie gegeben
hatten, so gab ihm Rom nun seine Organisation; all dies, zusammen mit einem
Dutzend aufgesogener, rivalisierender Glaubensrichtungen, ergab die christliche
Synthese. Die Kirche übernahm nicht nur einige religiöse Bräuche und Formen, die
im vorchristlichen Rom üblich gewesen waren – die Stola und andere Gewänder
heidnischer Priester, den Gebrauch von Weihrauch und heiligem Wasser in
Reinigungszeremonien, das Anzünden von Kerzen und ein ewig brennendes Licht vor
dem Altar, die Anbetung von Heiligen, die Architektur der Basilika, das Gesetz
Roms als Grundlage des kanonischen Gesetzes, den Titel eines Pontifex Maximus
für den obersten Priester, und, im vierten Jahrhundert, die lateinische Sprache
als ehrenwertes und dauerhaftes Medium des katholischen Rituals. Das Geschenk
Roms war mehr als alles andere eine große Rahmenstruktur für ein
Herrschaftssystem, das, als die weltlichen Autoritäten versagten, zur Struktur
einer kirchlichen Regierung wurde. Bald waren die Bischöfe anstelle der
römischen Statthalter die Quellen der Ordnung und der Sitz der Macht in den
Städten; die Erzbischöfe unterstützten die Provinzgouverneure, wenn sie diese
nicht gleich ganz ersetzten; und die bischöflichen Synoden übernahmen die Rolle
der Provinzversammlungen. Die römische Kirche trat in die Fußstapfen des
römischen Staates; sie eroberte die Provinzen, verschönerte die Hauptstadt und
errichtete Disziplin und Einheit von der einen bis zur anderen Grenze. Rom
starb, während es die Kirche gebar; die Kirche reifte, indem sie die
Verantwortungen Roms ererbte und annahm (The Story of Civilization [Die
Geschichte der Zivilisation], Band 5, Durant, Seiten 575, 618-619).
Während diesem „Christentum" neue und falsche Elemente
hinzugefügt wurden, wurden die authentischen Elemente verdrängt. Manchmal
geschah dies aus antisemitischen Gefühlen. Da Jesus Christus physisch gesehen
vom Stamm Juda war, verleugneten viele Gnostiker seine Erscheinung im Fleisch –
sie weigerten sich, zu akzeptieren, dass ihr Gott von diesem viel verschmähten
Stamm gewesen sein sollte. Andere verdrehten Christi Lehren, weil sie die Nation
hassten, von der diese Lehren kamen. Sie wussten, dass Christen die „jüdischen"
heiligen Tage und weitere Praktiken eingehalten hatten, die heidnischen
Beobachtern anstößig erschienen. Der frühe Kirchenhistoriker Eusebius schrieb
über diejenigen, die mit dieser Einstellung versuchten, das neutestamentliche
Passah, das Christus begangen hatte, gegen das Osterfest auszutauschen, das aus
der Anbetung der Astarte entlehnt wurde:
Es erschien unwürdig, dass wir bei der Feier dieses
heiligsten Festes der Praxis der Juden folgen sollten [das Passah am 14. Nisan
zu feiern], die sich auf so unehrbare Weise mit enormer Sünde die Hände
schmutzig gemacht haben und es deshalb verdient haben, mit einer Blindheit ihrer
Seele geschlagen zu sein... . Lasst uns deshalb nichts mit dem
verabscheuungswürdigen jüdischen Mob gemeinsam haben; denn wir haben von unserem
Erlöser einen anderen Weg empfangen... . Liebe Brüder, lasst uns einstimmig
diesen Weg annehmen und uns von jeglicher Teilnahme an ihrer Niedrigkeit
zurückziehen... . Denn wie sollten diese zu einer vernünftigen Beurteilung fähig
sein, die, seit ihrer... Schuld bei der Ermordung ihres Herrn, der Anweisung
unterworfen sind, die nicht aus ihrer Vernunft stammt, sondern aus jeglichem
Impuls des verrückten Geistes, der in ihnen ist? ... Bemüht euch und betet
beständig, dass die Reinheit eurer Seelen in keiner Weise den Anschein erweckt,
durch Gemeinschaft mit den Bräuchen dieser übelsten Männer befleckt zu sein... .
Alle sollten in dem Bestreben vereint sein, wie es auch die Vernunft zu
verlangen scheint, jegliche Teilnahme an dem abtrünnigen Verhalten der Juden zu
vermeiden (Eusebius, The Life of Constantine [Das Leben Konstantins],
Buch 3, Kapitel 18-19, Nicene and Post-Nicene Fathers [Nicäische und
post-nicäische Väter], 1979, Band 1, Seiten 524-525).
Ein völlig „anderer" Weg
Ja, viele lehrten, dass wir „einen anderen Weg von
unserem Erlöser erhalten haben." Aber dieser Weg findet sich nicht in der Bibel.
Stattdessen findet man ihn in den Bräuchen der Griechen und Römer sowie anderer
bekehrter Völker Europas, die oberflächlich das Christentum annahmen, aber
weiterhin ihre bisherigen Bräuche beibehielten. Im Laufe der Zeit verschütteten
diese alten Bräuche die Lehren Jesu Christi und der Apostel, wie auch John Romer
wie nachfolgend erklärt:
„Subtil, so subtil, dass sogar die Bischöfe sie nicht
gesehen haben, sind die alten Götter in deren Kirchen eingedrungen, wie eine
Mittelmeerbrise. Und sie leben weiter in den christlichen Ritualen, den Ikonen
und den Festen der Christenheit. Als Julian im Jahre 362 in Antiochus eintraf...
befand sich diese große, christliche Stadt in Trauer, beklagte auf levantinische
Art den jährlichen Todestag von Adonis, dem schönen Liebhaber der Venus. Obwohl
in Ephesus das Heiligtum der Diana, der Göttin dieser Stadt, abgerissen worden
war, ... waren ihre Statuen sorgfältig in trockenem Sand vergraben worden. Und
als beim dritten Konzil der Kirchenversammlung in Ephesus feierlich beschlossen
wurde, dass von jetzt an die Jungfrau Maria mit dem Titel Theotokos,
Gottesträger, geehrt werden sollte, wurde Ephesus, das Jahrhunderte lang die
Stadt der Jagdgöttin Diana war, zur Stadt der Jungfrau Maria, der Muttergottes.
Ebenso wurde in Ägypten das altertümliche Zeichen für Leben, das Henkelkreuz „anch",
welches die Götter seit Tausenden von Jahren in ihren Skulpturen getragen
hatten, leicht in das christliche Kreuz umgeformt; die Figur der Isis, die ihr
kleines Baby Horus stillte, Isis Lactans, wurde zur Figur der Jungfrau
mit dem Jesuskind an ihrer Brust... . In Rom wurden Romulus und Remus zu den
biblischen Heiligen Petrus und Paulus umbenannt. Und noch im fünften Jahrhundert
musste der Papst die zur Frühmesse Versammelten davon abhalten, die Stufen des
Petersdoms rückwärts hinaufzugehen, um nicht Sol, den Gott der
aufgehenden Sonne, zu erzürnen. In ähnlicher Weise war auch der 25. Dezember,
nun Christi Geburtstag, der Tag des Festes der unbesiegbaren Sonne Sol
Invictus, und ebenfalls Konstantins Geburtstag. Dieses Fest wurde begangen,
indem man grüne Zweige schnitt und kleine Lichter daran befestigte, und
Geschenke wurden im Namen dieses Gottes ausgetauscht. Sol’s wöchentlicher
Feiertag, Sol-tag – Sonntag –, wurde zum Sabbat der Christen. So, wie Apollo von
Delphi eine wundersame Transformation durchgemacht hatte um zu dem römischen Sol
Invictus zu werden, so wurde er später zu einem Christus der Sonne. Alle drei
werden manchmal in ihren feurigen Streitwagen dargestellt... mit... einem
Heiligenschein aus Sonnenstrahlen" (Testament: The Bible and History
[Testament: Die Bibel und die Geschichte], Romer, 1988, Seiten 230-231).
Wir können also sehen, dass das wahre Christentum von
Anfang an Widerständen ausgesetzt war, und dass man versuchte, es von dem wahren
Gott, dessen Gebote Jesus Christus aufrechterhielt, loszulösen. Doch viele
derer, die sich heute zum Christentum bekennen, wissen nicht, woher diese Gebote
kamen und wer sie auf dem Berg Sinai verkündet hatte.
Der Gott des Alten Testaments
In Matthäus 22, 42-45 befragte Jesus die religiösen
Führer: „Was denkt ihr von dem Christus? Wessen Sohn ist er? Sie antworteten:
Davids. Da fragte er: Wie kann ihn dann David durch den Geist Herr nennen, wenn
er sagt: ‚Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich
deine Feinde unter deine Füße lege’? Wenn nun David ihn Herr nennt, wie ist er
dann sein Sohn?" Die Pharisäer wussten darauf keine Antwort. Sie wussten
nämlich, dass König David von Israel mit Sicherheit keinen menschlichen
„Herrn" über sich hatte. Diese Schriftstelle musste zwei Persönlichkeiten
in der Gottfamilie beschreiben – einen größer als den anderen. Und wie für uns
offensichtlich sein sollte, war Davids direkter „Herr" – der später zu
Jesus von Nazareth wurde – derjenige, dem gesagt wurde, er solle zur Rechten des
Vaters sitzen, BIS es Zeit für ihn werden sollte, König aller Könige zu werden.
Doch die Juden hatten auch gewusst, dass der kommende Messias ein
buchstäblicher „Sohn Davids" sein sollte. Wie konnte dieser auch Davids „Herr"
sein, und noch zusätzlich einen noch „höheren" Herrn haben, der ihm sagte, was
er tun sollte?
In 1. Korinther 10, 1-4 lesen wir, dass das altertümliche Israel auf Mose
getauft wurde und alle „dieselbe geistliche Speise gegessen und [...] alle
denselben geistlichen Trank getrunken [haben]; sie tranken nämlich von dem
geistlichen FELSEN, der ihnen folgte; der FELS aber war Christus." Hier wird
wiederum klar – was auch einige Bibelkommentare bestätigen –, dass die
geistliche Persönlichkeit, die mit dem altertümliche Israel in Kontakt stand,
derjenige war, der später zu Christus wurde. Denn wir haben auch gesehen, dass
„niemand" jemals „Gott" gesehen hat (1. Johannes 4, 12) – was also
offensichtlich denjenigen meint, den wir den „Vater" nennen.
Doch direkt nach der Verkündung der Zehn Gebote und einiger Statuten
erschien der „Gott Israels" tatsächlich einigen der Führer Israels! „Da stiegen
Mose und Aaron, Nadab und Abihu und siebzig von den Ältesten Israels hinauf und
sahen den Gott Israels. Unter seinen Füßen war es wie eine Fläche von Saphir und
wie der Himmel, wenn es klar ist. Und er reckte seine Hand nicht aus wider die
Edlen Israels. Und als sie Gott geschaut hatten, aßen und tranken sie" (2. Mose
24, 9-11). Über 70 der Führer Israels „SAHEN" also den „Gott Israels" – NICHT
Gott den Vater, sondern das „Wort", das später zu Jesus Christus wurde (Johannes
1, 1-12). Könnte es noch deutlicher sein?
Derjenige, der zu Jesus Christus wurde, wandelte und sprach buchstäblich
mit Adam und Eva im Garten Eden. Er war es, der direkt mit Abraham,
Isaak und Jakob Kontakt hatte. Er war es, der mit Mose „von Angesicht zu
Angesicht" gesprochen hatte (4. Mose 12, 8). Er war es, der von der
Spitze des Berges Sinai die Zehn Gebote verkündete! Er war es, der den
Sabbat am siebten Tage geboten hatte.
Wenn allen bekennenden Christen die WAHRHEIT beigebracht würde, dass
derjenige, der zu ihrem Erlöser geworden ist, auch derjenige war, der die Zehn
Gebote verkündet hatte, dann würden sie sich vielleicht wesentlich anders
verhalten. Die Welt wäre wahrscheinlich ein VIEL sicherer Ort! Alle würden
erkennen, dass das wahre Christentum eine Religion ist, die sich AN GESETZE HÄLT
– an eine Lebensweise, die das große, geistliche Gesetz Gottes zur Grundlage
hat. Sie würden lernen, dass – obwohl niemand gleich vollkommen wird, und
uns gesagt wird, wir sollten in Christi Charakter WACHSEN – es möglich ist,
Christi inspiriertem Beispiel durch den heiligen Geist in uns nachzufolgen.
Wie kann ein Christ so leben, wie es Christus
tat?
Die Bibel macht klar, dass Christen Gottes Gebote halten
müssen. Der Apostel Johannes schrieb: „Und daran merken wir, dass wir ihn
kennen, wenn wir seine Gebote halten. Wer sagt: Ich kenne ihn, und hält seine
Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in dem ist die Wahrheit nicht. Wer aber
sein Wort hält, in dem ist wahrlich die Liebe Gottes vollkommen. Daran erkennen
wir, dass wir in ihm sind. Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der soll auch leben,
wie er gelebt hat" (1. Johannes 2, 3-6).
Aber wie können Christen leben, „wie er gelebt hat?" Wenn Jesus Christus
kommen und sein Leben lassen musste, weil wir alle Gottes Gesetz gebrochen
haben, wie kann dann irgendjemand das Gesetz halten? Die treffendste Antwort
darauf hat vielleicht der Apostel Paulus gegeben: „Ich lebe aber; doch nun nicht
ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe
ich in dem Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für
mich dargegeben" (Galater 2, 20 – Lutherbibel 1912).
Ein Christ gehorcht dem Gesetz nicht aus eigener Kraft, sondern durch die
Kraft Christi, der in ihm lebt. Paulus betont weiter, dass Gesetzestreue durch
die Gnade Gottes kommt, und dass Gesetzestreue NICHT das Heil erkauft. „Ich
werfe nicht weg die Gnade Gottes, denn wenn die Gerechtigkeit durch das Gesetz
kommt, so ist Christus vergeblich gestorben" (Galater 2, 21). Mit Gottes Gnade
WIRD ein bekehrter Christ das Gesetz einhalten; aber ohne diese Gnade kann KEINE
NOCH SO GROSSE Anstrengung uns Gerechtigkeit und Erlösung bringen.
Was sollte ein Christ tun?
Einen wahren Christen kann man daran erkennen, dass er
sich, mit Christi Hilfe, bemüht, nach einem jeden Wort Gottes zu leben (vgl.
Matthäus 4, 4). „Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel
vollkommen ist" (Matthäus 5, 48). Indem Maße, wie man sich Christus unterordnet,
werden die Früchte des heiligen Geistes im Leben eines Christen immer deutlicher
erkennbar.
Ein Christ ist mehr, als jemand, der die Wahrheit nur „kennt." Die
Gnostiker glaubten, dass „Wissen" einen zum Heil führt, und manche heute würden
leugnen, dass man als gläubiger Christ irgendetwas „tun" muss. Doch die Schrift
gibt eine andere Anweisung: „Seid aber Täter des Wortes und nicht Hörer allein;
sonst betrügt ihr euch selbst" (Jakobus 1, 22).
Christen sollen so HANDELN, wie es Christus tat. In seinem „Missionsbefehl"
gab Christus seinen Nachfolgern diese Anweisung: „Darum gehet hin und machet zu
Jüngern alle Völker. [...] lehret sie halten ALLES, was ich euch befohlen habe.
Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende" (Matthäus 28,
19-20). Christen sollen seine Botschaft in „alle Nationen" tragen und „alles"
lehren, was er geboten hat! Sie sollten seine Botschaft NICHT so UMÄNDERN, dass
sie heute beinahe nicht mehr zu erkennen ist!
Traurigerweise haben viele, die sich heute Christen nennen – sogar jene,
die die Gebote halten – ihre Aufmerksamkeit nach innen gerichtet. Sie sagen,
die Braut (die Kirche) müsse sich für die Rückkehr Christi bereit machen. Sie
vernachlässigen die Anweisungen des Bräutigams. Wie kann sich die Kirche auf
sein Kommen „vorbereiten", indem sie seine Anweisung vernachlässigt, ALLEN
Nationen das Evangelium vom Reich zu verkündigen? (Matthäus 24, 14). Sie kann es
nicht! Deshalb hat die Living Church of God diese Broschüre
herausgegeben, und deshalb veröffentlichen wir Broschüren, Zeitschriften, einen
Bibelfernlehrgang und weitere Publikationen. Deshalb produzieren wir auch die
Fernsehsendung Tomorrow’s World. Deshalb nutzen wir das Internet und
andere Wege, die Gott uns zur Verfügung stellt, um sein Werk zu tun, wo immer er
uns Türen für seine Botschaft öffnet, damit wir der Welt ein Zeugnis davon
geben, bevor Christus zurückkehrt!
Es ist wichtig, dass Sie, unsere Leser, erkennen, dass wir in diesem Werk –
die Mitarbeiter der Zeitschrift und der Sendung Tomorrow’s World, und
alle, die am Werk der Living Church of God beteiligt sind - uns dafür
einsetzen, das APOSTOLISCHE CHRISTENTUM WIEDER HERZUSTELLEN!
Wenn Sie unsere Artikel und Broschüren lesen und vielleicht sogar unsere
Fernsehsendung Tomorrow’s World sehen, sollten Sie wissen, wo wir stehen.
Denn wir beabsichtigen, DIESELBE BOTSCHAFT zu predigen und zu lehren, die Jesus
und die Apostel vertraten. Wir wollen – in allen geistlichen Aspekten – die
Lebensweise verwirklichen, die auch Jesus und die Apostel lehrten und nach der
sie lebten. Und unter der Leitung des heiligen Geistes werden wir weiterhin die
inspirierten Prophezeiungen der Bibel predigen und all diejenigen warnen, die
gewillt sind, auf das zu hören, was uns bevorsteht.
Während sich die Zeit der GROSSEN TRÜBSAL und des Eingreifens Gottes in das
Weltgeschehen nähert, ist es äußerst wichtig, dass Sie und Ihre Lieben wirklich
Jesus Christus angehören – dem Christus der Bibel; dass Sie Gott „im Geist und
in der Wahrheit" anbeten (Johannes 4, 23). Und dass Sie Teil der wahren Kirche
Gottes sind, die apostolisches Christentum lehrt und praktiziert – das
Christentum Jesu und der ursprünglichen Apostel. „Wer Ohren hat, der höre"
(Offenbarung 3, 13).
