
von Douglas S. Winnail
Ist die Bibel nur eine Sammlung von Mythen und Legenden oder
ist sie das inspirierte Wort Gottes? Viele nehmen an, dass die modernen
Gelehrten bewiesen hätten, dass die Bibel unglaubwürdig sei, aber die Fakten der
Geschichte – und die Entdeckungen der Archäologen – bestätigen, dass ihr Inhalt
wahr ist! Die Bibel beschreibt die Vergangenheit mit erstaunlicher Genauigkeit –
und sie sagt die Zukunft voraus, wie kein anderes Buch!
Der Großteil der Welt wurde über die Bibel in die Irre geführt
und falsch informiert. Sie müssen die Wahrheit verstehen – und wie sie Ihr Leben
beeinflussen kann!
Inhalt
Kapitel 1: Was glauben Sie über die Bibel?
Kapitel 2: Prophezeiungen: Die einzigartige Dimension der Bibel
Kapitel 3: Hat Gott die Bibel inspiriert?
Kapitel 4: Wurde die Bibel unverfälscht überliefert?
Kapitel 5: Echte Antworten auf die großen Fragen des Lebens
Schlussfolgerung: Die Wahrheit und ihre Konsequenzen
BFF 1.0, September 2006
© 2006 Living Church of God
Alle Rechte vorbehalten.
Englische Originalausgabe: The Bible: Fact or Fiction?
Diese Broschüre darf nicht verkauft werden! Sie wird von der Living Church of
God kostenlos der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Biblische Verweise und Zitate sind, soweit nicht anders angegeben, der
revidierten Lutherbibel 1984 entnommen.
© 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
Kapitel 1:
Was glauben Sie über die Bibel?
Ist die Bibel wirklich das inspirierte Wort Gottes?
Wurde sie über Tausende von Jahren als einzigartige Offenbarung des Schöpfers
verlässlich überliefert? Oder ist sie nur eine Sammlung von Mythen und Fabeln,
die sich Menschen ausgedacht haben? Haben wir überhaupt die richtigen Bücher in
der Bibel, oder fehlen darin wichtige Quellen, die unsere Sichtweise im Bezug
auf Gott, Jesus Christus und das Christentum ändern würden? Können wir der Bibel
vertrauen? Ist die Bibel für uns heute noch wichtig und relevant?
Die Wahrheit über die Bibel zu entdecken könnte sich als eines der
wichtigsten und aufregendsten Abenteuer herausstellen, dem Sie sich je gestellt
haben. Obwohl Kritiker die Bibel attackieren und Prediger viele ihrer Lehren
ignorieren oder verfälschen, enthält die Bibel eine Wissensdimension, die in
unserer modernen Welt fast vollständig fehlt. Die Bibel offenbart den
wahren Sinn des Lebens. Biblische Prophezeiungen haben nicht nur den Aufstieg
und Fall von Nationen im Altertum vorhergesagt; sie erklären auch die
wahre Bedeutung von Weltereignissen, die in unserer Zeit die Schlagzeilen
beherrschen, und sagen, wohin diese Ereignisse führen. Ungeachtet dessen, was
Millionen von Menschen zu glauben beigebracht wurde, ist die Bibel wesentlich
mehr als nur ein frommes Andachtsbuch oder eine in Weihrauch eingehüllte
Quelle des Trosts für Bedrängte und Verzagte!
Heute nehmen viele gebildete Menschen an, dass die moderne
Wissenschaft und die Gelehrten ausnahmslos bewiesen hätten, dass die Bibel
unglaubwürdig sei. Diese Annahme erhält so viel Zulauf, weil so viele so
wenig über die Bibel wissen. Vielen Menschen heute ist einfach nichts von
den Entdeckungen bekannt, die immer wieder die historische Genauigkeit
der Schrift bestätigen. Stattdessen wird der Glaube gefördert, dass alle
Religionen gleichermaßen glaubwürdig seien – oder gleichermaßen der Phantasie
entsprungen sind – ohne dass jemals die Quellen dieser Religionen verglichen
werden. Demzufolge ist vielen Millionen gar nicht bewusst, wie einzigartig
die Bibel ist und welche erstaunlichen Details sie von allen anderen
religiösen Büchern unterscheiden.
Bevor Sie die Idee akzeptieren, dass die Bibel „ein Buch wie jedes andere"
sei, sollten Sie die Beweise selbst prüfen. Diese Beweise können Ihnen
die Augen öffnen, sind außerordentlich informativ und könnten sogar Ihr Leben
verändern! Sie müssen verstehen, warum so viele Menschen die
Glaubwürdigkeit der Bibel anzweifeln und was die Wahrheit über die Bibel für
Ihre Zukunft bedeuten kann.
Eine veränderte Einstellung
Für Tausende von Jahren glaubten Juden und Christen,
dass die Bibel das inspirierte Wort des allmächtigen Gottes ist, und
starben für diesen Glauben. Zu allen Zeiten haben Gegner und Skeptiker die
Bibel herausgefordert, attackiert und belächelt. Päpste und heidnische römische
Kaiser haben versucht, die Schrift zu vernichten und haben sogar Worte darin
verändert. Doch auch in diesen turbulenten Jahrhunderten wurde die Bibel
sorgfältig überliefert und ihre Botschaft verbreitete sich auf
bemerkenswerte Weise!
Die Bibel ist mit Sicherheit das einflussreichste Buch, das jemals
geschrieben wurde. Sie wurde in mehr Sprachen übersetzt als jedes andere Werk
der Literatur. Über zwei Milliarden Menschen, die heute leben, halten sich –
zumindest dem Bekenntnis nach – an ihre Lehren. Und trotzdem erkennen viele
nicht, wie tief greifend die Bibel den Lauf der gesamten westlichen Zivilisation
beeinflusst hat. Millionen von Menschen wissen nicht, dass die biblischen
Gesetze und Lehren über viele Jahrhunderte hinweg in der gesamten westlichen
Welt zur Grundlage für soziale Werte und nationale Gesetzgebungen geworden sind.
Sir Isaac Newton, einer der brillantesten Denker seiner Zeit, kommentierte: „Es
gibt mehr sichere Echtheitsmerkmale in der Bibel als in irgendeiner weltlichen
Geschichte". Die frühere britische Königin Victoria sagte über die Bibel:
„Dieses Buch ist für die Vormachtstellung Englands verantwortlich". Der frühere
US-amerikanische Präsident Andrew Jackson erklärte: „Dieses Buch, Sir, ist der
Fels, auf dem unsere Republik steht". Präsident George Washington kommentierte:
„Es ist unmöglich, die Welt ohne Gott und die Bibel zu regieren". Und Napoleon
beobachtete: „Die Bibel ist nicht nur ein Buch, sondern ein lebendiges Wesen mit
so großer Macht, dass es jeden besiegt, der sich ihm in den Weg stellt" (Halley’s
Bible Handbook, Seiten 18-19).
Vieles hat sich seit diesen Kommentaren verändert. Heute kann man Bibeln
sogar in den entferntesten Ecken der Erde finden. Doch in den westlichen
Nationen, die auf biblischen Prinzipien begründet wurden, ist der Respekt
gegenüber der Bibel massiv zurückgegangen. Die vorherrschende Meinung
ist, dass die Bibel lediglich ein Buch wie jedes andere ist, und dass
ihre Lehren altertümlich, veraltet und für das moderne Leben nicht mehr
brauchbar sind. Viele zweifeln sogar stark an, dass Gott die Schrift
inspiriert hat. Millionen von Menschen, die in Nationen leben, die einst aus der
Bibel das Lesen gelernt haben und die Missionare um die Welt geschickt haben, um
die Bibel zu verbreiten, können heute nicht einmal Bücher in der Bibel benennen
oder grundlegende biblische Lehren erklären. Umfragen aus den vergangenen
Jahrzehnten ergaben, dass sogar viele, die sich als Christen bezeichnen, wenig
tatsächliches Wissen über die Bibel besitzen. US-amerikanische Münzen verkünden:
„In God We Trust" [Wir vertrauen auf Gott]. Doch die Gesetzgebung der
vergangenen Jahre sowie richterliche Entscheidungen haben es für illegal
erklärt, in den USA die Zehn Gebote in öffentlichen Gebäuden auszuhängen, oder
dass Schüler in den Schulen beten!
Was hat einen so tief greifenden Wandel in der Einstellung
gegenüber der Bibel in so vielen Nationen, die sich früher klar auf die Bibel
beriefen, hervorgerufen? Warum zweifeln nun Millionen daran, dass
Gott die Bibel inspiriert hat? Warum suchen Milliarden von Menschen nun
in jeder anderen Quelle nach den Antworten, die in der Bibel klar gegeben
werden? Warum vermögen die Menschen nicht zu erkennen, dass die Bibel
Prophezeiungen enthält, die den Verlauf der Weltgeschichte eindeutig
offenbaren, bis hin zur Zukunft spezifischer Nationen? Warum haben
sich die heutigen Generationen dafür entschieden, ein Buch zu ignorieren, das
wesentliche Details über die Zukunft offenbart und das den Weg zum
Frieden sowie den Zweck der menschlichen Existenz erklärt? Warum
sind so wichtige Informationen so vielen Menschen von heute verborgen
geblieben?
Die Antworten auf diese wichtigen Fragen lesen sich wie ein Roman voller
Gefahren, Intrigen und Abenteuern. Sie werden überrascht sein, Informationen zu
erhalten, die leicht verfügbar sind, aber dennoch weithin ignoriert oder
vernachlässigt wurden. Sie werden schockiert sein, wenn Sie erfahren, wie
machthungrige religiöse Führer die Schrift verdreht haben, um ihre
fehlgeleiteten, den biblischen Lehren widersprechenden Ansichten zu bekräftigen.
Je mehr Sie über die Bibel lernen, desto mehr werden Sie erkennen, dass
Sie der Bibel glauben können, weil sie von einem realen Gott
inspiriert und überliefert wurde, der auch heute noch lebendig ist! Die
Bibel steht fest auf einem Fundament geschichtlicher Tatsachen und basiert nicht
auf Mythen und Fabeln. Die Beweise, die diese Broschüre vorlegt, werden dies
verdeutlichen.
Die Herausforderung der Schrift
Viele Menschen von heute nehmen an, dass man die Fakten
der Wissenschaft und Geschichte ignorieren muss, um der Bibel glauben zu können,
dass man also nur mit „blindem Glauben" weiterkommt. Manche Gläubige halten sich
an das alte Sprichwort: „Gott hat es gesagt. Ich glaube es. Diskussion beendet."
– Aber das passt nicht mehr zu der skeptischen Haltung, die unsere Zeit
beherrscht. Andere wiederum wollen ignorieren, was die Bibel deutlich erklärt
und erfinden Wege, um die Bibel mit modernen Einstellungen „in Einklang zu
bringen". Viele Theologen lehren, dass die Bibel nur dann Autorität besitzt,
wenn sie von allgemeinen geistlichen Prinzipien spricht, und erklären dann, dass
wissenschaftliche und historische Details in der Bibel nur von menschlichen
Autoren hinzugefügt wurden und man diesen nicht vertrauen könne.
Dieses Bestreben, die Bibel in die moderne Welt einzufügen, zeigt sich auch
in einem Dokument der römisch-katholischen Bischöfe von England, Schottland und
Wales vom Oktober 2005. In „The Gift of Scripture" [Die Gabe der Schrift]
warnten die Bischöfe, obwohl sie die Bibel hinsichtlich der Passagen über das
Heil für wahr halten: „Wir sollten von der Bibel in anderen Fragen keine völlige
Richtigkeit erwarten... Wir sollten nicht erwarten, dass die Bibel
wissenschaftlich völlig richtig ist oder dass sie die Geschichte vollständig
richtig wiedergibt". Dennoch erklären die Bischöfe, die Schrift zu respektieren,
und erklären ihren Gemeinden: „Wir haben die Bibel als einen wertvollen Schatz
wieder entdeckt, früher schon und immer aufs Neue." Diese doppelzüngigen
Aussagen spiegeln die Haltung vieler heutiger Theologen wider, die vorgeben,
die Bibel zu respektieren, gleichzeitig aber ihre Autorität leugnen. Wenn
religiöse Führer Menschen dazu drängen, an ein Buch zu glauben, dem man bei
vielen Themen keinen Glauben schenken kann, so ist es nicht
verwunderlich, dass die Anzahl der Gottesdienstbesucher in vielen Ländern in den
vergangenen Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen ist.
Die klaren Lehren der Bibel stehen jedoch im krassen Gegensatz zu
dem, was viele religiöse Führer heute predigen. Der Apostel Paulus ermutigte die
Christen im ersten Jahrhundert nicht dazu, „nur an Jesus zu glauben" und
einfach die Lehren der Bibel und des Christentums „im Glauben anzunehmen".
Vielmehr empfahl er seinen Lesern: „Prüft aber alles, und das Gute behaltet"
(1. Thessalonicher 5, 21). Paulus riet den Menschen, die Fakten nachzuprüfen
und zu glauben, was sie als Wahrheit beweisen konnten! Seine Ermahnung
entspricht Passagen aus dem Alten Testament, in denen Gott die Israeliten
herausforderte: „Prüft mich hiermit... ob ich euch dann nicht des Himmels
Fenster auftun werde und Segen herabschütte die Fülle" (Maleachi 3, 8-10). Gott
drängte die Israeliten, seine Verheißungen zu testen und versprach, dass er sie
segnen würde, um zu beweisen, dass er real ist und seine Verheißungen
wahr sind! Paulus wusste, dass ein echter religiöser Glaube Beweise,
Bestätigungen und Sicherheit beinhaltet, nicht nur ein „blindes
Vertrauen". Er schrieb: „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf
das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht"
(Hebräer 11, 1). Nach der Bibel sollte der Glaube auf einem festen Fundament
stehen und nicht nur ein vages, warmes Gefühl im Herzen sein. Sie sollten
niemals etwas entgegen den Tatsachen glauben, und das betrifft auch die
Echtheit und Autorität der Bibel!
Der Apostel Petrus bekräftigte die Glaubwürdigkeit der
Schrift und der christlichen Botschaft, als er schrieb: „Denn wir sind nicht
ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das
Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit
selber gesehen" (2. Petrus 1, 16). Petrus warnte seine Leser auch, „dass ihr
gedenkt an die Worte, die zuvor gesagt sind von den heiligen Propheten", denn
„in den letzten Tagen [werden] Spötter kommen", die die Schrift in Frage stellen
und verspotten, indem sie sagen: „Wo bleibt die Verheißung seines Kommens?" (2.
Petrus 3, 1-9). Petrus trat den vorherrschenden Irrmeinungen hinsichtlich der
Schrift entgegen; er versuchte nicht, grundlegende biblische Lehren zu
verwässern.
Die Bibel offenbart eindeutig, dass die apostolischen Schreiber Befürworter
und Vertreter der Schrift und der Lehren des christlichen Glaubens waren! Sie
wussten, dass sie die Wahrheit lehrten! Ihre Einstellung entsprach der
ihres Lehrers, Jesus Christus. Das Neue Testament zeigt, dass die Weise, wie
Christus predigte, seine Zuhörer überraschte. „Und es begab sich, als
Jesus diese Rede vollendet hatte, dass sich das Volk entsetzte über seine
Lehre; denn er lehrte sie mit Vollmacht und nicht wie ihre Schriftgelehrten"
(Matthäus 7, 28-29).
Der Inhalt der Bibel kann durch die Fakten der Geschichte und Entdeckungen
der modernen Wissenschaft und Archäologie bestätigt werden. Und was noch
wichtiger ist: Die Bibel liefert Antworten auf die großen Fragen des
Lebens. Hunderte von detaillierten Prophezeiungen in der Bibel offenbaren nicht
nur den genauen künftigen Verlauf von Weltereignissen; sie sondern die Bibel
auch von allen anderen religiösen Schriften ab! Die Bibel bietet uns eine
Wissensdimension, die schlicht in keiner anderen Quelle zu finden ist.
Mit so vielen verfügbaren Beweisen ist die eigentliche Frage, der wir uns
heute gegenüber sehen, nur, ob wir der Bibel glauben können, oder nicht.
Wenn Sie diese Broschüre durchgelesen haben, werden Sie sehen, dass die Antwort
lautet: „Ja, wir können ihr glauben!"
Kapitel 2:
Prophezeiungen: Die einzigartige Dimension der Bibel
Viele Menschen nehmen an, dass alle Religionen
gleichermaßen glaubwürdig sind, dass religiöse Menschen alle denselben Gott
anbeten und dass die heiligen Bücher der verschiedenen Religionen alle den
gleichen Wert besitzen. Doch nichts könnte entfernter von der Wahrheit sein!
Gelehrte erklären voller Überzeugung, dass niemand mit Gewissheit die Zukunft
vorhersagen kann – und dass nur törichte Menschen so etwas versuchen! Doch wer
so etwas erklärt, übersieht oder ignoriert das unglaubliche Phänomen
biblischer Prophezeiungen, das die Bibel von jedem anderen Buch
unterscheidet, das jemals geschrieben wurde.
Der Gott der Bibel behauptet, dass er die Zukunft vorhersagen und das
Vorhergesagte herbeiführen kann! Die Bibel enthält Hunderte von
Prophezeiungen, die sich bewahrheitet haben und von der
Geschichtsschreibung bestätigt wurden. Und die Bibel enthält auch
Dutzende von Prophezeiungen, die sich in unseren Tagen erfüllen!
Biblische Prophezeiungen erklären die wahre Bedeutung weltumspannender
Ereignisse, die heute Schlagzeilen machen. Und biblische Prophezeiungen
offenbaren auch, was den großen Nationen unserer modernen Welt – und der
Menschheit insgesamt – bevorsteht! Kein anderes Buch, religiös oder weltlich,
tut dies mit einer solchen Genauigkeit und mit so vielen Details! Prophezeiungen
sind wirklich der faszinierendste Bestandteil der Bibel!
Beachten Sie diese erstaunliche Erklärung von Dr. Gleason Archer, einem
anerkannten Gelehrten des Alten Testaments: „Die heilige Bibel ist wie kein
anderes Buch auf der Welt. Sie ist das einzige Buch, das sich selbst als
geschriebene Offenbarung des einen wahren Gottes zur Erlösung des Menschen
darstellt, und das seine göttliche Autorität durch viele unfehlbare
Beweise untermauert. Andere religiöse Dokumente, wie der mohammedanische
Koran behaupten zwar auch, das Wort Gottes zu sein, doch diese enthalten
keine die eigene Echtheit bestätigenden Beweise, wie die Bibel (wie zum
Beispiel das Phänomen in Erfüllung gegangener Prophezeiungen)" (A
Survey of Old Testament Introduction [Ein Überblick zur Einführung in das
Alte Testament], Archer, Seite 9).
Eine weitere anerkannte Quelle merkt an: „Einer der stärksten Beweise
dafür, dass die Bibel von Gott inspiriert wurde, sind Prophezeiungen, mit
denen eine Voraussage getroffen wird. Anders als jedes andere Buch liefert
die Bibel eine ganze Reihe spezifischer Voraussagen – ein paar hundert
Jahre im Voraus – die sich buchstabengetreu erfüllt haben oder auf eine
bestimmte künftige Zeit hinweisen, wenn sie eintreffen werden" (Geisler, Seite
609). Milton C. Fisher, Professor für da Alte Testament, erkennt einen „klaren
Unterschied zwischen dem Wesen der Prophezeiungen in Israel und dem von außen
betrachtet ähnlichen Phänomen in umliegenden Kulturen... Sowohl die Art der
Botschaft, als auch die Schriften der Propheten Israels haben keine Parallele"
(The Origin of the Bible [Der Ursprung der Bibel], Bruce, Seiten
105-106). Ein anderer Gelehrter kommentierte, dass „die Bibel das
bemerkenswerteste Buch ist, das in den vergangenen ca. 5000 Jahren produziert
wurde... Es ist das einzige Buch, das jemals von Menschen oder einer Gruppe von
Menschen zusammengestellt wurde, in dem man eine große Menge von
Prophezeiungen findet, die sich auf einzelne Nationen, auf Israel, auf alle
Völker der Erde, auf bestimmte Städte und auf denjenigen, der der Messias sein
würde, beziehen. Die Welt im Altertum hatte eine Menge verschiedener Methoden,
die Zukunft zu bestimmen, so genannte Zukunftsdeutungen, aber in der gesamten
Bandbreite der griechischen und lateinischen Literatur... können wir keinerlei
wirkliche spezifische Prophezeiung über ein großes historisches Ereignis finden,
das in entfernter Zukunft stattfinden sollte, und auch keine Prophezeiung eines
Erlösers, der aus der menschlichen Rasse hervortreten würde" (Evidence That
Demands a Verdict [Beweise, die nach einem Urteil verlangen], McDowell,
Seite 22). Dies sind absolut bemerkenswerte Aussagen, die eindeutig die
Einzigartigkeit der biblischen Prophezeiungen anerkennen!
Die Herausforderung der Prophezeiung
Fähig zu sein, die Zukunft zutreffend und über
längere Zeit hinweg vorherzusagen, ist einfach kein Wesenszug des Menschen.
Selbst die besten strategischen Planer geben zu, dass eine detaillierte
Vorhersage zukünftiger Ereignisse – besonders im geopolitischen Maßstab – schon
für kurze Zeiträume schwierig ist, und sie ist praktisch unmöglich über einen
längeren Zeitraum, zumindest wenn man nur etwas ins Detail geht. Doch die Bibel
sagt wiederholt den Aufstieg und Fall wichtiger einzelner Personen,
Nationen und Reiche voraus, und das mit erstaunlicher Genauigkeit und mit
bemerkenswerten Details! Bibelgelehrte haben berechnet, dass über ein Viertel
der Bibel – etwa 27 Prozent – Prophezeiungen gewidmet ist, und dass die Bibel
über 1800 Vorhersagen enthält, von denen viele sehr spezifisch sind. Hunderte
von spezifischen Prophezeiungen, die Jahrhunderte vor ihrem exakten Eintreffen
niedergeschrieben wurden, sind ein Beweis, den man nicht leugnen kann, dass ein
allmächtiger Gott lebt und zukünftige Ereignisse kontrolliert!
Die Schrift macht dies deutlich, als der Gott der Bibel Skeptiker
herausfordert, die Zukunft vorherzusagen und das Vorhergesagte
herbeizuführen! Durch die Feder des Propheten Jesaja erklärt er: „Verkündigt
uns, was hernach kommen wird, damit wir erkennen, dass ihr Götter seid... Siehe,
ihr seid nichts, und euer Tun ist auch nichts, und euch erwählen ist ein Gräuel"
(Jesaja 41, 23-24). Und: „Gedenket des Vorigen, wie es von alters her war: Ich
bin Gott, und sonst keiner mehr, ein Gott, dem nichts gleicht. Ich habe von
Anfang an verkündigt, was hernach kommen soll, und vorzeiten, was noch nicht
geschehen ist. Ich sage: Was ich beschlossen habe, geschieht, und alles, was ich
mir vorgenommen habe, das tue ich" (Jesaja 46, 9-10). Diese Verse machen
deutlich, dass kein Mensch die Zukunft vorhersagen und herbeiführen kann, wie
der Gott der Bibel erklärt, dass er es kann – und getan hat und tun wird!
Diese einzigartige Fähigkeit, die Zukunft genau vorherzusagen,
sondert die Bibel von jedem anderen Werk der Literatur ab. Bibelgelehrte
erkennen an: „Andere Bücher beanspruchen, göttlich inspiriert zu sein, so
zum Beispiel der Koran, das Buch der Mormonen und Teile der [hinduistischen]
Veda. Aber keines dieser Bücher enthält vorhersagende Prophezeiungen.
Dabei sind erfüllte Prophezeiungen ein klarer Hinweis auf die
einzigartige, göttliche Autorität der Bibel" (The New Evidence That
Demands a Verdict [Neue Beweise, die nach einem Urteil verlangen], McDowell,
Seite 13). Biblische Prophezeiungen stehen in deutlichem Gegensatz zu den
Versuchen von Menschen, die Zukunft vorherzusagen. Eine Studie an 25 hoch
angesehenen Menschen mit übersinnlichen Fähigkeiten deckte auf, dass 92 Prozent
ihrer Vorhersagen völlig falsch waren, und dass Zufall und allgemeine
Kenntnisse von Zusammenhängen die verbleibenden 8 Prozent erklären konnten, wo
sie richtig lagen (Geisler, Seite 615). Jemand, der sich mit den so genannten
Prophezeiungen des Nostradamus (Michael von Notredame) auskennt – dem Franzosen
aus dem 16. Jahrhundert mit übersinnlichen Fähigkeiten, der sich mit Astrologie,
Alchemie und anderen okkulten Praktiken befasste, weiß, dass seine vagen und
nebulösen Verse einfach nicht mit biblischen Prophezeiungen
vergleichbar sind. Spezifische Prophezeiungen, die Jahrhunderte vor ihrer
exakten und beständigen Erfüllung gegeben wurden, sind einer der
faszinierendsten Beweise, dass die Bibel das inspirierte Wort Gottes ist!
Hunderte von Prophezeiungen über Jesus
Christus
Einige der interessantesten Beispiele für erfüllte
Prophezeiungen der Bibel sind die, in denen spezifische Details über das Leben,
den Tod und die Auferstehung Jesu Christi Jahrhunderte vor seiner Geburt genau
vorhergesagt wurden! Über 200 Prophezeiungen, die Jahrhunderte vor seiner Geburt
niedergeschrieben wurden, sagten spezifische Ereignisse in seinem Leben voraus
und fanden eine buchstabengetreue Erfüllung. Er sollte in Bethlehem (Micha 5,
1-2; Matthäus 2, 3-8) von einer Jungfrau geboren und Immanuel genannt werden
(Jesaja 7, 14; Matthäus 1, 23). Er sollte ein Nachfahre Davids sein (Matthäus 1,
1; 22, 42-45) und würde sich in Ägypten aufhalten (Hosea 11, 1; Matthäus 2,
13-15). Seine Geburt würde ein Massaker an Kindern auslösen (Jeremia 31, 15;
Matthäus 2, 16-18). Er würde in Galiläa leben (Jesaja 8, 25 - 9, 1; Matthäus 2,
19-23). Er würde auf einem Esel sitzend in Jerusalem einziehen (Sacharja 9, 9;
Matthäus 21, 1-5), würde zusammen mit Verbrechern sterben und im Grab eines
reichen Mannes begraben werden (Jesaja 53, 9.12) und würde nach drei Tagen
wieder auferstehen (Matthäus 12, 40; Jona 2, 1).
Die bemerkenswerte Erfüllung Hunderter von spezifischen Voraussagen, die
Jahrhunderte zuvor in den hebräischen Schriften aufgezeichnet wurden,
demonstriert ohne jeglichen Zweifel, dass Jesus der prophezeite Messias der
Bibel und der Sohn Gottes war. Man sollte beachten, dass der „Mohammedanismus
auf keinerlei Prophezeiungen über das Kommen Mohammeds verweisen kann, die
Hunderte von Jahren vor seiner Geburt geäußert worden wären. Auch kann kein
Gründer irgendeines anderen Kultes... zu Recht irgendeinen alten Text benennen,
der sein Auftreten vorhergesagt hätte" (McDowell, Seite 22). Manche muslimische
Gelehrte zitieren Verse aus dem Alten Testament, die ihrer Meinung nach etwas
über Mohammed prophezeit haben sollen (5. Mose 18, 15-18), doch in Wahrheit war
es Jesus, der diese Prophezeiungen über 600 Jahre vor der Geburt Mohammeds
erfüllte (vgl. Matthäus 21, 11; Lukas 1, 76; 24, 19; Apostelgeschichte 3,
18-22)! Die biblischen Prophezeiungen über Jesus Christus sind einzigartig
in allen religiösen Schriften.
Städte und Könige
Die Bibel enthält über 1500 Prophezeiungen, die in
bemerkenswerten Details die Zukunft bekannter Städte, Könige und Reiche
voraussagen. Die erfüllten Prophezeiungen über die altertümliche phönizische
Stadt Tyrus sind ein ernüchterndes Zeugnis für die Macht und Genauigkeit
biblischer Prophezeiungen. Als Hesekiel um 585 v.Chr. seine Prophezeiungen
aufzeichnete, war Tyrus eine der großen Städte der altertümlichen Welt. Sie lag
auf einer Insel im Zentrum eines maritimen Handelsnetzes, das den gesamten
Mittelmeerhandel kontrollierte. Tyrus war selbst ein wohlhabender Handelsplatz
für Güter und war von 50 Meter hohen Mauern umgeben, die als undurchdringlich
galten. Die Bibel berichtet, dass die Einwohner von Tyrus erfreut waren, als sie
erfuhren, dass Nebukadnezar und seine babylonische Armee Jerusalem erobert
hatten; sie erhofften sich dadurch, Zugang zu ertragreichen Handelsstraßen im
Inland zu bekommen, die durch Jerusalem verliefen. Im Gegenzug gab Gott ihnen
eine Reihe spezifischer Prophezeiungen über die bevorstehende Zerstörung von
Tyrus. Hesekiel schrieb: „Weil Tyrus spricht über Jerusalem: ‚Ha! Die Pforte der
Völker ist zerbrochen’... darum spricht Gott, der Herr: Siehe, ich will an dich;
Tyrus, und will viele Völker gegen dich heraufführen, wie das Meer seine Wellen
heraufführt. Die sollen die Mauern von Tyrus zerstören und seine Türme
abbrechen; ja, ich will sogar seine Erde von ihm wegfegen und will einen nackten
Fels aus ihm machen, einen Platz im Meer, an dem man Fischnetze aufspannt...
[sie] werden deine Steine und die Balken und den Schutt ins Meer werfen... und
du sollst nicht wieder gebaut werden. Denn ich bin der Herr, der dies redet,
spricht Gott der Herr" (Hesekiel 26, 2-14).
Um die Vollmacht und Bedeutung dieser Prophezeiung Hesekiels einschätzen zu
können, stellen Sie sich jemanden vor, der versucht, vorherzusagen, was mit New
York oder Berlin in den nächsten 2500 Jahren geschieht! Dennoch weiß die
Geschichte zu berichten, wie Hesekiels Vorhersagen eingetroffen sind. Im Jahre
585 v.Chr. begann Nebukadnezar eine 13-jährige Belagerung von Tyrus. Sein Land
war das erste einer ganzen Reihe von Nationen, die wie Wellen gegen Tyrus
angerückt sind. Um 530 v.Chr. errangen die Perser die Kontrolle über Tyrus. 332
v.Chr. zerstörte Alexander der Große den Teil von Tyrus, der auf dem Festland
lag, und warf den Schutt ins Meer, um so einen Zugang zu errichten, damit der
den auf der Insel gelegenen Teil angreifen konnte. Als Alexander schließlich die
Inselfestung von Tyrus eroberte, zerschlug er seine Mauern und machte die Stadt
dem Erdboden gleich. Glenn Markoe, ein Fachmann für die Geschichte der
Phönizier, schrieb: „Die Eroberung durch Alexander... markierte den Anfang von
Ende für Tyrus und Phönizien... Tyrus konnte sich bald wieder kommerziell
erholen, aber es erlangte nie mehr die erhabene Position, die es einst
innehatte" (Phoenicians, Markoe, Seite 61). Später dominierten die
Griechen und Römer, was von der Stadt übrig war. Im Jahre 638 n.Chr. eroberten
muslimische Armeen Tyrus. Kreuzritter brachten die Stadt 1124 wieder unter ihre
Kontrolle und benutzten sie als Ausgangsbasis für ihre Feldzüge. Im Jahr 1291
eroberten die Muslime die Stadt zurück und verwüsteten sie „wonach sie nie
wieder eine Bedeutung erlang" (Geisler, Seite 870). Heute gibt es ein kleines
Fischerdorf in der Nähe der Ruinen der einst so stolzen Stadt Tyrus, aber der
frühere Prunk und die Macht, sowie ihr ausgedehntes Handelsimperium existieren
nicht mehr. Der Ort, an dem früher eine der wohlhabendsten Städte des Altertums
lag, wurde zu einem Ort, „an dem man Fischnetze aufspannt", genau so, wie es die
Bibel vorhergesagt hat.
Die Bibel enthält auch Prophezeiungen über andere Städte in der Nähe von
Tyrus, deren Geschichte blutig verlaufen würde, die jedoch ein anderes
Schicksal haben sollten. Die Stadt Sidon, eine Hochburg der phönizischen
Götzenverehrung, die etwa 30 Kilometer nördlich von Tyrus lag, war für ihre
kunstvolle Metallverarbeitung und ihre feinen Tücher bekannt. Biblische
Prophezeiungen offenbaren, dass Sidon eine blutige Geschichte erleben und unter
Seuchen leiden würde, dass die Einwohner aber „erfahren, dass ich der Herr bin"
(Hesekiel 28, 21-23). Nirgendwo prophezeite Gott die völlige Zerstörung oder
Entvölkerung Sidons. Historische Berichte zeigen, dass die Assyrer Sidon 678
v.Chr. zerstörten, die Stadt aber wieder aufgebaut wurde. Sie unterwarf sich
Nebukadnezar, nachdem sie unter einer schlimmen Seuche gelitten hatte. Die
Perser verbrannten die Stadt um 351 v.Chr. Syrien und Ägypten kämpften um Sidon
und unter der Herrschaft der Römer wurde Sidon zu einer freien Stadt. Die Bibel
deutet an, dass Jesus möglicherweise Sidon besucht hat (Matthäus 15, 21) und
dass die Einwohner von Sidon durch Jesus die Botschaft des Evangeliums erhalten
haben (Markus 3, 7-8). Der Apostel Paulus besuchte ebenfalls die Stadt
(Apostelgeschichte 27, 3). Die heutige, moderne Stadt Sidon ist bekannt für ihre
Gärten und Orangenplantagen. Biblische Prophezeiungen zeigten ein deutlich
anderes Schicksal für Sidon, die Nachbarstadt von Tyrus – und es geschah genau
so, wie es die Schrift vorhersagte!
Um 700 v.Chr. schrieb der Prophet Jesaja einige spezifische Prophezeiungen
über den Fall des Babylonischen Reichs und die Zerstörung der Stadt Babylon
nieder (vgl. Jesaja Kapitel 13-14). Zur Zeit dieser Prophezeiungen Jesajas war
Babylon noch unter der Kontrolle der Assyrer und es dauerte noch einhundert
Jahre, bis es selbst zur Großmacht wurde. Doch Jesaja sah die künftige
Herrlichkeit voraus, die Babylon unter Nebukadnezar erreichen würde, mit seinen
hängenden Gärten, prunkvollen Palästen, luxuriösem Lebensstil, den massiven
Stadtmauern und militärischen Eroberungen. Jesaja sah ebenfalls voraus, wie die
Meder Babylon zerstören würden und die Stadt letztlich verlassen sein würde –
und das alles mehrere hundert Jahre im Voraus! Jesajas Prophezeiungen erklärten:
„Dies ist die Last für Babel... siehe, ich will die Meder gegen sie erwecken...
So soll Babel, das schönste unter den Königreichen, die herrliche Pracht der
Chaldäer, zerstört werden von Gott wie Sodom und Gomorra, dass man hinfort nicht
mehr da wohne noch jemand da bleibe für und für, dass auch Araber dort keine
Zelte aufschlagen... sondern Wüstentiere werden sich da lagern und ihre Tage
lassen nicht auf sich warten" (Jesaja 13, 1-22). Die Geschichte berichtet
darüber, wie diese Prophezeiungen erfüllt wurden: „Im Jahre 539 [v.Chr.] fiel
Babylon in die Hände der Meder und Perser... Xerxes zerstörte 478 die Stadt und
sie wurde schließlich im 4. Jahrhundert v.Chr. verlassen" (Eerdman’s Handbook
of the Bible [Eerdman’s Handbuch der Bibel], Seite 382).
Das auserwählte Volk
Einige der erstaunlichsten und überraschendsten
Prophezeiungen betreffen die Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs – die zwölf
Stämme Israels, die Gott zu einem besonderen Zweck erwählt hatte (2. Mose 19,
1-6). Gott verhießt Abram (Abraham), dass im Gegenzug für seinen Gehorsam seine
Nachkommen mächtig und ein Segen für die Welt werden würden (1. Mose 12, 1-3).
Spätere Prophezeiungen erklärten dann, dass Jakobs Nachfahren durch Manasse und
Ephraim letztlich ein „großes Volk" und eine „Menge [Gemeinschaft, Commonwealth]
von Völkern" werden sollten, die zusammen mit den anderen Nachkommen Jakobs in
biblischen Prophezeiungen als Israeliten bezeichnet werden würden (1.
Mose 48, 14-22). Die Begriffe Israel und Israeliten stehen in der
Bibel im Allgemeinen für die Nachkommen aller zwölf Söhne Jakobs. Die Juden sind
die Nachfahren Judas, der lediglich einer von Jakobs Söhnen war. Im engeren
Sinne steht Israel dann für die Nachfahren der zehn Stämme, die
die Nation Israel (mit der Hauptstadt Samaria) bildeten, und die sich von der
Nation Juda (mit der Hauptstadt Jerusalem) ablösten, als das Reich Salomos
aufgeteilt wurde (vgl. 1. Könige 12). Diese biblische Unterscheidung zwischen
den Juden und den anderen israelitischen Nationen ist ein wichtiger Schlüssel
zum Verständnis biblischer Prophezeiungen.
1. Mose 49 enthält eine bemerkenswerte Reihe von Prophezeiungen, die
voraussagen, wie die Israeliten – Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs – „am Ende
der Tage" [vgl. Fußnote der rev. Elberfelder Bibel] erkannt werden könnten.
Ruben wird mächtig sein und sich für besonders vornehm halten, es mangelt ihm
aber an nationaler Stabilität; überlegen Sie, wie diese Beschreibung auf
Frankreich zutreffen könnte. Aus Juda (den Juden) wird der Messias hervorgehen
und sie werden die Kenntnis des Gesetzes Gottes behalten. Sebulon wird am Meer
wohnen und ein Handelsvolk sein; eine Beschreibung, die an das moderne Holland
erinnert. Dan wird entlang seiner Wanderroute sein Zeichen hinterlassen, während
es seinen Ursprung im Nahen Osten verlässt; diese Beschreibung lässt einen an
Dänemark und Irland denken. Josef (Ephraim und Manasse) wird ein Kolonien
bildendes Volk sein, das an den gesegnetsten Plätzen der Erde wohnt – eine
Beschreibung, die genau auf die Nationen des ehemaligen British Commonwealth und
die USA zutrifft (vgl. 1. Mose 49, 22-26). Diese bemerkenswerten Prophezeiungen
sollten nicht nur in den Juden ihre Erfüllung finden – denen die Welt den Namen
„Israel" gegeben hat – sondern auch in elf weiteren Nationen, die Teile des
„ganzen Hauses" Israel sind. Diese Prophezeiungen offenbaren Hinweise auf die
Identität und den Ort, wo die modernen Nachkommen von Jakobs zwölf
Söhnen – die Kinder Israels – anzutreffen sind. Für eine eingehende Erklärung zu
diesem Thema fordern Sie bitte unsere kostenlose Broschüre Was bringt die
Zukunft für Amerika und Großbritannien? an.
Ein Verständnis der wahren Identität der israelitischen Nationen ist nicht
nur ein Schlüssel zum Verstehen biblischer Prophezeiungen; dieses Wissen ist
auch sehr bedeutsam für Gottes Kirche, die den Auftrag erfüllen soll, den Jesus
ihr gegeben hat. Jesus gebot seinen Jüngern, „zu den verlorenen Schafen aus dem
Hause Israel" zu gehen (Matthäus 10, 6) – um über das kommende Reich Gottes zu
predigen und die Israeliten vor den schrecklichen Prüfungen zu warnen, die ihnen
in den letzten Tagen widerfahren würden, weil sie den Gesetzen Gottes nicht
gehorchen (vgl. Jeremia 30, 7-24). Die Jünger Jesu nahmen diesen Auftrag ernst.
In ihren Tagen waren die Stämme Israel nicht „verloren". Der Apostel Jakobus
richtete seinen Brief „an die zwölf Stämme in der Zerstreuung" (Jakobus 1, 1).
Josephus offenbarte, dass in den Tagen der Apostel „zehn Stämme jenseits des
Euphrat liegen... und sind eine riesige Menge" (Antiquities of the Jews,
Buch XI, 5, 2). Dies erklärt, warum einige der Apostel, einschließlich Petrus
und Andreas, in diese Richtung reisten.
Historische Quellen deuten auch an, dass Petrus, Paulus und andere nach
Westeuropa und Großbritannien reisten, um das Evangelium zu predigen. Die klare
Schlussfolgerung aus diesen Reisen führender Apostel nach Westen ist, dass es
dort israelitische Völker gab! Erforschen Sie die Geschichte Irlands und
beachten Sie, welche Namen israelitischer Stämme in diesen Aufzeichnungen
auftauchen. Wenn Sie die Prophezeiungen in 1. Mose 49 über die Charakteristiken
und künftige Geschichte von Jakobs Nachkommen studieren, werden Sie die
Verbindung zu den Völkern feststellen, die derzeit in Nordwesteuropa leben oder
von dort ausgewandert sind! Wenn Sie die Identität der modernen Nationen Israels
verstehen, können Sie anfangen, anhand biblischer Prophezeiungen zu begreifen,
was die Zukunft für diese Nationen bringt – und für andere Nationen, die in
diesen biblischen Prophezeiungen erwähnt sind!
Die Zukunft von Nationen
Biblische Prophezeiungen handeln nicht nur von
altertümlicher Geschichte. Das Buch Daniel enthält detaillierte und dennoch
umfassende Prophezeiungen, die uns einen Überblick der Geschichte von der
Zeit Nebukadnezars und Babylons bis hin zur Rückkehr Jesu Christi am Ende des
Zeitalters liefern. Moderne Kritiker, die prophetische und übernatürliche
Elemente im Buch Daniel unglaubwürdig erscheinen lassen wollen, haben Ideen
wieder aufgegriffen, die bereits von Porphyrius, einen heidnischen Philosophen
des dritten Jahrhunderts aus Tyrus verbreitet wurden. Porphyrius behauptete, das
Buch Daniel sei eine Fälschung, die aus dem 2. Jahrhundert v.Chr. stammt,
nachdem die Ereignisse, die es beschreibt, bereits stattgefunden haben!
Doch diese Theorie widerspricht belegbaren Tatsachen. Das Buch Daniel
enthält genaue Zeitangaben, Orte und Namen, die überprüft werden können. Der
Prophet Hesekiel war ein Zeitgenosse Daniels und erwähnte ihn in respektvoller
Weise (Hesekiel 14, 20). Das Buch Daniel wurde weithin als inspiriert akzeptiert
und war bereits in der hebräischen Bibel des 2. Jahrhunderts v.Chr. enthalten.
Auch von Jesus wurde Daniel als Autor des Buchs anerkannt (Matthäus 24, 15).
Eine angesehene Quelle schreibt: „In NT-Prophezeiungen wird öfters auf Daniel
Bezug genommen, als auf irgendein anderes Buch des AT. Darüber hinaus enthält
es mehr erfüllte Prophezeiungen als jedes andere Buch in der Bibel" (vgl.
The Expositor’s Bible Commentary, Band 7, Seite 3).
Daniel schrieb einen Traum über ein riesiges Standbild nieder (Daniel 2).
Die vier Teile des Standbilds – Kopf, Brust, Bauch und Lenden, Schenkel und Füße
– versinnbildlichten vier Weltreiche, die in der Zukunft in Erscheinung
treten würden, um die mediterrane Welt zu beherrschen. Bibelgelehrte haben
inzwischen anerkannt, dass diese Reiche Babylon, das medo-persische Reich, das
griechisch-mazedonische Reich unter Alexander dem Großen und das Römische Reich
sind. Daniel offenbarte ebenfalls, dass Jesus Christus den letzten Rest des
Römischen Reichs an seinen Füßen und Zehen (bestehend aus Eisen und Ton) treffen
werde, wenn er am Ende dieses Zeitalters zurückkehrt, um sein Reich auf dieser
Erde zu errichten (Daniel 2, 41-45). An anderer Stelle beschrieb Daniel
dieselben vier Reiche als vier Tiere und offenbarte weitere Details über
jedes von ihnen. Das dritte Reich (Griechenland-Mazedonien unter Alexander dem
Großen) wurde mit vier Köpfen dargestellt (Daniel 7, 6). Die
Geschichte berichtet, dass das Reich nach Alexanders Tod in vier Teile
zerfiel, etwa 300 Jahre, nachdem Daniel die Prophezeiung niedergeschrieben
hatte. Daniel beschrieb außerdem, wie das vierte Tier (das Römische Reich) zehn
Hörner hatte. Diese „bedeuten zehn Könige, die aus diesem Königreich
hervorgehen" (Daniel 7, 7.24). Die Geschichte enthält berichte über viele
Versuche im Laufe der Jahrhunderte, das Römische Reich fortzusetzen oder wieder
zu errichten. Alle diese Wiederbelebungsversuche fanden in Europa statt.
Darunter waren Karl der Große, Karl V. von Habsburg, Napoleon und Mussolini.
Nach biblischer Prophezeiung wird die letzte Wiederbelebung von einem Menschen
geleitet werden, der als das „Tier" bezeichnet wird, und der von einem
religiösen Führer unterstützt wird, den die Bibel den „falschen Propheten" nennt
(vgl. Offenbarung 13 und 17). Für weitere Informationen über diese prophetischen
Entwicklungen in der Endzeit fragen Sie nach unserer kostenlosen Broschüre
Das Tier der Offenbarung.
Daniel erwähnt auch ein „kleines Horn", das die ersten drei Versuche, das
Römische Reich fortzusetzen, ausreißt und das mit den folgenden Wiederbelebungen
des Römischen Reichs in seinen verschiedenen Gestalten eng verbunden sein wird.
Von dieser Figur wird prophezeit, dass sie „große Dinge redet... den Höchsten
lästern und die Heiligen de Höchsten vernichten" wird (Daniel 7, 8.20.24-25).
Dieses „kleine Horn" weist auf die religiösen Führer hin, die von sich behauptet
haben, „Vikar Christi" (also „Stellvertreter Christi") zu sein, die durch
Inquisition an die Bibel glaubende Christen ermordet haben und die in der Bibel
gebotene heilige Tage durch heidnische Feiertage ersetzt haben. Andere
Prophezeiungen identifizieren dieses „kleine Horn" als eine herausragende
religiöse Persönlichkeit, deren endzeitliches Gegenstück eine Schlüsselrolle in
den Ereignissen spielen wird, die zur Rückkehr Jesu Christi führen werden (2.
Thessalonicher 2; Offenbarung 13 und 17).
Die zehn Zehen im Standbild Daniels (Daniel 2, 40-43) entsprechen zehn
Königen, die ihre Macht und Autorität an das „Tier" übergeben werden – einen
mächtigen und verführerischen politischen Führer, der in Europa direkt vor der
Rückkehr Jesu Christi am Ende dieses Zeitalters in Erscheinung treten wird
(Offenbarung 17, 1-13). Dieser politische Führer wird von einem mächtigen
religiösen Führer – der letzten Manifestation des „kleinen Horns" – unterstützt
und beeinflusst werden. Wie seine Vorgänger wird auch dieses „kleine Horn" eine
Schlüsselrolle in der Weltpolitik spielen (Offenbarung 13 und 17). Die
Geschichte beschreibt, dass Römisch-Katholische Päpste die Kaiser des Heiligen
Römischen Reichs gekrönt haben und dass Päpste und Bischöfe für lange Zeit die
europäische Politik mitbestimmt haben. Die Mischung aus Eisen und Ton bei den
zehn Zehen des Standbilds von Daniel sagen die schwierigen Bemühungen
gegeneinander strebender europäischer Nationen voraus, eine Union zu bilden,
indem sie ihre Souveränität einer Zentralregierung übertragen (ähnlich dem, was
die EU in Brüssel getan hat). Gegenwärtige Versuche, ein vereintes Europa nach
dem Modell des alten Römischen Reichs zu bilden, wurden bereits durch mehrere
Päpste und die Römische Kirche unterstützt. Daniel und andere Bücher der Bibel
weisen darauf hin, dass die letzte Erfüllung dieser bemerkenswerten
Prophezeiungen in den nun direkt bevorstehenden Jahren stattfinden wird!
Während diese alten und detaillierten Prophezeiungen vor unseren Augen
Wirklichkeit werden, grenzt es an Ironie, dass die Führer der Römischen Kirche
darauf beharren, dass die symbolische Sprache, die in Daniel und der Offenbarung
verwendet wird „nicht wörtlich interpretiert werden kann. Wir sollten
nicht erwarten, in diesem Buch [der Offenbarung] Details über das Ende der
Welt zu entdecken" (The Times, 5. Oktober 2005) – doch genau das
erklären diese prophetischen Bücher! Für Menschen von heute, die wirklich
verstehen wollen, wohin uns die Weltereignisse führen, besteht die
Herausforderung darin: Wem werden Sie glauben – Theologen oder der
Bibel? Aus diesem Grund ist es wichtig, festzustellen, ob die Bibel wirklich das
Wort Gottes ist, oder nicht – ob sie Fakt ist, oder Fiktion!
Das Ende der Welt
Leider verwerfen moderne Skeptiker – und sogar manche,
die behaupten, an Jesus Christus zu glauben – die Ideen über das Ende dieses
Zeitalters von vorneherein als pure Phantasie und haltloses
Weltuntergangsgerede. Doch die Bibel entwirft ein lineares Bild der
Geschichte und zeigt, wie alle Ereignisse auf einen Höhepunkt hinwirken. Die
Prophezeiungen in Daniel vertreten diese Sichtweise und weisen als Höhepunkt auf
die Rückkehr Jesu Christi hin, der das Reich Gottes auf dieser Erde errichten
wird. Jesus sprach frei und im Detail über spezifische Ereignisse, die das Ende
dieses Zeitalters ankündigen werden. Als die Jünger Jesus fragten, „was wird das
Zeichen sein für dein Kommen und für das Ende der Welt?", redete er nicht um den
heißen Brei um eine Antwort auf die Frage zu vermeiden, wie es viele Theologen
heute tun (Matthäus 24, 3). Vielmehr erklärte er seinen Jüngern, sie sollten
nach einer Zeit Ausschau halten, wenn sie weit verbreitete religiöse
Verwirrung und Verführung sehen, wenn es weltweit zunehmend mehr Berichte über
Gewalt, Kriege, ethnische Konflikte, Hungersnöte, Seuchen und Naturkatastrophen
gibt (Matthäus 24, 4-7).
Dies entspricht genau den Schlagzeilen in unseren heutigen Nachrichten!
Doch Jesus sagte, dies würde nur der „Anfang der Wehen" sein (Matthäus 24, 8).
Christus offenbarte weiter, dass es eine weltweite Verfolgung von Christen geben
werde, dass aber das wahre Evangelium vom kommenden Reich Gottes dennoch
„in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker [gepredigt werden wird], und
dann wird das Ende kommen" (Matthäus 24, 14). Jesus sagte, dass all diese
Ereignisse, die zum Höhepunkt dieses Zeitalters führen, in einer Zeit der
Geschichte stattfinden, in der sogar die Existenz jeglichen Lebens auf diesem
Planeten bedroht wäre. Beachten Sie die Beschreibung Jesu: „Wenn diese Tage
nicht verkürzt würden [durch die Rückkehr Jesu], so würde kein Mensch selig
[gerettet] werden; aber um der Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt"
(Matthäus 24, 22). Jesus ermahnte seine Jünger also, zu wachen –
aufmerksam zu bleiben – damit sie erkennen würden, wann für die
Zivilisation dieser Welt die letzte Stunde schlägt (Matthäus 24, 36-44;
25, 1-13; Markus 13, 32-37; Lukas 21, 34-38).
In den 1950er Jahren erkannten die wichtigsten Staatsoberhäupter erstmals,
dass die Menschheit mit der Entwicklung von Kernwaffen die Möglichkeit
geschaffen hatte, alles Leben von der Erde auszuradieren. Dies war bis zur
zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts niemals möglich gewesen! Ist es nur ein
Zufall, dass wir von 1950 bis heute auch die weltweite Ausbreitung von HIV-AIDS,
die Rückkehr einer resistenten Form der Tuberkulose, und die Bedrohung durch
Pandemien wie die Vogelgrippe und andere Infektionskrankheiten erlebt haben? Ist
es nur ein Zufall, dass wir uns heute Sorgen machen müssen über eine drohende
globale Erwärmung und die schlimmen Folgen eines globalen Klimawechsels? Ist es
nur ein Zufall, dass all dies geschieht, während man sich gleichzeitig immer
mehr vor internationalem Terrorismus und eskalierenden Konflikten im Nahen Osten
fürchtet – all das, was die Bibel seit langer Zeit vorhergesagt hat? Ist all
dies nur ein Zufall, oder erleben wir gerade die Erfüllung alter biblischer
Prophezeiungen, die im Detail beschreiben, wie dieses Zeitalter zu Ende geht?
Diese erstaunlich präzisen Prophezeiungen unterscheiden die Bibel von jedem
anderen Buch auf diesem Planeten und sie dienen als Beweis, dass die Bibel „von
der Hand Gottes" geschrieben wurde.
Kapitel 3:
Hat Gott die Bibel inspiriert?
Eine der erstaunlichsten Eigenschaften der Bibel ist,
dass sie unmissverständlich den Anspruch erhebt, das inspirierte Wort des
allmächtigen Gottes zu sein. Wir sehen dies in den Worten des Apostels
Paulus, eines hoch gebildeten Hebräers, der schrieb: „Alle Schrift [ist]
von Gott eingegeben" (2. Timotheus 3, 16). Der Apostel Petrus schrieb,
dass der Inhalt der Schrift „noch nie [...] aus menschlichem Willen
hervorgebracht worden [ist], sondern getrieben von dem heiligen Geist
haben Menschen im Namen Gottes geredet" (2. Petrus 1, 21). Für die frühen
Kirchenführer war „Inspiration nicht eine ekstatische Überwältigung des
Verstandes eines Autors, sondern vielmehr ein hoher Grad der Erleuchtung und ein
ruhiges Bewusstsein der Offenbarung durch Gott... in jedem Wort der Schrift" (The
Origin of the Bible [Der Ursprung der Bibel], Bruce, et al., Seite 38). Die
Bibel erklärt und die frühe Kirche erkannte an, dass Gott die biblischen
Schreiber inspiriert hat, indem er deren eigenen Verstand und Stil gebrauchte,
um zu schreiben, was Gott geschrieben haben wollte.
In der Bibel wird der Vorgang der göttlichen Inspiration so beschrieben,
wie Gott mit Mose arbeitete: „Und Gott redete alle diese Worte... Da
schrieb Mose alle Worte des Herrn nieder... Als nun Mose damit fertig war,
diese Gesetze vollständig in ein Buch zu schreiben, gebot er den
Leviten... Nehmt das Buch dieses Gesetzes und legt es neben die Lade des
Bundes" (2. Mose 20, 1; 24, 4; 5. Mose 31, 24-26). Jahrhunderte später lasen
Esra und Nehemia dem Volk Israel aus dem „Buch des Gesetzes des Mose" vor, das
auch „Buch des Gesetzes Gottes" genannt wurde (Nehemia 8, 1.18). Jesus
bestätigte dessen göttliche Inspiration, als er sagte: „habt ihr nicht gelesen
im Buch des Mose... wie Gott zu ihm sagte" (Markus 12, 26). Der Prophet
Jeremia schrieb eine ähnliche Erfahrung nieder: „Dies ist das Wort, das vom
Herrn geschah zu Jeremia: So spricht der Herr, der Gott Israels: Schreib dir
alle Worte, die ich zu dir geredet habe, in ein Buch" (Jeremia 30,
1-2). Der Ausdruck „So spricht der Herr" wird an über 350 Stellen im Alten
Testament verwendet und weist klar darauf hin, dass die Worte der Bibel von
Gott kamen.
Wie wir sehen werden, erheben noch andere religiöse Bücher den Anspruch
göttlicher Inspiration, doch ihnen fehlen die besonderen Merkmale, die eine
Autorität entsprechend der Bibel begründen.
Die Bibel erhebt nicht nur den Anspruch, von Gott inspiriert zu sein,
sondern auch, die höchste Quelle der Wahrheit zu sein, offenbart von dem
einen, wahren Gott. Der Apostel Johannes schrieb: „Dein Wort ist die Wahrheit"
(Johannes 17, 17). David schrieb: „Dein Gesetz ist Wahrheit... alle deine Gebote
sind Wahrheit... dein Wort ist nichts als Wahrheit" (Psalm 119, 142.151.160).
Und der Prophet Jesaja erklärte: „Hin zur Weisung und hin zur Offenbarung!
Werden sie das nicht sagen, so wird ihnen kein Morgenrot scheinen" (Jesaja 8,
20). Damit bekräftigte Jesaja, dass wir Aussagen schnell als falsch erkennen
können, wenn sie nicht mit dem Wort der Schrift übereinstimmen. Der Apostel
Paulus nannte die Schrift ebenfalls „das Wort der Wahrheit" (2. Timotheus 2,
15).
Diese Aussagen stehen in deutlichem Gegensatz zu den unsicheren Worten von
Pontius Pilatus: „Was ist Wahrheit?" (Johannes 18, 38). Heute teilen viele
Skeptiker und Zyniker die Meinung von Pilatus. Doch der feste Anspruch der Bibel
zeigt, dass deren Autoren eindeutig glaubten, dass die Worte, die sie
niederschrieben, absolut wahr und von einem weisen, allmächtigen Gott
inspiriert waren (vgl. 1. Mose 17, 1; Psalm 86, 10-11; Judas 1, 25). Was ist
Wahrheit? Prüfen Sie es selbst!
Die Bibel betont immer wieder, „der Herr ist der wahre Gott" (Jeremia 10,
10; vgl. Johannes 17, 3; 1. Thessalonicher 1, 9; 1. Johannes 5, 20). Die Schrift
berichtet, dass die ägyptischen Priester angesichts der vorher angekündigten
Wunder durch Mose und angesichts der Machtlosigkeit ihrer eigenen Götter
zu dem Schluss kamen: „Das ist Gottes Finger" (2. Mose 8, 12-15). Daniel
erwähnt, dass Nebukadnezar, der heidnische König von Babylon zu derselben
Schlussfolgerung gelangte, nachdem er den Gott der Bibel kennen lernte: „Es ist
kein Zweifel, euer Gott ist ein Gott über alle Götter und ein Herr über alle
Könige, der Geheimnisse offenbaren kann" (Daniel 2, 47). Die Bibel berichtet
auch, dass der Apostel Paulus sich ärgerte, als er Athen „voller Götzenbilder"
sah und dass er die abergläubischen Griechen über den wahren Gott
belehrte (Apostelgeschichte 17, 16-34). Für weiterführende Informationen über
den wahren Gott der Bibel fragen Sie nach unserer kostenlosen Broschüre
Der wahre Gott – Beweise und Verheißungen.
Die klare und eindeutige Aussage der Bibel lautet, dass die Schrift das
inspirierte Wort eines realen Gottes und die höchste Quelle der Wahrheit
ist! Für manche Menschen von heute ist das schwer zu glauben, weil wir in einem
Zeitalter des Skeptizismus leben, wo sogar so genannte Bibelgelehrte
anzweifeln, dass die Bibel wirklich das Wort Gottes ist. Doch die
unbeirrbare Aussage der Bibel ist, dass sie das inspirierte Wort eines
allmächtigen Gottes ist, dass sie in ihrer Gesamtheit wahr ist und einer
Überprüfung durch geschichtliche Aufzeichnungen und archäologische
Entdeckungen standhält. Und die Beweise sind vorhanden, wenn wir nur
bereit sind, sie uns anzusehen!
Kritiker fordern die Bibel heraus
Die Schrift erklärt klar: „Das Wort unseres Gottes
bleibt ewiglich" und „des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit" (Jesaja 40,
8; 1. Petrus 1, 25). König David schrieb: „[Des Herrn] Gnade währet ewig
und seine Gnade für und für" (Psalm 100, 5). Doch durch alle Jahrhunderte
hindurch haben Gegner und Kritiker versucht, die Schrift zu untergraben, zu
verunglimpfen, zu verspotten und zu vernichten, und sie haben sich sogar über
den Gott der Bibel lustig gemacht. Die Bibel warnt: „Irret euch nicht! Gott
lässt sich nicht spotten" (Galater 6, 7). Das Alte Testament berichtet, dass
Sanherib, ein heidnischer, assyrischer König während der Invasion Assyriens in
Juda (ca. 700 v.Chr.) den Gott Israels vor Hiskia und dem Volk von Jerusalem
verspottete (2. Chronik 32, 9-19). Kurz darauf „sandte [der Herr] einen Engel,
der vertilgte alle Kriegsleute und Obersten und Hauptleute im Lager des Königs
von Assur, dass er mit Schanden wieder in sein Land zog. Und als er in seines
Gottes Haus ging, fällten ihn dort durchs Schwert seine Söhne" (2. Chronik 32,
21-22).
Historische Aufzeichnungen bestätigen, dass Sanherib Jerusalem
nicht eroberte, und dass seine eigenen Söhne ihn töteten. Die
Geschichtsschreiber erklären nicht, warum dies geschah. Doch die Bibel
offenbart, dass es schreckliche Konsequenzen haben kann, wenn sich Zweifler und
Kritiker über den wahren Gott lustig machen! Nach dem Auszug aus Ägypten
war dies eine der dramatischsten Eingriffe Gottes in die Geschichte Israels, und
die Fakten der historischen Berichte bestätigen die biblischen
Aufzeichnungen. Zufällig erwähnt sogar der griechische Historiker Herodot, dass
Sanherib einen peinlichen Rückschlag mit übernatürlichen Anklängen erlebte, als
seine Armee in Ägypten einfiel und ein Schwarm von Feldmäusen deren Waffen
auffraß, wodurch er unter schweren Verlusten aus der Gegend von Pelusium fliehen
musste (The Histories, 2:141). Diese Wahrheit der Schrift – dass Gott
sich nicht verspotten lässt – findet darin Bestätigung.
In dem Jahrhundert nach den Aposteln bestätigen historische Quellen, dass
Celsus, ein redegewandter heidnischer Philosoph, einen erheblichen Aufruhr
entfachte, als er einen scharfen Angriff auf die Bibel und das Christentum
verfasste. Celsus schrieb, dass die biblischen Lehren „absurd" seien, dass die
Berichte in den Evangelien „eine Irreführung" seien und dass jeder, der an nur
einen Gott glaube, an „Wahnvorstellungen" leide (Is the Bible True? [Ist die
Bibel wahr?], Sheler, Seite 9). Die Bibel überlebte und das Christentum
breitete sich um die ganze Welt aus, aber nur wenige Menschen von heute
haben jemals etwas von Celsus gehört! Moderne Kritiker der Bibel, die die Ideen
von Celsus wieder aufgegriffen haben, sollten bedenken, dass sein Angriff auf
die Schrift von einem frühen Religionsgelehrten namens Origenes beantwortet
wurde, dessen achtbändiges Werk Gegen Celsus Punkt für Punkt widerlegte,
was Celsus behauptet hatte und der damit die Bibel verteidigte.
Die Symmetrie der Schrift
Zu Beginn des 4. Jahrhunderts strebte der römische
Kaiser Diocletian danach, die christliche Religion auszulöschen. Er veranlasste
eine schreckliche Christenverfolgung und befahl, dass alle Bibeln verbrannt
werden sollten. Doch innerhalb weniger Jahre kam ein neuer Kaiser (Konstantin)
an die Macht, der tatsächlich die Herstellung von 50 Bibeln in Auftrag gab!
Während des Mittelalters (etwa 500-1500 n.Chr.) lehrten von heidnischer
Philosophie beeinflusste Gelehrte, dass die biblischen Berichte lediglich
sinnbildliche Allegorien seien und nicht wörtlich genommen werden könnten. Gemäß
ihrer Vorstellung solcher Allegorien vermuteten sie, dass die biblischen
Passagen eine tiefere Bedeutung verbargen, gegenüber der die wörtliche Bedeutung
unwesentlich war. Die Bibel überlebte, doch diese Denkweise hält sich ebenfalls
bis heute in einigen theologischen Fakultäten. Die Vermutung einer allegorischen
Bedeutung ist ein sehr subtiler Weg, die klare Botschaft der Bibel zu
untergraben, weil sie ignoriert, was die Bibel tatsächlich sagt.
Im 18. Jahrhundert waren weltliche Gelehrte fasziniert von der scheinbaren
Macht der menschlichen Vernunft und den neuen Entdeckungen der Wissenschaft.
Indem sie die menschliche Vernunft als höchste Autorität betrachteten und somit
gegenüber allem Übernatürlichen negativ eingestellt waren, begannen diese
Kritiker, spekulative Ideen über die angenommenen Ursprünge,
scheinbaren Widersprüche und vermuteten Irrtümer der Bibel zu
verbreiten. Doch die Annahmen und Spekulationen dieser Kritiker haben sich auf
Dauer nicht halten können. Tatsächlich erscheinen uns heute manche ihrer
freimütigen Erklärungen ausgesprochen anmaßend und naiv. Gegen Ende des 18.
Jahrhunderts sagte der französische Philosoph Voltaire voraus, dass das
Christentum innerhalb des folgenden Jahrhunderts nicht mehr existieren werde.
Doch schon 50 Jahre nach seinem Tod produzierte die Genfer Bibelgesellschaft
eine Menge von Bibeln in Voltaires Haus auf seiner eigenen Druckerpresse
(The New Evidence That Demands a Verdict [Neue Beweise, die nach einem
Urteil verlangen], McDowell, Seite 10). Die Fakten der Geschichte und die
Entdeckungen der Archäologie machen deutlich: Die vagen Erklärungen und Theorien
der weltlichen Kritiker sind nichts als intellektuelle Luftschlösser.
Beweise aus der Archäologie
In den vergangenen 200 Jahren brachte die aufkommende
Bibelkritik viele Erklärungen von Gelehrten hervor, die die Inspiration der
Schrift anzweifelten. Zunächst behaupteten Skeptiker, dass die Autoren der Bibel
verschiedene Personen und Plätze, die in der Bibel erwähnt sind, erfunden haben
müssen, weil es für diese keine Beweise außerhalb der Bibel gab. In
„fortschrittlichen" Theologiefakultäten und in weltlichen akademischen Kreisen
fand dieser Ansatz viel Zuspruch. Presse und Medien fütterten die Gesellschaft
mit diesen Ideen und nährten so die Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Bibel.
Diese Skeptik und zweifelnde Einstellung ist uns bis heute erhalten geblieben,
obwohl laufend archäologische Entdeckungen immer wieder die historische
Genauigkeit der Bibel bestätigen und somit die Annahmen der Skeptiker
widerlegen!
Noch 1992 erklärten manche Gelehrte voller Zuversicht: „Es gibt keine
schriftlichen Hinweise, die belegen, dass David eher eine historische Person
war, als Josua, dass Josua eher eine historische Person war, als Abraham, und
dass Abraham eher eine historische Person war, als Adam" (vgl. „House of
David Built on Sand" [„Das Haus Davids ist auf Sand gebaut"], Biblical
Archaeology Review, Juli/August 1994, Seiten 54-55). Doch nur ein Jahr
später entdeckten Archäologen bei Ausgrabungen im oberen Teil von Galiläa eine
Inschrift aus dem 9. Jahrhundert v.Chr. über das „Haus David". Jeffrey Sheler,
mit Auszeichnungen versehener Journalist und Autor für religiöse Themen bei
U.S. News & World Report, schrieb: „Der bruchstückhafte Verweis auf David
schlug wie eine historische Bombe ein. Nie zuvor war der bekannte Name
von Judas altertümlichem Kriegskönig... in antiken Aufzeichnungen außerhalb der
Seiten der Bibel gefunden worden" (Is the Bible True? [Ist die Bibel
wahr?], Seite 60).
Über Jahrzehnte hinweg sahen Kritiker die biblische Geschichte von David
und Goliath als schönes Märchen und religiöse Dichtung an. Doch erst kürzlich
„haben Archäologen, die Ausgrabungen in der angegebenen Heimat Goliaths [in
Gath, vgl. 1. Samuel 17, 4] durchführten, eine Tontafel zu Tage gefördert, die
eine Inschrift des Namens der Philister trug. Sie erklärten, diese Fund verleihe
der biblischen Geschichte von Davids Kampf gegen einen Riesen historische
Glaubwürdigkeit" (The London Times, 13. November 2005). Dies ist die
älteste Inschrift der Philister, die je gefunden wurde und wird auf 950 v.Chr.
datiert – nur 70 Jahre von der biblischen Erzählung entfernt.
Über Jahre hinweg nahmen zweifelnde Gelehrte an, „dass es zur Zeit Abrahams
keine Hetiter gab, da es neben dem Alten Testament keine Berichte über ihre
Existenz gibt. Sie müssen also ein Mythos sein" (McDowell, Seite 11). Doch
spätere „archäologische Forschungen... brachten über 1200 Jahre hetitischer
Zivilisation zum Vorschein" (ebenda). In ähnlicher Weise vermuteten
Kritiker, dass die biblischen Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob nur fiktive
Personen aus volkstümlichen hebräischen Märchen waren. Doch Kuneiform-Tafeln,
die in den königlichen Archiven im Palast von Mari im Norden Syriens entdeckt
wurden und die auf den Beginn des 2. Jahrtausends v.Chr. (die ungefähre Zeit der
Patriarchen) datiert wurden, erwähnen „solche Namen wie Abra-am [Abraham],
Jacob-el und Benjaminiter" (When Skeptics Ask [Wenn Skeptiker fragen],
Geisler & Brooks, Seiten 186-187). All diese Entdeckungen bestätigen die
biblischen Berichte und widerlegen die Erklärungen der Kritiker.
Skeptische Bibelgelehrte haben die Ähnlichkeit zwischen dem
Schöpfungsbericht in 1. Mose und Inschriften auf babylonischen Tontafeln über
die Erschaffung der Welt bemerkt. Diese Gelehrten haben über die wesentlichen
Unterschiede in den Berichten hinweggesehen und behauptet, dass die biblischen
Schreiber ihr Material einfach von anderen Quellen entliehen haben. Doch die
Entdeckung von über 17000 Tontafeln aus der Zeit um 2500 v.Chr. in Ebla (im
heutigen Syrien) hat die Theorien der Kritiker widerlegt. Die Tafeln von Ebla
(die das Alter des babylonischen Schöpfungsepos noch um etwa 600 Jahre
übertreffen), enthalten „den ältesten bekannten Schöpfungsbericht außerhalb der
Bibel. Die Schöpfungstafel weist eine bemerkenswerte Ähnlichkeit zum
Schöpfungsbericht in 1. Mose auf, spricht ebenfalls von einem Wesen, das
die Himmel, den Mond, die Sterne und die Erde erschuf. Die Parallelen zeigen,
dass der biblische Bericht die ältere, weniger ausgeschmückte Version enthält...
Sie [die Tafeln von Ebla] zerstören den Glauben der Kritiker an eine
Entwicklung des Monotheismus aus den vermeintlich früheren Polytheismus" (Baker
Encyclopedia of Christian Apologetics, Geisler, Seite 208).
Es gab noch Dutzende weiterer bemerkenswerter Entdeckungen. Die Stele von
Merneptah beschreibt, wie ein ägyptischer Pharao Israel erobert (ca. 1200
v.Chr.). Der schwarze Obelisk von Nimrud zeigt eine bildliche Darstellung, wie
sich der israelitische König Jehu vor dem assyrischen König Salmanasser III.
verbeugt. Eine Inschrift nahe Jerusalem erwähnt „Josef, den Sohn von Kaiphas"
(Kaiphas war der Hohepriester in Jerusalem zur Zeit der Kreuzigung Jesu; vgl.
Matthäus 26, 57). Die Inschrift auf einem Stein aus dem ersten Jahrhundert in
Cäsarea besagt: „Pontius Pilatus, der Präfekt von Judäa" (Pilatus war der
römische Gouverneur zur Zeit der Kreuzigung Jesu; vgl. Matthäus 27, 2). Solche
Beweise, die in Stein gemeißelt sind, unterstützen die Schlussfolgerung, dass
die Autoren der Bibel Fakten niederschrieben, und keine Fiktion (vgl. The
Signature of God [Die Unterschrift Gottes], Jeffrey, Seiten 72-74; Is the
Bible True? [Ist die Bibel wahr?], Sheler, Seiten 110-112).
Es ist geradezu erstaunlich, wie sehr die Archäologie die
geschichtliche Genauigkeit der Bibel bestätigt hat! Wie der bekannte
Archäologe Nelson Glueck geschrieben hat: „Es kann klar gesagt werden, dass
generell keine archäologische Entdeckung jemals einer einzigen biblischen
Passage widersprochen hat. Dutzende archäologischer Funde konnten in klaren
Umrissen oder im genauen Detail die historischen Aussagen der Bibel bestätigen"
(Rivers in the Desert [Flüsse in der Wüste], Glueck, Seite 136). Gluecks
Kommentar spiegelt die Worte eines anderen prominenten Archäologen, William F.
Albright, wider, der sagte: „Es kann keinen Zweifel daran geben, dass die
Archäologie die wesentliche Geschichtlichkeit der alttestamentlichen Tradition
bestätigt hat... Der übermäßige Skeptizismus, den wichtige Geschichtsfakultäten
im 18. und 19. Jahrhundert gegenüber der Bibel an den Tag gelegt haben... erwies
sich immer mehr als unangebracht" (Evidence That Demands a Verdict [Beweise, die
nach einem Urteil verlangen], McDowell, Band 1, Seite 65). Die Beweise der
Geschichte und der Archäologie strafen die Kritiker Lügen und unterstützen
die Bibel!
Kapitel 4:
Wurde die Bibel unverfälscht überliefert?
Wie können wir wissen, ob der Text der Bibel über die
vielen Jahrhunderte hinweg richtig erhalten geblieben ist? Ist es logisch, zu
glauben, dass ein Buch, dass von über 40 Autoren an verschiedenen Orten über
einen Zeitraum von 1500 Jahren geschrieben wurde, vertrauenswürdig ist? Können
wir beweisen, dass der Text, der uns heute vorliegt, verlässlich ist?
Wenn den Bibel das inspirierte Wort eines allmächtigen Gottes ist,
der Menschen dazu ermutigt, „die Fakten zu überprüfen", dann sollten wir
erwarten, überzeugende Beweise zu finden, dass die Schrift über die
Jahrhunderte hinweg sorgfältig und richtig überliefert wurde. Solche Beweise
gibt es – in der Bibel selbst! Beweise können wir auch in der jüdischen
Geschichtsschreibung, in den Schriften der frühen Kirchengelehrten und in einer
Menge moderner Quellen finden. Die Beweise für eine richtige Überlieferung der
Bibel sind bemerkenswert, überwältigend und tatsächlich nicht
zu widerlegen!
Die Bewahrung des Alten Testaments
Der Apostel Paulus offenbarte, wo wir einen Beweis für
die Bewahrung der Schrift finden können, als er schrieb: „Was haben dann die
Juden für einen Vorzug...? [...] ihnen ist anvertraut, was Gott geredet hat"
(Römer 3, 1-2). Der Bibelgelehrte Bernard Ramm kommentiert: „Die Juden bewahrten
es [das Alte Testament], wie kein anderes Manuskript jemals bewahrt wurde"
(McDowell, Seite 9). Als Gott deren Vorfahren seine Gesetze offenbarte, war dies
mit einem Auftrag verbunden: „Ihr sollt nichts dazutun zu dem, was ich euch
gebiete, und sollt auch nichts davontun... So haltet sie [die Gebote und Rechte
Gottes] nun und tut sie... Und du sollst [sie] deinen Kindern und Kindeskindern
kundtun" (5. Mose 4, 1-10). Die Geschichte zeigt klar, wie dies geschehen ist.
Die Bibel berichtet, dass Gott seine Gesetze Mose direkt gab (ca. 1400
v.Chr.) und dass „als nun Mose damit fertig war, die Worte dieses Gesetzes in
ein Buch zu schreiben,... er den Leviten [gebot]... Nehmt das Buch dieses
Gesetzes und legt es neben die Lade des Bundes" (5. Mose 31, 24-26). Diese
Bundeslade war eine Kiste, die die Steintafeln enthielt, auf die Gott das Gesetz
eingraviert hatte, sowie die Schriften des Mose (5. Mose 10, 5). Sie wurde in
der Stiftshütte und später im Tempel in Jerusalem aufbewahrt. Die Bibel zeigt,
wie Esra der Priester den Juden, die im 5. Jahrhundert v.Chr. aus Babylon nach
Jerusalem zurückkehrten, das „Buch des Gesetzes des Mose" vorlas und erklärte
(Nehemia 8, 1-12). Aus der Zeit um 150 v.Chr. gibt es sogar außerbiblische
Quellen, die beweisen, dass der Pentateuch (die ersten 5 Bücher des Alten
Testaments) Mose zugeschrieben wurden (The Origin of the Bible [der
Ursprung der Bibel], Bruce et al., Seite 56). Im ersten Jahrhundert n.Chr.
zitierten Jesus und die Apostel ebenfalls aus den Büchern Moses und verwiesen
auf diese als inspirierte Schrift (vgl. Markus 12, 19-27; Johannes 1, 17;
Römer 10, 5). So liefert die Bibel also selbst eine Bestätigung, wie die Schrift
über Generationen hinweg bewahrt und verwendet wurde.
Kanon gegen Konfusion
Es gibt ebenfalls Beweise in der Bibel und in
historischen Quellen, dass das Alte Testament aus spezifischen Büchern bestand,
die weithin als von Gott inspiriert anerkannt waren. Die Liste
dieser als inspiriert anerkannten Bücher wurde zum Kanon des Alten
Testaments, zur hebräischen Bibel. Im 1. Jahrhundert n.Chr. bezogen sich sowohl
Jesus (Lukas 24, 44) als auch der jüdische Lehrer Philo auf drei übergeordnete
Unterteilungen des alttestamentlichen Kanons: das Gesetz, die Propheten und die
Schriften [Psalmen] (vgl. Bruce, Seite 60). Josephus, ein jüdischer Historiker
aus dem 1. Jahrhundert erkannte an, dass die hebräische Bibel aus 22 Büchern
bestand – im Wesentlichen derselbe Text, aus dem – mit einer anderen
Unterteilung – die 39 Bücher unseres modernen Alten Testaments bestehen, – und
dass diese Bücher „schon immer als kanonisch anerkannt waren" (ebenda,
Seite 61). Die Tatsache, dass 22 Bücher des Alten Testaments zusammen mit 27
Büchern des Neuen Testaments genau 49 Bücher der vollständigen Bibel ergeben (49
wird als Zahl der Vollkommenheit angesehen), weist darauf hin, dass ein
göttlicher Verstand diesen Prozess gesteuert hat. Die Bibel ist nicht nur eine
zufällige Ansammlung von Büchern!
Moderne Gelehrte stimmen im Allgemeinen darin überein, dass die hebräischen
Schriften von frühester Zeit an als inspiriert anerkannt wurden. Eine Quelle
besagt: „Beweise stützen die Theorie, dass der hebräische Kanon bereits lange
vor dem Ende des ersten Jahrhunderts n.Chr. feststand, am wahrscheinlichsten
bereits im vierten Jahrhundert v.Chr. und sicherlich nicht später als 150
v.Chr." (McDowell, Seite 26). Eine andere Quelle erklärt: „Niemand bezweifelt,
dass der Pentateuch zur Zeit Esras und Nehemias im 5. Jahrhundert v.Chr. bereits
vollständig und Teil des Kanons war... ein solcher Beweis lässt darauf
schließen, dass die Identität aller kanonischen Bücher [des Alten Testaments] zu
Beginn der christlichen Ära bereits gut bekannt und allgemein akzeptiert war" (The
Origin of the Bible [der Ursprung der Bibel], Bruce et al., Seite 56). Man
beachte, dass keiner der biblischen Schreiber oder frühen Kirchengelehrten die
Apokryphen, die in der Zeitspanne zwischen dem Alten und dem Neuen Testament
geschrieben wurden, als inspiriert anerkannt hat.
Genaue Kopien hergestellt!
Doch wie verlässlich sind die Bücher des Alten
Testaments, die wir heute haben? Wurde uns der Text des Alten Testaments richtig
überliefert? Sehen wir uns die Beweise an: „Im Judaismus war eine ganze Rehe von
Gelehrten damit beauftragt, die Erhaltung des biblischen Texts zu
standardisieren". Dies geschah über einen Zeitraum von 500 v.Chr. bis 1000 n.
Chr. (McDowell, Seiten 73-77). Die frühesten Schriftgelehrten, die Sopherim (400
v.Chr. bis 200 n.Chr.) arbeiteten mit Esra und waren „als Bibelwächter angesehen
bis zur Zeit Christi" (ebenda). Sie wurden gefolgt von den Talmudisten
(100 – 500 n.Chr.) und schließlich von den Masoreten (500 – 1000 n.Chr.).
Zahlreiche Berichte bestätigen, dass diese Schriftgelehrten die biblischen Texte
mit extremer Sorgfalt kopierten, indem sie die Wörter in jedem Buch
zählten und abzählten, wie oft jeder Buchstabe in einem Buch vorkommt. Zudem
zählten sie ab, welcher Buchstabe in der Mitte des Pentateuchs und welcher
Buchstabe in der Mitte der Bibel steht!
Wegen einer solch sorgfältigen Beachtung kleinster Details bei der
Übertragung und Erstellung von Manuskripten des Alten Testaments erkennen
moderne Gelehrte an, dass „die hebräische Bibel mit höchster Genauigkeit
überliefert wurde... man kann sicher sagen, dass kein anderes Werk der Antike so
genau überliefert worden ist... es grenzt an ein Wunder" (Evidence That
Demands a Verdict [Beweise, die nach einem Urteil verlangen], McDowell,
Seiten 55-56). Die Entdeckung der Schriftrollen vom Toten Meer 1947 bewies, wie
genau die Juden den Text des Alten Testaments bewahrt und überliefert hatten.
Vor der Entdeckung dieser Schriftrollen in einer Höhle beim Toten Meer stammte
die älteste erhaltene Kopie des hebräischen Texts aus der Zeit um 1000 n.Chr.
Die neu entdeckten Schriftrollen stammten aus dem ersten Jahrhundert v. Chr. –
waren also etwa 1000 Jahre älter! Die Schriftrollen enthielten zwei beinahe
vollständige Kopien des Buchs Jesaja, die sich als „Wort für Wort identisch mit
unserer gebräuchlichen hebräischen Bibel in über 95 Prozent des Texts erwiesen.
Die 5 Prozent Abweichungen waren offensichtliche Abrutscher des Schreibwerkzeugs
und Buchstabiervarianten" (When Skeptics Ask [Wenn Skeptiker fragen],
Geisler & Brooks, Seiten 158-159). Die Schriftrollen vom Toten Meer lieferten
einen klaren Beweis, dass der Text des Alten Testaments sich in über 2000 Jahren
nicht verändert hatte!
Das Neue Testament ist erhalten geblieben
Die Verlässlichkeit des Neuen Testaments ruht auf einer
Fülle von verfügbaren Hinweisen. Gelehrte erkennen bereitwillig an: „Es gibt
mehr und frühere Manuskripte vom Text des Neuen Testaments als von irgendeinem
anderen Buch der Welt des Altertums" (Baker Encyclopedia of Christian
Apologetics, Geisler, Seite 93). Diese Manuskripte offenbaren eindeutig,
dass das Neue Testament „uns mit keinen oder beinahe keinen Abweichungen
überliefert wurde" (Evidence That Demands a Verdict [Beweise, die nach
einem Urteil verlangen], McDowell, Seite 44).
Über 24000 Manuskripte des Neuen Testaments in Griechisch, Lateinisch und
anderen Sprachen geben uns Hinweise auf den Text. Die frühesten Manuskripte des
Neuen Testaments stammen aus der Zeit weniger Jahrzehnte bis weniger
Jahrhunderte nach der Zeit der apostolischen Autoren. Zum Vergleich: Es gibt nur
643 Manuskripte von Homers Ilias (geschrieben im 8. Jahrhundert v.Chr.) und das
früheste Manuskript, das uns bis heute erhalten geblieben ist, stammt von etwa
400 v.Chr. – fast 500 Jahre nach der ursprünglichen Dichtung. Nur 10 bis 20
Kopien der Schriften von Julius Cäsar, dem römischen Historiker Tacitus und den
griechischen Historiker Herodot existieren heute noch, und die ältesten davon
wurden 1000 Jahre nach dem Original erstellt (McDowell, Seiten 39-43).
Verglichen mit dem Neuen Testament hat uns kein anderes Dokument aus der Antike
eine solche Fülle von Materialien hinterlassen, anhand derer die Zuverlässigkeit
in der Übertragung des Textes dokumentiert werden kann. Zusätzlich zu den vielen
verfügbaren Manuskripten zitierten frühe christliche Autoren das Neue Testament
so ausgiebig, dass beinahe das gesamte Neue Testament aus anderen Quellen
rekonstruiert werden könnte.
Kritiker haben die Theorie aufgestellt, dass unbekannte Autoren die
Evangelien Jahrhunderte nach den Aposteln zusammengestellt haben. Doch das
früheste Fragment des Johannesevangeliums datiert um 130 n.Chr., etwa 30 Jahre
nach dem Tod des Apostels. Dies unterstützt die traditionelle Sichtweise, dass
Johannes sein Evangelium gegen Ende des ersten Jahrhunderts schrieb (vgl.
McDowell, Seiten 39-47). Auch „gibt es keine Hinweise aus den ersten zwei
Jahrhunderten des Christentums, dass die Evangelien jemals ohne den Namen ihres
jeweiligen Autors in Umlauf waren" (Sheler, Seite 33). Ein Gelehrte hat erkannt:
„Wenn wir den gegenwärtigen Zustand des neutestamentlichen Texts mit dem
irgendeines anderen Werks der Antike vergleichen, müssen wir... ihn für
erstaunlich korrekt erklären" (McDowell, Seite 45). Ein anderer bekannter
Gelehrter schrieb: „Es kann nicht deutlich genug gesagt werden, dass der Text
der Bibel dem Inhalt nach sicher ist. Besonders gilt dies für das Neue
Testament... So etwas kann man von keinem anderen antiken Buch auf der
ganzen Welt behaupten" (ebenda).
Der Kanon des Neuen Testaments
Über Jahrzehnte hinweg haben Kritiker vorgebracht, dass
zwischen den Lebzeiten Jesu und der Apostel und der Niederschrift der Bücher des
Neuen Testaments ein Jahrhundert oder mehr vergangen sei und dass das Neue
Testament wahrscheinlich von anonymen Autoren zusammengestellt worden sei. Eine
so späte Zusammenstellung würde genügend Zeit bieten, damit sich Mythen und
Legenden in den Text einschleichen. Manche progressive Theologen und moderne
Autoren – wie in Sakrileg – behaupten, dass die Bücher des Neuen
Testaments von politisch motivierten Komitees ausgewählt worden sind und dass
wertvolle Bücher absichtlich weggelassen wurden, wodurch sich der Wert und die
Richtigkeit der Bibel vermindern würden. Doch interne Beweise anhand des
neutestamentlichen Texts, die Fakten der Geschichte und die Masse moderner
Gelehrter stehen allesamt solchen Ideen entgegen!
Die meisten glaubwürdigen Gelehrten stimmen heute darin überein, dass „der
neutestamentliche Kanon mit den Evangelien und den meisten Paulusbriefen gegen
Ende des ersten Jahrhunderts festgelegt wurde... Das Datum, das den kanonischen
Evangelien zugeschrieben wird, liegt nicht später als 60 bis 100 n.Chr."
(Geisler, Seite 520). Weder das Evangelium nach Lukas noch die Apostelgeschichte
(die auch von Lukas geschrieben wurde) erwähnen die Zerstörung Jerusalems und
des Tempels 70 n.Chr., was für die Juden das bedeutsamste Ereignis des
Jahrhunderts gewesen ist. Tatsächlich erwähnt kein Autor des Neuen Testaments
die Zerstörung des Tempels, was ein klarer Hinweis auf eine frühere
Niederschrift des neutestamentlichen Kanons ist.
Die neutestamentlichen Bücher selbst offenbaren, dass die Autoren
erkannten, welche Schriften von Gott inspiriert waren und zum Kanon gehörten.
Der Apostel Paulus erklärte, „dass es des Herrn Gebot ist, was ich euch
schreibe" (1. Korinther 14, 37). Paulus schrieb, dass die Lehren der Apostel
göttlich inspiriert waren und in allen Gemeinden vorgelesen werden sollten, und
lobte die Gemeinde, „dass ihr das Wort der göttlichen Predigt, das ihr
von uns empfangen habt, nicht als Menschenwort aufgenommen habt, sondern als
das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort" (1. Thessalonicher 2, 13;
5, 27). Petrus warnte, dass diejenigen, die das verdrehten, was Paulus
geschrieben hatte, tatsächlich „die Schriften" verdrehten (2. Petrus 3,
15-16). Die Gelehrten in den frühen Jahrhunderten der Kirche akzeptierten als
„Schriften", was die Apostel geschrieben hatten und machten „alle einen klaren
Unterschied zwischen ihren eigenen [Werken] und den inspirierten,
verbindlichen Schriften der Apostel" (Bruce, Seite 71). Auch dies spricht
klar dafür, dass der neutestamentliche Kanon bereits sehr früh in der
Kirchengeschichte anerkannt war.
Tertullian, ein Religionshistoriker aus dem frühen 3. Jahrhundert scheint
einer der ersten Autoren gewesen zu sein, die die christlichen Schriften das
„Neue Testament" nannten. Dies ist deshalb von Bedeutung, weil es „die Schriften
des Neuen Testaments auf die gleiche Ebene der Inspiration und Autorität
stellte, wie das Alte Testament" (Bruce, Seite 66). Ab dem 4. Jahrhundert
existieren Aufzeichnungen, die zeigen, dass der neutestamentliche Kanon aus 27
Büchern bestand – denselben Büchern, die wir heute haben. Ein Brief aus dem
Jahre 367 n.Chr. von Athanasius, dem Bischof von Alexandria, liefert uns den
ersten vollständigen Beleg für die genau 27 Bücher des Neuen Testaments. Sein
Brief, der „ein für allemal den Gebrauch von bestimmten apokryphischen Büchern
beenden" sollte, warnt: „Niemand soll zu diesen hinzufügen; nichts soll von
ihnen weggenommen werden" (Bruce, Seite 74). Später, im Jahre 397 n.Chr.
beschloss ein Kirchenkonzil in Karthago, dass „neben den kanonischen Schriften
[die das Konzil als 27 Bücher auflistete] nichts in der Kirche unter dem Namen
der göttlichen Schriften gelesen werden soll" (Bruce, Seite 74). Klares Ziel war
es, zu identifizieren, welche Bücher Teil des inspirierten
neutestamentlichen Kanons waren, und den Gebrauch apokryphischer Literatur zu
unterbinden.
Was ist mit den Apokryphen?
Was sind eigentlich apokryphische Bücher? Warum gaben
sie Anlass zu Kontroversen in der frühen Kirche? Sind sie für uns heute von
Bedeutung? Das Wort „Apokrypha" (was versteckt oder verdeckt
bedeutet), bezieht sich auf Bücher, die weder die Juden noch die frühe Kirche je
als inspiriert oder als Teil des Kanons anerkannten (vgl. Bruce, Seiten 79-94;
Geisler, Seiten 28-34). Die meisten apokryphischen Bücher stammen aus der
zwischentestamentlichen Zeit und wurden von anonymen Autoren oder unter dem
Namen von in der Bibel erwähnten Personen oder Orten verfasst. Diese Bücher
behaupten nicht, inspiriert zu sein. Sie enthalten keine voraussagenden
Prophezeiungen, dafür aber historische und geographische Fehler und sie
vertreten wunderliche Ideen und falsche Lehren, die den kanonischen Schriften
widersprechen. Jesus und die Schreiber des Neuen Testaments haben die Apokryphen
nie als heilige Schriften anerkannt. „Für fast die ersten vier Jahrhunderte hat
keine Kanonliste und kein Kirchenkonzil die Apokryphen anerkannt" (Geisler,
Seite 33).
Obwohl in der Septuaginta (einer griechischen Übersetzung der hebräischen
Schriften, die von 70 Gelehrten in Alexandria um 250 v.Chr. erstellt wurde)
manche apokryphische Bücher zusammen mit kanonischen Büchern veröffentlicht
wurden, fand diese Übersetzung nicht unter der Aufsicht von Schriftgelehrten der
judaistischen Tradition statt, die ihre Zentren in Tiberias und Babylon hatten.
Josephus, der im ersten Jahrhundert n.Chr. schrieb, schloss die
Apokryphen gezielt aus dem hebräischen Kanon aus, als er schrieb: „wir
haben... nur 22 Bücher, von denen zu Recht geglaubt wird, dass sie göttlich
sind" (Against Apion [Gegen Apion], 1:8). Philo, ein jüdischer Lehrer aus dem
ersten Jahrhundert, der in Alexandria lebte, „zitierte das Alte Testament
ausgiebig aus praktisch jedem kanonischen Buch. Doch nicht ein einziges Mal
zitierte er aus den Apokryphen als inspirierter Literatur" (Geisler, Seite 32).
Bekannte frühe Autoren wie Origenes, Cyril von Jerusalem, Athanasius von
Alexandrien und Jerome verwarfen allesamt die apokryphischen Bücher als
nicht authentisch. Tatsächlich war es Jerome (der die lateinische
Bibelübersetzung Vulgata um 400 n.Chr. verfasste), der zuerst den Begriff
Apokryphen verwendete, als er sich auf die Bücher bezog, die nicht
als Teil des inspirierten Bibelkanons angesehen wurden und nicht dazu
verwendet werden sollten, Lehrmeinungen festzulegen. Jerome diskutierte mit
dem Theologen Augustinus, der der Meinung war, die Apokryphen seien inspiriert
und sollten in den Kanon aufgenommen werden, offenbar weil sie in die
Septuaginta mit aufgenommen worden waren.
Die apokryphischen Bücher wurden zu einem zentralen Thema während der
Reformation, als Protestanten (die der Argumentation Jeromes folgten) die
Apokryphen als uninspiriert ablehnten. Doch auf dem Konzil von Trient 1546
erklärten römisch-katholische Führer (die den Ideen von Augustinus folgten)
diese Bücher zu einem Teil des neutestamentlichen Kanons. Auf diese Weise
versuchte die Römische Kirche, den Einfluss Martin Luthers und anderer
Reformatoren zurückzudrängen, die sich gegen das Zölibat, an Tote gerichtete
Gebete und das Fegefeuer aussprachen – Ideen, die nicht aus den kanonischen
Schriften stammen, aber in manchen apokryphischen Büchern zu finden sind.
Doch dies war nicht das Ende der Kontroverse um die apokryphischen Schriften.
Gnostische „Evangelien"?
1945 wurde nahe Nag Hammadi, einer ägyptischen Stadt
nördlich von Luxor am Nil, eine Sammlung von Büchern gefunden, die allgemein als
„gnostische Evangelien" bekannt wurden. Der Gnostizismus beinhaltete eine Reihe
irrgläubiger Ideen, die frühe Kirchenführer Simon dem Zauberer zuschrieben (vgl.
Apostelgeschichte 8, 9-25; Geisler, Seite 274). Gnostische Schriften beinhalten
vorgeblich „geheime Aussprüche" Christi, die im krassen Gegensatz zu
seinen Lehren im Neuen Testament stehen. Im Thomasevangelium hat Jesus
einen Wutausbruch und lässt ein Kind, das ihn beleidigt hat, verdorren (3, 1-3).
In einem anderen Werk stellt Jesus am Sabbat Vögel aus Ton her; als seine Eltern
ihn deswegen zurechtweisen, klatscht er in die Hände und die Vögel fliegen
davon. Das Evangelium von Philippus behauptet, dass Christus eine
romantische Beziehung zu Maria von Magdala unterhielt. Das Evangelium von
Maria erklärt schließlich, dass Maria die eigentliche Führerin Christi und
der Jünger gewesen sei.
Frühe Kirchenführer verwarfen die gnostischen Schriften als unecht und
ketzerisch. Doch moderne Bibelkritiker haben gemeinsam mit Revisionstheologen,
kreativen Autoren und Anhängern der mythischen New Age Bewegung diese
„alternativen" Evangelien wieder aufleben lassen und erklären sie für den
kanonischen Schriften ebenbürtig und gleichermaßen glaubwürdig. Dan
Brown, der Autor der bekannten fiktiven Novelle Sakrileg (The DaVinci
Code), schreibt in enger Anlehnung an die irrgläubigen Ideen der gnostischen
Schriften sowie an den Mystizismus und okkulte heidnische Verehrung von
Göttinnen. In seiner Novelle „erklärt er, dass Maria Magdalena... eine starke,
unabhängige Person war, Förderer von Jesus und Mitbegründerin seiner Bewegung,
sein einziger Anhänger in seiner schwersten Stunde, Autorin ihres eigenen
Evangeliums, Partnerin Jesu in einer romantischen Beziehung und die Mutter
seines Kindes. Für die Millionen von Frauen, die sich in Kirchen aller
Glaubensrichtungen von heute unwillkommen, diskriminiert und geringwertiger
fühlen, ist die Novelle eine Chance, die frühe Kirchengeschichte in einem völlig
neuen Licht zu sehen... Der DaVinci Code [Sakrileg] öffnet
jedermann die Augen für eine überraschend andere Sichtweise der mächtigen Rolle
der Frauen in der Geburtsstunde des Christentums. Diese Themen wurden in der
Harvard’s divinity school und anderen intellektuellen Zentren zur
verbreitetsten Denkrichtung" (Secrets of the Code [Geheimnisse des
Codes], Bernstein, Seite xxvii).
Als Dan Brown seine Hauptperson sagen lässt, „fast alles, was uns unsere
Väter über Christus gelehrt haben, ist falsch" und „Die Bibel ist ein Produkt
der Menschen, meine Liebe, nicht Gottes", vertritt er damit eine Denkweise und
Weltanschauung, die bestrebt ist, die Bibel und den Christus der Bibel zu
untergraben und zu diskreditieren. Obwohl die Handlung in Sakrileg „eine
mutige Suche nach der Wahrheit um jeden Preis [zu beschreiben scheint], ist das
eigentliche Ziel, eine der grundlegendsten Eigenschaften des christlichen
Glaubens zu unterwandern – den Glauben, dass die ursprüngliche Botschaft des
Evangeliums, die in der Bibel verwahrt ist, das einzigartige, inspirierte Wort
Gottes ist" (Cracking the Code [Den Code knacken], Garlow & Jones, Seite
72). Die eigentliche Gefahr von Büchern wie Sakrileg sind die Zweifel,
die in den Gedanken von Menschen gesät werden, denen es an historischem und
biblischem Wissen mangelt. Für solche Menschen können die Fiktionen der
apokryphischen Schriften wie Fakten aussehen, was sie im Bezug auf die wahre
Natur der inspirierten Schriften täuscht und verführt. Einer der
Hauptgründe für die öffentliche Auflistung, welche Bücher den Kanon des Alten
und Neuen Testaments ausmachen, war es, eine klare Trennlinie zwischen den
inspirierten Büchern und den falschen, irreführenden Schriften der Gnostiker
zu ziehen.
Kapitel 5:
Echte Antworten auf die großen Fragen des Lebens
Heute leben viele Menschen in einer materialistischen
Welt voller Wohlstand und Überfluss. In unserer Zeit genießen mehr Menschen
einen höheren Lebensstandard, als in jeder anderen Epoche der
Menschheitsgeschichte. Doch auch mit mehr Geld in der Tasche und mit mehr Zeit
zur freien Verfügung empfinden Millionen von Menschen das Leben immer noch als
leer und bedeutungslos. Immer mehr Menschen von heute erleben, dass Geld,
materielle Güter und die Suche nach dem ultimativen „Kick" einfach kein
dauerhaftes Glücksgefühl erzeugen, die Leere wegnehmen oder bedeutsame Antworten
auf die großen Fragen des Leben bieten können. Sie fragen sich: Wozu bin ich
geboren? Warum bin ich hier? Warum existiere ich überhaupt? Was ist eigentlich
der Sinn des Lebens? Was geschieht mit mir, wenn ich sterbe?
Diejenigen, die sich die Zeit nehmen, über den eigenen Tellerrand
hinauszuschauen, erkennen schnell die extreme Ungerechtigkeit in unserer
modernen Welt und fragen sich: Weshalb leiden Millionen von Menschen unter einem
Mangel an Nahrungsmitteln und frischem Wasser und haben weder hinreichende
sanitäre Einrichtungen noch geeignete Wohnungen? Warum werden so viele Menschen
von korrupten Staatsmännern in unterentwickelten Ländern ausgebeutet und
missbraucht? Warum nehmen Kriege, willkürliche Gewaltakte und Terrorismus auf
der ganzen Welt zu? Wieso gibt es keinen Frieden? Millionen wollen eine bessere
Welt, wissen aber, dass sie diese nicht hervorbringen können. Warum versäumt es
Gott dann, einzugreifen – wenn es überhaupt einen Gott gibt?
Nur wenige Menschen sind zufrieden mit den vagen Antworten, die sie von den
meisten Religionsführern und weltlichen Philosophen hören. Zu hören, dass
Menschen nur „in Kleider gesteckte Affen" sind – nicht mehr als Beutel voller
Genmaterial, die in einem sinnlosen Universum ums Überleben kämpfen und die bei
ihrem Tod ein ewiges Nichts erwartet – das gibt einem nicht gerade einen
inspirierenden Grund zum Leben. Auf der anderen Seite scheint es wie eine
zwecklose Phantasie zu sein, zu glauben, dass das Ziel des Lebens sein soll, die
Ewigkeit damit zu verbringen, auf einer Wolke zu sitzen und Harfe zu spielen. Zu
hören, dass „Gott die Liebe ist" – und dann all das Böse und die Ungerechtigkeit
in der Welt mit ansehen zu müssen – das passt einfach nicht zusammen.
Tragischerweise wurden viele Menschen von heute dazu gebracht, dass sie glauben,
dass diese Antworten das Beste sind, was sie erwarten können.
Aber das ist Unsinn! Die meisten Menschen, die glauben, dies seinen die
bestmöglichen Antworten auf die großen Fragen des Lebens, haben nie die
wirklichen Antworten gehört, die Gott in der Bibel niedergeschrieben hat!
Viele Theologen wissen entweder nicht, was die Bibel tatsächlich über die großen
Fragen des Lebens zu sagen hat, oder sie glauben es nicht. Wegen der
Voreingenommenheit unserer Gesellschaft gegenüber dem Übernatürlichen, die durch
Bibelgelehrte noch bestärkt wird, die ihrerseits nicht an einen persönlichen,
allmächtigen Gott der Bibel glauben, wurden Millionen von Menschen
konditioniert, skeptisch gegenüber allem zu sein, was die Schrift über diese
Themen offenbaren könnte. Dennoch liefert uns die Bibel wirkliche
Antworten auf die großen Fragen des Lebens!
Der Sinn des Lebens
Entgegen der populären modernen Ansicht, dass das Leben
aus einem heißen, schleimigen Sumpf präbiotischer Ursuppe entstand (ähnlich
einer Idee, die schon heidnische, griechische Philosophen vertraten), und dass
der Mensch aus einem affenähnlichen Vorfahren entstanden ist (wie von der
Schülern Charles Darwins erklärt wurde), offenbart die Bibel, dass Gott den
Menschen nach seinem eigenen Bilde erschaffen hat (1. Mose 1, 26-28). Ob
Sie diese Aussage glauben können, oder nicht, hängt davon ab, ob Sie die vielen
Beweise akzeptieren können, dass die Bibel wirklich das Wort Gottes ist. Nach
der Schrift wurden Menschen nicht zum Vergnügen von Göttern geschaffen, wie es
manche Philosophen der Antike vermuteten. Die Bibel offenbart, dass Gott die
Menschen erschuf, damit sie lernen können, die Erde zu verwalten (1. Mose 1,
26-28; 2, 15) und Charakter entwickeln, indem sie lernen, zwischen richtig und
falsch zu unterscheiden (1. Mose 2, 16-17). Gemäß der Schrift schuf Gott auch
die Institutionen von Ehe und Familie (1. Mose 2, 18-24). Er schuf ebenfalls die
Rollen innerhalb der Ehe und offenbarte wichtige Richtlinien, damit
diese von Gott eingesetzten Institutionen reibungslos und erfolgreich
funktionieren (Matthäus 19, 3-9; Epheser 5, 22-33; 6, 1-4; 1. Timotheus 2, 8-15;
1. Petrus 3, 1-7).
Der Grund für die biblische Betonung, dass wir lernen, unser eigenes
Leben zu meistern und in Ehe und Familie reibungslos zu funktionieren, liegt
darin, dass wir erschaffen wurden, um Mitglieder in Gottes geistlicher Familie
zu werden (vgl. Römer 8, 15-17; Hebräer 2, 5-11; 1. Johannes 3, 1-3). Wenn wir
bereit sind, Mitglieder in dieser geistlichen Familie zu werden, werden wir mit
Jesus Christus regieren, wenn er zurückkommt, um das Reich Gottes auf Erden zu
errichten (vgl. Offenbarung 1, 4-6; 5, 10). Wenn man es wirklich versteht,
offenbart die Bibel eindeutig, dass wir nicht in den Himmel aufsteigen, wenn wir
sterben (vgl. Johannes 3, 13; Apostelgeschichte 2, 29.34; 13, 36). Wenn Sie
begreifen, was die Bibel über den Sinn des Lebens sagt, können Sie beginnen, zu
verstehen, warum die Lehren des heutigen „traditionellen Christentums" nicht
wirklich überzeugen und zufrieden stellen. Um mehr über den wirklichen Zweck des
Lebens zu erfahren, wie ihn die Schrift offenbart, bestellen Sie unsere
kostenlose Broschüre Die Bestimmung Ihres Lebens.
Der Plan Gottes
Aber was ist der Grund für das Leiden der Menschen, das
sich durch alle Zeitalter hindurchzieht? Warum gibt es so viel Böses auf der
Welt? Warum lässt Gott es zu? Wenn es einen Gott gibt, warum versäumt er es,
einzugreifen? Menschen stellen diese Fragen, weil sie nicht begreifen, dass Gott
einen Plan und eine Absicht auf dieser Erde verwirklicht. Die Bibel offenbart
diesen Plan und er wird in den heiligen Tagen versinnbildlicht, die einzuhalten
Gott seinem Volk geboten hat (3. Mose 23). Gottes Plan offenbart nicht nur die
Ursache der Probleme, die wir in der Welt beobachten, sondern auch deren Lösung.
Viele Menschen glauben heute nicht an die Existenz eines Gottes, aber noch
weniger glauben, dass Satan real ist. Doch die Bibel sagt einiges über dieses
Geistwesen. In ihr wird offenbart, dass er ursprünglich ein „glänzender,
schirmender Cherub" war, der den Thron Gottes beschirmte, der dann aber sündigte
und „voll Frevels" wurde. Er führte eine Rebellion gegen Gott an, an der sich
ein Drittel aller Engel beteiligte (vgl. Hesekiel 28, 1-19; Jesaja 14, 12-17;
Judas 6; Offenbarung 12, 4). Wir sehen in der Welt so viel Böses, weil Satan
„der Gott dieser Welt" ist, der die ganze Welt verführt, indem er Menschen
beeinflusst, die Anweisungen und den Weg abzulehnen, die Gott in der Bibel
offenbart hat (2. Korinther 4, 3-4; Epheser 2, 1-2). Sie müssen diese
Schriftstellen selbst lesen, um zu prüfen, was die Bibel tatsächlich über dieses
Individuum sagt, das die ganze Welt verführt (Offenbarung 12, 9).
Die biblischen heiligen Tage versinnbildlichen die wesentlichen Schritte in
Gottes Heilsplan. Diese Schritte offenbaren, dass Jesus Christus kam, um für die
Sünden der Menschheit zu sterben und Satan als Gott dieser Welt abzulösen. Dann
errichtete Jesus seine Gemeinde (Apostelgeschichte 2) – genannt die „Kirche
Gottes" (1. Korinther 1, 2; 10, 32; 15,9; 2. Korinther 1, 1) –, um der Welt das
Evangelium vom Reich Gottes zu predigen (Markus 16, 15) und eine Gruppe von
Gläubigen als „Erstlingsfrüchte" vorzubereiten (Jakobus 1, 18; Römer 8, 23;
Offenbarung 14, 1-5), die dann mit ihm im kommenden Reich Gottes für tausend
Jahre – Millennium genannt – regieren werden (Offenbarung 20, 4-6).
Die Bibel offenbart auch, dass Satan gebunden und seines Amtes enthoben
wird, wenn Christus zurückkehrt (Offenbarung 20, 1-2). Auf diese Weise wird Gott
das Böse eliminieren und er wird die Personen, die er vorbereitet hat,
gebrauchen, um die Probleme der Welt zu lösen. Dies wird alles gemäß Gottes Plan
geschehen, der in der Bibel offenbart ist. Um mehr über diesen großen Plan
Gottes für die Menschheit zu lernen, bestellen Sie unsere kostenlose Broschüre
Die heiligen Tage – Gottes Meisterplan. Und wenn Sie mehr über die Kirche
erfahren wollen, die mit Jesus Christus begann – sowie über deren bemerkenswerte
und gefahrvolle Geschichte über die Jahrhunderte hinweg – fragen Sie nach der
Broschüre Die Geschichte der Kirche Gottes.
Das kommende Zeitalter
Aber was ist unsere wirkliche Hoffnung für die
Zukunft? Warum sollten wir die Versuchungen und Prüfungen dieser Welt bekämpfen?
Welchen Wert hat es, wenn wir lernen, nach Gottes Gesetzen und den Anweisungen
der Bibel zu leben? Die Antworten werden klar, wenn wir verstehen, was die Bibel
über das Reich Gottes offenbart, und warum sie diese Botschaft „Evangelium"
nennt. Das Wort „Evangelium" bedeutet „gute Nachricht" und die biblische
Botschaft über das Reich Gottes ist eine gute Nachricht – eine
herrliche Nachricht! Das Evangelium vom Reich Gottes, wie die Bibel es
beschreibt, handelt nicht lediglich von einem angenehmen, warmen Gefühl in Ihrem
Herzen. Es geht darin um eine kommende Weltregierung, die Jesus Christus
auf dieser Erde errichten wird.
Die Bibel offenbart eindeutig, dass Jesus nach Jerusalem zurückkehren wird
(Sacharja 14, 4). Er wird die Kontrolle über die Reiche dieser Welt übernehmen
(Offenbarung 11, 15-18) und eine Weltregierung errichten, die diesem Planeten
wahre Gerechtigkeit und dauerhaften Frieden bringen wird. Jesus wird dabei von
den Heiligen unterstützt, denjenigen, die die Gesetze Gottes verstehen und
gelernt haben, innerhalb der Familie Gottes zu funktionieren. Sie werden als
zivile und religiöse Führer – „Könige und Priester" – dienen (Offenbarung 5,
10). Gottes Regierung wird der Erde Frieden und Gerechtigkeit bringen (Jesaja 9,
6-7). Die Heiligen werden auch als Lehrer eingesetzt sein (Jesaja 30, 20-21),
die Gottes Gesetze erklären (Jesaja 2, 2-4), den Menschen den Weg zum Frieden
weisen (Psalm 119, 165) und ihnen helfen, die wahren Ursachen von Zwietracht und
Kriegen zu erkennen (Jakobus 4, 1-4). Christen wird ans Herz gelegt, an „Gnade
und Erkenntnis unseres Herrn und Heilands" zu wachsen (2. Petrus 3, 18), damit
sie bereit sein werden, mit Christus in seinem kommenden Reich zu regieren.
Die Bibel offenbart, dass im kommenden Reich Gottes wieder aufgebaute
Städte einen Gemeinschaftssinn fördern und dass sie im Einklang mit der Umwelt
existieren (Jesaja 61, 4; 11, 6-9; Amos 9, 14-15). Unser verschmutzter Planet
wird wieder hergestellt und fruchtbar gemacht (Jesaja 35, 1-7; Amos 9, 13). Der
Fluch globaler Seuchen wird ausgetilgt, indem die Menschen lernen, nach den
persönlichen und öffentlichen Gesundheitsgesetzen der Bibel zu leben (vgl. 3.
Mose 3, 17; 7, 23-27; 11, 1-47). Die Völker der Erde werden lernen, eine
gemeinsame Sprache zu sprechen (Zephanja 3, 9) und die Erde „wird voll von
Erkenntnis des Herrn sein, wie Wasser das Meer bedeckt" (Jesaja 11, 9). Die
Bibel spricht vom kommenden Reich Gottes als einer „Zeit der Erquickung", in der
„alles wiedergebracht" wird (Apostelgeschichte 3, 19-21). Der Apostel Paulus
nennt dies sie „zukünftige Welt" (Hebräer 2, 5). Wir nennen sie auch die „Welt
von Morgen". Die Bibel beschreibt diese Lehren der Schrift als unsere
echte Hoffnung für die Zukunft!
Moderne Kritiker lachen darüber, wenn jemand die Schrift buchstabengetreu
ernst nimmt. Sogar viele Prediger erwähnen nicht die faszinierenden biblischen
Informationen, die wir in dieser Broschüre angesprochen haben. Stattdessen
übersehen oder ignorieren die meisten bewusst, was die Geschichte über die
Lehren und Glaubensgrundsätze der frühen Kirche offenbart. Der Historiker Edward
Gibbon schrieb: „Die altertümliche und populäre Lehre über das Millennium war
eng mit dem zweiten Kommen Christi verbunden,... einem freudigen,
tausendjährigen Sabbat, [in dem] Christus mit der triumphierenden Gemeinschaft
der Heiligen und Auserwählten [...] auf der Erde herrschen würde... Die
Gewissheit eines solchen Millenniums wurde sorgfältig gefestigt durch eine Folge
von Kirchenvätern wie Justinian den Märtyrer und Irenäus, der noch mit den
ersten Jüngern selbst gesprochen hat... Obwohl sie nicht von allen angenommen
wurde, scheint sie [die Lehre vom Millennium] das vorherrschende Empfinden
der orthodoxen Gläubigen gewesen zu sein; und sie scheint so gut zu den
Wunschvorstellungen und Auffassungen des Menschen zu passen, dass sie zu einem
großen Teil zum Fortschritt des christlichen Glaubens beigetragen hat" (The
Decline and Fall of the Roman Empire [Abstieg und Fall des Römischen
Reichs], Gibbon, Band I, Seiten 187-188).
Gibbon schrieb klar, dass die frühen Christen an das Millennium –das
kommende Reich Gottes – glaubten und es als Lehre bewahrten. Das herrliche und
inspirierende Evangelium vom Reich Gottes in der Bibel motivierte die Gläubigen
und spornte das Wachstum der frühen Kirche an. Doch Gibbon beschrieb auch, wie
frühe Theologen – die beeinflusst durch heidnische Philosophien dachten, sie
wüssten es besser als Gottes inspiriertes Wort – schrittweise diese wichtige
Lehre der Schrift verwässerten und sie schließlich zerredeten, indem sie sie
zuerst eine Allegorie und später eine Irrlehre nannten. Millionen haben die
wahren biblischen Antworten auf die großen Fragen des Lebens aus
den Augen verloren – oder noch nie gehört –, weil die meisten Gelehrten und
religiösen Führer sie verworfen – oder ihrerseits nie gehört – haben! Dies ist
einer der Gründe, warum so viele Menschen heute das Leben als leer und
bedeutungslos empfinden.
Schlussfolgerung: Die Wahrheit und ihre
Konsequenzen
In unserem modernen Zeitalter herrschen bei vielen
Menschen ernsthafte Zweifel oder ein offener Unglaube im Bezug
darauf, dass ein allmächtiger, übernatürlicher Gott die Bibel inspiriert haben
soll. Viele vermuten, dass die Bibel sich in nichts von anderen durch
Menschen verfassten Büchern unterscheidet. Viele vermuten auch, dass
moderne Gelehrte die Bibel vollständig diskreditiert haben und dass es keine
Beweise gäbe, die das Gegenteil belegen. Doch wie wir in dieser Broschüre
gesehen haben, verhält es sich genau anders herum! Diese weit
verbreiteten Vorstellungen und Vermutungen sind in Wahrheit Fiktionen,
die den Fakten klar entgegenstehen!
Die große Frage und Herausforderung für Sie ist nun: Was werden Sie über
die Bibel glauben? Werden Sie den Fakten glauben, die in dieser Broschüre
erörtert wurden (und die noch nicht einmal besonders in die Tiefe der Thematik
reichen), oder werden Sie die Spekulationen von Skeptikern akzeptieren, die die
Bibel unterminieren und diskreditieren – in der Regel, indem sie Fakten
ignorieren?
Der Gott der Bibel stellt uns die Herausforderung, „alles zu prüfen" und zu
beweisen, ob er existiert (und ob er die Bibel inspiriert hat), denn es gibt so
viele bemerkenswerte und unbestreitbare Beweise! Wirkliche Bibelgelehrte
wissen, dass die Bibel anders ist, als alle anderen religiösen Bücher
der Welt, und dass das wichtigste Unterscheidungsmerkmal der Bibel ihre
Prophezeiungen sind. Wer die Prophezeiungen studiert, weiß, dass die
Bibel hunderte spezifischer Prophezeiungen enthält, die sich beständig und genau
erfüllt haben. Kein anderes Buch der Erde enthält ein so bemerkenswertes
prophetisches Material, und menschliche Bemühungen, die Zukunft vorherzusagen,
können mit dem Ausmaß und der Genauigkeit biblischer Prophezeiungen einfach
nicht mithalten. All dies liefert uns einen machtvollen Beweis für den
göttlichen Ursprung der Bibel.
Die Fakten der Geschichte zeigen, dass die Bibel über Tausende von
Jahren hinweg zuverlässig bewahrt und überliefert worden ist – trotz
organisierter Bemühungen, sie auszugrenzen, zu unterdrücken, zu entstellen, zu
verbrennen und zu zerstören. Die beständige Existenz der Bibel auch unter so
feindlichen Bedingungen liefert einen klaren Hinweis, dass ein
allmächtiger Gott inspiriert hat, wenn die Bibel sagt, „des Herrn Wort bleibt in
Ewigkeit" und „was ich beschlossen habe, geschieht". Die erstaunliche Weise, wie
archäologische Entdeckungen immer wieder die historische Genauigkeit der
Schrift bestätigen und die spekulativen Theorien der Kritiker widerlegen,
bestätigt eindeutig, dass die Bibel das inspirierte Wort Gottes ist! Die
Bibel liefert echte Antworten auf die großen Fragen des Lebens – anders
als Akademiker, Philosophen und Theologen, die nur Banalitäten anbieten können.
Die zeigt im besonderen Maße, dass die Antworten der Bibel von einer
übernatürlichen Quelle offenbart wurden.
Aber warum ignorieren Kritiker und Skeptiker – die oft hoch gebildet sind –
die Fakten und behaupten weiterhin, dass die Bibel nur eine Sammlung von Mythen
und Legenden ist, dass man ihr als Quelle historischer, theologischer und
wissenschaftlicher Information nicht trauen könne? Ist es bedeutsam, dass
weltlich gesinnte Gelehrte in den Köpfen von Millionen von Menschen unserer Zeit
Zweifle über die Bibel gesät haben? Was sind die Konsequenzen, wenn man
die Beweise ignoriert, dass die Bibel das inspirierte Wort Gottes ist?
Die Schrift liefert auch dafür lehrreiche Antworten und ernüchternde Warnungen.
Die Bibel offenbart die Ursprung dieser weit reichenden Verwirrung: „Satan,
der die ganze Welt verführt" (Offenbarung 12, 9). Wir können dies bestätigen,
wenn wir uns die unglaublichen Missverständnisse ansehen, denen so viele im
Bezug auf die Bibel erlegen sind. Jesus prophezeite, dass es ein Zeichen des
„Endes der Welt" sein würde, wenn die Zahl falscher Lehrer zunimmt, die „viele
verführen", indem sie falsche Lehren verbreiten (Matthäus 24, 3-5.11). Der
Apostel Petrus warnte, dass falsche Lehrer auf subtile Weise „verderbliche
Irrlehren" einführen, um die Wahrheit zu diskreditieren und dass sie viele
Menschen verführen werden (2. Petrus 2, 1-3). Er warnte auch, dass „in
den letzten Tagen Spötter kommen werden, die ihren Spott treiben, ihren
eigenen Begierden nachgehen" – die Zweifel säen über die Schrift und die Fakten
der Geschichte ignorieren (2. Petrus 3, 3-9). Diese Verführung wird am Ende
dieses Zeitalters weit verbreitet sein.
Doch der Apostel Paulus offenbart, dass Spötter und falsche Lehrer
ernsthafte Konsequenzen von dem Gott zu erwarten haben, über den sie sich
lustig machen und den sie missachten. Er schrieb: „Denn Gottes Zorn wird
vom Himmel her offenbart über alles gottlose Wesen... der Menschen, die die
Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten. Denn was man von Gott
erkennen kann, ist unter ihnen offenbar... so dass sie keine Entschuldigung
haben. Denn obwohl sie von Gott wussten, haben sie ihn nicht als Gott
gepriesen... sondern sind dem Nichtigen verfallen in ihren Gedanken, und ihr
unverständiges Herz ist verfinstert. Da sie sich für Weise hielten, sind sie
zu Narren geworden" (Römer 1, 18-22). Paulus’ Urteil über die fehlgeleiteten
heidnischen Intellektuellen seiner Zeit trifft auch auf die fehlgeleiteten
Gelehrten und Kritiker unserer Tage zu – die so klare Beweise ignorieren, durch
die Gott als Urheber und Bewahrer der Bibel bestätigt wird. Wir müssen daran
denken, dass eine Zeit des Gerichts kommt!
Die scharfen Worte, die der Prophet Jeremia an seine Zeitgenossen richtete,
gelten ebenfalls für uns heute. Jeremia warnte: „Die Propheten sind Schwätzer
und haben Gottes Wort nicht... Die Propheten weissagen Lüge... und
mein Volk hat’s gern so... Ist’s doch lauter Lüge, was die Schreiber daraus
machen... Diese Propheten weissagen Lüge in meinem Namen; ich habe sie nicht
gesandt... Wann wollen doch die Propheten aufhören, die Lüge weissagen und
wollen, dass mein Volk meinen Namen vergesse über ihren Träumen... und
verführen mein Volk mit ihren Lügen und losem Geschwätz, obgleich ... sie
auch diesem Volk nichts nütze sind" (Jeremia 5, 13.31; 8, 8; 14, 14; 23,
26-27.30-32). Gott sagte durch Jeremia: „Weil sie [Gottes Volk] mein Gesetz
verlassen... und meinen Worten nicht gehorchen... sondern folgen ihrem
verstockten Herzen... will [ich] sie unter Völker zerstreuen... und will das
Schwert hinter ihnen schicken, bis es aus ist mit ihnen" (Jeremia 9, 13-16). Die
Bibel offenbart klar, dass diejenigen ernste Konsequenzen treffen, die
Gottes Gesetze verlassen und ihre eigenen Theorien verbreiten oder die
denen folgen, die dies tun.
Doch andererseits erhalten diejenigen wunderbare Segnungen, die
prüfen und glauben, dass die Bibel Gottes inspiriertes Wort ist, und die
Gottes biblischen Anweisungen folgen. König David schrieb: „Wohl denen...
die im Gesetz des Herrn wandeln... Du machst mich mit deinem Gebot weiser, als
meine Feinde sind... Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem
Wege... alle deine Gebote sind Wahrheit... Dein Wort ist nichts als
Wahrheit... Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben; sie werden nicht
straucheln" (Psalm 119, 1.98.105.151.160.165). Die Bibel offenbart, dass Gott
mit denjenigen ist, die einen tiefen Respekt gegenüber seinem Wort entwickeln
und die bereit sind, dessen Anweisungen zu folgen. Der Prophet Jesaja schrieb:
„Ich sehe aber auf den Elenden und auf den, der zerbrochenen Geistes ist und der
erzittert vor meinem Wort" (Jesaja 66, 2).
Die Bibel offenbart, dass Gott die Menschen nicht ohne grundlegende
Anweisungen oder wichtige Antworten auf die großen Fragen des Lebens umherirren
lässt. Gott hat die Bibel auf eine Weise inspiriert und bewahrt, wie kein
anderes Buch jemals bewahrt worden ist. Er hat die Schrift mit Hunderten von
Prophezeiungen ausgestattet, die die Zukunft genau vorhersagen – was die Bibel
von jedem anderen religiösen Buch der Welt unterscheidet. Die Entdeckungen der
Archäologie und die Fakten der Geschichte bestätigen fortwährend die Gültigkeit
der Schrift, obwohl sie vor Tausenden von Jahren geschrieben wurde. Diese Fakten
sind einfach erstaunlich und können auf keine vernünftige Weise geleugnet
werden!
Wenn Sie die Behauptungen der Kritiker über die Bibel gegen die Masse von
Beweisen für die göttliche Inspiration der Bibel abwägen, bleibt ein klares
Ergebnis. Sie können sich entscheiden, weiterhin zu glauben, dass die Theorien
der Kritiker irgendeinen faktischen Hintergrund haben, während Sie darauf
warten, dass die nächste Theorie die bisherigen Vermutungen revidiert. Oder Sie
können sich dafür entscheiden, den Beweisen aus Archäologie, Geschichte
und erfüllten Prophezeiungen zu vertrauen, die alle eindeutig dafür
sprechen, dass die Bibel das inspirierte Wort Gottes ist – Fakt, nicht
Fiktion!