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Die Offenbarung Das Geheimnis ist
gelüftet!

von John Ogwyn
Viele halten das Buch der Offenbarung für das Buch in der Bibel, das am
schwierigsten zu verstehen ist. Manche verwerfen die komplizierte Erzählstruktur
und die lebhaften Beschreibungen als reine Allegorien. Andere nehmen an, dass
darin die Geschichte der Vergangenheit erzählt wird. Die Wahrheit ist jedoch
noch viel erstaunlicher: Wenn Sie die Offenbarung verstehen, können Sie die
Zukunft unserer Welt kennen!
DO 1.0, Januar 2004
© 2004 Living Church of God
Alle Rechte vorbehalten.
Englische Originalausgabe: Revelation: The Mystery Unveiled!
Diese Broschüre darf nicht verkauft werden! Sie wird von der Living Church of
God kostenlos der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Biblische Verweise und Zitate sind, sofern nicht anders angegeben,
der revidierten Lutherbibel 1984 entnommen.
© 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
Kapitel 1: Können Sie die
Zukunft kennen?
Können Sie wirklich wissen, was die
Zukunft bringt? Viele Menschen fühlen sich durch Unsicherheiten und
Zukunftssorgen belastet. Geht es Ihnen auch so? Unsere Zeit kennt viele
verschiedene Vorhersagen darüber, was das 21. Jahrhundert bringen soll. Wessen
Vorhersagen sind richtig? Wie kann man sicher sein?
Wussten Sie, dass jemand, der behauptet, der allmächtige Schöpfer zu sein,
es gewagt hat, die Zukunft im Voraus zu verkünden? Gott gibt an, dass er
von Anfang an verkündigt, was später geschehen wird (Jesaja 46, 10) und dass
geschieht, was er beschlossen hat. Die Bibel erklärt, dass das menschliche Leben
nicht nur eine sinnlose Existenz ist, die durch den blinden Zufall einer
Evolution entstanden ist. Wir sind Teil einer geplanten Schöpfung und es gibt
einen großen Zweck, der in unserer Welt erfüllt wird. Sie
können diesen Zweck verstehen!
In der heutigen Zeit hat die Bedrohung durch den Terrorismus die westliche
Welt fest im Griff und viele Menschen machen sich Sorgen darüber. Viele haben
Angst vor „Schurkenstaaten," die möglicherweise Kernwaffen und andere
Massenvernichtungswaffen besitzen. Steht uns ein ökologisches Desaster bevor,
wie von vielen Umweltschützern vorhergesagt, oder werden phantastische
zukünftige Technologien die Probleme der Menschheit lösen?
Politiker geben regelmäßig Erklärungen darüber ab, was die Zukunft ihrer
Meinung nach bringt. Wahre Denkfabriken und Analysten versuchen, den zukünftigen
Werdegang herauszufinden, auch wenn sie sich in ihren Schlussfolgerungen
gegenseitig stark widersprechen. Und dann gibt es noch eine ganze Reihe sich gut
verkaufender religiöser Geschichten, die für sich beanspruchen, zu erklären, was
die Bibel vorhersagt. Wie kann man da überhaupt wissen, was die
Zukunft bringt?
Das Buch der Offenbarung ist ohne Zweifel das geheimnisvollste Buch der
Bibel. Für die meisten Menschen ist dieses Buch in einen undurchdringlichen
Schleier von Symbolen eingehüllt. Dennoch haben im Lauf der Zeit immer wieder
Menschen versucht, irgendetwas in diesen Seiten wiederzufinden, was zu
ihrer Zeit geschehen ist.
Ist es wahr, dass man anhand der Bibel praktisch alles beweisen kann? Die
Antwort ist ein klares „nein!" – wenn man den Textzusammenhang
berücksichtigt und die Bibel sich selbst interpretieren lässt.
Dem altertümlichen Propheten Daniel wurde ein Umriss der zukünftigen
Ereignisse von seiner Zeit (im sechsten Jahrhundert v.Chr.) bis zu der Zeit
gegeben, wo Christus das Reich Gottes auf Erden errichten wird (vgl. Daniel 2,
7). Zusätzlich erhielt Daniel einige spezifische Prophezeiungen im Hinblick auf
die „letzte Zeit." Daniel wünschte sich sehr, die Bedeutung dieser
beeindruckenden Prophezeiungen zu verstehen, aber er konnte es nicht. Sie
waren versiegelt „bis auf die letzte Zeit" (Daniel 12, 4.9).
Gottes Zeit für das Verständnis dieser Prophezeiungen ist nun
gekommen! Wir leben jetzt in der Endzeit – beschrieben als eine
Zeit, in der „viele [...] suchend umherstreifen [werden] und die Erkenntnis wird
sich mehren (Daniel 12, 4). Im vergangenen Jahrhundert und besonders in der Zeit
seit dem zweiten Weltkrieg haben wir eine Revolution in Beförderungsmitteln und
eine Wissensexplosion erlebt. In nur 66 Jahren entwickelte sich die
Technologie vom ersten Fluggerät der Gebrüder Wright hin zu Menschen, die auf
dem Mond spazieren konnten!
Das alttestamentliche Buch Daniel gibt uns Prophezeiungen über die Endzeit
– überliefert, aber versiegelt. Das neutestamentliche Buch der
Offenbarung beschreibt Jesus Christus, wie er diese Siegel öffnet, um
seinen wahren Dienern die Zukunft zu offenbaren (Offenbarung 1, 1; 5, 5).
Mit anderen Worten ist es jetzt möglich, die Zukunft klar zu
erkennen.
Millionen haben sich gefragt, ob sie in einem schrecklichen Weltkrieg
zugrunde gehen werden. Andere haben sich gefragt, ob Christus jeden
Moment zurückkommen könnte und sie vielleicht „zurückgelassen" werden könnten.
Kennen Sie die Antworten auf diese Fragen? Sie können es! Die
Antworten auf diese und andere Fragen sind im letzten Buch der Bibel
niedergeschrieben – im Buch der Offenbarung. Dieses geheimnisvolle Buch, das nur
wenige je verstanden haben, kann für Sie eine Bedeutung gewinnen. Es gibt
wichtige Schlüssel, die es Ihnen ermöglichen, zu verstehen, was selbst
viele der Propheten nicht verstehen konnten, obwohl sie es wollten.
Klingt das unglaublich? Es ist aber wahr! Wenn Sie wirklich
wissen wollen, was uns im 21. Jahrhundert bevorsteht, lesen Sie weiter.
Kapitel 2: Sieben Schlüssel
zum Verständnis
Die meisten Gelehrten verstehen überraschenderweise die
Bibel nicht wirklich. Um die absolute Verwirrung zu sehen, brauchen Sie nur
einige der Artikel in theologischen Zeitschriften oder ein paar der vielen
Bücher über religiöse und theologische Themen zu lesen. Diese Autoren
widersprechen sich mit ihren stark gegensätzlichen Ansichten so sehr, wie auf
keinem anderen Fachgebiet. Wissen Sie, warum?
Der wichtigste einzelne Schlüssel zum Verständnis der Bibel ist die
Einstellung, mit der wir uns der Bibel nähern. Die Bibel ist Gottes Buch,
und nur diejenigen, die es als Gottes Buch betrachten, können tatsächlich
hoffen, seine Botschaft zu verstehen. „Ich sehe aber auf den Elenden [Demütigen]
und auf den, der zerbrochenen Geistes ist und der erzittert vor meinem Wort"
(Jesaja 66, 2). Der Schöpfer gibt an, dass sein Wort generell vor den „Weisen
und Klugen" verborgen ist, aber den „Unmündigen" offenbart wurde (Matthäus 11,
25). Gott spricht nicht von Unmündigen aufgrund ihres Alters oder Verstandes,
sondern von Menschen mit einer einfachen, demütigen, belehrbaren Einstellung,
die man auch „kindlich" nennen könnte.
Mit diesem demütigen und belehrbaren Sinn muss eine Bereitschaft
einhergehen, tatsächlich Gott gehorchen zu wollen. „Eine gute Einsicht
für alle, die sie [die Gebote] ausüben" (Psalm 111, 10; rev. Elberfelder
Übersetzung - masoretischer Text). Der natürliche, fleischliche Sinn steht in
„Feindschaft gegen Gott" (Römer 8, 7). Er rebelliert gegen Gottes Gesetze und
will seinen eigenen Weg gehen. Viele religiöse Menschen reden darüber,
„den Herrn zu kennen," aber sie haben, wie Paulus zu Timotheus sagte, lediglich
„den Schein der Frömmigkeit, aber deren Kraft verleugnen sie" – sie
verweigern der Bibel die Autorität, ihr Leben zu beherrschen und zu
regulieren (2. Timotheus 3, 5).
Wenn Sie sich der Bibel mit einer demütigen und belehrbaren Einstellung
nähern und wirklich bereit sind, Gott zu gehorchen und seine
Gebote zu halten, werden die folgenden Schlüssel das Buch der Offenbarung
vor Ihren Augen lebendig werden lassen. Die Botschaft dieses scheinbar
geheimnisvollen Buchs kann sich Ihnen gegenüber eröffnen, wie Sie es
wahrscheinlich nie für möglich gehalten hätten.
Schlüssel 1 – Christus ist der Offenbarer
In manchen Bibeln wie der Lutherbibel wird das Buch der
Offenbarung „Die Offenbarung des Johannes" genannt. Es ist wichtig, sich bewusst
zu sein, dass diese Überschrift von Menschen hinzugefügt wurde und sich nicht im
Originaltext findet. Tatsächlich besagt nämlich der erste Vers etwas völlig
Anderes und widerspricht so dem von Menschen erfundenen Titel. Im ersten Vers
wird erklärt, dass dieses Buch die direkte Offenbarung Jesu selbst ist, die er
wiederum von dem Vater erhalten hat.
Als Jesus Christus auf Erden lebte, sprach er häufig über die Zukunft. Doch
er tat dies nie auf spekulative Weise oder in Form von Wünschen. Er sprach mit
Autorität, weil er direkt vom Vater kam und die Worte redete, die ihm der Vater
eingab, nicht nur menschliche Ideen (Johannes 14, 24).
Jesus Christus kam mit einer Botschaft: der Guten Nachricht vom kommenden
Reich Gottes und wie wir Teil dieses Reichs werden könnten (Markus 1, 14-15).
Doch als er vor fast 2000 Jahren hier auf der Erde war, hat er dieses Reich
nicht errichtet. Nur wenige Tage vor seiner Kreuzigung, als er ein letztes Mal
nach Jerusalem reiste, erzählte er seinen Jüngern ein Gleichnis, weil sie
irrtümlich glaubten, das Reich würde sofort erscheinen. Jesus erzählte die
Geschichte eines jungen Edelmannes, der zuerst in ein fernes Land gehen musste,
um die Königswürde zu erhalten, bevor er dann zurückkehren und sein Reich in
Besitz nehmen sollte (Lukas 19, 11-12).
Wie aufgeregt wären Sie, wenn Sie die Chance hätten, Jesus Christus
persönlich über die Ereignisse zu befragen, die seiner Rückkehr und der
Errichtung des Reichs vorangehen werden? Manche der 12 Apostel hatten
genau diese Gelegenheit! Jesu Antwort ist uns in den Kapiteln Matthäus 24,
Markus 13 und Lukas 21 erhalten – in dem, was oft die Ölbergprophezeiung genannt
wird. Als Jesus mit seinen Jüngern zurückgezogen auf dem Ölberg saß, auf einem
Hügel östlich von Jerusalem, beschrieb er die Zeichen seiner Wiederkehr und des
Endes dieses gegenwärtigen Zeitalters. In dieser Ölbergprophezeiung gebrauchte
Jesus klare Worte, um viele Ereignisse zu beschreiben, die sich später mit den
symbolhaften Visionen von Johannes zu einem Gesamtbild zusammenfügten, als Jesus
die sieben Siegel der Offenbarung öffnete. Im Buch der Offenbarung wie auch bei
den Evangelien ist es wichtig, sich in Erinnerung zu rufen, dass Christus
der Offenbarer ist.
Schlüssel 2 – Beginnen Sie mit dem Text
Viele Menschen, die biblische Prophezeiungen studieren,
blicken zuerst in die Welt um sie herum. Dann betrachten sie bestimmte biblische
Symbole oder Beschreibungen, um etwas zu finden, das dazu „passen" könnte. Damit
haben sie aber nur die jeweiligen Weltereignisse in die Schrift hineingelesen.
Dieser Ansatz ist verkehrt.
Wenn wir Gottes Offenbarung an uns Menschen verstehen wollen, müssen wir
mit der Bibel beginnen und den Ablauf der Geschichte erkennen, den Gott
vorgegeben hat. Johannes’ Beschreibung eines geheimnisvollen „Tieres" in
Offenbarung 13 kann nur verstanden werden, wenn wir betrachten, was die Schrift
sonst noch darüber sagt. Wir müssen uns also die bereits zuvor inspirierten
Informationen zu diesem Thema ansehen, die wir im Buch Daniel finden. Daniel
schrieb nämlich eine göttlich inspirierte Vorhersage nieder, die den Aufstieg
und Fall großer Mächte von seiner Zeit (im sechsten Jahrhundert v.Chr.) und der
letztlichen Errichtung des Reichs Gottes auf Erden beinhaltet.
Wir müssen die Bibel sich selbst interpretieren lassen, anstatt zu
versuchen, unsere vorgefassten Meinungen oder gegenwärtige Weltereignisse in sie
hineinzulesen. Nur auf diese Weise können wir biblische Prophezeiungen im
richtigen Zusammenhang sehen.
Schlüssel 3 – Der Zweck der Offenbarung
Moderne Gelehrte sind sich nicht über den Zweck und die
Absicht hinter dem Buch der Offenbarung einig. Doch sorgfältige Studenten der
Bibel werden sehen, dass schon der erste Vers des Buchs den Zweck erklärt! Jesus
Christus gab Johannes eine Offenbarung, um „seinen Knechten zu zeigen, was in
Kürze geschehen soll" (Offenbarung 1, 1). Es war beabsichtigt, die Zukunft
zu offenbaren oder zu enthüllen. Das Buch wurde geschrieben, damit Gottes wahre
Diener verstehen konnten, in welche Richtung uns die Weltereignisse führen, und
damit sie wissen konnten, was die Zukunft bringt. Es war eine Botschaft, die
Gottes Volk ermutigen konnte, weil gezeigt wird, dass Gottes Diener sich –
selbst in Unruhen und Verfolgung – keine Sorgen um ihre Zukunft machen mussten.
Gott, der Vater, gestattete Christus, durch Johannes den letzten Höhepunkt
künftiger Weltereignisse zu enthüllen.
Daher ist es falsch, wenn man glaubt, dass die Offenbarung nur eine
vernebelte Allegorie über den Kampf des Guten gegen das Böse sei, oder dass sie
einfach die historischen Umstände und Schwierigkeiten der Christen im ersten
Jahrhundert beschreibt. Das gesamte Buch muss als im Voraus geschriebene
Weltgeschichte betrachtet werden.
Schlüssel 4 – Der Tag des Herrn
Die meisten Kommentatoren missverstehen Offenbarung 1
Vers 10 völlig. Demzufolge erkennen sie auch nicht die Perspektive, aus der das
ganze Buch geschrieben wurde. Als Johannes erklärte, dass er im Geiste am Tag
des Herrn war (und es muss beachtet werden, dass hier für „am" das griechische
Wort en, steht, das im Neuen Testament sonst fast immer mit „im"
übersetzt wird), so sprach er nicht über einen bestimmten Wochentag, an dem er
die Prophezeiungen empfangen hatte. Vielmehr beschrieb er die künftige
prophetische Zeit, die er in seiner Vision vor Augen hatte – eine Zeit, in der
Gott mit Macht in das Weltgeschehen eingreifen wird. Johannes’ Perspektive als
er die Offenbarung niederschrieb, war seine Vision der Zukunft.
Die Bibel definiert nirgendwo den ersten Tag der Woche als „Tag des Herrn."
Dieser Brauch entwickelte sich erst zur Zeit der römisch-katholischen
„Kirchenväter," Jahrzehnte, nachdem die Offenbarung geschrieben wurde. Auf der
anderen Seite wird im Alten Testament die Zeit des Gerichts Gottes über 30 Mal
als „Tag des HERRN" bezeichnet. Wenn wir uns den Inhalt des Buchs der
Offenbarung betrachten, wird deutlich, dass die Zeit der Wiederkehr Christi der
Hauptaspekt der Visionen von Johannes ist.
Die Zeit des zukünftigen Eingreifens und Gerichts Gottes ist das
Thema, das sich durch die gesamte Offenbarung zieht. Johannes schrieb aus dieser
zukünftigen Perspektive. Beachten Sie, dass Johannes hinter sich blickte,
als er in Offenbarung 1, 12 die Leuchter sah, die die Kirche Gottes im Verlauf
der Zeitalter darstellen. Aus der Perspektive von Johannes’ Vision lag die
Kirchengeschichte fast vollständig in der Vergangenheit.
Schlüssel 5 – Was Johannes niederschrieb
Offenbarung 1, 2 macht deutlich, dass Johannes drei
Stränge wichtiger Informationen miteinander verband – das „Wort Gottes und das
Zeugnis von Jesus Christus [und] alles, was er gesehen hat" (engl. Übersetzung).
Die Autoren des Alten Testaments gebrauchten häufig die Aussage „das Wort
des HERRN kam und sprach" oder „das Wort Gottes kam und sprach" (vgl. 1. Könige
12, 22; 13, 9). Als die Offenbarung geschrieben wurde, bezog sich „das Wort
Gottes" in der Regel auf das, was wir heute das Alte Testament nennen.
Über 100 Mal zitiert Johannes in der Offenbarung Verse aus dem Alten
Testament direkt oder indirekt – häufiger als in jedem anderen Buch des Neuen
Testaments. Die meisten Propheten des Alten Testaments schrieben einfach Gottes
Botschaften in der Abfolge nieder, wie sie diese empfingen. Hätten wir nur das
Alte Testament, so wäre es praktisch unmöglich, viele der darin enthaltenen
Prophezeiungen in einen klaren zeitlichen Zusammenhang zu bringen. Aber indem
Johannes Hinweise darauf in seine Niederschrift einbindet, ermöglicht er uns, zu
erkennen, wo genau die früher aufgezeichneten Botschaften der Propheten in
Gottes Plan für die Zukunft passen.
Das „Zeugnis von Jesus Christus" beschreibt die gute Nachricht, die Jesus
von Himmel mitbrachte. Sein „Zeugnis" ist einfach das, was er bezeugte und
kundtat. Im Buch der Offenbarung findet sich Christi direktes Zeugnis
hauptsächlich in den Sendschreiben an die sieben Gemeinden.
Offenbarung 19, 10 sagt uns, dass „das Zeugnis Jesu [...] der Geist der
Weissagung [ist]." Dies bedeutet, dass das Evangelium den
Prophezeiungen Leben verleiht. Wenn man das Evangelium, das Jesus
lehrte, nicht versteht, kann man mit Sicherheit auch nicht die Prophezeiungen
verstehen. Wenn wir die Offenbarung lesen, finden wir immer wieder, wie Johannes
Bezug auf Jesu Worte in den Evangelien nimmt und niederschreibt, was er Jesus in
seiner Vision sagen hörte.
Zusätzlich zu der Verknüpfung von Informationssträngen aus dem Alten und
Neuen Testament schrieb Johannes auch eine Reihe von Visionen der Zukunft
nieder. Einige Visionen sind angefüllt mit geheimnisvollen Symbolen, während
andere Ereignisse und Waffen darstellen, die sich so sehr von denen in seiner
Zeit unterschieden, dass Johannes Mühe hatte, Worte zu finden, um diese zu
beschreiben. Zum Beispiel konnte er futuristische Waffen nur mit Gegenständen
aus dem ersten Jahrhundert beschreiben, mit denen er und seine Leser vertraut
waren.
Schlüssel 6 – Die Bibel interpretiert ihre eigenen Symbole
Um die Schriften richtig zu verstehen, müssen wir die
Bibel sich selbst interpretieren lassen. Der größte Teil der Bibel ist in Form
einer direkten Erzählung niedergeschrieben, obwohl manche Teile – wie die
Psalmen und Sprüche – poetische Elemente und bildhafte Sprache beinhalten. Das
Buch der Offenbarung und manche alttestamentliche Propheten, besonders Daniel
und Sacharja, beschreiben symbolische Visionen. Doch – und das ist der Schlüssel
– die Bibel interpretiert ihre eigenen Symbole. Als Johannes die sieben Leuchter
und die sieben Sterne sah, wie in Offenbarung 1 aufgezeichnet, wurde ihm
beispielsweise gesagt, dass die sieben Leuchter sieben Gemeinden und die Sterne
Engel darstellen (Vers 20).
Daniel schrieb nicht nur über die symbolische Vision eines großen
Bildnisses (Daniel 2) und über Tiere, die aus dem Meer kamen, sondern gab auch
die Interpretation dieser Symbole. Er erklärte König Nebukadnezar, dass das
große Bildnis mit seinem Haupt aus Gold, seiner Brust aus Silber, dem Bauch und
den Lenden aus Bronze und den Beinen aus Eisen vier aufeinander folgende
Weltreiche darstellte, die sich von den Tagen des babylonischen Reichs unter
Nebukadnezar bis in die zukünftige Zeit erstrecken würden, in der der Gott des
Himmels ein Reich errichten würde, das dann für immer existieren würde (Daniel
2, 31-44). Die alptraumhaften Tiere, die Daniel in Kapitel 7 sah, wurden auch
als dieselbe Abfolge von Weltreichen interpretiert, die mit der Errichtung des
Reichs Gottes ihr Ende finden würden (Daniel 7, 17.23-27).
An anderer Stelle in der Offenbarung lesen wir von Symbolen wie einem
Drachen, einem Lamm, Frauen, Bergen und Hörnern. Wiederum: die Bibel
interpretiert ihre eigenen Symbole. Offenbarung 12, 9 identifiziert den Drachen
als Symbol für Satan, den Teufel. Dies greift zurück auf 1. Mose 3, wo von
Satans Erscheinung in Form einer Schlange berichtet wird. In Johannes 1, 29
identifiziert Johannes das „Lamm" als ein Symbol für Jesus Christus. Die Bibel
versinnbildlicht die wahre Kirche als eine Frau – die jungfräuliche Braut
Christi (2. Korinther 11, 2; Offenbarung 19, 7-8) – also wäre eine Hure oder
„gefallene Frau" eine falsche Kirche, die Christus nicht treu gewesen ist. Berge
repräsentieren Reiche oder Regierungen (Offenbarung 17, 9-10), während Hörner
für Könige oder Herrscher stehen (Verse 12-13). Wir können die Offenbarung nur
dann richtig verstehen, wenn wir bereit sind, die Bibel ihre eigenen Symbole
erklären zu lassen, anstatt uns auf die menschliche Vorstellungskraft zu
verlassen.
Schlüssel 7 – Das Buch der Offenbarung beschreibt im
Wesentlichen einen zeitlichen Ablauf
In Offenbarung 5 sah Johannes in einer Vision jemanden
(eindeutig Gott, den Vater), der auf dem Thron im Himmel saß und eine
Schriftrolle in Händen hielt, die mit sieben Siegeln versiegelt war. Der
Einzige, der ermächtigt war, die Siegel zu öffnen und damit den Inhalt zu
offenbaren, war Jesus Christus. Eine Schriftrolle muss nach und nach abgerollt
werden und ihre Siegel müssen eines nach dem anderen gebrochen werden, um
jeweils zu offenbaren, was als Nächstes kommt. Dieser wichtige Schlüssel macht,
wenn man ihn versteht, deutlich, dass das Buch der Offenbarung in einer
chronologischen Abfolge geschrieben ist. Auch wenn es ein paar „Einfügungen"
gibt, die zurückblicken und dem Leser über bestimmte Ereignisse nachträglich
berichten, so ist doch der Erzählfluss der Offenbarung chronologisch gehalten.
Das Öffnen der sieben Siegel beginnt in Offenbarung 6. Als in Offenbarung 8
das siebte Siegel aufgebrochen wird, ertönen nach und nach die sieben Posaunen.
Nachdem die siebte Posaune geblasen wurde, werden sieben Engeln sieben Schalen
mit dem Zorn Gottes übergeben, dass sie diese ausgießen sollen.
Ein Verständnis dieses zentralen Punktes erklärt viele Dinge. Wir gewinnen
dadurch auch Einblicke in Ereignisse wie die geheimnisvolle Versiegelung der
144.000, von der in Offenbarung 7 berichtet wird. Im Zusammenhang können wir
erkennen, dass dieses Ereignis jetzt noch in der Zukunft liegt – und nicht schon
bereits in der Vergangenheit geschehen ist. Das Buch der Offenbarung ermöglicht
es uns, alle Prophezeiungen der Bibel in ihrer richtigen zeitlichen Abfolge zu
sehen und so einen Überblick über Gottes Plan vom Anfang bis zum Ende zu
bekommen.
Mit diesen Schlüsseln im Hinterkopf können wir nun den Inhalt der
Offenbarung selbst untersuchen.
Kapitel 3: Eine letzte Vision
für das Ende eines Zeitalters
Das Ende des ersten Jahrhunderts war für viele von
Gottes Volk eine verwirrende und enttäuschende Zeit. Einige Jahre zuvor, nach
der Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu Christi hatte die Kirche
Gottes am Pfingsttag 31 n.Chr. ihre Aufsehen erregende Entstehung erlebt.
Dreitausend Menschen wurden an diesem Tag getauft. In den folgenden Monaten
vermehrte sich die Zahl der Jünger stark. Gottes wundersames Eingreifen wurde
regelmäßig und offen sichtbar.
Doch nur drei Jahrzehnte später schien sich die Situation geändert zu
haben. Gottes Volk wurde durch Ereignisse innerhalb der Kirche und auf der
Weltbühne enttäuscht und verunsichert. 62 n.Chr. wurde Jakobus, der Bruder Jesu,
der als Vorsteher der Gemeinde in Jerusalem gedient hatte, von einer
aufgebrachten Menge in Jerusalem ermordet. Ein paar Jahre später ließ die
römische Regierung Paulus festnehmen und brachte ihn zum zweiten Mal nach Rom,
wo er dann hingerichtet wurde. Bald darauf musste die Kirche von Jerusalem aus
der Stadt fliehen, um vor den anrückenden römischen Truppen zu entkommen. Im
Jahre 70 n.Chr. lagen Jerusalem und der beeindruckende Tempel in Ruinen,
zerstört durch General Titus und seine Armeen. Fast alle der ursprünglichen
Führungspersönlichkeiten der Kirche waren tot. Der einzige noch lebende von den
ursprünglichen Aposteln war der gealterte Johannes. Nach 70 n.Chr. machte er
Ephesus in Kleinasien (in der heutigen Türkei) zum Zentrum für sein Wirken.
Um 96 n.Chr. verhaftete die Regierung von Rom diesen gealterten Apostel und
verbannte ihn auf die Insel Patmos vor der Küste von Kleinasien (Offenbarung 1,
9). Patmos war ein Ort, an den politische Gefangene ins Exil geschickt wurden
und von dem nur sehr wenige jemals zurückkehrten. Für einen Mann, der so alt war
wie Johannes, muss das Exil auf einer Gefangeneninsel wie ein sicheres
Todesurteil ausgesehen haben. Doch unter diesen widrigen Umständen wurden ihm
die Visionen eingegeben, die er im letzten Buch der Bibel aufgezeichnet hat.
Gott gebrauchte Johannes fast 30 Jahre nach dem Tod der anderen
ursprünglichen Kirchenführer, um das Neue Testament zu vervollständigen.
Johannes führte diesen Auftrag aus, indem er wahrscheinlich vor seinem Exil auf
Patmos ein viertes Evangelium und drei Briefe schrieb, und indem er schließlich
das Buch der Offenbarung niederschrieb. Dadurch gab Johannes dem Neuen Testament
seine endgültige Form.
Die letzte Botschaft
Gott, der Vater, hat sich die Autorität über Zeiten und
Zeitalter in der menschlichen Geschichte vorbehalten (Apostelgeschichte 1, 7).
Ebbe und Flut in den Gezeiten der Weltgeschichte sind nicht
einfach nur Zufall. Aufstieg und Niedergang großer Nationen werden nicht
nur durch Entscheidungen von Menschen beeinflusst. Vielmehr hat Gott Grenzen für
den Einfluss verschiedener Nationen festgesetzt. Diese Grenzen betreffen die
Dauer und das Ausmaß der geographischen Herrschaft dieser Nationen auf der
Weltbühne (Apostelgeschichte 17, 26).
Wenn also Gott, der Vater, die Rolle einzelner Nationen im Voraus
festgelegt hat, wie könnten wir diese dann verstehen, es sei denn er
hätte entschieden, diese zu offenbaren? Genau am Ende des ersten Jahrhunderts
hat der Vater genau dies getan. Er gab Jesus Christus eine Enthüllung
dessen, was zuvor verborgen war. Jesus Christus wiederum offenbarte dies der
Kirche. Christus tat dies, indem er einen Engel zu dem gealterten Apostel auf
Patmos sandte (Offenbarung 1, 1). Durch eine Serie von Visionen über das Ende
eines Zeitalters wurde es Johannes gestattet, einen Blick in die Zukunft zu
werfen – und dies vorab niederzuschreiben.
Das Buch der Offenbarung ist eine Enthüllung. Das Wort „Offenbarung"
stammt von dem griechischen Wort, das wir auch mit „Apokalypse" übersetzen – was
buchstäblich „offenbaren" oder „enthüllen" bedeutet. Während die Zukunft für die
Menschen verhüllt und geheimnisvoll erscheint, ist sie für Gott klar
ersichtlich. Der Mensch versucht vergeblich, durch den Nebel der Zeit zu
blicken, um zu sehen, was die Zukunft bringen könnte. Doch während Menschen nur
raten können, kann der große Gott, dem die Ewigkeit gehört, von Anfang an
erklären, wie das Ende aussehen wird.
Als alter Mann im Exil auf Patmos hatte Johannes das bemerkenswerteste
Erlebnis seines ganzen langen Lebens. In einer Vision sah er sich selbst in die
Zukunft befördert, in die Zeit des Eingreifens Gottes und des beginnenden
Gerichts, das im Alten Testament der „Tag des HERRN" genannt wird. Als Johannes
eine laute Stimme hinter sich hörte, drehte er sich um und erblickte sieben
goldene Leuchter und dann eine Person, deren Gesicht so hell wie die strahlende
Sonne schien und die in der Mitte der Leuchter stand. Von dem überwältigt, was
Johannes dort sah, fiel er in Ohnmacht. Die Person, die er sah, war derselbe,
mit dem er in seiner Jugend Umgang gehabt und geredet hatte, derselbe, neben dem
er gesessen und an dessen Brust er sich beim letzten gemeinsamen Passahmahl
gelehnt hatte. Johannes hatte ihn zuletzt etwa 65 Jahre zuvor gesehen, als er
mit den anderen Jüngern auf dem Ölberg stand und ihn in den Wolken verschwinden
sah. Als Johannes ohnmächtig am Boden lag, reichte ihm diese Person die Hand und
berührte ihn sanft. „Fürchte dich nicht", sagte er und offenbarte sich Johannes
als der „Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin
lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit" (Offenbarung 1, 17-18). Johannes wurde dann
der Auftrag erteilt, niederzuschreiben, was er sah und was ihm gezeigt würde.
Das letzte Buch in Ihrem Neuen Testament ist also die Enthüllung der
Zukunft – Ihrer Zukunft – durch Jesus Christus! Es ist ein Buch, das als
Christi letzte Botschaft an seine Kirche geschrieben worden ist, um ihr zu
zeigen, was geschehen wird. Obwohl die meisten Menschen es als ein
verschlossenes und geheimnisvolles Buch betrachten, kann es sich nun Ihrem
Verständnis öffnen. Wenn Sie wirklich wissen möchten, was vor uns liegt, lesen
Sie weiter.
Kapitel 4: Der Vorhang hebt
sich
Das erste Kapitel der Offenbarung beschreibt die Szene
und gibt uns eine Einführung in das ganze Buch. Wie wir bereits gesehen haben,
ist der Tag des Herrn (Offenbarung 1, 10) der Zeitpunkt, von dem aus die
Ereignisse in diesem Buch gesehen werden. Von diesem Standpunkt aus sah Johannes
hinter sich die Leuchter, die die sieben Gemeinden darstellen und symbolisch für
Gottes Kirche im Laufe der Zeitalter stehen.
Erinnern wir uns, dass die Offenbarung als eine Prophezeiung gegeben wurde,
um Gottes Dienern zu zeigen, was geschehen werde. Deshalb sind die Botschaften
an die sieben Gemeinden (Offenbarung 2-3) weit mehr als nur historische Berichte
über die Zustände im letzten Jahrzehnt des ersten Jahrhunderts. Diese sieben
Gemeinden in Kleinasien stellen die Stufen (oder Zeitalter) dar, durch die
hindurch sich die wahre Kirche bis zur Rückkehr Christi entwickeln würde.
Nachdem Johannes die Botschaften an die sieben Gemeinden erhalten hatte,
empfing er in Offenbarung 4 – in einer Vision – eine Einladung, in den Himmel zu
kommen. Er beschrieb Gottes Thron im Himmel und bemerkte, dass derjenige, der
darauf saß, eine versiegelte Schriftrolle in seinen Händen hielt. Niemand wurde
für würdig befunden, die Siegel aufzubrechen und das Buch zu öffnen außer Jesus
Christus, dem Lamm Gottes und Löwen aus dem Stamm Juda. Während Christus, der
Offenbarer, ein Siegel nach dem anderen öffnete, wurde Johannes eingeladen, zu
kommen und hinzuschauen. Beginnend in Offenbarung 6 beschrieb er, was er sah,
als jedes der Siegel aufgebrochen wurde.
Die ersten sechs der sieben Siegel werden in Offenbarung 6 geöffnet.
Offenbarung 7 berichtet von einer Pause vor dem Öffnen des siebten Siegels. In
dieser Pause der Ereignisse werden 144000 Diener Gottes versiegelt, um sie vor
den Plagen am Tag des Herrn zu bewahren, der anschließend anbricht.
Die Geschichte wird in Offenbarung 8 mit dem Öffnen des siebten Siegels
fortgesetzt. Als dieses Siegel geöffnet ist, beobachtet Johannes, wie sieben
Engeln sieben Posaunen gegeben werden, die diese nacheinander ertönen ließen.
Die ersten vier Posaunenklänge werden als ökologische Katastrophen offenbart.
Offenbarung 9 beschreibt dann das Blasen der fünften und sechsten Posaune und
die dramatischen militärischen Ereignisse, die sich daraufhin entwickeln.
Offenbarung 10 beschreibt wieder eine Pause im Handlungsablauf, bevor die
siebte und letzte Posaune ertönt. Zu diesem Zeitpunkt wird Johannes eine kleine
Schriftrolle übergeben, die dieser symbolisch aufessen muss. Ihm wird gesagt,
dass noch weitere Prophezeiungen über Nationen und Herrscher überbracht werden
müssen. Offenbarung 11 beginnt mit einer Beschreibung dessen, was die zwei
Zeugen – spezielle Diener Gottes, die während der Zeit der großen Bedrängnis in
Jerusalem wirken – innerhalb von dreieinhalb Jahren vor der Rückkehr Christi tun
werden.
Die siebte Posaune, die in Offenbarung 11, 15 beschrieben wird, ist für das
Buch der Offenbarung von zentraler Bedeutung, sowohl was die gesamte Länge des
Buchs betrifft, als auch im Hinblick auf ihre Bedeutung. Sie ist die „letzte
Posaune" – die Zeit, in der die Heiligen zur Unsterblichkeit auferstehen. Dieser
Vers ist von entscheidender Bedeutung für das Verständnis des gesamten Rests der
Offenbarung, weil er den Zeitpunkt markiert, an dem die Heiligen aus ihren
Gräbern kommen und zur Herrlichkeit eingehen. Die Ereignisse von dem Moment an
bis zum Beginn von Offenbarung 20 vollziehen sich alle in einer sehr kurzen
Zeit. Mit Ausnahme einiger eingeschobener Berichte decken diese Kapitel den
Bereich von der ersten Auferstehung bis zum Anbruch des
Millenniums ab.
Einer dieser Einschübe sind die Kapitel 12 und 13. Diese Kapitel nehmen den
Handlungsablauf von einem früheren Zeitpunkt ab auf und bringen uns darin auf
den aktuellen Stand, indem hier die Geschichte der Kirche (Kapitel 12) und des
Tieres (Kapitel 13) berichtet wird. Diese gegensätzlichen Berichte von der
Verfolgten und dem Verfolger sind das notwendige Hintergrundwissen für das
Verständnis der Ereignisse bei der Rückkehr Jesu Christi als König aller Könige.
Offenbarung 14 und 15 stellen die gerade auferstandenen Heiligen, die sich
ihrer Herrlichkeit erfreuen, der letzten Vorbereitung auf den Zorn Gottes
gegenüber, der über einer rebellischen Menschheit ausgegossen werden soll. Gott
wird die „Kinder des Ungehorsams" (vgl. Kolosser 3, 6) und das System, das die
treuen Diener Gottes über Jahrhunderte hinweg verfolgt hat, ernsthaft züchtigen
müssen, weil diese sich geweigert haben, auf bisherige Aufrufe zur Umkehr zu
reagieren. Dann, in Offenbarung 16, erfahren wir Details über das Ausgießen des
Zornes Gottes in den sieben Schalen.
Offenbarung 17 und 18 geben einen weiteren Einschub in den Handlungsablauf
und liefern uns einen Überblick über das endzeitliche System, das „das große
Babylon" genannt wird. Es ist das Bündnis zwischen einer falschen Religion und
einer militärisch-politischen sowie wirtschaftlichen Supermacht, das vor der
Rückkehr Christi aufkommen wird. Offenbarung 18 beschreibt die völlige
Zerstörung dieses gesamten Systems.
Die ersten Verse von Offenbarung 19 zeigen eine Feier bei Gottes Thron.
Diese ist der Vorläufer zum Hochzeitsmahl Christi und der Kirche und die
tatsächliche Ankunft des alles erobernden Jesus Christus auf Erden, der dann die
Herrschaften und Armeen der von Satan angestifteten Rebellion gegen Gott
zerstören wird.
Satan, der Teufel, wird dann für 1000 Jahre gebunden (Offenbarung 20, 2)
und der Rest von Kapitel 20 beschreibt die Einführung der Herrschaft Christi und
der Heiligen auf Erden. Am Ende dieses Millenniums wird der Rest der Menschheit
wieder zum Leben auferweckt (Verse 11-15).
Nachdem wir am Ende von Offenbarung 20 von der Vernichtung der unbelehrbar
bösen Menschen im feurigen Pfuhl lesen, erfahren wir in Offenbarung 21 und 22
von einem neuen Himmel und einer neuen Erde, die Gott zu erschaffen verheißt.
Das neue Jerusalem wird auf die Erde kommen und der Aufenthaltsort für Gott, den
Vater, Jesus Christus und die Kirche sein. Das Buch der Offenbarung endet mit
einem Ausblick auf das, was Gott für diejenigen vorgesehen hat, die ihn lieben,
einem Blick auf die Ewigkeit in der Gewissheit, dass Christus zurückkommen und
Gott seine Verheißungen erfüllen wird.
Mit diesem kurzen Überblick über das Buch der Offenbarung können wir uns
nun eingehender mit der Geschichte befassen, um zu verstehen, was die Zukunft
für uns und die Menschheit bringen wird.
Die sieben Gemeinden
Jesus Christus, der große Offenbarer, inspirierte
Johannes, seiner Kirche eine Botschaft zu hinterlassen. Obwohl es am Ende des
ersten Jahrhunderts noch weitere Gemeinden in Kleinasien gab, wurden sieben
besondere Gemeinden ausgesucht. Die Bibel gebraucht häufig Zahlen mit einer
bestimmten Bedeutung. Dies gilt sicherlich auch für das Buch der Offenbarung.
In der Thora – den ersten fünf Büchern der Bibel – erkennen wir eine
besondere Betonung der Zahlen sieben und 12. Die Zahl sieben steht dabei für
Vollständigkeit und Vollendung, wie im Schöpfungsbericht, wo der siebente Tag
der Woche geheiligt und als Sabbattag abgesondert wurde (1. Mose 2, 2-3; 2. Mose
20, 11). Später, in 3. Mose 23, gab Gott Israel sieben jährliche Festtage, die
seinen Heilsplan beschrieben. Selbst das Wirtschaftsleben im Israel des
Altertums richtete sich nach einem Zyklus von sieben Jahren. Das Sabbatjahr
kehrte alle sieben Jahre wieder. Darin sollte das Land brach liegen und
persönliche Schulden mussten erlassen werden (3. Mose 25, 1-4). Das Jubeljahr
alle 50 Jahre folgte auf sieben Zeitzyklen zu je sieben Jahren. Dann sollten
Sklaven freigelassen und das Land seinem ursprünglichen Besitzer zurückgegeben
werden (Verse 9-10). Die Zahl sieben wird im gesamten Buch der Offenbarung immer
wieder gebraucht. Zum Beispiel gibt es sieben Leuchter, sieben Gemeinden, sieben
Engel, sieben Siegel, sieben Posaunen, sieben Zornesschalen und sieben Häupter
des Tieres.
Das erste Buch Mose erwähnt die Zahl 12 bei den 12 Söhnen Jakobs, die der
Ursprung der 12 Stämme Israels waren. In der ganzen Thora wird die Zahl 12
gebraucht, um den „Beginn organisierter Strukturen" aufzuzeigen. Wenn wir uns
dann der Offenbarung zuwenden, sehen wir dasselbe Muster. Offenbarung 7
berichtet von der Versiegelung der 144000, wobei aus jedem der 12 Stämme jeweils
12000 Personen ausgewählt werden. Auch das neue Jerusalem wird mit 12
Fundamenten, benannt nach den 12 Aposteln Jesu, und mit 12 Toren, benannt nach
den 12 Stämmen, beschrieben. Sogar die Ausmaße der Stadt gründen sich auf die
Zahl 12.
Wir sollten also besonders aufmerksam sein, wenn in der Offenbarung die
Zahlen sieben und 12 gebraucht werden. Die Beschreibung von sieben Gemeinden ist
kein Zufall, sondern ein klares Symbol für die Gesamtheit der Kirche. Jesus
Christus wird beschrieben, wie er in der Mitte der sieben Leuchter steht, die
weitaus mehr als nur eine kleine Gruppe von Gemeinden im ersten Jahrhundert
darstellen. Die Städte, in denen sich diese Gemeinden befanden, waren durch
römische Handelswege miteinander verbunden und aufeinander folgende Wegepunkte
einer römischen Postroute. Jede dieser sieben Gemeinden wurde als Typus für eine
der sieben Zeitalter dargestellt, die die wahre Kirche Gottes von der Zeit des
ersten Jahrhunderts bis zur Rückkehr Christi durchlaufen würde. Die Gemeinde von
Ephesus zum Beispiel steht stellvertretend für die frühe, apostolische Kirche
von den Anfängen am Pfingsttag 31 n.Chr. bis kurz nach dem Tod des Apostels
Johannes. Wenn man diese Prophezeiungen heranzieht, lässt sich die Geschichte
der wahren Kirche durch die Jahrhunderte Schritt für Schritt zurückverfolgen.
Es würde den Rahmen dieser Broschüre sprengen, eine detaillierte Geschichte
der sieben Kirchenzeitalter aufzuzeigen. Für ausführliche Informationen zu
diesem Thema können Sie unsere ebenfalls kostenlose Broschüre Die Geschichte
der Kirche Gottes bestellen. Diese dokumentiert anhand historischer Quellen,
wie die Prophezeiungen im Bezug auf die Kirchenzeitalter erfüllt wurden. Die
meisten Kommentatoren können diese Prophezeiungen nicht verstehen, weil sie die
falsche Kirche betrachten! Sie begreifen nicht, dass die Kirche, die Jesus
begründete, nie zu einer großen weltlichen Organisation mit politischer
Einflussnahme und Bündnissen mit Staatsoberhäuptern werden sollte, sondern dass
sie eine „kleine Herde" abgetrennt von der Welt bleiben sollte. Daher können sie
auch nicht erkennen, auf wie erstaunliche Weise alle diese Prophezeiungen
erfüllt wurden.
Wir sollten besonders Christi Worte an die letzten beiden Gemeinden
beachten: Philadelphia und Laodizäa. Diese versinnbildlichen Gottes wahre Kirche
in der Endzeit und ein Verständnis von Jesu Botschaft an sie hilft dabei, einer
Schlüsselprophezeiung in Offenbarung 12 einen Sinn zu geben. In Offenbarung 3, 8
sagt der lebendige Christus zu der Gemeinde in Philadelphia, dass er ihnen „eine
Tür aufgetan" habe. In der Bibel wird der Begriff „offene Tür" gebraucht, um
eine Gelegenheit zur Verkündigung des Evangeliums zu beschreiben (vgl. Kolosser
4, 3). Wegen ihrer Treue und Ausdauer wird den Philadelphiern Schutz in einer
Zeit schwerer Bedrängnis verhießen, die in der Endzeit über die ganze Erde
kommen soll (Offenbarung 3, 10). Im Gegensatz dazu weist Christus die Gemeinde
in Laodizäa – das Sinnbild des letzten Zeitalters – für ihre laue Geisteshaltung
zurecht. Durch ihren fehlenden Eifer hat sich Laodizäa auf Kompromisse mit der
Welt eingelassen und erkennt nicht mehr, wie die Gemeinde dadurch arm und
entblößt da steht. Wegen dieser Einstellung wird der lebendige Christus die
Laodizäer ausspeien und durch die große Bedrängnis führen müssen, damit sie
aufwachen und letztlich zur Reue und völligen Hingabe zu Gott finden. Ein
Verständnis dieser Unterscheidung zwischen den zwei letzten Zeitaltern
ermöglicht es uns, die Prophezeiung in Offenbarung 12 zu begreifen, wo Satans
Versuch beschrieben wird, gegen die „Frau" – die wahre Kirche – zu kämpfen.
Vor dem Thron Gottes
Beginnend in Offenbarung 4 wird Johannes ein
erstaunliches Privileg zuteil. In einer Vision wird er tatsächlich
in den Himmel, wo Gott lebt, eingeladen und ihm wird erlaubt, niederzuschreiben,
was er dort sieht. Natürlich können Stift und Papier nicht ausreichend die
Herrlichkeit und Größe des himmlischen Throns wiedergeben, doch einige Details
in Johannes’ Beschreibung stechen hervor. Johannes versucht nicht, die
Erscheinung des großen Wesens auf dem Thron zu beschreiben, erwähnt aber die
herrlichen Farben und das Licht, das den Thron umgibt. Blitze und Donner, die
von diesem Thron ausgehen, erinnern an 2. Mose 19, wo die Herrlichkeit Gottes
zum Berg Sinai herniederkam, als die Gebote verkündet wurden.
Dann finden wir eine Beschreibung der Größe des himmlischen Throns,
einschließlich der Gegenwart von Millionen von Engeln (Offenbarung 5, 11). Es
gibt dort eine riesige kristalline Ebene, auf der der Thron steht. In
Offenbarung 15, 2 erfahren wir, dass diese Ebene, die „gläsernes Meer" genannt
wird, den Anschein erweckt, als sei sie mit Feuer vermengt. Dort gibt es auch
vier seltsam aussehende Kreaturen mit sechs Flügeln und den Gesichtern eines
Menschen, eines Stiers, eines Löwen und eines Adlers (Offenbarung 4, 6-8). Die
Leser der Schriften von Johannes waren mit dem Alten Testament vertraut und
konnten die Ähnlichkeit dieser Beschreibungen mit der von Seraphim in einer
Vision von Jesaja erkennen (Jesaja 6, 1-2).
Es gibt dort auch 24 Älteste, die auf 24 kleineren Thronen um Gottes Thron
sitzen. Es wurden viele Versuche unternommen, sich vorzustellen, wer diese
Ältesten sein könnten, und manche haben versucht, sie als bestimmte Männer zu
identifizieren, die im Alten und Neuen Testament erwähnt sind. In Wahrheit
jedoch sind diese Ältesten Teil der Engelswelt. Sie spielen eine wichtige
Rolle in Gottes Regierung (die Zahl 24 – das Doppelte von 12 – macht dies auch
deutlich), wahrscheinlich leiten sie die Millionen von Engeln. Gott ist kein
Urheber von Unordnung und hat im Himmel ein im hohen Maß organisiertes System,
das auf seinen Willen hört.
Offenbarung 4, 5 erwähnt „sieben Fackeln" vor dem Thron, die als die sieben
Geister Gottes definiert werden und von denen wir in Offenbarung 5, 6 erfahren,
dass sie in alle Lande der Erde gesandt wurden. Sacharja, der Prophet des
Altertums, spricht in Sacharja 4, 10 ebenfalls davon und nennt sie die sieben
„Augen," die Gott durch alle Lande ziehen lässt. Hebräer 1, 7 bezieht sich auf
diese erschaffene Engelswelt und zeigt uns, dass Gott „seine Engel zu Winden und
seine Diener zu Feuerflammen" macht. In einer Weise, die wir nicht völlig
begreifen können, gebraucht Gott diese Geistwesen, die sich Johannes wie
Feuerflammen darstellten, um Informationen aus der ganzen Welt zu erhalten.
Als Nächstes beschreibt Johannes Jesus Christus, wie er inmitten dieser
großen Versammlung vor dem Thron steht (Offenbarung 5, 5-6). Hier wird Christus
mit zwei Symbolen dargestellt: als ein Lamm, das geschlachtet wurde, und als der
Löwe aus dem Stamm Juda. Das Lamm Gottes beschreibt Jesus Christus in seiner
Opferrolle, wie er unseren Platz einnimmt und an unserer Stelle stirbt. Der Löwe
aus dem Stamm Juda symbolisiert ihn in seiner königlichen Rolle als derjenige,
der die rebellische Menschheit überwinden und auf dem Thron Davids sitzen wird,
um über die ganze Erde zu regieren.
Offenbarung 4 und 5 zielen auch auf einen Aspekt in der Vision von Johannes
ab, der in den folgenden Kapiteln noch vertieft wird: die Verbindung zwischen
dem Himmel und dem irdischen Tempel. Erinnern wir uns, dass das irdische
Heiligtum nach einer himmlischen Realität gestaltet wurde (Hebräer 9, 24).
Während wir also durch das Buch der Offenbarung gehen und von einem Opferaltar
lesen, dem goldenen Altar für Räucherwerk und der himmlischen Bundeslade, so
sollten wir uns vor Augen halten, dass es sich hier um die himmlischen Originale
handelt, nach denen die Ausstattung der Stiftshütte – und später des Tempels –
gestaltet wurde.
Die vier Reiter der Apokalypse
Eines der am besten bekannten Sinnbilder aus dem Buch
der Offenbarung sind die „vier Reiter der Apokalypse." Doch obwohl sehr viele
Menschen schon einmal diesen Ausdruck gehört haben, weiß tatsächlich fast
niemand, wen oder was diese beschreiben. Doch Christus ist der Offenbarer. Wenn
wir also diese Symbole verstehen wollen, müssen wir herausfinden, wo er an
anderer Stelle in der Bibel in klaren Worten die Ereignisse beschrieb, die hier
dargestellt werden. Gibt es einen solchen Ort? Absolut! Er befindet sich in der
bekannten Antwort Christi, als er gefragt wurde, was die Zeichen seiner
Wiederkunft und des Endes der Welt sein würden (Matthäus 24, 3-31).
Der Umriss der Ereignisse in Matthäus 24 beginnt mit falschen Propheten und
setzt sich über Kriege, Hungersnöte, Krankheiten, Bedrängnis und dramatische
Zeichen am Himmel fort. Christus beschreibt hier die Ereignisse bis zu seiner
Rückkehr aus dem Himmel. Die Parallele zu Offenbarung 6 ist außergewöhnlich
deutlich. Lesen wir, was Johannes berichtet. Zuerst sieht er Jesus Christus. Wie
dieser von seinem Vater die Schriftrolle erhält und das erste Siegel aufbricht.
Dabei fordert ein Engel Johannes auf, zu kommen und selbst zu sehen. Johannes
sieht dann einen Reiter auf einem weißen Pferd, der eine Krone trägt und einen
Bogen in der Hand hält (Offenbarung 6, 1-2). Viele haben voreilig angenommen,
dass dieser Reiter Christus sei, weil Offenbarung 19 den zurückkehrenden
Christus auf einem weißen Pferd beschreibt. Diese Vermutung ist so falsch, wie
sie nur sein kann! In Matthäus 24 und den Parallelberichten Markus 13 und Lukas
21 spricht Jesus von falschen „Christussen." Er sagt, dass einige
„in meinem Namen" kommen werden und sagen, dass Jesus der Christus ist,
sie dann aber viele verführen. Wie kann jemand Christi Namen gebrauchen und
trotzdem Menschen verführen? Indem man die Botschaft, die Christus eigentlich
gelehrt hat gegen eine andere Botschaft austauscht (Markus 7, 7)!
Die Geschichte hat gezeigt, dass es falsche Lehrer gab, ebenso Kriege,
Krankheiten, Hungersnöte und religiöse Verfolgungen – und das fast die gesamten
2000 Jahre seit Jesus Christus diese Worte auf dem Ölberg gesprochen hat. Was
ist also der Unterschied bei diesen Ereignissen, nachdem die Siegel geöffnet
wurden? Offenbarung 6 zeigt, dass die Menschheit diese ständigen Leiden in der
Endzeit in wesentlich größerer Härte erleben wird, als jemals zuvor.
Lesen wir, was Paulus im Hinblick auf den Tag des Herrn und die Ereignisse
zur Zeit der Rückkehr Christi lehrte. In 2. Thessalonicher 2, 3 erklärte er,
dass vor dem Tag des Herrn „der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit
offenbart werden" muss, der „Sohn des Verderbens." Wer ist dieser „Mensch der
Bosheit"?
Im Laufe der Jahrhunderte gab es viele boshafte Menschen und viele
Antichristen (1. Johannes 2, 18, 2. Johannes 7). Doch derjenige, von dem Paulus
hier spricht, ist der eine Mensch der Bosheit, den Christus bei seiner Rückkehr
vernichten wird (2. Thessalonicher 2, 8). Dies verbindet ihn mit dem falschen
Propheten, den Christus bei seiner Rückkehr vernichten wird (Offenbarung 19,
20).
2. Thessalonicher 2 gibt uns weitere Details über diesen endzeitlichen
falschen Propheten. Er wird gotteslästerliche Ansprüche erheben, einen eigenen
göttlichen Ursprung vorgeben und Anbetung verlangen (Vers 4) und er wird durch
satanische Macht wundersame Zeichen vollbringen (Vers 9; vgl. Matthäus 24, 24;
Offenbarung 13, 13-14). Dieser endzeitliche falsche Religionsführer, der
ohne Zweifel ein aalglattes und charismatisches Individuum sein wird, wird die
gesamte Welt in seine Schwaden der Verführung einhüllen. Er wird sich nicht als
„Antichrist" bezeichnen, sondern vielmehr sich selbst als den Führer der
gesamten christlichen Kirche ausgeben.
Erinnern wir uns, dass Jesus sagte, Leute würden in seinem Namen
kommen, sagen, dass Jesus der Christus ist, und nicht im Namen irgendeines
falschen Gottes oder einfach in ihrem eigenen Namen (Matthäus 24, 5). Paulus
erklärte auch, dass Satan sich als „Engel des Lichts" verstellt und dass seine
Diener als „Diener der Gerechtigkeit" auftreten (2. Korinther 11, 14-15). Das
Religionssystem, das diesen endzeitlichen Menschen der Bosheit hervorbringen
wird, war bereits zu Paulus’ Zeiten am Werk. Paulus nannte dieses System das
„Geheimnis der Gesetzlosigkeit" – ein Auswuchs aus der altertümlichen,
babylonischen Mysterienreligion, die die falsche Idee verbreitete, dass Gottes
Gesetz „abgeschafft" sei und nicht mehr eingehalten werden müsse. Obwohl dieses
System eines falschen Christentums bereits im ersten Jahrhundert begonnen hat,
wird es erst zur rechten Zeit erlaubt sein, dass es den letztendlichen Menschen
der Bosheit hervorbringt (2. Thessalonicher 2, 6-7; rev. Elberfelder
Übersetzung).
Wenn dieser falsche Prophet auf der Weltbühne auftritt, werden wahre
Christen fähig sein, genau zu bestimmen, wo wir uns im Ablauf der Prophezeiungen
befinden. Das erste Siegel wird aufgebrochen sein und seine endzeitliche
Erfüllung wird eingetreten sein. Die Öffnung der anderen Siegel wird bald darauf
erfolgen.

Kapitel 5: Bedrängnis und
Posaunen
Offenbarung 6, 3 berichtet von der Öffnung des zweiten
Siegels, bei dem ein Reiter auf einem roten Pferd zum Vorschein kommt. Diesem
Reiter ist ein großes Schwert gegeben, ein Symbol für eine starke Kriegsmacht.
Jesu Lehre in Matthäus 24 zeigt uns, dass dieses Siegel für regionale Kriege und
Weltkriege steht. Während wir uns dem Ende dieses Zeitalters nähern, wird eine
große militärische Macht emporsteigen.
Wie uns der Reiter auf dem weißen Pferd an die Rolle erinnert, die der
endzeitliche falsche Prophet spielen wird, so ist uns der Reiter auf dem roten
Pferd eine Erinnerung an einen geschickten militärisch-politischen Führer, der
in Europa in Erscheinung treten wird – und der ohne Zweifel vorgeben wird, ein
Mann des Friedens zu sein. Im Namen des Friedens wird er Präventivschläge und
Kriege im Nahen Osten und sogar gegen die USA und ihre Verbündeten in
Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland durchführen. In enger
Verbundenheit mit dem falschen Propheten wird dieser große
militärisch-politische Führer (der in Offenbarung 13 und anderswo das „Tier"
genannt wird) bestrebt sein, alle Nationen zu beherrschen und zu kontrollieren.
Er wird für eine letzte Reihe von Kriegen verantwortlich sein, die erst mit der
Sammlung der Armeen bei Harmagedon ihr Ende findet.
Schon bald nach dieser dramatischen Zunahme an globalen Streitigkeiten und
Kriegen werden schreckliche Wetterkatastrophen hinzukommen, durch die es zu
massiver Nahrungsmittelverknappung und zu Hungersnöten kommt. Dies wird durch
das geöffnete dritte Siegel und den Reiter auf dem schwarzen Pferd dargestellt,
der eine Waage in seiner Hand hält. Während Grundnahrungsmittel (symbolisiert
durch Weizen und Gerste) nur in kleinen Mengen zu stark überhöhten Preisen
verkauft werden, sind Luxusgüter (symbolisiert durch Wein und Öl) für die
Reichen noch immer ausreichend vorhanden. Ein Silbergroschen war der Tageslohn
für einen Arbeiter im ersten Jahrhundert, was zeigt, dass viele
Durchschnittsverdiener all ihre Einkünfte nur darauf verwenden müssen, sich und
ihren Familien Essen zu kaufen.
Der Tod durch Krankheiten und Seuchen folgt direkt auf die
Nahrungsmittelknappheit, was durch den Reiter auf dem fahlgrauen Pferd
symbolisiert ist, der beim Öffnen des vierten Siegels erscheint. Von diesem
grimmigen Reiter wird berichtet, dass er über ein Viertel der Erde Macht
bekommt, wenn er seinen Ritt beginnt. Die Ereignisse, die in diesen Siegeln
beschrieben sind, werden sich addieren, wie auch die Siegel, wenn sie einmal
geöffnet sind, offen bleiben.
Die große Bedrängnis
Jesus warnte uns vor einer großen Bedrängnis – einer
Zeit, die in der Geschichte einzigartig sei (Matthäus 24, 21-22). Die große
Bedrängnis beginnt kurz nachdem das „Gräuelbild der Verwüstung" erscheint (Vers
15) und ist das Ergebnis einer endzeitlichen Erfüllung der ersten fünf Siegel in
schneller Abfolge. Nach der Öffnung der ersten vier Siegel hatte Johannes die
„vier Reiter" gesehen, wie sie ihren endzeitlichen Ritt begannen. Bei der
Öffnung des fünften Siegels wurde er nun erneut aufgefordert, zu kommen und zu
schauen. Dort sah er eine seltsame Vision der schlimmsten je da gewesenen
religiösen Verfolgung, deren Ausmaß, wenn richtig verstanden, für Leute in der
modernen westlichen Welt kaum vorstellbar scheint. Johannes beschreibt, wie er
„Seelen unten am Altar" sah, die zu Gott schrieen und fragten, „wie lange" es
noch wäre, bis ihr Tod gerächt werde (Offenbarung 6, 9-10). Die Antwort war,
dass die Zeit für das Gericht Gottes an ihren Mördern erst dann gekommen sei,
wenn alle Märtyrer vollzählig wären. Es gibt also ein endzeitliches Martyrium,
das noch stattfinden wird.
Beachten Sie die Symbole, die Johannes beschreibt. Wie es in der
Offenbarung oft der Fall ist, so ist es auch hier wichtig, die Symbolik des
Tempels von Jerusalem zu verstehen. Was bedeuten die „Seelen unten am Altar"?
Die Bibel gebraucht den Begriff Seele (im Hebräischen nephesch und im
Griechischen psyche), um lebendige Wesen zu beschreiben – Menschen wie
Tiere. 3. Mose 17, 11 erklärt, dass des Leibes Leben im Blut ist. Das Blut von
Opfertieren wurde ringsum an den Opferaltar, einen der beiden Altäre im Tempel,
gegossen. Der Opferaltar befand sich außerhalb des Heiligtums und der
Räucheraltar im heiligen Bereich, direkt vor dem Gnadenthron. (Im Tempel von
Jerusalem wurde bis vor dem Erdbeben, das auf den Tod Christi hin erfolgte, der
Räucheraltar mit einem dicken Vorhang vom Allerheiligsten und dem Gnadenthron
getrennt). Der Opferaltar ist die Grundlage für den Symbolismus, der in
Offenbarung 6 gebraucht wird.
In 1. Mose 4, 10 wird berichtet, wie das Blut des gerechten Abel bildlich
von der Erde zu Gott schreit und von einem gerecht richtenden Gott Sühne
verlangt. Wenn schon das Blut eines Märtyrers zu Gott schreit, wie laut muss
dann das Blut aller gerechten Märtyrer aus allen Zeiten aufschreien? In seiner
Vision hörte Johannes, wie zu ihnen gesagt wurde, dass sie noch weiter in ihren
Gräbern ruhen sollten. Noch mehr Märtyrer würden sterben, bevor Gottes Zeit des
Gerichts beginnt.
Diese zukünftige Zeit der Bedrängnis wird eindeutig auch eine Zeit
intensiver religiöser Verfolgung sein. Dabei werden alle gezwungen werden, sich
den falschen religiösen Praktiken anzuschließen, die dann als „christlich"
bezeichnet werden. Von allen wird verlangt werden, die große, falsche Kirche und
ihre Hierarchie zu verehren, die in Offenbarung 13, 15 als das „Bild des Tieres"
bezeichnet werden. Ein äußerliches Zeichen für die eingeforderte Konformität,
das so genannte „Zeichen des Tieres" wird diejenigen identifizieren, die die
Bibel als „Söhne des Ungehorsams" beschreibt.
Es gibt aber noch einen anderen, Aspekt dieser künftigen großen Bedrängnis,
der oft übersehen wird. Es wird nicht nur eine Zeit religiöser Verfolgung geben,
sondern auch eine Zeit der „Angst für Jakob," wie sie in Jeremia 30, 7 heißt.
Wir wissen, dass diese identisch ist mit der Zeit, von der Jesus in Matthäus 24,
21 sprach, weil es in beiden Passagen heißt, dass diese Zeit einzigartig sein
wird, keine Zeit zuvor und keine Zeit danach wird so schlimm sein. Es kann
keine zwei verschiedenen schlimmsten Zeiten geben!
Wenn Sie mit der Identität der Nachfahren Jakobs in der Endzeit nicht
vertraut sind, möchten wir Sie dazu einladen, unsere ebenfalls kostenlose
Broschüre „Was bringt die Zukunft für Amerika und Großbritannien?"
anzufordern. Darin erhalten Sie eine detaillierte Erklärung und Beweisführung
über deren Identität, die den Rahmen dieser Broschüre sprengen würde. Die
kommende große Bedrängnis wird eine Zeit großen Zwangs und starker Verfolgung
sowohl für das geistliche Israel (die wahre Kirche Gottes) als auch für das
physische Israel sein, zu dem nicht nur die Juden, sondern auch die modernen
Nachfahren der so genannten „verlorenen zehn Stämme" zählen. In all dem zeigt
sich der Zorn des Satans, wenn dieser zum letzten Mal auf diese Erde geworfen
wird (Offenbarung 12, 12-13).
Auftakt zum Tag des Herrn
Als das sechste Siegel geöffnet wird, sieht Johannes
dramatische Zeichen am Himmel. Er beschreibt riesige Meteoritenschauer – so
intensiv, dass es den Anschein erweckt, als würden alle Sterne vom Himmel
fallen! Er beschreibt auch Ereignisse, die wie Sonnen- und Mondfinsternisse
aussehen. Die Sonne wird dunkel, wie bei einer Sonnenfinsternis und der Mond
bekommt einen rötlichen Schein, wie es oft bei einer Mondfinsternis ist. Diese
dramatischen und Angst einflößenden Ereignisse in Verbindung mit massiven
Vulkanausbrüchen und Erdbeben (vgl. Joel 3, 3-4) sind ein Vorläufer der Zeit des
Eingreifens des Schöpfers, die in der Bibel immer als der „Tag des HERRN"
bezeichnet wird.
Zu diesem Zeitpunkt gibt es eine Pause in den Geschehnissen, bevor Johannes
sieht, wie das siebte Siegel geöffnet wird. Offenbarung 7, 1-4 machen deutlich,
dass diese Pause einen bestimmten Zweck hat. Vor dem Ausgießen des Zornes Gottes
werden 144000 Heilige aus den 12 Stämmen Israels versiegelt, damit sie vor dem
bewahrt werden, was Gott über eine rebellierende Menschheit bringen wird.
Eine Parallele dazu finden wir in Hesekiel 9, wo Hesekiel eine Vision der
Züchtigung des rebellischen Volkes von Jerusalem durch Gott hatte. In dieser
Vision sah er einen in Leinen gekleideten Engel mit einem Schreibzeug an seiner
Seite, der neben dem Altar vor dem Tempel stand. Dem Engel wurde der Auftrag
gegeben, durch die Stadt zu gehen und allen ein Zeichen an die Stirn zu machen,
die wegen all der Gräuel Jerusalems „seufzen und jammern." Auf den Engel mit dem
Schreibzeug sollten die anderen Engel als Racheengel folgen und alle Rebellen
und Gottlosen töten. In derselben Weise beschreibt Offenbarung 7, wie ein Rest
von Israel auf Gottes Gnade mit Reue antworten wird. Diese sind Diener Gottes
und sollen abgesondert werden, damit sie von Gottes Zorn verschont bleiben, der
am kommenden Tag des Herrn über die Kinder des Ungehorsams ausgegossen wird.
In den letzten Versen von Offenbarung 13 und den ersten Versen von Kapitel
14 sehen wir den Kontrast zwischen denen, die das Zeichen des Tieres an ihrer
Stirn angenommen haben, und den 144000, die den Namen des Vaters auf der Stirn
tragen. Die Stirn gilt als Sitz des Intellekts und dadurch wird unsere
Entscheidung versinnbildlicht, wem wir gehorchen – Gott oder dem Satan.
Viele beachten nicht, dass Offenbarung 7 von zwei verschiedenen Gruppen
spricht. Beide werden mit demselben Satz vorgestellt: „Danach sah ich ..."
(Verse 1 und 9). Die 144000 aus den 12 Stämmen Israels gehen der Beschreibung
einer großen Schar voraus, deren Anzahl unbestimmt ist und die aus allen
Nationen und Völkern kommen. Diese große Schar wird in einer Siegesfeier vor dem
Thron Gottes beschrieben, bei einem Ereignis, das sich im Zeitrahmen, in dem
sich Johannes bei seinen Aufzeichnungen bewegt, in der Zukunft befindet. Während
er die Versiegelung der Übrigen aus Israel vor dem Tag des Herrn beobachtet,
wird Johannes auch gestattet, noch weiter in die Zukunft zu blicken. Wer ist
also diese große Schar? Offenbarung 7, 14 definiert sie als diejenigen, die aus
der „großen Bedrängnis" kommen. Obwohl sie in dieser höllischen Zeit als
Märtyrer gestorben sind und dadurch die Vollendung der Zahl der Märtyrer aus
Offenbarung 6, 11 repräsentieren, gehen sie tatsächlich als Sieger daraus
hervor. Sie werden in Herrlichkeit auferweckt und empfangen Trost und Segnungen
von dem Vater und von Christus.
Eine weitere Beobachtung im Bezug auf die 144000 muss erwähnt werden. Wir
müssen verstehen, dass der Tag des Herrn im Wesentlichen die Zeit des siebten
Siegels und der einjährigen Zeitspanne (Jesaja 34, 8; 61, 2) vor Christi zweitem
Kommen darstellt. Doch in anderer Hinsicht erstreckt sich diese Phase bis in die
Zukunft und beinhaltet nicht nur das Jahr des Zornes Gottes, sondern auch die
tausendjährige Herrschaft des Messias, das Gericht vor dem großen, weißen Thron
und die Errichtung des neuen Himmels und der neuen Erde (2. Petrus 3, 10-13).
Letztlich wird es eine riesige Ernte geben, deren Zahl in die Milliarden geht,
und die während des erweiterten Tags des Herrn eingefahren wird. Doch die 144000
aus Israel werden die Erstlingsfrüchte derer darstellen, die mit ihrem Schöpfer
in dieser Zeit versöhnt werden. 144000 ist das tausendfache Quadrat der Zahl
organisierter Anfänge. Diese Zahl repräsentiert den Anfangspunkt der Ernte des
Schöpfers unter allen Nationen, nachdem sein direktes Eingreifen und Gericht
begonnen hat.
Die ersten vier Posaunen erschallen
Offenbarung 8 setzt den Lauf der Ereignisse fort, der
mit dem Öffnen des ersten Siegels begonnen hatte. In Vers 1 sieht Johannes, wie
das siebte Siegel geöffnet wird und wie sieben Engel vor Gott stehen und sieben
Posaunen erhalten, um sie nacheinander zu blasen und so Gottes Gericht
anzukündigen. Das siebte Siegel besteht aus diesen sieben Posaunen.
Beachten Sie die Symbolik von Offenbarung 8, 3-5. Die Zeremonien im
irdischen Heiligtum in der Zeit Moses fanden nach dem Muster dieser himmlischen
Realitäten statt und geben uns einen Schlüssel, damit wir verstehen können, was
hier beschrieben wird. Im irdischen Heiligtum nahm ein Priester jeden Morgen und
jeden Abend nach dem täglichen Opfer Feuer von diesem Opferaltar und ging damit
in das Heiligtum, um dort ein Räucheropfer auf dem goldenen Altar darzubringen,
der sich vor dem „Gnadenthron" befand und von diesem durch einen Vorhang
getrennt war (2. Mose 30, 6). Wie dieser Bericht und andere Schriftstellen
zeigen, repräsentiert das Räucheropfer die Gebete der Heiligen, die zu Gott
aufsteigen. Der Gnadenthron, der sich im Innern des Allerheiligsten über der
Bundeslade befand, war ein Symbol für den Thron Gottes.
In Offenbarung 6 haben wir gesehen, wie das Blut der zu allen Zeiten
getöteten Märtyrer zu Gott nach Rache rief. Gott beantwortete ihr Flehen nicht
früher, weil es noch nicht die richtige Zeit war. Doch in Offenbarung 8 wird
dieses Räuchergefäß nun mit Feuer vom Altar symbolisch über die Erde
ausgeschüttet. Dabei werden die sieben Posaunenbläser angewiesen, Gottes
Vergeltung anzukündigen.
Der Rest von Offenbarung 8 beschreibt die Wirkung der ertönenden Posaunen
der ersten vier Engel. Erinnern wir uns, dass Jesaja 34, 8 und Jesaja 61, 2 den
Tag des HERRN mit dem Jahr der Vergeltung Gottes gleichsetzen. Diese Zeitspanne
beginnt mit der ersten Posaune und endet mit der letzten oder siebten Posaune.
Als Gott dem Volk Israel im Altertum seine heiligen Tage gab, war die Einführung
in die gesamte Herbstfestzeit ein Tag des Gedenkens mit Posaunenblasen am ersten
Tag des siebten Monats. Da die anderen Festtage ihre Erfüllung an genau
demselben Tag erhielten (vgl. Christi Opfertod als Lamm Gottes am Passahtag und
das Ausgießen des heiligen Geistes am Pfingsttag), ist es wahrscheinlich, dass
das Jahr der Vergeltung Gottes an einem Posaunentag beginnen und enden wird.
Während jeder der ersten vier Engel seine Posaune erschallen lässt,
ereignen sich schreckliche ökologische Katastrophen auf der Erde. Bei dem ersten
Engel brechen schlimme Feuer aus, die letztlich ein Drittel der grünen
Vegetation vernichten. Als Nächstes fallen große Objekte wie Meteorite in den
Meeren und machen ein Drittel der Meere rot wie Blut. Dadurch sterben ein
Drittel aller Meereslebenwesen und auch Schifffahrt und Handelsrouten werden
stark betroffen. Nach der dritten Posaune sieht Johannes ein weiteres Objekt wie
einen Meteoriten auf ein Drittel der Frischwasserquellen und Flüsse fallen,
wodurch deren Wasser giftig wird und es zu massiven Engpässen in der
Trinkwasserversorgung kommt. Als schließlich der vierte Engel seine Posaune
erschallen lässt, gibt es sogar Erschütterungen am Himmel. Offenbar werden
Schwaden von Rauch und Trümmerteilen die Sicht auf den Himmel jeden Tag um ein
Drittel verdecken. Vielleicht wird die Ursache dafür in den riesigen Feuern und
dem entstehenden Rauch liegen, durch die ein Drittel der Erde betroffen sein
wird, sowie in den Trümmerteilen, die durch Vulkanausbrüche in die Luft
geschleudert werden.
Die ersten zwei Wehe
Wenn diese ökologischen Katastrophen in den ersten
Monaten im Jahr der Vergeltung Gottes bereits vernichtend klingen, können wir
uns die noch größere Verwüstung ausmalen, die durch die letzten drei Engel mit
ihren Posaunen kommen wird. Diese letzten der sieben Engel kündigen die „drei
Wehe" an. Dazu gehört, dass die Menschheit Massenvernichtungswaffen zünden wird,
die die Welt so sehr in Gefahr bringen, dass kein Mensch überleben würde, wenn
Christus nicht zurückkäme (Matthäus 24, 22).
Als der fünfte Engel in Offenbarung 9, 1-2 seine Posaune bläst, sehen wir,
wie sich ein Abgrund auftut und dämonisch beeinflusste Kräfte freigesetzt
werden. Offenbarung 17, 8 zeigt uns, dass die Macht des Tieres symbolisch aus
diesem Abgrund auftaucht. Die Mächte, die hier in Erscheinung treten, werden
zuerst mit Heuschrecken verglichen, weil Johannes nicht den richtigen Wortschatz
hatte, um moderne Massenvernichtungswaffen zu beschreiben. Beachten Sie, dass
diese „Heuschrecken" nicht die natürliche Vegetation schädigen (die echte
Heuschrecken verwüsten würden), sondern stattdessen fünf Monate lang lähmende,
aber nicht tödliche Schmerzen zufügen – eher zu vergleichen mit Skorpionen. So
wird ein Angriff der von Europa angeführten Macht des Tieres auf die Nationen im
Osten beschrieben, wie es in Daniel 11, 44 erwähnt ist.
Dieser Überraschungsangriff wird einen massiven Vergeltungsschlag
asiatischer Nationen gegen Europa auslösen. Dieser Vergeltungsschlag, der durch
das Posaunenblasen des sechsten Engels angekündigt wird, ist dargestellt durch
Feuer, Rauch und Schwefel, durch den ein Drittel der Menschheit getötet wird
(Offenbarung 9, 17-18). Diese Beschreibung passt genau zu modernen Nuklearwaffen
und zu der Verwüstung, die diese hervorrufen können.
Beim Erschallen der fünften und sechsten Posaune sehen wir, dass Gott
Beschränkungen aufhebt, durch die Satan und seine Dämonen bis dahin gebunden
waren. Abaddon oder Apollyon ist ein Name des Teufels und bedeutet „Zerstörer."
Er ist derjenige, der den Angriff der Macht des Tieres mit heute noch
futuristischen Waffen auslöst. Uns wird auch gesagt, dass dämonische Geister mit
den östlichen Mächten in Verbindung stehen, die vorher durch den Euphrat
zurückgehalten wurden. Offensichtlich wird der Euphrat zur Grenzlinie zwischen
den östlichen und den westlichen Einflusssphären werden.
Als der sechste Engel schließlich seine Posaune bläst, finden zwei
Ereignisse statt. Das erste ist ein nuklearer Angriff auf Europa und
wahrscheinlich auch auf dessen lateinamerikanische Verbündete. Das zweite
Ereignis ist die Ansammlung der größten Armee der Weltgeschichte am östlichen
Ufer des Euphrat – 200 Millionen Soldaten (Offenbarung 9, 15-16; rev.
Elberfelder Bibel). Zu diesem Zeitpunkt wird es fast ein Jahr her sein, seitdem
die Posaunen zu erschallen begonnen haben. Die Erde und ihre Bewohner werden den
Anschein erwecken, als befänden sie sich im Todeskampf. Aber dies ist
nicht das Ende der Geschichte.
Kapitel 6: Gottes Zeugen und
Zorn
Offenbarung 10 beginnt mit einer weiteren kurzen Pause
im Handlungsablauf. Nach der sechsten Posaune und noch vor Beginn der siebten
und letzten Posaune sieht Johannes einen Engel vom Himmel kommen, der ihm eine
kleine Schriftrolle zum Essen gibt. Dies ist dem Bericht im Alten Testament sehr
ähnlich, wo Hesekiel den Inhalt einer Schriftrolle essen soll, um seine
Botschaft wiedergeben zu können (Hesekiel 2, 8-10; 3, 1-3). Der Engel gibt
Johannes den Auftrag, den Inhalt dieser kleinen Schriftrolle zu essen, um den
Nationen und Herrschern dieser Welt noch eine prophetische Botschaft zu
überbringen. Was ist diese Botschaft? Vor dem Gräuelbild der Verwüstung und dem
Anfang der großen Bedrängnis wird das Zeitalter von Philadelphia der Kirche
Gottes seit Jahrzehnten durch die von Christus bereitete „offene
Tür" gegangen sein und sowohl das Evangelium, als auch die endzeitliche
Botschaft der Warnung verkündet haben. Nachdem diese organisierte Verkündigung
des Evangeliums beendet worden ist, werden die zwei Zeugen Gottes Botschaft von
Jerusalem aus offen verkündigen. Es wird also auch dann noch der Welt eine
Botschaft zu verkünden sein, wenn sich Satans Regierungszeit in den letzten
Zügen befindet! Deswegen wird Johannes nach dem Ende der sechsten und vor Beginn
der siebten Posaune (Offenbarung 10, 7) gesagt, dass den Nationen und Herrschern
noch eine weitere Botschaft zu verkünden ist. Die zwei Zeugen, die „weissagen"
(Offenbarung 11, 3) und „ihr Zeugnis vollenden" (Vers 7) werden zusammen mit
drei Engeln, die Gott nach dem Ertönen der siebten Posaune loslässt (Offenbarung
14, 6-9) alle noch einmal „weissagen," nachdem Johannes von dem mächtigen Engel
das „Büchlein" erhalten hat.
Matthäus 24, 15-21 und Lukas 21, 20-24 machen deutlich, dass die
multinationale Armee, die in Sacharja 14, 1-2 beschrieben ist, Jerusalem zu
Beginn der großen Bedrängnis besetzen wird. Wenn wir Lukas 21, 24 mit
Offenbarung 11,2 vergleichen, sehen wir, dass es die Macht des Tieres sein wird,
die Jerusalem für 42 Monate oder dreieinhalb Jahre besetzen und kontrollieren
wird. Direkt nachdem der falsche Prophet den heiligen Ort entweiht hat, indem er
seine abgöttischen Symbole aufstellt und gotteslästerliche Ansprüche stellt,
wird Gott zwei seiner Diener, die als die zwei Zeugen bekannt sind, ermächtigen,
zweieinhalb Jahre vor dem Beginn des Tags des Herrn öffentlich in Jerusalem
aufzutreten. Gott wird ihnen die Macht geben, einer Welt seine Botschaft zu
überbringen, die zu diesem Zeitpunkt von der Macht des Tieres beherrscht und von
den Illusionen des falschen Propheten verführt sein wird.
Gott wird diese beiden Männer gebrauchen, um Wunder zu bewirken, die denen
von Mose und Elia ähnlich sind. Sie werden Gottes Gericht über eine Welt in
Rebellion gegen ihn ankündigen und sich der Macht des Tieres und des falschen
Propheten entgegen stellen. In den gesamten dreieinhalb Jahren ihres
prophetischen Wirkens werden sie unter dem übernatürlichen Schutz Gottes stehen,
wie es auch bei Elia einige Jahrhunderte zuvor war (vgl. 2. Könige 1, 9-14).
Letztlich wird Gott zulassen, dass sie getötet werden. Viele werden ihren Tod
feiern, weil der falsche Prophet sie als Urheber aller Probleme in der Welt
dargestellt haben wird. Ihre Leichname werden in den Straßen von Jerusalem für
dreieinhalb Tage liegen, dann werden sie wieder zum Leben erwachen und in die
Luft aufsteigen, wo sie in den Wolken verschwinden, während ihre Feinde
schockiert und verwundert zurückbleiben (Offenbarung 11, 11-12).
Die letzte Posaune ertönt
Wir kommen nun zum Mittelpunkt im Buch der Offenbarung
und dem bezeichnenden Moment für die Ereignisse in der Endzeit. Was genau
geschieht, als die siebte und letzte Posaune ertönt? Offenbarung 11, 15 besagt:
„Und der siebente Engel blies seine Posaune; und es erhoben sich große Stimmen
im Himmel, die sprachen: Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines
Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit." Nach Vers 18
signalisiert diese siebte Posaune die Zeit, wenn der letzte Zorn Gottes
ausgegossen wird und Gott anfangen wird, die Toten zu richten, indem er seinen
wahren Dienern ihren Lohn gibt.
In 1. Korinther 15, 52 schreibt Paulus, dass dieses Ereignis „plötzlich, in
einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune" stattfinden wird. „Denn es wird
die Posaune erschallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir
werden verwandelt werden." Es wird eine Zeit sein, in der die in Christus
Gestorbenen gemeinsam mit den dann noch auf Erden lebenden Christen eine
sofortige Verwandlung von Sterblichen zur Unsterblichkeit durchmachen und der
Tod wird völlig besiegt sein. Dieser Moment wird in Offenbarung 20, 6 die „erste
Auferstehung" genannt, und wer daran Teil hat, wird „selig und heilig" genannt.
Sie müssen sich nie wieder Sorgen über den Tod machen sondern werden mit
Christus regieren, wenn dieser sein tausendjähriges Reich auf Erden errichtet.
Wir sollten hier festhalten, dass Leute, die die so genannte Theorie der
„geheimen Entrückung" vertreten, die Schrift hier nicht richtig verstehen. Jesus
Christus wird vom Himmel herabkommen und die auferstandenen Heiligen werden
emporgehoben, um ihm zur Zeit der siebten und letzten Posaune in der Luft
zu begegnen. Wie wir aus dem Handlungsablauf in der Offenbarung gesehen haben,
kann dies nur geschehen, nachdem alle zuvor beschriebenen
Ereignisse eingetreten sind. Es kann also nicht „jeden Moment" zu
einer geheimen Entrückung kommen, wie manche fälschlicherweise annehmen.
Die Frau und der Drache
Nach seiner Beschreibung der Öffnung aller sieben Siegel
gibt uns Johannes in Kapitel 12 einen Einschub, in dem der Konflikt zwischen der
Frau und dem Drachen beschrieben ist.
Johannes sieht in einer Vision eine Frau, die mit der Sonne, dem Mond und
12 Sternen bedeckt ist. Diese Beschreibung erinnert an 1. Mose 37, 9, wo Josef
in einem Traum die Familie Israels als Sonne, Mond und Sterne gesehen hat. Und
wie wir bereits gesehen haben, gebraucht die Bibel das Symbol einer Frau, um die
Kirche darzustellen. In wenigen kurzen Versen wird hier die gesamte Geschichte
der Kirche von der Zeit der Gemeinde Israels im Altertum – der Gemeinde in der
Wildnis – bis zum Ende der großen Bedrängnis beschrieben. Von der Frau wird
gesagt, dass sie einen Sohn geboren hat, der alle Völker regieren sollte – ein
eindeutiger Bezug auf Christus, der aus Israel hervorgegangen ist. Der Drache
wird in Vers 9 als Satan der Teufel offenbart, der versucht, Jesus Christus zu
vernichten – welcher nach seiner Auferstehung wieder in den Himmel aufgenommen
wurde.
In Vers 6 lesen wir, dass die Frau in die Wüste fliehen musste, um für die
Zeit von 1260 prophetischen „Tagen" – 1260 tatsächlichen Jahren – beschützt zu
werden. Da dies nach Christi Himmelfahrt geschah, ist klar, dass es sich dabei
nun um die neutestamentliche Kirche handelt. Und tatsächlich musste die wahre
Kirche in entlegene Gebiete fliehen, als sich der römische Kaiser Konstantin im
frühen vierten Jahrhundert mit dem Bischof von Rom verbündete. Historisch
betrachtet lässt sich eine 1260-jährige Zeitspanne vom Konzil von Nicäa 325
n.Chr. bis ins Jahr 1585 berechnen, als die wahre Kirche wieder öffentlich in
Erscheinung zu treten begann. Die ganze und äußerst interessante Beschreibung
dieser Ereignisse können Sie in unserer kostenlosen Broschüre Die Geschichte
der Kirche Gottes nachlesen.
Wir sollten auch beachten, dass Offenbarung 12 von zwei verschiedenen
Rebellionen Satans berichtet. Vers 4 erinnert an die erste Rebellion des
Erzengels Luzifer (vgl. Jesaja 14, Hesekiel 28), bei der er ein Drittel der
Engel mit sich zog, bevor Adam erschaffen wurde. Er wurde auf die Erde geworfen
und sein Name wurde geändert von „Lichtträger" (was Luzifer bedeutet) zu
„Gegner" (der Bedeutung von Satan). In diesem Zusammenhang beziehen sich
Verse 7-12 – die im Ablauf nach der Zeit der Kirche in der Wildnis (historisch
dem Mittelalter) folgen – auf einen noch zukünftigen Versuch Satans direkt vor
der großen Bedrängnis, die Macht im Himmel zu erlangen.
Nach diesem künftigen und endgültigen Herabstoßen des Satans wird Gott die
„Frau" – seine wahre Kirche – an einen besonderen Ort in der Wildnis bringen, wo
sie für die letzten dreieinhalb Jahre versorgt und beschützt wird. Ein Teil von
ihr wird jedoch zurückbleiben und von dem Teufel angegriffen werden. Die Bibel
zeigt, dass die Gemeinde von Philadelphia vor dieser Stunde der Versuchung
bewahrt wird, während die Gemeinde von Laodizäa von Christus in die große
Bedrängnis ausgespien wird, weil sie sich beharrlich weigert, ihre laue
Geisteshaltung, ihren Materialismus, ihre Selbstgerechtigkeit und ihre
geistliche Blindheit und Nacktheit zu bereuen oder auch nur anzuerkennen!
Das Tier
Nachdem Johannes in Offenbarung 12 ein Überblick über
die Geschichte der wahren Kirche erhalten hat, bekommt er in Kapitel 13 einen
Überblick über das System des Tieres. Das Tier wird zuerst in Offenbarung 11, 7
erwähnt, wo es versucht, die zwei Zeugen zu vernichten. Es wird dabei nicht
weiter definiert, bis wir zu Kapitel 13 kommen. In diesem Kapitel hatte Johannes
nun eine Vision, die sich mit dem verknüpft, was Daniel in Daniel 7
aufgezeichnet hat.
Daniel hatte vier Tiere gesehen, die nacheinander aus dem Meer kamen: einen
Löwen, einen Bären, einen vierköpfigen Panther und ein schreckliches Ungeheuer
mit Zähnen aus Eisen und zehn Hörnern. In Daniel 7, 23 werden diese als vier
Königreiche identifiziert. Wenn wir die Vision in Daniel 2 mit der aus Daniel 7
vergleichen, wird offensichtlich, dass diese Folge von vier Weltreichen in
Daniels Tagen mit Nebukadnezars Babylonischem Reich begann und sich dann in den
aufeinander folgenden Reichen der Perser, Griechen und Römer fortsetzte. Zur
Zeit der Vision von Johannes im Buch der Offenbarung waren die Reiche der
Babylonier, Perser und Griechen bereits Geschichte und das vierte Reich – das
Römische Reich – beherrschte die Welt.
In Offenbarung 13 beschreibt Johannes das Römische Reich mit den
Charakteristiken der früheren Reiche, deren Reste es sich einverleibt hatte.
Eine genaue Betrachtung aller dazu gehörenden Schriftstellen und der
historischen Belege, die ihre Erfüllung aufzeigen, finden Sie in unserer
Broschüre Das Tier der Offenbarung.
Johannes sah, wie dieses Tier eine tödliche Wunde erhielt. Historisch war
dies der Fall des Römischen Reichs 476 n.Chr. Dann sah Johannes, wie diese
tödliche Wunde wieder heil wurde, was sich mit der Imperialen Restauration unter
Justinian 554 n.Chr. erfüllte. Das Tier blieb daraufhin für 1260 prophetische
„Tage," von Justinian bis zum Sturz Napoleons 1814. In dieser Zeit, in der sich
das Römische Reich in einer Allianz mit dem römischen Pontifikat befand, wurde
es das Heilige Römische Reich genannt. Johannes sah dann ein zweites Tier, das
wie ein Lamm aussah, aber als Sprachrohr Satans, des Drachen, diente
(Offenbarung 13, 11). Dies ist ein deutliches Symbol für das religiöse System,
das beansprucht, christlich zu sein, aber in Wahrheit die Botschaft des Teufels
an Stelle des Evangeliums Christi verbreitet. Dieses falsche Religionssystem
wird als Modell oder Abbild auf der Grundlage der Institutionen des alten
Römischen Reichs beschrieben. Das altertümliche, heidnische Rom war die Vorlage,
auf der das päpstliche Rom und seine politischen Strukturen aufgebaut wurden. Es
gab eine Allianz zwischen Kirche und Staat, die bis ins Mittelalter andauerte.
Die Kirche benutzte die Staatsmacht, um die Konformität der Bürger mit den
religiösen Edikten zu erzwingen und verlangte im Gegenzug von ihren Mitgliedern,
dem Staat treu zu dienen.
Das Zeichen des Tieres, das Markenzeichen des Ungehorsams gegenüber dem
Gesetz Gottes ist etwas, das auf die Antike zurückverweist. Seit Beginn der
unheiligen Allianz zwischen Kirche und Staat in den Tagen Konstantins des Großen
hat man immer darauf bestanden.
Die Zahl des Tieres, 666, leitet sich von den Zahlwerten ab, die in
früheren Zeiten den Buchstaben des Alphabets zugeordnet waren, anders als heute,
wo wir davon getrennte Zahlzeichen verwenden. Im Hebräischen, Griechischen und
Lateinischen wurde überall ein solches System verwendet. Dadurch haben alle
Namen in diesen Sprachen automatisch auch einen Zahlenwert. Lesen Sie in unserer
Broschüre Das Tier der Offenbarung mehr über das Zeichen des Tieres und
einen detaillierten Beweis, dass dem römischen System die Zahl 666 zugeordnet
ist – die Zahl eines Namens.
Es ist auch von entscheidender Bedeutung, dass wir erkennen, dass die
mittelalterliche Allianz von Kirche und Staat noch einmal in Erscheinung treten
wird. In den Tagen vor uns wird das System des Tieres noch einmal aus dem
Abgrund auftauchen. Werden Sie dem Konformitätsdruck nachgeben und sich dem
mächtigen System anpassen, das bald für eine kurze Zeit die Welt beherrschen
wird? Sie müssen sich der Tragweite dieser Angelegenheit bewusst sein.
Triumph und Zorn
Nach diesen kurzen Einschüben zur Erläuterung der
Geschichte der Verfolgten und der Verfolger von der Antike bis zur Zeit der
letzten Posaune wendet sich der Handlungsablauf der Zeit nach der letzten
Posaune zu. Dies wird eine Zeit des wunderbaren Triumphs für die Heiligen Gottes
sein. Über Jahrhunderte hinweg verfolgt und ausgelacht werden die Heiligen nun
beschrieben, wie sie sich in Herrlichkeit vor Gott, dem Vater, und vor Jesus
Christus erfreuen. Auf der anderen Seite steht zur gleichen Zeit dem Rest der
rebellischen Menschheit der unverminderte Zorn des allmächtigen Gottes bevor.
Die 144000, die wir zuvor versiegelt gesehen haben, um sie vor dem Zorn am
Tag des Herrn zu schützen, werden nun in Herrlichkeit dargestellt und singen ein
neues Lied, während sie vor dem Thron Gottes stehen und ihn für ihre Erlösung
preisen (Offenbarung 14, 1-5). Während diese Feier stattfindet, gehen drei Engel
über die Erde und verkünden Gottes letzte Botschaft an die Menschen, während
Gott sich bereit macht, seinen letzten Zorn auszugießen (Verse 6-11).
Als die verherrlichten Heiligen feiern und die drei Engel Gottes letzte
Botschaft verkünden werden Vorbereitungen getroffen, um die rebellische
Menschheit in die Kelter des Zornes Gottes zu geben (Vers 19).
Hier sollten wir festhalten, dass die Bibel die wahren Heiligen als
diejenigen identifiziert, die tatsächlich Gott gehorchen und seine Gebote
halten. Offenbarung 14, 12 betont diesen Aspekt, indem die Heiligen im
Vergleich zu denen beschrieben werden, die Gottes Züchtigung empfangen. Wir
sollten ebenfalls beachten, dass in Offenbarung 15, 3 vor Gottes Thron das Lied
des Mose und das Lied Christi (des Lammes) gesungen werden. Die
Botschaften des Alten und des Neuen Testaments widersprechen sich nicht, sondern
bilden eine harmonische Einheit, wie durch das Singen der verherrlichten
Heiligen dargestellt.
In Offenbarung 15 und 16 beschreibt Johannes eine Vision von sieben Engeln
mit sieben goldenen Schalen, mit denen die sieben letzten Plagen nacheinander
ausgegossen werden. Dieses Ausgießen geschieht recht schnell, wenn wir uns die
Natur der Plagen ansehen. Wenn zum Beispiel die zweite und dritte Plage mehr als
ein paar Tage andauern würden, so würde alles Leben auf dem Planeten vernichtet
werden.
Als die erste Schale ausgegossen wird, befallen diejenigen schlimme
Geschwüre, die die Botschaft des dritten Engels missachtet haben und immer noch
dem System des Tieres die Treue halten. Dann, wenn der zweite Engel seine Schale
ausgießt, werden alle Meere wie Blut „von Toten" (Offenbarung 16, 3).
Alle restlichen Meereslebewesen sterben dadurch. Mit dem Ausgießen der dritten
Schale wird das gesamte Frischwasser zu Blut und Trinkwasserquellen
werden zerstört. Dann gießt der vierte Engel seine Schale aus und glühende Hitze
von der Sonne bestraft die noch immer rebellischen Menschen. Dann kommt eine
große Dunkelheit über Europa (den „Thron des Tieres") und seine Einwohner leiden
unter starken Schmerzen und Geschwüren, zu denen gleichzeitig noch die völlige
Dunkelheit und der Mangel an Trinkwasser kommen. Die Dunkelheit ist das Ergebnis
der Schale des fünften Engels.
Dann sieht Johannes, wie der sechste Engel seine Schale auf den Euphrat
ausgießt. Dämonische Geister treten auf und versammeln alle Armeen nördlich von
Jerusalem. Die riesige asiatische Armee, die zuvor am Ostufer des Euphrat
zusammengezogen wurde, ergießt sich nun in das Land Israel und sammelt sich im
Gebiet von Harmagedon (hebräisch für „Hügel von Megiddo"). Megiddo ist
ein Hügel, von dem aus man das Tal Jesreel übersehen kann, etwa 90 Kilometer
nördlich von Jerusalem. Wenn schließlich die letzte Schale ausgegossen wird,
gibt es ein massives Erdbeben, das so stark ist, dass sich die gesamte
Topografie der Erde verändert (Verse 18-20). Sehr wahrscheinlich ist dieses
Erdbeben das Gleiche, das in Sacharja 14, 4-5 beschrieben ist, wenn die Füße
Jesu Christi erneut auf dem Ölberg stehen, der sich östlich von Jerusalem
befindet.
Das große Babylon ist gefallen
Nach seiner Vision der sieben letzten Plagen werden
Johannes nun zwei weitere Visionen zuteil, die wiederum einen Einschub im
Handlungsablauf der Offenbarung darstellen. Diese Visionen beschreiben das große
Babylon und die letztendliche Zerstörung dieses schrecklichen Systems.
Offenbarung 17 konzentriert sich auf die religiös-politische Allianz, die schon
sehr bald wieder – von dem Zeitpunkt der Entstehung dieser Broschüre aus – die
Welt beherrschen wird. Das politische System wird dargestellt, wie es von einer
Frau geritten wird, aber einer Frau, die höchst unwahrscheinlich die
jungfräuliche Braut Christi ist. Es handelt sich dabei um die Kirche, die als
große Hure beschrieben wird, eine Kirche, die viele unehrenvolle Bündnisse mit
diversen nationalen Führern eingegangen ist. Diese Bündnisse waren der Ursprung
dessen, was die Bibel als Töchter der Hure zu erkennen gibt. Das gesamte
religiöse System wird als ein Auswuchs der altertümlichen, heidnischen,
babylonischen Mysterienreligion bezeichnet.
In Offenbarung 18 sieht Johannes dass die Ankündigung über den Untergang
und die völlige Vernichtung der modernen Version Babylons. Dieses Kapitel
offenbart, dass es sich bei diesem religiösen und politischen System, wie in
Kapitel 17 dargestellt, auch um ein Wirtschaftssystem handelt, das versucht, die
Weltwirtschaft zu dominieren. Viele Details der Prophezeiungen aus Offenbarung
17 und 18 werden in der Broschüre Das Tier der Offenbarung besprochen.
Es ist wichtig, dass wir nun und in den entscheidenden Jahren vor uns
erkennen, dass Gottes Sieg gewiss ist. Dieser Teil der Weltgeschichte
wurde im Voraus niedergeschrieben! Deshalb ist es unbedingt notwendig,
dass wir aus dem babylonischen System dieser Welt herauskommen
(Offenbarung 18, 4) und Jesus Christus und der Botschaft, die er
lehrte, unsere völlige und aufrichtige Treue widmen!
Kapitel 7: Nach dem Chaos
Große Teile des Buchs der Offenbarung beschreiben das
Chaos, das aus der Bereitschaft der Menschen entstanden ist, Satan nachzufolgen
und zu versuchen, eine eigene Zivilisation ohne den allmächtigen Gott
aufzubauen. Doch weder dieses Chaos noch Gottes Sieg über den Satan ist der
Höhepunkt des Buches. Vielmehr endet die Offenbarung mit einem Ausblick, den
Christus Johannes auf das gewährt, was nach dem Chaos stattfinden wird.
Nach der Vision über die schreckliche Vernichtung Babylons sieht Johannes
in einer weiteren Vision den Himmel und eine Feier vor dem Thron Gottes.
Babylons Fall wird in Offenbarung 19, 2 festgestellt und Vers 6 zeigt die Freude
derjenigen, die sich vor Gottes Thron befinden: „Halleluja! Denn der Herr, unser
Gott, der Allmächtige, hat sein Reich eingenommen!" Johannes erfährt dann, dass
nun endlich die Zeit für das Hochzeitsmahl des Lammes gekommen ist. Die Kirche,
die von Fleisch und Blut zu unsterblichem Leben auferstanden ist, ist nun
bereit, Christus zu heiraten. Die Braut – die Kirche in ihrer Gesamtheit – wird
dargestellt, wie sie in Hochzeitskleidung aus reinem weißen Leinen gekleidet
wird – ein Symbol der Gerechtigkeit der Heiligen.
Ein Verständnis jüdischer Hochzeitsbräuche im Altertum gibt uns einen
Einblick darin, was hier beschrieben ist. Die Hochzeitszeremonie hatte drei
Hauptbestandteile, die zu verschiedenen Zeiten stattfanden, wie es aus
weltlichen Quellen und aus der Bibel überliefert ist. Diese drei Bestandteile
beinhalten einen Teil der Symbolik der drei Festzeiten, die Gott dem Volk Israel
im Altertum gegeben hat und durch die er seinen Heilsplan offenbart hatte. (Wenn
Sie unsere Broschüre über die heiligen Tage noch nicht haben, können Sie Die
heiligen Tage – Gottes Meisterplan gerne kostenlos erhalten).
Der erste Teil der Hochzeitszeremonie war der Brautpreis, der üblicherweise
vom Vater des Bräutigams bezahlt wurde. Dies sehen wir in 1. Mose 24, wo Abraham
Geschenke anbot, als er sich aufmachte, eine Frau für seinen Sohn Isaak zu
suchen. Dies ist eine Parallele zur Passahzeit. Der Brautpreis, den Gott der
Vater gegeben hat, war das Leben seines einzigen geborenen Sohns (Johannes 3,
16).
Die zweite Phase der Hochzeitszeremonie war die Verlobung oder die
Unterzeichnung des Ehebundes. Nachdem diese formelle Übereinkunft getroffen war,
wurde das Paar als verheiratet angesehen, obwohl die Hochzeitsfeier noch nicht
stattgefunden und das Paar die Ehe noch nicht vollzogen hatte. Josef und Maria
waren in dieser Verlobungsphase, als Maria auf übernatürliche Weise Jesus
Christus empfangen hatte. Diese zweite Phase der Hochzeitszeremonie ist eine
Parallele zur zweiten Festzeit im Jahr: Pfingsten, die Zeit des Bundes (vgl.
Jeremia 2, 2, wo die Zeit Israels in der Wüste mit einer Verlobungszeit
verglichen wird).
Die dritte Phase der Hochzeitszeremonie war die Feier des Hochzeitsmahls.
Normalerweise dauerte sie eine Woche lang (vgl. 1. Mose 29, 27) und war geprägt
von Festlichkeiten und Feiern (Johannes 2, 1-10). Diese Phase begann gewöhnlich
mit einer Prozession. Der Bräutigam ging hin, um seine Braut abzuholen und die
Familie der Braut ging ihm entgegen (vgl. Matthäus 25, 6). Dann ging die Braut
mit dem Bräutigam voraus vom Haus des Vaters der Braut zu dem Haus, das der
Bräutigam vorbereitet hatte. Darauf folgten sieben Tage des Feierns mit Freunden
und Familienangehörigen. Diese letzte Phase der Hochzeitszeremonie ist eine
Parallele zum Laubhüttenfest – sieben Tage des Feierns, die die tausendjährige
Herrschaft des Messias repräsentieren, wenn er der ganzen Welt ein „fettes Mahl"
bereiten wird (Jesaja 25, 6).
Das Reich ist errichtet
Wie Offenbarung 19 schließlich berichtet, sah Johannes,
wie sich der Himmel auftut und der triumphierende Jesus Christus in Macht und
Herrlichkeit auf einem weißen Pferd reitend und gefolgt vom Heer des Himmels zur
Erde zurückkehrt. Die Armeen der Menschen hatten sich bereits bei Harmagedon
versammelt und werden nun am Rand von Jerusalem vernichtet. Das Tier und der
falsche Prophet werden ergriffen und in einen feurigen See geworfen, wo sie
verbrennen. Die blasphemischen Ansprüche ihrer Göttlichkeit erweisen sich dann
als leer und falsch.
Wenn die Füße Christi schließlich erneut auf dem Ölberg stehen, von wo er
etwa 2000 Jahre zuvor in den Himmel aufgestiegen war, wird sich der Berg in zwei
Hälften spalten. Dabei wird ein Strom von unterhalb des Tempelbergs in Jerusalem
hervorbrechen. Er wird im Osten durch den gerade gespaltenen Ölberg und im
Westen in Richtung Mittelmeer fließen. Das sich schnell ausbreitende „lebendige
Wasser" wird auf übernatürliche Weise alle verdorbenen Wasserquellen heilen, die
ein paar Tage vorher wie Blut geworden waren (Offenbarung 16, 3-4), als die
zweite und dritte Schale ausgegossen wurden. Es wird wieder reichlich Fische im
Wasser geben (Hesekiel 47, 1.8-9).
Der zurückkehrende König aller Könige wird umgehend einen mächtigen Engel
losschicken, um Satan, den Teufel, zu ergreifen und ihn für eintausend Jahre
wegzusperren. Dies ist der Anfangspunkt für die Herrschaft des Reichs Gottes auf
Erden. Die Symbolik der heiligen Tage, die Gott Israel im Altertum gegeben
hatte, kann uns helfen, die Bedeutung der Abfolge der Ereignisse zu verstehen.
Wie der Posaunentag die Zeit des Eingreifens und Gerichts Gottes darstellt, so
versinnbildlicht der Versöhnungstag – der neun Tage später folgt – die Zeit,
wenn Satan verbannt und für seinen Anteil an den Sünden zur Rechenschaft gezogen
wird. Die Erfüllung der Symbolik dieses Tages ist in Offenbarung 20, 1-3
beschrieben. Höchstwahrscheinlich wird das, was in der Offenbarung an
Geschehnissen zwischen dem Blasen der siebten Posaune (Offenbarung 11, 15) und
dem Entfernen des Satans (Offenbarung 20, 5) geschildert ist, in einer
Zeitspanne von neun Tagen zwischen dem Posaunentag und dem Versöhnungstag
stattfinden. Die Entfernung des Satans wird eine Befreiung der Menschheit sein.
Diese ist eine Erfüllung des altertümlichen Jubeljahrs, in dem die Freilassung
ausgerufen wurde (3. Mose 25, 9-10). Beachten Sie auch, dass das Jubeljahr am
Versöhnungstag begann, dem Tag, der symbolisch für die Verbannung des Satans
steht. Zu diesem Zeitpunkt werden die Reste der 12 Stämme Israels aus ihrer
Gefangenschaft zurück in das Land Israel gebracht werden (Jesaja 27, 1.13).
In seiner Vision der Zukunft beschreibt Johannes, wie die auferstandenen
und verherrlichten Heiligen Posten mit Regierungsverantwortung bekommen
(Offenbarung 2, 26-27; 5, 10). Sie werden auf Erden regieren und eine Aufgabe
als Könige und Priester unter Jesus Christus erfüllen. Andere Schriftstellen wie
Jesaja 2 und Jesaja 11 beschreiben, wie Gottes Regierung von dem wieder
aufgebauten Jerusalem ausgehen und alle Nationen umfassen wird. Es wird eine
Zeit von eintausend Jahren geben, in der Heilung und Wiederaufbau stattfinden
und alle Menschen werden die Gelegenheit haben, Gottes Lebensweise kennen zu
lernen. Es wird eine Zeit des Überflusses und Wohlstands sein, in der „jeder
unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen [wird] und niemand wird sie
schrecken" (Micha 4, 4).
Während der letzten Generation, die am Ende des Millenniums leben wird,
wird der Satan für eine kurze Zeit losgelassen werden und sofort wieder die
Nationen verführen (Offenbarung 20, 7-10). Warum wird Gott ihn loslassen, wenn
er doch weiß, was dieser tun wird? Gott hat der Menschheit schon immer eine
Wahlfreiheit gegeben, weil er möchte, dass wir und für das Richtige und gegen
das Falsche entscheiden. Doch manche werden sogar nach der Erfahrung der
Segnungen unter der Regierung Gottes zulassen, dass Satan sie beeinflusst. Satan
wird Armeen aus vielen Nationen der Erde sammeln, die eine rebellische
Einstellung wie Gog und Magog haben – zwei der Nationen, die in den
Anfangsjahren des Millenniums bereits gegen Gott gekämpft haben werden (vgl.
Hesekiel 38). Diese Armeen werden Jerusalem umzingeln, aber schnell vernichtet
werden und Satan wird dann für immer entfernt werden.
Damit ist der Grund gelegt für das, was Johannes das Gericht des großen,
weißen Throns nennt. Er erklärt, dass es zu einer zweiten Auferstehung kommen
wird, wenn die tausend Jahre vollendet sind (Offenbarung 20, 11-15). Die Bücher
der Bibel werden geöffnet werden und auch das Buch des Lebens. Zu diesem
Zeitpunkt werden all die Milliarden, die gelebt haben und gestorben sind, ohne
jemals eine wirkliche Chance gehabt zu haben, Gott kennen zu lernen, endlich
diese Gelegenheit erhalten. Es ist die Zeit, von der Jesus sprach, wenn die
Leute von Ninive gleichzeitig mit der Generation aus Jesu Zeit zum Gericht
auferstehen werden (Matthäus 12, 41). Es ist dieselbe Zeit, von der Hesekiel in
Hesekiel 37 schrieb, wo Leute, die glauben, ihre Hoffnung sei verloren (Vers 11)
wieder zu physischem Leben erweckt werden (Vers 6) und endlich die Chance haben,
Gott kennen zu lernen und seinen Geist zu empfangen (Verse 13-14). Eine
eingehende Erklärung dieses Themas finden Sie in unserer Broschüre Ist jetzt
der EINZIGE Tag des Heils?
Ein neuer Himmel und eine neue Erde
Am Ende dieser Zeitspanne des Gerichts, wenn jeder
Mensch, der jemals gelebt hat eine echte Chance gehabt hat, Gottes Heil zu
erhalten, wird es eine Zeit der Abrechnung für die geben, die dieses Geschenk
der Gnade abgelehnt haben. Wenn die Erde und sogar das Universum sich in einer
kosmischen Feuersbrunst aufzulösen scheinen (vgl. 2. Petrus 3, 10-13), werden
alle von Grund auf Bösen vollständig und für alle Zeit verbrannt werden. Nach
dem Vergehen dieses von Sünden geprägten Raums wird es dann einen neuen Himmel
und eine neue Erde geben.
Diese neue Erde wird der Wohnort sein für Gott, den Vater, und die Familie,
die er aufgebaut hat. Johannes sah das neue Jerusalem, das im Himmel vorbereitet
wurde, wie es vom Himmel auf die Erde herabkommt. Gott, der Vater, wird dort mit
seinen Kindern für immer wohnen.
Gegen Ende des Buchs der Offenbarung beschreibt Johannes die Herrlichkeit
dieser großen Stadt mit 12 Fundamenten und 12 Toren. Die Straßen sind aus Gold
und die Tore jeweils aus einer einzelnen Perle gemacht. Es gibt brillante Farben
und alles ist durch die Gegenwart Gottes und Christi von Licht durchflutet.
Diejenigen, die Teil der Braut Christi sind, werden tatsächlich in diesem neuen
Jerusalem wohnen (Offenbarung 21, 1-3), während diejenigen, die später
hinzukamen – in der Zeit des Millenniums und des Gerichts des großen, weißen
Throns – den Rest der neuen Erde bewohnen werden. Der Rest der verherrlichten
Familie Gottes – „die Völker der Geretteten" – werden uneingeschränkten Zugang
zum Vater und zu Christus haben, weil die Tore der Stadt den ganzen Tag offen
bleiben werden und es keine Nacht mehr gibt (Offenbarung 21, 23-26). Sie werden
Zugang zum Baum des Lebens haben, der in der Stadt wächst, sowie zum Strom
lebendigen Wassers (22, 1-2).
Tod, Schmerz und Tränen werden endlich für immer der Vergangenheit
angehören. Der Fluch, der nach dem Sündenfall Adams und Evas über die Menschheit
und über die Erde gekommen war, wird weggenommen werden. Die Sünde und ihre
Folgen werden endlich völlig verschwunden sein. Wer will, kann dann frei vom
Wasser des Lebens trinken.
„Siehe, ich komme bald," erklärte Jesus gegenüber Johannes, „und mein Lohn
ist mit mir, einem jeden zu geben, wie seine Werke sind ... selig sind, die ihre
Kleider waschen, dass sie teilhaben an dem Baum des Lebens und zu den Toren
hineingehen in die Stadt" (Verse 12.14).
Das Buch der Offenbarung erzählt uns das Ende der Weltgeschichte und
den Anfang der Ewigkeit. Es verlässt uns mit einem Ausblick auf die
kommende Ewigkeit mit der sicheren Zusage, dass Jesus Christus wirklich
bald zurückkehren wird. Die Versprechen, die Johannes
niederschrieb, sind absolut sicher – und sie betreffen Sie und Ihre Familie!
„Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und behalten,
was darin geschrieben ist, denn die Zeit ist nahe" (Offenbarung 1, 3).

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