
von Roderick C. Meredith
Was hat Jesus WIRKLICH gepredigt?
Sind Sie sicher, dass Sie das wissen?
Was genau hat Jesus mit dem „Reich Gottes" gemeint?
Es gibt erfreuliche Nachrichten: Eine neue Welt kommt!
GWE, Version 2.0, März 2001
Diese Broschüre darf nicht verkauft werden!
Sie wurde der Öffentlichkeit als kostenloses
Informationsmaterial
von der Living Church of God zur Verfügung gestellt.
©2001 Living Church of God. Alle Rechte vorbehalten.
Schriftstellen in dieser Broschüre wurden, falls nicht
anders
angegeben, aus der revidierten Lutherbibel 1984 zitiert
(©1985, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart).
Kapitel 1
Eine Botschaft über den Botschafter?
Ihr ewiges Leben hängt von Ihrer Bereitschaft ab, das wahre
Evangelium zu verstehen und es zu glauben! Der Apostel Paulus warnte die
Christen seiner Zeit: „Denn wenn einer zu euch kommt und einen andern Jesus
predigt, den wir nicht gepredigt haben, oder ihr einen andern Geist empfangt,
den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht
angenommen habt, so ertragt ihr das recht gern" (2. Korinther 11, 4)!
Offen gesagt haben Millionen aufrichtiger Männer und Frauen
ein falsches Evangelium ertragen. Ja, sie sind verführt worden -
viel zu leicht verführt worden. Warum? Weil es zu viele versäumt haben,
Gottes Gebot zu gehorchen und „alles zu prüfen" (1. Thessalonicher 5, 21). Jesus
Christus sagte: „Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist herbeigekommen.
Tut Buße und glaubt an das Evangelium" (Markus 1, 15)! Haben Sie das gleiche
Evangelium geglaubt, das Jesus Christus predigte? Sie müssen sich dessen sicher
sein! Es gibt viele „Evangelien", die heute in der Welt gepredigt werden! Haben
Sie jemals etwas wie folgendes gehört?
„Gib einfach Dein Herz dem Herrn. Jesus wurde in der Krippe
als der Christus geboren, der Sohn Gottes, um so viele Seelen in diesem
Zeitalter zu retten, wie ihn in ihr Herz aufnehmen würden. Als er aufgewachsen
war, ging er umher, um Wunder zu tun und Leuten zu vergeben. Er hat Gottes
hartes Gesetz für uns alle gehalten, bevor er schließlich ans Kreuz genagelt
wurde, zusammen mit diesem alten Gesetz. Er ist am dritten Tag von den Toten
auferstanden und vielen Zeugen erschienen. Dann ist er in den Himmel
zurückgekehrt und hat angefangen, sein Reich in den Herzen der Menschen zu
errichten. Er wird Deine Sünden vergeben und in Dein Herz kommen - so wie Du
bist - falls Du ihn nur annimmst. Jesus erlöst! Glaube einfach an seine Person,
und Du wirst erlöst werden - wiedergeboren sein. Und wenn Du stirbst, wirst Du
gehen, um mit ihm im Himmel zu sein - für alle Ewigkeit!"
Aber ist dies wirklich das Evangelium, das Jesus Christus
lehrte? Wenn Sie, ohne nachzufragen, die beinahe einstimmige Meinung der
sogenannten Christenheit in dieser Angelegenheit akzeptiert haben, denken Sie
wahrscheinlich so. Bedenken Sie jedoch, was Mark Twain geschrieben hat:
In Religion und Politik kommen Glaube und Überzeugungen der
Leute in fast allen Fällen aus zweiter Hand und ohne Nachprüfung von
Autoritäten, die selbst die jeweiligen Fragen nicht untersucht haben, sondern
sie aus zweiter Hand von anderen Leuten bekommen haben, die selbst keine
Untersuchungen angestellt haben, deren Meinung über das jeweilige Thema nicht
einen Pfennig wert waren [Mark Twains Autobiografie, 1959].
Wissen Sie wirklich, was das echte Evangelium, das
Jesus und seine Apostel predigten, beinhaltet? Oder haben Sie eine unüberlegte
Annahme gemacht, und sind der Masse gefolgt, wie Mark Twain bemerkte, und haben
ihren Glauben von Vermutungen aus zweiter Hand übernommen?
Wahrscheinlich wurde Ihnen das Verständnis der Allgemeinheit
über das „Evangelium" beigebracht, als Sie aufgewachsen sind. Oder vielleicht
haben Sie es von der überwältigenden Menge religiöser Publikationen und
Sendungen, die in unserer modernen Welt existieren, gelernt. Auf alle Fälle
haben Sie höchstwahrscheinlich nicht die Notwendigkeit gesehen, Ihren Glauben in
Frage zu stellen. Stimmen denn schließlich nicht alle bekennenden christlichen
Autoritäten hierin überein? Sie müssen doch wohl Recht haben. Oder nicht?
In seiner berühmten Ölbergprophezeiung warnte Jesus
Christus: „Seht zu, dass euch nicht jemand verführe. Denn es werden viele
kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin der Christus, und sie werden viele
verführen" (Matthäus 24, 4-5). Viele moderne Versionen setzen „Ich bin der
Christus" in Anführungszeichen, in der Annahme, dass Christus Leute gemeint hat,
die angeben würden, tatsächlich selbst Christus zu sein. Jedoch hat es in den
letzen Jahrhunderten weder „VIELE" solcher Leute gegeben, die ernst genommen
worden sind, noch haben sie „VIELE" verführt. Eine weitere Auslegung, die manche
angeboten haben, ist, dass Jesus von falschen „Retter-Figuren wie Hitler und
Mussolini sprach. Aber dies bedeutet, wirklich frei mit dem Text umzugehen.
Erinnern Sie sich, Christus sagte: „...es werden viele kommen UNTER MEINEM
NAMEN." Eine eindeutigere Wiedergabe dessen, was Jesus gemeint hat wäre: „Achtet
darauf, dass euch niemand verführt. In der Tat werden viele erscheinen und
meinen Namen gebrauchen und sagen, dass ich Christus bin, werden dann aber viele
verführen."
Was für eine erstaunliche Warnung! Christus hat
vorhergesagt, dass VIELE falsche Prediger über ihn sprechen würden, und dass sie
verkünden würden, dass er der Christus ist, der erwartete Messias. Jedoch selbst
nach der Anerkennung, dass Jesus der Messias ist, wird vorhergesagt, dass die
Verführer die Unaufmerksamen von einem richtigen Verständnis des echten
Evangeliums Jesu abbringen werden! Wie steht es mit Ihnen?
Könnte es sein, dass man auch Sie verführt hat? Machen Sie
keine unbedachten Annahmen! Erforschen Sie - beweisen Sie sich - was wahr
ist. Dann werden Sie es wirklich wissen, und niemand wird in der Lage
sein, Sie zu betrügen!
Falsche Annahmen und falsche Hoffnungen
Jesus sagte folgendes über gewisse falsche religiöse
Lehrer seiner Zeit: „Dies Volk ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist
fern von mir; vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die
nichts als Menschengebote sind" (Matthäus 15, 8-9). Jesus sagt klar, dass
man ihm nutzlos dienen kann - falls die Lehren, auf die der Dienst
gegründet ist, ihre Quelle in den fehlerhaften Ideen des Menschen über die
Auslegung der Schrift haben, statt in der klaren, beabsichtigten Lehre des
Wortes Gottes!
Was ist also das Evangelium, das Jesus tatsächlich predigte?
Hat er den Leuten einfach gesagt, sie sollen an ihn glauben - oder war es
wesentlich mehr als das? Dies ist eine wichtige Frage. Denn falls Sie einer Lüge
statt der Wahrheit glauben, werden Sie schließlich herausfinden, dass Sie einen
Sack voller falscher Hoffnungen und unerfüllter Erwartungen in Händen halten!
In Lukas 13 erklärte Christus die Misere derer, die sich an
falsche Hoffnungen halten: „Wenn der Hausherr aufgestanden ist und die Tür
verschlossen hat, und ihr anfangt, draußen zu stehen und an die Tür zu klopfen
und zu sagen: Herr, tu uns auf!, dann wird er antworten und zu euch sagen: Ich
kenne euch nicht; wo seid ihr her? Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben
vor dir gegessen und getrunken, und auf unsern Straßen hast du gelehrt. Und er
wird zu euch sagen: Ich kenn euch nicht; wo seid ihr her? Weicht alle von mir,
ihr Übeltäter! Da wird Heulen und Zähneklappern sein, wenn ihr sehen werdet
Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes, euch aber
hinausgestoßen" (Verse 25-28).
Macht es für Gott wirklich einen Unterschied, ob wir uns
exakt an genau das Evangelium halten, das Jesus und seine Apostel predigten,
oder nicht? MIT DER AUTORITÄT JESU CHRISTI SAGE ICH IHNEN, ES MACHT EINEN SEHR
GROSSEN UNTERSCHIED!
Nach der Kreuzigung und Auferstehung Jesu, erschien er
seinen Aposteln und beauftragte sie: „Gehet hin in alle Welt und predigt das
Evangelium aller Kreatur.
Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer
aber nicht glaubt, der wird verdammt werden" (Markus 16, 15-16). Christus
inspirierte später den Apostel Paulus, einen doppelten Fluch auf einen jeglichen
zu legen, der es wagen würde, ein anderes Evangelium zu predigen. Er sagte zu
den Christen in Galatien: „Aber auch wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch ein
Evangelium predigen würden, das anders ist, als wir es euch gepredigt haben, der
sei verflucht. Wie wir eben gesagt haben, so sage ich abermals: Wenn jemand euch
ein Evangelium predigt, anders als ihr es empfangen habt, der sei verflucht"
(Galater 1, 8-9).
Der Apostel Paulus hat sich viel Mühe gemacht, die Christen
in Korinth vor falschen Predigern zu warnen, die kommen würden, um einen
„anderen Jesus" und ein „anderes Evangelium" zu predigen (2. Korinther 11, 4).
Deshalb sage ich - als ein Prediger Jesu Christi -, dass es für Sie und Ihr Heil
von großer Wichtigkeit ist, den wahren Jesus Christus der Bibel zu erkennen und
für sich selbst beweisen, was das ECHTE Evangelium ist, das er predigte! Und
Jesus SELBST machte dies ebenfalls deutlich!
Man kann anhand der Bibel leicht zeigen, dass sich das
Evangelium nicht allein um die Persönlichkeit Jesu Christi, den Sohn
Gottes, dreht. Natürlich ist Jesus unser Messias, der sein Blut vergossen
hat, damit unsere Sünden vergeben werden können. Wir müssen für diese Wahrheit
zutiefst dankbar sein und sie verkünden. Dies in sich selbst ist jedoch nicht
das ganze Evangelium. Sicherlich müssen wir Christi Opfer verstehen. Die Bibel
sagt: „Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem
Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden"
(Apostelgeschichte 4, 12). Folglich ist der Name Jesu Christi von absoluter
Wichtigkeit. Es ist jedoch absolut falsch, über Jesus zu sagen, wie viele es
jetzt tun: „Er ist das Evangelium, er ist das Reich Gottes." Das wahre
Evangelium, das Jesus Christus predigte, umfasst viel mehr.
Ein Evangelium „von" Christus oder „über" Christus?
Am Ende des Alten Testaments hat Gott die folgende
Prophezeiung inspiriert: „Siehe, ich will meinen Boten senden, der vor mir her
den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr
sucht; und der Engel des Bundes, den ihr begehrt, siehe, er kommt" (Maleachi 3,
1)! In der englischen New King James Version wird der Vers übersetzt als:
„... der Herr, den ihr sucht, der Engel des Bundes...". Nach Markus 1, 2-4 ist
der erste Botschafter der hier erwähnt wird, Johannes der Täufer, der den Weg
vor Christi erstem Kommen bereitete. Dann wird Christus als „der Herr, ... der
Engel des Bundes" erwähnt. Jesus Christus wurde also als „Botschafter"
gesandt. Ein Botschafter trägt eine Botschaft von einem anderen - und so
hat das Jesus getan, wie er deutlich gemacht hat, indem er sagte: „Und das Wort,
das ihr hört, ist nicht mein Wort, sondern das des Vaters, der mich gesandt hat"
(Johannes 14, 24).
Gott, der Vater sandte Christus, um eine Botschaft
von ihm zu verkünden. Was für eine Art von Botschaft war das? Das Wort
„Evangelium" kommt vom griechischen „euaggelion" und bedeutet „gute
Nachricht". Das Wort „evangelisieren" (die gute Nachricht verbreiten) ist davon
abgeleitet. Matthäus, Markus, Lukas und Johannes werden als „die vier
Evangelien" bezeichnet, denn es sind vier Berichte über Christi Verkündigung der
guten Nachricht!
Worum handelte es bei dieser guten Nachricht? Lassen Sie uns
Gottes Wort die Antwort geben! Öffnen Sie Ihre Bibel und schlagen Sie Markus 1,
14-15 auf. Lesen Sie, was Gott Markus zu schreiben inspiriert hat: „Nachdem aber
Johannes überantwortet war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das
Evangelium vom Reich Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich
Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!"
(Jubiläumsbibel). Dies ist DAS Evangelium. Es gibt nur eines - und es handelt
vom Reich Gottes. Manche werden versuchen, die herausragende Stellung des
„Reiches Gottes" im Evangelium zu bestreiten, indem sie darauf hinweisen, dass
Markus 1, 1 „das Evangelium von Jesus Christus" erwähnt.
Es wird auch als das „Evangelium Gottes" bezeichnet, weil es
eine Botschaft von Gott ist. Überwiegend jedoch wird es im Neuen
Testament als das „Evangelium vom Reich Gottes" bezeichnet. Darum geht es
überhaupt! Schauen Sie sich an, was das Werk eines Gelehrten bezeugt:
Es gibt eine eindeutige Übereinstimmung unter den
synoptischen Evangelien [Matthäus, Markus und Lukas], dass das Reich Gottes das
HAUPTTHEMA in Jesu Botschaft war... Insgesamt weisen sie etwa fünfzig Äußerungen
und Gleichnisse Jesu über das Reich Gottes auf... Es herrscht also
Übereinstimmung innerhalb des Kanons, dass das Reich einen PRIMÄREN BRENNPUNKT
der Theologie Jesu ausmachte [Oxford Companion to the Bible, 1993, Seite
408].
Glauben Sie dieser Broschüre, einem Kommentar oder irgend
einer Bibelstudienhilfe nicht blind. Glauben Sie Ihrer Bibel - glauben Sie Gott!
Menschen sind geistlich aus dem Gleis geraten, indem Sie sich ausschließlich auf
Menschen verlassen haben. Gottes Wort gebietet: „Prüft aber alles..." (1.
Thessalonicher 5, 21). Prüfen Sie dies nach und untersuchen Sie es für sich
selbst. Legen Sie Ihre bisherige Meinung beiseite und lesen Sie einfach, was
Gott sagt. Es wird Ihnen bald klar sein, dass das Evangelium Christi seine
Botschaft vom Vater über das Reich Gottes ist. Jesus bestätigte dies, nachdem er
in der Stadt Kapernaum gelehrt hatte, indem er sagte: „Ich muss auch den
andern Städten das Evangelium predigen vom Reich Gottes; denn dazu bin ich
gesandt" (Lukas 4, 43). Matthäus 9, 35 bezeugt, dass dies genau ist, was er
tat: „Und Jesus ging ringsum in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren
Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich...".
Was sollte der hauptsächliche Brennpunkt des Lebens gemäß
Jesus sein? „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner
Gerechtigkeit, so wird euch alles zufallen" (Matthäus 6, 33). Im sogenannten
„Vaterunser" sagte Jesus: „Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein
Name werde geheiligt. Dein Reich komme" (Matthäus 6, 9-10). Das Reich Gottes
sollte das endgültige Ziel eines Christen sein. Das Evangelium, das Jesus
brachte, ist in der Tat die gute Nachricht dieses kommenden Reiches. Das ist die
Botschaft, die Jesus predigte. Er sandte seine Jünger aus, um genau dieselbe
Botschaft zu predigen. Und sie haben diese Botschaft gepredigt - für den Rest
ihres Lebens.
Erst als falsche Lehrer anfingen, die frühe Kirche zu
untergraben, begann es, dass Christi Evangelium verdreht wurde. Als Paulus mehr
als 20 Jahre nach dem Tode Christi schrieb, war er sich einer solchen Verdrehung
bewusst: „... nur dass einige da sind, die euch verwirren und wollen das
Evangelium Christi verkehren" (Galater 1, 7). Unter einer wachsenden Anzahl von
Ketzereien hat vielleicht keine so viel Anklang gefunden, wie das neue
Evangelium über die Ereignisse im Leben Christi und über den einfachen Glauben
an seine Person, um erlöst zu werden. Allmählich wurde dann das wahre Evangelium
von Christus durch ein falsches Evangelium über Christus ersetzt:
Im Munde Christi und derer, die er, während er auf Erden war,
aussandte, die gute Nachricht zu verkünden, war es stets die gute Nachricht vom
Reich Gottes, das zu errichten er gekommen war. ... Nach Christi Tod und
Auferstehung wurde es die gute Nachricht über Christus [James Hastings, A
Dictionary of the Bible, Charles Scribner's Sons, 1988, Seite 233].
Was ist die Bedeutung des Namens Jesu?
Christus sandte seine Jünger aus, „zu predigen das Reich
Gottes und die Kranken zu heilen. ... Und sie gingen hinaus und zogen von Dorf
zu Dorf, predigten das Evangelium und machten gesund an allen Orten" (Lukas 9,
2.6). „Und die Apostel kamen zurück und erzählten Jesus, welche großen Dinge sie
getan hatten. Und er nahm sie zu sich, und er zog sich mit ihnen allein in die
Stadt zurück, die heißt Betsaida. Als die Menge das merkte, zog sie ihm nach.
Und er ließ sie zu sich und sprach zu ihnen vom Reich Gottes und machte gesund,
die der Heilung bedurften" (Verse 10-11).
Nach Jesu Beispiel und Anweisungen gilt: predigen des
Evangeliums IST predigen über das Reich Gottes.
Dann, in Vers 18 des selben Kapitels, als er mit seinen
Jüngern allein war, fragte Christus: „Wer sagen die Leute, dass ich sei?" Sie
antworteten: „Sie sagen, du seist Johannes der Täufer; einige aber, du seist
Elia; andere aber, es sei einer der alten Propheten auferstanden" (Vers 19).
Es gibt eine vollständigere Stelle, parallel zu diesem
Bericht, in Matthäus 16: „Er fragte sie: Wer sagt denn ihr, dass ich sei? Da
antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes
Sohn! Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn;
denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im
Himmel" (Verse 15-17).
Eindeutig hatte Christus dies noch nicht einmal seinen
eigenen Jüngern gesagt. Aber Jesus hatte sie bereits ausgesandt, um das
Evangelium vom Reich Gottes zu predigen. Beachten Sie Vers 20: „Da gebot er
seinen Jüngern, niemandem zu sagen, dass er der Christus sei." Der Grund, warum
er dies befahl, war, dass er nicht vorzeitig gekreuzigt werden wollte. Was aber
aus diesem Vers absolut sicher hervorgeht ist, dass das Evangelium vom Reich
Gottes nicht eine einfache Verkündigung sein kann, die aussagt, dass Jesus der
Christus ist, der Sohn Gottes. Denn wir haben gerade in Lukas 9, 11 gesehen,
dass sie bereits das Evangelium gepredigt, aber offensichtlich den Leuten NICHT
mitgeteilt hatten, dass Jesus der Christus war!
Mancher mag sagen: „Ja, aber vielleicht handelte das
Evangelium, das Christus und seine Apostel predigten, davon, dass der Messias
für unsere Sünden sterben und auferweckt werden musste, ohne die tatsächliche
Identität dieses Messias zu nennen." Um dies zu beantworten, schauen Sie sich an
was geschah, nachdem Petrus erkannte, dass Jesus der Messias war, wie es in
Markus 8 geschrieben steht:
Und er gebot ihnen, dass sie niemandem von ihm sagen sollten.
Und er fing an, sie zu lehren: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen
werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet
werden und nach drei Tagen auferstehen. Und er redete das Wort frei und offen.
Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren. Er aber wandte sich um,
sah seine Jünger an und bedrohte Petrus und sprach: Geh weg von mir, Satan! denn
du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist [Verse 30-33].
Erst nachdem Petrus Jesus als den Christus erkannt
hatte, begann Jesus, seine Jünger über seine kommende Kreuzigung und
Auferstehung zu belehren. Aber Petrus hat diese Lehre zu diesem Zeitpunkt nicht
sehr gut verstanden. Es sollte also ganz klar sein, dass eine Verkündigung Jesu
als gekreuzigten Christus nicht Teil des Evangeliums war, das Christus vorher
Petrus zu predigen aufgetragen hatte!
Um dies weiter zu verdeutlichen, wenden wir uns wieder an
Lukas. Erinnern Sie sich daran, dass das selbe Ereignis in Lukas 9, 18-22
niedergeschrieben wurde. In Vers 22 teilte Christus den Aposteln mit, dass er
sterben und wieder auferweckt werden würde. Aber, offensichtlich viel später,
haben sie dies immer noch nicht verstanden! Christus sagte zu seinen Jüngern:
„Lasst diese Worte in eure Ohren dringen: Der Menschensohn wird überantwortet
werden in die Hände der Menschen. Aber dieses Wort verstanden sie nicht, und
es war vor ihnen verborgen, so dass sie es nicht begriffen. Und sie
fürchteten sich, ihn nach diesem Wort zu fragen" (Verse 44-45).
Das Evangelium, das zu predigen Jesus die Apostel ausgesandt
hatte, handelte nicht vom Glauben an die Person Christi oder davon, durch sein
Opfer Vergebung der Sünden zu erhalten. Einfach über Christus zu sprechen ist
nicht das Evangelium! Jawohl, Jesus Christus ist die wichtigste Person, die
je auf der Erde umhergegangen ist. Er war in der Tat Gott im Fleisch, der Sohn
Gottes, der als der Christus kam, um sein Leben zu geben, um für die Sünden der
Menschheit Sühne zu leisten. Und er ist auferweckt worden, um der Erlöser der
Welt zu sein. All dies ist wahr. Und obwohl dies absolut notwendig ist - keiner
dieser Aspekte ist der einzige Brennpunkt des Evangeliums vom Reich
Gottes. Erst nachdem Jesus auferweckt wurde, fügte er dieses Element der
Botschaft, die die Apostel zu predigen hatten, hinzu:
Da öffnete er ihnen das Verständnis, so dass sie die Schrift
verstanden, und sprach zu ihnen: So steht's geschrieben, dass Christus leiden
wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; und dass gepredigt wird in
seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern. Fangt an in
Jerusalem, und seid dafür Zeugen [Lukas 24, 45-48].
Der Name Jesu Christi - das heißt sein wahrer Name -
umfasst seine Identität, was er für uns getan hat, und alles was er lehrte,
geboten hat, und wofür er eingetreten ist. Diese wichtige Information wurde - um
in Verbindung mit dem Evangelium vom Reich Gottes gelehrt zu werden - nach dem
Tod und der Auferstehung Jesu hinzugefügt. Ist dies eine Vermutung? Nein,
absolut nicht! Schauen Sie sich den überlieferten biblischen Bericht der
Predigttätigkeit der frühen Evangelisten und Apostel an - Jahre nach dem Tod
Jesu Christi.
Beachten Sie was Philippus in Samaria predigte! „Als sie
aber den Predigten des Philippus [1] von dem Reich Gottes und [2] von
dem Namen Jesu Christi glaubten, ließen sich taufen Männer und Frauen"
(Apostelgeschichte 8, 12).
Predigte der Apostel Paulus das selbe Evangelium wie
Philippus? „Paulus aber blieb zwei volle Jahre in seiner eigenen Wohnung und
nahm alle auf, die zu ihm kamen, [1] predigte das Reich Gottes und [2]
lehrte von dem Herrn Jesus Christus mit allem Freimut ungehindert"
(Apostelgeschichte 28, 30-31).
Die wahre Kirche muss beide Teile predigen: ERSTENS,
das Evangelium vom Reich Gottes, und ZWEITENS den wahren Namen Jesu Christi.
Kapitel 2
Was ist das Reich Gottes?
Wir haben gesehen, dass das wahre Evangelium, das von
Christus und seinen Aposteln gepredigt wurde, vom Reich Gottes handelt. Was ist
dieses Reich genau? Es hat viele Ideen darüber gegeben. Die Juden zur Zeit
Christi glaubten, dass es um ihre physische Nation ging, von einem Messias
geführt, um militärisch andere Regierungen zu unterwerfen, bis sie über alle
Menschen regieren würden. Später ist die Vorstellung aufgekommen, dass die
Kirche das Reich ist. Andere haben geglaubt, dass das Reich Gottes eine
vergeistigte Sphäre ist, die in den Herzen der Menschen errichtet wird. Andere
sehen, dass es im Matthäusevangelium „das Himmelreich" genannt wird, und ziehen
die Schlussfolgerung, dass es sich um ewige Wonne im Himmel handeln muss. Manche
vertreten sogar die Ansicht, dass das Reich die Person Jesu selbst ist.
Das „Reich Gottes/des Himmels" ist ein Thema größter
Wichtigkeit in der Bibel, und zwar aus zwei hauptsächlichen Gründen: Seiner
Häufigkeit in den drei ersten kanonischen (synoptischen) Evangelien des Neuen
Testaments, und der Überzeugung, dass es im Mittelpunkt der Botschaft des
historischen Jesus steht. Seine Bedeutung, die von einer Welt orientalischer
Monarche und Monarchien hergeleitet wurde, die sich sehr von modernen westlichen
Demokratien unterscheidet, ist auf verschiedene Weise interpretiert worden.
Historisch ist es mit dem künftigen Zustand der Auferstandenen, den
unsterblichen Gesegneten, der Kirche, klösterlicher Kontemplation, mystischer
Verzückung, frommer religiöser Erfahrung, der schrittweise erlösten, von Liebe
inspirierten Gesellschaft, der zukünftigen Transformation dieser Welt,
apokalyptischer Hoffnung auf die nächste Welt, und einem offenen Symbol mit
vielen möglichen Interpretationen verbunden worden [The Anchor Bible
Dictionary, Band 4, Seite 49].
Gemäß dem Autor George E. Ladd (von vielen als eine
Autorität für das Thema des Reiches Gottes angesehen), hat ein bestimmter
Theologe das Reich Gottes auf die „subjektive Ebene" reduziert „und verstand es
im Sinne des menschlichen Geistes und seines Verhältnisses zu Gott. Das Reich
Gottes ist eine innere Macht, die in die menschliche Seele gelingt und sie
erobert. Es besteht aus ein paar grundsätzlichen religiösen Wahrheiten von
allgemeingültiger Bedeutung." Eine spätere Interpretation, erwähnt Ladd, „stellt
sich das Reich Gottes als das absolute, 'völlig Andere' vor, das durch die
Person Jesu von Nazareth in Zeit und Raum gekommen ist..." (The Gospel of the
Kingdom [das Evangelium vom Reich], Seite 15).
Er fährt fort:
Das andere Extrem sind diejenigen, die, wie Albert
Schweitzer, Jesu Botschaft vom Reich als ein apokalyptisches Reich definieren,
das durch einen übernatürlichen Akt Gottes eingeführt werden wird, wenn die
Geschichte abgeschlossen sein wird, und eine neue himmlische Daseinsordnung
angefangen hat. Das Reich Gottes ist in keinem Sinne des Wortes eine
gegenwärtige oder geistliche Realität; es ist völlig zukünftig und übernatürlich
[Seite 15].
Ladds Buch erwähnt auch die Anschauung oder Interpretation,
die „das Reich Gottes auf die eine oder andere Weise mit der Kirche in
Verbindung bringt." Seit der Zeit Augustins, „ist das Reich mit der Kirche
identifiziert worden." Der Autor erklärt:
Wie die Kirche wächst, so wächst auch das Reich und erstreckt
sich in der Welt. Viele protestantische Theologen haben eine modifizierte Form
dieser Interpretation gelehrt und vertreten, dass das Reich Gottes mit der
wahren Kirche identifiziert werden könne, die in der sichtbaren bekennenden
Kirche enthalten ist. So wie die Kirche das Evangelium in die ganze Welt trägt,
vergrößert sie das Reich Gottes. Eine optimistische Version vertritt den
Standpunkt, dass es die Aufgabe der Kirche ist, die ganze Welt für Christus zu
gewinnen, und damit die Welt in das Reich Gottes zu verwandeln [Seite 15].
Ist irgend eine dieser Interpretationen richtig? Was bei all
dieser Verwirrung ist die Wahrheit? Was ist das Reich Gottes?
Was ist ein Reich?
Um das Reich Gottes zu verstehen, sollten wir damit
anfangen, uns zu fragen, was überhaupt ein Reich ist. Die hauptsächliche
Definition des Wortes „(König-)Reich" im Wörterbuch ist: „ein Staat oder eine
Regierung, die einen König oder eine Königin als Oberhaupt haben" [Webster's
Encyclopedic Unabridged Dictionary, Portland House, 1989].
Dies ist auch die biblische Definition eines Reiches.
Vier Dinge sind notwendig um ein echtes Reich zu bilden: 1. ein König oder
Regent; 2. Land oder Territorium; 3. Untertanen oder Staatsangehörige innerhalb
der territorialen Zuständigkeit; 4. Gesetze und eine Regierungsform. Falls wir
irgend eines dieser obigen Teile auslassen, haben wir kein wirkliches Reich. Und
falls wir an irgend eine vergeistigte Art eines „Reiches" glauben, glauben wir
NICHT an das wahre Evangelium!
Die Wahrheit über das Thema des Reiches ist in Gottes Wort
offenbart. Was Menschen denken, mag interessant sein und intellektuellen Anklang
finden, aber die Wahrheit steht in der Heiligen Schrift. „Heilige sie in der
Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit" (Johannes 17, 17).
Die Bibel offenbart, dass es in Jesu Botschaft um Regierung
und Herrschaft ging. Er wurde geboren, um der König der Menschheit zu sein! Der
Prophet Jesaja hat folgendes über ihn geschrieben:
Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben,
und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat,
Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde
und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass
er's stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit.
Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth [Jesaja 9, 5-6].
Kurz vor Christi menschlicher Zeugung sagte der Erzengel
Gabriel zu Maria, die seine Mutter werden sollte: „Der wird groß sein und Sohn
des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines
Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und
sein Reich wird kein Ende haben" (Lukas 1, 32-33).
Während Jesu Verhandlung fragte ihn Pontius Pilatus, ob er
ein König sei. „Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin
dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeugen soll"
(Johannes 18, 37). Zu viele in dieser verführten Welt denken an Christus
entweder als „den kleinen Herrn Jesus, irgendwo in einer Krippe", oder als einen
gebrechlichen Schwächling der an ein Kreuz genagelt ist. Sie denken nicht über
seine Rolle als kommender, allmächtiger Regent und König nach.
Nebukadnezars Traum
Welcher Art ist die Regierung, die auf Christi Schultern
ruhen wird? Ist es bloß menschliche Hingabe zum „süßen Jesulein"? Ganz
entschieden nein! Gottes Botschaft und Plan für die Menschheit ist beständig.
Der Prophet Daniel wurde beinahe 600 Jahre vor der Geburt Christi inspiriert,
über das kommende Reich Gottes zu schreiben.
Während der Gefangenschaft der Juden im altertümlichen
neo-babylonischen oder chaldäischen Reich diente Daniel seinen Meistern am Hof
des Königs Nebukadnezar. Dieser Weltregent hatte einen lebhaften Traum, der ihn
dermaßen beunruhigte, dass er deshalb nicht mehr einschlafen konnte (Daniel 2,
1). Er musste seine Bedeutung einfach erfahren! Also befahl Nebukadnezar seinen
Hofmagiern, Astrologen, und Zauberern, ihm die Bedeutung des Traumes zu
offenbaren. Aber dieser schlaue Despot erzählte nicht einmal seinen „vertrauten"
Beratern, was er geträumt hatte! Es wurde von ihnen verlangt, dass sie ihm erst
seinen Traum erzählen sollten - so dass er wissen konnte, dass ihre Auslegungen
glaubwürdig waren (Verse 2-9). Sie waren natürlich nicht in der Lage, dies zu
tun (Verse 10-11).
Gott, jedoch, hatte Daniel Verständnis „auf Gesichte und
Träume jeder Art" gegeben (Daniel 1, 17). Als er vor Nebukadnezar gebracht wurde
(2, 25), erklärte er: „Das Geheimnis, nach dem der König fragt, vermögen die
Weisen, Gelehrten, Zeichendeuter und Wahrsager dem König nicht zu sagen. Aber es
ist ein Gott im Himmel, der kann Geheimnisse offenbaren. Der hat dem König
Nebukadnezar kundgetan, was in künftigen Zeiten geschehen soll" (Verse
27-28).
Es war hier also Gottes Absicht, diesem heidnischen Regenten
zu offenbaren, dass es einen wahren Gott gibt, der das weite Universum regiert,
und zu offenbaren, was in den „letzten Tagen" geschehen würde. Falls Sie die
spannenden, vorausgesagten Nachrichten zukünftiger Ereignisse verstehen wollen -
deren Höhepunkt während Ihres Lebens stattfinden könnte - öffnen Sie Ihre
Bibel, schlagen Sie dieses erstaunliche Kapitel in Daniel auf und lesen Sie es
selbst!
Du, König, hattest einen Traum, und siehe, ein großes und
hohes und hell glänzendes Bild stand vor dir, das war schrecklich anzusehen. Das
Haupt dieses Bildes war von feinem Gold, seine Brust und seine Arme waren von
Silber, sein Bauch und seine Lenden waren von Kupfer, seine Schenkel waren von
Eisen, seine Füße waren teils von Eisen und teils von Ton. Das sahst du, bis ein
Stein herunterkam, ohne Zutun von Menschenhänden; der traf das Bild an seinen
Füßen, die von Eisen und Ton waren, und zermalmte sie. Da wurden miteinander
zermalmt Eisen, Ton, Kupfer, Silber und Gold und wurden wie Spreu auf der
Sommertenne, und der Wind verwehte sie, dass man sie nirgends mehr finden
konnte. Der Stein aber, der das Bild zerschlug, wurde zu einem großen Berg, so
dass er die ganze Welt füllte. Das ist der Traum. Nun wollen wir die Deutung vor
dem König sagen [Verse 31-36].
Hatte dieser Traum eine Bedeutung? Ja, denn Gott hatte ihn
inspiriert! Er war prophetisch. Manche Leute glauben jedoch, dass biblische
Prophezeiungen nur melodische Poesie sind - und keinem leitenden, vorhersagenden
Zweck dienen. Andere glauben, dass Prophezeiung in der Tat eine Bedeutung hat,
dass es für uns jedoch unmöglich ist, herauszufinden, was diese Bedeutung ist -
zumindest nicht bis nach ihrer Erfüllung, und oft nicht einmal dann. Und es gibt
noch andere, die an der Idee festhalten, dass prophetische Bedeutung
persönlicher Interpretation unterliegt.
Diese Ansichten lehnen ab oder verdrehen einen wesentlichen
Aspekt der Botschaft Christi. Und da über ein Viertel der Bibel aus Prophezeiung
besteht, würden solche Meinungen über Prophezeiung einen großen Teil des Wortes
Gottes für uns im Grunde nutzlos machen.
Gott jedoch sagt uns, „alle Schrift ... ist nütze"
(2. Timotheus 3, 16), und Offenbarung 19, 10 lehrt uns: „Das Zeugnis Jesu aber
ist der Geist der Weissagung." Der Apostel Petrus schrieb: „Um so fester haben
wir das prophetische Wort ... Und das sollt ihr vor allem wissen, dass keine
Weissagung in der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist. Denn es ist noch nie
eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben
von dem heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet" (2. Petrus 1,
19-21).
Wir dürfen niemals versuchen, die Bibel auszulegen, indem
wir unsere eigenen Ideen in sie hineinlesen! Und wir dürfen die persönlichen
Auslegungen anderer Menschen NICHT glauben. Wir müssen die Bibel gründlich
studieren - und eine Schriftstelle mit der anderen vergleichen. Wir müssen die
Bibel sich selbst auslegen lassen.
Eine Reihenfolge von weltbeherrschenden Reichen
Daniel gab Gottes Interpretation von Nebukadnezars Traum
wieder: „Du, König, bist ein König aller Könige" (Daniel 2, 37). Nebukadnezar
unterwarf andere Reiche seinem eigenen. Er war der erste echte Herrscher über
ein weltbeherrschendes Reich. Aber es geschah nicht durch seine eigene Macht:
„dem der Gott des Himmels Königreich, Macht, Stärke und Ehre gegeben hat" (Vers
37). Gott offenbarte seine eigene Überlegenheit im Weltgeschehen. Gott sagte zu
Nebukadnezar: „Du bist das goldene Haupt. Nach dir wird ein anderes Königreich
aufkommen, geringer als deines, danach das dritte Königreich, das aus Kupfer ist
und über alle Länder herrschen wird" (Verse 38-39).
Haben Sie das mitbekommen? Gott spricht hier über
buchstäbliche Reiche - eine Folge von weltbeherrschenden Regierungen. Es
handelt sich hier eindeutig nicht um süßliche, sentimentale Vorstellungen. Gott
macht die Wahrheit klar! Das chaldäische Reich Nebukadnezars wurde durch den
goldenen Kopf dargestellt. Danach würde ein weiteres Reich kommen, wiederum
gefolgt von noch einem weiteren Reich. Wenn Sie in Ihren Geschichtsbüchern
nachsehen, werden Sie erkennen, dass das Persische Reich als nächstes kam,
gefolgt von Alexander dem Großen und dem griechisch - mazedonischen Reich.
Noch ein weiteres Reich, dargestellt durch zwei Beine aus
Eisen, würde diesem unmittelbar folgen: „Und das vierte wird hart sein wie
Eisen; denn wie Eisen alles zermalmt und zerschlägt, ja, wie Eisen alles
zerbricht, so wird es auch alles zermalmen und zerbrechen" (Vers 40). Das
Römische Reich hat genau das getan. Wir können sehen, dass es in zwei „Beine"
geteilt war, Westen und Osten, mit Hauptstädten in Rom und Konstantinopel.
Wenn wir diese Geschichte mit Daniel 7 und Offenbarung 13
und 17 vergleichen, können wir verstehen, dass das System des Römischen
Reiches in späteren Jahrhunderten zehn Wiedererstehungen erfahren würde. Die
letzen sieben dieser Wiederbelebungen würden von einer falschen religiösen
Autorität kontrolliert werden. Die letzte der zehn Wiederbelebungen sind die
Füße und Zehen dieses großen Bildes in Daniel 2. Seine zehn Zehen aus „Eisen mit
Ton vermengt" (Vers 43) - eine zum Teil starke und zum Teil schwache Mischung
(Vers 42) - symbolisieren zehn zeitgleiche politische Führer, die einem
charismatischen, starken Führer Macht geben werden (Offenbarung 17, 12-13).
Zusammen werden diese „Könige" die letzte Auferstehung des vierten
weltbeherrschenden Reiches ausmachen. Dieser letzte europäische Superstaat wird
sich vor unseren eigenen Augen erheben! Erinnern Sie sich daran, dass Daniel
Nebukadnezar gesagt hatte, dass diese Vision Ereignisse „in den letzten Tagen"
offenbaren würde.
Nun kommen wir zu Vers 44, der Bedeutung des Steines, der
„ohne Zutun von Menschenhänden vom Berg herunterkam" (Vers 45), der das Bild,
das die Folge von menschlichen, weltbeherrschenden Reichen repräsentiert,
zermalmt und dann wächst, um die ganze Welt zu füllen. Dies ist die Offenbarung
die wir gesucht haben!
Hier, in den klaren Worten des allmächtigen Gottes, ist die
Erklärung, was das Reich Gottes wirklich ist: „Aber zur Zeit dieser Könige
[der letzten Wiederbelebung des Römischen Reiches] wird der Gott des Himmels ein
Reich aufrichten, das nimmermehr zerstört wird; und sein Reich wird auf kein
anderes Volk kommen. Es wird alle diese Königreiche zermalmen und zerstören;
aber es selbst wird ewig bleiben, ..."!
Es wird keinen menschlichen „König der Könige", wie
Nebukadnezar mehr geben! Jesus Christus wird dann über die ganze Erde als „König
der Könige, und Herr der Herren" regieren (vgl. Offenbarung 19, 11-16).
Offenbarung 11, 15 bestätigt die Prophezeiung Daniels. Zur Zeit des zweiten
Kommens Christi, werden laute Stimmen im Himmel verkünden: „Es sind die
Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren
von Ewigkeit zu Ewigkeit." Damit wird die Welt von Morgen endlich errichtet!
Wenn man Daniels Prophezeiung mit dem Buch der Offenbarung
vergleicht, sollte es recht klar werden, dass das zukünftige Reich Gottes eine
buchstäbliche Regierung sein wird, so wie die vorher erwähnten,
weltbeherrschenden Reiche. So wie Daniel seine Deutung beendet hat: „Der Traum
ist zuverlässig, und die Deutung ist richtig" (Daniel 2, 45). Dies sind
wunderbare Nachrichten.
Weitere Prophezeiungen über die Welt von Morgen!
Andere alttestamentliche Propheten zeigen auch deutlich,
dass Christi Reich eine zukünftige, göttliche Regierung sein wird, und globale
Verwaltungsherrschaft über diese Erde haben wird. Ist Gottes Reich bereits
errichtet worden? Die Antwort einiger direkter Prophezeiungen im Wort Gottes
über das kommende Reich ist offenkundig:
Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HERRN Haus ist,
fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden
werden herzulaufen, und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns
auf den Berg des HERRN gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre
seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung
ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem. Und er wird richten unter den Heiden
und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und
ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das
Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen
[Jesaja 2, 2-4; vgl. Micha 4, 1-3].
Micha fügt folgende Information hinzu: „Ein jeder wird unter
seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen, und niemand wird sie schrecken. Denn der
Mund des HERRN Zebaoth hat's geredet" (Vers 4). Würde heute irgend jemand
argumentieren, dass diese Prophezeiung bereits erfüllt worden ist?
Eine Statue, die einen Mann darstellt, der sein Schwert zu
einer Pflugschare schlägt, steht außerhalb des Hauptquartiers der Vereinten
Nationen in New York City - aber ein kurzer Blick auf das Fernsehen oder in eine
Zeitung wird Ihnen zeigen, dass die Vereinten Nationen diese wunderbare
Prophezeiung, dass die Nationen keine Kriegführung mehr lernen, nicht erfüllt
haben!
Eine weitere berühmte Prophezeiung von Jesaja sollte uns
helfen, die Wirklichkeit der Argumente derer zu überprüfen, die vertreten, dass
das Reich bereits hier ist:
...sondern [der Messias] wird mit Gerechtigkeit richten die
Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande, und er wird mit dem
Stabe seines Mundes den Gewalttätigen schlagen und mit dem Odem seiner Lippen
den Gottlosen töten. Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und die
Treue der Gurt seiner Hüften. Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die
Panther bei den Böcken lagern. Ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Löwen und
Mastvieh miteinander treiben. Kühe und Bären werden zusammen weiden, dass ihre
Jungen beieinander liegen, und Löwen werden Stroh fressen wie die Rinder. Und
ein Säugling wird spielen am Loch der Otter, und ein entwöhntes Kind wird seine
Hand stecken in die Höhle der Natter. Man wird nirgends Sünde tun noch freveln
auf meinem ganzen heiligen Berge; denn das Land wird voll Erkenntnis des HERRN
sein, wie Wasser das Meer bedeckt. Und es wird geschehen zu der Zeit, dass das
Reis aus der Wurzel Isais dasteht als Zeichen für die Völker. Nach ihm werden
die Heiden fragen, und die Stätte, da er wohnt, wird herrlich sein [Jesaja 11,
4-10].
Das Bild des Weltfriedens - selbst in der Natur - das von
dieser Prophezeiung dargestellt wird, hat viele inspiriert, für Gottes Werk
Opfer zu erbringen und zu arbeiten. Jesus erfüllte jedoch diese Prophezeiung
über das Reich bei seinem ersten Kommen nicht. Weiden denn Bären, oder essen
Löwen Stroh? Ihre Erfüllung liegt noch in der Zukunft, und wartet auf Christi
zweites Kommen. Darüber gibt es keine Verwirrung.
Eine weitere Prophezeiung über das kommende Reich Gottes,
findet man im Buch Sacharja:
Zu der Zeit wird weder Kälte noch Frost noch Eis sein. Und es
wird ein einziger Tag sein - er ist dem HERRN bekannt! -, es wird nicht Tag und
Nacht sein, und auch um den Abend wird es licht sein. Zu der Zeit werden
lebendige Wasser aus Jerusalem fließen, die eine Hälfte zum Meer im Osten und
die andere Hälfte zum Meer im Westen, und so wird es sein im Sommer und im
Winter. Und der HERR wird König sein über alle Lande. ... Und alle, die
übriggeblieben sind von allen Heiden, die gegen Jerusalem zogen, werden
jährlich heraufkommen, um anzubeten den König, den HERRN Zebaoth, und um das
Laubhüttenfest zu halten [Sacharja 14, 6-9.16].
Leider haben viele nicht den Glauben, dass der allmächtige
Gott meint was er sagt, und sagt was er meint! Gott macht in diesen
Prophezeiungen klar, dass er die Zivilisation der Menschheit völlig umformen
wird. Gott hat wiederholt seine endzeitliche HERRSCHAFT über die Nationen der
Erde vorhergesagt: „... denn er kommt, zu richten das Erdreich. Er wird den
Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit seiner Wahrheit" (Psalm
96, 13). Zur Betonung hat Gott diese Prophezeiung noch einmal wiederholt: „denn
er kommt, das Erdreich zu richten. Er wird den Erdkreis richten mit
Gerechtigkeit und die Völker, wie es recht ist" (Psalm 98, 9).
Warum hören wir diese Art von Evangelium in der heutigen
Welt nicht? Sie wissen wahrscheinlich, warum. Diese Botschaft ist bei den
meisten religiösen, politischen und sozialen Führern in den heutigen
Machtstrukturen außerordentlich unpopulär. Sie wollen ihre Macht nicht
verlieren! Dies war einer der Gründe, warum die Hohenpriester und Pharisäer
danach trachteten, Jesus zu töten (Johannes 11, 47-53). Nichtsdestoweniger WIRD
es eine echte „neue Weltordnung" geben, die unter der Führerschaft Jesu Christi
etabliert werden, und die politischen und religiösen Institutionen dieser Welt
völlig verändern wird. Werden Sie glauben, was Gott sagt, oder werden Sie das
„philosophische Gebräu" schlucken, das von ungehorsamen, sündhaften Menschen,
die von Satan, dem Teufel, dem „Gott" dieser Welt (2. Korinther 4, 4), VERFÜHRT
worden sind, gebraut wurde?
Hat Christus nicht gesagt, „das Himmelreich ist nahe
herbeigekommen"?
Am Anfang seiner Predigerschaft in den späten zwanziger
Jahren des ersten Jahrhunderts „... fing Jesus an zu predigen: Tut Buße, denn
das Himmelreich ist nahe herbeigekommen" (Matthäus 4, 17)! Was hat Jesus damit
gemeint? Bestimmt hat er damit nicht angedeutet, dass es zu dieser Zeit das
Millennium war, wenn Schwerter zu Pflugscharen geschlagen werden würden!
Tatsächlich sind etwa 40 Jahre, nachdem Jesus diese Aussage gemacht hatte, an
seinem eigenen Volk schreckliche Massaker verübt worden, als die Römer
hunderttausende von Juden während ihrer brutalen Unterdrückung des ersten
jüdischen Aufstandes in den späten Sechzigern und frühen Siebzigern, ermordet
haben (vgl. Lukas 23, 28-31)! Und diese blutige, unterdrückende Herrschaft von
habgierigen, menschlichen Reichen wurde für Jahrhunderte fortgeführt. Wie konnte
das Reich Gottes dann „nahe herbeigekommen" sein?
Als Jesus jedoch von seinen eifersüchtigen Gegnern
beschuldigt wurde, Dämonen durch die Macht Satans auszutreiben, antwortete er:
„Wenn ich aber die bösen Geister durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben
eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein. Wenn ich aber die bösen
Geister durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch
gekommen" (Matthäus 12, 27-28). Wie konnte das Reich Gottes dann zu ihnen
gekommen sein?
Antwort: Durch die Gegenwart des Königs - des Sohnes
Gottes - der das Evangelium dieses Reiches verkündigte! Der Messias
selbst stand vor ihnen!
Manchmal gebraucht die Bibel die Ausdrücke „König" und
„Reich" auswechselbar (vgl. Daniel 7, 7-18.23). Durch den heiligen Geist übte
Jesus Christus viele der Funktionen aus, die für seine Stellung als König des
Reiches typisch sind, während er auf Erden war.
Eine herausragende Eigenschaft des Reiches Gottes ist
übernatürliches, göttliches Eingreifen. Jesus hat die Kranken geheilt, die Augen
der Blinden geöffnet, die Toten auferweckt, und der physischen Umwelt befohlen,
sich so zu verhalten, wie er es wünschte! Wie erfrischender Morgentau hat sich
die Wirklichkeit des Reiches Gottes - für einen Moment, während Christi
vorübergehenden Aufenthaltes auf Erden - auf eine physische Welt niedergelassen,
die versuchte, die geistliche Wirklichkeit des allmächtigen Gottes zu begreifen.
Als Jesus davon sprach, dass das Reich Gottes zu ihnen
gekommen war, sprach er von seinen Taten und deren Auswirkung. Er hat
weder seine Zuhörer ins Reich transportiert, noch damit zu verstehen gegeben,
dass sein Reich bereits errichtet war. Jesus hat einfach verkündigt, dass der
König des zukünftigen Reiches Gottes angekommen war! Diese Tatsache allein
sollte tiefgreifende Auswirkungen haben. Das Reich war „nahe herbeigekommen",
weil die Gegenwart und Taten bei Jesu Christi erstem Kommen eine unmittelbare
Auswirkung auf das Leben mancher Leute haben würden, noch bevor das Reich im
buchstäblichen Sinne auf Erden errichtet wäre.
Ist das Reich unmittelbar in apostolischer Zeit
erschienen?
Weil seine Jünger „meinten, das Reich Gottes werde
sogleich offenbar werden" (19, 11), gab ihnen Jesus im Lukasevangelium das
berühmte Gleichnis von den anvertrauten Pfunden:
Ein Fürst zog in ein fernes Land, um ein Königtum zu
erlangen und dann zurückzukommen. Der ließ zehn seiner Knechte rufen und gab
ihnen zehn Pfund und sprach zu ihnen: Handelt damit, bis ich wiederkomme! Seine
Bürger aber waren ihm feind und schickten eine Gesandtschaft hinter ihm her und
ließen sagen: Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche. Und es begab
sich, als er wiederkam, nachdem er das Königtum erlangt hatte, da ließ er
die Knechte rufen, denen er das Geld gegeben hatte, um zu erfahren, was ein
jeder erhandelt hätte [Verse 12-15].
Christus war der Fürst in diesem Gleichnis. Er zog in ein
„fernes Land" - den Himmel des Thrones Gottes - um das Reich Gottes zu erlangen.
Dann würde er damit zurückkommen. Dies ist noch nicht geschehen. Christus ist
immer noch im Himmel. Sein zweites Kommen liegt immer noch in der Zukunft. Er
wird bei seinem zweiten Kommen mit dem Reich zurückkommen. Im Rest des
Gleichnisses zeigt Christus, wie denjenigen, die ihre Talente und Fähigkeiten -
durch die Pfunde dargestellt - eifrig und fleißig angewandt haben, um Gott zu
dienen, HERRSCHAFT über Städte gegeben wird. Zu demjenigen, dessen Pfund
zehnfach vermehrt wurde, sagte Jesus: „Recht so, du tüchtiger Knecht; weil du im
Geringsten treu gewesen bist, sollst du Macht haben über zehn Städte.
Der zweite kam auch und sprach: Herr, dein Pfund hat fünf
Pfund erbracht.
Zu dem sprach er auch: Und du sollst über fünf Städte
sein" (Verse 17-19). Großartig! Diejenigen, die in ihrem christlichen Leben
überwinden, werden im Reich Gottes Autorität und Herrschaft erhalten. Was für
eine tolle Sache, eine Gelegenheit zu haben, anderen zu dienen und ihnen Gottes
Wege beizubringen!
Über diese erstaunliche gute Nachricht wird in zahlreichen
weiteren Schriftstellen berichtet. Es dreht sich ganz bestimmt nicht um die
Kirche in diesem Zeitalter. Noch handelt es sich darum, „den ganzen Tag im
Himmel herumzuhängen." Das Matthäusevangelium spricht nicht vom Reich Gottes
als dem „Reich IM Himmel." Es ist das „Reich DES Himmels" - es kommt VOM Himmel
herunter. Der Apostel Petrus versichert uns, dass unser Erbe (das Reich) im
Moment für uns im Himmel „aufbewahrt wird" (1. Petrus 1, 4) - um von Jesus
Christus zur Zeit seiner Wiederkehr auf die Erde gebracht zu werden - nicht
vorher! Diejenigen, in denen Christus durch seinen Geist wohnt, sind Botschafter
dieses Reichs, das jetzt im Himmel wartet (2. Korinther 5, 20). Wie Paulus
schrieb: „Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel; woher wir auch erwarten den
Heiland, den Herrn Jesus Christus..." (Philipper 3, 20). Aber wir werden nicht
dort wohnen (vgl. Johannes 3, 13; Apostelgeschichte 2, 29.34). Das Reich wird
bei Christi Wiederkunft zu uns herunterkommen.
Jesus lehrte seine Jünger, dass es eine Zeit des Gerichts
geben wird, wenn er kommen wird, um „auf dem Thron seiner Herrlichkeit" zu
sitzen (Matthäus 25, 31). „Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner
Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch
bereitet ist von Anbeginn der Welt" (Vers 34). Es handelt sich hier eindeutig um
eine Zeit in der Zukunft, wenn die Gerechten das Reich ererben werden, wenn
Christus in seiner Herrlichkeit kommt. Wir sind jetzt Erbberechtigte des
Reiches, das er mit sich bringen wird, wir haben unser Erbe noch nicht
erhalten.
Die Kirche ist nicht das Reich Gottes. „Geschwister" in der
Kirche müssen in der Zukunft ins Reich eingehen: „Darum, liebe Brüder, bemüht
euch desto mehr, eure Berufung und Erwählung festzumachen. Denn wenn ihr dies
tut, werdet ihr nicht straucheln, und so wird euch reichlich gewährt werden der
EINGANG in das ewige Reich unseres Herrn und Heilands Jesus Christus" (2.
Petrus 1, 10-11).
Herrschaft der Heiligen im Reich Gottes
Am Ende seiner Predigerschaft sprach Jesus seine Jünger
an, und sagte:
Die Könige [der Heiden] herrschen über ihre Völker, und ihre
Machthaber lassen sich Wohltäter nennen. Ihr aber nicht so! Sondern der Größte
unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener. Denn
wer ist größer: der zu Tisch sitzt oder der dient? Ist's nicht der, der zu Tisch
sitzt? Ich aber bin unter euch wie ein Diener. Ihr aber seid's, die ihr
ausgeharrt habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich
zueignen, wie mir's mein Vater zugeeignet hat... [Lukas 22, 25-29].
Jesus hat seinen Jüngern dann einen Einblick in ihre
zukünftige Belohnung und Verantwortung in diesem Reich gegeben, in das er sie
berief: „... dass ihr essen und trinken sollt an meinem Tisch in meinem Reich
und sitzen auf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels" (Vers 30).
Was sagt Jesus hier? Er deutet auf eine zukünftige Zeit hin, in der sie
die zwölf Stämme Israels richten werden. Jesus sprach nicht von ihrem
unmittelbaren Predigtdienst.
Falls Jesus beabsichtigt hätte, dass seine Jünger
verstünden, dass sein Reich in diesem Moment auf Erden war, warum hätte er
anschließend zu Pilatus sagen sollen: „Mein Reich ist NICHT von dieser Welt.
Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, dass ich den
Juden nicht überantwortet würde; nun aber ist mein Reich nicht von dieser Welt"
(Johannes 18, 36)?
Selbst nach Jesu Tod und Auferstehung, fuhr er fort: „...und
redete mit ihnen vom Reich Gottes" (Apostelgeschichte 1, 3). Jesus hat seine
Worte bewusst gewählt, denn er wusste dass seine Jünger mit den Prophezeiungen
von Jesaja, Daniel und Sacharja vertraut waren. Diese Propheten hatten eindeutig
eine buchstäbliche, göttliche Regierung vorhergesagt, die auf dieser Erde unter
dem Messias aufgebaut werden würde. Die Apostel fragten Jesus: „Herr, wirst du
in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel?
Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder
Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat..."
(Apostelgeschichte 1, 6-7). Jesus widersprach NIEMALS ihrem geistlichen
Verständnis, dass ein echtes Reich auf der Erde errichtet werden wird, das über
die Nationen herrschen wird. Er sagte ihnen einfach, dass es noch nicht an der
Zeit war.
Im siebten Kapitel seiner Prophezeiung hatte Daniel
vorhergesagt, was am Anfang des Reiches geschehen würde:
Ich sah in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, es kam
einer mit den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn [Christus] und gelangte
zu dem, der uralt war [Gott der Vater], und wurde vor ihn [den Vater] gebracht.
Der gab ihm [Christus] Macht, Ehre und Reich, dass ihm alle Völker und Leute aus
so vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten. Seine Macht ist ewig und
vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende [Daniel 7, 13-14].
Wo wird dieses Reich sein? Beachten Sie, dass es ein Reich
ist, dem „alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen dienen
sollen." Wie es so viele Verse zeigen wird dieses Reich hier auf Erden sein!
In Daniel 7 träumte der jüdische Prophet im Exil von vier
wilden Tieren, die dieselben vier weltbeherrschenden Reiche symbolisieren, die
vorher von Nebukadnezars Traum, der im zweiten Kapitel aufgezeichnet ist,
skizziert worden sind. Beachten Sie folgendes: „Diese vier großen Tiere sind
vier Königreiche, die auf Erden kommen werden. Aber die Heiligen des Höchsten
werden das Reich empfangen und werden's immer und ewig besitzen" (Verse
17-18). Vers 22 offenbart: „...bis der Alte kam und Gericht hielt für die
Heiligen des Höchsten, und die Zeit kam, dass die Heiligen das Reich einnahmen"
(Jubiläumsbibel). Die Heiligen Gottes werden das Reich ZU DIESER ZEIT
besitzen - als verherrlichte, unsterbliche, göttliche Wesen!
Eine wunderbare Zukunft erwartet die Heiligen Gottes! Sie
werden befähigt werden, dieser leidenden, blutrünstigen Welt zu helfen, wahren
Frieden und wahre Freude zu bringen. Keine vorübergehenden - und oft nutzlosen -
„Heftpflaster - Lösungen" mehr! Die unsterblichen Heiligen werden Christus darin
unterstützen, effektive Lösungen und Reformen für die ganze Menschheit zu
erlassen. Ja, sie werden mit Christus diese Welt BEHERRSCHEN, und die Probleme
in Ordnung bringen, wo sie sind - hier auf Erden. Wie Jesus sagte: „Selig
sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen" (Matthäus 5,
5).
Der Apostel Johannes schrieb im Buch der Offenbarung: „...
und hast sie unserm Gott zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden
herrschen auf Erden" (Offenbarung 5, 10). In demselben Buch steht auch
geschrieben: „Und wer überwindet und hält meine Werke bis ans Ende, dem will ich
Macht geben über die Heiden, und er soll sie weiden mit eisernem Stabe... wie
auch ich Macht empfangen habe von meinem Vater..." (2, 26-28). „Wer überwindet,
dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden
habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron" (3, 21). Der Thron
des Vaters ist im Himmel, und Christus ist jetzt dort, zu seiner Rechten. Der
Thron Christi jedoch, von dem aus die Heiligen mit ihm herrschen werden, wird
der Thron Davids in Jerusalem sein (Lukas 1, 32).
Wir können dort sein, nachdem die prophezeite letzte Posaune
erschallt, und Christus als König der Könige zurückkommt. „Siehe, ich sage euch
ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle
verwandelt werden; und das plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten
Posaune. Denn es wird die Posaune erschallen, und die Toten werden auferstehen
unverweslich, und wir werden verwandelt werden" (1. Korinther 15, 51-52). Wenn
dieser letzte Posaunenstoß die Luft durchdringt, und ein Erdbeben die ganze Erde
aufrüttelt (Offenbarung 11, 13-15; 16, 18), werden die treuen Heiligen in
Christus zweifellos eine besondere, freudige Begeisterung erfahren, wenn sie
entrückt werden um Christus in der Luft entgegenzukommen (1. Thessalonicher 4,
13-18). Dann werden sie mit ihm auf den Ölberg herunterkommen (Apostelgeschichte
1, 11-12; Sacharja 14, 4-5), um mit der Aufgabe zu beginnen, einer rebellischen
Welt FRIEDEN zu bringen.
Unter der Autorität Jesu Christi dürften viele von uns König
David von Israel assistieren, dem Mann nach Gottes eigenem Herzen, der
auferweckt werden, und seine vorherige Aufgabe wiedererhalten wird, die zwölf
Stämme Israels zu führen (Jeremia 30, 9; Hesekiel 37, 24). Wir werden Mose,
Abraham, Isaak, Jakob und all die treuen Heiligen und Diener Gottes aller
Generationen kennen lernen. Denn dann werden wir wahrlich „von Gott geboren"
sein - wiedergeboren in der Auferstehung, in das Reich der Familie Gottes.
Gottes Heilige - die „Überwinder" - werden die Gelegenheit
haben, unter Christi Führerschaft mit dem Tyrannen abzurechnen, der die
Menschheit an den Rand der Vernichtung bringen wird: „Die Heiligen sollen
fröhlich sein und preisen und rühmen auf ihren Lagern. Ihr Mund soll Gott
erheben; sie sollen scharfe Schwerter in ihren Händen halten, dass sie
Vergeltung üben unter den Heiden, Strafe unter den Völkern, ihre Könige zu
binden mit Ketten und ihre Edlen mit eisernen Fesseln, dass sie an ihnen
vollziehen das Gericht, wie geschrieben ist. Solche Ehre werden alle seine
Heiligen haben. Halleluja!" (Psalm 149, 5-9).
Im Neuen Testament wurde dem Apostel Johannes eingegeben, zu
schreiben: „Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung.
Über diese hat der zweite Tod keine Macht; sondern sie werden Priester Gottes
und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre" (Offenbarung 20, 6).
Die vom Geist erfüllten Apostel und die frühe Kirche Gottes haben eindeutig
verstanden und gelehrt, dass das Reich Gottes am Ende dieses Zeitalters, als
eine buchstäbliche Regierung unter Christus und den auferstandenen Heiligen, auf
dieser Erde errichtet werden würde. Diese wunderbare Welt von Morgen wird oft
das „Millennium" genannt, was einfach eine 1000-jährige Zeitspanne bedeutet.
Edward Gibbon, der bekannte Historiker, hat den Glauben an
das Millennium in seiner namhaften Geschichte The Decline and Fall of the
Roman Empire [Abstieg und der Fall des Römischen Reiches] aufgezeichnet.
Über die Geschichte des frühen Christentums schrieb Gibbon folgendes:
Die altertümliche und populäre Lehre über das Millennium war
eng mit dem zweiten Kommen Christi verbunden. So wie die Werke der Schöpfung in
sechs Tagen abgeschlossen worden waren, wurde, nach einer Tradition, die dem
Propheten Eliah zugeschrieben wurde, ihre Dauer im gegenwärtigen Zustand auf
sechstausend Jahre festgelegt [vgl. Psalm 90, 4; 2. Petrus 3, 8]. In derselben
Analogie wurde der Schluss gezogen, dass diese lange Periode der Mühe und des
Streits, die jetzt beinahe vergangen sei, von einem freudigen, tausendjährigen
Sabbat gefolgt würde [vgl. Hebräer 3-4; Offenbarung 20, 6], und dass Christus
mit der triumphierenden Gemeinschaft der Heiligen und Auserwählten, die dem Tod
entronnen sind, oder die übernatürlich wiedererweckt wurden, auf der Erde
herrschen würde, bis zu der für die letzte und allgemeine Auferstehung
bestimmten Zeit [Seite 403].
Der Menschheit wurden 6000 Jahre gegeben, um die Lektion zu
lernen, dass sie ohne Gott absolut unfähig ist, sich selbst zu regieren. Der
Prophet Jeremia weist darauf hin, „dass des Menschen Tun nicht in seiner Gewalt
steht, und es liegt in niemandes Macht, wie er wandle oder seinen Gang richte"
(Jeremia 10, 23).
George Washington, der erste Präsident der Vereinigten
Staaten, übermittelte dasselbe Gefühl in einem Brief vom 31. Oktober 1786: „Die
Menschheit, wenn sich selbst überlassen, ist nicht in der Lage, sich selbst zu
regieren" [Columbia Dictionary of Quotations, 1993]. Die schreckliche
Krise am Ende dieses Zeitalters wird die Menschheit schließlich an den Rand der
vollständigen Selbstvernichtung bringen. Erst dann werden die Menschen die
absolute Zwecklosigkeit der Selbstregierung erkennen, und ausreichend gedemütigt
worden sein, um Gottes absolute Herrschaft über ihr Leben zu suchen. Und Gott
WIRD eingreifen!
In das Reich hineingeboren
Das Reich Gottes wird die Völker der Erde regieren. Aber
diese sterblichen Untertanen werden nicht IM Reich sein - nur von ihm regiert
werden. WER wird dann in diesem Reich sein? Können SIE ein Teil davon werden?
Als Christus mit dem Pharisäer Nikodemus zusammentraf, der
heimlich in der Nacht zu ihm kam, brachte Jesus es genau auf den Punkt:
„Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren
werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen" (Johannes 3, 3). Dann erklärt
er: „Was vom Fleisch geboren ist, das IST Fleisch; und was vom Geist geboren
ist, das IST Geist" (Vers 6) - das heißt, aus Geist bestehend. Solange
wir noch nicht in unsterbliche Geistwesen verwandelt sind, wie 1. Korinther 15
unsere zukünftige Auferstehung beschreibt, sind wir noch nicht „wiedergeboren."
Vers 50 des gleichen Kapitels versichert uns, dass „Fleisch und Blut das Reich
Gottes nicht ererben können." Aber kommen Menschen „aus Fleisch und Blut" in die
Kirche? Ja! Also kann die Kirche nicht das Reich Gottes sein! Um
in diesem Reich zu sein, müssen wir zuerst von Gott als buchstäbliche Kinder in
Gottes Familie geboren sein.
In Gottes ganzer physischer Schöpfung hat nur die Menschheit
ein Gewissen und kann den Unterschied zwischen gut und böse kennen lernen. Dies
geschieht durch eine Komponente, die die Bibel den „Geist des Menschen" nennt
(1. Korinther 2, 11).
Er bestückt das physische, menschliche Gehirn mit Verstand,
und lässt so unseren bemerkenswerten Geist entstehen, der dem aller anderen
physischen Wesen so unglaublich überlegen ist. Bei der Bekehrung vereinigt sich
Gottes heiliger Geist mit diesem Geist des Menschen (Römer 8, 16).
Das Christentum dieser Welt verwechselt „Wiedergeburt" mit
„Bekehrung." In dieser Broschüre ist nicht genügend Platz, um im Detail
nachzuweisen, was Gottes Wort über „Wiedergeburt" offenbart. Dieses Thema wird
in einer zukünftigen Veröffentlichung behandelt werden. Jedoch müssen wir es
hier kurz anschneiden, weil es im direkten Zusammenhang mit dem Verständnis
steht, WAS das Reich Gottes überhaupt ist.
Die anfängliche Bekehrung ist lediglich der Beginn des
geistlichen Lebens - ebenso wie die Zeugung der Beginn des physischen Lebens
ist. Aber das ist keine „Geburt." Die Geburt geschieht nach einer Zeit des
Austragens im Leib der Mutter. Die geistliche Geburt geschieht nach einer Zeit
des geistlichen Austragens in diesem physischen Leben. Dies ist ein
erstaunlicher Prozess. Durch die Anwesenheit des heiligen Geistes bei der
Bekehrung - unserer geistlichen Zeugung - bekommen wir „Anteil an der göttlichen
Natur" (2. Petrus 1, 4), der Wesensart Gottes. Während wir wachsen und geistlich
überwinden gibt Gott mehr und mehr von seiner göttlichen Natur in uns.
Letztendlich sind wir bereit, vollständig von Gott in der Auferstehung „geboren"
zu werden.
Jesus soll der „Erstgeborene unter VIELEN Brüdern" sein
(Römer 8, 12). Als unser Erlöser, älterer Bruder und Hohepriester führt er
„VIELE Söhne zur HERRLICHKEIT" (Hebräer 2, 10). In der Auferstehung werden die,
die Jesus Christus wirklich als Herrn und Erlöser angenommen haben, mit
Sicherheit an Gottes HERRLICHKEIT teilhaben. Sie werden „Kinder der
Auferstehung" werden (Lukas 20, 36) wie Jesus, der durch die Auferstehung
wiedergeboren wurde und zweimal „der Erstgeborene von den Toten" genannt wird
(Kolosser 1, 18; Offenbarung 1, 5). Selbstverständlich werden wir, als jüngere
Mitglieder in Gottes Familie , immer dem Vater und Christus in völliger Liebe
und Ergebenheit untergeordnet sein, wie wir es Gott durch ein Leben voller
Gebet, Dienstbereitschaft und Überwindung demonstriert haben werden.
Das apostolische - biblische - Christentum lehrt, dass
das Reich Gottes am Ende dieses Zeitalters als eine buchstäbliche Herrschaft auf
dieser Erde errichtet werden wird, um endlich echten WELTFRIEDEN zu bringen.
Dies sind in der Tat außerordentlich gute Nachrichten. Das Reich Gottes ist die
herrschende Familie Gottes, in die wir bei der zukünftigen Auferstehung von den
Toten gelangen können. Das wahre Evangelium ist verblüffend!
Kapitel 3
Der einzige Name durch den wir in das Reich kommen können
Um wahrlich erfolgreich zu sein, muss eine Person zuerst ein
Ziel haben. Gott hat Christen das bemerkenswerteste Ziel gegeben, das es gibt -
ewiges Leben im Reich Gottes. Der nächste Schritt ist, darin belehrt zu werden,
wie man dieses Ziel erreicht. Wie können Gottes menschliche Heilige in sein
Reich kommen? Was sagt uns Gottes Wort über den „Weg", den wir gehen müssen?
Jesus sagte:
Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an
mich! In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn's nicht so wäre, hätte
ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? Und wenn ich
hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen [auf die Erde] und
euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingehe, den Weg
wisst ihr. Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht wo du hingehst; wie
können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: ICH BIN der Weg und die
Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich [Johannes
14, 1-6].
Der Apostel Petrus sagte später: „Und in keinem andern
ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben,
durch den wir sollen selig werden" (Apostelgeschichte 4, 12). Der Name Jesu
Christi ist absolut lebensnotwendig. Erinnern Sie sich daran, dass die frühen
Apostel und Evangelisten ihn zusammen mit der Botschaft über das kommende Reich
Gottes predigten. Wir müssen das gleiche Ziel haben. Jedoch müssen wir sicher
sein, dass es der wahre Christus ist, über den wir sprechen.
Viele beten heute einen falschen Jesus an, der
angeblich die Gebote seines Vaters abgeschafft hat. Er wird oft als ein feminin
wirkender Weichling dargestellt, mit langem Haar und einem entrückten, weit
entfernten Blick in seinen Augen. Sie preisen einfach seinen Namen, und haben
schöne Gefühle durch ihn.
Ist es das, was es bedeutet, den NAMEN Jesu zu predigen?
Nein, wie wir in The Interpreter's Dictionary of the Bible [Das
Wörterbuch der Bibelausleger] lesen können:
NAME. In biblischem Sinne ist ein Name nicht ein einfaches
Etikett zur Identifikation; es ist ein Ausdruck der wesentlichen Natur seines
Trägers. Der Name eines Menschen offenbart seinen Charakter.... Dies war ein
Konzept, das von den Völkern der altertümlichen Welt geteilt wurde. Daher
bedeutet, den Namen Gottes zu kennen, Gott zu kennen, wie er sich offenbart hat
(Psalm 9, 11). Die volle Enthüllung seiner Natur und seines Charakters ist in
Jesus Christus gegeben, der seinen Namen offenbart hat (Johannes 17, 6.26).
Der Name Jesu schließt nicht nur ein, wer er war, und alles
was er getan hat, sondern auch alles was er gelehrt, und wofür er eingetreten
ist. Wofür ist Jesus eingetreten? Was ist der Lebensweg, den zu offenbaren er
gekommen ist?
Das Gesetz des Reiches
Erinnern Sie sich daran, dass eine der Voraussetzungen
eines jeglichen Reiches eine GESETZESORDNUNG ist, nach der regiert wird. Im
Reich Gottes wird das überragende Gesetz des Landes die Zehn Gebote sein, das
großartige geistliche Gesetz des allmächtigen Gottes. Christus sagte zu den
Pharisäern: „Das Gesetz und die Propheten [das Alte Testament] reichen bis zu
Johannes [dem Täufer]. Von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes gepredigt,
und jedermann drängt sich mit Gewalt hinein" (Lukas 16, 16).
Dies bedeutet aber nicht, dass die Botschaft des Reiches
Gottes das „Gesetz und die Propheten" vollständig ERSETZT hat - sondern dass sie
ihnen vollen Ausdruck gab! Matthäus hat über den Anfang der Predigerschaft
Christi folgendes aufgezeichnet: „Und Jesus zog umher in ganz Galiläa, lehrte in
ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle
Krankheiten und alle Gebrechen im Volk" (Matthäus 4, 23). Wir wissen, dass Jesus
„das Evangelium vom Reich" predigte.
Wenn wir uns ins Reich Gottes „hineindrängen", was müssen
wir zu tun bemüht sein? In den folgenden drei Kapiteln, Matthäus 5-7, erläuterte
Jesus eine ganze Lebensweise in der sogenannten „Bergpredigt." Jesu Ermahnung
für die, die ihm nachfolgen, eifrig der ganzen, göttlichen Absicht der Schrift
zu gehorchen, schockiert viele, deren Glaube auf dem Hintergrund des
traditionellen Christentums der Massen aufbaut. Er sagte: „Ihr sollt nicht
meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin
nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen" (Matthäus 5, 17).
Das Wort „erfüllen" bedeutet nicht, „abschaffen" - im
Gegensatz zu dem, was Sie gelernt haben mögen! Jesus vergrößerte Gottes Gesetz.
Er zeigte, wie wir es im Geist, oder in seiner Absicht, und ebenso auch dem
Buchstaben nach halten müssen, und machte damit die Anforderungen des Gesetzes
zu etwas, dem man in seinen Gedanken gehorchen muss (2. Korinther 10, 5), wie
auch in seinen Taten. Zum Beispiel lehrte Jesus, dass sich ein wahrer Christ
nicht nur davon zurückhalten muss, einen Mord zu begehen, sondern dass er nicht
einmal eine Einstellung des Hasses und der Gewalt hegen sollte (Matthäus
5, 21-22).
Jesus sagte: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist (2. Mose 20,
14): 'Du sollst nicht ehebrechen.' Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht,
sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen"
(Matthäus 5, 27-28). In Jesu Lehre waren die Zehn Gebote das Fundament
für die ganze Lebensweise, die er verkündete. Es war nicht einfach ein
sentimentaler Glaube an die Person Christi, was zählte, sondern eine
vollständige Unterwerfung ihm gegenüber, und dem Vater, als Herrn und Meister.
In Lukas 6, 46 fragte Jesus: „Was nennt ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht,
was ich euch sage?" Jesus sagte NIEMALS: „Bitte akzeptiere mich; willst du mir
nicht dein Herz geben?" Statt dessen, hat uns Christus ständig gelehrt, auf GOTT
hin ausgerichtet zu sein, und sagte: „... denn der Vater ist größer als ich"
(Johannes 14, 28).
Wenn jeder sich an Gottes perfekte Gesetzesordnung halten
würde, gäbe es absolut keine Probleme. Wir würden eine perfekte Gesellschaft
haben. So wie es sich jetzt verhält, sind sämtliche Probleme der Menschheit
das Resultat gebrochener Gesetze. Die Bibel nennt dies Sünde: „Ein jeder,
der Sünde tut, übertritt das Gesetz, und Sünde ist die Gesetzesübertretung" (1.
Johannes 3, 4, Schlachter - Übersetzung).
Traurigerweise ist die Menschheit nach beinahe 6000 Jahren,
in denen sie selbst die Richtung bestimmen konnte, der folgenden Realität
gegenüber immer noch blind: „Manchem scheint ein Weg recht; aber zuletzt bringt
er ihn zum Tode" (Sprüche 14, 12; 16, 25). Die Menschheit hat seit Urzeiten nach
Frieden und Harmonie gestrebt, aber hat sie nie erreicht: „Sie kennen den Weg
des Friedens nicht..." (Jesaja 59, 8). In allen Varianten der Gesetzgebung hat
der Mensch noch kein Regierungssystem entwickelt, das ohne Gottes Gesetz
funktioniert.
James Madison, Vater der amerikanischen Verfassung und
vierter Präsident, war sich dieses Dilemmas nur allzu bewusst: „Wir haben die
ganze Zukunft der amerikanischen Zivilisation nicht auf die Macht der Regierung
gesetzt, ganz im Gegenteil. Wir haben die Zukunft auf die Fähigkeit eines
jeglichen von uns gesetzt, uns selbst nach den Zehn Geboten Gottes zu
regieren und zu erhalten" (America's Christian Heritage: A Collection of
Dates, Events, Decrees, Quotations and Proclamations, Plymouth Rock
Foundation [Das christliche Erbe Amerikas: Eine Sammlung von Daten, Ereignissen,
Verordnungen, Zitaten und Verkündigungen, Plymouth Rock Stiftung]).
Das Gesetz Gottes ist ein Hauptgesichtspunkt des
Evangeliums, denn es ist wahrlich eine gute Nachricht, ein Verständnis der
Lebensweise zu erhalten, die zu perfektem, andauerndem Glück, zu Fülle und
Freude und perfektem, andauerndem Frieden führt. Dem altertümlichen Volk Israel
wurde dieser Lebensweg durch Gottes Gesetz beigebracht. Jedoch hat es ihnen auf
die Dauer nichts genutzt, denn sie hatten keinen lebendigen Glauben, sich an
Gottes Weg zu halten: „Denn es ist auch uns [den Christen des ersten
Jahrhunderts] verkündigt wie jenen [den Israeliten zur Zeit Mose]. Aber das Wort
der Predigt half jenen nichts, weil sie nicht glaubten, als sie es hörten"
(Hebräer 4, 2). So wurde ihnen also die Gute Nachricht zum Teil überliefert,
aber sie hatten nicht das Verständnis oder den Glauben, es zu empfangen.
Heute wissen wir, dass die göttliche Erfüllung unseres
menschlichen Potentials in Jesus Christus ruht! Er selbst hat den Weg gezeigt.
Als er das Thema des Reiches Gottes anschnitt, sagte er seinen Zuhörern: „Tut
Buße und glaubt an das Evangelium!" (Markus 1, 15). Wir müssen bereuen und
Glauben haben. Paulus predigte dieselbe Botschaft: „... zu denen ich hingekommen
bin und das Reich gepredigt habe" (Apostelgeschichte 20, 25). Damit hat er auch
„Juden und Griechen bezeugt die Umkehr zu Gott und den Glauben an unsern Herrn
Jesus" (Vers 21).
Wir müssen vor Gott kommen und ihn um Vergebung bitten. Um
von ihm akzeptiert zu werden, müssen wir zuerst unsere Übertretung seines
geistlichen Gesetzes, das von den Zehn Geboten zusammengefasst wird, bereuen.
„Bereuen" bedeutet, dass es einem wirklich leid tut; so leid, dass wir umkehren
und in die andere Richtung gehen und damit anfangen, Gottes Gesetz zu halten und
unseren Lebensweg für immer ändern. Wir müssen auch Glauben an unseren Herrn
Jesus Christus haben, den König des Reiches Gottes. Dies bedeutet, an Jesus
Christus zu glauben und ihn als unseren persönlichen Erlöser, Hohenpriester, der
jetzt im Himmel ist, und unseren kommenden König anzunehmen.
Am Anfang der neutestamentlichen Kirche, am Pfingstfest,
wurde der Apostel Petrus inspiriert, den Weg zum Heil für die Menschheit bekannt
zu geben, indem er sagte: „Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf
den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen
die Gabe des heiligen Geistes. Denn euch und euren Kindern gilt diese
Verheißung, und allen, die fern sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen
wird" (Apostelgeschichte 2, 38-39). Petrus sagt also, dass wir bereuen und
getauft werden müssen für die Vergebung unserer Sünden!
In Johannes 3, 16 sagt Jesus: „Denn also hat Gott die Welt
geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben,
nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." Auf unseren ernsthaften
Glauben an Jesus Christus hin, und seinen Tod an unserer Statt, wird die
Todesstrafe für die Übertretung des Gesetzes Gottes von uns genommen. Wenn
wahrlich bekehrt, ist der Christ „durch sein Blut gerecht geworden" (Römer 5,
9). Gerecht geworden sein bedeutet, für unschuldig erklärt zu werden -
bedingungslose Gnade von der schrecklichen Strafe des ewigen Todes zu erhalten.
Dies sind auch gute Nachrichten!
Das wertvollste Geschenk der Welt erhalten
Wir sollten Gott gegenüber zutiefst dankbar dafür sein,
dass unsere Sünden durch den Tod seines Sohnes vergeben werden können. Erlaubt
uns unsere Rechtfertigung nun jedoch, zurückzugehen, und weiterhin Gottes
geistliches Gesetz zu brechen? Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt
sein! Die klare Wahrheit, die viele scheinbar nicht verstehen wollen, ist,
dass eine echter Christ - bei seiner Bekehrung - wirklich das Brechen des
Gesetzes Gottes bereut hat. Er macht zu diesem Zeitpunkt in Wirklichkeit
einen „Bund mit seinem Schöpfer", Sünde in Zukunft zu unterlassen - AUFZUHÖREN,
Gottes Gesetz, die Zehn Gebote, zu brechen!
Bei der Taufe, mit Glauben in das versprochenen
Geschenk des heiligen Geistes, schließt er einen Bund mit Gott, nicht mehr zu
sündigen, und seinen Geist, Willen und sein Leben Gott hinzugeben, so dass ihn
der lebendige Christus jetzt befähigen kann, ein gehorsames Leben zu leben -
gehorsam gegenüber dem Gesetz und Willen Gottes. Wie Paulus erklärte: „Ich
lebe aber; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt
lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt
hat und sich selbst für mich dargegeben" (Galater 2, 20 - Lutherbibel 1912).
Dadurch, dass Jesus Christus buchstäblich sein Leben in uns
lebt, sind wir in der Lage, die Zehn Gebote als Lebensweise zu halten. Halten
wir die Gebote perfekt? Nein. Noch tun wir irgend etwas anderes perfekt! Wir
geben uns jedoch Christus hin, um ihn in uns, durch die Kraft des heiligen
Geistes, die Gebote halten zu lassen - und in dem Ausmaß, in dem wir uns
Christus unterwerfen, sind wir in der Lage, Gottes Gesetz vollkommener zu
halten. Dann wird uns geboten, folgendes zu tun: „Wachset aber in der Gnade und
Erkenntnis unseres Herrn und Heilands Jesus Christus" (2. Petrus 3, 18). Während
wir in unserem christlichen Leben geistlich wachsen, sollten wir Gottes Gesetz
mit wachsendem Eifer und Glauben halten.
Wie können Sie wirklich Gottes geistliches Gesetz halten,
während Sie danach trachten, Ihren Heiland nachzuahmen und ihm zu folgen? Jesus
Christus hat versprochen, ihnen das Geschenk des heiligen Geistes zu geben. Der
heilige Geist ist die ureigene Natur und Liebe Gottes. Indem er uns seinen Geist
gibt, „zeugt" uns Gott und gibt uns seine befähigende Natur. Durch seine
göttliche Natur sind wir in der Lage, geistlich zu wachsen. Der heilige Geist
ist der Geist „der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit" (2. Timotheus 1,
7).
Der Apostel Paulus schrieb: „Hoffnung aber lässt nicht
zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch
den heiligen Geist, der uns gegeben ist" (Römer 5, 5). Wie funktioniert die
Liebe Gottes? In welcher Hinsicht leitet sie uns? „Denn das ist die Liebe zu
Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer" (1.
Johannes 5, 3). Die vom Geist gegebene Liebe Gottes, führt uns also direkt dazu,
die Zehn Gebote Gottes als eine Lebensweise zu halten. Dies sind auch
gute Nachrichten. Es ist ein wichtiger Teil des Evangeliums.
Indem er uns seinen Geist gibt - seine göttliche Natur -,
hilft uns Gott, Sünde zu überwinden und geistlich zu wachsen. Gott selbst
„qualifiziert" uns für das ewige Leben durch diese geistliche Erlösung von der
Sünde und von dem Einfluss Satans, des Teufels. Durch den heiligen Geist zeugt
er uns als Teil seiner Familie. Aber wir haben es noch nicht geschafft. Wir
müssen uns immer noch ausstrecken „nach dem, was da vorne ist, " und „nach dem
vorgesteckten Ziel" jagen, bevor wir endgültig, bei der Auferstehung von den
Toten, in Gottes Reich geboren werden (Philipper 3, 13-14).
Welch wundervolle, gute Nachricht es ist, durch Jesus
Christus von der Sünde erlöst zu sein! „In ihm seid auch ihr, die ihr das Wort
der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Seligkeit - in ihm
seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem heiligen Geist,
der verheißen ist, welcher ist das Unterpfand unsres Erbes, zu unsrer Erlösung,
dass wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit" (Epheser 1, 13-14).
Ja, es ist auch eine gute Nachricht, unseren Vater und Erlöser wirklich zu
kennen und Gottes befähigenden heiligen Geist zu erhalten, der es uns
ermöglicht, unser Leben so zu leben, wie Gott es will. Welch eine gute Nachricht
für die ganze Menschheit, dass wir die wahre Freude des Heils erfahren
können - die Liebe, den geistlichen Frieden, und das tiefe Gefühl eines
Lebenszweckes, die wir nie zuvor erfahren hatten.
Das Reich Gottes wäre nicht so eine wunderbare Botschaft,
wenn es keinen Weg gäbe, durch den wir daran teilhaben können! Wir können jedoch
dankbar sein, dass Gott in seiner großen Liebe und Gnade, einen Weg bereitet hat
- DEN WEG - durch den Tod und das auferweckte Leben seines geliebten Sohnes,
Jesus Christus. Welch ehrfurchtgebietende und wunderbare gute Nachricht dies
wirklich ist!
Was Jesus Christus getan hat, tut, und tun wird
Das Evangelium umfasst den ganzen Heilsplan Gottes. Es
ist eine Botschaft, die davon handelt, wer und was Gott ist, und von dem Zweck,
den er mit der Menschheit verfolgt.
Die Erfüllung dieses Zweckes für einen jeglichen von uns
individuell beruht auf unserer Bereitschaft, Jesus Christus zu vertrauen. Das
Evangelium offenbart den perfekten Lebensweg, den er lehrte - den des Lebens
nach dem Gesetz Gottes, wie es im Alten und Neuen Testament, die beide von ihm
inspiriert wurden, umrissen wird.
Das Evangelium zeigt auf Jesu Rolle als das Opferlamm
Gottes, der kam, die Sünden derjenigen auszulöschen, die ihn als ihren
persönlichen Retter annehmen. Das Evangelium zeigt uns auch die gegenwärtige
Rolle Christi, als unser himmlischer Hohepriester, der ständig beim Vater für
uns eintritt. Durch den heiligen Geist lebt Jesus sein Leben in uns, wenn wir
uns ihm widmen. Das ist es, was es uns ermöglicht, Gottes geistlichem Gesetz,
den Zehn Geboten, zu GEHORCHEN!
Der Hauptaspekt des Evangeliums schließlich ist Christi
zukünftige Rückkehr in Macht und Herrlichkeit als der allmächtige König der
Könige, um diese Welt und das ganze Universum unter der Autorität Gottes, des
Vaters, zu regieren. Und seine auferstandenen, unsterblichen Heiligen werden mit
Jesus Christus für alle Ewigkeit herrschen. Welch ein großartiger und
wunderbarer Plan, der im Evangelium vom Reich Gottes offenbart wird.
Heil durch ewiges Leben im Reich Gottes ist unser Ziel. Und
Jesus Christus ist der einzige Weg dahin: „Denn ich schäme mich des Evangeliums
nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben"
(Römer 1, 16). Jesus hat uns den Weg gelehrt. Dadurch, dass wir ihn annehmen und
ihm als Herr und Meister gehorchen - was bedeutet, dass wir sein heiliges
Gesetz, die Zehn Gebote halten müssen - können wir ins Reich Gottes kommen.
Welch gute Nachricht, dass Gott einen solchen Weg vorgesehen hat!
„Wer den Sohn hat, der hat das Leben..."
Der Apostel Johannes merkte an, dass sein Evangelium
geschrieben wurde, „damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn
Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen"
(Johannes 20, 31). Und in seinem ersten kanonisierten Brief schrieb er: „Wer den
Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben
nicht. Das habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr das ewige Leben
habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes" (1. Johannes 5, 12-13).
Christus ermahnt uns alle: „...glaubt an das Evangelium"
(Markus 1, 15), - das heißt, glaubt seiner Botschaft. Die Botschaft von Gottes
Wort ist gleichbleibend. Wie kann dann ein Vers sagen: „Glaube an den Herrn
Jesus, so wirst du und dein Haus selig!" (Apostelgeschichte 16, 31), während ein
anderer Vers sagt: „Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote"
(Matthäus 19, 17)? Johannes war ebenfalls deutlich im Bezug auf die
Notwendigkeit, die Zehn Gebote Gottes zu halten. In 1. Johannes 3, 10 schrieb
er: „Daran wird offenbar, welche die Kinder Gottes und welche die Kinder des
Teufels sind: Wer nicht recht tut [ die Gebote hält - vgl. Psalm 119, 172], der
ist nicht von Gott." Johannes fährt fort: „Und wer seine Gebote hält, der bleibt
in Gott und Gott in ihm. Und daran erkennen wir, dass er in uns bleibt: an dem
Geist, den er uns gegeben hat" (1. Johannes 3, 24).
Wie lautet die Antwort? Kommt das Heil durch Glauben oder
durch das Halten von Geboten - durch „Glauben" oder durch „Werke"? Lassen wir
den Apostel Jakobus antworten: „Was hilft's, liebe Brüder, wenn jemand sagt, er
habe Glauben, und hat doch keine Werke? Kann denn der Glaube ihn selig
machen?... So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber.
... Du glaubst, dass nur einer Gott ist? Du tust recht daran; die Teufel
glauben's auch und ZITTERN" (Jakobus 2, 14.17.19). In der gleichen Weise wissen
sogar Dämonen, dass Jesus der Messias ist, der gekommen ist, um die Menschheit
zu erlösen. Aber das rettet sie nicht. Wir müssen das Wissen, das Gott uns gibt,
anwenden. „Willst du nun einsehen, du törichter Mensch, dass der Glaube ohne
Werke NUTZLOS ist?... Da siehst du, dass der Glaube zusammengewirkt hat mit
seinen [Abrahams] Werken, und durch die Werke ist der Glaube vollkommen
geworden. ... So seht ihr nun, dass der Mensch durch Werke gerecht wird,
nicht durch Glauben allein" (Verse 20, 22, 24).
Wir sehen also, dass das Heil keine Frage von Glauben ODER
Werken ist - sondern von Glauben UND Werken! Ein dynamischer, LEBENDIGER Glaube
ist immer von AKTIVEM GEHORSAM gegenüber dem Gesetz Gottes begleitet. Wie passt
dazu der Glaube an Jesus und seine Botschaft? Ganz einfach: Wenn wir wirklich
GLAUBEN, was Jesus uns sagte, und wofür er stand, werden wir ihm GEHORCHEN. Dies
wird dadurch erfüllt, dass wir ihn annehmen mit allem, was er lehrte. Nach Reue
und Taufe empfangen wir Gottes heiligen Geist (Apostelgeschichte 2, 38), durch
den die Liebe Gottes in unsere Herzen „ausgegossen" ist (Römer 5, 5). Und wie
Johannes schrieb: „Das IST die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten"
(1. Johannes 5, 3).
Wie 1. Johannes 3, 24 zuvor gezeigt hatte, ist unser Halten
der Gebote ein Beweis, dass Christus durch den heiligen Geist in uns lebt. Wenn
wir wirklich Jesus Christus in unser Leben aufnehmen, wird er seine gehorsame
Lebensweise in dem Maße in uns leben, in dem wir unsere alte Natur sterben
lassen und uns ihm unterordnen. Paulus erklärte: „Ich bin mit Christus
gekreuzigt. Ich lebe aber, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.
Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben des Sohnes
Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dargegeben" (Galater 2,
20, Jubiläumsbibel).
Beachten Sie die Wendung „Glauben DES Sohnes Gottes."
Offenbarung 14, 12 zeigt, dass Gottes wahre Kirche den Glauben Jesu hat. - Im
griechischen Original steht hier der Genitiv, der als objektiver Genitiv „an
Jesus, " aber auch als subjektiver Genitiv „Jesu" übersetzt werden kann. - Zu
Beginn müssen wir „Glauben an Gott" demonstrieren (Hebräer 6, 1). Aber dies ist
nicht der Glaube, der uns rettet. Wir müssen SEINEN EIGENEN Glauben - durch den
Jesus seine Wunder vollbrachte - in uns wirken lassen. Dieser Glaube ist eine
Frucht des heiligen Geistes (Galater 5, 22, Jubiläumsbibel). Wenn wir diesen
Glauben durch das Halten von Geboten üben, wird er wachsen, zusammen mit unserem
Vertrauen in - und einem sich-verlassen auf - Jesus Christus. Im Glauben zu
handeln erweckt den Glauben zum Leben!
Hier gibt es keinen Widerspruch. Lebendiger Glaube ist
aktiver Gehorsam, welcher geistliche Liebe ist. Wie können wir
wissen, ob wir den Sohn haben? „Und daran merken wir, dass wir ihn kennen, wenn
wir seine Gebote halten. Wer sagt: Ich kenne ihn, und hält seine Gebote nicht,
der ist ein Lügner, und in dem ist die Wahrheit nicht. Wer aber sein Wort hält,
in dem ist wahrlich die Liebe Gottes vollkommen. Daran erkennen wir, dass wir in
ihm sind" (1. Johannes 2, 3-5).
Eine Berufung zur Herrlichkeit!
Ja, Christus ist gestorben, um uns mit Gott zu
versöhnen. Aber das war nicht das Ende! Noch ist es das, was Christus in diesem
Leben durch uns tut. Jesus Christus wird „euch heilig und untadelig und makellos
vor sein Angesicht" stellen, „wenn ihr nur bleibt im Glauben, gegründet und
fest, und nicht weicht von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt"
(Kolosser 1, 22-23). Als christliche Überwinder sollten wir immer an der
Hoffnung des wahren Evangeliums festhalten, dem großartigen Verständnis unserer
endgültigen Bestimmung.
Wenn die letzte Posaune erschallt, werden diejenigen, die
überwunden haben und täglich gelernt haben, „nach dem vorgesteckten Ziel, dem
Siegespreis der himmlischen Berufung" zu jagen (Philipper 3, 14), sich selbst in
die Luft erheben, um Christus zu begegnen. Können Sie sich die Woge der
Heiterkeit und des Freudentaumels vorstellen, die die Heiligen erleben werden,
wenn Sie sich bewusst werden, dass sie jetzt Mitglieder der Familie Gottes sind?
Endlich werden sie alle Hürden überwunden haben, um ihre endgültige Bestimmung
zu erreichen - eine Bestimmung, für die wir alle geschaffen wurden!
Wenn wir also zum Himmel auffahren, um Christus in der Luft
zu treffen, werden wir uns dessen bewusst sein, dass wir für immer Teil der
göttlichen Daseinsebene sein werden, Mitglieder der Familie Gottes. Dieser
dramatische Höhepunkt unseres menschlichen Lebens inspirierte den Apostel
Paulus, zu schreiben: „Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins
Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.
Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes
offenbar werden" (Römer 8, 18-19).
Wann wird das Reich kommen?
Christus sagte zu seinen Jüngern in Matthäus 24, 36:
„Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel
nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater." Er bezog sich hier auf
sein zweites Kommen, um das Reich Gottes auf der Erde zu errichten. Obwohl wir
nicht wissen - auch heute nicht - an welchem Tag oder zu welcher Stunde Gottes
Reich errichtet werden wird, wissen wir doch, dass es nahe ist. Matthäus 24,
Markus 13 und Lukas 21 geben einige Zeichen der Zeit, auf die wir achten
sollten. Jesus sagte:
Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und
erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. Und er sagte ihnen ein
Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an: wenn sie jetzt ausschlagen und
ihr seht es, so wisst ihr selber, dass jetzt der Sommer nahe ist. So auch ihr:
wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe
ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles
geschieht. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht
[Lukas 21, 28-33].
Schreckliche Ereignisse in der Welt nehmen heute stark zu.
In einer Hinsicht ist selbst dies eine gute Nachricht, denn sie bedeutet, dass
Gottes Reich näher kommt. In Matthäus 24, 14 sagte Jesus: „Und es wird gepredigt
werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker,
und dann wird das Ende kommen." Sie sind ein Zeuge des Predigens des
Evangeliums, indem Sie diese Broschüre lesen! Und die Tatsache, dass Christus es
in der Mitte von Matthäus 24 „DIES Evangelium", nannte, beweist, dass das
Evangelium in der Tat die prophetischen Ereignisse vor der Ankunft seines
Reiches einschließt. Es sind gute Nachrichten, denn Gott wird die einzige Arznei
verabreichen, die bei der starrsinnigen, fleischlich gesinnten Menschheit
funktioniert: eine Zwangsübernahme des Planeten - ein göttlicher
Staatsstreich.
Viele politische Führer der Welt, führende Wissenschaftler
und andere hervorragenden Leute glauben, dass eine Weltregierung der einzige Weg
ist, die Menschheit davor zu behüten, sich selbst zu zerstören. Jedoch jedermann
weiß, dass die Menschheit dies niemals auf eine kooperative und richtige Weise
tun könnte. Nur Gott könnte dies richtig tun. Und, irren Sie sich nicht, Gott
WIRD ES TUN. Dann werden wir endlich Weltfrieden haben. Welch hervorragend gute
Nachricht dies ist!
Wenn Sie also Leute hören, die über das wunderbare
„Evangelium" predigen, vergewissern Sie sich am besten, dass sie nicht nur über
die erste Phase des christlichen Lebens sprechen - unsere Vergebung vergangener
Sünden durch das Blut Jesu - denn das wahre Evangelium geht weit darüber
hinaus. Es geht weit über das, was die meisten Leute verstehen oder
begreifen, hinaus. In ihrer eigentlichen Bedeutung nämlich ist die endgültige
gute Nachricht absolut transzendent. Sie fordert Sie heraus, ein herrliches
Leben des aktiven Dienstes im Reich Gottes während der bald kommenden Herrschaft
Christi zu führen, die sich auf dieser Erde und bis in alle Ewigkeit über das
weite Universum erstrecken wird! Dies ist die vollständige GUTE NACHRICHT. Dies
ist das wahre Evangelium Jesu Christi!
