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Der Nahe Osten in der Prophezeiung

von Richard F. Ames
Jerusalem ist die wichtigste Stadt der Welt.
Die Bibel zeigt, dass die sie umgebende Region – der Nahe Osten – eines Tages
wie ein Pulverfass explodieren und die ganze Welt in einen Krieg ziehen wird.
Wissen Sie, was die Bibel über die Zuspitzung der Ereignisse in dieser Region in
der Endzeit lehrt? Sie werden überrascht sein!
NO 1.1, Juli 2004
© 2004 Living Church of God
Alle Rechte vorbehalten.
Englische Originalausgabe: The Middle East in Prophecy
Diese Broschüre darf nicht verkauft werden! Sie wird von der Living Church of
God kostenlos der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Biblische Verweise und Zitate sind der revidierten Lutherbibel 1984 entnommen.
© 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
Der Nahe Osten ist seit vielen Jahrzehnten in ständiger
Unruhe. Viele Menschen, die die Nachrichten verfolgen, fragen sich, was als
Nächstes geschehen wird, und was am Ende zu erwarten ist. Doch nur sehr wenige
erkennen, dass biblische Prophezeiungen schon im Voraus die umwälzenden
Ereignisse erklären, die zu noch größerem Unheil in dieser Region und letztlich
zum 3. Weltkrieg führen werden!
Die Bibel gibt uns einen Umriss der Ereignisse in der Endzeit bis hin zur
Rückkehr Jesu Christi. Was im Nahen Osten geschieht, während sich seine Rückkehr
nähert, wird Ihr Leben und das Leben aller Menschen auf Erden beeinflussen.
Diese Ereignisse zu verstehen, kann Ihnen helfen, nötige Schritte zu
unternehmen, um für das Wohlergehen Ihrer Familie zu sorgen. Sie können
den prophezeiten Katastrophen entgehen (Lukas 21, 36), die über eine
kriegerische und Gott verleugnende Welt hereinbrechen werden.
Aus dem Nahen Osten scheinen ständig schlechte Nachrichten zu kommen. Und
biblische Prophezeiungen zeigen, dass diese schlechten Nachrichten bis zur
Rückkehr Jesu Christi andauern werden. Doch wenn die Welt das „Harmagedon" im
Nahen Osten überstanden hat, wird eine Zeit voller guter Nachrichten
folgen. Jerusalem wird dann seinem Namen gerecht werden: „Stadt des Friedens."
Unter der Herrschaft des Messias wird es ein Millennium voller Frieden und
Wohlstand geben. Als König aller Könige wird Jesus Christus von Jerusalem aus in
Recht und Gerechtigkeit die Welt regieren und alle Nationen der Erde werden eine
neue Lebensweise kennen lernen – den Weg des Friedens.
Aber zuerst muss der Nahe Osten durch die schwierigen Zeiten hindurch, die
uns jetzt bevorstehen.
Im Lauf der Geschichte hat sich der Mensch immer auf den Krieg verlassen,
um seine Konflikte zu klären. Der Apostel Paulus machte diese tiefsinnige
Bemerkung: „Den Weg des Friedens kennen sie nicht. Es ist keine Gottesfurcht bei
ihnen" (Römer 3, 17-18). Über eine Million Menschen wurden im Krieg zwischen
Iran und Irak von 1980 bis 1988 getötet. Tausende mehr starben im Golfkrieg und
bei der Operation Desert Storm 1990-91. In diesem Konflikt setzten die
Truppen des Irak über 600 Ölquellen in Kuwait in Brand. Der aufsteigende
schwarze Rauch erinnerte einen an Harmagedon. Diese weit reichende
Umweltverschmutzung wurde zu jener Zeit als „die schlimmste von Menschen
verursachte Umweltkatastrophe" bezeichnet (Time Almanac 2000, Seite 605).
Ein Jahrzehnt später bleibt der Irak im Hinblick auf Politik und Zeitgeschehen
noch immer eine Schlüsselfigur im Nahen Osten.
Wird es mehr Kriege im Nahen Osten geben? Leider lautet die Antwort: „Ja."
Ihre Bibel offenbart, dass es dort noch mehr regionale Kriege geben wird, die
letztlich zu dem führen werden, was gemeinhin als „Harmagedon" bezeichnet wird.
Jerusalem wird ein Brennpunkt der Konflikte sein.
Araber und Israelis befanden sich im Kriegszustand, seit der moderne Staat
Israel gegründet worden ist. Oft wurde der Frieden in dieser Region ausgerufen,
aber er wurde nie eingehalten. Über 25 Jahre, nachdem Anwar El Sadat, damaliger
Präsident Ägyptens, der Welt Hoffnung machte, indem er nach Israel flog und den
Beginn eines umwälzenden Friedensprozesses einleitete, ist dieser Prozess heute
ins Stocken geraten, wenn er nicht sogar beendet ist. Gegenwärtig gibt es nach
menschlichem Ermessen wenig Aussicht auf einen dauerhaften Frieden unter den
Nationen des Nahen Ostens.
Die Bibel offenbart, dass dieser Jahrtausende alte Konflikt in naher
Zukunft eine friedliche Lösung finden wird. Aber bevor diese Lösung
erreicht wird, wird noch viel Blut fließen und die Menschheit wird durch eine
Zeit der Kriege und des Leidens hindurchgehen, die es in diesem Ausmaß noch nie
zuvor gegeben hat.
Ein Verständnis der biblischen Prophezeiungen im Bezug auf den Nahen Osten
kann uns Hoffnung und Trost sein, wenn die bereits vorhandenen Krisen
eskalieren. Die Bibel enthält viele Informationen, die uns helfen können, den
Konflikt im Nahen Osten im Licht des Plans Gottes für die Weltereignisse in der
Endzeit zu sehen. Sie erklärt viele Details, die den Politikern in der Welt
verborgen sind. Wie wir sehen werden, offenbart sie, was die altertümliche
Rivalität zwischen Abrahams Enkeln Jakob und Esau für den heutigen Konflikt im
Nahen Osten bedeutet. Die Bibel widerlegt auch viele populäre aber falsche
Vorstellungen hinsichtlich der Rolle Russlands in der Endzeitprophezeiung. Sie
gibt einen Überblick über die „Hauptakteure" in der Endzeit – einschließlich dem
„Tier" der Prophezeiung, dem falschen Propheten und dem König des Nordens – und
über die letzte Phase des 3. Weltkriegs, auf den wir später in dieser Broschüre
zu sprechen kommen.
Biblische Prophezeiungen haben im Voraus viele wesentliche Fakten und
Details offenbart, die uns helfen können, uns auf diese gefährliche und
schwierige Zeit vorzubereiten, die vor uns liegt, während wir danach trachten,
Jesu Gebot zu gehorchen, der sagte: „Sehet zu, wachet und betet," während die
Endzeitereignisse näher rücken (Markus 13, 33 – Schlachter-Übersetzung). Und sie
offenbart die bedeutsame Rolle Jerusalems – einer Stadt mit einer
bemerkenswerten Vergangenheit und einer noch bemerkenswerteren Zukunft – im
Zentrum vieler Ereignisse und Prophezeiungen der Endzeit.
Jerusalem – heilige Stadt für drei Religionen
Jerusalem (auf Arabisch al-Quds genannt) wird von
den drei größten monotheistischen Religionen als geheiligte Stadt angesehen –
vom Christentum, dem Judaismus und dem Islam. Daher gab diese Stadt über
Jahrhunderte hinweg immer wieder Anlass zu Konflikten.
Von den Römern vor der Geburt Christi erobert, befand sich Jerusalem in den
Händen der Herrscher von Byzanz, als es 638 von einer muslimischen Armee unter
Kalif Omar erobert wurde. 1071 übernahmen die seldschukischen Türken die
Kontrolle über die Stadt und gaben wegen ihrer Blockade der Pilgerwege aus dem
Westen Anlass für den ersten Kreuzzug. Dieser Kreuzzug brachte Jerusalem unter
Kontrolle des Westens im so genannten „Lateinischen Reich Jerusalem," einem der
Kreuzfahrerstaaten, der die Stadt von 1099 bis 1187 hielt, bis sie von Saladin
für den Islam zurückerobert wurde. Spätere Kreuzzüge brachten Jerusalem jeweils
für kurze Zeit wieder unter die Kontrolle des Westens, von 1229 bis 1239 und von
1243 bis 1244, als sie von den Tataren eingenommen wurde. 1247 fiel sie an die
ägyptischen Mameluken und blieb unter deren Kontrolle bis 1517, als der
osmanische Sultan Selim I. die Stadt eroberte.
Jerusalem verblieb für fast genau vier Jahrhunderte unter osmanischer
Kontrolle. 1917, während des 1. Weltkriegs, besiegten General Allenby und die
britischen Truppen die osmanischen Türken und marschierten in die Stadt ein. Im
November dieses Jahres wurde die Balfour-Deklaration von der britischen
Regierung veröffentlicht, die die Absicht der Briten erklärte, eine „nationale
Heimstätte" für die Juden in Palästina einzurichten. Darin hieß es auch: „Nichts
soll unternommen werden, was die zivilen und religiösen Rechte existierender
nichtjüdischer Gemeinschaften in Palästina einschränken würde."
1947 teilten die Vereinten Nationen Jerusalem in ein Gebiet unter jüdischer
Kontrolle und ein Gebiet unter arabischer Kontrolle auf. Im Mai 1948 erklärte
Premierminister David Ben-Gurion Israel zu einem unabhängigen Staat. Israel
verteidigte sich erfolgreich gegen die Angriffe der arabischen Liga. Während des
Sechstagekriegs von 1967 nahm Israel ganz Jerusalem ein und brachte es
erstmalig seit der Zerstörung durch Rom 70 n.Chr. wieder vollständig unter
jüdische Regierungsgewalt.
Die Zukunft der Welt hängt wesentlich von der Zukunft dieser Stadt ab. Für
die Juden ist Jerusalem die Stadt der großen Propheten und die Hauptstadt der
Reiche Israel und Juda unter König David und seinem Sohn König Salomo. Der erste
und der zweite Tempel waren das Zentrum der religiösen Verehrung bis zur
Zerstörung der Stadt durch die Römer 70 n.Chr. Jerusalem ist aber auch die
drittheiligste Stadt des Islam, übertroffen nur von Mekka und Medina. Heute
dominiert die 691 n.Chr. fertig gestellte Omar-Moschee – auch „Felsendom"
genannt – den Tempelberg. Der arabische Begriff für diese heilige Stätte ist
„al-Haram as-Sharif," was so viel bedeutet wie „das ehrenwerte Heiligtum."
ARABISCH – ISRAELISCHE KRIEGE
14. Mai 1948
Der jüdische Nationalrat erklärt die Errichtung des Staates Israel. Krieg bricht
aus zwischen dem neuen Staat und den ihn umgebenden, arabischen Nationen. Als
der Krieg 1949 endet, kontrolliert Jordanien die Westbank und Ostjerusalem,
während Ägypten den Gazastreifen besetzt hält. Israel ist als Nation etabliert,
hat aber keinen Zugang zu den heiligen Stätten in den alten Jerusalemer
Stadtteilen! David Ben-Gurion wird Israels erster Premierminister.
Juli 1956
Als Ägypten die Suezkanal-Zone verstaatlicht, marschiert Israel in Ägypten ein
und besetzt den Gazastreifen, sowie die Sinai-Halbinsel. Israel zieht sich
später zurück, nachdem die UNO in diesen Gebieten Sicherheitskräfte stationiert.
Juni 1967
Im so genannten „Sechstagekrieg" kämpft Israel gegen die verbündeten
Streitkräfte von Ägypten, Syrien und Jordanien. Israel besetzt die Sinai -
Halbinsel, die Golanhöhen, die Westbank und Ostjerusalem. Israel hat somit
Zugang zu seinen historischen, heiligen Stätten einschließlich der Klagemauer
auf dem Tempelberg.
6. Oktober 1973
In diesem Krieg, der als „Yom Kippur Krieg" bekannt wurde, weil er am
Versöhnungstag begann, drängte Israel eine gemeinsame Invasion der Ägypter und
Syrer zurück. Israel, Ägypten und Jordanien einigen sich später auf einen durch
die Vereinten Nationen vermittelten Waffenstillstand.
6. Juni 1982
Israelische Streitkräfte marschieren im Libanon ein und umzingeln am 14. Juni
Beirut. Im Februar 1985 ziehen sich die israelischen Streitkräfte einseitig
wieder aus dem Libanon zurück, errichten aber eine „Sicherheitszone" im
Südlibanon, die sie besetzt halten, bis die Militäreinheiten im Mai 2000
abgezogen werden.
Quelle: Webster’s Concise Encyclopedia
Muslime glauben, dass Mohammed von dieser Stelle aus in
den Himmel aufgestiegen ist. Christen verehren die Stadt als den Ort, wo ihr
Erlöser im Tempel lehrte – und später gekreuzigt wurde. Christen glauben, dass
Jesus zurückkehren wird, um sein Reich mit Jerusalem als Hauptstadt der Welt zu
errichten.
Der Tempelberg ist ein Brennpunkt des Interesses für Muslime und Juden, die
sich seit über 1300 Jahren im Nahen Osten feindselig gegenüberstehen, seit einst
ein arabischer Händler namens Mohammed 1100 Kilometer südöstlich von Jerusalem
die Religion des Islam begründete. Der islamische Felsendom steht heute an der
Stelle, wo früher einmal Salomos Tempel stand. Den Juden ist nicht gestattet,
auf dem Berg selbst zu beten. Daher gehen sie an die westliche Mauer– oder
„Klagemauer" – des Tempelbergs, um zu beten. Die Juden haben ein starkes
Verlangen nach religiöser Präsenz auf dem Tempelberg selbst.
Es gab große Hoffnungen auf Frieden, als Israel und die Palästinensische
Befreiungsorganisation (PLO) am 13. September 1993 in Washington D.C. eine
„Prinzipienerklärung" unterzeichneten. Beobachter waren von dieser Entwicklung
so ermutigt, dass der Friedensnobelpreis von 1994 gemeinsam an den
Palästinenserführer Yasser Arafat, an den damaligen israelischen
Ministerpräsidenten Shimon Peres und den damaligen israelischen Außenminister
Yitzhak Rabin verliehen wurde.
Im Mai 1994 unterzeichneten Israelis und Palästinenser eine vorläufige
Übereinkunft, die zu einer verstärkten Autonomie der Palästinenser auf der
Westbank und dem Gazastreifen führten. Der Friedensprozess wurde jedoch im
November 1995 unterbrochen, als ein israelischer Extremist den israelischen
Premierminister Yitzhak Rabin ermordete. Nur eine Woche vor seinem Tod hatte
Rabin gegenüber Journalisten geäußert, dass er Verhandlungen mit Syrien
aufnehmen wollte.
Rabins Tod bremste den Friedensprozess erheblich. Israelis und
Palästinenser versuchten aber weiterhin, über einen Frieden zu verhandeln. Das
im Oktober 1998 unterzeichnete Wye River Memorandum legte Schritte für eine
Umsetzung der Übereinkunft von 1995 fest, und sah den Mai 1999 als Zieldatum für
eine endgültige Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts vor. Aber es
wurde keine Lösung gefunden. Der Gipfel von Camp David im Juli 2000, der von dem
damaligen amerikanischen Präsidenten Bill Clinton einberufen wurde, konnte keine
endgültige Friedenserklärung formulieren – was die bittere Wahrheit erkennen
ließ, dass Israel und die Palästinenser Jerusalem als deren unteilbare
Hauptstadt beanspruchten und keine Kontrolle über diese historische Stadt durch
den jeweils anderen dulden wollten.
Im September 2000, als Ariel Sharon, der spätere Premierminister, noch
Oppositionsführer war, besuchte er den Tempelberg und erregte damit die Proteste
der Palästinenser. In den darauf folgenden Wochen eskalierten die
Ausschreitungen – Hunderte von Palästinensern und Dutzende von Israelis wurden
getötet oder verwundet. Es waren die schlimmsten Gewaltausbrüche in der Region
seit vier Jahren. Amerikanische Bemühungen um eine Versöhnung zwischen Israel
und den Palästinensern blieben erfolglos. Als Sharon, der in der Vergangenheit
eine Schlüsselfigur in vielen israelischen Militäroperationen gewesen war, zum
Premierminister gewählt wurde, schworen viele Araber, ihre Opposition gegen den
Staat Israel zu verstärken. Der religiöse Konflikt, der in Jerusalem entflammt
wurde, entfachte auch wieder die Intifada (arabisch für „Aufbegehren")
und verstärkte die Gewalttätigkeiten in der ganzen Region.
Über 200.000 Israelis leben in etwa 150 Siedlungen auf der Westbank und dem
Gazastreifen. Auf der anderen Seite gibt es verstreute Siedlungen von
Palästinensern in Hebron, Jericho, Nablus und Bethlehem. Die Konflikte zwischen
Israelis und Palästinensern eskalieren; Associated Press berichtete im
Dezember 2002, dass 1954 Palästinenser und 683 Israelis in den 26 Monaten
starben, seit die Intifada begann. Seit 2001 haben Selbstmordattentäter
regelmäßig Israelis angegriffen, die ihrerseits mit militärischen
Vergeltungsschlägen in der Westbank reagiert haben.
Die Weise, wie der Westen die Gewalt im Nahen Osten und seine Beziehung zum
weltweiten Terrorismus sieht, hat sich am 11. September 2001 grundlegend
geändert, als Terroristen das World Trade Center in New York zerstörten und den
Pentagon in Washington D.C. beschädigten. Das Magazin Business Week
nannte den Angriff einen „kriegerischen Akt" (24. September 2001). Nach dem
Angriff lautete die Schlagzeile des Magazins The Economist: „Der Tag, an
dem sich die Welt veränderte" (15.-21. September 2001). Dann erklärte Präsident
George W. Bush am 20. September 2001 vor dem amerikanischen Kongress dem
internationalen Terrorismus den Krieg. Ein Bündnis unter amerikanischer Führung
zerstörte mit afghanischen Milizen Stellungen des Al-Quaida Netzwerkes. Aber das
ganze Jahr 2002 hindurch setzten Terroristen ihre internationalen Angriffe in
verschiedenen Ländern fort, darunter ein Angriff auf Bali, Indonesien im Oktober
2002, der viele Australier und Indonesier tötete. Das Magazin Economist
reagierte, indem es auf dem Titelblatt erklärte, wir leben nun in einer „Welt
des Terrors."
Die meisten Muslime halten sich nicht für Terroristen und unterstützen auch
nicht den von Al-Quaida organisierten Terror. Es gibt auf der ganzen Welt rund
1,2 Milliarden Muslime, von denen ein Viertel bis ein Drittel im Nahen Osten
lebt. Doch obwohl sich die große Mehrheit der Muslime als friedliebende Menschen
bezeichnen, wurde ihre Religion von einer kleinen Zahl von Extremisten, deren
Ziel es ist, Nationen zu destabilisieren, um ihre Ziele durchzusetzen, als
Sammelplatz benutzt.
Eine Destabilisierung scheint im Leben des 21. Jahrhunderts zur Tatsache
geworden zu sein. Die USA bemühen sich nun um eine Allianz, um gegen die
Bedrohung durch den Terror vorzugehen, der von Kräften unterstützt wird, die
George W. Bush die „Achse des Bösen" genannt hat, und die nach seiner Aussage
zwei Nationen des Mittleren Ostens mit einschließt – Irak und Iran. Von
Pakistan, Indien und Israel ist bekannt, dass sie Atomwaffen besitzen. Von
anderen Ländern wie Nordkorea wird weithin vermutet, dass sie die Fähigkeit zum
Bau von Atomwaffen haben. In der heutigen, instabilen Zeit halten viele Experten
einen Atomkrieg für eine denkbare Möglichkeit – ja sogar für eine
Wahrscheinlichkeit. Wenn ein offener Krieg im Nahen Osten ausbricht, könnten
dann Raketen künftig atomare, biologische und chemische Verwüstung über Israel
und angrenzende Nationen bringen? Wird das Heilige Land zum Brennpunkt eines
neuen Weltkriegs werden?
Was liegt vor uns?
Viele Beobachter glauben, es sei töricht oder sogar
unmöglich, die Zukunft vorherzusagen. Gott hat uns jedoch in der Bibel
Prophezeiungen gegeben, die uns helfen können, zu verstehen, was in und um
Jerusalem in der Endzeit passieren wird. Und was wird der Bibel nach schließlich
geschehen? „Siehe, es kommt ein Tag des HERRN, da man deine Beute in deiner
Mitte verteilen wird. Da werde ich alle Nationen bei Jerusalem zum
Kriege versammeln; und die Stadt wird erobert, die Häuser werden geplündert und
die Frauen geschändet werden; und die Hälfte der Stadt muss in Gefangenschaft
wandern, der Rest aber soll nicht aus der Stadt ausgerottet werden" (Sacharja
14, 1-2; Schlachter-Übersetzung).
„Alle Nationen" werden in diesem Konflikt kämpfen, während der Zeit, die
als der Tag des Herrn bekannt ist – dem Jahr direkt vor der prophezeiten
Rückkehr Christi. Aber welche großen prophetischen Ereignisse werden zu diesem
Kampf in Jerusalem führen? „Denn es wird dann eine große Bedrängnis sein, wie
sie nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht wieder werden
wird. Und wenn diese Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Mensch selig
[gerettet] werden; aber um der Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt"
(Matthäus 24, 21-22).
Das Buch der Offenbarung, auch Apokalypse genannt, zeigt uns die
dramatischen Ereignisse in der Endzeit, die zur Rückkehr Jesu Christi in
Herrlichkeit führen werden. Offenbarung 6 beschreibt die Ereignisse, die zum Tag
des Herrn führen. Die gesamte Menschheit wird dramatische und Angst einflößende
Dinge am Himmel beobachten. Offenbarung 6, 12-14 beschreibt diese „himmlischen
Zeichen" als das „sechste Siegel." Jesus sagte: „Sogleich aber nach der
Bedrängnis jener Zeit wird die Sonne sich verfinstern und der Mond seinen Schein
verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel
werden ins Wanken kommen" (Matthäus 24, 29). Diese himmlischen Zeichen gehen dem
Tag des Herrn voraus (Joel 3, 3-4), dem Jahr des Gerichts Gottes über die
Nationen. Dann, nach all diesen Ereignissen wird der Messias – Jesus Christus –
alle Nationen auf Erden regieren (Offenbarung 11, 15).
Welche Rolle wird Jerusalem in diesem kommenden Reich spielen? Wird diese
Stadt zur zukünftigen Hauptstadt der Welt werden? Vielleicht noch zu Ihren
Lebzeiten? Die Bibel gibt uns eine wunderbare und ermutigende Vorausschau: „Dies
ist’s, was Jesaja, der Sohn des Amoz, geschaut hat über Juda und Jerusalem: Es
wird zur letzten Zeit der Berg, da des HERRN Haus ist, fest stehen, höher als
alle Berge und über die Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen, und
viele Völker werden hingehen" (Jesaja 2, 1-2).
Berge sind ein biblisches Symbol für Reiche oder Regierungen. Jesaja sagte
eindeutig, dass das Reich des Herrn in Jerusalem errichtet werden wird und dass
„viele Völker zu ihm hingehen." Dies wird keine Regierung in den Händen
eigensüchtiger Menschen sein. Die Menschheit kennt den Weg zu dauerhaftem
Frieden nicht, weil sie die Herrschaft und Souveränität Gottes über die
Angelegenheiten der Menschen abgelehnt hat.
Gottes Regierung auf Erden wird von Jerusalem aus verwaltet werden, der
künftigen Welthauptstadt, wie Sacharja in einer schönen Beschreibung des
künftigen Lebens dort bestätigt. Lesen Sie im Buch Sacharja: „So spricht der
HERR: Ich kehre wieder auf den Zion zurück und will zu Jerusalem wohnen, dass
Jerusalem eine Stadt der Treue heißen soll und der Berg des HERRN Zebaoth ein
heiliger Berg. So spricht der HERR Zebaoth: Es sollen hinfort wieder sitzen auf
den Plätzen Jerusalems alte Männer und Frauen, jeder mit seinem Stock in der
Hand vor hohem Alter, und die Plätze der Stadt sollen voll sein von Knaben und
Mädchen, die dort spielen" (Sacharja 8, 3-5).
Heute hingegen sind die Straßen Jerusalems angefüllt mit erbitterter
Feindschaft, der ein langjähriges Erbe und eine lange Geschichte zu Grunde liegt
– wie auch die Geschichte eines Konflikts.
Bittere Familienrivalitäten
Um den gegenwärtigen Konflikt im Nahen Osten zu
verstehen, müssen wir die Geschichte der an diesem Konflikt Beteiligten
verstehen – Juden und Araber. Historiker erwähnen oft die „Familienbande"
zwischen diesen zwei Völkern; manche bezeichnen sie als „Cousins," weil beide
ihre Ursprünge auf den großen Patriarchen Abraham zurückführen. Judaismus,
Christentum und Islam ehren allesamt Abraham als einen ihrer Patriarchen. In
einem Artikel des Magazins Time, das ihn „Superstar der Religion" nannte,
wurde gefragt: „Abraham veränderte den Lauf der Geschichte, indem er sich zu
einem einzigen Gott bekannte, und wird dafür von Muslimen, Juden und Christen
verehrt. Kann dieser über die Grenzlinien der Religionen hinwegreichende Held
der Bibel helfen, die Welt zu heilen?" (30. September 2002; Seite 5).
Die Antwort ist: Nicht in diesem Zeitalter! Aber in der Welt von Morgen
wird Abraham als „Erbe der Welt" (Römer 4, 13) unter Jesus Christus und als
einer der Heiligen in Gottes Reich helfen, den Weg des Friedens zu lehren, wenn
alle Nationen nach Jerusalem kommen werden (siehe Jesaja 2, 2-4).
Im 19. Jahrhundert v.Chr. begann der Schöpfergott, mit Abraham (der damals
noch „Abram" hieß) zu arbeiten. Gott testete seinen Glauben mehrfach und
versprach ihm sogar in seinem hohen Alter einen Sohn – ein Versprechen, dessen
Erfüllung scheinbar auf sich warten ließ. Abrams Frau Sarai, die keine Kinder
bekommen konnte, empfahl Abram, durch ihre ägyptische Magd Hagar ein Kind zu
bekommen. Abram war 86 Jahre alt, als das Kind geboren wurde. Er gab diesem von
Hagar ausgetragenen Kind den Namen Ismael (1. Mose 16, 15-16). Die Mehrheit der
heutigen Araber führt ihre Herkunft auf Ismael und Abraham zurück.
Als Abram 99 Jahre alt war, schloss Gott einen Bund mit ihm, dass er ein
„Vater vieler Völker" werden sollte (1. Mose 17, 4). Gott änderte daraufhin
seinen Namen in Abraham um, was „Vater einer Menge" bedeutet. Gott versprach,
dass Abraham und Sarai, deren Name in Sara geändert wurde, einen Sohn namens
Isaak haben würden. Gott sprach zu Abraham: „ ... und mit ihm [Isaak] will ich
meinen ewigen Bund aufrichten und mit seinem Geschlecht nach ihm" (1. Mose 17,
19). Einer der Enkel Isaaks, Juda, sollte zum Urvater der Juden werden, die
heute in dem Land leben, das Israel genannt wird.
Nachdem Isaak geboren war, bestand Sara darauf, dass Abraham Hagar und
Ismael verstoßen sollten. Sie sagte zu ihm: „Treibe diese Magd aus mit ihrem
Sohn; denn der Sohn dieser Magd soll nicht erben mit meinem Sohn Isaak" (1. Mose
21, 10). Abraham war sehr aufgebracht über diese Bitte, aber Gott sagte zu
Abraham: „Lass es dir nicht missfallen wegen des Knaben und der Magd. Alles, was
Sara dir gesagt hat, dem gehorche; denn nur nach Isaak soll dein Geschlecht
benannt werden. Aber auch den Sohn der Magd will ich zu einem Volk machen, weil
er dein Sohn ist" (1. Mose 21, 12-13).
Der Neid und die Rivalität zwischen diesen beiden Völkern bestehen bis in
unsere Tage. Ein weiterer Aspekt, der den bis heute schwelenden Konflikt
erklären hilft, ist die Rivalität zwischen Jakob und Esau, den Zwillingssöhnen
Isaaks. Esau war der Erstgeborene und somit Erbe des Erstgeburtsrechts in der
Familie. Aber als er eines Tages Hunger hatte, verkaufte er sein
Erstgeburtsrecht für eine Schüssel Linsensuppe an Jakob. Später verkleidete
Jakob sich als Esau und täuschte seinen alten Vater, um von ihm den Segen des
Erstgeborenen zu erhalten (siehe 1. Mose Kapitel 25 und 27). Was war Esaus
Reaktion? „Und Esau war dem Jakob feind um des Segens willen, womit sein Vater
ihn gesegnet hatte; und Esau sprach in seinem Herzen: ‚Die Zeit, da man um
meinen Vater trauern wird, ist nicht mehr weit; dann will ich meinen Bruder
Jakob umbringen" (1. Mose 27, 41; Schlachter-Übersetzung).
Diese bittere Rivalität sollte sich durch die gesamte Geschichte hindurch
fortsetzen. Esau wird auch Edom genannt (siehe 1. Mose 36). Die Edomiter
verheirateten sich mit den Ismaelitern, beginnend mit Esau selbst (siehe 1. Mose
28, 9). Die Nachkommen dieser Menschen befanden sich immer wieder im Konflikt
mit Israel. Der führende Stamm Edoms, die Amalekiter, griffen Israel immer
wieder an (siehe 2. Mose 17). Gott sagte, es würde „Krieg gegen Amalek von Kind
zu Kindeskind" geben (2. Mose 17, 16).
Einer der Psalmen bestätigt ebenfalls sowohl historisch als auch
prophetisch, dass Edom, Ismael und Amalek ein Bündnis gegen Israel eingehen.
„‚Wohlan!’ sprechen sie, ‚lasst uns sie ausrotten, dass sie kein Volk mehr seien
und des Namens Israels nicht mehr gedacht werde!’ Denn sie sind miteinander eins
geworden und haben einen Bund wider dich gemacht: die in den Zelten von Edom und
Ismael wohnen, Moab und die Hagariter, Gebal, Ammon und Amalek, die Philister
mit denen von Tyrus; auch Assur hat sich zu ihnen geschlagen, sie helfen den
Söhnen Lot" (Psalm 83, 5-9).
Welche Nationen haben sich immer wieder der Zerstörung des Namens Israel
verschrieben?
Im Juli 1968 unterzeichneten palästinensische Führer die „Palästinensische
Nationalcharta," die zur Zerstörung des Staates Israel aufrief. 1993, kurz vor
Unterzeichnung der „Prinzipienerklärung" mit Israel, unterzeichnete
Palästinenserführer Yasser Arafat eine Übereinkunft, in der er diese Forderung
widerrief und sich damit einverstanden erklärte, diese Charta zu ändern, aber
sie bleibt bis heute ein heiß umstrittener Punkt. Wie Psalm 83 andeutet, wird
Assyrien (in der heutigen Zeit als Deutschland identifiziert) Unterstützung von
einem „Bund" arabischer Nationen erhalten. Sehen Sie auf einer Landkarte in
Ihrer Bibel nach, wo sich die Länder Moab, Ammon und Edom im Altertum befanden,
welche in Psalm 83 erwähnt sind – Nationen, die auch in Daniels Prophezeiungen
für die Endzeit erwähnt sind. Es sind die muslimischen Völker des Nahen Ostens!
Wenn man diese erbitterte Familienrivalität erkennt, die mit Jakob und Esau
begann, kann man die Ursachen der gegenwärtigen Kriege und Konflikte ihrer
Nachkommen insbesondere im Nahen Osten besser verstehen.
Daniels berühmte Prophezeiung
Die Bibel gibt uns klare Hinweise, dass eine Macht von
historischer Größe im Nahen Osten eingreifen wird. Aus der Geschichte wissen
wir, dass in Jesu Tagen das Römische Reich die so genannte Pax Romana –
den „römischen Frieden" – im heiligen Land durchsetzte.
Der Prophet Daniel offenbart, dass es auch in der Endzeit eine Art
Römisches Reich geben wird, das eine entscheidende Rolle im endzeitlichen
Konflikt im Nahen Osten spielen wird. Daniel Kapitel 2 berichtet, dass König
Nebukadnezar alle Weisen Babylons töten lassen wollte, sofern sie ihm nicht
seinen Traum erzählen und deuten könnten. Der Schöpfergott gebrauchte den
Propheten Daniel, um den Aufstieg und Fall großer Reiche zu offenbaren, und das
bis in unsere Tage. Hier ist, was Daniel zu dem König sagte: „Aber es ist ein
Gott im Himmel, der kann Geheimnisse offenbaren. Der hat dem König Nebukadnezar
kundgetan, was in künftigen Zeiten geschehen soll" (Daniel 2, 28). Daniel
erklärte Nebukadnezar, dass Gott ihn zu einem König aller Könige gemacht hatte
und beschrieb dann das Standbild, von dem der König geträumt hatte. Die Statue
hatte ein Haupt aus Gold. Daniel sagte zu König Nebukadnezar: „Du bist das
goldene Haupt" (Vers 38). Die übrigen Teile des großen Standbildes
symbolisierten die großen Reiche, die nach dem Babylonischen Reich folgen
sollten.
Was waren diese Reiche?
Alle anerkannten Bibelgelehrten stimmen in der Deutung ihrer Identität und
prophetischen Erfüllung überein. Daniel fuhr mit der Beschreibung dessen fort,
was eines Tages mit diesem großen Standbild passieren würde. Das Haupt aus Gold
repräsentierte das Babylonische Reich von 625 bis 539 v.Chr. Danach folgte das
Medo-Persische Reich von 558 bis 330 v.Chr., dargestellt durch die Brust und
Arme aus Silber. Bauch und Lenden aus Kupfer stehen für das
Griechisch-Mazedonische Reich Alexanders des Großen von 333 bis 31 v.Chr. Die
zwei Schenkel aus Eisen repräsentieren das Römische Reich von 31 v.Chr. bis 476
n.Chr. Die zehn Zehen an den zwei Füßen aus Eisen mit Ton vermengt stehen für
eine künftige Wiederbelebung des Römischen Reichs.
Woher wissen wir, dass die Füße dieses Standbildes bis in unsere Zeit
andauern? Daniel beschreibt einen großen Stein, der das Standbild an den Füßen
zermalmt. Und er beschreibt auch die Bedeutung des Steins: „Aber in den Tagen
jener Könige wird der Gott des Himmels ein Reich aufrichten, das ewiglich nie
untergehen wird; und sein Reich wird auf kein anderes Volk übergehen; es wird
alle jene Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende machen; es selbst aber wird
ewiglich bestehen" (Daniel 2, 44; Schlachter-Übersetzung). Das Reich Gottes, das
„alle jene Königreiche zermalmen" wird, liegt noch in der Zukunft!
Die endzeitliche Macht, die eines Tages den Nahen Osten
beherrschen wird, wird ein wiederbelebter Staatsgedanke des Römischen Reichs
sein und wird in den Prophezeiungen von Daniel und dem Buch der Offenbarung auch
als ein Tier symbolisiert. Diese große Macht wird sich auf
politische, militärische und wirtschaftliche Dimensionen erstrecken. Die
gegenwärtige Europäische Union entwickelt sich in der Richtung, alle drei
Dimensionen dieser Macht auszufüllen. Sie hätte das Potenzial, eine Macht des
Guten zu sein. Aber die Geschichte lehrt uns, dass große Reiche und politische
Allianzen sich auch in Diktaturen verwandeln können, um eine globale Expansion
und Vorherrschaft durchzusetzen, ohne Rücksicht auf das Wohlergehen der
eingenommenen Länder zu nehmen. Der Schöpfergott wird in der Zukunft ein solches
Reich gebrauchen, wie er es bereits in der Vergangenheit getan hat. Gott
gebrauchte Assyrien, um das rebellische Königreich Israel zu züchtigen. In den
ersten Versen von Jesaja Kapitel 10 hält Gott Israel seine Sünden vor und sagt
dann: „Wehe Assur, der meines Zornes Rute und meines Grimmes Stecken ist! Ich
sende ihn wider ein gottloses Volk und gebe ihm Befehl wider das Volk, dem ich
zürne, dass er’s beraube und ausplündere und es zertrete wie Dreck auf der
Gasse. Aber er meint’s nicht so, und sein Herz denkt nicht so, sondern sein Sinn
steht danach, zu vertilgen und auszurotten nicht wenige Völker" (Jesaja 10,
5-7).
Gott wird die endzeitlichen Nachkommen der Assyrer – Deutschland – wieder
gebrauchen, um die modernen Nachkommen des altertümlichen Hauses Israel, die
Amerikaner und die von den Briten abstammenden Völker, zu züchtigen. Deutschland
ist heute die führende Nation der Europäischen Union. Achten Sie auf die
Entwicklungen in Europa. Um mehr über Deutschlands Rolle in den
Endzeitprophezeiungen zu lernen, bestellen Sie unseren kostenlosen Sonderdruck
Konfrontation zweier Adler.
In Daniel 11 finden wir zwei Gegenspieler: Den König des Nordens und den
König des Südens. Im Altertum wurde Syrien als König des Nordens angesehen. Aber
das Römische Reich eroberte Syrien und machte es 64 v.Chr. zu einer Provinz
Roms. Biblische Prophezeiungen zeigen, dass der König des Nordens in der Endzeit
mit dem wiederbelebten Römischen Reich identifiziert wird. Und dann: „Zur Zeit
des Endes wird sich der König des Südens mit ihm messen, und der König des
Nordens wird mit Wagen, Reitern und vielen Schiffen gegen ihn anstürmen und wird
in die Länder einfallen und sie überschwemmen und überfluten. Und er wird in das
herrliche Land [oder Heilige Land] einfallen und viele werden umkommen. Es
werden aber seiner Hand entrinnen Edom, Moab und der Hauptteil der Ammoniter.
Und er wird seine Hand ausstrecken nach den Ländern, und Ägypten wird ihm nicht
entrinnen" (Daniel 11, 40-42).
Beachten Sie, dass der König des Nordens in das „herrliche Land"
einmarschiert – dort, wo sich der heutige Staat Israel befindet. Die Tatsache,
dass Ammon (welches Bibelgelehrte als das heutige Jordanien identifizieren)
gemeinsam mit Edom und Moab seiner Hand entkommt, führt viele zu der Annahme,
dass Jordanien sich in einem Bündnis mit der europäischen Macht befinden wird.
Psalm 83 identifiziert auch die Völker, die mit Assyrien gegen Israel verbündet
sein werden. Diese Allianz umfasst Moab, Ammon und Edom.
Daniel 11, 43 gibt uns einen Hinweis darauf, welche Nationen sich mit dem
König des Südens verbünden. Es sind die Völker Nordafrikas. Vers 40 besagt, dass
der König des Südens den König des Nordens angreifen wird. Wodurch wird dieser
Angriff provoziert werden? Wird es der Eifer islamistischer Fundamentalisten
sein? Wird es eine plötzliche Unterbrechung des Ölhandels mit Europa sein?
Beobachten Sie die Ereignisse in Europa und dem Nahen Osten.
Wer wird in den Nahen Osten einmarschieren? Halten Sie Ausschau nach einem
wiederbelebten Römischen Reich – einer politischen Einheit, wie sie sich jetzt
mit der Europäischen Union als Kernstück zu formen beginnt. Es wird einen
erzwungenen Frieden für den Staat Israel im Nahen Osten geben. Doch wie wir
später sehen werden, wird die „Macht des Tieres," die den Nahen Osten besetzt
halten wird, von dem zurückkehrenden Heeresführer des Himmels, Jesus Christus,
besiegt werden. Der König aller Könige und Herr aller Herren, der in Offenbarung
19 beschrieben ist, wird dafür sorgen, dass das Tier und der falsche Prophet in
den Feuersee geworfen werden. Jerusalem wird von dem neuen König der Erde, Jesus
Christus, besetzt werden. Der Name der Stadt wird dann sein „Hier ist der HERR"
(Hesekiel 48, 35). Dann wird es endlich Frieden im Nahen Osten und in der Stadt
des Friedens, Jerusalem, geben.
Wird Russland den Nahen Osten kontrollieren?
Im Hinblick auf biblische Prophezeiung glauben manche
Gelehrte zu Unrecht, dass Russland den Nahen Osten vor Christi zweitem Kommen
unter seine Kontrolle bringen wird. Woher kommt diese fehlerhafte Idee? Sie
stammt hauptsächlich von einem Missverständnis von Hesekiel 38, wo es anfangs
heißt: „Und des HERRN Wort geschah zu mir: Du Menschenkind, richte dein
Angesicht auf Gog, der im Lande Magog ist und der Fürst von Rosch, Meschech und
Tubal, und weissage gegen ihn" (Verse 1-2). Die meisten Bibelgelehrten
identifizieren diese Völker als diejenigen aus dem Norden Russlands. Wilhelm
Gesenius, ein hebräischer Gelehrter des 19. Jahrhunderts, und andere merken an,
dass der Name der Stadt Moskau von dem hebräischen Namen Meschech abgeleitet
ist. Hesekiel fährt fort: „So spricht Gott, der HERR: Siehe, ich will an dich,
Gog, der du Fürst bist von Rosch, Meschech und Tubal! Siehe, ich will dich
herumlenken und dir einen Haken ins Maul legen und will dich ausziehen lassen
mit deinem ganzen Heer, mit Ross und Mann, die alle voll gerüstet sind; und sie
sind ein großer Heerhaufe, die alle kleine und große Schilde und Schwerter
tragen. Du führst mit dir Perser, Kuschiter und Libyer, die alle Schild und Helm
tragen, dazu Gomer und sein ganzes Heer, die vom Hause Togarma, die im Norden
wohnen, mit ihrem ganzen Heer; ja, du führst viele Völker mit dir" (Hesekiel 38,
3-6).
Beachten Sie, dass sich das Haus Togarma im Norden befindet, also nördlich
des Heiligen Landes. Wenn Sie eine Landkarte betrachten, finden Sie dort im
Norden Russland. Wer wird sich mit Russland verbünden? Persien wird erwähnt. Die
meisten Gelehrten bestätigen, dass Persien der heutige Iran ist. Das hebräische
Wort, das mit Kuschiter übersetzt ist, ist Cush, dessen östlicher Teil
als Indien identifiziert wird (vgl. Hindu-Kusch, Kasch-Mir). Das hebräische
Wort, das mit Libyen übersetzt ist, ist Put (Put war der dritte Sohn Hams
und Enkel des Noah – vgl. 1. Mose 10, 6). Dessen östlicher Teil wird, wie bei
Cush ebenfalls Indien zugeordnet (vgl. Rajput [urspr. für König von
Put]). Magog wird als die Mongolen identifiziert und Gomer als Indochina.
Togarma ist wahrscheinlich Sibirien.
Wir können den Identitäten dieser Völker, die in Hesekiel 38 erwähnt sind,
im Allgemeinen zustimmen. Und die Prophezeiungen der Bibel zeigen, dass diese
Armeen mit Sicherheit eines Tages in den Nahen Osten einmarschieren
werden. Die Frage ist aber: Wann? Nach Jesu zweitem Kommen wird dieser
der Welt Frieden bringen und die Nationen umerziehen (vgl. Jesaja 2, Micha 4).
Aber das wird eine Weile dauern. Nicht alle Nationen werden automatisch
die Herrschaft Jesu Christi anerkennen, wenn er zurückkehrt. Selbst Ägypten
scheint sich zunächst dem Gebot Gottes zu widersetzen, das Laubhüttenfest in
Jerusalem zu feiern (vgl. Sacharja 14, 18-19). Die russisch-asiatische Allianz,
die Hesekiel 38 erwähnt, wird angreifen, nachdem das Millennium begonnen
hat – nach dem zweiten Kommen Christi und nachdem der Frieden im Heiligen
Land hergestellt wurde. Beachten Sie, was Gott über die angreifenden Armeen
sagt: „Du wirst auf Böses sinnen und denken: ‚Ich will das Land überfallen, das
offen daliegt, und über die kommen, die still und sicher leben,
die alle ohne Mauern dasitzen und haben weder Riegel noch Tore,’ damit du rauben
und plündern kannst und deine Hand an die zerstörten Orte legst, die wieder
bewohnt sind, und an das Volk, das aus den Heiden gesammelt ist und sich Vieh
und Güter erworben hat und in der Mitte der Erde wohnt" (Hesekiel 38, 11-12).
Lebt Israel heute „sicher" in Orten ohne Mauern, also ohne militärische
Schutzvorrichtungen? Natürlich nicht! Hesekiel spricht von einer zukünftigen
Zeit, wenn Christus den Frieden im Heiligen Land hergestellt hat. Beachten Sie:
„Darum so weissage, du Menschenkind, und spricht zu Gog: So spricht der HERR:
Ist’s nicht so? Wenn mein Volk Israel sicher wohnen wird, dann wirst du
aufbrechen"( Hesekiel 38, 14).
Gott wird diese östliche Allianz und ihre Armeen vernichten, wenn sie das
wieder hergestellte Israel angreifen (vgl. Hesekiel 39). Es wird so viele Tote
geben, dass es Monate dauern wird, sie alle zu begraben. „Und das Haus Israel
wird sie sieben Monate lang begraben, damit das Land gereinigt werde" (Hesekiel
39, 12). Der allmächtige Gott besitzt alle Macht des Universums, um seinen
Willen zu erfüllen. Es ist eine Torheit der Nationen, gegen ihn und seinen Plan
zu kämpfen. Doch die Nationen werden lernen, wer das Sagen hat. Wie Gott
erklärt: „So will ich mich herrlich und heilig erweisen und mich zu erkennen
geben vor vielen Heiden, dass sie erfahren, dass ich der HERR bin" (Hesekiel 38,
23).
Wer wird Jerusalem kontrollieren?
Seit 1967 hat Israel mit verschiedenen arabischen
Staaten Kriege geführt und Friedensverträge ausgehandelt. Aber Israel war nie in
der Lage, eine dauerhafte Friedensvereinbarung mit den Palästinensern
auszuhandeln. Im Juli 2000 hat der damalige israelische Premierminister Ehud
Barak etwas getan, was noch kein Unterhändler vor ihm getan hatte – er schlug
vor, dass Israel den Palästinensern die autonome Selbstverwaltung Ostjerusalems
gewähren würde. Aber Barak wollte, dass Israel in Sicherheitsfragen die
Kontrolle über Ostjerusalem behielt. Die Palästinenser lehnten seinen Vorschlag
ab. Darauf brachen die Verhandlungen zusammen und es begann der noch heute
andauernde Konflikt. Wodurch wurde diese Sackgasse in den Verhandlungen
verursacht? Die einzige unlösbare Frage war: „Wer wird Jerusalem kontrollieren?
1980 erklärte Israel die Stadt Jerusalem zu seiner „vereinigten und ewigen
Hauptstadt." Die Palästinenser möchten Jerusalem ebenfalls als Hauptstadt
beanspruchen. Vor seinem Tod 2002 erklärte Faisal Husseini, ein Repräsentant der
palästinensischen Behörden in Jerusalem, die Position der Palästinenser, dass
Israel „sich aus dem gesamten Osten Jerusalems hinter die Grenzen von 1967
zurückziehen muss. [...] Alle Siedlungen und israelischen Viertel in
Ostjerusalem müssen abgerissen werden ... Israel muss gegenüber den
Palästinensern für den Schaden aufkommen, den es verursacht hat, einschließlich
der Veränderungen im Charakter der Stadt und dem Leben ihrer Bürger" (The
Jerusalem Post, 19. November 1999).
Israel blieb bei seiner Position, dass Jerusalem die ungeteilte Hauptstadt
Israels bleiben müsse. Wie der israelische Sprecher Gadi Baltiansky 1999
erklärte: „Es wird keine Verhandlungen über Jerusalem geben, und wenn die
Palästinenser etwas anderes glauben – Pech gehabt. Dies ist eine rote Linie, die
Premierminister Barak niemals übertreten wird" (ebenda). Selbst Baraks Vorschlag
einer „geteilten Souveränität" schloss kein Zugeständnis ein, dass Jerusalem
nicht weiterhin eine vereinigte Stadt unter israelischer Sicherheitskontrolle
sein solle. In den Jahren seit diesen Ereignissen haben Baraks Nachfolger trotz
der Intifada nicht die Absicht erkennen lassen, dessen Vorschläge zu
überdenken, die von den Israelis noch als großzügig angesehen werden, aber bei
den Palästinensern als unakzeptabel gelten.
Die USA haben sich in dieser Auseinandersetzung auf die Seite Israels
gestellt und wurden dadurch selbst zum Ziel internationaler Verärgerung. Am 30.
September 2002 unterzeichnete Präsident Bush ein Gesetz des Kongresses, das von
seiner Regierung verlangte, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen. Was
war die Reaktion? Eine führende Zeitung in Kairo berichtete: „Die neue
Gesetzgebung der USA, die verlangt, dass in allen offiziellen amerikanischen
Dokumenten die besetzte Stadt Jerusalem als Hauptstadt Israels angesehen wird,
hat wütende Reaktionen in der gesamten islamischen Welt ausgelöst. Tausende von
Demonstranten marschierten durch Gaza und drohten damit, die Selbstmordattentate
in Israel zu verstärken, während zivile und religiöse Führer arabische und
islamische Parlamente dazu aufriefen, eine schärfere Haltung gegenüber dieser
neuesten Beleidigung einzunehmen und unter anderem zu einem Boykott
amerikanischer Güter aufzurufen" (Al-Ahram, 16. Oktober 2002).
Der Graben zwischen den Ansichten über die Souveränität Jerusalems ist weit
und tief! Was denkt die internationale Staatengemeinschaft über diesen Konflikt?
Was ist die Lösung? 1980, als Israel Jerusalem zu seiner „vereinigten und ewigen
Hauptstadt" erklärte, hat der Vatikan sich strikt gegen diese Erklärung
ausgesprochen. Papst Johannes Paul II. schrieb 1984 in seinem apostolischen
Brief Redemptoris Anno, dass er danach streben wolle, dass Jerusalem
einen „besonderen international garantierten Status" erhalte. Bereits 1975 hatte
der damalige amerikanische Außenminister Henry Kissinger einen ähnlichen
Vorschlag gemacht, dass Jerusalem zu einer internationalen Stadt werden sollte,
deren heilige Plätze und die religiöse Verwaltung unter der Kontrolle des
Papstes stehen sollten.
Papst Johannes Paul II. sprach am 28. Mai 1998 mit dem neuen jordanischen
Botschafter im Vatikan. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete über
seine Kommentare: „Die lange Geschichte der Stadt Jerusalem, die von Trübsal
erfüllt ist, wird im Jahre 2000 eine neue Schwelle überschreiten, mit dem
Anbruch des dritten Jahrtausends des Christentums ... Es ist meine innige
Hoffnung, dass dies zu einer formellen Anerkennung der einzigartigen und
heiligen Identität der Heiligen Stadt unter internationaler Garantie führen
wird."
Werden Nicht-Israelis Jerusalem kontrollieren? Der Apostel Johannes sagte,
dass sie das werden! „Und es wurde mir ein Rohr gegeben, einem Messstab gleich,
und mir wurde gesagt: Steh auf und miss den Tempel Gottes und den Altar und die
dort anbeten. Aber den äußeren Vorhof des Tempels lass weg und miss ihn nicht,
denn er ist den Heiden gegeben, und die heilige Stadt werden sie zertreten
zweiundvierzig Monate lang" (Offenbarung 11, 1-2).
Heiden werden die „heilige Stadt" – Jerusalem – für 42 Monate
kontrollieren. Das Buch der Offenbarung beschreibt eine Periode von dreieinhalb
Jahren vor der Rückkehr Christi. Zwei Propheten Gottes werden während dieser
gleichen Zeitperiode von dreieinhalb Jahren oder 1260 Tagen mit großer Macht
weissagen und bezeugen (Offenbarung 11, 3-15). Diese zwei Zeugen werden gegen
die Mächte eines wiederbelebten Römischen Reichs antreten, das zu jener Zeit den
Nahen Osten beherrschen wird.
Tempelopfer wieder eingeführt?
Viele Religionslehrer verstehen einen Teil der
biblischen Prophezeiungen. Sie erwarten, dass jüdische orthodoxe Autoritäten in
Israel eines Tages wieder Tempelopfer einführen werden. Gruppen wie das Third
Temple Institute in Jerusalem bereiten sich heute schon darauf vor, indem
sie Priester ausbilden und Gegenstände zusammentragen, die für eine
Wiedereinführung der Opferhandlungen vorgeschrieben sind. Wird die jüdische
Priesterschaft wieder Tiere opfern? Einige jüdische Gruppen unternehmen große
Anstrengungen, um ein solches Ziel zu erreichen.
Manche religiöse Gruppen und Einzelpersonen sind in ihrem Wunsch,
Prophezeiungen erfüllt zu sehen, zu weit gegangen. Israelische Autoritäten
versetzten die Sicherheitskräfte von Dezember 1999 bis Januar 2000 in besondere
Alarmbereitschaft, weil einige religiöse Gruppierungen, die als „apokalyptisch"
bezeichnet wurden, scheinbar geplant hatten, durch ihre Mitwirkung der
„Prophezeiung auf die Sprünge zu helfen," und gedroht hatten, den Felsendom zu
sprengen, um damit den Bau des dritten Tempels zu ermöglichen.
Aber wahre Christen erkennen, dass Gott die Fäden in der Hand hält.
Er braucht nicht unsere Hilfe, um diese Prophezeiungen in Erfüllung gehen zu
lassen! Außerdem verüben wahre Christen keine Gewalttaten oder jagen Gebäude in
die Luft. Auch ein paar jüdische Extremisten haben mit Gewalttaten im Bereich
des Tempelbergs gedroht, um ihren Willen durchzusetzen. Jegliche Gewalt dieser
Art auf dem Tempelberg könnte zu einem Aufruhr unter den Arabern führen, oder
sogar einen Jihad (heiligen Krieg) auslösen, der internationale
Auswirkungen nach sich ziehen würde.
Der Felsendom, eine den Muslimen heilige Moschee, steht auf dem Tempelberg,
wo es jetzt keinen jüdischen Tempel gibt. Doch viele Juden und manche Christen
erwarten eine göttliche Fügung, die es eines Tages möglich macht, dass ein
dritter Tempel auf dem Tempelberg erbaut wird.
Was wird geschehen? Prophezeiungen deuten an, dass Opferhandlungen wieder
aufgenommen werden. Die römischen Armeen haben Jerusalem und den zweiten Tempel
70 n.Chr. zerstört. Seither haben die Juden keine Tempelopfer dargebracht. Aber
man muss fragen: Ist ein Tempel für die Wiederaufnahme der Opferhandlungen
notwendig?
Das Babylonische Reich des 6. Jahrhunderts v.Chr. eroberte das Reich Juda.
Die Babylonier deportierten Tausende gefangener Juden nach Babylon. Die Armeen
König Nebukadnezars zerstörten 586 v.Chr. auch den ersten Tempel in Jerusalem.
Dann, unter der persischen Herrschaft, erlaubte König Cyrus einer Gruppe von
Juden im Exil, nach Jerusalem zurückzukehren. Als die zurückgekehrten Juden
schließlich den Grundstein für den zweiten Tempel legten, gab es Freude und
Traurigkeit zugleich. Freude, weil sie nun ein Zentrum der Gottesverehrung
hatten, und Traurigkeit, weil dieser zweite Tempel sehr schlicht war im
Vergleich zum ersten, herrlichen Tempel König Salomos. Aber beachten Sie die
Einstellung der Juden: Sie begannen mit den Opferhandlungen, noch bevor das
Fundament für den Tempel gelegt war. „Am ersten Tage des siebenten Monats fingen
sie an, dem HERRN Brandopfer zu bringen. Aber der Grund des Tempels
des HERRN war noch nicht gelegt" (Esra 3, 6). Die Juden hatten das
Laubhüttenfest in ihrem unvollendeten Tempel mit täglichen Opfergaben
abgehalten.

Beachten Sie noch einen weiteren wichtigen Punkt: Wohin
kehrten die Juden aus dem Exil zurück? Esra nennt den heiligen Ort bereits das
„Haus Gottes," als der Tempel noch gar nicht errichtet war: „Im zweiten Jahr
nach ihrer Ankunft beim Hause Gottes in Jerusalem ..." (Vers 8). Dies geschah
536 v.Chr. Aber da gab es noch kein Gebäude. Das dritte Kapitel im Buch Esra
beschreibt den Beginn der Bauarbeiten am Fundament des Tempels. Opfer müssen an
einem heiligen Ort dargebracht werden. Aber in diesem Fall wurden die Opfer
jeden Tag dargebracht, ohne dass es ein Gebäude gab, das Tempel
genannt wurde.
Der heiligste Ort unter Kontrolle der religiösen Autoritäten der Juden ist
heute die westliche Mauer oder Klagemauer. Sie ist die westliche
Umgrenzungsmauer des Tempelbergs. Juden ist es nicht gestattet, öffentlich auf
dem Tempelberg Gottesdienste abzuhalten; nur Muslime haben derzeit dieses
Privileg. Es bleibt also abzuwarten, wo die Juden mit ihren Opfern anfangen
werden. Es wird wahrscheinlich einer nationalen Krise bedürfen, um dieses
Ereignis in Gang zu setzen.
Jesus sprach von einer Zeit, in der feindliche Armeen in das Heilige Land
einmarschieren und die Stadt Jerusalem belagern werden. „Wenn ihr aber sehen
werdet, dass Jerusalem von einem Heer belagert wird, dann erkennt, dass seine
Verwüstung nahe herbeigekommen ist" (Lukas 21, 20). Bedenken Sie, dass dies im
Zusammenhang mit Jesu Ölbergprophezeiung geschieht, die auch in Matthäus 24 und
Markus 13 beschrieben ist. Eine mächtige Allianz von Nationen wird in den Nahen
Osten einfallen und die Region beherrschen, wie es von dem Propheten Daniel
vorhergesagt wurde (vgl. Daniel 11, 41).
Es wird eine internationale Garantie geben, die Jerusalem beschützt,
unterstützt und durchgesetzt durch eine Supermacht. Aber diese Garantie wird
zugleich auch das Pseudo-Christentum des wiederbelebten Römischen Reichs
durchsetzen. Es wird erneut eine Pax Romana (einen „römischen Frieden")
geben, aufgezwungen durch etwas, das die Bibel das endzeitliche „Tier" nennt
(siehe Offenbarung 13).
Die Einnahme Jerusalems durch die Supermacht des „Tiers" signalisiert die
Zeit der großen „Bedrängnis" und „die Tage der Vergeltung, dass erfüllt werde
alles, was geschrieben ist" (Lukas 21, 22).
Obwohl der Name Jerusalem „Stadt des Friedens" bedeutet, erlebte
Jerusalem im Lauf der Jahrtausende viele blutige Kämpfe und Kriege. Aber schon
bald wird diese Stadt wirklich die Stadt des Friedens für alle Völker werden.
Das ist die gute Nachricht, auf die Sie sich freuen können!
Wir müssen uns dieser wesentlichen Ereignisse, die die Bibel vorhersagt,
bewusst sein. Die prophezeite „große Bedrängnis" ist hauptsächlich eine Zeit der
Probleme für die USA und die von den Briten abstammenden Völker, die alle
Nachkommen des altertümlichen Patriarchen Josef sind. Am Ende seines Lebens
segnete Jakob zwei seiner Enkel – Ephraim und Manasse, die Söhne Josefs – und
sagte: „Der Engel, der mich erlöst hat von allem Übel, der segne die Knaben,
dass durch sie mein und meiner Väter Abraham und Isaak Name fortlebe, dass sie
wachsen und viel werden auf Erden" (1. Mose 48, 16).
Die Endzeitprophezeiungen, die sich auf Jakob oder Israel beziehen, gelten
im Allgemeinen den Nachkommen Ephraims und Manasses, denen Jakobs Name
weitergegeben wurde. Die Bibel gibt uns eine Warnung im Bezug auf eine große
„Bedrängnis." Für wen wird es eine Bedrängnis sein? „Wehe, es ist ein gewaltiger
Tag, und seinesgleichen ist nicht gewesen, und es ist eine Zeit der Angst für
Jakob; doch soll ihm daraus geholfen werden" (Jeremia 30, 7). Um mehr über die
„Zeit der Angst für Jakob" und ihre Bedeutung für die von den Amerikanern und
Briten abstammenden Nationen zu erfahren, fragen Sie nach unserer kostenlosen
Broschüre Was bringt die Zukunft für Amerika und Großbritannien?
Achten Sie auf ein Gräuelbild der Verwüstung
Die prophezeite „große Bedrängnis" wird einzigartig in
der Menschheitsgeschichte sein – eine Zeit „wie ihresgleichen nicht gewesen
ist." Was sagt die Bibel, das wir tun sollen? Jesus sagte: „So seid allezeit
wach und betet, dass ihr stark werdet, zu entfliehen diesem allem,
was geschehen soll und zu stehen vor dem Menschensohn" (Lukas 21, 36).
Worauf sollten Sie im Nahen Osten achten? Als Jesus auf dem Ölberg war, gab
er einen Umriss der Endzeitprophezeiungen, der uns in parallelen Berichten in
Matthäus 24, Lukas 21 und Markus 13 überliefert ist. Jesu Jünger hatten ihn
gefragt, was die Zeichen seiner Wiederkehr und des Endes dieses Zeitalters sein
würden. Er sprach von religiöser Verführung, von Kriegen, Hungersnöten, Seuchen
und Erdbeben. Diese Ereignisse offenbaren in ihrer Reihenfolge die Bedeutung der
vier Reiter der Apokalypse aus Offenbarung 6, die am Ende dieses Zeitalters
ihren todbringenden Ritt intensivieren werden. Jesus erklärte: „Das alles aber
ist der Anfang der Wehen" (Matthäus 24, 8).
Religiöse Verfolgung und Martyrium werden folgen. „Dann werden sie euch der
Bedrängnis preisgeben und euch töten. Und ihr werdet gehasst werden um meines
Namens willen von allen Völkern. Dann werden viele abfallen und werden sich
untereinander verraten und werden sich untereinander hassen. Und es werden sich
viele Propheten erheben und werden viele verführen" (Matthäus 24, 9-11).
Aber die Wahrheit wird noch immer gepredigt werden! „Und es wird gepredigt
werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker,
und dann wird das Ende kommen" (Matthäus 24, 14). Wenn Jesus Christus weitere
Türen öffnet, damit das Evangelium sich flächendeckender und kraftvoller
verbreiten kann, dann werden sie wissen, dass sich das Ende nähert. Seien Sie
wachsam im Hinblick auf die Zustände in der Welt und die sich vor Ihren Augen
intensivierenden prophetischen Ereignisse!
Jesus gab uns ein Erkennungszeichen, auf das wir achten sollten, und das
den Beginn der großen Bedrängnis und der Probleme im Heiligen Land ankündigt. Er
warnte: „Wenn ihr nun sehen werdet das Gräuelbild der Verwüstung stehen an der
heiligen Stätte, wovon gesagt ist durch den Propheten Daniel – wer das liest,
der merke auf! – alsdann fliehe auf die Berge, wer in Judäa ist" (Matthäus 24,
15-16).
Was ist dieses Gräuelbild der Verwüstung?
Jahrhunderte vor Christus gab ein Engel dem Propheten Daniel eine Vision
bezüglich der Ereignisse in der Endzeit. Als Daniel die Bedeutung der Botschaft
erfragte, sagte der Engel zu ihm: „Geh hin, Daniel; denn es ist verborgen und
versiegelt bis auf die letzte Zeit" (Daniel 12, 9). Über 2500 Jahre später
können wir nun diese Prophezeiungen verstehen. Beachten Sie ein weiteres
wichtiges Detail: „Und von der Zeit an, da das tägliche Opfer abgeschafft und
das Gräuelbild der Verwüstung aufgestellt wird, sind tausendzweihundertneunzig
Tage" (Daniel 12, 11). In der Endzeit, kurz vor der Rückkehr Christi, so
offenbart Gott, werden die täglichen Opfer gestoppt oder „abgeschafft." Dies
setzt natürlich voraus, dass die Opfer zunächst begonnen haben müssen, bevor sie
gestoppt werden können. Aber was genau ist das „Gräuelbild der Verwüstung"?
Der griechische Herrscher Antiochus Epiphanes erließ 167 v.Chr. ein Dekret,
das weitere Opfer der Juden im Tempel von Jerusalem untersagte. „Und seine Heere
werden kommen und Heiligtum und Burg entweihen und das tägliche Opfer abschaffen
und das Gräuelbild der Verwüstung aufstellen" (Daniel 11, 31).
Zusätzlich zu dem Verbot täglicher Opfer im Tempel ließ Antiochus eine
Statue des Jupiter Olympus im Inneren des Heiligtums aufstellen, Schweine auf
dem Altar opfern und den Altar mit dem Blut der Schweine entweihen. Diese
Gräueltat, die auch in Daniel 8 beschrieben ist, war ebenso ein prophetischer
Vorläufer eines endzeitlichen Ereignisses – des Abbruchs der endzeitlichen
Opferhandlungen 1290 Tage vor der Rückkehr Christi. Jesus ermahnt uns, auf ein
endzeitliches Gräuelbild der Verwüstung zu achten. Genauso wie Antiochus
Epiphanes 167 v.Chr. den Tempel entweihte und die Opferhandlungen verbot, wird
auch in Zukunft eine andere weltliche Autorität Opferhandlungen verbieten.
Tatsächlich warnt uns der Apostel Paulus vor einem großen falschen Propheten,
der an dem heiligen Ort stehen wird. „Lasst euch von niemandem verführen, in
keinerlei Weise; denn zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit
offenbart werden, der Sohn des Verderbens. Er ist der Widersacher, der sich
erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, so dass er sich in den
Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott" (2. Thessalonicher 2, 3-4).
Ein großer falscher Prophet wird erstaunliche Wunder vollbringen und
Millionen von Menschen verführen. Er wird durchsetzen, dass man ihn verehrt und
behaupten, dass er göttlich sei. Die Bibel beschreibt eine symbolische Kreatur,
die wie ein Lamm [das Symbol für Christus) auftritt, aber wie ein Drache (das
Symbol für Satan, den Teufel) redet. Dies ist eine große religiöse Macht, die
eine endzeitliche Wiederbelebung des Römischen Reichs lenken wird. „Und ich sah
ein zweites Tier aufsteigen aus der Erde; das hatte zwei Hörner wie ein Lamm und
redete wie ein Drache. Und es übt alle Macht des ersten Tieres aus vor seinen
Augen, und es macht, dass die Erde und die darauf wohnen, das erste Tier
anbeten, dessen tödliche Wunde heil geworden war. Und es tut große Zeichen, so
dass es auch Feuer vom Himmel auf die Erde fallen lässt vor den Augen der
Menschen; und es verführt, die auf Erden wohnen, durch die Zeichen, die zu tun
vor den Augen des Tieres ihm Macht gegeben ist; und sagt denen, die auf Erden
wohnen, dass sie ein Bild machen sollen dem Tier, das die Wunde vom Schwert
hatte und lebendig geworden war" (Offenbarung 13, 11-14).
Dieser Antichrist wird sogar Feuer vom Himmel fallen lassen! Solch
verführerische Wunder werden Millionen von Menschen begeistern – aber auch viele
von dem wahren Christus der Bibel wegführen. Lassen Sie sich nicht verführen.
Der Prophet Jesaja zeigte einen Test, nach dem wir wahre Diener Gottes erkennen
können: „Hin zur Weisung und hin zur Offenbarung! Werden sie das nicht sagen, so
wird ihnen kein Morgenrot scheinen [engl. Übersetzung: so deshalb, weil kein
Licht in ihnen ist]" (Jesaja 8, 20). Wahre Diener Christi werden entsprechend
dem Wort Gottes, der Bibel, reden! Sie müssen Ihre Bibel kennen und studieren.
Prüfen Sie alle Dinge, wie es in 1. Thessalonicher 5, 21 heißt!
Die endzeitliche, religiös-politische Macht, die Jerusalem beherrschen
wird, wird die Opferhandlungen unterbinden. Erinnern wir uns, dass die Juden
seit 70 n.Chr. keine Tieropfer mehr an dieser Stelle dargebracht haben, seit die
Römer den Tempel in Jerusalem zerstört haben. Damit die endzeitlichen Opfer
eines Tages gestoppt werden können, müssen sie erst einmal beginnen! Wenn also
in Jerusalem wieder Opferhandlungen aufgenommen werden, dann wissen Sie, dass
die Prophezeiungen, von denen Jesus gesprochen hat, sich ihrem Höhepunkt nähern!
Drei prophetische Meilensteine
Wenn das Gräuelbild der Verwüstung, das Jesus prophezeit
hat, errichtet ist, werden drei prophetische Meilensteine innerhalb eines
Zeitraums von dreieinhalb Jahren folgen: Die große Bedrängnis, die himmlischen
Zeichen und der Tag des Herrn. Dieser prophetische Umriss hilft uns, die
endzeitlichen Entwicklungen im Nahen Osten und ihre Bedeutung für die Welt zu
verstehen.
Beachten Sie, dass Jesus uns selbst die Abfolge der Ereignisse aufzeigt. Er
warnte uns vor dem Gräuelbild der Verwüstung in Matthäus 24, 15 und erklärte
dann den ersten prophetischen Meilenstein in den Versen 21 und 22:
„Denn es wird dann eine große Bedrängnis sein, wie sie nicht gewesen ist vom
Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht wieder werden wird. Und wenn diese Tage
nicht verkürzt würden, so würde kein Mensch selig [gerettet] werden; aber um der
Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt." Dies wird eine einzigartige
Zeit in der gesamten Menschheitsgeschichte sein. Es ist die Zeit der Angst für
Jakob (Jeremia 30, 7), die Zeit der Züchtigung der westlichen Nationen durch
Gott – einschließlich der USA, Großbritanniens, Kanadas, Australiens und
Neuseelands. (Für weiterführende Informationen über dieses wichtige Thema
bestellen Sie unsere kostenlose Broschüre Was bringt die Zukunft für Amerika
und Großbritannien?). Die große Bedrängnis ist die Zeit, die Daniel
angekündigt hat: „Denn es wird eine Zeit so großer Trübsal sein, wie sie nie
gewesen ist, seitdem es Menschen gibt, bis zu jener Zeit" (Daniel 12, 1).
Es wird eine Zeit des Kriegs, der Verfolgung und des Martyriums sein. Es
ist die Zeit, wo die vier Reiter der Apokalypse (Offenbarung 6) ihren Ritt
verschärfen. Ihnen wird Macht gegeben „über den vierten Teil der Erde, zu töten
mit Schwert und Hunger und Pest und durch die wilden Tiere auf Erden"
(Offenbarung 6, 8). Das fünfte Siegel der Offenbarung beschreibt das Martyrium
der Christen (Offenbarung 5, 9-11).
Dann sehen wir einen zweiten prophetischen Meilenstein. Das
sechste Siegel weist auf beängstigende, dramatische Aktivitäten am Himmel hin,
was die Bibel als „die himmlischen Zeichen" bezeichnet. Der Apostel Johannes
schrieb: „Und ich sah: als es das sechste Siegel auftat, da geschah ein großes
Erdbeben, und die Sonne wurde finster wie ein schwarzer Sack, und der ganze Mond
wurde wie Blut, und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, wie ein
Feigenbaum seine Feigen abwirft, wenn er vom starken Wind bewegt wird. Und der
Himmel wich wie eine Schriftrolle, die zusammengerollt wird, und alle Berge und
Inseln wurden wegbewegt von ihrem Ort" (Offenbarung 6, 12-14).
Jesus bestätigte ebenfalls diesen Ablauf einer Bedrängnis gefolgt von
großen Zeichen am Himmel: „Sogleich aber nach der Bedrängnis jener Zeit wird die
Sonne sich verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, und die Sterne
werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen"
(Matthäus 24, 29).
Wie werden die Menschen auf diese himmlischen Zeichen reagieren? „Und die
Könige auf Erden und die Großen und die Obersten und die Reichen und die
Gewaltigen und alle Sklaven und alle Freien verbargen sich in den Klüften und
Felsen der Berge und sprachen zu den Bergen und Felsen: Fallt über uns und
verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn
des Lammes! Denn es ist gekommen der große Tag ihres Zorns, und wer kann
bestehen?" (Offenbarung 6, 15-17).
Die himmlischen Zeichen kündigen die Zeit des Gerichts Gottes über die
Nationen an, den „großen Tag seines Zorns." Das ist das siebte Siegel, die
Zeitspanne, die auch der Tag des Herrn genannt wird – ein dritter
prophetischer Meilenstein. In seiner Vision nennt der Apostel Johannes diese
Zeitspanne in Offenbarung 1, 10 den „Tag des Herrn" und bezieht sich dabei
nicht auf einen bestimmten Wochentag, sondern auf eine Zeitspanne, die
zur Rückkehr Christi hinführt, und die in über 30 Prophezeiungen erwähnt wird!
Der Prophet Jesaja beschreibt sie so: „Denn es kommt der Tag der Rache
des HERRN und das Jahr der Vergeltung, um Zion zu rächen" (Jesaja
34, 8).
Der Prophet Joel bestätigt ebenfalls, dass die himmlischen Zeichen dem Tag
des Herrn vorausgehen. „Und ich will Wunderzeichen geben am Himmel
und auf Erden: Blut, Feuer und Rauchdampf. Die Sonne soll in Finsternis und der
Mond in Blut verwandelt werden, ehe denn der große und
schreckliche Tag des HERRN kommt" (Joel 3, 3-4).
Das siebte Siegel – der Tag des Herrn – besteht aus den sieben Plagen der
sieben Posaunen: „Und als das Lamm das siebente Siegel auftat, entstand eine
Stille im Himmel etwa eine halbe Stunde lang. Und ich sah die sieben Engel, die
vor Gott stehen, und ihnen wurden sieben Posaunen gegeben" (Offenbarung 8, 1-2).
Die ersten sechs Posaunen ertönen in dem Jahr vor Christi zweitem Kommen. Die
siebte Posaune kündigt die gute Nachricht von der Rückkehr Christi an, der alle
Nationen auf der Erde regieren wird: „Und der siebente Engel blies seine
Posaune; und es erhoben sich große Stimmen im Himmel, die sprachen: Es sind die
Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren
von Ewigkeit zu Ewigkeit" (Offenbarung 11, 15). Während dies für echte Christen
eine gute Nachricht ist, werden die Nationen darüber zornig sein (Vers 18) und
tatsächlich ihre militärischen Streitkräfte sammeln, um gegen den
zurückkehrenden König zu kämpfen (Offenbarung 19, 19). Wie wir noch sehen
werden, wird diese letzte Schlacht im Nahen Osten, nahe Jerusalem, ausgefochten
werden.
Die gute Nachricht ist, dass der zurückkehrende Jesus Christus alle
rebellierenden Armeen und Nationen der Erde schlagen wird. Der zurückkehrende
König aller Könige wird sein Reich in Jerusalem errichten und einen dauerhaften
Weltfrieden durchsetzen (vgl. Sacharja 14, 1-11). Jesus Christus wird nach
Jerusalem zurückkehren. Er wird über alle Reiche, Nationen und Regierungen auf
Erden herrschen. „Und der HERR wird König sein über alle Lande. Zu der Zeit wird
der HERR der einzige sein und sein Name der einzige" (Vers 9). Der Messias
wird König der ganzen Erde sein und von Jerusalem aus regieren. Er wird die
wahre Religion auf der ganzen Welt einführen und die falsche
Religion, die das wiederbelebte Römische Reich beherrschte, ersetzen.

Wer reitet das Tier?
Wir haben gesehen, dass der Nahe Osten der Ort der
neuzeitlichen Erfüllung der Prophezeiungen Daniels im Hinblick auf das
„Gräuelbild der Verwüstung" sein wird. Wenn dieses Gräuelbild erscheint, welches
Religionssystem wird es dann beherrschen? Das Buch der Offenbarung bezeichnet
diese große, falsche Religion in der Endzeit als „Geheimnis: Das große Babylon"
Offenbarung 17, 5). Im 17 Kapitel der Offenbarung sieht der Apostel Johannes in
einer Vision das Gericht über eine große Hure, die eine große, falsche Kirche
oder ein Religionssystem symbolisiert. „Komm, ich will dir zeigen das Gericht
über die große Hure, die an vielen Wassern sitzt, mit der die Könige auf Erden
Hurerei getrieben haben; und die auf Erden wohnen, sind betrunken geworden von
dem Wein ihrer Hurerei" (Offenbarung 17, 1-2). Diese Frau reitet ein „Tier," das
sieben Häupter und zehn Hörner hat (Vers 3). Dieses Tier ist, wie wir bereits
gesehen haben, die politische und militärische Macht, die in den Nahen Osten
einmarschieren wird.
Johannes beschreibt dann diese große Hure genauer: „Und auf ihrer Stirn war
geschrieben ein Name, ein Geheimnis: DAS GROSSE BABYLON, DIE MUTTER DER HUREREI
UND ALLER GRÄUEL AUF ERDEN" (Offenbarung 17, 5). Dieses System wird während der
Zeit der großen Bedrängnis vorherrschend sein. Der Führer dieses Systems, der
falsche Prophet, wird sogar Feuer vom Himmel fallen lassen, wie wir in
Offenbarung 13, 13 lesen. Lassen Sie sich nicht von solchen „wundersamen"
Darbietungen täuschen. Offenbarung 13, 11 sagt uns, dass diese religiöse Figur
symbolisch wie ein Lamm (das Symbol für Christus) erscheint, aber wie ein Drache
spricht! Er wird an der heiligen Stätte in Jerusalem stehen und sogar vorgeben,
selbst Gott zu sein!
In Offenbarung 17 sahen wir, dass die Hure das „Tier" reitet. Aber was ist
dieses „Tier"? Die Antwort darauf wird uns auch zeigen, wer in den Nahen Osten
einmarschieren wird. „Und das Tier, das gewesen ist und jetzt nicht ist , das
ist der achte und ist einer von den sieben und fährt in die Verdammnis. Und die
zehn Hörner, die du gesehen hast, das sind zehn Könige, die ihr Reich noch nicht
empfangen haben; aber wie Könige werden sie für eine Stunde Macht empfangen
zusammen mit dem Tier. Diese sind eines Sinnes und geben ihre Kraft und Macht
dem Tier. Die werden gegen das Lamm kämpfen, und das Lamm wird sie überwinden,
denn es ist der Herr aller Herren und der König aller Könige, und die mit ihm
sind, sind die Berufenen und Auserwählten und Gläubigen" (Offenbarung 17,
11-14).
Die Kirche Gottes hat seit Jahren darauf hingewiesen, dass die endzeitliche
„Macht des Tieres" aus der Offenbarung eine letzte Wiederbelebung des Römischen
Reichs aus dem Altertum sein wird. Dieses Reich existierte von 31 v.Chr. bis 476
n.Chr. Es gab sechs Wiederbelebungen, darunter die Reichserneuerung unter
Justinian 544 n.Chr. und eine Weitere unter der Führung Karls des Großen 800
n.Chr. (Für genauere Informationen zu dieser prophezeiten „Macht des Tieres"
bestellen Sie unsere kostenlose Broschüre Das Tier der Offenbarung – Mythos,
Metapher oder schon bald Realität?).
Auch andere Kommentatoren haben das Tier der Offenbarung als das Römische
Reich identifiziert. Wir haben gerade in Offenbarung 17, 11 von der letzten
Wiederbelebung des „Tieres, das gewesen ist und jetzt nicht ist" gelesen – dem
letzten Tier, das in die „Verdammnis" oder Zerstörung geht. Die New Catholic
Edition der Bibel gibt zu dem Tier in Vers 11 folgenden Kommentar: „Das
Tier, von dem hier die Rede ist, scheint das Römische Reich zu sein, so wie in
Kapitel 13."
Das Buch der Offenbarung, Jesu Ölbergprophezeiung und das Buch Daniel
ergeben uns zusammen ein Bild von der kommenden Wiederbelebung des Römischen
Reichs, beeinflusst und geleitet von einer Frau. Die Frau steht symbolisch für
eine Kirche. Die „Macht des Tieres" wendet sich letztlich gegen die Frau: „Und
die zehn Hörner, die du gesehen hast, und das Tier, die werden die Hure hassen
und werden sie ausplündern und entblößen und werden ihr Fleisch essen und werden
sie mit Feuer verbrennen. Denn Gott hat’s ihnen in ihr Herz gegeben, nach seinem
Sinn zu handeln und eines Sinnes zu werden und ihr Reich dem Tier zu geben, bis
vollendet werden die Worte Gottes. Und die Frau, die du gesehen hast, ist die
große Stadt, die die Herrschaft hat über die Könige auf Erden" (Offenbarung 17,
16-18). Die Douay-Rheims Übersetzung gibt folgenden Kommentar zu der
letztendlichen Zerstörung der Frau durch das Tier: „Zehn weitere Reiche sind mit
dem Tier verbündet und kämpfen gegen die Kirche. Aber ihre Herrschaft ist
kurzlebig, dargestellt als eine Stunde." Obwohl die Douay-Rheims
Übersetzung das Tier als das Römische Reich und die Frau als Kirche
identifiziert, gibt sie nicht zu, dass die große Stadt, die in Vers 18 erwähnt
wird, Rom selbst ist. Doch viele andere Bibelkommentatoren stimmen darin
überein, dass die große Stadt aus Offenbarung 17, 18 tatsächlich Rom ist!
Der König des Nordens marschiert in den Nahen
Osten ein
Die Armeen Benito Mussolinis – eines Königs des Nordens
aus dem 20. Jahrhundert – marschierten während des 2. Weltkriegs in Nordafrika
ein. Der endzeitliche König des Nordens wird dagegen von dem König des Südens
provoziert worden sein. Wir haben bereits Kriege im Nahen Osten um die
Ölvorkommen miterlebt. Wird es ein neues Ölembargo der Araber geben, wie bereits
1974?
Als die Treibstoffpreise im Sommer und Herbst 2000 zu steigen begannen,
waren die Proteste der Europäer über Verknappung und in den Himmel schießende
Ölpreise sogar noch heftiger, als in den USA. Im Jahr 2000 wurden 53 Prozent des
Ölverbrauchs der USA aus Importen gedeckt. Etwa 24 Prozent – fast die Hälfte
alles importierten Öls – kam aus dem Nahen Osten. Europa ist sogar noch stärker
vom Öl aus dem Nahen Osten abhängig. Es importiert fast 90 Prozent seines
Ölbedarfs, über die Hälfte davon aus dem Nahen Osten (Newsweek, 11.
November 2002, Seite 30).
Was auch immer die Provokation sein wird, der König des Nordens wird in den
Nahen Osten einmarschieren.
Die Ölbergprophezeiung im Lukasevangelium zeigt den gleichen Ablauf der
Ereignisse, wie im Matthäusevangelium, das wir bereits betrachtet haben. Aber
Lukas fügt noch ein wichtiges Detail hinzu: Jesu Warnung im Bezug auf das
endzeitliche Schicksal Jerusalems: „Wenn ihr aber sehen werdet, dass Jerusalem
von einem Heer belagert wird, dann erkennt, dass seine Verwüstung nahe
herbeigekommen ist" (Lukas 21, 20). Wessen Armeen werden es sein? Wer wird
letztlich in den Nahen Osten einmarschieren und Jerusalem – die bedeutsamste
Stadt der Region – kontrollieren?
Wie wir zuvor gesehen haben, wird der König des Nordens – die „Macht des
Tieres" beziehungsweise das wiederbelebte Römische Reich – in das gelobte Land
kommen (Daniel 11, 41). Jesus sagte, wenn wir Armeen um Jerusalem zur Belagerung
versammelt sehen, werden wir wissen, dass die Stadt bald eingenommen wird. Im
Jahre 70 n.Chr. zerstörten Titus und die Armeen Roms die Stadt und den Tempel.
Die römische Belagerung der Stadt verursachte eine Hungersnot und Seuchen in
ihr. Der jüdische Historiker Josephus schrieb: „Nicht weniger als 600.000 wurden
vor die Tore geworfen, und man konnte nicht sagen, wie viele mehr es noch waren"
(Wars of the Jews [Kriege der Juden], Buch 5, Kapitel 13, Sektion 7).
Welche Armee brachte diese Katastrophe über Jerusalem? Es war die römische
Armee. Wird eine weitere römische Armee die Geschichte im 21. Jahrhundert
wiederholen? Biblische Prophezeiungen bestätigen es.
Die Tatsache, dass Jerusalem von einer fremden Supermacht kontrolliert
werden wird, ist auch in Lukas Kapitel 21 hervorgehoben. Beachten Sie Jesu
deutliche Aussage: „Alsdann, wer in Judäa ist, der fliehe ins Gebirge, und wer
in der Stadt ist, gehe hinaus, und wer auf dem Lande ist, komme nicht herein.
Denn das sind die Tage der Vergeltung, dass erfüllt werde alles, was geschrieben
ist" (Lukas 21, 21-22).
Dies ist eindeutig eine endzeitliche Erfüllung dieser Prophezeiung. Weiter
heißt es: „Weh aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen! Denn es
wird große Not auf Erden sein und Zorn über dies Volk kommen, und sie werden
fallen durch die Schärfe des Schwertes und gefangen weggeführt unter alle
Völker, und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis die Zeit der
Heiden erfüllt ist" (Verse 23-24). Offenbarung 11 zeigt, dass Christus 42 Monate
nach der Einnahme Jerusalems eingreifen wird.
Manche Bibelkommentatoren glauben fälschlicherweise, dass sich die
Prophezeiung bei Lukas nur auf das erste Jahrhundert n.Chr. bezieht, als
der römische Kommandant Titus Jerusalem belagern und den Tempel zerstören ließ.
Jesu Warnung in Lukas 21 bezog sich gewiss auch auf die Verwüstung im
ersten Jahrhundert. Aber wie viele Studenten der Bibel erkennen, sind
Prophezeiungen oft dual. Es gibt einen Typus und einen Antitypus, eine
frühere und eine spätere Erfüllung. Jesus sagte zu seinen Jüngern, dass nach der
Verwüstung Jerusalems viele seine Rückkehr zur Erde miterleben werden.
„Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden
wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen
des Meeres, und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der
Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden
ins Wanken kommen. Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer
Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit" (Lukas 21, 25-27).
Diese Prophezeiung hat sich im Jahre 70 n.Chr. bei der Zerstörung des
Tempels durch Titus nicht erfüllt. Jesus hat eindeutig die Ereignisse direkt vor
seinem zweiten Kommen beschrieben. Der zeitliche Zusammenhang der endgültigen
Zerstörung Jerusalems ist, wie hier gezeigt, die Endzeit.
Die letzte Phase des 3. Weltkriegs
Die Armeen des Königs des Nordens werden Nordafrika und
das heilige Land besetzen. Aber die Entwicklung der Ereignisse im Nordosten wird
diesen König so beunruhigen, dass er militärisch eingreift. Daniel 11, 44-45
besagt: „Es werden ihn aber Gerüchte erschrecken aus Osten und Norden, und er
wird mit großer Grimm ausziehen, um viele zu vertilgen und zu verderben. Und er
wird seine prächtigen Zelte aufschlagen zwischen dem Meer und dem herrlichen,
heiligen Berg; aber es wird mit ihm ein Ende nehmen, und niemand wird ihm
helfen."
Von diesem Ereignis scheint auch Offenbarung 9 als das erste Wehe oder als
die Plage der fünften Posaune zu berichten (vgl. Offenbarung 8, 13, 9, 1). Der
Apostel Johannes beschreibt Kriegshandlungen aus dem 21. Jahrhundert mit Bildern
aus dem ersten Jahrhundert: „Und die Heuschrecken sahen aus wie Rosse, die zum
Krieg gerüstet sind, und auf ihren Köpfen war etwas wie goldene Kronen, und ihr
Antlitz glich der Menschen Antlitz; und sie hatten Haar wie Frauenhaar und Zähne
wie Löwenzähne und hatten Panzer wie eiserne Panzer, und das Rasseln ihrer

Flügel war wie das Rasseln der Wagen vieler Rosse, die
in den Krieg laufen, und hatten Schwänze wie Skorpione und hatten Stacheln, und
in ihren Schwänzen war ihre Kraft, Schaden zu tun den Menschen fünf Monate lang;
sie hatten über sich einen König, den Engel des Abgrunds; sein Name heißt auf
hebräisch Abaddon, und auf griechisch hat er den Namen Apollyon" (Offenbarung 9,
7-11).
Beachten Sie, dass diese Ereignisse fünf Monate während des einjährigen
Tags des Herrn andauern. Was kommt danach? Eine riesige, 200 Millionen Mann
starke Armee aus dem Osten überquert den Euphrat. Der Euphrat verläuft von der
Türkei aus durch Syrien und den Irak bis hin zum Persischen Golf. Unabhängig
davon, ob der Irak dann noch als Nation in seiner gegenwärtigen Form weiter
existiert oder nicht, wird die geographische Region im heutigen Irak eine
wesentliche Rolle in dem letzten, kommenden Krieg spielen, dem 3. Weltkrieg!
Das zweite Wehe oder das sechste Siegel öffnet sich. „Das eine Wehe ist
vorüber; siehe, es kommen noch zwei Wehe nach diesen Dingen. Und der sechste
Engel posaunte; und ich hörte eine Stimme aus den vier Hörnern des goldenen
Altars, der vor Gott ist, zu dem sechsten Engel, der die Posaune hatte, sagen:
Löse die vier Engel, die an dem großen Strom Euphrat gebunden sind. Und die vier
Engel wurden losgebunden, die auf Stunde und Tag und Monat und Jahr gerüstet
waren, den dritten Teil der Menschen zu töten. Und die Zahl der Kriegsheere zu
Ross war zweimal zehntausend mal zehntausend; ich hörte ihre Zahl. Und so sah
ich im Gesicht die Rosse und die, welche auf ihnen saßen: sie hatten feurige und
hyazinthfarbene und schwefelgelbe Panzer; und die Köpfe der Rosse waren wie
Löwenköpfe, und aus ihren Mäulern geht Feuer und Rauch und Schwefel hervor. Von
diesen drei Plagen wurde der dritte Teil der Menschen getötet, von
dem Feuer und dem Rauch und dem Schwefel, die aus ihren Mäulern hervorkamen.
Denn die Macht der Rosse ist in ihrem Maul und in ihren Schwänzen, denn ihre
Schwänze sind gleich Schlangen und haben Köpfe, und mit ihnen fügen sie Schaden
zu" (Offenbarung 9, 12-19; rev. Elberfelder Übersetzung).
Diese Phase des 3. Weltkriegs wird ein Drittel der gesamten Menschheit
töten, über zwei Milliarden Menschen! „Feuer, Rauch und Schwefel" erwecken
Bilder einer nuklearen Verwüstung. Wenn Jesus Christus nicht eingreifen würde,
so könnte „kein Mensch gerettet werden," wie er in Matthäus 24, 22 sagte!
Die siebte und letzte Posaune kündigt schließlich die Rückkehr Jesu Christi
als Herrscher über die Erde an (Offenbarung 11, 15). Die Nationen werden zornig
sein, wie wir bereits zuvor gesehen haben (Offenbarung 11, 18) und werden ihre
Streitkräfte vereinigen, um gegen einen gemeinsamen Feind zu kämpfen, den
Kommandeur der himmlischen Armeen (siehe Offenbarung 19, 19)! Die siebte Posaune
oder das dritte Wehe besteht aus den „sieben letzten Plagen," die den „Zorn
Gottes" über die rebellischen Nationen vervollständigen (siehe Offenbarung 15,
1.8; 16, 1).
Zu diesem Zeitpunkt werden Armeen aus dem Osten auf ihrem Weg nach Meggido
– Harmagedon – westwärts über den Euphrat marschieren. „Und der sechste Engel
goss aus seine Schale auf den großen Strom Euphrat; und sein Wasser trocknete
aus, damit der Weg bereitet würde den Königen vom Aufgang der Sonne"
(Offenbarung 16, 12). Satan und seine Dämonen beeinflussen verfeindete Nationen,
ihre Streitkräfte gegen den Feind aus dem Weltall, den König aller Könige, Jesus
Christus, zusammenzuschließen. Der Apostel Johannes schrieb: „Und ich sah aus
dem Rachen des Drachen und aus dem Rachen des Tieres und aus dem Munde des
falschen Propheten drei unreine Geister kommen, gleich Fröschen; es sind Geister
von Teufeln, die tun Zeichen und gehen aus zu den Königen der ganzen Welt,
sie zu versammeln zum Kampf am großen Tag Gottes, des Allmächtigen" (Offenbarung
16, 13-14).
Wenn die letzte Phase des 3. Weltkriegs beginnt, wird Satan die Herrscher
und Armeen „der ganzen Welt" beeinflusst haben, sich zum großen Kampf gegen
Christus zu rüsten. Kriegführende, rebellische Nationen werden gegen den Erlöser
der Welt kämpfen! Wo werden sie sich sammeln? „Und er versammelte sie an einem
Ort, der heißt auf hebräisch Harmagedon" (Offenbarung 16, 16). Der Name
Harmagedon kommt vom Hebräischen har Magedon und bedeutet „Hügel von
Megiddo." Megiddo liegt im heutigen Staat Israel, etwa 90 Kilometer nördlich von
Jerusalem. Der Hügel oder Berg von Megiddo überragt das größte Tal in Israel,
die Ebene von Esdraelon, das Tal Jesreel.
Die sich entwickelnde religiös-politische Macht in Europa wird eines Tages
einen kontrollierenden Einfluss auf das heilige Land haben. Wie wir gesehen
haben, wird der Führer dieser Union, der „König des Nordens," letztlich
Jerusalem und den Nahen Osten beherrschen. Das Buch der Offenbarung sagt auch
einen Konflikt zwischen asiatischen Mächten und der europäischen „Macht des
Tieres," dem König des Nordens, voraus (vgl. Daniel 11, 44; Offenbarung 9,
13-19). Schockierenderweise werden sich diese Armeen nach der Rückkehr Christi
vereinigen wo „ihre Heere versammelt [sind], Krieg zu führen mit dem [Christus]"
(Offenbarung 19, 19). Gott, der Allmächtige, sagt: „Denn ich werde alle Heiden
sammeln zum Kampf gegen Jerusalem" (Sacharja 14, 2). Und: „Der HERR wird
ausziehen und kämpfen gegen diese Heiden, wie er zu kämpfen pflegt am Tage der
Schlacht. Und seine Füße werden stehen zu der Zeit auf dem Ölberg, der vor
Jerusalem liegt nach Osten hin" (Sacharja 14, 3-4). Jesus Christus wird
eingreifen! Er wird den 3. Weltkrieg stoppen und der Welt dauerhaften Frieden
bringen!
Beachten Sie, dass diese endzeitliche Entscheidungsschlacht, die allgemein
als Harmagedon bezeichnet wird, tatsächlich „Kampf am großen Tag Gottes, des
Allmächtigen" genannt wird (Offenbarung 16, 14). Aber wo wird dieser Kampf
ausgetragen werden? Der Prophet Joel sagt uns, dass diese Entscheidungsschlacht
nahe Jerusalem stattfinden wird: „Denn siehe, in jenen Tagen und zu jener Zeit,
wenn ich die Gefangenen Judas und Jerusalems zurückbringen will, da werde ich
alle Nationen versammeln und sie ins Tal Josaphat hinabführen und daselbst mit
ihnen rechten" (Joel 4, 1-2; Schlachter-Übersetzung).
Das Tal Josaphat wird auch Kidrontal genannt (zwischen dem Ölberg und dem
Tempelberg). Hier wird Gott mit den Nationen zu Gericht sitzen. Das Tal weitet
sich nach Süden und dort hindurch werden die Armeen der Welt von Megiddo aus
südwärts vorrücken, um gegen Jesus Christus in Jerusalem zu kämpfen. In diesem
größten Kampf aller Zeiten wird der Schöpfergott siegen und die armseligen
Menschen in ihrem Versuch, Gott zu besiegen, vernichtend schlagen.
Törichte Militärführer werden schnell einsehen müssen, wie machtlos sie
gegen die allmächtige, göttliche Kraft Gottes sind! Wie werden sie gezüchtigt
werden? Gott erklärt: „Denn ich werde alle Heiden sammeln zum Kampf gegen
Jerusalem [...] und der HERR wird ausziehen und kämpfen gegen diese Heiden, wie
er zu kämpfen pflegt am Tage der Schlacht. Und seine Füße werden stehen zu der
Zeit auf dem Ölberg" Sacharja 14, 2-3). Beachten Sie die schreckliche
Züchtigung, die dann über die rebellischen Armeen hereinbricht: „Und dies wird
die Plage sein, mit der der HERR alle Völker schlagen wird, die gegen Jerusalem
in den Kampf gezogen sind: ihr Fleisch wird verwesen, während sie noch auf ihren
Füßen stehen, und ihre Augen werden in ihren Höhlen verwesen und ihre Zungen im
Mund" (Vers 12).
Jesus wird die größte jemals vereinigte Militärstreitmacht besiegen. Er
wird als König aller Könige und Herr aller Herren zurückkehren, um diesem von
Kriegen geplagten Planeten 1000 Jahre des Friedens zu bringen. „Und der HERR
wird König sein über alle Lande" (Vers 9).
Christus wird alle Armeen überwinden, die sich ihm in den Weg stellen! Er
wird ein Jahrtausend des Friedens auf Erden bringen und alle Nationen den Weg
des Friedens lehren. Dann werden auch Araber und Israelis versöhnt sein. „Zu der
Zeit wird eine Straße sein von Ägypten nach Assyrien, dass die Assyrer nach
Ägypten und die Ägypter nach Assyrien kommen und die Ägypter samt den Assyrern
Gott dienen. Zu der Zeit wird Israel der dritte sein mit den Ägyptern und
Assyrern, ein Segen mitten auf Erden; denn der HERR Zebaoth wird sie segnen und
sprechen: Gesegnet bist du, Ägypten, mein Volk, und du, Assur, meiner Hände
Werk, und du, Israel, mein Erbe!" (Jesaja 19, 23-25).

Nachdem die Armeen der Welt besiegt worden sind, wird
der Schöpfergott Jerusalem zur Hauptstadt der Welt machen. Alle Nationen werden
sich dem Reich Gottes auf Erden unterordnen und endlich den Weg des Friedens
erlernen. „In den letzten Tagen aber wird der Berg, darauf des HERRN Haus ist,
fest stehen, höher als alle Berge und über die Hügel erhaben. Und die Völker
werden herzulaufen, und viele Heiden werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns
hinauf zum Berge des HERRN gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns
lehre seine Wege und wir in seinen Pfaden wandeln! Denn von Zion wird Weisung
ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem" (Micha 4, 1-2).
Der König aller Könige wird mit seinen Heiligen die Nationen umerziehen,
hin zum Weg der Liebe, des Friedens und des Wohlstands (siehe Daniel 7, 18.27).
Unter der Herrschaft des Messias, Jesus Christus, werden die Wege der Sünde, des
Leidens und des Kriegs nicht mehr beschritten werden. „Er wird unter großen
Völkern richten und viele Heiden zurechtweisen in fernen Landen. Sie werden ihre
Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk
wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen,
Krieg zu führen" (Micha 4, 3).
Beobachten Sie den Nahen Osten
Jesus Christus warnte uns, geistlich wachsam zu bleiben
(Lukas 21, 36). Aber auf was sollten wir achten bei all den Unruhen und
Konflikten im Nahen Osten?
Achten Sie auf fortgesetzte Konflikte zwischen Israelis und
Palästinensern im Heiligen Land. Die Palästinenser unterstützen weiterhin die
Bewegung der Intifada; eine Umfrage des Jerusalemer Medien- und
Kommunikationszentrums vom September 2002 ergab, dass 81 Prozent eine
Fortführung der Intifada befürworten, bis Israel auf die palästinensischen
Forderungen eingeht.
Achten Sie auf ein verstärktes Verlangen nach einem internationalen
Eingreifen und internationaler Kontrolle, nicht nur in Gaza und der Westbank,
sondern auch in Jerusalem selbst. Palästinenserführer Yasser Arafat hat sich
selbst für eine UN-Friedenstruppe in Gaza und der Westbank ausgesprochen.
Solange die Intifada andauert, sollten Sie darauf achten, wie weitere
führende Staatsmänner sich dem Verlangen nach einer internationalen Kontrolle in
Jerusalem anschließen.
Achten Sie auf eine wachsende Einheit unter den arabischen Nationen
in ihrer Haltung gegenüber Israel. Psalm 83, den wir bereits betrachtet haben,
nennt die Völker, die in den arabischen und muslimischen Nationen im Nahen Osten
vertreten sind. Sie werden von Gruppierungen in Europa in ihrer starken
Opposition gegen Israel unterstützt. „‚Wohlan!’ sprechen sie, ‚lasst uns sie
ausrotten, dass sie kein Volk mehr seien und des Namens Israel nicht mehr
gedacht werde!’ Denn sie sind miteinander eins geworden und haben einen Bund
wider dich gemacht" (Psalm 83, 4-6). Achten Sie auf eine endzeitliche Allianz
oder Union von Arabern und Muslimen, die sich gegen Israel formt.
Achten Sie auf die wachsende wirtschaftliche, politische und
militärische Vereinigung der Europäischen Union. Wie wir in Daniels Prophezeiung
gesehen haben, wird der König des Nordens eines Tages das Heilige Land besetzen.
Im November 2000 wählte die Europäische Union einen deutschen General an die
Spitze ihrer schnellen Eingreiftruppe, deren Aufgabe es ist, vom Jahr 2003 an in
Krisengebieten in einem 4000 km – Radius für Europa einzutreten. „Weshalb
sollten wir den Weg über die NATO gehen?" fragte Jean Pierre Kelche, Frankreichs
Vorsitzender des Verteidigungsrats, und er sagte, dass diese Truppe gegen Ende
dieses Jahres funktionstüchtig wäre, auch ohne die Zustimmung der NATO, und dass
„das Gleichgewicht der Mächte verändert werden muss" („EU Force Will Not Need
NATO" [EU-Truppe wird die NATO nicht brauchen], London Daily Telegraph,
28. März 2001). Werden diese Streitkräfte eines Tages eine bedeutende Rolle im
Nahostkonflikt spielen? Achten Sie auf die Entwicklung Europas eigener
Militärstreitkräfte.
Achten Sie in Israel auf die Vorbereitungen und letztlich die
Wiederaufnahme von öffentlichen Tieropfern durch die Juden in Jerusalem. Viele
glauben, dass tatsächlich ein Tempel gebaut werden wird, doch die Geschichte und
das Buch Esra zeigen, dass die Opfer auch lediglich auf einem Altar an der
heiligen Stätte dargebracht werden können.
Achten Sie auf eine wachsende Konsolidierung der religiösen Macht in
Europa. Als Papst Johannes Paul II. 1983 Österreich besuchte, plädierte er für
Einheit in Europa und sagte: „Die Europäer sollten die bedrohlichen,
internationalen Konfrontationen zwischen Staaten und Allianzen überwinden und
ein neues, vereinigtes Europa vom Atlantik bis zum Ural schaffen" (The
Principality and Power of Europe [Die Vormachtstellung und Macht Europas],
Adrian Hilton, Seite 36).
Endlich Frieden
Jerusalem hat eine prophezeite, herrliche Zukunft vor
sich. Es wird die Hauptstadt der Welt unter der Herrschaft des Friedensfürsten
und Königs aller Könige, Jesus Christus sein. Das ist eine gute Nachricht für
alle Nationen – für Sie, Ihre Kinder und Enkel. Wir müssen aber bedenken, dass
Frieden im Leben der Menschen nur entstehen kann, wenn deren fleischliche
Gesinnung geändert wird. Gott wird der überwältigenden Mehrheit aller Menschen
die Gabe des heiligen Geistes verleihen. Dann werden sie den Weg zum Frieden
finden.
Die ganze Welt wird die Wege Gottes kennen lernen. „Und viele Völker werden
hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des HERRN gehen, zum Hause des
Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen!
Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem. Und er
wird richten unter den Heiden und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre
Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein
Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr
lernen, Krieg zu führen" (Jesaja 2, 3-4).
Jerusalem wird nicht nur der Regierungssitz der Welt sein, sondern auch die
Bildungshauptstadt der Welt. Der große Erzieher und Lehrer, der Herr Jesus
Christus, wird wahre Erkenntnis basierend auf dem Wort Gottes lehren. Alle
Nationen werden die ewig gültigen Prinzipien, Gesetze und Werte erlernen, die
Frieden und Wohlstand für alle sichern.
Das ist die gute Nachricht für Ihre Zukunft und die Zukunft der Welt. Im
Herzen des Nahen Ostens – und der gesamten Welt – wird Jerusalem das Zentrum der
Weltregierung, der Bildung und der Religion sein. Der Schöpfergott wird den
künftigen Weltfrieden garantieren (Micha 4, 1-3), „denn der Mund des HERRN
Zebaoth hat’s geredet" (Vers 4). Wir freuen uns alle auf den Frieden und die
Versöhnung, die nur der Messias, Jesus Christus, dem Nahen Osten – und der
ganzen Welt – bringen kann. Inzwischen sagt uns Jesus, dass wir wachen und beten
sollen (Markus 13, 33). Und in Vers 37 heißt es: „Was ich aber euch sage, das
sage ich allen: Wachet!"

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