
von Roderick C. Meredith
Die erstaunliche Botschaft dieser Broschüre wird in den
kommenden Jahren Einfluss auf Ihr Leben und auf Ihre ewige Zukunft haben!
Sie ist außerordentlich wichtig.
Diese Informationen wurden viele Jahrhunderte lang
unterdrückt, aber es sind Informationen, die Sie kennen müssen!
SGC 1.0, November 2005
Englische Originalausgabe: Satan’s Counterfeit Christianity
Diese Broschüre darf nicht verkauft werden! Sie wird von der Living Church of
God kostenlos der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Biblische Verweise und Zitate sind, soweit nicht anders angegeben, der
revidierten Lutherbibel 1984 entnommen.
© 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
Diese Broschüre enthält wirklich schockierende
Informationen für diejenigen, die Augen haben, um zu sehen, und Ohren, um zu
hören. Sie hat tief greifende Auswirkungen auf die Zukunft unserer Zivilisation.
Doch die Fakten, die wir hier offen legen, wurden sogar von angesehenen
Historikern und selbst von Theologen immer wieder dokumentiert. Sie entspringen
also keinem aus der Luft gegriffenen Konzept und keiner vagen Theorie.
Die sich jetzt zügig entwickelnden Ergebnisse einer falschen Religion
werden Ihr eigenes Leben im kommenden Jahrzehnt weit mehr
beeinflussen, als Sie sich jetzt wahrscheinlich vorstellen können! Denn diese
einschneidenden Offenbarungen gelten nicht nur für „religiöse Menschen" – sie
betreffen jeden. Unser aller Leben wird schon bald davon beeinflusst.
Jeder von uns sollte sich also die Frage stellen: „Wie kam ich zu dem,
woran ich jetzt glaube im Hinblick auf Religion, Moral und den gesamten Zweck
des menschlichen Lebens? Wenn meine Freunde und ich einfach nur blind allgemein
anerkannten Ideen gefolgt sind, besteht da nicht eine große Wahrscheinlichkeit,
dass die meisten anderen Menschen es ebenso gemacht haben? Ist es möglich, dass
wir blindlings falsche religiöse Ideen übernommen haben, die sogar die
Entwicklung unserer gesamten Gesellschaft geprägt haben – das Wesen unseres
Rechtssystems, unseres Bildungswesens und des religiösen Systems, das wir
aufgebaut haben und das wir heute als selbstverständlich ansehen?"
Haben Sie sich jemals so grundlegende Fragen gestellt?
Wenn es einen wirklichen Gott gibt und wenn die Bibel seine inspirierte
Offenbarung an die Menschen ist, dann sollten wir sorgfältig beachten,
was die Bibel mit klaren Worten zu diesen Fragen sagt! Denn die Bibel sagt
ausdrücklich: „Prüft aber alles, und das Gute behaltet" (1.
Thessalonicher 5, 21).
Die Bibel zeigt immer wieder ganz klar, dass die meisten Menschen verführt
sind. In einer Beschreibung der Endzeit schildert der Apostel Johannes
den Teufel so: „Und es wurde hinausgeworfen der große Drache, die alte Schlange,
die da heißt: Teufel und Satan, der die ganze Welt verführt, und
er wurde auf die Erde geworfen, und seine Engel wurden mit ihm dahin geworfen"
(Offenbarung 12, 9). Die über zwei Milliarden „Christen" in den großen
Konfessionen sind Teil der „ganzen Welt" die Johannes beschrieb – und viele sind
verführt! Diese Menschen und ihre Prediger sind nicht absichtlich
böse. Denn eine verführte Person weiß nicht, dass sie verführt ist! Es
ist wichtig, diesen Unterschied zu verstehen.
Es ist also nicht „unfair", so etwas zu behaupten, denn der Gott des
Himmels gebietet, dass man die Wahrheit predigt. Und es ist niemandem
damit geholfen, wenn man lediglich seichte Allgemeinheiten verbreitet und so
tut, als sei „alles in Ordnung", wenn dem nicht der Fall ist! Denn wir
nähern uns nun dem Ende von 6000 Jahren Menschheitsgeschichte unter dem
Einfluss von Satan dem Teufel – den Jesus Christus den „Fürst dieser
Welt" nennt (Johannes 14, 30).
„Aufrichtigkeit" ist nicht genug
Es ist mir wohl bewusst, dass Tausende von Ihnen, die
Sie diese Broschüre lesen, sehr aufrichtig in Ihrem Bestreben sind, Christen
sein zu wollen. Sie glauben ernsthaft, dass die Form von Religion, mit der Sie
aufgewachsen sind, diejenige ist, die Jesus Christus und die Apostel lehrten.
Viele Prediger und Priester glauben dasselbe und sind ebenfalls aufrichtig.
Sie meinen es gut.
Was Sie aber erkennen sollten, ist, dass es Milliarden anderer
Menschen gegeben hat, die gelebt haben und gestorben sind, ohne jemals
irgendeine Form von bekennendem Christentum gekannt oder praktiziert zu
haben. Die Mehrheit der Weltbevölkerung hat sich nie – zu keiner Zeit –
zum Christentum bekannt! Und die meisten dieser Menschen waren ebenfalls sehr
„aufrichtig" – ebenso wie Sie es sein mögen. Es ist also keine
Frage der „Aufrichtigkeit" oder dessen, einer Mehrheit nachzufolgen. Vielmehr
geht es darum, die echte Wahrheit zu finden hinsichtlich des Zwecks
der menschlichen Existenz, und den wahren Weg zu finden, um diesen
großartigen Zweck zu erfüllen.
Ist eine „aufrichtige" Religiosität also genug? Nein! Es sind
nicht alle Religionen „gleich"! Wenn Sie bereit sind, sich selbst zu
beweisen, dass der eine, große Schöpfer der wahre Gott ist und dass die
Bibel seine inspirierte Offenbarung an die Menschheit ist, dann sollten
Sie verstehen, dass es nur einen Weg zum ewigen Leben gibt. Und dieser
„Weg" führt über den wahren Jesus Christus der Bibel! Wie der Apostel Petrus
erklärte: „So sei euch und dem ganzen Volk Israel kundgetan: Im Namen Jesu
Christi von Nazareth, den ihr gekreuzigt habt, den Gott von den Toten auferweckt
hat; durch ihn steht dieser hier gesund vor euch. Das ist der Stein, von euch
Bauleuten verworfen, der zum Eckstein geworden ist. Und in keinem andern ist das
Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den
wir sollen selig werden" (Apostelgeschichte 4, 10-12).
Doch nur sehr wenige Menschen, die sich zum Christentum bekennen, beginnen
auch nur, zu begreifen, was für eine enorme Verführung Satan der Teufel
veranlasst hat. Sie können es kaum glauben, dass Satan nicht nur Menschen in der
nichtchristlichen Welt verführte, sondern dass er sogar ein gefälschtes
Christentum ersonnen hat, das er dann Millionen von Menschen
untergeschoben hat, die doch aufrichtig glaubten, sie würden dem Christus der
Bibel nachfolgen! Der Apostel Paulus warnte jedoch schon die Korinther: „Ich
fürchte aber, dass, wie die Schlange Eva verführte mit ihrer List, so auch eure
Gedanken abgewendet werden von der Einfalt und Lauterkeit gegenüber Christus.
Denn wenn einer zu euch kommt und einen andern Jesus predigt, den
wir nicht gepredigt haben, oder ihr einen andern Geist empfangt, den ihr nicht
empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so
ertragt ihr das recht gern!" (2. Korinther 11, 3-4).
Und so geschah es: Ein anderer „Jesus" – ein völlig unterschiedlicher
Jesus Christus – wurde einer nichts ahnenden Menschheit untergeschoben! Denken
Sie daran, dass ein gefälschter 50-Euro-Schein so gestaltet wird, dass er
äußerlich genauso aussieht, wie der echte Geldschein. Menschen betrachten oft
nur die offenkundigen Ähnlichkeiten und werden dazu verführt, die Fälschung
anzunehmen. Ebenso ist es bei Satan, dem Meisterfälscher! In Ihrem eigenen
Interesse seien Sie also bitte gewillt, zu prüfen, ob Sie vielleicht
dazu verführt wurden, lediglich anzunehmen, Sie würden wirklich dem
Christus der Bibel und dem, was er lehrte, nachfolgen. Denn Ihre Bibel zeigt
eindeutig, dass nur wahre Christen im bevorstehenden Holocaust – der
großen Bedrängnis – durch Jesus Christus geschützt werden!
Schon sehr bald – innerhalb der nächsten paar Jahre – wird der Gott
der ganzen Schöpfung beginnen, direkt und mächtiger als jemals zuvor in
das Weltgeschehen einzugreifen. Die Hurrikane, die vor nicht langer Zeit
über Florida, New Orleans und die gesamte Golfküste der Vereinigten Staaten
gezogen sind, waren nur ein kleiner Vorgeschmack verglichen mit dem, was Gott
in diesen letzten Tagen tun wird. Jesus Christus sagte klar voraus: „... und es
werden geschehen große Erdbeben und hier und dort Hungersnöte und
Seuchen; auch werden Schrecknisse und vom Himmel her große Zeichen
geschehen [...]. Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und
Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor
dem Brausen und Wogen des Meeres, und die Menschen werden vergehen vor
Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn
die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen" (Lukas 21, 11.25-26).
Der große Gott wird die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich ziehen! Er
wird denen helfen, die bereit sind, zu erkennen, dass sie aus diesem modernen
Babylon „herauskommen" sollen (Offenbarung 18, 4) und sich von Satans
Gesellschaft befreien müssen.
Der Apostel Paulus wurde inspiriert, uns zu sagen, dass Satan der Teufel
buchstäblich der „Gott" dieser Welt und Gesellschaft ist! Er schrieb: „Ist nun
aber unser Evangelium verdeckt, so ist’s denen verdeckt, die verloren werden,
den Ungläubigen, denen de Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, dass sie
nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi,
welcher ist das Ebenbild Gottes" (2. Korinther 4, 3-4).
Die Grundaussage
Die Grundaussage dieser Broschüre ist, dass unser
Schöpfer einem sehr realen Teufel gestattet hat, den größten Teil der Menschheit
in den vergangenen 6000 Jahren völlig zu verführen. Und Satan hat tatsächlich
eine gefälschte Religion ersonnen, um die ganze Welt zu verführen. Doch der
große Schöpfer wird bald eingreifen und Jesus Christus als „König aller Könige
und Herr aller Herren" (Offenbarung 19, 16) zur Erde zurücksenden. Wenn dieser
zurückkehrt, wird er Satan in den Abgrund werfen, „damit er die Völker nicht
mehr verführen sollte, bis vollendet würden die tausend Jahre"
(Offenbarung 20, 3).
Eine der Hauptmethoden, mit denen Satan die meisten Menschen verführt,
besteht darin, sie glauben zu machen, dass er überhaupt nicht existiere!
Also machen die Menschen Witze darüber, sie seien „wohl vom Teufel geritten
worden" – glauben aber, dass es gar keinen realen Teufel gibt. Wie wir aber
gesehen haben, nannte Jesus Christus Satan den „Fürst dieser Welt".
Wie ist Satan entstanden? Was sind seine Verführungsmethoden? Und am
wichtigsten: Wie hat Satan die ganze Welt verführt? Als Jesus Christus den
Propheten Daniel zitierte (Markus 13, 14; Lutherbibel 1912), betrachtete er
diese Schriften als heilige Schrift. Im Buch Daniel lesen wir von Geistwesen
– Engeln und Dämonen – die an vielen Stellen beschrieben werden.
Nachdem Daniel gefastet hatte, um ein tieferes Verständnis zu suchen,
sandte Gott einen Engel, um ihn zu ermutigen (Daniel 10, 10-12). Der Engel gab
Daniel eine bemerkenswerte Erklärung dafür, warum es so lange gedauert hatte,
seine Gebete zu beantworten. „Aber der Engelfürst des Königreichs Persien hat
mir einundzwanzig Tage widerstanden; und siehe, Michael, einer der ersten unter
den Engelfürsten, kam mir zu Hilfe, und ihm überließ ich den Kampf mit dem
Engelfürsten des Königreichs Persien. Nun aber komme ich, um dir Bericht zu
geben, wie es deinem Volk gehen wird am Ende der Tage; denn das Gesicht geht auf
ferne Zeit" (Verse 13-14).
Später erklärt derselbe Engel weitere Details im Bezug auf die unsichtbare
Geistwelt: „Weißt du, warum ich zu dir gekommen bin? Und jetzt muss ich wieder
hin und mit dem Engelfürsten von Persien kämpfen; und wenn ich das hinter mich
gebracht habe, siehe, dann wird der Engelfürst von Griechenland kommen. – Doch
zuvor will ich dir kundtun, was geschrieben ist im Buch der Wahrheit – Und es
ist keiner, der mir hilft gegen jene, außer eurem Engelfürsten Michael" (Verse
20-21).
Diese Passage berichtet eindeutig von geistlichen Kriegen! Sie
beschreibt einen Kampf, der hinter dem Weltgeschehen in der Geistwelt
ausgefochten wird. Denn Satan der Teufel wird als „Gott dieser Welt"
beschrieben, der den Ungläubigen „den Sinn verblendet" hat (2. Korinther
4, 4).
Satan heißt auch „der Mächtige, der in der Luft herrscht" und „der Geist,
der zu dieser Zeit am Werk ist in den Kindern des Ungehorsams" (Epheser 2, 2).
Der Engel, der zu Daniel sprach, erzählte von einem Kampf zwischen Geistwesen,
in dem sogar der große Erzengel Michael (siehe Daniel 12, 1) zu Hilfe gerufen
werden musste!
Diese Welt, dieses „Zeitalter" – die beinahe 6000-jährige Periode von Adam
bis heute – war immer und ist auch heute noch eine Gesellschaft, die dominiert
wird von Satan dem Teufel und seinen Millionen gefallener Engel oder „Dämonen",
die ihm in die Rebellion gegen den Schöpfergott gefolgt sind.
„Satan" ist nicht lediglich ein allgemeiner Begriff für das Böse. Satan ist
keine blinde Macht. Satan der Teufel ist eine mächtige, geistliche
Persönlichkeit – ursprünglich von Gott als ein Cherub erschaffen – die gegen
Gott rebellierte. Sein ursprünglicher Name „Luzifer" bedeutet soviel wie
„Lichtträger". Aber seit seiner Rebellion wurde er „Satan" genannt – was
„Widersacher" bedeutet.
Beachten Sie Jesaja 14, 12-15: „Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner
Morgenstern! Wie wurdest du zu Boden geschlagen, der du alle Völker
niederschlugst! Du aber gedachtest in deinem Herzen: ‚Ich will in den Himmel
steigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen, ich will mich setzen
auf den Berg der Versammlung im fernsten Norden. Ich will auffahren über die
hohen Wolken und gleich sein dem Allerhöchsten.’ Ja, hinunter zu den Toten
fuhrest du, zur tiefsten Grube".
Hier lesen wir, wie der mächtige Luzifer einen Umsturz gegen Gott
plante! Seine großen Fähigkeiten und seine Eitelkeit ließen in ihm den
Entschluss reifen, es mit dem Schöpfer aufzunehmen!
In Hesekiel 28, 1-16 beschreibt Gott zunächst den menschlichen Prinzen von
Tyrus. Dieser war offensichtlich ein sehr fähiger Mann und uneingeschränkter
Herrscher – auf menschlicher Ebene – über dieses „New York" des Altertums.
Dann aber beginnt Hesekiel, die wirkliche „Macht hinter der Macht" zu
beschreiben – den „König" dieses heidnischen Stadtstaates. Lesen Sie: „Du
Menschenkind, stimm ein Klagelied an über den König von Tyrus und sprich zu ihm:
So spricht Gott der Herr: Du warst das Abbild der Vollkommenheit, voller
Weisheit und über die Maßen schön. In Eden warst du, im Garten Gottes,
geschmückt mit Edelsteinen jeder Art, mit Sarder, Topas, Diamant, Türkis, Onyx,
Jaspis, Saphir, Malachit, Smaragd. Von Gold war die Arbeit deiner Ohrringe und
des Perlenschmucks, den du trugst; am Tag, als du geschaffen wurdest, wurden sie
bereitet" (Verse 12-13). Hier finden wir eine Persönlichkeit, die schon Tausende
von Jahren vor Tyrus existiert hatte – im „Garten Eden"! Dennoch war er ein
erschaffenes Wesen (Vers 15), kein Mitglied der Gottfamilie.
Satan hat ein REICH
Nach geschickten Verhandlungen und politischen Manövern,
um eine Gefolgschaft an sich zu binden, wurde Satan vom „Berg" oder Reich
Gottes herabgestoßen. Wie wir aus Offenbarung 12, 3-4 erfahren, war es ihm
gelungen, ein Drittel aller Engel in seine Rebellion gegen Gott mit
einzubeziehen! Diese gefallenen Engel werden nun „Dämonen" genannt. Satan hat
also jetzt buchstäblich Millionen gefallener Engel als seine Gefolgschaft
und in diesem Sinn hat er ein „Reich", über das er in der Geistwelt herrscht.
Matthäus erzählt von der Versuchung Jesu durch Satan, eine Persönlichkeit
mit großer Überredungsgabe. „Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt,
damit er von dem Teufel versucht würde" (Matthäus 4, 1).
Dieser Bericht ist uns ein warnender Hinweis, dass Satan nichts dagegen
hat, Schriftstellen zu zitieren. Er besitzt sogar selbst die Kühnheit, gegenüber
dem Autor der heiligen Schrift, Jesus Christus, dessen eigene Schriftstellen zu
zitieren! „Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte
ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf
dich hinab; denn es steht geschrieben: ‚Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl
geben; und sie werden dich auf Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einem
Stein stößt’" (Matthäus 4, 5-6).
Dann bot Satan Jesus an: „Alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit [...]
will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest" (Verse 8-9).
Aber natürlich wusste Jesus, welche geistlichen Prinzipien hier Anwendung
fanden und erwiderte eine entsprechende Schriftstelle als Antwort: „Weg mit dir,
Satan! Denn es steht geschrieben: ‚Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und
ihm allein dienen’" (Vers 10). Jesus entschied sich dafür, Gott zu gehorchen und
sein Reich zu Gottes Zeitpunkt und auf Gottes Weise zu erhalten.
Später, als Jesus beschuldigt wurde, Dämonen mit dem Beelzebub
auszutreiben, sagte er: „Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird
verwüstet; und jede Stadt oder jedes Haus, das mit sich selbst uneins ist, kann
nicht bestehen. Wenn nun der Satan den Satan austreibt, so muss er mit sich
selbst uneins sein; wie kann dann sein [Satans] Reich bestehen?"
(Matthäus 12, 25-26).
Satan besitzt ein Reich! Er ist der unsichtbare „Gott" dieser Welt (2.
Korinther 4, 4). Er ist der größte Verführer der Menschen und Nationen. „Und es
wurde hinausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt: Teufel
und Satan, der die ganze Welt verführt, und er wurde auf die Erde geworfen, und
seine Engel wurden mit ihm dahin geworfen" (Offenbarung 12, 9).
Das Geistwesen Satan wird starken Einfluss auf den bald erscheinenden,
charismatischen politischen Diktator ausüben. Dieser wird möglicherweise sogar
direkt von ihm besessen sein und er wird eine mächtige Supermacht verführen, die
in einem wieder erstarkten, militanten und vereinten Europa – dem endzeitlichen
„Babylon" – aufkommen wird! Satan wird der „Gott" sein, der das falsche
religiöse System mit Leben und Macht erfüllt, durch das er diese
weltbeherrschende wirtschaftliche und politische Macht lenkt! Sie brauchen nicht
blindlings den Aussagen in dieser Broschüre zu glauben. Lesen Sie es selbst in
der Bibel!
Gottes Wort sagt voraus, dass dieses kommende, unterdrückende System
buchstäblich von Dämonen in Gang gehalten wird: „Danach sah ich einen anderen
Engel herniederfahren vom Himmel, der hatte große Macht, und die Erde wurde
erleuchtet von seinem Glanz. Und er rief mit mächtiger Stimme: Sie ist gefallen,
sie ist gefallen, Babylon, die Große, und ist eine Behausung der Teufel geworden
und ein Gefängnis aller unreinen Geister und ein Gefängnis aller unreinen Vögel
und ein Gefängnis aller unreinen und verhassten Tiere. Denn von dem Zorneswein
ihrer Hurerei haben alle Völker getrunken, und die Könige auf Erden haben mit
ihr Hurerei getrieben, und die Kaufleute auf Erden sind reich geworden von ihrer
großen Üppigkeit. Und ich hörte eine andre Stimme vom Himmel, die sprach: Geht
hinaus aus ihr, mein Volk, dass ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nicht
empfangt von ihren Plagen" (Offenbarung 18, 1-4).
Satan wird diese kommenden Regenten sogar dazu motivieren, gegen Christus
zu kämpfen, wenn er als König aller Könige und Herr aller Herren zurückkehrt.
Aber Christus wird Satan entthronen und seine Herrschaft beenden.
Satan der „Fälscher"
Jesus kritisierte die religiösen Führer seiner Zeit für
ihre Heuchelei. Diese Geistlichen gaben vor, ein göttliches Leben zu führen,
aber sie lehnten es ab, die geistliche Dimension von Gottes Gesetz zu befolgen.
Jesus erklärte, dass sie dieselben Charaktereigenschaften wie Satan hätten und
gebrauchte eine Analogie, dass sie nicht anders handeln könnten, wenn Satan ihr
Vater war – „wie der Vater, so der Sohn". Der Teufel lügt und mordet; es sollte
also nicht überraschen, dass die Kinder des Teufels dasselbe tun und ein
pervertiertes Evangelium der Täuschung und Falschheit predigen!
Wichtig ist, dass wir begreifen, dass Satan buchstäblich der „Vater der
Lüge" ist. Er belügt und täuscht die Menschheit ständig – und ebenso tun es
seine Diener. Für manche Menschen unter dem Einfluss des Satans wird es sogar so
normal, zu lügen, dass sie es oft leichter finden, Lügen zu erzählen, als die
Wahrheit zu sagen!
Als Teil seiner Verschwörung, Gottes Plan für die Menschheit zu
durchkreuzen, hat Satan seine eigenen Prediger! Der Apostel Paulus warnte
Christen vor der großen Verführung, die von Satan und seinen Predigern ausging:
„Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter und verstellen sich
als Apostel Christi. Und das ist auch kein Wunder, denn er selbst, der Satan,
verstellt sich als Engel des Lichts. Darum ist es nichts Großes, wenn sich auch
seine Diener verstellen als Diener der Gerechtigkeit; deren Ende wird sein nach
ihren Werken" (2. Korinther 11, 13-15).
Satans Prediger sehen oft aus, wie sich verführte Christen einen Prediger
Christi vorstellen, und sie hören sich auch so an! Doch sie predigen einen
„anderen Jesus" und verkünden ein „anderes Evangelium". So liegt es also an
jedem Einzelnen – auch an Ihnen! – die Bibel wirklich zu studieren und
sich selbst zu beweisen, was Jesus und die frühen Apostel wirklich
lehrten und praktizierten.
Die zwei Babylons
Die Bibel beschreibt nicht nur ein, sondern zwei
„Babylons". Nicht lange nach der Sintflut wurde ein „Babylon" gegründet – der
altertümliche Stadtstaat, der von einem Mann namens „Nimrod" errichtet wurde (1.
Mose 10, 8-10). Das zweite Babylon ist ein modernes System aus Kirche und
Staat, das in Offenbarung 17 und 18 beschrieben ist. Dessen Führer werden
buchstäblich bei Christi zweitem Kommen gegen ihn kämpfen (Offenbarung
17, 12-14)!
Denken Sie darüber nach! Hunderte von Millionen Menschen aus diesem
endzeitlichen „Babylon" sind so verführt, dass sie die Kühnheit besitzen
werden, tatsächlich gegen den zurückkehrenden Sohn Gottes und die Armeen des
Himmels Krieg zu führen!
Um zu verstehen, wie dieses „Babylon" genannte System begann, gehen wir zu
den frühesten Zeiten der Menschheitsgeschichte zurück. In 1. Mose 10 – kurz nach
der Sintflut – begann die Menschheit wieder, sich zu vermehren. Die wilden Tiere
vermehrten sich ebenfalls und die Menschen brauchten einen Schutz vor ihnen. Zu
diesem Zeitpunkt wurde ein Sohn von „Kusch" geboren. Die Bibel berichtet: „Kusch
aber zeugte den Nimrod. Der war der erste, der Macht gewann auf Erden, und war
ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn. Daher spricht man: Das ist ein gewaltiger
Jäger vor dem Herrn wie Nimrod. Und der Anfang seines Reichs war Babel, Erech,
Akad und Kalne im Lande Sinear" (1. Mose 10, 8-10).
Dieser „gewaltige Jäger" – der von imposantem Körperbau gewesen sein soll –
begann also, Menschen in Städten zu sammeln, um sie zu schützen und auch, um sie
unter seine persönliche Kontrolle zu bringen. Der Anfang von Nimrods
Reich war „Babel" – Babylon. Von dort aus errichtete er weitere
Siedlungen und organisierte die Menschen in einer Weise, dass sie sich von Gott
„unabhängig" fühlten – dass sie glaubten, nicht länger Gottes Schutz zu
brauchen. Letztlich begannen die Menschen – die „einerlei Zunge und Sprache"
hatten (1. Mose 11, 1) – einen massiven Wolkenkratzer oder „Turm" zu bauen, der
„Turm zu Babel" genannt wurde (Verse 4-9).
Gott wusste, dass sich die Menschen unter diesem babylonischen System
schnell von ihm entfernen und schon bald Waffen erfinden würden, mit denen sie
sich selbst zerstören würden. Gott sagte: „Siehe, es ist einerlei Volk
und einerlei Sprache unter ihnen allen, und dies ist der Anfang ihres
Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was
sie sich vorgenommen haben zu tun" (Vers 6). Die schöpferische Kraft des
menschlichen Geistes war so groß, dass Gott wusste, die Menschen würden
schreckliche Waffen entwickeln, mit denen sie fähig wären, die Erde zu
zerstören, und dass somit sein Plan, den Menschen 6000 Jahre zu geben um
Lektionen des menschlichen Leidens zu schreiben, vor der Zeit beendet sein
könnte, die er vorgesehen hatte! Also kam Gott, um ihre „Sprache zu verwirren"
und sie über die ganze Erde zu zerstreuen.
Doch die Geschichte sowie altertümliche Legenden und Geschichten fast aller
Kulturen geben zu erkennen, dass die Philosophie und Religion, die von Nimrod
und seiner üblen Frau Semiramis ins Leben gerufen wurden, sich bis heute
erhalten haben. Denn nach Nimrods Tod behauptete Semiramis, dass dieser nun der
„Sonnengott" sei. Der Autor Alexander Hislop schrieb:
„Die chaldäischen Mysterien lassen sich bis zu den Tagen
von Semiramis zurückverfolgen, die nur wenige Jahrhunderte nach der Sintflut
gelebt hatte und von der man weiß, dass sie diesen [Mysterien] den Stempel ihres
eigenen, verdorbenen Geistes aufgedrückt hat. Diese schöne aber verlassene
Königin von Babylon war nicht nur selbst ein Ausbund an ungezügelter Lust und
Freizügigkeit, auch in den von ihr maßgeblich geformten Mysterien wurde sie als
Rhea, die große ‚Mutter’ der Götter verehrt – mit Ritualen, die sie mit Venus in
Verbindung bringen lassen, der Mutter aller Unreinheit. Die Stadt, in der sie
regiert hatte, wurde so ein schlechtes Vorbild unter den Nationen und eine
Hochburg des Götzendienstes und der Tempelprostitution. So wurde diese
chaldäische Königin ein passender und bemerkenswerter Prototyp der ‚Frau’
im Buch der Offenbarung mit ihrem goldenen Kelch in der Hand und dem Namen auf
ihrer Stirn: ‚Das große Babylon, die Mutter der Hurerei und aller Gräuel auf
Erden’. Das apokalyptische Emblem der Hure mit einem Kelch in der Hand wurde
sogar in den Symbolen des Götzendienstes integriert, die aus dem altertümlichen
Babylon überliefert wurden, wie sie dann in Griechenland gezeigt wurden; so
wurde die griechische Venus ursprünglich dargestellt" (The Two Babylons
[Die zwei Babylons], Seiten 5-6).
Die falsche Religion breitet sich aus
Dieses babylonische System des Götzendienstes breitete
sich in der ganzen Welt aus, als die Bewohner der Stadt selbst zerstreut wurden
(1. Mose 11, 9). Als sie aus Babylon auszogen, nahmen diese Menschen die
Verehrung der Mutter mit Kind und die verschiedenen Symbole des „Mysteriums" mit
sich. Herodot, der altertümliche Weltreisende und Historiker bezeugte die
Mysterienreligion und ihre Rituale in vielen Ländern und schrieb darüber, wie
Babylon die Hauptwurzel allen Übels war, aus der alle Systeme des
Götzendienstes entsprangen. In seinem bekannten Werk Nineveh and Its Remains
[Ninive und seine Überreste] schrieb Layard, dass wir ein einheitliches Zeugnis
von weltlicher Geschichte und Kirchengeschichte haben, dass der Götzendienst
seinen Ursprung im Gebiet von Babylon hatte. Alexander Hislop zitiert diese
Historiker und andere Quellen und bestätigt so dessen Schlussfolgerung.
Später integrierte das Römische Reich die Götter und Religionen aus den
eroberten Ländern in sein eigenes System. Da Babylon die Quelle dieses
Heidentums war, können leicht erkennen, wie die frühe Religion in Rom eine Form
der babylonischen Götterverehrung war, die sich lediglich in abgeänderten Namen
und Praktiken in den Ländern wieder fand, in die sie gelangte. In seinem gut
durch historische Quellen dokumentierten Buch Pagan and Christian Creeds
[Heidnische und christliche Glaubenslehren] schrieb Edward Carpenter: „Die
Ähnlichkeit zwischen altertümlichen, heidnischen Legenden und
Glaubensüberzeugungen einerseits und den christlichen Traditionen andererseits
war so groß, dass sie die Aufmerksamkeit und den unverhohlenen Zorn der frühen
Christen auf sich zog... Da sie nicht wussten, wie dies zu erklären war, griffen
sie auf die Theorie zurück, dass der Teufel viele Jahrhunderte zuvor die Heiden
dazu gebracht haben musste, bestimmte Glaubenslehren und Praktiken zu
übernehmen" (Seite 25).
Carpenter zitierte auch Tertullian, einen der frühen „Kirchenväter", der
zwischen 160 und 220 n.Chr. gelebt hat und sagte: „Der Teufel imitiert durch
die Mysterien seiner Götzen selbst die wichtigsten Teile der göttlichen
Mysterien" (ebenda).
Und Carpenter bemerkte weiter: „Auch Cortez beklagte sich, dass der Teufel
möglicherweise den Mexikanern dasselbe beigebracht hatte, was Gott die Christen
gelehrt hatte" (ebenda). Der berühmte spanische Entdecker hatte
herausgefunden, dass die heidnischen Ureinwohner Mexikos bereits dieselben
heidnischen Riten praktizierten und viele derselben heidnischen
Glaubensüberzeugungen besaßen, die die römisch-katholische Kirche übernommen
hatte!
Da die Praktiken der heutigen Großkirchen nicht dieselben sind wie die im
Neuen Testament aufgezeichneten, ist es von besonderer Bedeutung, zu wissen, ob
hier eine absichtliche Vermischung von falschen, heidnischen Praktiken
mit den wahren Lehren Christi, der Apostel und der Bibel erfolgte. Viele
Historiker wie zum Beispiel Edward Gibbon haben die Veränderung erkannt, die
sich abspielte, nachdem eine große Menge von Heiden in die frühe christliche
Kirche eintrat und ihre heidnischen Bräuche und Glaubensüberzeugungen mit denen
der Kirche vermischte (siehe Decline and Fall of the Roman Empire
[Abstieg und Fall des Römischen Reichs], Band I, Kapitel 15).
Beachten Sie, wie die heutigen Großkirchen aus derselben Wurzel gewachsen
sind, wie das Heidentum! Satan hat ein gesamtes System eines „gefälschten
Christentums" entwickelt. Er beeinflusste eitle religiöse Führer, völlig
heidnische Ideen, Konzepte und Praktiken im „Christentum" einzuführen. Und
weil der Name „Christentum" auf der Verpackung steht, nehmen die meisten
Menschen an, dass es sich hierbei um die Religion Jesu Christi handelt. Sie
erkennen nicht, dass sich unter dem Deckmantel des „Christentums" ein völlig
falsches Konzept von Gott, Jesus Christus und seiner Botschaft sowie vom
Sinn des Lebens und dem Weg zum ewigen Leben verbirgt. Aber sie besitzen ein „gefälschtes"
Christentum, das die meisten Menschen vom wahren Gott abgeschnitten und für
viel Verwirrung, Leid und Tod gesorgt hat!
Beachten Sie diese Auszüge aus heidnischen sowie christlichen
Glaubenslehren: „Die christliche Kirche hat sich von der Diskussion um das
Heidentum strikt ferngehalten und vertrat den Standpunkt, dass sie, die Kirche,
eine einzigartige und göttliche Offenbarung repräsentiert. Und sie hat die
Menschheit so sehr davon überzeugt, dass heute nur wenige Menschen erkennen,
dass sie aus genau derselben Wurzel entsprang, wie das Heidentum, und dass sie
mit Letzterem bei weitem den größten Teil ihrer Lehren und Riten gemeinsam hat"
(Carpenter, Seiten 11-12).
„Die allgemeine Vorstellung besagt, dass die heidnischen Götter bei Christi
Kommen die Flucht ergriffen haben, doch es ist jedem Studenten sehr gut bekannt,
dass das den Tatsachen widerspricht. Zur Zeit der aufgezeichneten Erscheinung
Jesu und einige Jahrhunderte zuvor gab es Tempel, die in Griechenland Apollo und
Dionysos, in Rom Herkules, in Persien Mithra und in Babylon Baal und Astarte
geweiht waren. Daneben gab es Tempel, die vielen anderen Göttern geweiht waren.
Ein herausragendes Phänomen ist offenkundig: Unabhängig von großen
geographischen Distanzen und nationalen Unterschieden zwischen den Kulten in den
Details der Götterverehrung ist doch der allgemeine Rahmen der Glaubenslehren
und Zeremonien überall erkennbar ähnlich – wenn nicht identisch" (ebenda, Seiten
19-21).
„Diese heidnischen Glaubenslehren und Zeremonien, die Jahrhunderte vor
Christi Kommen bereits existiert hatten, waren nicht nur untereinander erkennbar
ähnlich, sondern sie ähnelten sogar dem wahren Christentum – eine Tatsache, die
nicht mehr als Zufall bezeichnet werden kann. Ein Beispiel: Von elf wichtigsten
Göttern aus sieben Ländern wurde geglaubt, dass alle oder fast alle um
Weihnachten geboren wurden, von einer Jungfrau, in einer Höhle unter der
Erde, und dass sie ein mühsames Leben zum Wohl des Menschen gelebt haben.
Sie wurden Lichtbringer, Heiler, Mittler und Erlöser genannt. Man
glaubte, dass sie von den Mächten der Finsternis besiegt wurden, in die
Hölle oder die Unterwelt hinab stiegen, wieder erschienen und Pioniere
der Menschheit auf ihrem Weg in eine himmlische Welt wurden... Krischna, eine
indische Gottheit weist eine beeindruckende Parallele mit dem Leben Christi auf"
(ebenda, Seiten 21-23).
Carpenter schreibt weiter: „Die Idee, dass Gott seinen Sohn opfert, um die
Welt zu erretten, ist so ungewöhnlich und erstaunlich – und dennoch findet sie
sich in vielen altertümlichen Religionen bis in früheste Zeit wieder und wurde
zu einem Teil ihrer Rituale" (ebenda, Seite 133). Diese ungewöhnlichen
Bräuche waren der Wahrheit so ähnlich, dass sie die Vermutung nahe legen, dass
hinter ihnen eine lenkende Kraft stand. Der unsichtbare „Gott" dieses
Zeitalters, den Christus den „Vater" der Lüge nannte (Johannes 8, 44),
schuf ein gefälschtes Christentum.
Der Da Vinci Code
Angesichts solch bemerkenswerter Ähnlichkeiten mit dem
tatsächlichen Christentum, wie sie diese elf Götter aus sieben Ländern
aufweisen, sollte man das Thema mit einer offenen Einstellung betrachten, um zu
prüfen, ob wir es heute vielleicht mit einer Verschmelzung von Heidentum mit dem
wahren Christentum zu tun haben.
Dan Browns The Da Vinci Code [Sakrileg] war über viele Monate auf
der Bestsellerliste. Millionen waren von dieser faszinierenden Novelle
gefesselt. Was ist so ungewöhnlich an ihr?
Obwohl in Form einer Novelle geschrieben – und mit Fiktion und Irrtümern
vermengt – kann sie den Leser dazu bringen, zu erkennen, dass sich unter der
Oberfläche unserer religiösen Ideen und Praktiken viel mehr verbirgt, als
einem normalerweise auffällt. In Sakrileg gibt es drei Hauptpersonen: Sophie
Neveu – eine talentierte französische Dechiffrierexpertin; Robert Langdon –
einen Symbolforscher aus Harvard; und Leigh Teabing – einen ehemaligen königlich
britischen Historiker.
Hören wir ein bisschen zu, wie sie sich über die Ursprünge dessen
unterhalten, was die Welt heute „Christentum" nennt:
„’Historiker staunen immer noch über die Glanzleistung,
mit der Konstantin die Sonne verehrende Heiden zum Christentum bekehrte. Indem
er heidnische Symbole, Zeiten und Rituale in die entstehende christliche
Tradition hineinmischte, erschuf er eine Art Hybridreligion, die für beide
Seiten akzeptabel war’.
‚Umwandlung’, sagte Langdon. ‚Die Spuren der heidnischen Religion in der
christlichen Symbolik sind nicht zu leugnen. Die ägyptischen Sonnenscheiben
wurden zu den Heiligenscheinen der katholischen Heiligen. Bildnisse von Isis,
die ihren auf wundersame Weise empfangenen Sohn Horus säugt, wurden zur Vorlage
für unsere modernen Bilder von der Jungfrau Maria, die das Jesuskind säugt. Und
praktisch alle Elemente des katholischen Rituals – die Mitra, der Altar, die
rituelle Lobpreisung und die Kommunion, die Handlung des „Gott essens" – wurden
direkt aus früheren heidnischen Mysterienreligionen entnommen’.
Teabing murrte. ‚Lass einen Symbolforscher nicht anfangen, über christliche
Darstellungen zu reden. Nichts am Christentum ist original. Der vorchristliche
Gott Mithras – der Sohn Gottes – und Licht der Welt genannt wurde – wurde am 25.
Dezember geboren, starb, wurde in einem Felsengrab beigesetzt und dann in drei
Tagen wieder auferweckt. Übrigens ist der 25. Dezember auch der Geburtstag von
Osiris, Adonis und Dionysos. Dem neu geborenen Krischna wurden Gold, Weihrauch
und Myrrhe dargebracht. Sogar der wöchentliche Feiertag des Christentums wurde
von den Heiden gestohlen’.
‚Was meinst du?’
‚Ursprünglich’, sagte Langdon, ‚hielt die Christenheit den jüdischen Sabbat
am Samstag ein, aber Konstantin verschob ihn, damit er mit dem Tag der
heidnischen Verehrung der Sonne übereinstimmte’. Er hielt inne und grinste. ‚Bis
zum heutigen Tag besuchen die meisten Kirchgänger den Gottesdienst am
Sonntagmorgen ohne zu ahnen, dass sie dort sind wegen des wöchentlichen Tributs
an den heidnischen Sonnengott – des Sonntags’" (The Da Vinci Code
[Sakrileg], Seiten 232-233; eigene Übersetzung).
Die historische Wahrheit
„Aber das ist alles Fiktion", mögen Sie einwenden.
„Woher bekam dieser verrückte Autor all seine komischen Ideen? Ich bin mir
sicher, dass meine Religion vollständig auf der Bibel basiert!"
Seien Sie sich nicht zu sicher!
Die Bibel selbst sagt uns: „Prüft aber alles, und das Gute behaltet"
(1. Thessalonicher 5, 21). Wahr ist nämlich – und ich möchte Ihnen die
Herausforderung geben, dies zu prüfen –, dass dieser Teil von Dan Browns Buch
auf gesicherten Fakten beruht. Denn einige Historiker erkennen an, dass das
ursprüngliche Christentum Jesu und der Apostel auf dramatische Weise innerhalb
von wenigen Jahrhunderten nach dem Tod Jesu verändert wurde! Der bekannte
Historiker Will Durant schrieb:
„Das Christentum zerstörte das Heidentum nicht; es
adoptierte es. Die griechische Denkweise, im Abstieg begriffen, kam zu neuem
Leben in der Theologie und Liturgie der Kirche; die griechische Sprache, die für
viele Jahrhunderte die Philosophie beherrscht hatte, wurde zum Träger
christlicher Literatur und des christlichen Rituals; die griechischen Mysterien
wurden in den beeindruckenden Mysterien der Messe fortgesetzt. Weitere
heidnische Kulturen trugen zum synkretistischen Ergebnis bei. Aus Ägypten kamen
die Ideen der göttlichen Dreieinigkeit... und einer persönlichen Unsterblichkeit
mit Belohnung und Bestrafung; aus Ägypten kamen ebenfalls die Verehrung einer
Mutter mit Kind und die mystische Theosophie, aus der der Neoplatonismus und der
Gnostizismus entstanden und die den christlichen Glauben verdunkelte; und hier
fand auch das christliche Mönchstum sein Vorbild und seinen Ursprung. Aus
Phrygien stammte die Verehrung einer Muttergottes; aus Syrien das
Auferstehungsdrama von Adonis; aus Thrakien wohl der Kult des Dionysios, des
sterbenden und rettenden Gottes... . Das Ritual des Mithras war der
Eucharistiefeier der Messe so ähnlich, dass die christlichen Väter den Teufel
beschuldigten, diese Ähnlichkeiten erfunden zu haben, um schwache Seelen zu
verführen. Das Christentum war die letzte große Erfindung der altertümlichen,
heidnischen Welt.... [Die Eucharistie] war eine Vorstellung, die seit langer
Zeit bestand; der heidnisch geprägte Verstand brauchte keine Schulung, um sie
anzunehmen; durch die Übernahme des „Mysteriums der Messe" wurde das Christentum
zur letzten und größten der Mysterienreligionen" (The Story of Civilization
[Die Geschichte der Zivilisation], Band 5, Durant, Seiten 595 und 599).
Paul Johnson ist einer der vielen respektierten
Historiker, die offen anerkennen, dass der biblische Siebenten-Tags-Sabbat,
den Christus und die ursprünglichen Apostel einhielten, abgeändert wurde. „Viele
Christen trafen keine klare Unterscheidung zwischen diesem Sonnenkult und ihrem
eigenen. Sie beschrieben Christus als denjenigen, ‚der in seinem Streitwagen
quer über den Himmel ritt’, hielten ihre Versammlungen am Sonntag ab, knieten
Richtung Osten und hatten ihr Geburtsfest am 25. Dezember, dem Geburtstag der
Sonne bei der Wintersonnenwende. In der späteren Wiederbelebung heidnischer
Bräuche unter Kaiser Julian fiel vielen Christen der Glaubensabfall wegen dieser
Verwirrung leicht; der Bischof von Troja erzählte Julian, dass er schon immer
heimlich die Sonne angebetet hatte. Konstantin hatte die Sonnenanbetung nie
abgelegt und hatte die Sonne auf seinen Münzen eingeprägt. Er machte
den Sonntag zu einem Ruhetag" (A History of Christianity [Eine
Geschichte des Christentums], Seiten 67-69).
Und was geschah nach Konstantin? Der weithin bekannte Autor des
traditionellen Christentums, Jesse Lyman Hurlbut erklärt:
„Das Format und die Zeremonien des Heidentums schlichen
sich schrittweise in den Gottesdienst ein. Manche der alten, heidnischen
Feiertage wurden zu Kirchenfesten, mit einer Änderung ihres Namens und darin,
wie sie begangen wurden. Etwa um 405 n.Chr. erschienen erstmals Abbilder der
Heiligen und Märtyrer in den Kirchen, zuerst als Gedenktafeln, in der Folge dann
verehrt und angebetet. Die Anbetung der Jungfrau Maria war der Ersatz für die
Anbetung von Venus und Diana; das Abendmahl wurde zu einer Opferhandlung,
anstatt zu einer Gedenkfeier; und die Kirchenältesten wurden von Predigern zu
Priestern... Kirche und Staat wurden zu einer Einheit, als das Christentum zur
Staatsreligion ernannt wurde und aus dieser unnatürlichen Vereinigung entstanden
zwei Übel, das eine in den östlichen und das andere in den westlichen Provinzen.
Im Osten dominierte der Staat die Kirche, bis diese alle Energie und Lebenskraft
verlor. Im Westen [in Rom] ergriff die Kirche, wie wir noch sehen werden, die
Macht über den Staat und das Ergebnis war nicht ein Christentum, sondern eine
mehr oder weniger korrupte Hierarchie, die die Nationen Europas kontrollierte
und die Kirche im Wesentlichen zu einer politischen Maschinerie machte" (The
Story of the Christian Church [Geschichte der christlichen Kirche], Seiten
79-80).
Ein modernes „Babylon" entstand
Wohin führte das alles? Wir haben gerade Hurlbuts
Erklärung gelesen, dass die bekennende christliche Kirche des Mittelalters „im
Wesentlichen eine politische Maschinerie" war. Sie war mit heidnischen
Konzepten, Lehren und Praktiken gesättigt. Haben dann die Führer der
protestantischen Reformation die bekennende christliche Kirche wirklich wieder
„auf den rechten Weg" geführt, hin zum Glauben, „der ein für alle Mal den
Heiligen überliefert ist" (Judas 3) – zurück zum wahren Christentum Jesu und der
ursprünglichen Apostel? Obwohl die protestantischen Reformatoren aufrichtig
waren, behielten sie die meisten der gegen das Gesetz und gegen den Gehorsam
gerichteten Einstellungen bei, die sie vor ihrer Rebellion gegen die „Mutter
Rom" verinnerlicht hatten. Wie Rom waren auch sie immer noch in dem vom
Heidentum durchtränkten System falscher Lehren, heidnischer Feiertage und eines
falschen Konzepts von Gott verstrickt, das Gott selbst in Offenbarung 17, 4-5
beschreibt: „Und die Frau war bekleidet mit Purpur und Scharlach und geschmückt
mit Gold und Edelsteinen und Perlen und hatte einen goldenen Becher in der Hand,
voll von Gräuel und Unreinheit ihrer Hurerei, und auf ihrer Stirn war
geschrieben ein Name, EIN GEHEIMNIS: DAS GROSSE BABYLON, DIE MUTTER DER HUREREI
UND ALLER GRÄUEL AUF ERDEN".
Mit dieser Form des „Christentums" als Staatsreligion „bekehrten" sich die
Heiden in Massen. Viele taten es aus Eigennutz statt aus Überzeugung und
behielten insgeheim ihre alten Glaubensüberzeugungen bei. Andere gelangten zu
dem neuen, vermischten Glauben als Ungebildete, die nur die einfachsten
Anweisungen, nicht aber die Glaubenslehren selbst verstanden.
„Babylon" steht symbolisch für Verwirrung. Die Entstehung der
Römisch-Katholischen Kirche und später das Aufkommen von Dutzenden von
„Tochterkirchen" haben mit Sicherheit zu einem geistlichen Durcheinander
miteinander in Konflikt stehender Gruppierungen, Lehren, Glaubensüberzeugungen
und Praktiken geführt – die angeblich alle „christlich" sein sollen. Doch
keine von diesen entspricht auch nur im Entferntesten dem Christentum der
ursprünglichen Apostel und der frühen Kirche Gottes in den ersten Jahrzehnten
nach dem Tod von Jesus von Nazareth. Sie haben allesamt Dutzende
heidnischer Ideen und Praktiken beibehalten, die der frühen Kirche völlig fremd
gewesen wären! Satan hat tatsächlich ganze Arbeit geleistet, als er ein
gefälschtes Christentum erschuf.
Obwohl Alexander Hislop bis zu seinem Tode ein Protestant geblieben zu sein
scheint, wies er ausdrücklich – und mit vielen historischen Dokumenten –
darauf hin, dass die moderne Römisch-Katholische Kirche eine Fortsetzung der
altertümlichen babylonischen Mysterienreligion ist und dass ihre religiösen
Feste und die meisten ihrer Praktiken direkt aus der babylonischen Religion und
ihrem Priestertum entnommen sind. Zum Teil zeigt Hislop auch die
Verbindung mit den „Tochterkirchen", die aus Rom entstanden sind. Aber er war
offenbar nicht in der Lage, die volle Bedeutung dessen zu erkennen, was mit dem
modernen „Christentum" geschehen war.
Zu Beginn seines Buchs The Two Babylons [Die zwei Babylons] legt
Hislop seine grundlegende These dar, die er in der Folge eingehend dokumentiert:
„Es war schon immer bekannt, dass das Papsttum nichts
anderes als ein getauftes Heidentum ist; aber Gott macht nun deutlich, dass das
Heidentum, das von Rom getauft wurde, in allen wesentlichen Elementen das
gleiche Heidentum ist, das schon im altertümlichen, buchstäblichen Babylon
bestand, als Jehova vor Cyrus die ehernen Tore zerschlug und die eisernen Riegel
zerbrach... Dessen Gericht kommt offenbar nun sehr schnell; und während es sich
nähert, macht es die Vorsehung Gottes zusammen mit dem Wort Gottes durch das
Licht, das von allen Ecken eindringt immer deutlicher, dass Rom tatsächlich das
Babylon der Apokalypse ist; dass der wesentliche Charakter ihres Systems, die
Objekte ihrer Anbetung, ihre Festtage, ihre Lehren und Ordnungen, ihre Riten und
Zeremonien, ihre Priester und Orden allesamt aus dem altertümlichen Babylon
entlehnt wurden; und schließlich, dass der Papst selbst wahrhaftig und
rechtmäßig der direkte Repräsentant von Belsazer ist. In dem Kampf, der seither
gegen den Vorherrschaftsanspruch Roms geführt wird, wurde es allzu oft für
ausreichend gehalten, die dreiste Anmaßung anzusprechen und zu widerlegen, dass
sie die Mutter und Herrin aller Kirche sei – die eine Katholische Kirche,
außerhalb deren Grenzen es kein Heil gäbe. Wenn es je eine Entschuldigung dafür
gab, auf diese Weise mit ihr umzugehen, dann gibt es diese Entschuldigung nun
nicht mehr. Wenn die Ansicht, die ich hier dargelegt habe, Bestand hat, muss ihr
der Name einer christlichen Kirche gänzlich entzogen werden; denn wenn es eine
Kirche Christi war, was sich in jener Nacht traf, als der Pontiff-König von
Babylon inmitten von tausend Mächtigen „die goldenen, silbernen, ehernen,
eisernen, hölzernen und steinernen Götter" lobte (Daniel 5, 4), dann verdient
die Kirche von Rom den Namen einer christlichen Kirche; sonst aber nicht. Dies
wird ohne Zweifel für manche ein sehr erschreckender Standpunkt sein; doch
dieses Werk wird ihn untermauern; und der Leser möge für sich selbst
entscheiden, ob ich nicht hinreichend Beweise liefere, um meinen Standpunkt zu
erhärten" (Hislop, Seiten 2-3).
Später beschreibt Hislop, wie die katholische „Beichte"
aus dem Heidentum entliehen wurde, die den Priestern größere Macht über die
Mitglieder ihrer Kirche gab. Er erklärt, dass zwischen dem Zeitpunkt, an dem
Christus seinen Aposteln die volle Wahrheit offenbart hatte und der Einführung
der heidnischen Feste Weihnachten und Ostern in das „Christentum" einige
Jahrhunderte lagen. „Tatsächlich", so schreibt Hislop, „geben die
gelehrtesten und freimütigsten Autoren aller Parteien zu, dass der genaue Tag
der Geburt unseres Herrn nicht bestimmt werden kann, und dass man innerhalb der
christlichen Kirche bis ins dritte Jahrhundert noch nicht einmal von einem Fest
wie Weihnachten gehört hatte und dass es sogar bis ins späte vierte Jahrhundert
dauerte, bis es von vielen gefeiert wurde. Wie also kam die Römische Kirche auf
den 25. Dezember als Weihnachtstag? Die Antwort: Lange vor dem vierten
Jahrhundert, ja sogar lange vor der christlichen Ära überhaupt, wurde genau zu
dieser Zeit des Jahres unter den Heiden ein Fest begangen, um die Geburt
des Sohnes der babylonischen Himmelskönigin zu feiern; und man kann wohl davon
ausgehen, dass dasselbe Fest von der Römischen Kirche übernommen wurde, um die
Heiden für sich zu gewinnen und die Zahl derer anschwellen zu lassen, die sich
dem Namen nach zum Christentum bekannten – nur, dass man ihm nun einen
christlichen Namen gab. Diese Tendenz seitens der Christen, dem Heidentum auf
halbem Wege entgegenzukommen, wurde schon sehr früh entwickelt" (ebenda,
Seiten 92-93).
Das stimmt.
Dem Heidentum auf halbem Wege entgegenzukommen, „wurde schon sehr früh
entwickelt", schreibt Hislop. Doch Gott sagte deutlich zu unseren Vorfahren:
„Ihr sollt nicht den Gottesdienst der Heiden annehmen und sollt euch
nicht fürchten vor den Zeichen des Himmels, wie die Heiden sich fürchten. Denn
ihre Götter sind alle nichts. Man fällt im Walde einen Baum, und der Bildhauer
macht daraus mit dem Schnitzmesser ein Werk von Menschenhänden, und er schmückt
es mit Silber und Gold und befestigt es mit Nagel und Hammer, dass es nicht
umfalle" (Jeremia 10, 2-4). Doch moderne Kirchgänger beharren darin, genau
das zu tun – und sie besitzen dann noch die Kühnheit, auf die Verpackung
dieser heidnischen Lehren und Praktiken „christlich" zu schreiben! Wer ernsthaft
an der grundlegenden Geschichte dieser Beziehung zwischen dem altertümlichen
Babylon und der modernen, bekennenden Christenheit interessiert ist, sollte wenn
möglich solche Bücher wie The Two Babylons [Die zwei Babylons], Pagan
and Christian Creeds [Heidnische und christliche Glaubenslehren], The
Golden Bough [Der goldene Ast] von Sir James Frazer und viele
ähnliche Werke der Geschichte und Theologie finden und lesen. Wenn Sie dafür
offen sind, ist es relativ leicht, zu beweisen, dass das moderne
„Kirchentum" lediglich eine Fortsetzung der alten babylonischen Religion ist,
die nach außen hin den Stempel „christlich" trägt!
Sind die Protestanten aus BABYLON
„herausgekommen"?
Viele konservative protestantische und orthodoxe Führer
und Theologen werden von ganzem Herzen zustimmen, dass die Römisch-Katholische
Kirche tatsächlich eine Fortsetzung von „Babylon" ist. Sie sind mit der Tatsache
wohl vertraut, dass die meisten der frühen protestantischen Führer Rom klar als
„Babylon" und als die „große Hure" identifizierten, wie sie in Offenbarung 17 –
18 beschrieben ist.
Aber was ist die wahre Grundlage der protestantischen Kirchen von heute in
aller Welt? Warum lehnten sich die frühen Führer gegen die Autorität der
Römisch-Katholischen Kirche auf? In welchem Maß sind sie für das heute
„gespaltene Christentum" mit verantwortlich?
Haben die protestantischen Reformatoren ihre erklärten Ziele erreicht? Und
wichtiger noch ist die Frage: Ist es den protestantischen Reformatoren gelungen,
zum Glauben, „der ein für alle Mal den Heiligen überliefert ist" (Judas 3)
zurückzukehren?
Jeder von uns sollte den bekannten Ausspruch des protestantischen Theologen
Chillingworth prüfen, der sagte: „Die Bibel, die gesamte Bibel und nichts als
die Bibel ist die Religion der Protestanten" (Schaff-Herzog Encyclopedia of
Religious Knowledge, Artikel „Chillingworth, W."). In ihrer ständigen
Bestätigung der Schrift als „inspirierte Anweisung für Glaube und Praktiken" (ebenda,
Artikel „Bibel"), haben sich die protestantischen Führer selbst verpflichtet,
der Religion Jesu Christi und seiner Apostel in jeder Hinsicht zu folgen.
Fast alle Gelehrten erkennen an, dass der Urheber und Begründer des
Protestantismus Dr. Martin Luther war. Doch Luther verwarf immer wieder die
Autorität der Schrift, wenn ihm danach war – obwohl er oft etwas anderes
erklärte!
Es ist bemerkenswert, dass Luther bei der Ablehnung der Lehre der
Transsubstantiation [tatsächlichen Umwandlung der Hostie in den Leib Christi]
die absolute Autorität der Schrift in Glaubensfragen und Praktiken erklärt. Er
sagt: „Denn das, was ohne die Autorität der Schrift oder einer bewiesenen
Offenbarung erklärt wird, kann als Meinung gelten, aber es gibt keine
Verpflichtung, es zu glauben... Transsubstantiation... muss als eine Erfindung
des menschlichen Geistes angesehen werden, weil sie sich weder durch die Schrift
noch durch den gesunden Menschenverstand begründen lässt" (Documents of the
Christian Church [Dokumente der christlichen Kirche], Hrsg. Bettenson, Seite
280).
Hätte Luther nur diese Art der Prüfung anhand der Bibel auf alle seine
Lehren angewandt, so wäre die Welt von heute vielleicht ganz anders! Denn als
man ihm vorwarf, das Wort „sola" (allein) in Römer 3, 28 eingefügt zu
haben, antwortete er, wie durch den Historiker Johannes Alzog zitiert, hastig:
„Sollte euer Papst sich unnötig über das Wort ‚sola’ aufregen, so mögen
Sie ihm gleich antworten: Es ist der Wille von Dr. Martin Luther, dass es so
sei" (Manual of Universal Church History [Handbuch der universellen
Kirchengeschichte], Seite 199). Und es ist bemerkenswert, dass für unbiblische
Abänderungen wie diese keine andere Begründung geliefert wurde. Hinsichtlich
seiner persönlichen Glaubensüberzeugungen war Martin Luther wirklich ein
eigenwilliger Mann.
Im Bezug auf die Beurteilung eines Menschen oder einer Bewegung sagte
Jesus: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen" (Matthäus 7, 20). Der
Historiker Henry C. Vedder berichtet von den Anweisungen, die Martin Luther den
deutschen Fürsten gab, als Tausende von Bauern, die aufrichtig seiner Revolte
gegen Rom gefolgt waren, sich auch gegen diese arroganten Fürsten auflehnten:
„Rebellion ist kein schändlicher Mord, aber dennoch wie
ein großes Feuer, das ein Land entzündet und vernichtet; daher bringt Aufruhr
ein Land voller Mord und Blutvergießen, bringt Witwen und Waisen hervor und
zerstört alles wie die größte Katastrophe. Deshalb sollte, wer kann,
erschlagen, erwürgen und erstechen, im Verborgenen oder öffentlich, und
sollte daran denken, dass es nichts Giftigeres, Schändlicheres und Teuflischeres
gibt, als einen rebellischen Mann. Wie man einen irren Hund schlachten muss;
bekämpft ihr ihn nicht, wird er euch bekämpfen, und ein ganzes Land mit ihm.
Lasst die zivile Macht mutig vorrücken und zuschlagen, solange sie einen
Muskel bewegen kann. Denn darin liegt der Vorteil: Die Bauern haben ein
schlechtes Gewissen und sind im Unrecht, und wenn ein Bauer getötet wird, so
hat er Leib und Seele verloren und geht für immer zum Teufel. Die zivile
Autorität hingegen hat ein reines Gewissen und weiß sich im Recht und kann mit
aller Sicherheit des Herzens zu Gott sagen: ‚Siehe, mein Gott, du hast mich zum
Prinzen oder Herrn ernannt, daran habe ich keinen Zweifel, und hast mir das
Schwert anvertraut gegen die Übeltäter (Römer 13, 4)... Deshalb will ich strafen
und erschlagen, solange ich einen Muskel bewegen kann; du wirst richten und für
gut heißen’... So herrliche Zeiten sind diese, dass ein Prinz leichter den
Himmel gewinnen kann, indem er Blut vergießt, als ein anderer durch Gebete"
(A Short History of the Baptists [Eine kurze Geschichte der Baptisten],
Seiten 173-174).
Sollten wir uns da nicht fragen: „Wenn dies die Worte
eines Reformators sind, der von Gott gesandt wurde, was ist dann das Maß
für die wahre Religion?" Sind dies die Worte eines Mannes, der vom
heiligen Geist Gottes geleitet wird? Hat der auferstandene Christus diesen Mann
gebraucht, um seine „kleine Herde" zu reinigen?
Es ist wahr, dass Luther und Calvin persönlich religiös motiviert waren.
Luther wurde ständig von Schuldgefühlen geplagt. In seiner extremen Betonung des
Heils durch den Glauben allein versuchte er verzweifelt, ein System zu
errichten, in dem das Gesetz Gottes und die Gerechtigkeit Gottes keinen Platz
hätten.
Doch Luthers persönliches geistliches Aufbegehren hätte nur geringe
Auswirkungen auf Deutschland oder die Welt gehabt, wenn er nicht an den
politischen und finanziellen Instinkt der deutschen Fürsten
appelliert hätte. Und „es ist richtig, zu sagen, dass die Motive, die zur
lutherischen Revolte führten, zum großen Teil weltlich waren und nicht
geistlich" (Alfred Plummer, The Continental Reformation [Die kontinentale
Reformation], Seite 9).
Besonders hinsichtlich seines Beharrens auf dem Glauben allein und
seiner Ablehnung zahlreicher Schriftstellen, die die Notwendigkeit des
Gehorsams lehrten, war Luther ein starrsinniger und eigenwilliger
Mann.
Die Bibel lehrt: „Sünde ist die Gesetzesübertretung" (1. Johannes 3, 4;
Schlachter-Übersetzung). Dies bezieht sich klar auf die Zehn Gebote – das
geistliche Gesetz, das Gott mit eigener Hand geschrieben hat. Jakobus
erklärte unter Inspiration: „Denn wenn jemand das ganze Gesetz hält und
sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig. Denn
der gesagt hat: ‚Du sollst nicht ehebrechen’, der hat auch gesagt: ‚Du sollst
nicht töten’. Wenn du nun nicht die Ehe brichst, tötest aber, bist du ein
Übertreter des Gesetzes. Redet so und handelt so, wie Leute,
die durchs Gesetz der Freiheit gerichtet werden" (Jakobus 2, 10-12).
Welches Gesetz verbietet Ehebruch und Mord? Offenkundig bezieht
Jakobus sich auf die Zehn Gebote. Und er schließt damit, uns zu ermahnen,
entsprechend diesem Gesetz zu reden und zu handeln. Und die Worte
Jesu stimmen damit überein. Denn als ein junger Mann von ihm den Weg zum ewigen
Leben wissen wollte, antwortete er: „Willst du aber zum Leben eingehen, so
halte die Gebote", und dann zählte er einige der Zehn Gebote auf (Matthäus
19, 16-19).
Luther ignorierte diese direkte Parallele zwischen dem Jakobusbrief
und den Lehren Jesu Christi, als er hochmütig über den Jakobusbrief sagte:
„Verglichen mit den Paulusbriefen ist das wahrhaft ein Strohbrief: Er
enthält absolut nichts, was einen an den Stil des Evangeliums erinnert"
(Alzog, Band III, Seite 208). Luther lehnte den gesamten Jakobusbrief
starrsinnig ab, weil er nicht mit seinen Lehren in Einklang stand!
Und in seiner Ablehnung der ersten fünf Bücher der Bibel erklärte
Luther: „Wir haben kein Verlangen danach, Mose zu sehen oder zu hören. Wir
wollen Mose den Juden überlassen, denen er gegeben war, um ihnen als
Sachsenspiegel zu dienen; er hat mit Heiden und Christen nichts gemeinsam und
wir sollten ihn nicht beachten" (Alzog, Band III, Seite 207).
Da Luther Mose in Verbindung mit Gottes Gesetz betrachtete – das
Luther hasste – wollte er nichts mit den inspirierten Schriften Moses zu tun
haben!
Aber da Luthers Lieblingsautor der Apostel Paulus war, stellt sich die
Frage, wie er auf Paulus’ inspirierte Worte an Timotheus reagierte: „Du weißt ja
[...], dass du von Kind auf die heilige Schrift kennst, die dich
unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus. Denn
alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung,
zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit" (2. Timotheus 3, 15-16).
Bedenken Sie, dass nur die Schriften des Alten Testaments niedergeschrieben
waren, als Timotheus ein Kind war.
Da Luther starrsinnig wünschte, Mose „nicht zu beachten", würden wir ihn
gerne an die Beschreibung der siegreichen Heiligen Gottes durch den Apostel
Johannes erinnern, die „das Lied des Mose, des Knechtes Gottes, und das
Lied des Lammes" singen (Offenbarung 15, 3). Doch wir hören sofort die Antwort
darauf in Luthers Schriften: „Ich halte die Offenbarungen des Johannes weder für
apostolisch noch für prophetisch" (Jules Michelet; The Life of Luther
[Das Leben Luthers], Seite 273). Dann könnte er hinzufügen: „Jeder mag sich
seine Meinung zu diesem Buch bilden. Ich für meinen Teil empfinde eine
Abneigung dagegen, und für mich ist das Grund genug, es abzulehnen"
(Alzog, Band III, Seite 208).
Und es ist eine Tatsache, dass Martin Luther bewusst die Autorität
jedes Buchs der Bibel zurückwies, gegen das er eine „Abneigung" empfand.
Jetzt können wir vielleicht die wahre Bedeutung der religiösen Verwirrung
unserer Tage verstehen. Die heutigen Protestanten haben das Erbe Luthers
angetreten – den sie als den größten Führer der Reformation betrachten – einen
Geist des Eigenwillens und eine Tendenz, die alles umfassende
Autorität des Wortes Gottes zurückzuweisen!
Der Historiker George P. Fisher schrieb über Luther: „In der Beibehaltung
von Riten und Bräuchen verlangte er keine ausdrückliche Autorisierung durch die
Bibel. Ihm genügte es, dass sie nicht verboten waren, dafür aber zweckdienlich
und nützlich. Seine Abneigung dagegen, sich von den Grundlagen des
lateinischen Christentums zu lösen, wenn es um Fragen der Lehre ging, ist
ebenfalls erkennbar" (History of Christian Doctrine [Geschichte der
christlichen Lehre], Seite 283).
In Luthers eigenen Worten: „Niemand kann leugnen, dass wir an allem
festhalten, alles glauben, singen und bekennen wie die alte Kirche, dass wir
nichts Neues darin machen noch etwas hinzufügen, und auf diese Weise
gehören wir zu der alten Kirche und sind eins mit ihr" (Thomas M. Lindsay,
A History of the Reformation [Eine Geschichte der Reformation], Band I,
Seite 468).
Anhand ihrer eigenen Aussagen lässt sich also beweisen, dass die
Protestanten sich als eine Weiterführung der historischen Katholischen Kirche
betrachteten, nur in einer anderen, „gereinigten" Form. Luther selbst
bekräftigte deutlich die wesentliche Einheit mit der Katholischen Kirche!
Über Calvin schrieb Fisher: „Er leugnete nicht, dass die christlichen
Gemeinschaften, die den Papst anerkennen, „Kirchen Christi" sind... Er leugnet
empört, dass er sich von der Kirche zurückgezogen haben soll" (History of
Christian Doctrine [Geschichte der christlichen Lehre], Seite 304). Philip
Schaff hob Calvins Beschreibung der historischen Römischen Kirche hervor: „Da
wir gerade die Absicht haben, uns mit der sichtbaren Kirche zu befassen,
können wir von dieser sogar den Titel einer Mutter lernen, wie es
nützlich und sogar notwendig ist, sie zu kennen" (History of the Christian
Church [Geschichte der christlichen Kirche], Band VIII, Seite 450).
Das Beharren der protestantischen Führer auf ihrer grundlegenden
Einigkeit mit der Katholischen Kirche und deren Identifikation als ihre
„Mutterkirche" ist von größter Bedeutung!
Gott identifiziert die Römisch-Katholische
Kirche
Martin Luthers früheste Übersetzungen des Neuen
Testaments beinhalteten viele Illustrationen, auf denen die
Römisch-Katholische Kirche als die „Hure Babylon" abgebildet war. In einer
Beschreibung dieser weithin verstandenen Interpretation erklärt Roland
Bainton: „Das gefallene Babylon ist eindeutig Rom" (Here I Stand [Hier
stehe ich], Seite 258).
Zahllose protestantische Bücher, Pamphlete und Traktate beinhalten heute
dieselbe Interpretation. Sie brandmarken die Römisch-Katholische Kirche als die
„große Hure" aus Offenbarung 17.
Aber man muss zugeben, dass die meisten protestantischen Gruppierungen
inzwischen aufgehört haben, diese Identifikation vorzunehmen. Nach der
Veröffentlichung solcher Bibelausgaben, Pamphlete und Traktate kam ihnen
plötzlich die Erkenntnis, dass sie mit dem Finger auf sich selbst zeigten!
Denn die korrupte römische „Mutterkirche" gebar Hurentöchter! Wenn
man die klaren und beständigen Prinzipien der Identifikation anhand der Bibel
aufrichtig anwendet, so sind die protestantischen Kirchen entsprechend „Töchter
der Hure", des heidnischen, von Glauben abgewichenen Rom!
Sie kamen im Protest aus ihr. Aber wir haben klar sehen können, dass
sie die meisten ihrer heidnischen Lehren und Konzepte beibehalten haben.
Sie folgen noch immer dem Beispiel Roms und mischen sich in Politik und
Kriege dieser Welt ein. Und wir haben sogar hinreichendes Zeugnis von den
Protestanten selbst, dass sie anerkennen, dass Rom ihre „Mutterkirche" ist!
Der protestantische Autor Rufus Jones schrieb, dass Luther „damit begann,
eine Kirche zu gründen, die aus denen bestand, die Glauben und geistliche Vision
hatten und die eine Fähigkeit und Kraft aufwiesen, das Wort Gottes zu verkünden.
Aber in Wirklichkeit bewahrte er ein großes Relikt altertümlicher
Glaubenslehren, einen ausgedehnten „Rattenschwanz" von Aberglauben,
Traditionen und Magie, sowie ein schweres Erbe an äußerlicher
Autorität" (The Church’s Debt to Heretics [Die Schuld der Kirche
gegenüber den Ketzern], Seite 228).
Mit anderen Worten: Die Protestanten bewahren noch immer viele
heidnische Lehren und Traditionen, die sie von Rom geerbt haben. Wir haben
gesehen, dass manche dieser falschen Traditionen heidnische Feiertage
beinhalten, die die frühen Katholiken übernahmen und denen sie christlich
klingende Namen gaben. Wir sollten diese Dinge genauer betrachten!
Die protestantischen Kirchen werden also von dem allmächtigen Gott als „Töchter
der Hure", des vom Glauben abgefallenen Rom, identifiziert!
Als Gott von diesem gesamten babylonischen System spricht, gebietet er:
„Geht hinaus aus ihr, mein Volk, dass ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und
nichts empfangt von ihren Plagen" (Offenbarung 18, 4).
Die Frage ist also, ob wir unserem Schöpfer gehorchen werden!
Was liegt vor uns?
Diese ganzen Informationen sind nicht nur eine
philosophische Auseinandersetzung mit wirklich heidnischen Praktiken – so
wichtig das auch sein mag. Ein Verständnis in dieser Angelegenheit kann dazu
beitragen, aufrichtige und eifrige Christen vor dem kommenden „Holocaust" zu
schützen, der in der Bibel als die große Bedrängnis geschildert wird – wenn sie
danach handeln! Der brillante Autor Adrian Hilton beschreibt den Hintergrund
dessen, was in unserer Zeit entsteht:
„Jesus hatte gesagt, dass sein Reich nicht von dieser
weltlichen Ordnung sein würde, und er sprach viel davon, dass die Welt und die
Kirche im Widerstreit liegen würden, bis er zurückkehrt. Erst als unter
Konstantin ein Prozess der Glaubensvermischung begann, fingen Christen an, das
Wesen des Tieres zu verstehen, das sich entwickelte. Der jüdische Sabbat am
Samstag wurde durch das Edikt Konstantins ersetzt, der Arbeit am ‚ehrwürdigen
Tag der Sonne’ [Sonntag] verbot, und die Feier des Passahs wurde für illegal
erklärt – bei Todesstrafe. Sie wurde ersetzt durch ‚Ostern’, das an einem
Sonntag gefeiert wurde und von einem babylonischen Kult zu Ehren der Göttin
Ishtar übernommen worden war. Das römische Pseudo-Christentum veranlasste viele
treue Gläubige, in die Berge Europas und Kleinasiens zu fliehen, um Verfolgung
und drohender Todesstrafe zu entgehen, und dort existierten sie weiterhin,
abseits vom Blickfeld der Welt, als die wahre Kirche Christi. Die Mehrheit der
Christen jedoch war von dem universellen Einfluss der neuen Einheit beeindruckt.
Es gab ein Reich unter dem einen Kaiser, der eine Kirche unter einem Gott
führte. Viele Gläubige begannen sich zu fragen, ob sie nicht das Konzept des
Reichs Gottes missverstanden hatten – schließlich könnte es ja auch die Kirche
selbst gewesen sein, oder gar ein christianisiertes Reich. Und so wurde die
schicksalsträchtige Union von Kirche und Staat ratifiziert – eine Union, die die
Entwicklung Europas für viele folgende Jahrhunderte beeinflussen sollte" (The
Principality and Power of Europe [Die Vorherrschaft und Macht Europas],
Seiten 23-24).
Weiter schreibt Hilton:
„Ebenso entscheidend für den Vereinigungsprozess ist die
Abwertung dessen, was in der Reformation erreicht wurde. Selbst manche
evangelikale christliche Führer stellten diesen bedeutsamen Schritt Gottes als
eine der größten Tragödien dar, die jemals die Kirche getroffen hätten, und
erklären, dass die Protestanten die ‚Einheit der Kirche zerstört’ hätten. Sie
versäumen es jedoch, die wahre Natur des päpstlichen Religionssystems zu
erwähnen, die Tiefe der geistlichen Dunkelheit, in der es seine Anhänger
gefangen hält, sowie seinen diametralen Gegensatz zum wahren, biblischen
Christentum. Einheit, so scheint es, ist wichtiger als Wahrheit. Das Konzept des
Christentums scheint, obwohl in der Praxis unbiblisch, doch wichtiger zu sein,
als die nationalen Grenzen, die zwischen einem Herrschaftsbereich und einem
anderen gezogen sind, unabhängig von den Freiheiten, die diese Grenzen sonst
verteidigen.
Als der Papst 1983 Österreich besuchte, sprach er sich gegen die
‚nationalen und künstlichen Grenzen’ in ganz Europa aus. Er fügte hinzu:
‚Die Europäer sollten die bedrohlichen internationalen Konfrontationen
zwischen Staaten und Bündnissen überwinden und ein neues, vereintes Europa vom
Atlantik bis zum Ural schaffen’.
1988 redete er erneut über dieses Thema, als er vor dem Europäischen
Parlament in Straßburg sprach, eine Gelegenheit, bei der sich viele fragten,
warum ein eigentlich geistlicher Führer sich zu Themen politischer
Einheit äußert. Der Sunday Telegraph fasste 1991 den Plan des Papstes für
eine „Evangelisierung" Europas zusammen. Dort hieß es:
‚Er bereitet sich ruhig darauf vor, sich den Mantel anzulegen, von dem er
feierlich glaubt, dass es sein göttliches Recht ist, ihn zu erhalten – den eines
neuen Kaisers des Heiligen Römischen Reichs, das vom Ural bis zum Atlantik
regiert’" (ebenda, Seiten 36-37).
Babylon wieder zum Leben erweckt!
Wie der britische Sunday Telegraph berichtete,
hatte Papst Johannes Paul II. seinem Wunsch Ausdruck verliehen, über ein neues
Heiliges Römisches Reich zu „regieren". Doch die entscheidende Frage ist: Wird
es wirklich „heilig" sein? Oder wird es in Wahrheit die Wiederbelebung
eines altertümlichen, heidnischen, babylonischen Systems aus Kirche und
Staat sein, das Gott verurteilt?
In einer an unsere Zeit gerichteten Prophezeiung beschreibt der Prophet
Jesaja eine moderne, jungfräuliche „Tochter" des altertümlichen Babylon, die ihr
eigenes Volk entweiht (Jesaja 47, 1-9). Gott bezeichnet dieses moderne Babylon
klar als „Herrin über Königreiche" (Vers 5). Dann erklärt Gott: „Du dachtest:
Ich bin eine Herrin für immer. Du hattest noch nicht zu Herzen genommen noch
daran gedacht, wie es hernach werden könnte. So höre nun dies, die du in Wollust
lebst und so sicher sitzest und sprichst in deinem Herzen: ‚Ich bin’s und sonst
keine; ich werde keine Witwe werden noch ohne Kinder sein’: Dies beides wird
plötzlich über dich kommen auf einen Tag, dass du Witwe und ohne Kinder bist.
Ja, es wird in vollem Maße über dich kommen trotz der Menge deiner Zaubereien
und trotz der großen Macht deiner Beschwörungen" (Verse 7-9).
Beachten Sie, dass einige derselben Aussagen im Bezug auf das moderne
Babylon getroffen werden, das bei Christi zweitem Kommen gegen ihn kämpfen
wird: „Wie viel Herrlichkeit und Üppigkeit sie gehabt hat, soviel Qual und Leid
schenkt ihr ein! Denn sie spricht in ihrem Herzen: Ich throne hier und bin eine
Königin und bin keine Witwe, und Leid werde ich nicht sehen. Darum werden ihre
Plagen an einem Tag kommen, Tod, Leid und Hunger, und mit Feuer wird sie
verbrannt werden; denn stark ist Gott der Herr, der sie richtet" (Offenbarung
18, 7-8).
Dies ist das bald kommende System aus Kirche und Staat in Europa,
das sich letztlich gegen die Amerikaner und die von den Briten abstammenden
Völker wenden und die große Bedrängnis verursachen wird! Es wird eine
Wiederbelebung des altertümlichen Babylons sein, mit seinen
Priesterordnungen, heidnischen Ritualen und Lehren und einer völligen
Missachtung der Gebote Gottes. Es wird eine täuschend echt wirkende
Fälschung des wahren Christentums sein. Für Millionen von Menschen wird es
so aussehen, wie das Original!
Warum?
Weil die weitaus größte Mehrheit der bekennenden Christen die Bibel
nicht wirklich studiert. Sie gehen nicht wirklich in die Tiefe, um alle
Dinge zu „prüfen", die Gott geboten hat. Deshalb werden letztlich sogar viele
evangelikale Christen – und ihre Prediger – in eine Euphorie gegenüber
diesem mächtigen babylonischen System verfallen! Es wird Teil der „ökumenischen
Bewegung" sein. Man wird den Eindruck haben, dass man das „einfach tun muss".
Bitte erinnern Sie sich an Jesu Worte: „Geht hinein durch die enge Pforte:
Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und
viele sind’s, die auf ihm hineingehen. Wie eng ist die Pforte und wie schmal der
Weg, der zum Leben führt, und wenige sind’s, die ihn finden" (Matthäus 7,
13-14).
Und der Jesus Christus Ihrer eigenen Bibel sprach auch diese Warnung aus:
„Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen,
sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu
mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt?
Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in
deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch
noch nie gekannt; weicht von mir, die ihr die Gesetzlosigkeit
praktiziert" (Matthäus 7, 21-23; vgl. Interlinearübersetzung).
Der wundervolle Prunk, die Musik, der Pomp und das Zeremoniell – die
einschüchternde Macht dieses kommenden babylonischen Systems wird sehr
beeindruckend wirken. Aber nur diejenigen, die wirklich Gottes Willen tun und
seine Gebote einhalten – alle Zehn Gebote –, werden in Christi bald
kommendem Reich sein. „Hier ist Geduld der Heiligen! Hier sind, die da halten
die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus" (Offenbarung 14, 12).
Zum Ende seines inspirierten Wortes sagt uns der Schöpfer klar: „Selig
sind, die seine Gebote halten, auf dass sie Macht haben an dem Holz des
Lebens und zu den Toren eingehen in die Stadt. Denn draußen sind die Hunde und
die Zauberer und die Hurer und die Totschläger und die Abgöttischen und alle,
die lieb haben und tun die Lüge" (Offenbarung 22, 14-15; Lutherbibel 1912). Die
religiöse Zauberei und Abgötterei des babylonischen Systems wird viele Millionen
in ihren Bann gezogen haben. Die große Mehrheit wird diesem Weg folgen. Aber die
obige Passage warnt uns vor jedem, der Lügen liebt und praktiziert.
Die Lehren des modernen „Babylon" stecken voller Lügen, Missverständnissen und
heidnischen Praktiken. Satan war sehr clever in seinem Bestreben, ein
gefälschtes Christentum zu schaffen, das so sehr wie das Original aussieht,
dass unzählige Millionen von Menschen getäuscht wurden. Diejenigen, die dieser
heidnischen, gefälschten Religion nachfolgen, werden unter dem Zorn
Gottes zu leiden haben, wenn die Posaunen erschallen und die sieben
Zornesschalen über einer rebellischen Welt ausgegossen werden (Offenbarung
Kapitel 8, 9 und 16).
Doch Gottes Wort beschreibt auch den vorübergehenden Reichtum und
die Macht dieses Systems: „Denn deine Kaufleute waren Fürsten auf Erden,
und durch deine Zauberei sind verführt worden alle Völker; und das
Blut der Propheten und der Heiligen ist in ihr gefunden worden, und das Blut
aller derer, die auf Erden umgebracht worden sind" (Offenbarung 18, 23-24). Und
wie wird dessen Ende sein? „Und ein starker Engel hob einen Stein auf, groß wie
ein Mühlstein, warf ihn ins Meer und sprach: So wird in einem Sturm
niedergeworfen die große Stadt Babylon und nicht mehr gefunden werden" (Vers
21).
Sie müssen HANDELN!
Gott warnt: „Sie ist gefallen, sie ist gefallen,
Babylon, die Große, und ist eine Behausung der Teufel geworden und ein
Gefängnis aller unreinen Geister […] und ein Gefängnis aller unreinen und
verhassten Tiere" (Offenbarung 18, 2). Dann gebietet Gott: „Und ich hörte eine
andre Stimme vom Himmel, die sprach: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, dass ihr
nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen" (Vers 4).
In dieser Broschüre haben wir in groben Zügen gezeigt, dass praktisch alle
Religionen aus „Babylon" entstanden sind. Die orientalischen und afrikanischen
Religionen haben viele derselben heidnischen und falschen Konzepte
von Gott und dem Heil, die aus der ursprünglichen Verehrung Nimrods und seiner
Hurenfrau Semiramis stammten. Das bekennende Christentum wurde von diesen
heidnischen Konzepten massiv beeinflusst und verfälscht.
Wo immer Sie sind und wer immer Sie sein mögen: Wir plädieren
eindringlich an Sie, wirklich die Bibel, die inspirierte Offenbarung Gottes an
die Menschen, zu studieren. In Ihrem eigenen Interesse, lesen Sie
die Bibel nicht nur, um ein angenehmes Gefühl zu empfinden oder das zu
bestärken, was Sie bereits glauben. Lernen Sie, die Bibel tatsächlich zu
studieren, um zu erkennen, was sie wiederholt und eindeutig über die
Wesensart des Schöpfergottes, über das ewige Leben und über den wahren Weg
zum ewigen Leben sagt. Wenn Sie wirklich Interesse haben und den Dingen auf den
Grund gehen wollen, bieten wir Ihnen auf Wunsch auch gerne unsere hilfreiche
Broschüre Das apostolische Christentum wiederherstellen an. Und wenn Sie
zusätzliche Zeit investieren wollen, bieten wir Ihnen auch kostenlose
Studienhefte unseres Bibelfernlehrgangs an. Alles was Sie tun müssen, ist, Ihre
Zeit und geistige Energie darauf zu verwenden, diese Materialien zu studieren,
sie sorgfältig mit Ihrer eigenen Bibel zu vergleichen und mit einem offenen Sinn
zu prüfen, wo die Wahrheit wirklich gelehrt wird.
Wir werden auch weiterhin die prophetischen Ereignisse erklären, die sich
jetzt erfüllen und die zur Wiederbelebung Babylons – und zur Errichtung von
Gottes Reich – führen. Diese Botschaft ist sicher nicht populär und es mag sein,
dass man uns dafür angreift, verleumdet oder verfolgt, dass wir die volle
Wahrheit darüber publizieren, was in der Welt wirklich geschieht. Aber wir
verkünden diese Wahrheit über das echte Christentum und über die
Fälschung Satans ohne Furcht. Denn der lebendige Gott möchte nicht, dass
wir töricht oder feige handeln!
„Wer überwindet, de wird es alles ererben, und ich werde sein Gott
sein und er wird mein Sohn sein. Die Feigen aber und
Ungläubigen und Frevler und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und
Götzendiener und alle Lügner, deren Teil wird in dem Pfuhl sein, der mit
Feuer und Schwefel brennt, das ist der zweite Tod" (Offenbarung 21, 7-8). Satans
gefälschtes Christentum muss aufgedeckt, verstanden und in Reue aufgegeben
werden!
Möge Gott Ihnen helfen, entsprechend dieser Botschaft zu handeln,
solange Sie die Möglichkeit dazu haben. Möge Gott Ihnen helfen, für sich
selbst zu prüfen, was die Bibel wirklich sagt, um so den wahren Zweck
Ihres Lebens herauszufinden – und zu erfüllen.