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von Roderick C. Meredith |
Es gibt über 400 Sekten und Konfessionen, die sich
„christlich" nennen! Doch haben sie alle grundlegende
Meinungsverschiedenheiten.
Würde Jesus die Organisationen, die heute seinen Namen
tragen, erkennen? Wie können Sie sich sicher sein, was ein wahrer
Christ sein soll?
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WEC 2.0, Mai 2002
© 2002 Living Church of God
Alle Rechte vorbehalten.
Englische Originalausgabe: What is a True Christian?
Diese Broschüre darf nicht verkauft werden! Sie wird von der Living Church of
God kostenlos der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Biblische Verweise und Zitate sind, sofern nicht anders
angegeben, der revidierten Lutherbibel 1984 entnommen.
© 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
Haben
Sie je einen wahren Christen getroffen? Haben Sie je eine Kirche voller wahrer
Christen gesehen? Sind Sie sich sicher? Was macht eine Person wirklich zu einem
Christen?
Amerika bezeichnet sich als eine christliche Nation. Sie drucken die Worte
„auf Gott vertrauen wir" auf ihre Banknoten. Auch die große Mehrheit in
Westeuropa würde sich als „christlich" bezeichnen.
Doch in dem Durcheinander und der Verwirrung unserer Welt gibt es über 400
Sekten und Konfessionen, die sich „christlich" nennen. Sie haben zwar alle etwas
unterschiedliche Vorstellungen und Bräuche, aber alle nennen sich nach
dem Namen Jesu Christi! Dies ist einer der Gründe, warum viele Leute, die nicht
Christen sind, die Vorstellung verhöhnen, dass das Christentum die Religion ist,
die direkt von Gott inspiriert wurde.
Und es wundert einen nicht. Denn viele der größten Kriege in der modernen
Geschichte wurden von Nationen angefangen, die sich christlich nennen. Und die
Statistiken über Vergewaltigung, Raub und Mord sind in vielen westlichen, „christlichen"
Nationen in den letzten paar Jahrzehnten in den Himmel geschossen.
Warum?
Könnte es sein, dass wir nicht wirklich verstehen, was es überhaupt
bedeutet, ein Christ zu sein? Könnte es sein, dass obwohl Millionen stark mit
„Kirchentum" verbunden sind, sie dennoch die klaren Lehren Christi nicht
wirklich verstehen und danach leben?
Der moderne Philosoph Sören Kierkegaard schrieb in seinem Buch Angriff
auf das Christentum: „Das Christentum des Neuen Testaments existiert einfach
nicht. Über die Jahrhunderte hinweg haben Millionen von Menschen Gott mehr und
mehr um das Christentum betrogen und haben es geschafft, aus dem Christentum das
genaue Gegenteil dessen zu machen, was im Neuen Testament steht" (Seiten 32-33).
Warum würde er so etwas sagen? Ein Teil der Antwort ist die Tatsache, dass
die größten und blutigsten Kriege der Menschheitsgeschichte hauptsächlich in
Europa stattfanden – im Herzen der westlichen, „christlichen" Zivilisation.
Tatsächlich hat sogar die bekennende, christliche Kirche im Mittelalter
direkt eine Reihe von „heiligen Kriegen" ausgerufen, die „Kreuzzüge"
genannt wurden. Hier ist eine Beschreibung der so genannten Segnungen,
die die „Christen" den mörderischen und blutrünstigen Kreuzrittern zukommen
ließen. „Der Ritter, der sich den Kreuzzügen angeschlossen hat, möge sich der
kriegerischen Seite seines Geschlechts hingeben – unter der Obhut und auf Geheiß
der Kirche; und indem er dies macht, erreicht er auch, was die geistliche Seite
seiner Natur eifrig begehrt – ein vollkommenes Heil und Vergebung der Sünden. Er
möge den ganzen Tag niedermetzeln, bis er knöcheltief im Blut watet, und dann
zur Nacht auf die Knie gehen und vor Freude jauchzen am Altar der Gräber – denn
ist er nicht rot von der Weinpresse des Herrn?" (Crusades [Kreuzzüge],
Encyclopaedia Britannica, 11. Ausgabe).
Waren diese Männer wahre Nachfolger des demütigen Zimmermanns
aus Nazareth, der sagte: „Liebt eure Feinde"? Doch bedenken wir, dass sich diese
Männer nach dem Namen Christi benannten – „Christen." Es scheint, dass
fast alle westlichen Religionen, Philosophien und Sekten darauf bestehen, den
Namen Christi auf ihre eigenen Ideen, Lehren und Praktiken anzuwenden. Im
Altertum gaben die Heiden wenigstens offen und ehrlich zu, dass
sie verschiedene „Götter" und dämonische Geister ihrer Wahl verehrten.
Der NAME Christi wird oft
missbraucht
Seit dem Leben, Tod und der Auferstehung des
Sohnes Gottes war das Ergebnis einer großen Verführung, dass Christi
Name auf allerlei heidnische und sogar pervertierte Philosophien angewendet
wurde, die Menschen sich erdenken konnten! So schockierend es auch klingen mag:
Die Tatsache, dass viele Kirchen, Lehren, Ideen und Praktiken von Menschen
„christlich" genannt werden, beweist absolut gar nichts!
Ist Christus der Urheber dieser Ideen und Einrichtungen? Folgen diese
seinen Lehren und seinem Vorbild?
Wie können wir es herausfinden?
Der allmächtige Gott hat den Apostel Johannes inspiriert, den Teufel zu
beschreiben als „alte Schlange, die da heißt: Teufel und Satan, der die ganze
Welt verführt" (Offenbarung 12, 9). Auch in Offenbarung 20, 1-3 beschreibt
Gott, wie Satan bald gefangen gesetzt wird, „damit er die Völker nicht mehr
verführen sollte."
Diese inspirierten Schriftstellen zeigen mit Sicherheit, dass die meisten
Menschen und Nationen von Satan, dem Teufel, getäuscht und verführt worden sind!
Dies ist der „Schlüssel," der erklärt, warum es so viele offenkundige
Widersprüche in unserer angeblich „christlichen" Gesellschaft gibt. Er zeigt,
warum diese Welt so verwirrt und verunsichert darüber ist, was das Wort
„Christ" wirklich bedeutet. Er zeigt, dass unsere Gesellschaft Christus nicht
nachgefolgt ist, sondern dazu verführt wurde, viele andere Wege unter dem
Einfluss Satans zu gehen!
Seltsamerweise, doch auch ehrlicherweise haben manche der bekannten
Religionsführer dieser Welt und Gelehrte anerkannt, dass unser bekennendes
„Christentum" nicht einmal ernsthaft versucht hat, den wörtlichen Lehren
und dem Vorbild Jesu Christi – seines Urhebers – nachzufolgen!
Beachten Sie auch das offenbarende und fast schockierende Zitat des hoch
angesehenen Historikers Will Durant:
„Das Christentum zerstörte das Heidentum nicht; es
adoptierte es. Die griechische Denkweise, im Abstieg begriffen, kam zu neuem
Leben in der Theologie und Liturgie der Kirche; die griechische Sprache, die für
viele Jahrhunderte die Philosophie beherrscht hatte, wurde zum Träger
christlicher Literatur und des christlichen Rituals; die griechischen Mysterien
wurden in den beeindruckenden Mysterien der Messe fortgesetzt. Weitere
heidnische Kulturen trugen zum synkretistischen Ergebnis bei. Aus Ägypten kamen
die Ideen der göttlichen Dreieinigkeit ... und einer persönlichen
Unsterblichkeit mit Belohnung und Bestrafung; aus Ägypten kamen ebenfalls die
Verehrung einer Mutter mit Kind und die mystische Theosophie, aus der der
Neoplatonismus und der Gnostizismus entstanden und die den christlichen Glauben
verdunkelte; und hier fand auch das christliche Mönchstum sein Vorbild und
seinen Ursprung. Aus Phrygien stammte die Verehrung einer Muttergottes; aus
Syrien das Auferstehungsdrama von Adonis; aus Thrakien wohl der Kult des
Dionysios, des sterbenden und rettenden Gottes... . Das Ritual des Mithras war
der Eucharistiefeier der Messe so ähnlich, dass die christlichen Väter den
Teufel beschuldigten, diese Ähnlichkeiten erfunden zu haben, um schwache Seelen
zu verführen. Das Christentum war die letzte große Erfindung der
altertümlichen, heidnischen Welt... . [Die Eucharistie] war eine
Vorstellung, die seit langer Zeit bestand; der heidnisch geprägte Verstand
brauchte keine Schulung, um sie anzunehmen; durch die Übernahme des
‚Mysteriums der Messe’ wurde das Christentum zur letzten und größten der
Mysterienreligionen" (The Story of Civilization [Die Geschichte der
Zivilisation], Band 5, Durant, Seiten 595 und 599).
Dieser angesehene Historiker erkennt klar an, dass
Kirchenführer Jesu Leben und seine Lehren nicht als Standard für
ihre so genannten „christlichen" Kirchen herangezogen haben!
Fragen Sie sich selbst aufrichtig: Welchen anderen wirklichen Standard
könnte es überhaupt geben?
Vor einigen Jahren wurde der Evangelist Bill Graham zitiert, als er sagte,
dass obwohl viele Amerikaner glauben, dass es einen Gott gibt, sie „weder das
wahre Christentum noch das Judentum noch den Islam akzeptiert haben. Sie glauben
an die Bibel, aber sie lesen sie nicht und gehorchen ihr auch nicht" (U.S.
News & World Report, 4. April 1994). Derselbe Artikel zitiert den berühmten
Meinungsforscher George Gallup jr., der sagte, Amerika sei „eine Nation
biblischer Analphabeten ... . Erschreckende Tatsache ist, dass die meisten
Amerikaner nicht wissen, was sie glauben, oder warum."
Diese Aussage von Dr. Gallup ist einer der Hauptgründe, warum Satan so
erfolgreich war, die überwiegende Mehrzahl sogar der bekennenden Christen zu
verführen! Diese bekennenden Christen „wissen nicht, was sie glauben, oder
warum!"
Die studieren oder verstehen die Bibel nicht wirklich. Sie haben nur eine
vage Vorstellung von dem, was sie denken, dass es in der Bibel steht.
Andere Umfragen zur Religion haben gezeigt, dass die meisten Amerikaner unfähig
sind, auch nur mehr als eines oder zwei der vier Evangelien zu benennen –
geschweige denn, sie zu verstehen. Außer einer blassen, sentimentalen Erinnerung
des Vaterunser oder des 23. Psalms ist die Bibel wirklich ein „geheimnisvolles
Buch" – sogar für viele Kirchgänger. Jesus sagte: „Der Mensch lebt nicht vom
Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht"
(Matthäus 4, 4). Wie kann jemand nach „jedem Wort" der Bibel leben, und nicht
einmal wissen, was die Bibel sagt?!
Doch die Bibel liefert das Grundwissen, auf dem das wahre
Christentum basiert. Denn wenn jemand nicht – für sich selbst ausreichend –
beweist, dass die Bibel Gottes inspirierte Offenbarung an die Menschheit ist, so
ist er gewissermaßen „benebelt." Aber heute folgen die meisten Menschen nur
ihrem eigenen Gewissen, ohne biblisches Verständnis im Bezug auf religiöse
Fragen. Sie schaffen sich ihre eigenen religiösen Ideen und Konzepte im Laufe
ihres Lebens.
Im Ergebnis haben wir völlige Verwirrung. „Das ist, was ich fühle,"
sagen sie, oder „so sehe ich es." Wie Sie und ich die Dinge sehen, ergibt
interessante Kaffeekränzchen-Gespräche, aber worum es wirklich geht, ist: „Wie
sieht Gott die Dinge?"!
Sind Gruppierungen „christlich,"
nur weil sie gute Werke verrichten?
Es gibt keinen Zweifel, dass gute Werke von vielen
religiösen Organisationen verrichtet werden. Wenn Leute ihren Nächsten gut
behandeln, erfahren sowohl sie selbst, als auch diejenigen um sie herum
Segnungen. Im Bezug auf die geistlichen Gesetze und Prinzipien der Bibel sagte
Jesus: „Die Worte, die ich zu euch geredet habe, die sind Geist und sind Leben"
(Johannes 6, 63). Mit anderen Worten: Diese inspirierten Worte beschreiben
innere Werte und Kräfte, die in vielen Fällen automatisch funktionieren – so wie
das Gesetz der Schwerkraft. Wenn eine Person anderen Gutes tut und diese
liebevoll und freundlich behandelt, ergibt es sich fast automatisch, dass
sie auf die eine oder andere Art gesegnet werden wird. Dieses Prinzip
funktioniert unabhängig davon, welche Religion diese Person innehat.
Doch Taten wie persönlich hilfreich und liebevoll zu sein – oder „gute
Taten" in irgendeinem organisierten Werk zu tun – ist keine Möglichkeit,
sich alleine dadurch für das ewige Leben in Gottes Reich zu qualifizieren. Ich
kannte christliche Prediger, die mir mehrfach gesagt haben, dass manche der
liebevollsten, großzügigsten und religiös am meisten engagierten Menschen, die
sie je gekannt hatten, Thai-Buddhisten waren. Viele strahlen eine Wärme, Gnade,
Freundlichkeit und Dienstbereitschaft aus, die man sogar in der christlichen
Welt nur selten sieht – unabhängig von der allgemeinen Schädlichkeit
einer falschen Religion, die den einzigen Erlöser der gesamten Menschheit, Jesus
Christus, ablehnt. Viele Organisationen des bekennenden Christentums von heute –
wie auch weltliche Organisationen – müssten ebenso für ihre Dienste und
Taten der Nächstenliebe für Bedürftige und Benachteiligte gelobt werden. Aber
wenn dieselben Gruppierungen Gottes Gesetz und die gesamte Lebensweise,
die Christus offenbarte, verwerfen, was wird dann am Ende von ihren guten Werken
übrig bleiben?
Der Punkt ist, dass historisch gesehen diese Leute einen Tag „gute Werke"
tun mögen, aber vielleicht am nächsten Tag ihre Messer und Schusswaffen ziehen
und ihren Nachbarn umbringen! Wenn sie den wahren Gott nicht kennen und nicht
fürchten – und nicht von seinem Geist geleitet werden –, so haben sie nicht die
Fähigkeit, auf Dauer so zu leben, wie Christen leben sollten.
Jesus sagte: „Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das
Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es
werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem
Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben?
Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich ihnen
bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter [die
Gesetzlosigkeit Tuenden; vgl. Interlinear-Übersetzung]" (Matthäus 7, 21-23).
Und Christus sagte weiter über diejenigen, die ihn vergeblich anbeten:
„Vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die nichts sind als
Menschengebote" (Markus 7, 7-8).
Obwohl also das Tun guter Werke ein integraler Bestandteil des Christentums
ist, gehört noch viel mehr dazu. Wir müssen sicherlich daran arbeiten, unsere
Sanftheit, Freundlichkeit und Dienstbereitschaft anderen gegenüber zu
entwickeln. Aber wir müssen auch – in einem sehr realen Sinn - von Gott
übernommen worden sein. Indem wir erkennen, dass unsere eigene Gerechtigkeit
einfach nicht genug ist (Jesaja 64, 6; Römer 3, 23), müssen wir Gott völlig
ausgeliefert sein, um Gottes Willen in allen Aspekten und Phasen
unseres Lebens zu tun – nicht nur, wenn wir „gute Werke tun." Wir müssen Gottes
Zehn Geboten gehorchen (Matthäus 19, 17), die Tage heilig halten,
die er geheiligt hat (2. Mose 20, 8), und wir müssen Jesus Christus
vollständig sein Leben in uns leben lassen durch den heiligen Geist (vgl.
Galater 2, 20). Denn wir sollten uns tatsächlich jetzt darauf vorbereiten,
Könige und Priester in Christi bald kommender Weltregierung zu sein (1.
Korinther 6, 2-3; Offenbarung 5, 9-10). Christus und der Vater müssen wissen,
wo wir stehen. Wir müssen beständigen Gehorsam und einen wirklich guten
Charakter demonstrieren – eine Einstellung, die zeigt, dass wir uns Gott
wirklich ausgeliefert haben – um befähigt zu sein, Christus in seinem
kommenden Reich zur Hand zu gehen!
Die großen „christlichen" Kirchen haben im Laufe der Geschichte diese
Wahrheiten nicht wirklich gelehrt. Und sie haben nicht Gottes
beeindruckenden Plan und seinen Zweck für die Menschheit erklärt.
Sie haben ihre Nachfolger nicht aktiv darauf vorbereitet, Könige und
Priester in der bald kommenden Regierung Gottes unter Jesus Christus auf Erden
zu werden (Offenbarung 2, 26-27). Sie haben nicht die prophetischen
Warnungen der Bibel über Endzeitereignisse gelehrt, die die Menschen heute mehr
denn je hören müssten. In Wahrheit verstehen die meisten von ihnen praktisch
nichts von dem wichtigen Viertel der Bibel, das den Prophezeiungen gewidmet
ist – und können so auch selten etwas darüber sagen. Aufgrund all dessen tun
diese großen Kirchen nicht das Werk Gottes oder bereiten ihr Volk auf das
Reich Gottes vor.
Also lesen Sie diese Broschüre sorgfältig, damit Sie verstehen können, was
das wahre Christentum wirklich ist!
Eine geplante Irreführung
Tatsache ist, dass das wahre Christentum – und wahre
Christen – wirklich existiert. Sie mögen nur schwieriger zu finden sein,
als Sie gedacht haben mögen. Wenn Sie untersuchen, was die Bibel darüber lehrt,
werden Sie herausfinden, warum es so wenige wahre Christen gibt.
Lassen Sie mich erklären. Jesus sagte: „Denn es werden viele kommen unter
meinem Namen und sagen: Ich bin der Christus, und sie werden viele verführen"
(Matthäus 24, 5). Beachten Sie, dass diese Leute nicht in ihrem
eigenen Namen kommen! Viele glauben irrtümlicherweise, dass dieser Vers sich
auf eine große Zahl „falscher Erlöser" bezieht, von denen jeder behauptet, er
selbst sei der wahre Christus. Manche fehlgeleitete Männer haben
tatsächlich solche Behauptungen aufgestellt. Ein berühmtes Beispiel aus neuerer
Zeit war David Koresh, der 1993 in einem belagerten Gelände der Davidianer
starb. Aber der Verstand sollte uns schon sagen, dass dies eine
Fehlinterpretation der Schrift ist. Erinnern wir uns, dass die Bibel sagt:
„Es werden viele kommen" und „sie werden viele verführen." Fakt
ist, dass es einfach nicht viele gegeben hat, die persönlich behauptet
haben, Christus zu sein. Und es hat mit Sicherheit nicht viele gegeben,
die von ihnen in den Bann gezogen – verführt – wurden. David Koresh selbst hat
nicht mehr als ein paar Leute getäuscht. Sicherlich hat er nicht Millionen dazu
gebracht, zu glauben, dass er persönlich der Messias war!
Was ist also die Antwort? Hat Jesus sich mit seiner Aussage geirrt?
Ganz und gar nicht. Die richtige Interpretation von Matthäus 24, 5 ist, dass
viele kommen würden und behaupten, dass Jesus Christus der Messias
war – aber dass sie dann „viele verführen," indem sie alles umkehren, verdrehen
und pervertieren, was Christus gelehrt hat und wofür er stand. Diese falschen
Propheten kommen also in Jesu Namen und sagen, dass er der Christus sei.
Aber dann gebrauchen sie seinen Namen, wie wir sehen werden, und
verkaufen ihre eigenen, unwahren religiösen Ideen und Philosophien unter
der Flagge der „Christenheit"!
Wenn man „schlau" genug ist, kann man den Ausdruck „christlich" für
alles Mögliche verwenden. Man kann eine Idee oder Philosophie in schöne, sich
religiös anhörende Worte oder Redewendungen verpacken, und damit andere dazu
bringen, sie zu glauben.
Aber es hängt noch mehr daran. Denn hinter verführten Menschen gibt es auch
einen mächtigen Geist, Satan den Teufel. Er war einmal ein besonders weiser und
schöner Engel (Hesekiel 28, 12-15); nun ist er teuflisch schlau und immer noch
sehr attraktiv und anziehend für achtlose Menschen (vgl. 2. Korinther 11, 14).
Gott nennt Satan den „Mächtigen, der in der Luft herrscht", den „Geist, der
zu dieser Zeit am Werk ist in den Kindern des Ungehorsams" (Epheser 2, 2). Satan
wird weiterhin in Offenbarung 12, 9 beschrieben: „Und es wurde hinausgeworfen
der große Drache, die alte Schlange, die da heißt: Teufel und Satan, der die
ganze Welt verführt."
Wenn also Satan sein Werk in den Kindern des Ungehorsams hat, und er „die
ganze Welt verführt", werden offensichtlich Milliarden von Menschen
von ihm verführt!
Der Punkt ist, dass unter dem unsichtbaren aber mächtigen Einfluss Satans,
des Teufels, alle möglichen Ideen, die überhaupt nicht christlich sind,
als „christlich" vertreten werden. Manche dieser Ideen kommen direkt aus dem
Heidentum. Des Weiteren sind die klaren und direkten Lehren Jesu Christi über
seine Lebensweise praktisch vollständig unter einer Lawine von
fremdartigen Glaubensbekenntnissen, Doktrinen und Liturgien begraben
worden.
In seinem Handbuch The Story of the Christian Church [Die Geschichte
der christlichen Kirche] kommentiert der Autor Jesse Lyman Hurlbut diesen
bemerkenswerten Punkt:
„Wir nennen die letzte Generation des ersten
Jahrhunderts von 68 bis 100 n.Chr. „das Zeitalter der Schatten," teilweise
deshalb, weil der Schatten der Verfolgung über der Kirche lag; aber besonders
deshalb, weil wir über diese Periode der Geschichte am wenigsten wissen. Wir
haben nicht mehr das klare Licht der Apostelgeschichte, um uns den Weg zu
weisen; und kein Autor dieses Zeitalters hat die Lücke in der
Geschichtsschreibung gefüllt. Wir würden gerne über das spätere Werk solcher
Helfer des Apostels Paulus, wie Timotheus, Apollos und Titus lesen, aber all
diese und die anderen Freunde von Paulus fallen bei seinem Tode aus der
geschichtlichen Aufzeichnung. Für fünfzig Jahre nach dem Leben des Apostels
Paulus liegt ein Schleier über der Kirche, den wir vergebens zu durchschauen
versuchen; und wenn er schließlich ungefähr 120 n.Chr. mit den Schreiben der
frühesten Kirchenväter weggenommen wird, finden wir eine Kirche vor, die in
vielen Gesichtspunkten sehr verschieden von derjenigen in den
Tagen der Apostel Petrus und Paulus ist" (1970; Seite 33).
In diesem Zitat erkennt der Autor des traditionellen
Protestantismus an, dass die bekennende christliche Kirche sich als sehr
„verschieden" erwiesen hat, nachdem die ursprünglichen Apostel gestorben waren.
Warum? Wer hat irgend jemandem die Autorität verliehen, die
Lehren und Praktiken der Kirche zu ändern? Oder haben es verführte Menschen
einfach selbst in die Hand genommen, solche tief greifenden Änderungen
vorzunehmen?
Was Jesus tatsächlich lehrte
Um zu verstehen, wie „verschieden" die unterschiedlichen
christlichen Kirchen wurden, müssen wir zur Quelle, Jesus Christus,
zurückkehren. Falls irgendjemand weiß, was das wahre Christentum bedeutet, ist
das auf jeden Fall Jesus!
Als ein junger Jude in Israel wurde Jesus erzogen, die Zehn Gebote, die
Sabbate und die heiligen Feiertage zu halten, die Gott dem alten Israel
offenbart hatte. Es scheint den Bibelgelehrten leicht zu fallen, diese einfache
Tatsache zu vergessen, absichtlich darüber hinwegzuschauen, oder so zu tun, als
ob sie nicht wichtig wäre.
Wie wir jedoch sehen werden, macht die Tatsache, dass Christus die Gebote
hielt, einen enormen Unterschied. Und diejenigen, die so tun, als ob es
nicht wichtig wäre, tun dies mit großer Gefahr für ihr ewiges Leben!
Jesus wurde von einem jungen Mann gefragt: „Meister, was soll ich Gutes
tun, damit ich das ewige Leben habe?" Jesus antwortete: „Willst du aber zum
Leben eingehen, so halte die Gebote. Da fragte er ihn: Welche? Jesus aber
sprach: 'Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht
stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; ehre Vater und Mutter; und: Du
sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst'" (Matthäus 19, 16-19).
Jesus hat also eindeutig gelehrt, dass der Weg zum ewigen Leben
beinhaltet, Gott zu gehorchen und seine Zehn Gebote zu halten!
In der Bergpredigt hat Jesus wiederholt die Zehn Gebote verschärft.
Er sagte: „Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die
Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und
lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich" (Matthäus 5, 19). Eine sorgfältige
Nachprüfung zeigt, dass Jesus weit davon entfernt war, diese Gebote
„abzuschaffen." Vielmehr hat er sie noch bindender gemacht. Christus
offenbarte, dass sie ein geistliches Gesetz bilden, was die
buchstäblichen Anforderungen an das altertümliche Israel mit einschließt, aber
noch weit darüber hinausgeht. Er lehrte, dass seine Nachfolger nicht nur von
Mord abstand nehmen müssen, sondern dass sie sogar nicht einmal den Geist
des Mordens – fehlgeleitete Wut, Hass und Zorn – in ihren Herzen beherbergen
dürften (Matthäus 5, 21-22).
Weiterhin zeigte er, dass ein wahrer Christ nicht nur niemals Ehebruch
begehen darf, sondern sogar: „Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat
schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen" (Vers 28). Also ist sogar der
Geist oder die Einstellung des Ehebruchs ein Bruch von Gottes großem,
geistlichem Gesetz, den Zehn Geboten. Wer könnte sich die Autorität
herausnehmen, diese klaren Anweisungen „abzuschaffen"?
Das Gesetz der Freiheit
Denken Sie darüber nach! Würde die ganze Welt damit
anfangen, nach den Zehn Geboten zu leben, – so wie sie von Jesus Christus
verschärft wurden – so würden wir keine Kriminalität, keinen Mord, keinen
Ehebruch, keine zerrütteten Familien, keine verstoßenen Kinder und keine
Kriege haben! Das tiefe Gefühl der Stabilität, des Friedens und der
Sicherheit, das dann die ganze Welt überfließen würde, würde in vieler Hinsicht
einen definitiv heilenden Effekt erzeugen. Depressionen und geistige
Krankheiten würden drastisch reduziert werden. Selbst physische Krankheit und
physisches Leiden würden zurückgehen, denn unsere geistige Einstellung hat
sicherlich einen Einfluss auf unsere physische Gesundheit.
Gehorsam gegenüber Gottes Gesetz befreit uns von schädlichem
Verhalten. Der Apostel Jakobus nannte es, „das Gesetz der Freiheit". Er
schrieb: „Denn wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges
Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig. Denn der gesagt hat: 'Du sollst
nicht ehebrechen', der hat auch gesagt: 'Du sollst nicht töten'. Wenn
du nun nicht die Ehe brichst, tötest aber, bist du ein Übertreter des Gesetzes.
Redet so und handelt so wie Leute, die durchs Gesetz der Freiheit
gerichtet werden sollen." (Jakobus 2, 10-12).
Diesem Apostel des Neuen Testamentes wurde eingegeben, uns zu sagen, dass
wir auf jeden Fall das Gesetz Gottes halten müssen – das vereinfacht in
den Zehn Geboten zusammengefasst ist! Und er sagte, dass wenn wir nur
einem Teil dieses Gesetzes gehorchen, aber andere Teile auslassen, wir
„überführt [werden] vom Gesetz als Übertreter" (Vers 9). Die Zehn Gebote
wurden also nicht abgeschafft oder „ans Kreuz genagelt" – sonst könnten
sie niemanden überführen!
So, wie von Christus verschärft, würde Gottes wunderbares „Gesetz der
Freiheit" der Menschheit tatsächlich Weltfrieden und individuelles Glück
verschaffen – falls es universell gehalten würde! Wird das aber jemals
möglich sein?
Tatsächlich ja!
Jeremias inspirierte Prophezeiung, die die tausendjährige Regierung Christi
beschreibt, wird im Hebräerbrief zitiert: „Denn das ist der Bund, den ich
schließen will mit dem Haus Israel nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich
will mein Gesetz in ihren Sinn geben, und in ihr Herz will ich es schreiben
und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Und es wird keiner seinen
Mitbürger lehren oder seinen Bruder und sagen: Erkenne den Herrn! Denn sie
werden mich alle kennen von dem Kleinsten an bis zu dem Größten" (Hebräer 8,
10-11).
Es ist also klar, dass die Grundlage des Lebens in der Welt von Morgen
Gottes geistliches Gesetz, die Zehn Gebote, sein wird. Alle Menschen werden
dahin gelangen, den wahren Gott zu lieben, zu verehren und ihn anzubeten –
und zu tun, was er gebietet. Und jeder wird lernen, seinen Nächsten zu
lieben wie sich selbst. Durch wahre Bekehrung und die Kraft des heiligen
Geistes werden alle mit der Zeit lernen, ihre Mitmenschen zu verstehen – ihnen
allen zu helfen, zu dienen, sie aufzubauen und zu ermutigen, ein gutes,
glückliches und produktives Leben zu führen.
Wie oben schon erwähnt: Wenn Gottes „Gesetz der Freiheit" universell
verstanden und gehalten wird, wird die Welt wirklich Frieden haben, in einer
Weise, wie das seit Adam und Eva im Garten von Eden nicht mehr der Fall gewesen
ist.
Was sollten Sie tun?
Falls Sie ein wahrer Christ werden wollen – die Art von
Christ, die die Bibel beschreibt – müssen Sie ein paar Dinge tun.
Erstens müssen Sie sich selbst gegenüber absolut beweisen, dass es
einen wahren Gott gibt – nicht nur einen „Geist des Guten" irgendwo
entfernt im Himmel, sondern die buchstäbliche, geistliche Persönlichkeit, die
die Himmel und die Erde geschaffen hat und sie jetzt regiert. Wie uns der
Hebräerbrief sagt: „Aber ohne Glauben ist's unmöglich, Gott zu gefallen; denn
wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist und dass er denen, die
ihn suchen, ihren Lohn gibt" (Hebräer 11, 6).
Sie müssen sich selbst zufriedenstellend beweisen, dass die Bibel wirklich
die eingegebene Offenbarung Gottes für die Menschheit ist. Wie der
Apostel Paulus erklärt hat: „Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze
zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der
Gerechtigkeit" (2. Timotheus 3, 16).
Dann müssen Sie anfangen, die Bibel wirklich zu studieren! Sie
nicht nur zu „lesen," sondern auch verschiedene Übersetzungen, eine Konkordanz
und andere Studienhilfen zur Hand nehmen; anfangen, die Bibel gründlich
durchzuarbeiten. Meditieren Sie über das, was Sie gelesen haben und
beten Sie mit dem Entschluss, das zu tun, was Gott sagt,
seinem Wort gehorsam zu werden.
Denn Jesus sagte: „Es steht geschrieben: 'Der Mensch lebt nicht vom Brot
allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht'" (Matthäus
4, 4). Also müssen Sie ernsthaft danach streben, nach einem jeden Wort Gottes zu
leben! Dann, durch diese persönliche und aufrichtige Einstellung, den wahren
Gott und seinen Willen zu suchen, werden Sie zweifellos vom Geist Gottes
dazu geführt werden, zu sehen, dass Jesus Christus von Nazareth tatsächlich der
Sohn Gottes und der Retter der Welt ist – dass er Sie von Ihren
Sünden erlöst.
Der Apostel Paulus beschreibt es folgendermaßen: „Gott aber erweist seine
Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder
waren. Um wie viel mehr werden wir nun durch ihn bewahrt werden vor dem Zorn,
nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind! Denn wenn wir mit Gott
versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um
wie viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir nun versöhnt
sind!" (Römer 5, 8-10).
So sind wir also „gerechtfertigt", das heißt mit Gott durch unsere
aufrichtige Annahme des Todes Jesu Christi als Abzahlung für unsere eigenen
Sünden versöhnt. Wir alle müssen immer ein tiefes, persönliches Gefühl
der Dankbarkeit und Loyalität gegenüber Jesus dafür haben, dass er sich so für
uns „entäußert" hat. Der Apostel Paulus schrieb in Philipper 2, 5-9: „Ein
jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war: Er, der in göttlicher
Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern
entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und
der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward
gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöht und
hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist" (z.T. Lutherbibel 1912).
Denn Jesus Christus, der Sohn Gottes, gab sich selbst für uns! Und
jetzt ist er unser treuer Hohepriester, der in Herrlichkeit zur Rechten Gottes
sitzt, um für uns Fürsprache einzulegen, wenn wir beten und Gott suchen (Hebräer
4, 14-16). Und Christus ist auch das lebendige Haupt seiner Kirche (Epheser 1,
22-23) und der kommende König, der über die ganze Erde regieren wird
(Offenbarung 11, 15).
Sie müssen den wahren Jesus Christus der Bibel als Ihren
persönlichen Retter, Ihren Herrn und Meister, Ihren Hohepriester und kommenden
König annehmen. Ihr Entschluss für Christus muss absolut echt sein!
Aber jetzt kommt ein wichtiger „Schlüssel."
Sie dürfen nicht nur die Person Jesu annehmen. Sie müssen auch an seine
Botschaft glauben - an das, was er lehrte und wofür er eintrat!
Denn Jesus selbst sagte: „Was nennt ihr mich aber Herr, Herr, und tut
nicht, was ich euch sage?" (Lukas 6, 46).
Wir haben schon den gleichen Gedanken in Matthäus 7, 21 gesehen: „Es werden
nicht alle, die zu mir sagen: 'Herr, Herr!' in das Himmelreich kommen, sondern
die den Willen tun meines Vaters im Himmel."
Was war also die Botschaft, die Jesus predigte? „Nachdem aber Johannes
überantwortet war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium
vom Reich Gottes und sprach: 'Die Zeit ist erfüllet, und das Reich Gottes
ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!" (Markus 1, 14-15,
Jubiläumsbibel).
Jesus kam und predigte die GUTE NACHRICHT vom Reich oder der
Regierung Gottes. Wie wir schon festgestellt haben, lehrte er eindeutig, dass
die Gesetze dieses Reiches auf den Zehn Geboten basieren.
Um ein wahrer Christ zu sein, muss man deshalb seine Sünden bereuen
und sich dazu entschließen, damit anzufangen, die Gesetze dieser
kommenden Regierung zu halten, an die gute Nachricht über das Reich
Gottes zu glauben, und Jesus Christus als persönlichen Erlöser von
unseren Sünden anzunehmen, sowie als Herrn – als „Boss," dem man
freiwillig und liebend gern gehorcht.
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Bereut und werdet getauft
Wir haben bereits festgestellt, dass Sünder vom Gesetz
überführt werden (Jakobus 2, 9). Und Jakobus sagt auch: „Denn wenn jemand
das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen
Gesetz schuldig" (Vers 10). Das Gesetz hat zehn grundlegende Punkte, die
Zehn Gebote. Falls wir irgendeines von ihnen brechen, werden wir vom
Gesetz überführt.
Die Bibel macht hinreichend klar, was Sünde ist. Gegen Ende
seines Lebens hat der Apostel Johannes folgendes geschrieben: „ ... und die
Sünde ist die Gesetzesübertretung" (1. Johannes 3, 4, Schlachter -
Übersetzung). Und weiter schrieb: „ ... und was wir [von Gott] bitten, werden
wir von ihm empfangen; denn wir halten seine Gebote und tun, was
vor ihm wohlgefällig ist" (Vers 22). Dieser Vers zeigt klar, dass das Halten der
Gebote so wichtig ist, dass selbst die Antwort auf unsere Gebete – zumindest zu
einem bedeutenden Teil – davon abhängt. Wie wichtig es doch ist, dass wahre
Christen die Tatsache begreifen, dass sie Gott gegenüber verantwortlich sind,
die Zehn Gebote zu halten!
Das Neue Testament zeigt uns eindeutig, was Sünde ist. Es heißt
nirgendwo, dass tanzen oder ins Kino gehen Sünde ist. Denn Sünde kann nicht
in jedem Einzelfall einfach als etwas definiert werden, was wir tun. Aber
Sünde beinhaltet immer falsche Gedanken und Einstellungen, die den Geist
des Gesetzes Gottes brechen.
Auf jeden Fall ist die Art von Tanz, die sexuelle Lust hervorruft, immer
sündhaft. Und wenn man Filme sieht, die voller Mord und Lust sind, wird das
sicherlich einen sündhaften Einfluss auf den menschlichen Geist und seine
Gedanken haben. Aber vergessen Sie nicht, dass der Maßstab nicht„so sehe
ich das", oder „dies ist, was so und so sagt" ist. Der wahre Maßstab für die
Bestimmung, was richtig oder falsch ist, ist das Gesetz Gottes.
„Die Sünde ist die Gesetzesübertretung." Könnte irgend etwas noch klarer
sein?
Ein wahrer Christ muss also Gottes Gesetz so verinnerlichen, dass es Teil
seines Denkens und seiner Identität wird – Teil dessen, was er ist. Damit dies
geschieht, muss man vom heiligen Geist Gottes erfüllt sein und von ihm geleitet
werden. Wie auch der Apostel Paulus sagte: „Denn welche der Geist Gottes treibt,
die sind Gottes Kinder" (Römer 8, 14).
Aber wie erhält man den heiligen Geist? Und wie wirkt er? Wie
der heilige Geist empfangen wird, wurde durch den Apostel Petrus offenbart: „Tut
Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu
Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des
heiligen Geistes" (Apostelgeschichte 2, 38).
Da Ihr altes Ich für die Vergebung der Sünden getauft, also
„untergetaucht" - bildlich begraben – werden muss zur Vergebung Ihrer
Sünden, müssen Sie Ihre Sünden bereuen, ihnen den Rücken zukehren!
Erinnern wir uns, dass Sünde die „Übertretung des Gesetzes" ist. Sie
müssen also davon ablassen, Gottes Gesetz zu brechen!
Sie müssen in einem „Wassergrab" getauft werden, als äußerliche
Anerkennung der Todesstrafe, die Sie verdient haben, indem Sie gegen das
Gesetz Ihres Schöpfers verstoßen haben, und als Zeichen Ihrer
Bereitschaft, das alte Ich sterben zu lassen. Gottes Wort sagt uns: „Oder
wisst ihr nicht, dass, alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind
in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den
Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des
Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln" (Römer 6, 3-4).
Ein Bund mit Ihrem Schöpfer
Wenn Sie sich also entschieden haben, ein wahrer Christ
werden zu wollen, müssen Sie bereit sein, das alte, selbstsüchtige Ich in der
Taufe zu „begraben." Nur Gott kann uns die wahre Reue gewähren, die wir
brauchen, um seinen Willen zu erfüllen (Apostelgeschichte 11, 18). Aber wenn er
wirklich Ihren Verstand dafür öffnet, damit Sie begreifen, worum es bei dem
wahren Christentum geht – und Sie dazu beruft, an der ersten Auferstehung
teilzuhaben – , dann müssen Sie Ihren Willen Gott völlig unterordnen. Sie
müssen ernsthaft und vollständig bereuen, all die Jahre gedankenlos
Ihren eigenen Weg gegangen zu sein – und bereuen, ständig Gottes heiliges
Gesetz in Gedanken und Taten gebrochen und mit Füßen getreten zu haben.
Wahre Reue heißt, dass es einem wirklich Leid tut – so sehr, dass man sich
umdreht und von nun an in eine andere Richtung geht! Sie müssen dann einen
Bund mit Ihrem Schöpfer schließen, dass Sie nicht nur aufhören, die
Zehn Gebote zu brechen, sondern – mit der Kraft des von Gott verheißenen
heiligen Geistes – anfangen, sie als eine beständige Lebensweise
einzuhalten.
Sie müssen sich dazu entschließen, dass Sie, mit Gottes Hilfe, niemals
zulassen, dass irgendwelche Begierden oder Eitelkeiten oder sonstige „Götter"
zwischen Sie und den wahren Gott treten. Dass Sie daran denken, seinen
Sabbattag heilig zu halten. Dass Sie wirklich Ihre Eltern ehren. Dass Sie
nicht nur keinen Menschen ermorden, sondern sogar sorgfältig Ihren Verstand
bewachen, damit sich keine mörderischen Gedanken von Hass oder Gewalt
gegen andere einnisten. Dass Sie sich nicht nur von Ehebruch fernhalten, sondern
auch nicht zulassen, dass sich ihre Gedanken mit solcher Lust befassen (Matthäus
5, 27-28). Und Sie müssen auch entschlossen sein, Gott beständig zu bitten,
Ihnen die Stärke zu geben, nicht zu stehlen, nicht zu lügen und
nicht zu begehren, was anderen gehört. Wie noch erklärt wird, ist es die
Kraft Christi in Ihnen, die Sie befähigt, die Zehn Gebote als eine
Lebensweise einzuhalten.
Erinnern wir uns: Nach wahrer Reue Ihrer Rebellion gegen Gott und
Ihrer eigenen, fleischlichen Wege und Lüste sollten Sie getauft werden –
als Zeichen Ihrer Annahme und Ihres Glaubens an das vergossene Blut Christi zur
Bezahlung für Ihre vergangenen Sünden. Nach der Taufe wird Ihnen das „Geschenk"
des heiligen Geistes Gottes versprochen. Dann gibt Ihnen Christus durch
seinen Geist seine eigene Natur, seine Liebe, seinen Glauben und
seine Kraft, um unsere eigenen Schwächen und die Versuchungen Satans und
dieser Welt zu überwinden.
Die Liebe, die Sie durch Gottes Geist erhalten, ist nicht einfach
menschliche Liebe, sondern die Liebe Gottes, „... denn die Liebe
Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den heiligen Geist, der uns
gegeben ist" (Römer 5, 5).
Wie wirkt nun diese Liebe? Lassen Sie das Wort Christi die
richtige Antwort geben! „Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir
seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer" (1. Johannes 5, 3).
Durch Gottes Liebe, die durch seinen Geist in uns ist, sind wir in der
Lage, seine Gebote zu halten!
Nicht durch Ihre Geisteskraft, sondern durch die geistliche Kraft,
die von Gottes heiligem Geist kommt, können Sie dem perfekten Beispiel
Jesu Christi folgen! Sie können sich ihm unterordnen, um Jesus in
Ihnen das gleiche Leben leben zu lassen, das er vor fast 2000 Jahren gelebt
hat. Sie können die gleichen Gesetze Gottes halten, an
denselben heiligen Feiertagen, die Gott angeordnet hat, Gottesdienste
halten und von der Gesellschaft, der Politik und den Kriegen dieser Welt fern
bleiben. Und durch inbrünstiges Gebet, ständiges Bibelstudium,
gelegentliches Fasten, und stetiges geistliches Überwinden und Wachsen
können Sie sich unterordnen und sich buchstäblich von Gott in seinem
geistlichen Bilde formen zu lassen, um vom ihm in der Auferstehung
als sein aus Geist geborener Sohn, mit der Natur die ihm eigen ist,
auferweckt zu werden!
Dies ist der wahre Zweck Ihrer Existenz!
Die geistliche KRAFT, die Sie
brauchen
Wie wir gesehen haben, brauchen wir, um Gottes
geistliches Gesetz einzuhalten und unsere eigenen, sündhaften Wege zu
überwinden, eine Liebe, die nur Gott geben kann. Und diese hat er uns durch
seinen Geist versprochen. Außerdem haben wir gerade in 1. Johannes 5, 3 gelesen,
dass sich Gottes Liebe darin zeigt, dass wir sein Gesetz einhalten.
Johannes, der Apostel, den Jesus auf eine persönliche Art besonders liebte,
schrieb am Ende der apostolischen Epoche, dass Gottes Liebe uns dazu
bringt, „seine Gebote zu halten". Und trotz der trickreichen modernen,
theologischen Argumente, die dagegen sprechen, sagt Johannes, dass Gottes Gebote
nicht „schwer" sind.
Also wird ein wahrer Christ Gottes Liebe durch sich fließen haben wie
„Ströme lebendigen Wassers" (Johannes 7, 38-39). In dem Maße, wie er die Bibel
ernsthaft studiert und sich von ihr „ernährt", und jeden Tag Gott
ernsthaft auf seinen Knien um die geistliche Kraft, den Glauben, die Führung und
die Liebe bittet, die er braucht, erfährt der wahre Christ geistliches
Wachstum.
Es ist offenkundig, dass Millionen von bekennenden Christen sich nie
ändern! Sie sind vielleicht als zu einer bestimmten Kirche zugehörig
„aufgewachsen." Oder sie haben in irgendeiner evangelistischen Veranstaltung
„Jesus angenommen." Aber in den meisten dieser Fälle ist der „Christus," den sie
angenommen haben, nicht der wahre Christ der Bibel! In den meisten Fällen
ist das „Evangelium," das ihnen beigebracht wurde, nicht das Evangelium
der Bibel! Viel zu oft ist es nur eine unvollständige Botschaft über die
Person Jesu Christi – die besagt, dass wir lediglich daran „glauben" müssen,
dass er für unsere Sünden gestorben ist.
Für gewöhnlich wird diesen nichts ahnenden Opfern von Satans massiver
Verführung nicht gesagt, dass sie die Zehn Gebote halten sollen! Ihnen
wird nicht gesagt, dass Christus dasselbe Leben in ihnen führen muss, das
er als Mensch vor fast 2000 Jahren gelebt hat. Ihnen wird nichts von der
herrlichen Guten Nachricht der Welt von Morgen gesagt – dass alle
wahren Heiligen sich darauf vorbereiten, Könige und Priester zu werden und
Christus helfen werden, die Welt zu regieren (1. Korinther 6, 2-3; Offenbarung
2, 26; 3, 21; 5, 9-10). Der Apostel Paulus wurde inspiriert, uns vor diesem
falschen Christentum zu warnen, das schon zu seiner Zeit seinen Anfang nahm:
„Denn wenn einer zu euch kommt und einen andern Jesus predigt, den wir
nicht gepredigt haben, oder ihr einen andern Geist empfangt, den ihr
nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht
angenommen habt, so ertragt ihr das recht gern!" (2. Korinther 11, 4).
Ohne es zu wissen, haben die meisten von uns diese Art eines leeren, im
Effekt nichts mehr aussagenden „Evangeliums" aufgenommen! Aber das wahre
Evangelium sagt den Christen, dass sie wachsen und sich verändern
sollen – Gottes eigenen Charakter in sich aufbauen sollen (vgl. 1. Petrus 1,
15-16). Das wahre Evangelium – die wirkliche „Gute Nachricht" –
sagt uns, dass wir in dem bald kommenden Reich Gottes Könige und Priester werden
sollen (Lukas 19, 11-19; Offenbarung 20, 6). Paulus gab den Korinthern eine
Herausforderung: „Wisst ihr nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden?
Wenn nun die Welt von euch gerichtet werden soll, seid ihr dann nicht gut genug,
geringe Sachen zu richten? Wisst ihr nicht, dass wir über Engel richten
werden? Wieviel mehr über Dinge des täglichen Lebens?" (1. Korinther 6,
2-3).
Wir sollen also in diesem Leben die natürlichen Fähigkeiten weise
einsetzen, die Gott uns gegeben hat, um uns für das Ziel vorzubereiten,
Christus darin zu unterstützen, der Welt wahren Frieden und echte Freude zu
bringen durch eine Regierung, die auf Gottes geistlichem Gesetz, den Zehn
Geboten basiert. Wie es bald die ganze Welt erfahren wird, müssen wir schon
jetzt Gottes Gesetz in unsere Herzen und Sinne geschrieben haben: „Das soll der
Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht
der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn
schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein"
(Jeremia 31, 33).
Indem wir uns Gott aktiv unterordnen und ihm erlauben – durch seinen Geist
– seinen Charakter in uns aufzubauen, sollten wir wirklich bessere,
freundlichere und liebevollere Nachbarn werden. Wir sollten bessere, weisere und
engagiertere Angestellte oder Berufstätige werden. Wir sollten umsichtigere,
liebevolle und geduldige Väter und Mütter, Ehemänner und Ehefrauen werden. Und
wir sollten eifrigere Mitstreiter Jesu Christi in dem großen Werk seiner wahren
Kirche werden – und die Wahrheit allen Nationen zu verkünden.
Wie Paulus schrieb: „Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe aber, doch
nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch,
das lebe ich in dem Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt hat und sich
selbst für mich dargegeben" (Galater 2, 20; Lutherbibel 1912). Das ist
es, worum es bei dem wahren Christentum wirklich geht – nicht nur an
Christus glauben, sondern den lebendigen Christus in uns leben
lassen durch die Kraft des heiligen Geistes! Das ist es, was uns die
geistliche Stärke und Liebe verleiht, um nach Gottes Gesetz zu leben. Es ist
nicht unsere eigene Stärke. Es ist die Stärke Christi – seine Kraft
und seine geistliche Liebe, die in uns gegeben ist durch den heiligen
Geist! Denn Christus lebt in dem wahren Christen. Das ist der
Schlüssel!
Stück für Stück und Schritt für Schritt muss jeder von uns „in der Gnade
und Erkenntnis unseres Herrn und Heilands Jesus Christus [wachsen]" (2. Petrus
3, 18). Durch Gottes Hilfe und seinem Geist in uns müssen wir uns täglich
hingeben und Jesus Christus sein Leben in uns leben lassen.
Gottes Wort sagt uns: „Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit
eurem Leibe" (1. Korinther 6, 20). Da uns Jesus Christus gekauft hat und für
jeden von uns dadurch bezahlt hat, dass er sein eigenes Blut vergossen hat,
müssen wahre Christen zur Einsicht in ihre Verantwortung kommen, täglich Gottes
Willen zu suchen in allem, was sie denken, sagen und tun.
Sicherlich werden wir alle manchmal stolpern und versagen, wenn es darum
geht, Christus sein Leben in uns leben zu lassen. Man darf dadurch nicht
entmutigt werden. Es geht jedem so. Johannes, der „Apostel der Liebe",
schrieb den wahren Christen seiner Zeit über dieses Problem: „Wenn wir sagen,
wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in
uns. Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er
uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit" (1. Johannes
1, 8-9).
Wenn wir also nach unserer Bekehrung „ausrutschen" und alte Fehler
wiederholen (oder neue machen!), wird er uns vergeben, falls wir wahrlich
Reue zeigen und diese Sünden vor Gott bekennen. Weiterhin sagte Johannes,
dass Gott „uns von aller Ungerechtigkeit reinigen wird."
Überwindung braucht allerdings Zeit. Es geschieht nicht auf einmal.
Man darf daher niemals den Mut verlieren und aufgeben.
Gibt es Hoffnung für mich?
Viele Leute sind fälschlicherweise davon überzeugt, dass
Gott niemals Sünden von ihrem Ausmaß und ihrer Arglist vergeben könnte. Jedoch,
als ein Sünder, der ernsthaft Vergebung brauchte, schrieb der Prophet Micha:
„Womit soll ich mich dem HERRN nahen, mich beugen vor dem hohen Gott? [...] Wird
wohl der HERR Gefallen haben an viel tausend Widdern, an unzähligen Strömen von
Öl? Soll ich meinen Erstgeborenen für meine Übertretungen geben, meines Leibes
Frucht für meine Sünde?" (Micha 6, 6-7).
Die Antwort scheint zu gut, um wahr zu sein: „Es ist dir gesagt, Mensch,
was gut ist, und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und
Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott" (Micha 6, 8).
Jesus Christus, der Herr und Gott Israels ist in diese Welt gekommen, um
die Menschheit zu erlösen - nicht um uns zu verdammen, sondern um
Sünde zu verdammen (vgl. Johannes 1, 1.11-14; 3, 17; Römer 8, 2-3). Unser
Anteil ist, zu bereuen, Christus als unseren Erlöser anzunehmen, uns mit
unserem ganzen Wesen Gott und seinem perfekten Gesetz zu widmen – und für die
Vergebung unserer Sünden getauft zu werden (Apostelgeschichte 2, 38). Gott wird
die vergangenen Sünden einer jeglichen Person, die diese Schritte ernsthaft
unternimmt, vergeben und vergessen (1. Johannes 1, 8-9). Es gibt keine
Grenze der Gnade und Güte, die Gott gegenüber jedem zeigen wird, der ihn
mit ganzem Herzen sucht (vgl. Jeremia 29, 12-13).
Die Früchte eines wahren Christen
Jesus sagte: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen"
(Matthäus 7, 20). Die „Früchte" oder Resultate des heiligen Geistes
Gottes in unserem Leben zeigen, ob wir wirklich Christen sind oder nicht. Jesus
erklärte, was das Wichtigste sei, das wir als Christen tun müssen: „'Du
sollst den Herrn, deinen Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von
ganzem Gemüt.' Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem
gleich: 'Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst'„ (Matthäus 22,
37-39).
Für den wahren Christen wird Gott der Mittelpunkt von allem. Der
echte Christ ist wirklich auf Gott ausgerichtet. Er will es Gott in
all seinen Gedanken und Taten recht machen. Er wird sich ständig vor Augen
halten, dass Gott sein Vater, und Jesus sein Erlöser, sein Hohepriester und sein
lebendiges, aktives Oberhaupt ist. Er wird also nicht nach cleveren,
trickreichen Argumenten suchen, um um das Halten der Gebote Gottes oder seiner
inspirierten heiligen Tage herumzukommen.
Er wird sich also buchstäblich von Christus „ernähren", indem er das
eingegebene Wort Gottes, die Bibel (vgl. Johannes 6, 56-57), ständig studiert
und sich daran sättigt. Er wird es sich zur Gewohnheit machen, Gott im
ernsthaften Gebet zu suchen, so wie es Jesus getan hat (Markus 1,
35). In all dem wird er lernen, „mit Gott zu wandeln" – seine Gedanken und Taten
mit jedem Tag seines christlichen Lebens mehr in Einklang mit Gott und Christus
zu bringen.
Ein echter Christ wird auch von Gottes Geist geleitet werden, „seinen
Nächsten wie sich selbst zu lieben." Er wird danach streben, mit Gottes
Hilfe und Führung freundlich, liebend und gebend zu sein. Der echte
Christ wird danach trachten, der Anweisung Christi zu folgen: „Geben ist
seliger als nehmen" (Apostelgeschichte 20, 35).
Also wird ein echter Nachfolger Jesu danach streben, ein „Geber" zu sein –
seinen Mitmenschen zu dienen, ihnen zu helfen, sie zu ermutigen und zu erbauen.
Und sein ganzes Herz wird darauf ausgerichtet sein, zu helfen, die wertvolle
Wahrheit mit anderen zu teilen. Wie Daniel geschrieben hat: „Und die da
lehren, werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die viele zur
Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich" (Daniel 12, 3).
In seinem eigenen Leben und seiner eigenen Persönlichkeit wird der Christ
mehr und mehr die geistlichen „Früchte" aufweisen, die der Apostel Paulus
beschrieben hat: „Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld,
Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit [Selbstkontrolle]" (Galater 5,
22-23).
Durch die Arbeit des Geistes Gottes in ihm wird der Christ ein ernsthaftes,
ausströmendes Interesse für alle Menschen und eine Wärme und Zuneigung gegenüber
all denen um ihn herum demonstrieren. Und der echte Christ wird immer eine tief
gehende und bleibende Liebe für Gott und für Christus, seinen Erlöser
haben. Er wird immer die Tatsache zu schätzen wissen, dass Jesus Christus
herabgekommen ist auf diese Erde, um zu leiden, um sein Blut zu vergießen und zu
sterben, damit wir mit Gott versöhnt werden konnten. Der echte Christ wird
dadurch ein immerwährendes Gefühl der Liebe und Verbundenheit gegenüber Jesus
Christus haben!
Des Weiteren sind der innere Frieden und die innere Freude,
die ein wahrer Christ erlebt, unbezahlbar. Wie der Apostel Paulus schrieb: „Und
der Friede Gottes, der höher ist, als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und
Sinne in Christus Jesus" (Philipper 4, 7). Alle Christen müssen im Geist der
Freundlichkeit, der Geduld, der Güte und Sanftmut wachsen, die die obige
Schriftstelle beschreibt.
Eine weitere wichtige Frucht ist Glaube (Jubiläumsbibel) oder
„Treue" – die geistliche Stärke, sich auf Gott zu verlassen, und die
Verpflichtung gegenüber diesem Glauben in jedem Bereich des Lebens zu
demonstrieren. Wie König David feststellte: „Lass sich freuen alle, die auf dich
trauen; ewiglich lass sie rühmen, denn du beschirmest sie. Fröhlich lass sein in
dir, die deinen Namen lieben! Denn du, HERR, segnest die Gerechten, du deckest
sie mit Gnade wie mit einem Schilde" (Psalm 5, 12-13).
Die endgültige „Frucht" des Geistes ist Selbstbeherrschung - die
geistliche Kraft, seine Sünden und Lüste zu beherrschen und Gott zu gehorchen.
Nochmals, wenn Sie Ihr Herz, Ihren Sinn und Willen wahrhaftig Gott
unterwerfen, Jesus Christus annehmen und in seinem Namen getauft
werden, wird Ihnen die Kraft des heiligen Geistes versprochen, der Ihnen
diese Art von Stärke und Selbstbeherrschung gibt.
Wie der Apostel Paulus an Timotheus geschrieben hat: „Denn Gott hat uns
nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der
Besonnenheit" (2. Timotheus 1, 7). Durch den heiligen Geist gibt Gott uns die
Kraft, seinen Geboten zu gehorchen. Und unser Gehorsam zeigt, dass
wir diesen Geist haben. Wie Johannes schrieb: „Wer seine Gebote hält, der bleibt
in Gott und Gott in ihm. Und daran erkennen wir, dass er in uns bleibt: an dem
Geist, den er uns gegeben hat" (1. Johannes 3, 24).
Johannes stellte auch fest: „Und daran merken wir, dass wir ihn kennen,
wenn wir seine Gebote halten. Wer sagt: Ich kenne ihn, und hält seine Gebote
nicht, der ist ein Lügner, und in dem ist die Wahrheit nicht. Wer aber
sein Wort hält, in dem ist wahrlich die Liebe Gottes vollkommen. Daran erkennen
wir, dass wir in ihm sind. Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der soll auch leben,
wie er gelebt hat" (1. Johannes 2, 3-6). Die Living Bible [Lebendige
Bibel] umschreibt die letzten beiden Sätze so: „Auf diese Weise weiß man, wer
ein Christ ist. Wer sagt, dass er ein Christ ist, soll auch leben, wie Christus
es tat." Und wie wir wissen, hielt Christus die Gebote seines Vaters –
einschließlich des vierten Gebots – und war uns darin ein Vorbild
(Johannes 15, 10).
Doch wir sollten nicht sofortige „Perfektion" in unserem Leben erwarten!
Wir haben bereits festgestellt, dass wir in „Gnade und Erkenntnis wachsen"
müssen. Das wahre christliche Leben ist ein Leben des Überwindens und Wachsens,
um selbst in unserem innersten Denken und Verlangen Jesus Christus ähnlicher zu
werden.
Aber für den wahren Christen werden aufgrund der großartigen Zukunft alle
Prüfungen, Schwierigkeiten und „Wachstumsschmerzen" leicht zu ertragen
(vgl. Römer 8, 18).
Behalten Sie das ZIEL im Auge
Falls Gott Sie zu wahrem Verständnis berufen hat,
und Sie das, was Sie in dieser Broschüre gelesen haben, erfassen, sind Sie
zweifellos dazu berufen worden, ein vollwertiger Sohn oder eine vollwertige
Tochter Gottes zu werden (2. Korinther 6, 18). Die Bedeutung und der
endgültige Zweck Ihrer Berufung sind beeindruckend.
Denn soweit Sie täglich Ihre Gedanken, Ihre Zeit und Ihre Energie, und Ihr
ganzes Leben dazu einsetzen, Jesus Christus sein Leben in Ihnen leben zu
lassen, werden Sie mehr und mehr den Charakter Gottes annehmen. Monat für Monat
und Jahr für Jahr werden Sie lernen, wie Christus selbst zu denken, zu
handeln und zu leben.
Und schließlich, bei der Rückkehr Jesu Christi zur Erde als König der
Könige, werden Sie entweder auferweckt oder vom Fleisch zum Geist verwandelt
werden. Als vom Geist geborenes Kind Gottes werden Sie dann mit Jesus Christus
über die Nationen dieser Erde regieren (Offenbarung 2, 26) und ihnen
endlich echten Frieden und echte Freude bringen!
Und Sie selbst werden als ein regierendes Mitglied des Reiches oder der
Regierung Gottes verherrlicht werden. Wie der Apostel Paulus geschrieben
hat: „Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht
offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: Wenn es offenbar wird,
werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist" (1.
Johannes 3, 2).
In der Auferstehung werden die wahren Heiligen ganz wie Christus
sein. Ihnen werden unglaubliche Möglichkeiten und Verantwortungen angeboten
werden, zu helfen, über die Städte und Nationen dieser Erde zu regieren. Der
Apostel Johannes wurde inspiriert, uns das „Gebet der Heiligen" in Offenbarung
5, 9-10 zu offenbaren: „Und sie sangen ein neues Lied: Du bist würdig, zu nehmen
das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist geschlachtet und hast mit
deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern
und Nationen und hast sie unserm Gott zu Königen und Priestern gemacht,
und sie werden herrschen auf Erden." Die Heiligen werden dann
verherrlichte, geistliche Körper haben, die es ihnen möglich machen werden,
diese Arbeit zu verrichten. Denn sie werden niemals müde oder krank
werden, und sie werden niemals sterben!
Aus Geist bestehend, voller Tatendrang, Energie und Freude, werden
die auferweckten Heiligen für immer in Gottes Familie leben. Denn sie werden
sich Gott ausgeliefert haben, um Gott in ihnen die Weisheit und den Charakter
Christi aufbauen zu lassen, damit sie ihn unterstützen können in der
Regierung der gesamten Welt und sogar beim Richten von Engeln!
So schrieb der Apostel Johannes: „Und ein jeder, der solche Hoffnung auf
ihn hat, der reinigt sich, wie auch jener rein ist" (1. Johannes 3, 3). Es gibt
einen weit über dieses Leben hinausreichenden Grund, ein echter
Christ zu werden!
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Diejenigen, die Gottes Wahrheit verstehen, haben allen Grund, sich dem
Gott, der uns geschaffen hat, beugen zu wollen, seinen Sohn als ihren
Retter und Heiland anzunehmen, ihr Leben Gott zu unterwerfen und
von einem jeglichen Wort Gottes zu leben, seine Gebote zu halten, Gott zu
erlauben, in sich Gottes Charakter zu entwickeln, und sich auf diese Weise auf
die reale Welt von Morgen im bald kommenden Reich Gottes auf Erden
vorzubereiten.

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