Unsere „moderne" Gesellschaft hat ein
zwiespältiges Verhältnis zu den Zehn Geboten. Wurden sie auf göttliches Geheiß
oder durch die Entwicklung der Menschheit auf wissenschaftlichem Gebiet
„abgeschafft"? Sollten sie an öffentlichen Orten ausgehängt werden oder den
Kirchen vorbehalten bleiben? Sind sie eine Belastung für „aufgeklärte" Menschen
oder ein Segen für diejenigen, die sie befolgen? König David schrieb, „wie habe
ich dein Gesetz so lieb!" und nannte es vollkommen; der Apostel Paulus erklärte,
es sei heilig, gerecht und gut; Jesus hielt es in Ehren, erweIterte und befolgte
es und gebot den Gehorsam gegenüber den Zehn Geboten. Aber für die meisten
Menschen bleiben die Zehn Gebote ein Rätsel, das sie nie verstanden haben. Die
vorliegende Broschüre erklärt auf einleuchtende Weise dieses unausweichliche,
lebendige Gesetz, das bald zum Grundgesetz der friedlichen, gedeihenden und
freudvollen Welt von Morgen wird!
Inhalt
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Vorwort
Schlüssel zum Verständnis
Das erste Gebot
Das zweite Gebot
Das dritte Gebot
Das vierte Gebot
Das fünfte Gebot
Das sechste Gebot
Das siebte Gebot
Das achte Gebot
Das neunte Gebot
Das zehnte Gebot
Die neuen Gebote Jesu |
ZG, Version 1.0, Januar 2005
Englischer Originaltitel: The Ten Commandments
Diese Broschüre darf nicht verkauft werden!
Sie wurde der Öffentlichkeit als kostenloses Informationsmaterial
von der Living Church of God zur Verfügung gestellt.
©2005 Living Church of God. Alle Rechte vorbehalten.
Schriftstellen in dieser Broschüre wurden, falls nicht anders
angegeben, aus der revidierten Lutherbibel 1984 zitiert.
(©1985, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Vorwort
Vor über 40 Jahren entstand die
erste Ausgabe dieser Broschüre „Die Zehn Gebote". Sie wurde damals aus
einer Zeitschriftenserie entnommen, zu einer Broschüre zusammengefasst und an
Hunderttausende von Haushalten geschickt, die es über die Jahrzehnte hinweg
bestellten. Seit über zehn Jahren war die Broschüre nun nicht mehr erhältlich,
doch nun wurde sie für die Leser der „Welt von Morgen" neu überarbeitet und
gedruckt. Dennoch ist es im Grunde immer noch dieselbe Broschüre wie vor vierzig
Jahren, was nicht überraschend ist, weil sie die unveränderlichen Gesetze Gottes
beschreibt. Wie Gott selbst sagt: „Ich, der Herr, wandle mich nicht" (Maleachi
3, 6).
Selbst weltliche Gelehrte erkennen an, dass die ersten Christen ihr Leben
danach ausrichteten, das große, geistliche Gesetz Gottes – die Zehn Gebote – zu
befolgen. Wenn sie „der Herr Jesus Christus" sagten, verstanden sie, dass das
Wort „Herr" so viel bedeutet wie „Boss" – jemand, dem man gehorchen sollte!
Jesus erinnerte die Jünger immer wieder an diese wichtige Beziehung, wie zum
Beispiel in Lukas 6, 46: „Was nennt ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was
ich euch sage?"
Ich hoffe und bete, dass Sie diese Broschüre eingehend studieren und
erkennen, dass Gottes Gesetz – dasselbe Gesetz, das im bald kommenden Reich
Gottes wirksam sein wird – ein Segen für alle Personen, Familien und Nationen
ist, die es befolgen und die damit dem Beispiel unseres Erlösers Jesus Christus
nachfolgen.
Schlüssel zum Verständnis
Wir leben in einem gesetzlosen Zeitalter. Gewalt und
Verbrechen nehmen in erschreckendem Maße zu, weil viele Millionen Menschen
praktisch keinerlei Respekt mehr vor dem Gesetz oder institutioneller Autorität
haben. Sie achten weder göttliche noch menschliche Gesetze! International
betrachtet leben ganze Nationen in Furcht, weil sie nur zu gut wissen, dass so
genannte „Garantien" und Friedensverträge oft nicht einmal das Papier wert sind,
auf dem sie geschrieben stehen. Es gibt kein Gesetz – und keinen Respekt vor
Autorität – unter den Nationen dieser Welt. Dies ist die Welt, in der wir leben!
Der wirkliche Ursprung von Gesetzen
Die Menschen haben jeden Respekt vor dem Gesetz
verloren, weil sie den Urheber aller Gesetze und Ordnungen
vergessen haben! In der Bibel heißt es: „Einer ist der Gesetzgeber
und Richter, der selig machen und verdammen kann" (Jakobus 4, 12). Dieser
Gesetzgeber ist Gott, der Allmächtige. Auf ihrer Suche nach einem „inneren
Frieden", der durch menschliche Mittel und Wege zu erreichen ist, und einer
„Religion, die Bedürfnisse befriedigt", haben die Menschen den großen Gott, der
dieses Universum regiert, vollkommen vergessen! Kein Wunder also,
dass viele junge Menschen – die Führungskräfte von morgen – eine so gesetzlose
Einstellung haben. Kurz vor seinem Tod hat einer der namhaftesten Pädagogen der
Welt militärische Führungskräfte vor diesem Problem gewarnt. Dr. Rufus von
Klein-Smid, ehemaliger Rektor der Universität von Südkalifornien sagte: „Ich
habe kein Problem mit der gegenwärtigen Betonung der Naturwissenschaften, aber
wir finanzieren heute Schulen, die sich vom Anfang bis zum Ende des Schuljahres
so verhalten, als gäbe es keinen Gott". Dr. von Klein-Smid wies auch auf das
„Fehlen moralischer Werte" bei unserer Jugend hin, das auf solche
Bildungskonzepte zurückzuführen sei. Wenn man den wahren Gott unberücksichtigt
lässt, gibt es keinen wirklichen Standard für akzeptables Verhalten. Das
Ergebnis sind eine geistliche Verwirrung, Gesetzlosigkeit und Unmoral. In fast
allen Konfessionen finden wir heute die Tendenz, Gott zu „modernisieren" und zu
„demokratisieren", um sein Recht zu unterlaufen, dass er seine Schöpfung – und
uns, seine Geschöpfe – regieren kann. Es gibt heute nur noch sehr wenige
Menschen auf Erden, die wirklich „gottesfürchtig" leben! Dadurch, dass die
Menschheit sich ihren imaginären „Wunschgott" erschaffen hat, wie sie ihn haben
möchte, kann sie ihm natürlich nicht mit Hochachtung und Ehrfurcht begegnen.
Einen solchen Gott kann man nicht „fürchten". Ebenso wenig werden Menschen einem
solchen Wesen, das ihrer eigenen Vorstellungskraft entsprungen ist,
gehorchen! Doch die wahre Botschaft Christi handelte von dem Gott, der
diese Erde erschaffen hat. Er ist der Gott, der die Menschen segnet, wenn sie
seinen Gesetzen gehorchen – und sie züchtigt, wenn sie ihnen nicht gehorchen.
Der Jesus Ihrer Bibel hat stets das Evangelium vom Reich Gottes
auf Erden verkündet (Markus 1, 14; Lukas 4, 43). Heute würde man sagen, er
verkündete die gute Nachricht von der Regierung Gottes – der
Herrschaft Gottes. Er sagte: „Tut Buße [bereut] und glaubt
an das Evangelium" (Markus 1, 15). Bevor Sie ernsthaft an Jesus Christus glauben
und ihn als Ihren Erlöser annehmen können, der sein Blut vergossen hat, um Sie
von Ihren Sünden rein zu waschen, müssen Sie bereuen. Aber was
bereuen? Ihre Sünden! Was aber ist Sünde?
Entgegen der widersprüchlichen Ideen und verallgemeinernden Aussagen vieler
Glaubensorganisationen erklärt Ihre Bibel eindeutig: „Sünde ist die
Gesetzesübertretung" (1. Johannes 3, 4; Schlachter-Übersetzung). Sünde ist das
Brechen des geistlichen Gesetzes Gottes – der Zehn Gebote. Dieser Vers
definiert klar und eindeutig, was Sünde ist! Bevor Gott Ihnen Ihre vergangenen
Sünden vergibt, müssen Sie bereuen, dass Sie sein Gesetz übertreten haben! Sie
müssen lernen, Gott als den höchsten Herrscher dieses Universums anzuerkennen
und zu respektieren – als Ihren eigenen König, der über Sie herrscht. Salomo,
der weiseste Mann, der jemals gelebt hat, schrieb unter Inspiration: „Die Furcht
des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis" (Sprüche 1, 7). Damit ist kein
einschüchterndes Gefühl der Angst gemeint, sondern ein tiefer, auf Ehrfurcht
begründeter Respekt vor der hohen Würde und Autorität Gottes – vor seiner
göttlichen Allmacht, seiner Weisheit und seiner Liebe. Ohne den Glauben an einen
so großen und realen Gott fehlt den Menschen etwas. Abgeschnitten von diesem
wahren Gott, dem Urheber von Gesetz und Ordnung, ist die Menschheit in einem
Zustand der Ziellosigkeit, inneren Leere, Frustration und Verwirrung. Der Weg
aus dieser inneren Leere und Verunsicherung mag für manche Menschen abgedroschen
oder einfältig klingen, aber er ist echt und funktioniert! Wir müssen einfach
aufhören, falsche Götter zu verehren. Die Menschen müssen zum Gott der Bibel
zurückkehren, zum Gott der Schöpfung, dem Gott, der das Universum regiert! In
einer Zusammenfassung des Weges, der zu einem erfüllten, sinnvollen und
glücklichen Leben nach den Vorstellungen der Menschen führt, inspirierte Gott
folgende Worte am Ende des Buches Prediger: „Lasst uns die Hauptsumme aller
Lehre hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das ist der ganze
Mensch" (Prediger 12, 13; Elberfelder Übersetzung). Die Menschen sind frustriert
und unvollständig ohne eine mit Leben erfüllte Beziehung zu Gott – ohne
ein Leben auf seinen Wegen und ohne das Einhalten seiner Gebote. Alle Nationen
und Völker dieser Erde könnten in Frieden, Erfüllung und Freude leben, wenn sie
die Gebote Gottes befolgen würden. Sie sind die einzige Antwort auf alle unsere
Probleme, sowohl des Einzelnen als auch der Gesellschaft. Die Gebote sind der
Weg, den Jesus Christus lehren wird, wenn er zurückkehrt, um diese Welt zu
regieren (Micha 4, 2).
Verstehen Sie Gottes Gebote wirklich?
Der Prophet Daniel war ein Mensch nach Gottes Herzen
(Apostelgeschichte 13, 22). In ihm spiegelt sich das Bild Christi wider, und
wenn Christus zurückkehrt, um dieser Erde Frieden zu bringen, wird ihm David
direkt unterstellt sein und während des tausendjährigen Reichs das gesamte Volk
Israel regieren (Hesekiel 37, 24). David schrieb: „Wie habe ich dein Gesetz so
lieb! Täglich sinne ich ihm nach" (Psalm 119, 97). David beschäftigte sich
täglich intensiv mit Gottes Gesetz! Dadurch lernte er, wie er es auf jede
Situation im Leben anwenden konnte. So wuchs David an Weisheit.
„Du machst mich mit deinem Gebot weiser, als meine Feinde sind" (Vers 98).
Gottes Gesetz zeigte David den richtigen Weg – die richtige Lebensweise.
„Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege" (Vers 105).
Im gesamten Psalm 119 beschrieb David, wie er Gottes Gesetz liebte und als
Richtschnur für sein Leben gebrauchte.
Tun Sie das auch? Wahrscheinlich nicht. Den meisten von Ihnen wurde
beigebracht, dass Gottes Gesetz abgeschafft sei – oder aber Sie haben einfach
noch nicht erkannt, dass dies der einzige Weg zu einem wirklich erfüllten und
erfreulichen Leben ist. Dann wissen Sie noch nicht, dass Gottes Gesetz das Wesen
und den Charakter Gottes widerspiegelt. Und Gottes Gebote ermahnen uns: „Ihr
sollt heilig sein, denn ich bin heilig" (1. Petrus 1, 16). Wahre Christen, die
„kleine Herde" Jesu, werden als diejenigen beschrieben, „die Gottes Gebote
halten und haben das Zeugnis Jesu" (Offenbarung 12, 17). Und Gott beschreibt den
Charakter seiner Heiligen so: „Hier ist Geduld der Heiligen! Hier sind, die da
halten die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus" (Offenbarung 14, 12). Wenn
Sie zu Gottes wahren Auserwählten gehören wollen, die den sieben letzten Plagen
entrinnen werden, so müssen Sie diesen lebendigen, gehorsamen
Glauben an den allmächtigen Gott haben, indem Jesus Christus sein Leben in Ihnen
lebt! Dazu müssen Sie das geistliche Gesetz Gottes, wie es in den Zehn Geboten
offenbart ist, verstehen und einhalten! Bitte nutzen Sie diese Broschüre
wirklich als Studienhilfe und schlagen Sie jede erwähnte Bibelstelle selbst
nach, um dann nach Gottes geistlichem und heiligem Gesetz zu leben.
Der allmächtige Gott Israels
Um die tatsächliche Tragweite der Zehn Gebote richtig zu
verstehen, sollten wir uns zunächst die Umstände ansehen, unter denen die Zehn
Gebote verkündet wurden. Erinnern wir uns, dass Mose und die Israeliten das
Wissen darüber bewahrt hatten, dass ihr Gott der Schöpfer des Himmels und der
Erde war. Sie wussten, dass er die Erde auch regierte und in den
Zeiten ihres Vorfahren Noah die Sintflut herbeigeführt hatte. Und in ihrer Zeit
hatte der wahre Gott, der Gott Israels, sie durch zahlreiche Wunde aus der
Sklaverei in Ägypten befreit und durch das Rote Meer geführt, das sich zu beiden
Seiten ihres Durchgangs wie mächtige Wände aufgetürmt hatte (2. Mose 14).
Seit der Zeit, als sie das Rote Meer durchwandert hatten, hatte sich Gott
mit ihnen auf besondere Weise befasst und sie an seine Gesetze erinnert, die sie
zu jenem Zeitpunkt wohl zum Teil vergessen hatten. Noch ehe sie am Berg Sinai
angekommen waren, räumte er alle Zweifel hinsichtlich der Frage aus, welcher Tag
sein Sabbat sei, indem er eine Anzahl von Wundern vollbrachte, die den
Israeliten den richtigen Tag aufzeigten (2. Mose 16). Bereits in 2. Mose 18
lesen wir, dass Mose gemäß den Gesetzen und Rechtsordnungen Gottes unter den
Israeliten Recht sprach (Vers 16). Als sie schließlich am Berg Sinai angekommen
waren, schlug Gott ihnen nicht etwa neue Gesetze vor, sondern
einen Bund oder Vertrag, in dem die Israeliten sein besonderes Volk werden
sollten und er ihr Gott, wenn sie seinen Gesetzen, Statuten und Rechtsordnungen
gehorchen würden. Weil die Zehn Gebote Gottes grundlegendes, geistliches
Gesetz waren (Römer 7, 14) – und immer sein werden – wurden sie ebenfalls zum
Bestandteil dieses Vertrags zwischen Gott und Israel. Bereits lange vor dem
Ereignis am Berg Sinai hatte Gott Abraham, den „Vater aller, die glauben" (Römer
4, 11), in besonderer Weise gesegnet, „weil Abraham meiner Stimme gehorsam
gewesen ist und gehalten hat meine Rechte, meine Gebote, meine Weisungen und
mein Gesetz" (1. Mose 26, 5). Abraham hat also mit Sicherheit die Zehn Gebote
gekannt, verstanden und eingehalten.
Weil die Zehn Gebote Gottes heiliges, geistliches Gesetz sind, verkündete
er sie mit einer Ehrfurcht einflößenden Demonstration seiner Macht – im
Gegensatz zu den übrigen Bestandteilen des Bundes – und schrieb sie eigenhändig
auf Steintafeln nieder. Beachten Sie die Umstände in 2. Mose 19. Gott hatte dem
Volk geboten, sich zu reinigen und am dritten Tag bereit zu stehen, wo er zu
ihnen herabkommen würde (Verse 10-11). „Als nun der dritte Tag kam und es Morgen
ward, da erhob sich ein Donnern und Blitzen und eine dichte Wolke auf dem Berge
und der Ton einer sehr starken Posaune. Das ganze Volk aber, das im Lager war,
erschrak" (Vers 16). Hier offenbarte Gott als Schöpfer seine Macht über
die Kräfte der Natur. Dann verkündete er mit eigener Stimme die Zehn Gebote! Als
der Schöpfer in all seiner Macht auf den Berg Sinai herabkam, stieg „Rauch [...]
auf wie der Rauch von einem Schmelzofen, und der ganze Berg bebte sehr"
(Vers 18).
In dieser Umgebung, geprägt von Majestät, Herrlichkeit und Allmacht sprach
Gott zu einem Volk, das vor Ehrfurcht erzitterte, und verkündete die Zehn
Gebote. Diese Menschen müssen buchstäblich gezittert haben, als seine Stimme wie
ein Donner über das Land dröhnte (Psalm 104, 7).
Das erste Gebot
Gott begann also, die Zehn Gebote zu verkünden. Er
offenbarte seinem Volk die Gesetze des Lebens, die zu Erfolg,
Glück und Frieden mit Gott und den Menschen führen. In unserem Zeitalter, das
geprägt ist von Rationalismus, Agnostizismus und einem alles umfassenden
Materialismus, ist es bedeutsam, dass der Allmächtige nicht zuerst von einer
„Verbrüderung aller Menschen" sprach, sondern von Gehorsam und Ehrerbietung
gegenüber Gott als dem Schöpfer und Beherrscher des Himmels und der Erde und als
dem persönlichen Gott aller, die ihm dienen und gehorchen! „Und Gott redete alle
diese Worte: Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der
Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben
mir" (2. Mose 20, 1-3). Dies ist das erste, und wie wir später sehen
werden, auch das größte Gebot. Untersuchen Sie sorgfältig die Wortwahl dieses
Gebots – und denken Sie darüber nach, wie David es getan hat! „Ich bin der Herr,
dein Gott" – dieser Satz offenbart mehr, als es zunächst den Anschein hat. Es
konnte kein Zweifel daran entstehen, dass dieses „Ich", das sich hier in so
eindrucksvoller Machtentfaltung kundgetan hat, der große Schöpfer des Himmels
und der Erde war. Schon alleine durch sein Auftreten bezeugte er seine Macht als
Schöpfer, als er den Berg Sinai durch Blitze und Donner schüttelte, wie einen
nassen Lappen!
Das erste Gebot und Sie
Wir haben also gesehen, mit welcher Demonstration von
Macht und Stärke Gott sich offenbarte, bevor er die Zehn Gebote vom Berg Sinai
verkündete. Nun wollen wir sehen, wie jedes einzelne dieser Gebote – angefangen
mit dem ersten Gebot – Sie persönlich betrifft. Denn wenn Sie ein Christ sein
wollen, dann müssen Sie gemäß den Worten Jesu Christi, des Begründers des
Christentums, nach jedem Wort Gottes leben (Matthäus 4, 4). Und
das schließt natürlich mit ein, dass Sie – mit Gottes Hilfe – entsprechend den
Geboten des allmächtigen Gottes leben müssen, um zum ewigen Leben
einzugehen (Matthäus 19, 17). Was also bedeutet das erste Gebot für Sie?
„Ich bin der Herr, dein Gott", sagt der Schöpfer. Ist der Gott der Schöpfung –
der Gott Israels, der Gott der Bibel – wirklich auch Ihr Gott, dem
Sie dienen und gehorchen? Oder haben Sie sich ihren eigenen, falschen „Gott"
oder sogar mehrere „Götter" geschaffen? Verehren Sie Gott vielleicht auf eine
falsche Weise nach Art von „Menschengeboten", wovon Jesus sagte, dass ein
solcher Gottesdienst vergeblich sei? (Markus 7, 7). Das sind
Fragen, über die Sie nachdenken sollten!
Zu Christen unserer Zeit sagt Gott ebenfalls, dass er derjenige ist, „der
ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt" hat. Überall in der
Bibel gilt Ägypten als Symbol der Sünde. Alle nicht bekehrten Menschen befinden
sich in einer Art Knechtschaft durch das organisierte, heidnische System dieser
Welt und durch ihre eigenen menschlichen Begierden. Wenn ein Mensch jedoch
wirklich bekehrt ist, führt Gott ihn aus dieser Knechtschaft heraus – und ein
solcher Mensch verlässt sie dann auch bereitwillig und freudig! Jeder sollte
sich selbst prüfen, ob wir jemals wirklich die falschen Traditionen und Wege
dieser Welt verlassen und unsere eigenen Sünden und selbstsüchtigen Begierden
bereut haben.
Gott gebietet uns: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir". Haben
Sie etwas anderes an Gottes Stelle gesetzt? Verwenden Sie Ihre Zeit, Ihre
Energie und Ihre Tatkraft lieber für andere Dinge als für den wahren Gott?
Welchen Götzen haben Sie zwischen sich und den wahren Gott gestellt – was ziehen
Sie der Beschäftigung mit seinem Wort und einem Leben nach seinem Wort vor? Gott
sagt: „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner
Hände Werk" (Psalm 19, 1). Immer wieder heißt es in der Bibel, dass Gott der
wirkliche Schöpfer dieser Erde und des Universums ist. Er ist es, der allen
Geschöpfen mit jedem Atemzug das Leben verleiht (1. Mose 1). Machen Sie sich
wirklich bewusst, dass Gott derjenige ist, der Ihnen jeden Atemzug Ihres Lebens
schenkt, und verehren Sie ihn als Ihren Schöpfer? Das sollten Sie tun, denn es
ist ein Bestandteil dessen, wie man den wahren Gott anbetet und keine anderen
Götter neben ihm hat!
Die größte Irrlehre der heutigen Zeit ist nicht der Kommunismus oder
Atheismus, sondern die falsche und Gott verleugnende Evolutionstheorie, die wie
eine Glaubenslehre von Wissenschaftlern verkündet wird. Sie ist der Versuch,
eine Schöpfung ohne die Existenz eines Schöpfers zu erklären. Somit verleugnet
sie den wahren Gott in seiner Wesensart und Macht! Die Evolutionstheorie wurde
zur Grundlage eines großen Teils des modernen „Bildungswesens". Doch die
Weisheit der Welt ist in Gottes Augen Torheit (1. Korinther 1,
20).
Die Bibel offenbart Gott nicht nur als den Schöpfer, sondern auch als den
Bewahrer und Lenker der Schöpfung – der in die Angelegenheiten seiner Diener
eingreifen kann, um sie zu führen, zu segnen und zu retten. David schrieb:
„Herr, mein Fels, meine Burg, mein Erretter, mein Gott, mein Hort, auf den ich
traue, mein Schild und Berg meines Heiles und mein Schutz" (Psalm 18, 3).
Buchstäblich Hunderte von Malen betete David zu Gott, dass dieser eingreifen und
ihn aus Bedrängnis und Schwierigkeiten erretten sollte. Wenden Sie sich bei
einer Notlage Gott zu oder vertrauen Sie nur auf Ihre eigene Kraft und
menschliche Hilfe?
Gottes Absicht verstehen
In Matthäus 6, 9 sagt Jesus uns, dass wir Gott im Gebet
als unseren „Vater" ansprechen sollen. Überall im Neuen Testament wird er als
derjenige dargestellt, zu dem wir mit allen unseren Problemen und Nöten kommen
können. Wie ein menschlicher Vater wacht er über seine Kinder, segnet und
beschützt sie. Aber er züchtigt auch jedes seiner Kinder, das er liebt (Hebräer
12, 6). Von Anfang an war Gott der höchste Vater der Menschheit. Bei der
Erschaffung des Menschen sagte er: „Lasset uns Menschen machen, ein Bild,
das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer ..." (1.
Mose 1, 26). Der Mensch wurde nach dem Ebenbild, der äußeren Form Gottes,
erschaffen. Ihm wurden bestimmte Verantwortlichkeiten und Vorrechte übertragen,
die denen Gottes ähnlich sind – Herrschaft über die anderen Geschöpfe dieser
Erde und die begrenzte Fähigkeit, neue Dinge entstehen zu lassen – sozusagen zu
erschaffen –, die es bislang in dieser Form noch nicht gegeben hat. In diesem
begrenzten Sinne besitzt der Mensch einige spezifisch göttliche Fähigkeiten!
Gott hat nämlich geplant und beabsichtigt, dass wir ihm eines Tages gleich sein
sollen – verherrlicht wie er verherrlicht ist (1. Johannes 3, 2)! Der Mensch
soll letztlich aus Geist geboren werden und aus Geist bestehen (1. Johannes 3,
6). Wir werden ein Teil der aus Geist geborenen, regierenden Familie Gottes
sein. Gott hat geplant, dass diejenigen, die ihre menschliche Natur in diesem
Leben überwinden und lernen, mit Hilfe des in ihnen wirkenden heiligen Geistes
sein vollkommenes Gesetz einzuhalten, in seine eigene Familie und sein Reich
hineingeboren werden sollen! Dann, nach Abschluss dieses
lebenslangen Prozesses von Überwindung und geistlichem Wachstum und nach
der geistlichen Wiedergeburt wird der Mensch einige der
Hoheitsrechte Gottes ausüben können! Er wird sich als weiteres Mitglied des
regierenden Reichs Gottes qualifiziert haben! (Für genauere Informationen zu
dieser geistlichen Wiedergeburt lesen Sie unsere Broschüre Die Bestimmung
Ihres Lebens).
Doch sogar in dieser Hinsicht möchten sich Wissenschaft und Kultur mit Gott
messen und werden so zu falschen Göttern! Die moderne Wissenschaft ist
eifrig bestrebt, dem Menschen mehr Macht zu verleihen, als er mit seinen
geistigen und geistlichen Fähigkeiten richtig einsetzen kann! Der ehemalige
amerikanische Präsident Eisenhower hat es in seiner Antrittsrede so ausgedrückt:
„Die Wissenschaft scheint bereit, uns als ihr größtes Geschenk die Macht zu
geben, alles menschliche Leben auf diesem Planeten auszulöschen". Und nun
scheinen Wissenschaftler erkannt zu haben, dass ihre Werke diese Erde mit der
Vernichtung bedrohen und arbeiten fieberhaft daran, das Weltall zu kolonisieren!
Währenddessen verbreitet unsere Zivilisation weiterhin ihre heidnischen Lehren,
dass der Mensch die höchste Instanz sei, zwischen gut und böse zu
unterscheiden – und setzt damit den Menschen gänzlich an die Stelle Gottes und
seiner Gesetze! Diese weltliche, Gott verleugnende Einstellung hat
inzwischen jeden Bereich unserer heutigen Zivilisation durchdrungen – ob wir
dies erkennen oder nicht!
Wem Sie sich hauptsächlich widmen, das ist
Ihr „Gott"
Die meisten Menschen, die lediglich einmal in der Woche
oder seltener in die Kirche gehen und ihre religiöse Überzeugung als etwas
Gegebenes hinnehmen, wissen nicht wirklich, was Gottesdienst bedeutet. Sie sind
der Meinung, „Gottesdienst" sei das, was man einmal pro Woche in der Kirche tut,
erkennen aber nicht, dass dieser jeden Gedanken, jedes Wort und jede Tat an
jedem Tag ihres Lebens beeinflussen sollte. Mit allem, was Sie denken, sagen
oder tun, dienen Sie entweder Gott oder Ihren eigenen Neigungen
und somit Satan, dem Teufel! Paulus wurde inspiriert, es so zu erklären: „Wisst
ihr nicht: wem Ihr euch zu Knechten macht, um ihm zu gehorchen, dessen Knechte
seid ihr und müsst ihm gehorsam sein, es sei der Sünde zum Tode oder dem
Gehorsam zur Gerechtigkeit" (Römer 6, 16). Da gibt es keinen Mittelweg! Entweder
haben Sie Freude an Gott und seinem Gesetz, dann dienen und gehorchen sie ihm an
jedem Tag Ihres Lebens, oder Sie dienen und gehorchen ihren selbstsüchtigen
Neigungen und Impulsen! Ein Hinweis, um dies zu überprüfen, ist die Tatsache,
womit Sie die meiste Zeit verbringen, denn Ihre Zeit ist Ihr Leben! Die Bibel
ermahnt uns: „Kauft die Zeit aus, denn es ist böse Zeit" (Epheser 5, 16). Wie
viel Zeit verbringen Sie im Laufe einer Woche damit, Gottes Wort und Gesetze zu
studieren und darüber nachzudenken, so wie es David tat? Wie viel Zeit
verbringen Sie im ernsthaften, ausdauernden Gebet, das an den allmächtigen Gott
gerichtet ist? Wie viel Zeit verbringen Sie damit, über die Bibel mit anderen
Menschen zu reden, Ihrer Familie etwas daraus beizubringen oder anderen Menschen
neben gesellschaftlichen Belanglosigkeiten auch geistlich aufbauende Worte zu
schreiben?
Bei den meisten Menschen, die sich zum Christentum bekennen, ist der Glaube
nur eine Randerscheinung in ihrem Leben. Doch es kommt die Zeit, in der alle
Menschen erkennen werden, dass diese Form der Religiosität tatsächlich eine
falsche Religion und ein falscher Gottesdienst ist! Was ist der
wichtigste Aspekt dessen, was Gott uns gebietet? Als Jesus Christus, unser
Erlöser, danach gefragt wurde, antwortete er: „’Du sollst den Herrn, deinen
Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt’. Dies ist
das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: ‚Du sollst deinen
Nächsten lieben wie dich selbst’. In diesen beiden Geboten hängt das ganze
Gesetz und die Propheten" (Matthäus 22, 37-40).
Das Schicksal aller Nationen und einzelnen Personen hängt an diesen beiden
Geboten! Wenn die Menschen diese beiden Gebote befolgen, deren Auswirkungen in
der Bibel an immer neuen Beispielen verdeutlicht werden, dann werden sie
gesegnet sein! Wenn nicht, so wird ein Fluch auf ihnen lasten und sie machen
sich durch ihre eigene Verwirrung und Frustration unglücklich! Wie Jesus es
ausdrückte, hängen die Schriften der Propheten daran, ob ganze Nationen Gottes
Gesetze befolgen oder nicht. Jede Prophezeiung, die gegen ein Volk gerichtet
ist, zeigt auf, dass Gott vorhergesehen hat, dass dieses Volk ihm den Gehorsam
verweigern und sich von seinem Gesetz und dem Gehorsam gegenüber den Geboten
abwenden würde! Wir reden hier von einem lebendigen Gesetz – wie
dem Gesetz der Schwerkraft – das die Welt beeinflusst, in der wir
leben!
Lernen Sie, Gott vor allem anderen zu lieben
und zu verehren
Jesus sagte, das größte Gebot sei, Gott von ganzem
Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt zu lieben. Wir müssen Gott also
mit unserem gesamten Leben dienen! Immer, wenn Sie an etwas schönes oder
wunderbares denken, davon hören oder darüber sprechen, sollten Sie dabei auch an
Gott denken. Erinnern wir uns an die inspirierte Aussage von Jakobus: „Alle gute
Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts,
bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel des Lichts und der Finsternis"
(Jakobus 1, 17). Sie sollten über Gottes Gesetz und sein Wort täglich
nachdenken, wie David es tat, weil Sie ihn lieben, wirklich verehren und wissen,
dass seine Lebensweise richtig ist. Auch sollten Sie regelmäßig die Bibel
studieren, um nach jedem Wort Gottes leben zu können. Nach dem Vorbild Jesu
sollten Sie ebenfalls regelmäßig zu Gott beten, und zwar voller Aufrichtigkeit
und von ganzem Herzen. Sie sollten zu einer Einstellung gelangen, dass Sie bei
allem, was Sie als ein biblisches Gebot von Gott erkennen, reagieren, indem Sie
sagen: „Ja, Herr". Dann gibt es keinen Platz für Diskussionen, Ausflüchte oder
irgendwelche „Gründe", warum wir etwas nicht tun – wie es so viele so genannte
Christen heute praktizieren.
Im Bewusstsein dessen, dass Gott Sie erschaffen hat und Ihr Leben
eigentlich ihm gehört, sollten Sie sich selbst als ein „lebendiges Opfer"
darbringen, wie Gott es sagt (Römer 12, 1). Bereitwillig sollten wir alle Gott
von ganzem Herzen dienen und alles tun, was in unserer Macht steht, damit wir
dazu beitragen können, die Botschaft von der bald kommenden Regierung Gottes zu
verbreiten. Durch diese Regierung wird Gott dieser Erde endlich den ersehnten
Frieden bringen. Unsere Einstellung sollte immer derjenigen Jesu Christi
entsprechen, der angesichts seines nahenden Todes gesagt hat, „nicht mein,
sonder dein Wille geschehe" (Lukas 22, 42). Das ist ein wirklicher Gottesdienst!
So können wir das erste Gebot einhalten, das oberste Gebot!
Das zweite Gebot
In der Bergpredigt sagte Jesus: „Wer nun eines von
diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste
heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt
[selbst die „kleinsten" Gebote], der wird groß heißen im
Himmelreich" (Matthäus 5, 19). In dieser gesamten Botschaft erklärte und
vertiefte Jesus die Zehn Gebote. Er zeigte, dass dieses geistliche Gesetz
ein lebendiges Gesetz ist – wie die Gesetze der Schwerkraft oder
der Trägheit der Masse. Wenn man die Gesetze bricht, zerbricht man an
ihnen! Wir haben weiterhin gesehen, dass alle Menschen und Nationen, die
das erste Gebot – „du sollst keine anderen Götter haben neben mir" (2. Mose 20,
3) – brechen, automatisch die Folgen in Form von Leiden und Elend selbst und bei
ihren Nachkommen zu spüren bekommen. Somit entfernen sich die Menschen selbst
vom Ursprung ihrer Existenz, vom Zweck ihres Daseins und von den Gesetzen, die
ihnen zu Glück, Frieden und Freude verhelfen würden. Menschen, die von dem
wahren Gott abgeschnitten leben, sind innerlich leer, enttäuscht und
unglücklich. Und unabhängig davon, ob ein Mensch durch Krieg umkommt, einem
Verbrechen zum Opfer fällt oder durch Krankheit oder hohes Alter stirbt, ist das
letztendliche Schicksal aller Menschen, die Gott fern sind, ein erbärmlicher Tod
– ohne Hoffnung auf die Verheißung des ewigen Lebens (Römer 6, 23; Offenbarung
21, 8).
Der Wortlaut des zweiten Gebots
Der Mensch ist unvollständig, weil er sich vom wahren
Gottesdienst für den wahren Gott entfernt hat. Doch er soll nur diesen Gott
anbeten: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir" (2. Mose 20, 3). Das
zweite Gebot erklärt uns dann, wie wir den wahren Gott anbeten sollen und welche
Irrtümer wir bei unserer Verehrung Gottes vermeiden müssen. Es beschreibt die
Segnungen oder auch Strafen, die sich sogar auf unsere Nachkommen auswirken, je
nachdem, wie wir den wahren Gott verehren. „Du sollst dir kein Bildnis
noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von
dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete
sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der Herr, bin ein eifernder Gott,
der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den
Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen Tausenden,
die mich lieben und meine Gebote halten" (2. Mose 20, 4-6).
Es liegt in der Natur des Menschen, nach Abbildungen zu suchen, die ihm
helfen, Gott zu verehren. Physische Menschen suchen nach physischen Objekten –
einer „Hilfe" bei der Anbetung – um ihnen den unsichtbaren Gott „sichtbar" zu
machen. Doch genau das verbietet das zweite Gebot! Jesus sagte: „Aber es kommt
die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater
anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn
auch der Vater will solche Anbeter haben" (Johannes 4, 23). Beachten Sie, dass
nur die „wahren" Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten können.
Viele andere versuchen es zwar mit vielerlei Formen der Gottesverehrung, doch
weil sie dabei von einer falschen Vorstellung von Gott ausgehen, ist dieser
Gottesdienst zum großen Teil vergeblich. „Gott ist Geist, und die
ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten"
(Vers 24). In dem Augenblick, wo Menschen sich ein Bildnis von Gott errichten,
verleugnen sie damit das eigentliche Wesen Gottes. Gott ist der Urquell aller
Kraft, aller Weisheit und aller Liebe. Gott ist unendlich. Wenn Menschen sich
ihre eigenen gedanklichen oder gegenständlichen Bilder von Gott
machen, begrenzen sie damit automatisch Gott in ihren Gedanken und ihrem
Gottesdienst, wohingegen Gott grenzenlos ist!
Die Ursache von Götzendienst
Nachdem Gott die Zehn Gebote wiederholt hatte, warnte er
Israel immer wieder vor jeglicher Form von Götzendienst. „Ihr sollt euch keine
Götzen machen und euch weder Bild noch Steinmal aufrichten, auch keinen Stein
mit Bildwerk setzen in eurem Lande, um davor anzubeten; denn ich bin der Herr,
euer Gott" (3. Mose 26, 1). Gott war immer gegen jede Art Götze oder Bildnis zum
Zweck der Anbetung. Doch damit keine Missverständnisse aufkommen, wollen wir an
dieser Stelle darauf hinweisen, dass Gott keineswegs Kunstwerke wie Gemälde oder
Skulpturen verurteilt, sondern nur die Verwendung von Bildnissen und
Darstellungen, „um davor anzubeten". Im originalen Wortlaut des Gebotes in 2.
Mose 20, 4-6 spricht sich Gott nicht gegen alle Bilder und Statuen
aus, sondern das Gebot betont: „Bete sie nicht an und diene ihnen nicht!" Was
Gott verurteilt, ist die Verwendung von Bildwerken, die als „Gebetshilfe" dienen
oder selbst zum Objekt der Anbetung werden! Die eigentliche Ursache
von Götzendienst ist das eigenwillige, rebellische Bestreben des Menschen, sich
Gott zu widersetzen und den wahren Gott nicht so anzubeten, wie er es
geboten hat! Da der Mensch den wahren Gott nicht kennt und dessen Geist
nicht in sich hat, glaubt er, nicht ohne „Hilfsmittel" oder „Darstellungen"
auskommen zu können, die ihn bei der Anbetung seiner menschlichen Vorstellung
von Gott unterstützen. Beachten Sie, dass das zweite Gebot nicht über die
Anbetung von Götzen spricht, denn dies ist bereits durch das erste
Gebot untersagt. Das zweite Gebot verbietet die Verwendung gegenständlicher
„Hilfsmittel" bei der Anbetung des unsichtbaren Gottes.
Ein wirklich bekehrter Mensch kennt Gott
Niemand, der Gott wirklich als seinen Vater kennt – und
in täglicher Zwiesprache mit ihm steht – braucht ein Bildnis oder einen
Kultgegenstand als Gebetshilfe. Wenn jemand glaubt, er brauche diese Art
Hilfsmittel, dann kennt er Gott einfach noch nicht – und ist offenbar auch nicht
von Gottes heiligem Geist erfüllt und geleitet. Um Gott im Geist anbeten zu
können, müssen Sie den heiligen Geist haben. „Wer aber Christi Geist nicht hat,
der ist nicht sein" (Römer 8, 9). Gott verleiht jedoch seinen heiligen
Geist nur denjenigen, die wirklich bereut haben, getauft wurden und „ihm
gehorchen" (Apostelgeschichte 2, 38; 5, 32). Nur sehr wenige Menschen haben sich
in unserer Zeit wirklich Gott untergeordnet, um ihm zu gehorchen,
für ihn zu leben und ihn über alle ihre Gedanken, Worte und Taten regieren zu
lassen. Darum ist Gott ihnen nicht wirklich vertraut. Er erscheint ihnen weit
entfernt – unreal – und verschwommen. Daher brauchen sie gegenständliche
„Erinnerungen" vor ihren Augen, die ihnen helfen, seine reale Existenz zu spüren
und sich zu vergewissern, dass er ihre Gebete erhört!
Bilder von Jesus
Tausende von Menschen, die sich zum Christentum
bekennen, beten vor Bildern, die angeblich Jesus Christus darstellen sollen, und
hängen solche Bildnisse in ihren Wohnungen auf. Was sagt die Bibel zu solchen
Bildern? Zunächst einmal untersagt das zweite Gebot eindeutig jede Darstellung
Gottes, die leicht zum Gegenstand der Anbetung werden könnte. Da Jesus Christus
selbst auch Gott ist (Hebräer 1, 8), gilt dieses Gebot auch für Darstellungen
seiner Person! Wenn aber jemand dennoch über diesen Punkt diskutieren möchte, so
sei darüber hinaus erwähnt, dass diese Bildnisse Jesu keinerlei Ähnlichkeit
damit haben, wie Jesus Christus tatsächlich ausgesehen hat! Jesus war – in
seiner menschlichen Gestalt – ein Jude (Hebräer 7, 14). Die Gesichtszüge auf
diesen angeblichen Abbildern sind aber ganz offensichtlich nicht jüdisch! Als
das Wort Gottes inspirierte Christus selbst den Apostel Paulus zu den Worten:
„Lehrt euch nicht auch die Natur, dass es für einen Mann eine Unehre
ist, wenn er langes Haar trägt?" (1. Korinther 11, 14). Dennoch zeigen diese
Bilder ausnahmslos einen Mann mit langen Haaren, weichen, femininen
Gesichtszügen und einem sentimentalen Blick, der einen Anschein von Heiligkeit
erwecken soll. Dies entspricht nicht dem Christus der Bibel!
In Wirklichkeit war Jesus ohne Zweifel eine sehr männliche Erscheinung. Als
junger Mann war er Zimmermann und arbeitete oft im Freien. Auch während der Zeit
seines Predigtamtes verbrachte er die meiste Zeit unter freiem Himmel. Die
Darstellungen Jesu auf den meisten Kruzifixen, Gemälden und Standbildern stehen
also im deutlichen Gegensatz zu den Beschreibungen seines Aussehens, die durch
das heilige Wort Gottes überliefert sind! Sie vermitteln in jeder Hinsicht einen
falschen Eindruck von der eigentlichen Person Jesu Christi. Eigentlich
muss das Gesicht Jesu derb und von der Sonne gebräunt gewesen sein. Er war auch
keine feminine Erscheinung, sondern hatte kurzes Haar wie ein Mann. Auch hatte
er keine aristokratisch-schönen Gesichtszüge, so dass Jesaja inspiriert wurde,
über seine menschliche Erscheinung zu schreiben: „Er hatte keine Gestalt und
Hoheit. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte"
(Jesaja 53, 2). In seiner menschlichen Gestalt war Jesus ein normaler, gesunder,
vielleicht etwas derb wirkender, junger jüdischer Zimmermann Anfang Dreißig, der
mit Ernsthaftigkeit und Überzeugung anfing, eine Botschaft über Gottes bald
kommendes Reich und seine Herrschaft über die Erde zu verkündigen. Wenn wir uns
also überhaupt Gedanken über Jesu Erscheinung machen wollen, so sollten wir uns
eher vorstellen, wie er heute aussieht. In Offenbarung 1, 14-16 wird er so
beschrieben: „Sein Haupt aber und sein Haar war weiß wie weiße Wolle, wie der
Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme [...] und sein Angesicht leuchtete,
wie die Sonne scheint in ihrer Macht". Als wahrhaftiger Gott leuchtet das
Gesicht Jesu jetzt in strahlendem Glanz und herrlicher Macht.
Wir als menschliche Wesen könnten den Anblick dieses Glanzes nicht ertragen!
Viele werden erklären, dass sie diese Bildnisse oder Statuen nicht direkt
anbeten. Das stimmt vielleicht. Dennoch kommt dieses falsche Bild
und folglich die falsche Vorstellung von Christus ohne Zweifel oft
in ihren Sinn, wenn Sie an Christus denken oder zu ihm beten. So treten diese
falschen Bildnisse zwischen sie und Christus. Sie trennen den Anbetenden von
Christus! Wenn Sie solche Bildnisse Christi beim Gebet gebrauchen, brechen Sie
das zweite Gebot! Außerdem engen Sie Ihre Vorstellung vom lebendigen Christus
erheblich ein – der jetzt in seinem verherrlichten Zustand zur Rechten Gottes im
Himmel sitzt und dessen Angesicht leuchtet, „wie die Sonne scheint in ihrer
Macht"!
Anbetung von Systemen und Institutionen
Eine sehr weit verbreitete Form moderner Abgötterei ist
es, die eigenen Kirche oder soziale Bezugsgruppe zum Götzen zu machen. Für viele
Menschen wird diese Gesellschaft – mit ihren Verhaltensweisen, Bräuchen und
Traditionen – buchstäblich zu ihrem „Gott". Viele sind auf das Äußerste bemüht,
ja nichts zu tun, was gegen die Norm verstoßen würde oder als seltsam angesehen
werden könnte. Sie fühlen sich genötigt, sich dieser Welt und ihren Gewohnheiten
anpassen zu müssen. Dagegen gebietet Gott: „Stellt euch nicht dieser Welt
gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes" (Römer 12,
2). Für Menschen, die in der Vorstellung befangen sind, dass andere Menschen in
dem was sie denken, sagen oder tun, stets recht haben, muss es sehr schwer sein,
dieser Aufforderung nachzukommen. Die Bibel zeigt, dass es auch zur Zeit Jesu
viele Menschen gab, die falschen Göttern dienten, „denn sie hatten lieber
Ehre bei den Menschen als Ehre bei Gott" (Johannes 12, 43).
Wenn wir den Bräuchen und Traditionen der eigenen Familie, Kirche oder
Gesellschaft blind nachfolgen, anstatt die Gebote aus dem Wort Gottes zu
befolgen, sind wir des Götzendienstes schuldig. Diese soziale Gruppe oder
Institution wird dann zum „Götzen" und tritt an die Stelle des
wahren Gottes! Selbst kirchliche Rituale sind eine gefährliche Angelegenheit,
denn so ausgeklügelt sie in vereinzelten Institutionen auch sein mögen, sprechen
sie letztlich nur die physischen Sinne des Menschen an und sind kein
gleichwertiger Ersatz für den wahren Gottesdienst „im Geist". Die Bibel
beschreibt direkt die Einstellung von Menschen unserer Tage, wenn es heißt: „Sie
haben den Schein der Frömmigkeit, aber deren Kraft
verleugnen sie" (2. Timotheus 3, 5).
Der wahre Gott ist der unsichtbare, ewige Schöpfer und Beherrscher des
Universums. Wie sollten wir ihn anbeten? Er selbst gibt die Antwort: „Ich sehe
aber auf den Elenden und auf den, der zerbrochenen Geistes ist und der erzittert
vor meinem Wort" (Jesaja 66, 2). Wir müssen ihn direkt anbeten – mit einer
demütigen und offenen Einstellung. Wir müssen Gottes Wort mit der Bereitschaft
studieren, uns dadurch zurechtweisen zu lassen, im tiefen Bewusstsein
der Autorität Gottes über unser Leben! Mit einem Herzen, das sich durch Reue und
Gehorsam Gott untergeordnet hat, müssen wir viele Male im Verlauf der Woche zu
ihm beten, sei es auf den Knien oder im stillen Gebet während unserer
alltäglichen Verrichtungen. So lernen wir ihn als unseren Vater kennen
und lieben. Diese Broschüre führt uns immer wieder auf die
biblische Aussage zurück: „Das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote
halten; und seine Gebote sind nicht schwer" (1. Johannes 5, 3). Wir sind also
wirklich dabei, unseren Schöpfer zu lieben und zu ehren, wenn wir
ein gehorsames Leben nach den Zehn Geboten leben – so wie Jesus es auch tat.
Wir müssen lernen, wie Henoch, Noah und Abraham „mit Gott zu wandeln" – und
dabei mit jedem Tag unseres Lebens unsere Gemeinschaft und Verbindung mit ihm
stärken und ausbauen. Dann – geleitet von seinem Geist – werden Sie nie auch nur
auf den Gedanken kommen, im Gebet zu ihrem persönlichen Vater im Himmel und im
Gottesdienst für den uneingeschränkten Herrscher des Universums irgendwelche
Bildnisse als „Vorstellungshilfen" zu gebrauchen!
Eine ernste Warnung und ein Versprechen
Wir haben gesehen, dass Gott die Errichtung von
Bildnissen und Idolen jeglicher Art, die ihn darstellen sollen, verbietet: „Denn
ich, der Herr, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis
ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber
Barmherzigkeit erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote
halten" (2. Mose 20, 5-6). Weil Gott in seiner Liebe als unser Vater tief um
unser ewiges Leben besorgt ist, wacht er eifersüchtig darüber, dass seine Kinder
nicht falsche Götter anbeten. Dies geschieht nur zu unserem Besten! Wenn wir auf
unserer götzendienerischen und vergeblichen Form der Anbetung beharren, so sagt
Gott, dass sich das bis auf unsere Kinder, Enkel und Urenkel auswirkt. Zu dieser
Aussage lassen sich viele Aspekte finden. Einer davon steht im direkten
Zusammenhang mit der Bedeutung des Gebots. Wenn Menschen ein Symbol, ein Bild
oder irgendetwas an Gottes Stelle setzen, um es anzubeten, und diese verkehrte
Form der Anbetung auf ihr Denken und Handeln Einfluss nimmt, dann schaden sie
damit nicht nur sich selbst, sondern auch ihren Kindern und deren Kindern! Sie
übertragen dann nämlich grundsätzlich ihre falschen Vorstellungen
der Gottesverehrung auf ihre Kinder und beeinträchtigen deren Leben und
Lebensglück, bis hin zu einer nicht wieder gut zu machenden Zerstörung! Es ist
eine ernste Angelegenheit von großer Tragweite, seinen Kindern ein
falsches Konzept von Gott zu vermitteln, eine der schlimmsten Dinge, die
Eltern tun können! Dies muss in solcher Deutlichkeit gesagt werden, weil es
jedem, der an die Bibel glaubt, klar sein dürfte, dass eine Verehrung falscher
„Götter" und Idole das Leben von Milliarden von Menschen geschädigt hat.
Abgeschnitten von der Erkenntnis des wahren Schöpfers konnten unzählige
Millionen von Satan verführt werden (Offenbarung 12, 9) und mussten deshalb
Kriege, zerstörte Familien, Hungersnöte, Sklaverei und alle erdenklichen Arten
menschlichen Leidens und menschlicher Erniedrigung am eigenen Leib erleben!
Doch zusammen mit dieser Warnung gibt uns Gott eine Verheißung der Gnade
für alle, die willens sind, ihn so anzubeten, wie er es geboten hat. In ihrem
Fall ist er ein liebender und gnädiger Gott, der „Barmherzigkeit erweist an
vielen Tausenden", die ihn lieben und seine Gebote einhalten. Das ist ein
bemerkenswerter Gegensatz. Gott sucht die Missetat der Väter nur bis ins die
dritte und vierte Generation heim, bevor er mit einer gnädigen Zurechtweisung
eingreift und die Wahrheit zugänglich macht. Auf der anderen Seite aber erweist
er Gnade an vielen Tausenden, was sich über weitaus mehr
Generationen erstreckt! Gott beruft Menschen in seine unmittelbare geistliche
Gegenwart – damit sie ihren Schöpfer direkt anbeten können. Wir
Menschen können tatsächlich den herrlichen Gott des Universums als unseren
persönlichen Vater kennen lernen. Täglich können wir mit ihm
wandeln und kommunizieren. Immer, wenn Menschen etwas zwischen diese Anbetung
von Angesicht zu Angesicht bringen, verursachen sie einem Schaden in ihrem
eigenen Charakter – und brechen das Gebot Gottes. Das ist die Bedeutung und
Auswirkung des zweiten Gebotes.
Das dritte Gebot
Steht Gott wirklich an erster Stelle in Ihrem Leben?
Eine Umfrage an 1500 Studenten ergab, dass sie zwei parallele Wertesysteme
vertraten. An oberster Stelle standen sie selbst, ihre Familie und ihre Freunde.
Auf einer anderen, niedrigeren Ebene befanden sich die Menschheit (im
Allgemeinen) und Gott. Es ist erstaunlich, dass Gott bei diesen „gebildeten"
jungen Menschen einen so niedrigen Rang einnahm, zumal in derselben Umfrage 90
Prozent angaben, in irgendeiner Form an Gott zu glauben. Diese Gleichgültigkeit
und Trägheit in Glaubensangelegenheiten und die passive Respektlosigkeit
gegenüber Gott und seiner alles übersteigenden Allmacht sind bezeichnend für
eine Entwicklung, die sogar unter denen um sich gegriffen hat, die sich zum
Christentum bekennen. Man diskutiert gerne über Gott und Religion, zeigt aber
keinen Respekt mehr vor Gottes Namen oder seiner Autorität. Diese Einstellung
hat sich in der westlichen Zivilisation wie ein Krebsgeschwür verbreitet und
birgt den Samen der Zerstörung in sich!
Der Wortlaut des dritten Gebots
Die Ausführungen über das erste und zweite Gebot haben
deutlich gemacht, dass wir uns davor hüten müssen, uns aus irgendetwas einen
„Gott" zu machen und dieses an die Stelle des wahren Gottes zu setzen. Weiter
haben wir gesehen, dass Gott uns gebietet, ihn unmittelbar anzubeten – mit ihm
zu wandeln, zu reden, ihn wirklich kennen zu lernen und im Geist und in der
Wahrheit anzubeten. Dazu müssen wir jegliche Art von Bildnissen oder
Kultgegenständen als „Gebetshilfe" oder „Vorstellungshilfe" vermeiden, mit denen
wir uns an den Schöpfer erinnern wollen. Das dritte Gebot befasst sich nun mit
Gottes Namen, seinem Amt und Rang als höchster und uneingeschränkter Herrscher
über das Universum: „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht
missbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen
missbraucht" (2. Mose 20, 7). In der Bibel haben Eigennamen eine
besondere Bedeutung. Der ursprüngliche hebräische Name Abram wurde in
Abraham geändert, weil Abraham „Vater vieler Völker" bedeutet und Abraham
dazu bestimmt war, ein „Vater vieler Völker" zu werden (1. Mose 17, 5). Ebenso
verhält es sich mit dem Namen Gottes.
Gottes Name offenbart das Wesen des Gottes,
den Sie anbeten
Jeder Name und Titel Gottes offenbart einen Wesenszug im
Charakter Gottes. Bei der Beschäftigung mit Gottes Wort erfahren wir mit jedem
neuen Namen, durch den er sich selbst offenbart, auch neue Tatsachen über die
Eigenschaften und Wesensart Gottes. Mit anderen Worten: Gott nennt sich selbst
nach dem, was er ist! Wenn Menschen den Namen Gottes auf eine Art
gebrauchen, die dessen wahre Bedeutung und den Charakter
Gottes verleugnet, dann brechen sie das dritte Gebot. Gott erklärte durch
Jesaja: „Hört dies, ihr vom Hause Jakob, die ihr nach dem Namen Israels heißt
und aus dem Wasser Judas gekommen seid; die ihr schwört bei dem Namen des Herrn
und den Gott Israels bekennt, aber nicht in Wahrheit und Gerechtigkeit" (Jesaja
48, 1).
Menschen, auf die sich diese Prophezeiung bezieht, benutzen zwar den Namen
Gottes, doch sie missachten Gottes Selbstoffenbarung, die sich in seinem Namen
ausdrückt. Es ist traurig, aber wahr: Viele religiöse Menschen führen den Namen
Gottes ständig im Munde und wiederholen ihn fortwährend in Predigten und
Gebeten. Dennoch tun sie dies vergeblich – ohne Sinn und Zweck! Im
ursprünglichen Sinn des Hebräischen besagt das Gebot, „der Herr wird den
nicht als schuldlos betrachten, der seinen Namen missbraucht". Das Wort
für „schuldlos" hat auch die Bedeutung von „rein" – „der Herr wird den nicht als
rein betrachten, der seinen Namen missbraucht". Die geistliche Reinheit
zeigt sich in unserer Einstellung gegenüber dem Namen Gottes! Wir sind rein oder
unrein, je nachdem, ob wir den Namen Gottes mit aufrichtiger Gesinnung oder im
eigenen, gedankenlosen und eitlen Geschwätz im Munde führen. Erkennen Sie, was
das bedeutet? Dies lässt die Schlussfolgerung zu, dass es immer noch besser ist,
den Namen Gottes – wegen ernsthafter Glaubenskonflikte – gar nicht zu
gebrauchen, als wenn ein bekennender Christ unentwegt von Gott redet, ihn aber
durch seine Lebensführung täglich verleugnet!
Im so genannten „Vaterunser" werden wir angewiesen, Gottes Namen zu
„heiligen" und das dritte Gebot handelt direkt davon, dass wir dem Namen Gottes
mit dem gebührenden Respekt begegnen sollen. Dieses Thema ist also sogar eines
der zehn wichtigsten Themen in Gottes ewigem, geistlichem Gesetz! Um
Missverständnissen vorzubeugen, wollen wir zunächst klar stellen, dass
Ehrerbietung gegenüber dem Namen Gottes nicht bedeutet, Hebräisch oder
Griechisch zu lernen, damit wir Gottes Namen in den ursprünglichen biblischen
Sprachen aussprechen können! Es gibt gewisse Glaubensgemeinschaften, die aus
dieser Überzeugung ein wichtiges Thema machen. Manche behaupten, der Name des
Vaters sei „Jehova", andere sprechen ihn „Jahwe" oder „Jahveh" aus und wieder
andere halten sich an weitere Ausspracheformen. Da im Hebräischen die Vokale
nicht überliefert wurden – wie alle zugeben –, ist die einzige feststehende
Tatsache, dass niemand genau weiß, wie der hebräische Name Gottes ausgesprochen
werden sollte! (Für einen Beweis, dass „Gott" der Name des Vaters ist, lesen Sie
unseren Artikel „Was bedeutet es wirklich, Gottes Namen zu heiligen?").
In einem Artikel über die Bedeutung des Namens von Personen schreibt
Moulton-Milligan’s Vocabulary of the Greek Testament [Wörterbuch des
griechischen Testaments]: „Im Gebrauch ähnlich wie das Hebräische ... [onoma,
„Name"] hat es im Neuen Testament zum Inhalt, den ‚Charakter’, den ‚Namen’
und die ‚Amtsautorität’ der bezeichneten Person auszudrücken" (Seite
451). Außerdem – und noch viel bedeutsamer – hat Gott selbst Daniel und Esra
inspiriert, in den neun Kapiteln der Bibel, die sie auf Aramäisch schrieben, das
aramäische Wort für Gott zu verwenden, und alle Schreiber des Neuen Testaments
verwendeten die griechische Bezeichnung für Gott. Das Wesentliche
an Gottes Namen liegt also eindeutig nicht in der phonetischen Aussprache des
Gottesnamens, sondern in der Bedeutung, die im Namen Gottes zum Ausdruck kommt!
Dieses allgemein anerkannte Nachschlagewerk für biblische Linguistik zeigt klar,
dass der Name einer Person ihren Rang, ihre Amtsautorität und besonders ihren
Charakter beschreibt. Die Namen Gottes zeigen uns, wie Gott ist – sie offenbaren
seinen Charakter! Wissen Sie, welchen Charakter Gott hat? Respektieren Sie
seinen Rang, seine Autorität und seinen Namen, wie Sie sollten? Nehmen Sie Ihre
Bibel zur Hand und prüfen Sie es selbst nach!
Gottes Wesen offenbart
„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde" (1. Mose 1, 1).
Bereits im ersten Vers der Bibel offenbart Gott sich selbst mit dem hebräischen
Namen Elohim. Es gibt einen Gott – aber mehr als ein Mitglied in der
Gottheit oder Familie Gottes! Dasselbe Wort Elohim wird in 1. Mose 1, 26
gebraucht: „Und Gott [Elohim] sprach: Lasset uns
Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei". Hier zeigt sich
schon im Textzusammenhang eindeutig, dass mehr als eine Person den Namen „Gott"
[Elohim] innehat. Im Neuen Testament wird dies bestätigt, als offenbart
wird, dass Gott der Vater alle Dinge mit und durch Jesus Christus erschaffen hat
– der von Anfang an bei Gott war und selbst Gott war (Johannes 1, 1; Epheser 3,
9).
Wir erfahren also, dass Gott mehr als eine Person ist – nämlich Gott der
Vater und das „Wort" bzw. der Sprecher, der später als Jesus
Christus im Fleisch geboren wurde. Diese Vater-Sohn-Beziehung zeigt, dass Gott
eine Familie ist. Die Art und Weise, wie das Wort Elohim in
den Anfangsversen des 1. Buches Mose und anderswo verwendet wird, lässt
eindeutig darauf schließen, dass Gott die Schöpferfamilie ist!
Interessanterweise ist das Wort Elohim grammatikalisch eine Pluralform,
wird aber je nach Kontext als Einzahl oder Mehrzahl verwendet. Als Schöpfer ist
Gott gleichzeitig auch Herrscher über seine Schöpfung. Unmittelbar nach der
Erschaffung des ersten Mannes und der ersten Frau gab er ihnen sowohl einen
Segen, als auch einen Auftrag: „Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die
Erde und machet sie euch untertan" (1. Mose 1, 28).
Ja, der wahre Gott ist Herrscher über seine Schöpfung – und wir sollten ihm
gehorchen, weil er uns erschaffen hat und uns jeden Atemzug unseres Lebens
schenkt! Wenn Gott mit Abraham sprach, nannte er sich manchmal El Schaddai,
was „allmächtiger Gott" bedeutet. Gott ist also der Inbegriff und
Ursprung aller Macht! Sein Name verdient Respekt, weil er
denjenigen bezeichnet, von dem alle Macht und Autorität ausgeht. Der im Alten
Testament zumeist mit „Herr" übersetzte Name stammt von den hebräischen
Buchstaben JHWH und wird in der Regel als JAHWE wiedergegeben. Das ursprüngliche
hebräische Wort bedeutet so viel wie „der Ewige" oder „der aus sich selbst
Existierende". In 1. Mose 21, 33 wird der Begriff verwendet und gleichzeitig
definiert: „Abraham aber pflanzte einen Tamariskenbaum in Beerseba und rief dort
den Namen des Herrn, des ewigen Gottes an". Dieses hebräische
Wort, das in einigen Bibelübersetzungen mit „Jehova" wiedergegeben ist,
beschreibt Gott als den immer lebendigen Gott und wird immer verwendet, wenn
dadurch seine Autorität im Bezug auf ein Bundesverhältnis mit seinen Geschöpfen
beschrieben wird. Gott hat immer existiert und wird immer existieren, und er
wird seine Segnungen, seine Verheißungen und den Bund mit seinem Volk
verwirklichen! Der wahre Gott ist der ewige Gott – der aus sich
selbst heraus Existierende. Überall in der Bibel steht der Name Gottes im
Zusammenhang mit seinen Charaktereigenschaften – seiner Macht, seiner ewigen
Existenz, seiner Gnade, seiner Treue, seiner Weisheit und seiner Liebe. Lesen
Sie, wie der Prophet David Gottes Namen mit seiner Schöpferkraft in Verbindung
brachte: „Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen, der
du zeigst deine Hoheit am Himmel! [...] Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger
Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: was ist der Mensch, dass du
seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?" (Psalm 8,
2-5). Hier erscheint Gott als derjenige, der seine „Hoheit" am Himmel kundtut.
David zeigte weiter, dass Gott die Himmel, die Erde und den Menschen erschaffen
hat. Ohne Zweifel verdienen Gottes Name und Machtstellung unseren Respekt!
In unserer Alltagssprache missbrauchen viele Menschen den Namen des
Schöpfers, unseres Gottes! Wir benutzen unseren Atem, um den zu lästern, der uns
mit der Atemluft unser Leben geschenkt hat! Eine häufige Redewendung ist
„gottverdammt". Menschen aller sozialen Schichten geht dieser Fluch leicht von
den Lippen; vielleicht glauben sie, damit besonders „männlich" zu wirken oder
etwas vertuschen zu können! Doch wenn man die tatsächliche, schreckliche
Bedeutung berücksichtigt, dürfte es schwer fallen, einen normalen Menschen zu
finden, der diesen Fluch wirklich an einem anderen Menschen ausgeführt sehen
wollte. Solche Ausdrücke zu verwenden bedeutet, ein leichtfertiges Spiel mit dem
Namen Gottes zu treiben – indem man ihn auffordert, etwas zu tun, was er nie zu
tun beabsichtigt hat. Niemals hat Gott einen Menschen in einer Weise „verdammt",
wie manche sich das zu glauben scheinen! Diese Vorstellung entspringt einer
schrecklichen Irrlehre! Gottes Werk hat die Absicht, zu erlösen, und Gott wird
keinem Menschen das ewige Leben vorenthalten, der nicht durch eigene Handlungen
und seinen eigenen Willen bewusst erklärt, dass er Gott und seine Wege ablehnt.
Gott sagt: „Ich sehe aber auf den Elenden und auf den, der zerbrochenen Geistes
ist und der erzittert vor meinem Wort" (Jesaja 66, 2). Dasselbe gilt auch für
den tiefen Respekt und die Ehrfurcht, die wir vor Gottes Namen haben sollten –
der direkt für Gottes Charakter, sein Wort und seinen Willen steht.
Soll man schwören?
Die Menschen sind heute nicht nur an alltägliche Schwüre
gewöhnt und berufen sich regelmäßig auf Gottes Namen, um ihre Schwüre zu
bekräftigen, auch viele offizielle Zeremonien beinhalten gesetzliche Schwur- und
Eidesformeln, zum Teil sogar mit einem Bezug auf Gott. Jesus Christus sagte:
„Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem
Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel
seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs"
(Matthäus 5, 34-35). Gottes Name ist so erhaben und heilig, dass uns geboten
ist, ihn nicht zur Bekräftigung unserer Worte anzurufen! Glücklicherweise haben
viele westliche Nationen Religionsfreiheit zugesichert. Sollte man je dazu
aufgefordert werden, etwas zu beschwören, kann man stattdessen eine
„eidesstattliche Erklärung" abgeben. Und diese Erklärung oder einfache Aussage
eines gottesfürchtigen Christen sollte glaubwürdiger sein als alle Eide, die ein
Lügner im Zeugenstand ablegt. Die falschen Aussagen von manchen Geschäftsleuten,
Politikern und sogar Professoren, die dabei noch Gottes Namen missbrauchen, sind
dafür Beweis genug!
Kirchliche Titel, die man vermeiden sollte
Als Christus über geistliche Titel und bestimmte
Ausdrücke sprach, gebot er: „Ihr sollt niemanden unter euch Vater
nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist" (Matthäus 23,
9). Obwohl dieses Gebot in einigen großen religiösen Organisationen
offensichtlich völlig außer Acht gelassen wird, handelt es sich hier um eine
klar verständliche Aussage aus dem Wort Gottes für jeden, der gehorchen will.
Unser einziger geistlicher Vater ist Gott! Jede Verwendung dieses Wortes als
religiöser Titel ist eine glatte Gotteslästerung gegen den Schöpfer, der alle
Menschen geschaffen hat, selbst die schwachen vergänglichen Menschen, die sich
diesen Gott vorbehaltenen Titel anmaßen. Selbstverständlich können und sollten
wir unseren leiblichen Vater als „Vater" bezeichnen, wie Gott es auch im fünften
Gebot selbst tut.
Ein anderer Missbrauch des Namens Gottes ist der Titel „Hochwürden" für
einen Menschen – gewöhnlich einen Geistlichen. Denn Gott bezieht diesen Titel
alleine auf sich: „Er sendet eine Erlösung seinem Volk; er verheißt, dass sein
Bund ewig bleiben soll. Heilig und hehr
[verehrungswürdig] ist sein [Gottes] Name" (Psalm 111, 9). „Hochwürden" oder
„Ehrwürden" bezeichnet jemanden, der würdig ist, von uns verehrt zu werden. Kein
sterblicher Mensch ist eines solchen Titels würdig! Selbst ein so großer Diener
Gottes wie der Apostel Paulus wurde inspiriert, zu schreiben: „Denn ich weiß,
dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt" (Römer 7, 18).
Jeder Mensch, der von sich selbst behauptet, der Verehrung würdig zu sein – oder
den Titel „Ehrwürden" beanspruchen zu können – wird eines Tages zu bereuen
haben, das dritte Gebot gebrochen zu haben!
Die meistverbreitete Sünde
Als Jesus Christus seinen Jüngern und uns Christen
zeigte, wie man beten soll, gab er uns damit eine Richtschnur, wie wir den
allmächtigen Gott anrufen und seinem Rang und Namen Ehrerbietung entgegenbringen
sollen. In den ersten Sätzen des Gebets, das allgemein als das „Vaterunser"
bekannt ist, weisen die Bibelübersetzungen höchstwahrscheinlich eine falsche
Interpunktion auf. Nach den Worten „Unser Vater im Himmel" – der Anrede des
Betenden gegenüber Gott – folgen drei aneinander gereihte Bitten und danach ein
Satz, der sich auf alle drei vorangegangenen Bitten bezieht, und nicht nur auf
die letzte. Richtig übersetzt müsste es dann so heißen: „Unser Vater in den
Himmeln! Dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie
im Himmel so auf Erden".
Die Wendung „wie im Himmel so auf Erden" bezieht sich nicht nur auf „dein
Wille geschehe", sondern auch auf „dein Name werde geheiligt" und „dein Reich
komme". Diese drei Punkte des Vaterunsers – die Heilighaltung seines Namens, das
Kommen seines Reichs und das Tun seines Willens – sind nur unterschiedliche
Ausdrücke für denselben Gedanken. Gottes Name wird nämlich dadurch geheiligt,
dass wir uns seinem Reich und seiner Herrschaft unterwerfen und dass wir seinen
Willen tun und seine Gesetze befolgen. Lediglich den Namen Gottes durch eine
phonetisch richtige Aussprache zu ehren ist nur ein minimaler Teil der
Einhaltung des dritten Gebots. Jesus stellte die Frage: „Was nennt ihr mich aber
Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage?" (Lukas 6, 46). Beten ohne
gleichzeitigen Gehorsam ist eine subtile Form der Gotteslästerung. Vermeintliche
Christen, die über Glaubensfragen und Gott reden und sich zur gleichen Zeit
weigern, seinem Wort und Gesetz Folge zu leisten, befinden sich in einer weitaus
schlimmeren Lage als Menschen, die offen ihre eigenen Wege gehen und wenigstens
nichts anderes vorzutäuschen versuchen. Die Heuchelei religiöser Gruppen und die
Scheinfrömmigkeit vieler Menschen sind noch viel schlimmer als die offene,
fleischliche Gesinnung weltlich eingestellter Menschen. Eine Lobpreisung Gottes,
die von tätlicher Rebellion gegen seinen Willen und seine Gesetze wieder
aufgehoben wird, ist ganz gewiss Gotteslästerung – und somit ein Missbrauch des
Namens Gottes! Jemand, der in andächtiger Haltung betet und in schön klingenden
Worten predigt, dann aber hingeht und auch nur das kleinste der Gebote Gottes
bricht (Matthäus 5, 19), lästert Gott mit seinem Gebet! Er mag
vielleicht Menschen täuschen können, aber Gott kann er nichts vormachen!
Als Jesus über die Frömmler seiner Zeit sprach, die gegenüber Gottes Willen
und Gesetz den absoluten Gehorsam verweigerten, erklärte er: „Dies Volk ehrt
mich mit den Lippen; aber ihr Herz ist fern von mir.
Vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die nichts
sind als Menschengebote" (Markus 7, 6-7). Das trifft auch heute für viele zu,
die Gott mit Lippenbekenntnissen dienen, deren Gottesdienst jedoch vergeblich
ist! „Es werden nicht alle, die zu mir sagen, Herr, Herr, in das Himmelreich
kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel"
(Matthäus 7, 21).
Möge Gott Ihnen die innere Bereitschaft geben, seinem Willen und Gesetz zu
gehorchen! Mögen Sie lernen, ihn im Geist und in der Wahrheit anzubeten.
Mögen Sie lernen, seinen Namen zu ehren und zu respektieren – denn er steht für
seine schöpferische Macht, seine Weisheit, seine Treue, seine Liebe und Güte,
Geduld und unendliche Gnade. Er zeigt den Charakter und das ehrwürdige Amt des
großen Gottes, der das Universum lenkt und regiert!
Das vierte Gebot
Wozu sind Sie geboren? Was ist der Sinn Ihres Lebens?
Was ist das eigentliche Ziel des Lebens – und nach welchen Regeln und Gesetzen
muss man leben, um dieses Ziel zu erreichen? Wie viel Zeit verbringen Sie in der
Woche damit, über diese und ähnliche Fragen nachzudenken? Die meisten Menschen
sind so sehr mit alltäglichen Dingen beschäftigt, dass ihnen so gut wie keine
Zeit mehr für die Grundfragen des Lebens bleibt. Wenn man sie fragt, ob sie sich
mit Bibelstudium und Gebet befassen, antwortet die Mehrheit, sie hätten „einfach
nicht genug Zeit", diese religiösen Aktivitäten auszuüben.
Im Allgemeinen ist der Mensch heute so mit Beschäftigungen eingedeckt –
tagsüber durch den Beruf und abends und am Wochenende durch Fernsehen, Kino,
Partys und Sport –, dass selbst grundlegende Kenntnisse der eigenen religiösen
Überzeugung nicht mehr vorhanden sind. Er lebt in geradezu kindlicher
Unwissenheit hinsichtlich der fundamentalen Wahrheiten der Bibel. Umfragen in
den USA haben ergeben, dass der durchschnittliche Amerikaner schon nicht mehr
die vier Evangelien nennen kann! Gott scheint für den Durchschnittsbürger weit
entfernt zu sein. Seiner Ansicht nach ist die Bibel etwas für alte Menschen und
für Prediger, damit sie etwas zu lesen haben. Dennoch geben viele an, sich eines
Tages „bessern" zu wollen. Die Preisfrage ist – wann? Wann werden Sie sich die
Zeit nehmen, Gott wirklich kennen zu lernen? Wann werden Sie sich die Zeit
nehmen, die Bibel gründlich zu studieren, ernsthaft zu Gott als Ihrem Schöpfer
und Vater zu beten sowie über die Gesetze Gottes und den Sinn des Lebens
nachzudenken? Für die meisten Menschen lautet die ehrliche Antwort wohl: „Nie",
– es sei denn, sie lernen, dem vierten Gebot des allmächtigen Gottes zu
gehorchen! Das Befolgen dieses kaum verstandenen Gebotes ist eine wesentliche
Voraussetzung, um dem Schöpfer – und seinen Segnungen und seiner Führung – näher
zu kommen.
Der Wortlaut des vierten Gebots
In den vorangegangenen Kapiteln haben wir uns bereits
mit der weit verbreiteten Sünde beschäftigt, etwas anderes an die Stelle Gottes
zu setzen. Wir haben gesehen, dass Gott uns gebietet, ihn direkt anzubeten und
wissen nun, dass wir auch keine Bilder oder Gegenstände als „Gebetshilfen"
benutzen sollen. Schließlich wurden wir davor gewarnt, den Namen des
allmächtigen Gottes zu missbrauchen, denn sein Name steht für seine
Machtposition, seinen Charakter, seine Kraft und seine Autorität als Lenker des
gesamten Universums. Das vierte Gebot vollendet nun den ersten Teil der Zehn
Gebote, bei dem es um die Beziehung des Menschen zu Gott geht. Durch dieses
Gebot erinnerte Gott an ein ständiges Zeichen der Beziehung zwischen ihm und den
Menschen. „Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage
sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der
Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch
nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht
dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der Herr
Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am
siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte ihn" (2. Mose
20, 8-11).
Hier haben wir das längste der Zehn Gebote. Es steht wie besonders
geschützt mitten zwischen den anderen Geboten. Dennoch muss man leider
feststellen, dass die Menschen gerade über dieses Gebot am meisten „diskutieren"
und mit Vorliebe versuchen, es zu „zerpflücken" und vom Rest der Gebote Gottes
zu trennen. Beachten Sie, dass das vierte Gebot mit dem Wort „gedenke" beginnt.
Es beweist somit, dass das Sabbatgebot bereits von Gottes
erwähltem Volk verstanden worden war, und dass Gott sie lediglich
an dieses geistliche Gebot erinnerte, indem er es zum Bestandteil
der Zehn Gebote als seinem „Grundgesetz" machte. Die revidierte Elberfelder
Übersetzung gib den Anfang des vierten Gebots richtigerweise so wieder: „Denke
an den Sabbattag, um ihn heilig zu halten". Man kann kein kaltes
Wasser warm „halten"! Ebenso können sterbliche Menschen nichts
heilig machen. Deshalb müssen wir, um die Bedeutung dieses göttlichen Gebots
gründlich zu verstehen, zunächst untersuchen, wer den Sabbat
geheiligt hat und wann dies geschah! Jesus sagte: „Der Sabbat ist
um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen"
(Markus 2, 27-28). Wie Sie sehen, wurde der Sabbat nach Jesu eigenen Worten „gemacht".
Alles, was gemacht wurde, setzt jemanden voraus, der es gemacht hat. Beachten
Sie auch, dass Jesus nicht gesagt hat, der Sabbat sei nur für die Juden gemacht,
sondern für den Menschen – also für die gesamte Menschheit. Weiter
bezeichnete er – Christus – sich als „Herrn" über den Sabbat (Vers
28), und nicht etwa als dessen Zerstörer. Während seines Erdenlebens hielt Jesus
den Sabbat ein und viele Verse in den vier Evangelien enthalten seine
Anweisungen an die Jünger darüber, wie er einzuhalten sei, befreit von den durch
die Juden hinzugefügten Traditionen. Doch bevor wir fortfahren, wollen wir die
Frage untersuchen: Wer schuf den Sabbat?
Wer schuf den Sabbat?
Um das Gebot, des Sabbats zu gedenken und ihn heilig zu
halten, gründlich verstehen und die Frage nach dem Urheber des Sabbats
beantworten zu können, wenden wir uns einem Bericht aus den Anfängen der
Schöpfung zu. Das Neue Testament liefert uns einen solchen Bericht im ersten
Kapitel des Johannesevangeliums. „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei
Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge
sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was
gemacht ist" (Johannes 1, 1-3). Hier wird Jesus Christus als „das Wort"
bezeichnet (oder „der Sprecher", wie der griechische Ausdruck treffender
übersetzt wäre). Diese Verse zeigen, dass Jesus von Anfang an beim Vater war,
und dass alle Dinge durch ihn – Jesus Christus – erschaffen wurden! Der Vater
benutzte ihn, die zweite Person innerhalb der Gottfamilie als das
Instrument, durch das die Schöpfung praktisch ausgeführt wurde. Der Apostel
Paulus schrieb durch Eingebung, dass Gott „alle Dinge geschaffen
hat durch Jesum Christum" (Epheser 3, 9; Lutherbibel 1912).
Im Hebräerbrief heißt es von Jesus Christus, dem Sohn Gottes, dass Gott ihn
„eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welt gemacht hat"
(Hebräer 1, 2). Diese und viele weitere Schriftstellen zeigen, dass der spätere
Jesus Christus diejenige Person in der Gottheit war, die das Schöpfungswerk
praktisch ausführte! Er war es, der sprach: „’Es werde Licht!’ Und es ward
Licht" (1. Mose 1, 3). Er war es, der den Menschen erschuf und auf diese Erde in
den Garten Eden setzte. So berichtet dann auch der inspirierte Schreiber der
Schöpfungsgeschichte speziell über die Person der Gottheit, die den
Schöpfungsakt ausführte: „Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke,
die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er
gemacht hatte. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn,
weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht
hatte" (1. Mose 2, 2-3).
Jesus erklärte, dass der Sabbat für den Menschen gemacht
wurde. Hier sehen wir nun, dass der Sabbat zur gleichen Zeit
gemacht wurde, wie der Mensch. Und er wurde von dem göttlichen
Wesen gemacht, das später Jesus Christus wurde! Der Sabbat war ein wesentlicher
Bestandteil der Umwelt des Menschen, die Gott in dem sieben Tagen der Schöpfung
geschaffen hatte. Beachten Sie, dass Gott den siebenten Tag
„segnete" und „heiligte". Eine solche Ehre war keinem der vorangegangenen sechs
Tage zuteil geworden. Wenn Gott etwas segnet, liegt darauf sein besonderes
Augenmerk und er ist persönlich darin gegenwärtig. Das Wort „heiligen" bedeutet
eine Absonderung zum heiligen Zweck oder Gebrauch. Bei der
Schöpfung griff der allmächtige Gott also einen bestimmten Abschnitt dessen
heraus, was für uns das Beständigste ist – Zeit – und stattete diesen
Zeitabschnitt mit einem besonderen Segen zum heiligen Gebrauch aus.
Der Sabbat ist ein Segen
Durch diesen Einblick in die Ursprünge des Sabbats
gewinnt Gottes Gebot eine tiefere Bedeutung: „Denke an den
Sabbattag, um ihn heilig zu halten". Durch Jesus Christus erhob
Gott den siebten Tag der Woche zum heiligen Tag – und aufgrund seiner Autorität
als Schöpfer gebietet er uns, ihn so zu erhalten! Der Sabbat ist also heilige
Zeit. Außerdem wurde er für den Menschen gemacht – als ein großer
Segen für die gesamte Menschheit! Unser Schöpfer wusste, dass wir an jedem
siebten Tag eine Zeit zum Ausruhen und zur Anbetung brauchen. Zu diesem
grundsätzlichen Zweck wurde der Sabbat geschaffen. Wir alle neigen dazu, während
der Woche völlig in unserer Arbeit, unseren täglichen Pflichten und
Freizeitaktivitäten aufzugehen. Unser Schöpfer sah das voraus und bestimmte den
Sabbat als geweihte Zeit, während der wir unsere alltägliche Routine gänzlich
vergessen sollen, damit wir uns dem Schöpfer, unserem Gott, durch das Studium
der Bibel, durch Nachdenken über das Gelesene und durch Gebet nähern können. Die
Menschen unserer Zeit brauchen dringend eine solche Zeitspanne für eine echte
Verbindung zu ihrem Schöpfer und Gott. Wer sich die Zeit nimmt, an Gott zu
denken, ihn zu ehren, zu ihm zu beten, nach dem Sinn des menschlichen Lebens zu
forschen und über die von Gott offenbarten Gesetze unseres Lebens nachzudenken,
der wird so gestärkt, dass auch die anderen sechs Wochentage in seinem Leben
eine tiefere Bedeutung erhalten. Der Sabbat ist einer der größten Segen, die dem
Menschen je zuteil wurden!
Was das Gebot besagt
Nachdem wir klar gesehen haben, dass das Sabbatgebot
ebenso bindend ist, wie die Gebote gegen Mord und Ehebruch, wollen wir nun
dieses Gebot Gottes untersuchen und seine Anwendung in unserem persönlichen
Leben heute erläutern. Neben den erklärenden und auslegenden Bestandteilen
enthält das vierte Gebot zwei grundsätzliche Aufforderungen: „Denke an den
Sabbattag, um ihn heilig zu halten" und „sechs Tage sollst du arbeiten und alle
deine Werke tun".
Gott selbst hat aufgrund seiner Autorität die ersten sechs Tage der Woche
für die Geschäfte und die Arbeit des Menschen bestimmt. Es ist Gottes Wille,
dass der Mensch arbeiten und seinen Lebensunterhalt verdienen soll. In Gottes
Augen ist jemand, der die sechs Tage der Woche mit Müßiggang vertut, ebenso
schuldig wie ein Mensch, der am siebten Tag arbeitet! Der Müßiggänger legt in
der Regel wenig Wert auf sein Äußeres und seine Langeweile und Tatenlosigkeit
verleiten ihn leicht zu vielen Sünden und Lastern. Der zweite Teil des Gebots
ist also ebenso bindend, wie der erste. Wer niemals arbeitet, kann auch nicht
lernen, Gott zu dienen! Sechs Tage ehrlicher, nutzbringender Arbeit sind in sich
selbst schon ein Akt der Demut und des Gehorsams gegenüber Gott. Wir leben in
einer Umgebung, die alles bereithält, was für unser leibliches Wohl nötig ist.
Um es zu besitzen, sollen wir aber dafür arbeiten! Es gehört zur ursprünglichen
Absicht Gottes für den Menschen, der in den Garten Eden gesetzt wurde, dass er
diesen „bebauen und bewahren" sollte (1. Mose 2, 15).
Andererseits gibt es aber auch Menschen, die ihre tägliche Arbeit niemals
unterbrechen, um Gott zu ehren, wie er es selbst für den siebten Tag geboten
hat, den er geheiligt und abgesondert hat. Solche Menschen sind wegen mangelnder
Verbindung zu ihrem Schöpfer nicht in der Lage, den höchstmöglichen Gewinn aus
ihrer Arbeit und ihrem Dienst zu ziehen, bzw. wirkliche, dauerhafte Freude über
das Erreichte zu erleben. Da der Schöpfer selbst uns das Gebot gegeben hat, am
Sabbat zu ruhen, können wir diesen Tag der Ruhe und geistigen Erneuerung im
vollen Vertrauen darauf einhalten, dass Gott uns segnen und gedeihen lassen
wird!
Ein bezahlter Urlaub
Wenn Sie von sich aus alle paar Tage Ihre Arbeit liegen
lassen wollen, um die Notwendige Ruhe zu finden, dann würden Sie normalerweise
erwarten, mit Ihrer Arbeit und Ihren Finanzen ins Hintertreffen zu geraten. Doch
Gott selbst hat ein bedeutsames Gesetz in Kraft gesetzt. Die Zehn Gebote Gottes
sind lebendige, aktive Gesetze – nicht anders als das Gesetz der Schwerkraft.
Sie sind immer wirksam – und bringen automatische Wirkungen. Das Gesetz über den
Sabbat, das durch die Macht des Schöpfers bekräftigt wird, besagt folgendes:
Wenn Sie am siebten Tag jeder Woche ruhen und den allmächtigen Gott anbeten,
dann wird Ihre Arbeit an den übrigen sechs Tagen so reich gesegnet, dass Sie
mehr erreicht haben werden, als möglich gewesen wäre, wenn Sie auch noch an
Gottes Sabbat gearbeitet hätten.
Verstehen Sie, was das bedeutet? Auf eine gewisse Weise schenkt Gott uns
jeden siebten Tag einen bezahlten Urlaubstag! Doch dieser „Urlaub" soll nicht
nur der physischen Erholung dienen, sondern auch zur Anbetung, zur geistlichen
Rückbesinnung und zur Auseinandersetzung mit den Zielen des Glaubens und den von
Gott verordneten Lebensprinzipien genutzt werden. Durch die Einhaltung des
siebten Tags, den Gott geheiligt hat – und der als einziger
Tag auf die Schöpfung hinweist – wird der Mensch in eine enge Gemeinschaft mit
seinem Schöpfer und Gott gebracht. Denn Gottes Gegenwart und göttlicher Segen
sind in diesem Tag besonders offensichtlich, weil er ihn abgesondert und
geheiligt hat.
Noch nie war das Leben so von Hetze und Rastlosigkeit geprägt, wie heute.
Es scheint, als hätte niemand mehr Zeit, sich auf den gottgewollten Zweck des
Lebens und auf geistliche Themen zu besinnen – die wichtigsten Fragen, über die
ein Mensch nachdenken sollte.
Der große Segen, den wir aus Gottes Sabbat ziehen können, ist, dass er uns
Zeit gibt, gründlich über diese wichtigsten Fragen des Lebens nachzudenken – und
zugleich auf eine Weise in Verbindung mit unserem Schöpfer und Gott zu treten,
wie es nur wenige Menschen in unserer Zeit erleben können. Wenn der Mensch den
Sabbat richtig begeht, hält er die Verbindung mit Gott aufrecht! Ohne diesen
Kontakt ist er vom eigentlichen Sinn seines Daseins abgeschnitten und erkennt
nicht die Gesetze, die über Erfolg oder Misserfolg unseres Lebens entscheiden.
Dann weiß der Mensch nicht, was er ist, worin seine Bestimmung liegt und wie er
seiner Bestimmung nachkommen soll. Die Folge eines solchen Lebens ohne Kontakt
zu unserem Schöpfer ist ein Gefühl der inneren Leere, Frustration und des
Strebens nach Äußerlichkeiten. Heute brauchen wir mehr denn je den Kontakt zu
Gott, eine geistliche Stärkung und Verständnis, sowie Gottes Segen und Führung.
Das alles kann uns die Einhaltung von Gottes wahrem Sabbat geben.
Jesu Vorbild
Jesus Christus – das Vorbild für jeden wahren Christen –
lehrte durch sein eigenes Leben und Wirken, dass der Sabbat der Tag der heiligen
Versammlung ist, der befohlenen Zusammenkunft für das Volk Gottes, wie es in 3.
Mose 23, 3 beschrieben ist. Lukas 4, 16 beschreibt Jesu Vorbild und Gewohnheit
und wir lesen dort: Jesus „ging nach seiner Gewohnheit am Sabbat in die Synagoge
und stand auf und wollte lesen". Der Sabbat ist ein Tag, an dem alle von Gott
berufenen Menschen sich zur gemeinsamen Andacht und im Gebet versammeln, an dem
das Wort Gottes und seine lebendigen Gesetze gepredigt und erläutert werden. Es
liegt also in der Verantwortung jedes wahren Christen, herauszufinden, wo sich
diese Kirche befindet, in der er wirklich Gott „im Geist und in der Wahrheit"
anbeten kann, die Kirche, die den wahren Sabbattag des Schöpfergottes richtig
einhält und die Kirche, die den Menschen lehrt, „von einem jeglichen
Wort Gottes zu leben".
Es gibt einige religiöse Gruppen, die glauben, dass das vierte Gebot
einzuhalten ist. Dennoch brechen die meisten von ihnen in ihren Lehren und
Praktiken eins oder mehrere der anderen Gebote. Jesus hat nur eine Kirche
gegründet (Matthäus 16, 18) und nur sie hält alle Gebote Gottes. Sie sollten
mehr über diese Kirche erfahren. Bestellen Sie unsere kostenlose Broschüre „Die
Geschichte der Kirche Gottes". Wir bieten auch persönliche Hilfe dabei an,
damit Sie verstehen können, wo sich Gottes Kirche befindet, und um Ihre Fragen
zu beantworten. Die Living Church of God hat Prediger in vielen Teilen
der Welt verfügbar, die sich gerne die Zeit nehmen, mit Ihnen persönlich zu
sprechen und Ihre Fragen über die Kirche oder das Einhalten des Sabbats zu
beantworten. Natürlich wird niemand unaufgefordert mit Ihnen Kontakt aufnehmen.
Wenn Sie jedoch ein Gespräch mit einem qualifizierten und engagierten Diener
Gottes über diese wichtigen Themen wünschen, dann lassen Sie uns das wissen. Wir
freuen uns, wenn wir Ihnen helfen können.
Erfreuen Sie sich an Gottes Sabbat
Lernen Sie, den Sabbat auf eine positive Weise zu
begehen! Nutzen Sie den siebten Tag, den Gott gesegnet und geheiligt hat, so wie
er das beabsichtigt hat. Ruhen Sie sich aus von der alltäglichen Arbeit, um zu
beten, Gottes Wort zu studieren, darüber nachzudenken und den Zweck des
menschlichen Daseins zu ergründen. Nehmen Sie sich Zeit, anderen Menschen Gutes
zu tun, kranke und leidende Menschen zu besuchen und ihnen zu helfen. Treffen
Sie sich am Sabbat mit anderen wahren Christen, wo immer es möglich ist. Der
siebte Tag, den Gott geheiligt hat, ist die von Gott vorgegebene und gesegnete
Zeit, während der man ruhen, Gott anbeten und über den Sinn des Lebens
nachdenken soll. Wenn Sie noch irgendeinen Zweifel haben, an welchem Tag der
Sabbat eingehalten werden sollte, bestellen Sie unsere kostenlose Broschüre „Welcher
Tag ist der christliche Sabbat?". Wenn man das vierte Gebot – die Einhaltung
des heiligen Sabbats Gottes – richtig versteht und praktiziert, dann ist es eine
der größten Segnungen, die der Schöpfer den Menschen je zuteil werden ließ! Es
ist ein Erkennungszeichen zwischen dem wahren Gott und den Menschen. Denken Sie
daran – halten Sie den Sabbat heilig!
Das fünfte Gebot
Aufsässigkeit und Gewalt unter Jugendlichen kennzeichnen
inzwischen das Zeitalter, in dem wir leben. Die Zahl an zerrütteten Familien
steigt immer mehr an. Kriminelle Handlungen Jugendlicher nehmen mehr und mehr
zu. Einer der bekanntesten Fachleute Amerikas für die Probleme Jugendlicher,
Richter Samuel S. Leibowitz, untersuchte vor einiger Zeit die Gründe für die
Frustration unter amerikanischen Jugendlichen. Er entschloss sich, das Land der
westlichen Welt aufzusuchen, das damals die niedrigste Rate an
Jugendkriminalität aufwies: Italien. Er befragte Vertreter von Schulen und der
Polizei im ganzen Land und erhielt überall dieselbe Antwort: Die jungen Menschen
in Italien respektierten Autorität. Um die Ursache dafür
herauszufinden, besuchte Richter Leibowitz italienische Familien. Dabei erkannte
er, dass selbst in den ärmsten Familien der Vater als Familienoberhaupt von der
Frau und den Kindern respektiert wurde. Er fand heraus, dass unsere moderne,
freizügige Welt, in der jeder aufgefordert ist, zu tun, was ihm gefällt, die
Kinder nicht wirklich glücklich und ausgeglichen aufwachsen lässt. Vielmehr
stellte er fest, dass ein Kind klare Grenzen in Form von Disziplin und
Richtlinien haben möchte, die ihm die Welt begreifbar machen – ihm sagen, wie
weit es gehen kann. Wie es von erwachsenen Menschen erwartet wird, so müssen
bereits Kinder lernen, dass sie auch Dinge tun müssen, die nicht immer ihren
eigenen Vorlieben entsprechen. Vom Säuglingsalter an muss ein Kind gelehrt
werden, seine Eltern zu respektieren und ihnen zu gehorchen.
Richter Leibowitz zog diese Schlussfolgerung im Bezug auf
Jugendkriminalität aus seinen Nachforschungen: Setzt den Vater wieder als
Oberhaupt der Familie ein. Diese bemerkenswerte Lösung für das Problem
der Jugendkriminalität aus dem Mund eines Experten reicht noch tiefer, als es
zunächst scheint, denn sie geht an die Wurzel des Problems: Das Fehlen
wirklichen Respekts vor rechtmäßiger Autorität, das im Kleinkindalter beginnt
und sich das ganze Leben fortsetzt. Das Problem hat seinen Ursprung also in der
Kindheit – im Elternhaus! Noch lange bevor ein Kind überhaupt weiß, dass es so
etwas wie Kirchen, Schulen und Nationen überhaupt gibt, entwickelt es im
Kindergarten, im Elternhaus und in der Nachbarschaft seine Einstellung und sein
Verhalten gegenüber Menschen, die ihm übergeordnet sind. Die im Kleinkindalter
entwickelten Verhaltensmuster beeinflussen als Teil des Charakters alle weiteren
Gedanken und Handlungen für den Rest des Lebens!
Der Wortlaut des fünften Gebots
Die ersten vier Gebote regeln die Beziehung des Menschen
zu Gott. Sie beschreiben die Größe und Bedeutung der Macht Gottes und seines
Namens – und ermahnen uns, ihn als Schöpfer all dessen zu sehen, was existiert.
Das fünfte Gebot steht an erster Stelle der Gebote, die unsere
zwischenmenschlichen Beziehungen regeln. Es hat dabei nicht nur eine
übergeordnete Bedeutung, wenn wir seine volle Bedeutung erfassen, sondern es
dient auch als „Brücke" zwischen den beiden Teilbereichen der Zehn Gebote.
Echter Gehorsam gegenüber dem fünften Gebot ist nämlich untrennbar mit dem
Gehorsam gegenüber Gott als unserem himmlischen Vater verknüpft! Unser Schöpfer
wusste dies, als er es zum ersten Gebot machte, „das eine Verheißung hat"
(Epheser 6, 2). „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren,
auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, geben wird"
(2. Mose 20, 12). Warum sollen wir unsere Eltern „ehren"? Die richtige Antwort
auf diese Frage enthüllt die tiefe dieses Gebots und seine wahre Bedeutung.
Würden doch alle Eltern erkennen, wie sehr das spätere Leben eines Kindes
durch den Gehorsam oder Ungehorsam gegenüber diesem von Gott erlassenen Gebot
automatisch geprägt wird! Auch dieses Gebot ist einer der zehn Schwerpunkte in
Gottes ewigem, geistlichem Gesetz. Nach den bürgerlichen Gesetzen des Alten
Bundes wurde die direkte und offenkundige Verletzung dieses Gebots mit dem Tode
bestraft! „Wer Vater oder Mutter schlägt, der soll des Todes sterben. [...] Wer
Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben" (2. Mose 21, 15.17). So
groß ist die Bedeutung dieses Gebots in Gottes Augen! Heim und Familie sind
die Grundlage jeder geordneten Gesellschaft. Die Beziehung der Kinder
zu ihren Eltern entspricht genau der geistlichen Beziehung wahrer Christen zu
Gott. Die Lehren für die Charakterentwicklung, die ein Kind in dieser Beziehung
lernt, prägen es für den Rest des Lebens – und für die Ewigkeit! In den Augen
eines kleinen Kindes stehen die Eltern praktisch an der Stelle Gottes, denn
liebevolle und mitfühlende Eltern sind für das Kind Ernährer, Beschützer, Lehrer
und Gesetzgeber. Wie ein Kind lernt und gelehrt wird, auf diese Wechselbeziehung
zu reagieren, wird sich auch darauf auswirken, wie es später mit solchen
Beziehungen im Kontext der gesamten Gesellschaft umgeht. Und letztlich wirkt
sich das auch auf das Verhältnis zu seinem geistlichen Vater im Himmel aus.
Ehrerbietung und Respekt gegenüber den Eltern
Das Neue Testament erweitert an vielen Stellen die
Bedeutung dieses Gebots. Der Apostel Paulus schrieb: „Ihr Kinder, seid gehorsam
euren Eltern in dem Herrn; denn das ist recht. ‚Ehre Vater und Mutter’, das ist
das erste Gebot, das eine Verheißung hat" (Epheser 6, 1-2). Für uns alle gilt
unser ganzes Leben hindurch grundsätzlich, dass wir Vater und Mutter ehren
sollen. An dieser Stelle werden aber ausdrücklich die Kinder ermahnt, ihren
Eltern „in dem Herrn" zu gehorchen. Das Kind verfügt noch nicht über Erfahrung
und Urteilsvermögen, und deswegen ist es absolut notwendig, dass es angehalten
wird, seinen Eltern sofort und ohne Fragen zu gehorchen. Erklärungen und Gründe
können später gegeben werden, aber in dem Augenblick, wo die Eltern eine
Anordnung treffen, ist möglicherweise keine Zeit für lange Begründungen! Darum
ist es unumgänglich, dass ein Kind sich die Gewohnheit aneignet, seinen Eltern
ohne Widerspruch zu gehorchen. Denn solange ein Kind heranwächst, stehen die
Eltern an der Stelle Gottes und sind Gott gegenüber für die richtige Erziehung
verantwortlich.
Gehorsam „in dem Herrn"
Aus dem fünften Gebot kann man direkt folgern, dass
Eltern verpflichtet sind, sich ehrbar zu verhalten. Denn um der Ehre würdig zu
sein, muss man sich ehrwürdig verhalten. Alle Eltern sollten sich dessen bewusst
sein, dass sie für das Kind so etwas wie Gott verkörpern! Dementsprechend
sollten sie ihr Leben so führen, dass es den tiefen Respekt der Kinder verdient.
Dann sollten sie ihr Kind lehren, beide Elternteile zu ehren und
zu achten. Wenn das Kind dann älter wird, sollten Eltern ihm erklären, dass es
auch einen großen, geistlichen Vater allen Lebens gibt, den Schöpfer des Himmels
und der Erde und souveränen Herrscher über das Universum – den allmächtigen
Gott. Christliche Eltern sollten Ihre Kinder erziehen, auch ihren geistlichen
Vater zu ehren und ihm zu gehorchen, ihm noch mehr zu vertrauen und ihn mehr zu
lieben, als sogar seine leiblichen Eltern. Denn Ehrerbietung und Gehorsam
gegenüber dem Schöpfer allen Lebens, dem wir alles zu verdanken haben, ist die
größte Lektion, die ein Kind lernen kann! So entsteht in dem Kind die Gewohnheit
des Gehorsams. Die Kinder lernen damit, Autorität allgemein zu respektieren.
Wenn ihnen dann später die Augen aufgehen und sie den höchsten Vater allen
Lebens selbst erkennen, haben sie sich schon eine Grundlage göttlichen
Charakters angeeignet – den aus Liebe erwachsenden Gehorsam gegenüber Gott und
die Achtung vor Gesetz und legaler Ordnungsmacht.
Gehorsam bringt Segen
Der Apostel Paulus weist auf den Segen hin, der mit dem
fünften Gebot verknüpft ist: „auf dass dir’s wohl gehe und du lange lebest auf
Erden" (Epheser 6, 3). Der Gehorsam gegenüber dem fünften Gebot führt
automatisch zur Heranbildung von Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften,
die ein langes Leben ermöglichen. Ein junger Mensch, der in diesem Sinne erzogen
wurde, wird sich nämlich aus Rücksichtslosigkeit und Gewalt, aus schlechter
Gesellschaft und Rebellion gegen Autoritäten heraushalten, die alle einen
vorzeitigen Tod bedeuten können. Letztendlich werden diejenigen, die – auf Grund
einer solchen Erziehung – gelernt haben, ihren Eltern und später auch Gott
selbst Ehre und Gehorsam zu erweisen, „lange leben auf Erden", denn Jesus hat
gesagt: „Selig sind die Sanftmütigen [die Demütigen und Gehorsamen], denn sie
werden das Erdreich besitzen" (Matthäus 5, 5).
Außerdem erlebt ein gehorsames Kind viele Segnungen im täglichen Leben.
Eine davon, die nicht gering einzuschätzen ist, ist das Gefühl der Geborgenheit.
Wie Richter Leibowitz feststellte, ist ein Kind verunsichert, wenn ihm keine
Grenzen für sein Tun vorgegeben werden. Doch wenn Eltern ihm solche Grenzen
aufzeigen – und es sich innerhalb dieser Grenzen bewegt –, dann ist es der
Verantwortung enthoben, von der er unbewusst spürt, dass seine Eltern sie tragen
müssen. Auch das Problem der Frustration wird reduziert. Ein ungehorsames Kind
ist ein frustriertes Kind – denn in ihm schwelt ständig ein Widerstreit zwischen
Rebellion und Schuldgefühl. Ein Kind hingegen, das seine Eltern liebt, ehrt und
ihnen gehorcht, ist wirklich ein gesegnetes Kind. Es hat mehr Chancen, ein
wirklich glückliches, sorgenfreies und sinnvolles Leben zu führen. Und auf
geistlicher Ebene wird es einen ganz natürlichen Übergang finden können von der
Ehrung der eigenen Eltern zur freudigen Verehrung seines Gottes!
Wir haben uns bisher hauptsächlich mit der Bedeutung des fünften Gebots für
Kinder und Jugendliche befasst. Doch das Gebot, unsere Eltern zu „ehren"
betrifft nicht nur Kinder – sondern uns alle.
Auch Erwachsene sollten ihre Eltern ehren
Ab einem bestimmten Alter mag es nicht mehr notwendig
oder richtig sein, seinen Eltern absoluten Gehorsam entgegenzubringen. Doch
niemals sollte der Tag kommen, an dem ein Mensch aufhört, sie zu ehren. Das Wort
„Ehre" hat eine viel umfassendere Bedeutung als nur Gehorsam. Es beinhaltet die
Hochachtung vor der Würde, dem Verdienst und Rang, ein Gefühl hoher
Wertschätzung. Ein Mensch, der seinen Eltern in der Kindheit gehorcht hat, zeigt
später seine Wertschätzung für sie in einer tief empfundenen Dankbarkeit für die
Fürsorge und Erziehung, die sie ihm als Kind gegeben haben. Diese Ehrerbietung
zeigt sich durch Höflichkeit, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft. Während wir
heranwachsen, wird uns immer mehr bewusst, wie viele ungezählte Stunden der
Arbeit, der Sorge und intensiver Gebete sie als treue und liebevolle Eltern für
uns investiert haben. Es sollte für jeden Menschen eine Freude sein, diese Liebe
zu erwidern zu können, die wir zuvor von ihnen erfahren haben. An ihrem
Lebensabend sehnen sich viele Eltern mehr nach der Zuneigung ihrer Kinder und
nach einem Zusammensein mit ihnen, als nach irgendeiner anderen Wohltat. Wir
sollten daran denken und jede Gelegenheit wahrnehmen, die Liebe zurückzugeben,
die wir von unseren Eltern geschenkt bekommen haben!
Es ist eine Schande für unsere sich zum Christentum bekennende
Gesellschaft, dass Tausende betagter Eltern gezwungen sind, von Almosen aus
öffentlichen Mitteln zu leben, obwohl in viel zu vielen Fällen die Kinder
durchaus imstande wären, ihren Eltern den Lebensabend zu erleichtern, aber
einfach nicht dazu bereit sind. Jesus Christus hat im Zusammenhang mit diesem
Problem eine der eindrucksvollsten Erläuterungen zum fünften Gebot gegeben.
Schon zu seiner Zeit erfanden die Menschen Ausflüchte, um nicht für ihre Eltern
sorgen zu müssen. Sie erklärten die Mittel, die sie möglicherweise dafür hätten
aufbringen können, zum „Korban" – also zur Opfergabe für den Altardienst. Diese
Mittel waren nicht Teil von Gottes Zehntem, sondern zusätzliche Opfergaben, die
dazu dienen sollten, Gott gnädig zu stimmen. Jesus warf diesen heuchlerischen
Menschen vor: „Wie fein hebt ihr Gottes Gebot auf, damit ihr eure Satzungen
aufrichtet! Denn Mose hat gesagt: ‚Du sollst deinen Vater und deine Mutter
ehren’, und: ‚Wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben’" (Markus
7, 9-10). Und wie redeten sich diese Heuchler aus dem Gebot heraus? Jesus fuhr
fort: „Ihr aber lehrt: Wenn einer zu Vater oder Mutter sagt: Korban – das heißt:
Opfergabe soll sein, was dir von mir zusteht –, so lasst ihr ihn nichts mehr tun
für seinen Vater oder seine Mutter und hebt so Gottes Wort auf durch eure
Satzungen" (Verse 11-13). Jesus verurteilte diese Heuchler. Seine Worte besagen
ganz klar, dass ein Christ seine betagten Eltern materiell und finanziell
unterstützen muss, wenn es ihm möglich ist und sie dieser Hilfe bedürfen. Er
kann sich nicht damit entschuldigen, dass seine gesamten freien Mittel „für Gott
bestimmt" seien! Auch hierin zeigt sich der Gehorsam gegenüber dem fünften
Gebot.
Das persönliche Vorbild Jesu
Jesus Christus lebte nach dem, was er
lehrte. Sein eigenes Leben ist eine eindrucksvolle Illustration des
Gehorsams gegenüber dem fünften Gebot. Unmittelbar vor seinem Tod sagte
er: „Ich [habe] die Gebote meines Vaters gehalten" (Johannes 15, 10; rev.
Elberfelder Übersetzung). Durch Gehorsam gegenüber seinem himmlischen Vater und
seinen leiblichen Eltern erwarb Jesus bereits in seiner Jugend Weisheit und
Reife. Noch in seiner Sterbestunde, als er eine der grausamsten Todesarten
erlitt, die je von Menschen ersonnen wurden, ehrte Jesus seine Mutter und erwies
ihr Liebe bis zum Ende. Über die letzten Momente, bevor Jesus am Holzpfahl
starb, berichtet Johannes: „Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den
Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist
dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von
der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich" (Johannes 15, 26-27). Jesus erwies
hier seiner Mutter die letzte Fürsorge, indem er sie für die Zeit nach seinem
Tode in die Obhut seines Jüngers Johannes gab.
Zu einem Zeitpunkt, an dem die Gedanken jedes anderen Menschen mit sich
selbst beschäftigt gewesen wären, dachte Jesus noch immer an das fünfte Gebot
und zeigte Liebe und Ehrerbietung gegenüber der Frau, die ihn geboren und als
Kind genährt hatte, die ihn in der Schrift unterwiesen hatte und die nun an
diesem entsetzlichen Ort stand und – ohne sich dessen zu schämen – über seinen
nahen Tod weinte. Denken Sie an das vollkommene Vorbild Jesu Christi! „Du sollst
deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das
dir der Herr, dein Gott, geben wird" (2. Mose 20, 12).
Das sechste Gebot
Unsere Zeit ist geprägt von Hass und Gewalt. Es ist eine
Zeit unerbittlichen Konkurrenzkampfes, zwischenmenschlicher Streitigkeiten und
Spannungen. Die Nationen der Welt – und die Menschen, die in ihnen wohnen –
gewöhnen sich allmählich an die Wahrscheinlichkeit einer bevorstehenden
Massenvernichtung und den möglichen Selbstmord der Welt. Natürlich wirkt sich
diese Haltung auf die moralischen Grundsätze und sittlichen Ideale der Menschen
verheerend aus. Die Folgen sind schon jetzt zu spüren – sogar während Sie diese
Broschüre lesen. Wir haben gesehen, dass Segen die Folge von Ehrfurcht und
Hochachtung vor dem einen, wahren Gott ist, die Folge von Respekt vor seinem
Namen und seiner Herrschaft, die Folge der Heilighaltung seines Sabbats, den man
in der Kenntnis des wahren Gottes begeht und die Folge dessen, dass man seine
Eltern ehrt, deren Aufgabe direkt Gottes Vaterschaft und Liebe für seine
Schöpfung widerspiegelt. In allen diesen Geboten erkennen wir Liebe Weisheit und
Segen, und ebenso verhält es sich auch mit dem sechsten Gebot.
Der Berg Sinai bebte, und durch Donner und Blitze erschallte die Stimme
Gottes, die das sechste Gebot verkündete: „Du sollst nicht morden"
(2. Mose 20, 13; Übersetzung der Jewish Publication Society).
Bibelfachleute stimmen darin überein, dass „morden" eine treffendere Übersetzung
des ursprünglich inspirierten hebräischen Wortes ist, als „töten". Es ist
nämlich durchaus möglich, zu töten, ohne zu morden. Dabei ist es wichtig, zu
verstehen, dass dem Israel des Altertums nur der Buchstabe des Gesetzes Gottes
gegeben war, während wir Christen nicht nur nach dem Buchstaben, sondern auch
nach dem Geist und der vollen Bedeutung dieses Gesetzes leben müssen, so wie
Christus es selbst erläutert hat. Nach dem Buchstaben des Gesetzes war das
vorsätzliche Töten, also Mord, verboten. Erinnern wir uns, dass in demselben
„Buch des Bundes", das Israel gegeben wurde, Gott geboten hatte, Menschen zu
töten, die schwere Verbrechen begangen hatten (2. Mose 21, 12-17). Die
Anweisungen in 4. Mose 35, 9-34 zeigen zudem, dass unbeabsichtigte Tötung nicht
als Mord angesehen wurde. Dennoch war allerdings die fahrlässige Tötung ein
schwerwiegendes Vergehen – und der fahrlässige oder „unabsichtliche" Totschläger
musste sich möglicherweise viele Jahre in einer Freistadt verborgen halten, bis
der amtierende Hohepriester starb. So wie Gott unter dem Buchstaben des Gesetzes
die Todesstrafe für schwere Verbrechen angeordnet hatte, so wurden auch die
befohlenen Kriege Israels nicht als Völkermord angesehen, sondern als
Vollstreckung des göttlichen Willens durch menschliche Werkzeuge. In 5. Mose 7,
1-2 lesen wir, dass Gott dem Volk Israel befahl, die heidnischen Stämme im Land
Kanaan auszurotten. Hier handelte es sich nicht um einen Krieg, der von Menschen
geplant wurde oder persönlicher Rache oder Bosheit diente. Es war der
ausdrückliche Wille des allmächtigen Gottes, der das Leben gibt – und der allein
das Recht hat, es zu nehmen.
Außerdem zeigt die Geschichte jener Zeit, dass die Völker, die damals in
Kanaan lebten, durch und durch böse waren – sie verbrannten sogar ihre
eigenen Kinder bei lebendigem Leibe als Menschenopfer für ihre heidnischen
Götzen. Dies war ein Teil der Gründe und Erwägungen, warum der Schöpfer zu jener
Zeit ihre Ausrottung befahl. Beachten Sie, dass Menschen in allen Fällen, wo
Gott es zuließ, dass andere Menschen getötet wurden, nur als Vollstrecker seines
ausdrücklichen Willens handelten. Gottes eigentliche Absicht war, dass der
Mensch lernt, andere Menschen nicht zu töten. Und obwohl dem fleischlichen,
unbekehrten Volk Israel das Töten in gewissen Fällen erlaubt war, werden wir
doch sehen, dass Gott in seinen aus Geist gezeugten Kindern die Fähigkeit
entwickelt, zu lieben, zu dienen und Leben zu erhalten – nicht zu zerstören.
Der Ursprung des Lebens
„Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen, in
unserm Bild, uns ähnlich! Sie sollen herrschen ..." (1.
Mose 1, 26; rev. Elberfelder Übersetzung). Der Mensch erhielt das Leben von
seinem Schöpfer, hat es sich nicht selbst gegeben. Also darf er weder sein
eigenes Leben noch das Leben eines anderen nehmen. Das Leben des Menschen ist
heilig, weil Gott es geschenkt hat. Jeder Mensch ist nach dem Ebenbild Gottes
erschaffen. Von allen physischen Geschöpfen besitzt nur er einen Verstand, der
dem Verstand Gottes ähnelt. Gott ist der Herrscher über alles, was existiert.
Doch aus fleischlichen Menschen bildet er sich buchstäbliche Gotteskinder heran,
die eines Tages an dieser Herrschaft beteiligt sein sollen. Darum sagte Gott:
„Sie sollen herrschen ...". Der Mensch muss Erfahrungen sammeln, um den
Charakter zu entwickeln, den Gott in uns sehen möchte. Erfahrungen zu sammeln
erfordert Zeit, und es ist die Lebensspanne eines Menschen, die diese Zeit zur
Verfügung stellt. Gott gab dem Menschen das Leben einzig und allein zu dem
Zweck, ihn darauf vorzubereiten, für immer die Stellung eines Sohnes in Gottes
Reich, in der Familie Gottes, einzunehmen. Das Leben, der Atem, und seine
einzigartigen Fähigkeiten sind jedem Menschen von Gott gegeben. Sie sind die
wundervollsten Geschenke, die der Mensch kennt. All das aber endet, wenn man
Leben zerstört. Grausam und unerwartet werden alle Hoffnungen, Träume und Pläne
eines Menschen zunichte gemacht, der nach dem Ebenbild des Schöpfers erschaffen
wurde. Der Zerstörer von Leben maßt sich ein Vorrecht an, das nur Gott selbst
gebührt, der allein Leben geben kann und das Recht besitzt, es zu nehmen (Hiob
1, 21). Deshalb ist jede Form von Mord ein Verstoß gegen eines der
zehn Hauptprinzipien des göttlichen Gesetzes. Mord zerstört die größte Schöpfung
des allmächtigen Gottes! Letztendlich ist es der Versuch, die Absicht des
großen, erhabenen Lenkers des Universums zu durchkreuzen. Der Spender allen
Lebens ist Gott. Kein nichtiger, sterblicher Mensch ist befugt, Gottes
größte Gabe in irgendeiner Weise anzutasten!
Die Bedeutung des Gebots im persönlichen
Alltag
Jesus Christus kam in diese Welt, um Gottes Gesetz
„herrlich und groß" zu machen (Jesaja 42, 21). Er nahm die Zehn Gebote praktisch
„unter die Lupe" und zeigte deren wahre, geistliche Bedeutung für das Leben
eines Christen. Jesus sagte: „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: ‚Du
sollst nicht töten’; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich
aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer
aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des Hohen Rats schuldig; wer
aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig" (Matthäus 5,
21-22). Hier wird Mord auf seine Ursache zurückgeführt – Hass und Wut. Christus
lehrte, dass jeder Mensch, der Wut gegen einen anderen empfindet, bereits des
Gerichts schuldig sei. Wenn solche Wut zu Verbitterung und Verachtung gegenüber
dem Mitmenschen führt, dann ist man „des Hohen Rats" schuldig – verdient die
Strafe Gottes. Wenn aber jemand gar voller Hass zu einem anderen sagt: „Du Narr
[du Gottloser; rev. Elberfelder Übersetzung]", dann ist er des höllischen Feuers
schuldig. Das ist die Erklärung des sechsten Gebots für uns. Wenn
wir in unserem Herzen Hass und Zorn Raum geben, hegen wir in uns einen Geist des
Mordens. Dem Gedanken folgt die Tat. Ein Mörder denkt zuerst an den Mord, bevor
er ihn ausführt! Der Geist Christi leitet uns nicht nur darin, unsere Handlungen
unter Kontrolle zu halten, sondern bereits unsere Gedanken und Einstellungen.
Zum Teil zeigt sich hier bereits, wie Gott im Neuen Bund sein Gesetz in unsere
Herzen und Sinne schreibt (Hebräer 8, 10). Durch Paulus mahnte Gott: „Die Rache
ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr" (Römer 12, 19). Der Mensch ist
unfähig, in wirklicher Weisheit und Gerechtigkeit gegenüber allen Beteiligten
Strafen zu verhängen. Gott allein besitzt die Weisheit, die Macht und das Recht,
an Menschen seine Strafen zu vollstrecken – bis zur Hinrichtung, wenn es
notwendig ist.
Wahre Christen müssen lernen, dass Gott eine Realität ist – und dass sein
Schutz und seine Züchtigung ebenso real sind! Wie sollten Sie also mit Ihren
Feinden umgehen? „’Wenn deinen Feind hungert, gib ihm zu essen; dürstet ihn, gib
ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt
sammeln’. Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit
Gutem" (Verse 20-21). Es erfordert echte Charakterstärke, einem anderen Menschen
zu helfen und zu dienen, wenn dieser versucht hat, einem zu schaden! Man braucht
göttliche Weisheit, um zu erkennen, dass es sich um einen Mitmenschen handelt,
der nach dem Bilde Gottes geschaffen wurde und nur gerade in seinen Gedanken und
Taten fehlgeleitet war.
Das größte Verbrechen der Menschheit
Wohl das größte internationale Verbrechen der Menschheit
ist die Kriegführung. Millionen von Menschen, erschaffen nach dem Ebenbild
Gottes, wurden über die Jahrhunderte erbarmungslos hingemetzelt in nutzlosen,
sinnlosen und wahnwitzigen Kriegen, deren vorgeblichen Zweck sie zumeist gar
nicht erfüllten! Der tiefere Sinn des Gesetzes Gottes, den Jesus Christus
deutlich machte, steht im völligen Gegensatz zu jeder Form des Krieges! Fast
alle wirklich großen Staatsmänner und Kirchenführer der Welt haben erkannt, wie
absolut sinnlos Kriege sind. Vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs erklärte
der damalige Papst Pius XII: „Alles wird durch Frieden gewonnen, nichts durch
Krieg". Einer der angesehensten Staatsmänner und Militärführer seiner Zeit,
General Douglas MacArthur sagte: „Von Anbeginn aller Zeit hat der Mensch den
Frieden gesucht. [...] Militärpakte, das Gleichgewicht der Kräfte, der
Völkerbund, alle haben versagt, und übrig blieb nur der Weg über die Feuerprobe
des Krieges. Doch die absolute Vernichtungskraft eines Krieges in heutiger Zeit
schließt diese Alternative aus. Insofern haben wir unsere letzte Chance gehabt.
Unser Harmagedon steht vor der Tür, wenn wir nicht ein größeres und gerechteres
System entwickeln. Das Problem ist im Grunde theologischer Natur und bedingt
eine geistige Erneuerung und Besserung des menschlichen Charakters im Sinne
einer Gleichstellung mit unserem fast beispiellosen Fortschritt in
Naturwissenschaft, Kunst, Literatur und in allen materiellen und kulturellen
Entwicklungen der vergangenen zweitausend Jahre. Es muss durch den Geist
geschehen, wenn wir den Leib retten wollen". Die „letzte Chance" der Menschheit
ist es, die Sünde des Krieges zu bereuen, bevor die Selbstvernichtung der
Menschheit alles Leben von diesem Planeten ausradiert! General MacArthur
erkannte, dass wir ein theologisches Problem haben – es ist ein christliches
Problem und hängt mit der Erkenntnis des wahren Gottes zusammen! Er erkannte
ebenfalls, dass dies eine Notwendigkeit erfordert, den „menschlichen Charakter
zu verbessern".
Der größte Staatsmann aller Zeiten war Jesus Christus selbst. Er war
Sprecher der Regierung Gottes, des Reiches Gottes. Christus sagte: „Ihr habt
gehört, dass gesagt ist: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind
hassen’. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch
verfolgen. Segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet
für die, die euch beleidigen und verfolgen" (Matthäus 5, 43-44). Unter der
Bezeichnung „Christentum" finden wir heute überall in der Welt sehr viel
kultiviertes und hoch gebildetes Heidentum. Doch kann selbst dieses verfeinerte
Heidentum die klaren Worte Jesu Christi zur Kenntnis nehmen, ohne zugeben zu
müssen, dass das Wesen des Krieges im krassen Gegensatz zum Leben, den Lehren
und dem Geist Christi steht? Die Geißel des Krieges hat im Verlauf der
Geschichte mehr Menschenleben vorzeitig ausgelöscht, mehr Familien zerstört und
auseinander gerissen, mehr Leiden verursacht und mehr Zeit und Güter
verschwendet, als irgendetwas anderes! Noch nie aber hat der Krieg die Probleme
der Menschen gelöst oder einen dauerhaften Frieden geschaffen. Stattdessen
führte Krieg immer zu noch mehr Krieg! „Denn wer das Schwert nimmt, der soll
durchs Schwert umkommen" (Matthäus 26, 52).
Die Lehre der Bibel
Jesus Christus kam als ein Bote der Regierung Gottes in
diese Welt. Er nahm an den politischen und kriegerischen Geschehnissen seiner
Zeit nicht teil. Selbst bei der Verhandlung vor Pontius Pilatus, als es um sein
eigenes Leben ging, sagte er: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein
Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, dass ich den Juden
nicht überantwortet würde; nun aber ist mein Reich nicht von dieser Welt"
(Johannes 18, 36). Wie wir bereits festgestellt haben, steht das Recht zu töten
allein Gott zu, der alle Leben gegeben hat. Also hat auch nur Gott das Recht,
Kriege zu führen! Und wie Jesus lehrte, will Gott in diesem Zeitalter nicht,
dass seine Diener in diesem Zeitalter Kriege für ihn führen. Jesus sagte, seine
Diener würden kämpfen, wenn sein Reich von dieser Welt wäre – das ist es aber
nicht. Gott zeigte durch den Apostel Jakobus, dass Krieg das Ergebnis einer
bestimmten Gesinnung ist, die im Gegensatz zu der Einstellung steht, die Gott
von einem Christen erwartet. „Woher kommt der Kampf unter euch, woher der
Streit? Kommt’s nicht daher, dass in euren Gliedern die Gelüste gegeneinander
streiten? Ihr seid begierig und erlangt’s nicht; ihr mordet und neidet und
gewinnt nichts; ihr streitet und kämpft und habt nichts, weil ihr nicht bittet"
(Jakobus 4, 1-2).
Gottes Regierung wird allen Kriegen ein Ende
setzen
Jesus Christus kam, um die gute Nachricht vom Reich
Gottes, von der Herrschaft Gottes, zu verkünden. Diese Herrschaft beruht auf den
Zehn Geboten – Gottes geistlichem Gesetz. Jesus erklärte die erweiterte
Bedeutung dieses Gesetzes im Sinne seiner geistlichen Tragweite und Absicht. Er
lehrte, dass wir im geistlichen Sinn bereits zum Mörder werden, wenn wir einen
Mitmenschen hassen! Weiterhin zeigte Jesus, dass der Mensch Gottes Gesetzen
gehorchen und sich auf sein kommendes Reich vorbereiten soll, indem er seine
Gesinnung nach Gottes Gesetzen – die seinen Charakter aufzeigen – ausrichtet und
diese verinnerlicht. Wenn nun bald Gottes Regierung auf dieser Erde anbricht,
wird sein Gesetz das Verhalten aller Völker bestimmen (Micha 4, 1-2). Zu jener
Zeit wird Gott alleine in seiner vollkommenen Weisheit und Gerechtigkeit Krieg
führen, um rebellische Nationen zurechtzuweisen. Was werden die Völker der Welt
danach tun? „Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie
werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen" (Vers 3). Kriegführung
beinhaltet immer auch, dass Menschen lernen, einander zu hassen und zu töten.
Junge Menschen werden dann nicht mehr gezwungen, eine Einstellung zu
verinnerlichen, die Gottes Gesetz der Liebe völlig