"Wäre es nicht toll, wenn ich nie wieder arbeiten müsste?" Die meisten von uns haben diese oder ähnliche Aussagen irgendwann gehört oder selbst ausgesprochen. Falls wir plötzlich zu unerwartetem Reichtum kämen, wie viele von uns würden wirklich unsere Berufe aufgeben und aufhören zu arbeiten? Ist das, was Gott für uns wünscht – frei von den Fesseln der "Arbeit" zu sein?


Als Unternehmer in einem Modernisierungsgeschäft in der dritten Generation unserer Familie bekomme ich ein vielfältiges Bild der Gesamtqualität der Bauarbeiten in meiner Gegend zu sehen. Jedes Jahr sinkt diese Qualität weiter und weiter. Oft muss ich Mängel an der Arbeit anderer beheben, Arbeit, die in vielen Fällen lieber gar nicht erst getan worden wäre. Anfang dieses Jahres musste ich einen Stützbalken installieren, um ein schlecht gebautes und einsturzgefährdetes Dach zu stabilisieren. In solchen Situationen frage ich mich dann oft, was einen Arbeiter dazu bringen kann, solch mangelhafte Qualität zu leisten. 

Dies hat nicht nur mit "Stolz auf die eigene Arbeit" zu tun. In meinem Beruf kann schlampige Arbeit auch zu ernsthaften Problemen führen. Mangelhafte Verkabelung oder unzureichende Bauwerk-Stabilität kann Verletzungen oder den Tod von Menschen verursachen. Also, warum scheinen so viele Berufstätige nicht an der Qualität ihrer Arbeit interessiert zu sein? Ist Arbeit, nur ein unvermeidliches Übel – etwas, das wir nur tun, um "unsere Brötchen zu verdienen"? Oder erwartet Gott, dass es etwas mehr sein sollte? 

In der Bibel hat Gott viel zum Thema Arbeit zu sagen; in der Tat war er der Erste, der Arbeit vollbrachte! In Johannes 1, 1-4 sehen wir, dass Gott allmächtig ist. Ihm gehört alles. Dann erschuf er, aus eigenem Willen, Himmel und Erde (1. Mose 1, 1). Wir finden, dass Gott arbeiten wollte, obwohl es für ihn keine Notwendigkeit darstellte. Also, was ist Arbeit? Es ist ein weithin unterschätztes Geschenk Gottes. 

Uns Menschen wurde ein kleiner Teil von Gottes eigener Macht gegeben. Er hat uns nicht die Fähigkeit gegeben, etwas aus nichts zu erschaffen, aber er hat uns kreative Vorstellungskraft gegeben, die Fähigkeit, aus wenig viel zu machen! Er möchte, dass wir dieses Geschenk anwenden, und er gab uns ein Beispiel durch die Art, wie er seine Macht nutzt, um zu erschaffen. Durch sein Vorbild sehen wir, dass wir, wie er auch, stolz auf unsere Arbeit sein sollten. In 1. Mose 1 dachte Gott am Ende eines jeden Tages über seine Arbeit nach und "sah, dass es gut war". Tun wir das? Können wir am Ende unseres Arbeitstages zurückblicken und in dieser Weise an unsere Leistungen denken? Wir sollten es! 

Manche verhalten sich, als sei ihre Arbeit "entbehrlich" – eine unwichtige Aufgabe, die wenig oder gar keine Aufmerksamkeit erfordert. Diese Idee ist jedoch nicht mit der Heiligen Schrift vereinbar. Salomo schrieb: "Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu" (Prediger 9, 10). In Matthäus 25, 14-30 lesen wir das Gleichnis von den Zentnern. Obwohl der "Zentner" hier einen Geldwert beschreibt, ist das Prinzip das gleiche. Gott hat jedem von uns ein gewisses Maß an Fähigkeiten gegeben und er erwartet, dass wir diese Gabe durch Arbeit vermehren. Auch der Knecht mit der geringsten Gabe musste mehr zurückgeben, als ihm gegeben worden war. 

Alles in allem erwartet Gott, dass bei dem, was wir tun, gute Arbeit leisten und dass wir unsere Arbeit lieben, wie er seine Arbeit liebt. Und wie sehr liebt Gott sein Werk? "Denn also hat Gott die Welt geliebt, [1. Mose 1, 31 "... alles, was er gemacht hatte"], dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben" (Johannes 3, 16). 

Wollen Sie bei Ihrer Arbeit Hervorragendes leisten? Möchten Sie Ihre Kunden mit Ihrer Leistung zufrieden stellen? Dann meditieren Sie über Gottes Vorbild. Denken Sie über Ihre Arbeit am Ende des Tages nach. Seien Sie zufrieden mit gut geleisteter Arbeit, und seien Sie bereit, morgen härter zu arbeiten, um noch bessere Leistung zu erbringen. Als Arbeitgeber kann ich Ihnen versichern, dass eine solche Haltung nicht unbemerkt bleibt. Auch Gott bemerkt eine solche Haltung. 

Um mehr über den Wert und die Bedeutung von Arbeit zu erfahren, lesen Sie unseren Artikel "Arbeit: Segen oder Fluch?"