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Täglich beten Hunderte von Millionen Menschen zu Maria,
der Mutter Jesu, die sie als „Muttergottes" und „Himmelskönigin" verehren. Jedes
Jahr machen sich Millionen auf eine Pilgerreise zu einem der Marienheiligtümer,
die man auf der ganzen Welt verteilt findet – von Irland bis Portugal und Polen,
von Bosnien und Gibraltar bis nach Mexiko und Sri Lanka. Papst Johannes Paul II.
widmete sein Pontifikat Maria und „weihte die Welt" der „gesegneten Jungfrau."
Auf katholischen Weltjugendtagen rief er Millionen junger Menschen auf: „Scheut
euch nicht, die Türen eures Lebens für Maria zu öffnen!"
In den vergangenen Jahren haben Marias Verehrer immer häufiger von
Erscheinungen berichtet. Mit Titeln wie „Mutter der Welt," „Mutter aller
Nationen" und „Königin des Friedens" wurde berichtet, dass sie in den USA, in
Australien, Chile und in Japan erschienen sei. Selbst palästinensische Araber
und afrikanische Muslime geben an, sie gesehen zu haben. In Bombay, Indien,
verehrten Hunderttausende ein angebliches Bildnis der Maria. Doch aus Europa
berichten Marienverehrer ihre eindringlichsten Botschaften, wie zum Beispiel,
dass die Menschen den Rosenkranz beten und spiritueller werden sollen, dass
Russland bekehrt werden wird und dass sich die Religionen der Welt vereinen
müssen, wenn es Frieden geben soll.
Obwohl die Ausrichtung auf die Marienverehrung ein globales Phänomen ist,
das immer mehr Zulauf erfährt, ist die Marienanbetung nicht wirklich neu. Seit
über eintausend Jahren haben römisch-katholische Herrscher in Europa ihre
Nationen Maria geweiht. Doch was nur selten erwähnt wird, ist, dass die
religiösen Praktiken, die mit der Marienverehrung verbunden werden, ihren
Ursprung lange vor den Tagen Jesu und seiner Mutter haben. Es überrascht,
wie wenige sich jemals fragen, warum so viele an Glaubensüberzeugungen und
Praktiken festhalten, die Jesus nie lehrte – und die die Bibel nicht
erwähnt. In der Bibel finden wir keine an Maria gerichteten Gebete und ihr
werden auch keine Wunder zugeschrieben. Erstaunlicherweise werden Maria heute
regelmäßig Titel gegeben, die sich – in der Bibel und in der Geschichte – auf
jemand anderen beziehen!
Wie kam Maria, eine demütige jüdische Frau, zu solchen Titeln und Ehren?
Was steckt hinter der zunehmenden Betonung der „gesegneten Jungfrau" und wohin
führt uns das alles?
Das Schweigen in der Anfangszeit
Es mag einen erstaunen, dass gelehrte Quellen freimütig
eingestehen, dass diese Konzentration auf die Person Marias in der frühen Kirche
völlig fehlte. Die Catholic Encyclopedia [Katholische Enzyklopädie]
besagt: „Diese Lehre ist in der frühen Form des Glaubens der Apostel nicht
enthalten, zumindest nicht ausdrücklich; es gibt vielleicht keinen Grund zur
Überraschung, wenn wir in den ersten christlichen Jahrhunderten keiner einzigen
klaren Spur des Kultes der gesegneten Jungfrau begegnen" (Artikel: „Devotion
to the Blessed Virgin Mary" [Verehrung der gesegneten Jungfrau Maria]). Die
Titel „Mutter Gottes" oder „Himmelskönigin" wurden Maria erst Jahrhunderte
nach ihrem Tod verliehen. In den Lehren Christi und der Apostel wird mit
keinem Wort erwähnt, dass man Maria verehren, anbeten oder Gebete direkt an
sie richten sollte. Und es gibt keinen biblischen Hinweis auf das Beten eines
Rosenkranzes. Jesus lehrte seine Jünger, zu Gott dem Vater zu beten (Lukas 11,
1-2) und Bitten im Namen Jesu Christi zu äußern (Johannes 14, 13-14). Die Bibel
beschreibt auch keine Feiertage, die Maria gewidmet sein sollen und
erwähnt kein Beispiel, dass irgendjemand vor einer Statue der Maria
gebetet hat. In der Bibel – und in der frühen Kirche – wurden solche Praktiken
als Götzendienst verurteilt (vgl. 2. Mose 20, 4-5).
Die Bibel beschreibt nirgends eine „unbefleckte Empfängnis" Marias – also
die Lehre, dass sie völlig ohne Sünde war. Und es steht auch nichts darin, dass
sie – wie es eine andere Lehre besagt – leibhaftig in den Himmel aufgefahren
ist. Vielmehr heißt es in der Schrift klar: „Niemand ist gen Himmel aufgefahren"
außer Jesus (Johannes 3, 13). Im vergangenen Jahrhundert haben Berichte von
Erscheinungen und diejenige, die diese verbreiteten, Maria als „Mittlerin aller
Gnaden" (was Jesu Christi wahre Bedeutung, wie sie in der Bibel hervorgehoben
wird, vermindert) und als „Königin des Friedens" dargestellt, obwohl die Bibel
sich nirgends in solcher Weise auf sie bezieht. Wenn diese Glaubensüberzeugungen
und Praktiken nicht aus der Bibel stammen, woher kamen sie dann und
wie wurden sie mit dem, was viele heute Christentum nennen, in Verbindung
gebracht?
Die heidnische Welt
Um zu verstehen, wie sich die Madonnenverehrung
entwickelte, müssen wir einen Blick auf die frühen Jahrhunderte der Kirche
werfen. Jesus kam in eine Welt, die von der griechischen und römischen Kultur
dominiert wurde. Heidnische Religionen waren allgegenwärtig und die Menschen
verehrten eine Vielzahl von Göttern und Göttinnen, die in den verschiedenen
Regionen unter unterschiedlichen Namen bekannt waren. Diese Gottheiten hatten
reich verzierte Behausungen wie Schreine und Tempel und wurden mit aufwendigen
Zeremonien verehrt, die zum Teil auch Geheimrituale und Tempelprostitution
beinhalteten. Feste dieser Gottheiten waren offizielle Feiertage, die den
gesellschaftlichen Kalender bestimmten. In Städten mit wichtigen Schreinen und
Tempeln – wie Ephesus mit dem Tempel der Diana (Apostelgeschichte 19, 21-40) –
blühte die Handwerkszunft durch die Herstellung und den Verkauf von Bildnissen
der Gottheiten. Die Verehrung heidnischer Gottheiten war im Römischen Reich sehr
populär und wurde bis weit ins fünfte Jahrhundert n.Chr. fortgesetzt.
Die heidnische Welt tolerierte die Verehrung verschiedener Götter und
Göttinnen, doch wahre Christen ragten heraus, weil sie nicht an solchen
heidnischen Ritualen teilnahmen. Die frühen Christen hielten sich an die
biblischen Ermahnungen „ihr sollt nicht den Gottesdienst der Heiden annehmen"
(Jeremia 10, 2), „stellt euch nicht dieser Welt gleich" (Römer 12, 2) und „geht
aus von ihnen und sondert euch ab" (2. Korinther 6, 17). Christen wurden jedoch
zur Konformität gedrängt und erlitten Verfolgung, wenn sie nicht an den
heidnischen Bräuchen teilnahmen. Doch zwischen 300 und 400 n.Chr. kam es zu
dramatischen Veränderungen. Das Römische Reich akzeptierte nicht nur, was es als
Christentum bezeichnete, sondern machte diese Form des Christentums durch seine
offizielle Annahme sogar zur vorherrschenden religiösen Kraft im Römischen
Reich. Zu dieser Zeit erlebte die Marienverehrung ihre Blütezeit.
Bekehrung der Heiden
Die so genannte Bekehrung Konstantins war ein Wendepunkt
in der Entwicklung des „populären Christentums." Der junge Kaiser, der bisher
die Sonne angebetet hatte, fühlte sich zu der wachsenden, abtrünnigen
christlichen Kirche hingezogen. Obwohl Konstantin die Verfolgungen stoppen ließ
und den bekennenden Christen wohlwollend begegnete, akzeptierte er weiterhin
heidnische Praktiken, die er auch selbst ausübte.
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Offensichtlich „hielt er es für
günstig, sowohl Christus als auch Apollo seinen Respekt zu bekunden" (A
Chronicle of the Last Pagans, [Eine Chronik der letzten Heiden], Chuvin,
Seite 26). Die Annahme des „Christentums" durch Konstantin und die
Verbreitung seines neu erworbenen Glaubens brachten der Kirche ein
phänomenales Wachstum ein – wodurch sich auch ihr Charakter änderte. |
Die kaiserliche Schutzherrschaft führte zu
einer enormen Zunahme an Reichtum und Anerkennung der Gemeinden. Privilegien
und Ausnahmeregelungen, die den Geistlichen eingeräumt wurden, führten zu
einem massiven Zustrom in das Priesteramt (siehe The Conversion of Europe
[Die Bekehrung Europas], Fletcher, Seite 38). Doch viele „Neubekehrte" waren
nur dem Namen nach Christen, die noch immer ihre heidnischen Ideen und
Praktiken beibehielten.
Manche frühe Kirchenführer, die diese Popularität heidnischer Bräuche
erkannten, verfolgten eine Strategie der „Adoption" in ihrem Versuch, die
Heiden „zu etwas dem christlichen Glauben Ähnlichem" zu bekehren (Fletcher,
Seiten 99, 354). Anstatt von den Leuten zu verlangen, zu bereuen und ihre
alten Bräuche aufzugeben, drängten die Kirchenführer auf das „Ersetzen
dieser heidnischen Bräuche durch christliche Bräuche" (ebenda, Seite 54).
Kirchen wurden über oder nahe bei heidnischen Schreinen erbaut und alten
Festen wurde ein „christlicher" Name und Inhalt gegeben. Wo die Heiden sich
„so sehr an ein Heiligtum gewöhnt hatten, dass ihre Zuneigung dazu nicht zu
brechen war, war es manchmal möglich, das alte Gebäude durch die Kirche
desinfizieren zu lassen und es mit einer christlichen Bedeutung zu versehen"
(The Early Church [Die frühe Kirche], Chadwick, Seite 168).
| Ein herausragendes Beispiel dafür
war Ephesus mit seinem großen Tempel der Diana – einem der Weltwunder der
Antike. 431 n.Chr. versammelte sich das dritte ökumenische Konzil in Ephesus
und erklärte Maria zur „Mutter Gottes" und zum Objekt der Anbetung und
Verehrung. Aber warum wurde Maria dieser Titel gegeben – und viele
andere Titel? Warum wurde Ephesus gewählt, um diese Entscheidung bekannt zu
geben? |
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Altertümliche Göttinnen
Diana von Ephesus war eine Göttin, „der die ganze
Provinz Asien und der Weltkreis Verehrung [erwies]" (Apostelgeschichte 19, 27).
Diana war der römische Name für die griechische Göttin Artemis, die „Göttin des
Mondes und der Keuschen sowie Schwester des Sonnengottes Apollo" (Colliers
Encyclopedia).
| Artemis war auch „Beschützerin
der Keuschheit und Schutzpatronin für Geburten" sowie die Göttin der
Seefahrer, denen sie gutes Wetter und eine erfolgreiche Reise verhieß (Encyclopaedia
Britannica, 11. Auflage). Sie wird oft als Jungfrau, als
„Muttergöttin" und als Herrin der Tiere dargestellt. Ihre Statuen zeigen
eine vielbrüstige Figur mit einer turmförmigen Krone. Artemis verkörperte
viele Eigenschaften der großen Gottesmutter, die unter einer Vielzahl von
Namen in der Welt des Altertums verehrt wurde (siehe The Oxford Companion
to the Bible). |
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Wir erfahren auch, dass „Artemis eine Gottheit sehr alten Ursprungs [ist],
die in Kleinasien und Griechenland große Popularität erlangte und bis in die
christliche Zeit überdauerte, wo ... vieles von ihrem Ethos [Glaubenslehren und
Praktiken] auf die Jungfrau Maria übertragen wurde. Beiden Figuren waren
große Heiligtümer in Ephesus gewidmet" (Encyclopedia of Gods
[Enzyklopädie der Götter], Jordan, Seite 26). Indem man für Maria in Ephesus
eine Kirche errichtete und sie in der Nähe des großen Tempels der Gottesmutter
Diana zur „Mutter Gottes" ernannte, übernahm die Katholische Kirche lediglich
eine alte Tradition und deutete sie um, damit Neubekehrte ihre heidnischen
Praktiken in einem „christlichen" Kontext fortführen konnten!
Aber woher kamen die Titel „Mutter Gottes" und „Himmelskönigin"? In
Kleinasien verehrten über eintausend Jahre vor den Römern bereits die Hethiter
eine große Gottesmutter. Auf einem Hügel nahe Sardes gibt es ein riesiges
Felsrelief einer Gottesmutter, die von den altertümlichen Poeten Homer, Ovid und
Sophokles als „Mutter der Götter, Älteste aller Göttinnen" beschrieben wird (The
Hittite Empire [Das Reich der Hethiter], Garstang, Seiten 176-177). Auf
Statuen und Reliefs wird von dieser hethitischen Gottheit „der Aspekt einer
Göttin des Himmels oder Himmelskönigin beansprucht, ein vertrauter Aspekt der
Astarte" (ebenda, Seite 114, 204-205). Astarte war eine phönizische Kriegsgöttin
sowie Göttin des Abendsterns, geschlechtlicher Liebe und Fruchtbarkeit. Die
Tempelprostitution war Bestandteil ihrer Anbetung. Sie wurde oft nackt
dargestellt, wobei sie „eine Krone aus Stierhörnern mit einer Sonnenscheibe
dazwischen trug" – ähnlich wie die ägyptische Göttin Isis (Encyclopedia of
Gods [Enzyklopädie der Götter], Seite 33). Die römischen Armeen verbreiteten
die Verehrung dieser altertümlichen hethitischen Göttin in ganz Europa von
Deutschland bis nach Großbritannien, weil ihr Kult „großen Anklang bei den
Soldaten fand" (Garstang, Seite 302).
Aber was ist mit der Madonna mit Kind?
In Ägypten wurde Isis als eine der höchsten Göttinnen verehrt. Sie wurde
gewöhnlich auf einem Thron sitzend dargestellt und „hielt das Kind Horus ...
sowohl offizielle Theologie wie auch der Volksglaube erklärten ... Isis und
Horus zu vollkommenen Mutter und Sohn" (Encyclopaedia Britannica, 15.
Ausgabe). Von Ägypten aus verbreitete sich die Verehrung der Isis bis nach
Griechenland und Rom, wo sie schließlich Stella Maris [Stern des Meeres]
genannt wurde und zur Schutzpatronin der Seefahrer und zur „Himmelskönigin"
wurde (The Gods of the Egyptians [Die Götter der Ägypter], Budge, Seite
218). Ein Schrein der Isis stand einst „auf dem Vatikanhügel, wo nun der
Petersdom steht" (The Paganism in Our Christianity [Das Heidnische in
unserem Christentum], Weigall, Seiten 128-129). Zahlreiche Gelehrte
kommentieren: „Der Isiskult beeinflusste die Darstellung der christlichen
Jungfrau Maria" (Jordan, Seite 137). Und weiter: „Es ist klar, dass die frühen
Christen einige ihrer [Isis’] Eigenschaften auf die Jungfrau Maria übertrugen
... Bilder und Skulpturen, auf denen sie dargestellt wird, wie sie ihr Kind
Horus säugt, bildeten die Grundlage für die christlichen Darstellungen und
Figuren der Madonna mit Kind" (Budge, Seite 220).
Dieser Autor fährt fort: „Viele der Irrlehren der frühen
christlichen Kirche in Ägypten wurden durch das Überleben von Ideen und
Glaubensvorstellungen verursacht, die mit den traditionellen Göttern verbunden
waren und die die zum Christentum Bekehrten in ihren neuen Glauben mit
einbeziehen wollten" (ebenda).
In Teilen Ägyptens hatten um 400 n.Chr. „die Jungfrau Maria und das
Jesuskind die Plätze von Isis und Horus eingenommen und die
Gottesmutter oder Mutter Gottes war nun nicht länger Isis, sondern Maria"
(ebenda, Seite 221). So wurde die Marienverehrung zum Bestandteil des so
genannten Christentums. Sie drang durch den Zustrom von lediglich dem Namen nach
Bekehrten in die frühe Kirche ein, durch Leute, die ihre Anbetung einer
Gottesmutter – und deren Titel – mit sich brachten!
Biblische Parallelen
In der Bibel lesen wir, dass die Israeliten im Altertum
– einschließlich Salomos – sich von Gott abgewandt hatten und Baal und Aschera
oder Astarte anbeteten (Richter 2, 11-13; 10, 6; 1. Könige 11, 1-11), deren
Rituale auch Tempelprostitution mit einschlossen (2. Könige 23, 6-7). Die Bibel
spricht von Frauen, die einer Statue dieser Gottheit, die in den Tempel Gottes
gestellt wurde, Kleider wirkten (2. Könige 21, 1-7; 23, 6-7). Historiker
bestätigen, dass „Aschera die große Gottesmutter Kanaans war, bekannt als
Aschera, Göttin des Meeres" (Jordan, Seiten 30-31). Gelehrte bringen auch
Astarte mit der babylonischen Göttin Ischtar, der phönizischen Göttin Astarte
und der griechischen Göttin Aphrodite in Verbindung – Fruchtbarkeitsgöttinnen,
deren Verehrung ebenfalls Tempelprostitution beinhaltete (vgl. The Oxford
Companion to the Bible).
Ischtar war die bedeutsamste Göttin im Nahen Osten des Altertums –
besonders in Babylon und Ninive. Sie war Göttin des Krieges und der
geschlechtlichen Liebe. Sie wurde „Königin des Universums" genannt und „Herrin
der Welt," „Beschützerin der Prostituierten und Schutzpatronin der Tavernen" (New
Encyclopaedia Britannica). Ihr Kult, der ebenfalls Tempelprostitution
beinhaltete, war sehr weit verbreitet und beliebt (ebenda). Ischtar wurde auch
unter dem Namen Inanna, Göttin der Liebe und des Krieges verehrt und als
„Himmelskönigin" bezeichnet (Dictionary of Gods & Goddesses, Devils & Demons
[Wörterbuch der Götter & Göttinnen, Teufel & Dämonen], Lurker). Eine weitere
kanaanitische und phönizische Göttin war Anat, eine Fruchtbarkeitsgöttin, die
als Schwester Baals und Tochter des Sonnengottes verehrt wurde. Sie wurde
„Herrin des Berges ... Mutter der Götter ... Königin des Himmels ... die
Jungfrau Anat" genannt (Jordan, Seiten 18-19). Die Bibel zeigt also zusammen mit
historischen Aufzeichnungen eindeutig, dass die Israeliten und die frühe Kirche
die Verehrung einer Mutter Gottes und deren Titel von ihren heidnischen Nachbarn
übernommen hatten. Aber was hat das alles mit uns heute zu tun und warum ist das
wichtig?
Warnungen wurden ignoriert
Als Gott die Israeliten aus Ägypten geführt hatte, gebot
er ihnen: „Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen [...].
Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! ... Ihr sollt euch keine Götzen machen"
(2. Mose 20, 4-5; 3. Mose 26, 1). Doch schon bald begannen die Israeliten, ein
goldenes Kalb anzubeten, wofür sie bestraft wurden (2. Mose 32). Die Israeliten
wurden auch gewarnt, nicht die heidnischen religiösen Praktiken zu
übernehmen, die Gott als Gräuel betrachtete. „So sollst du dem HERRN, deinem
Gott, nicht dienen" (5. Mose 12, 29-32; 17, 9-13). Doch diese Warnungen wurden
immer wieder ignoriert und die Israeliten wandten sich der Verehrung von Baal
und Astarte – der kanaanitischen Gottesmutter, ihrer „Himmelskönigin" – zu.
Wegen dieser Sünden – einschließlich des Brauchs, die Götzen zu küssen (vgl.
Hosea 13, 2) – zogen die Israeliten den Zorn Gottes auf sich und wurden in
Gefangenschaft nach Assyrien weggeführt!
Die Nation Juda beging denselben Fehler. Sie provozierten Gottes Zorn,
indem sie „der Himmelskönigin Kuchen backen und fremden Göttern spenden sie
Trankopfer" (Jeremia 7, 18). Das Bildnis, das sie als Himmelskönigin verehrten,
war die babylonische Göttin Ischtar. Andere Rituale bestanden in einem „Beweinen
von Tammus" (dem gestorbenen Ehemann von Ischtar) und einer „Sonnenanbetung
gegen Osten" (vgl. Hesekiel 8, 10-18) – Praktiken, die sich bis in die heutige
Zeit gehalten haben, wo man an Ostern heiße Brötchen backt und
Sonnenaufgangsgottesdienste abhält.
Die Götzen der Israeliten wurden mit Juwelen dekoriert, in Kleider gehüllt
und in Schreinen aufgestellt, ebenso wie die heidnischen Götter Babylons
(Hesekiel 16, 16-25). Das apokryphische Buch Baruch (in katholischen Bibeln)
warnt die Israeliten, nicht den heidnischen Praktiken der Babylonier
nachzufolgen, die Götzen aus Gold, Silber und Edelsteinen anbeteten, die
„goldene Kronen auf ihren Häuptern haben ... [aber] können nicht reden" und auf
den Schultern von Männern getragen werden (Baruch 6, 3-9) – dennoch ist all dies
auch heute noch Teil der Zeremonien, mit denen Maria verehrt wird!
Die Bibel offenbart, dass diese Angelegenheit in Gottes Augen keine
Nebensächlichkeit ist, sondern dass es sich hierbei um Gräueltaten
handelt, die Gott hasst. Die Nation Judas verbrachte 70 Jahre in
Gefangenschaft in Babylon als Strafe für ihren Götzendienst. Frühe
Kirchenführer, die den Leuten gestatteten, ihre heidnischen Traditionen unter
neuen, „christlichen" Namen fortzuführen, folgen schlicht derselben,
fehlgeleiteten Argumentation, die klare biblische Anweisungen missachtete. Die
Bibel warnt, dass Nationen, die diesem Beispiel nachfolgen – die heidnische
Praktiken übernehmen und anpassen – ein ähnliches Schicksal erleiden werden
(siehe Jeremia 16, 10-13).
Eine ernüchternde Zukunft
Was also steckt hinter der gegenwärtigen Betonung der
Jungfrau Maria? Warum wächst diese Bewegung und wohin führt uns
dies? Biblische Prophezeiungen offenbaren, dass kurz vor der Rückkehr Christi
eine „Macht des Tieres" bestehend aus zehn Nationen in Europa aus der Asche des
alten Römischen (und „Heiligen Römischen") Reichs emporsteigen wird (siehe
Daniel 2, 7; Offenbarung 13, 17-18). Dieser Staatenbund wird von einer Frau
geritten – einer reichen und einflussreichen Kirche – die als Königin
beschrieben wird und deren Wurzeln bis ins alte Babylon zurückreichen. Sie wird
auch „Mutter der Huren" (anderer fehlgeleiteter Kirchen) genannt, die die
ganze Welt mit ihren falschen Lehren trunken gemacht hat (vgl. Offenbarung 18,
7; 17, 1-6, rev. Elberfelder Übersetzung). Diese Frau – genannt „Tochter Babel"
und „Herrin über Königreiche" – wird für sich beanspruchen, die einzig wahre
Kirche zu sein, und sagen: „Ich bin’s und sonst keine." Sie wird eine
endzeitliche Bewegung anführen, um ihre „abgespaltenen Kinder" zurück zur
„Mutter"- Kirche zurückzubringen (Jesaja 47, 1-9; Offenbarung 18, 7-8).
Die Verehrung der „Himmelskönigin" würde die „gemeinsame Basis" liefern, um
Nationen und Religionen der Welt in dem Versuch zu vereinen, damit der
Menschheit Frieden zu bringen. Viele Nationen im alten Europa waren der Maria
geweiht worden: die ukrainischen und ungarischen Völker kurz nach 1000 n.Chr.
und England 1381 als Marias „Mitgift." Im 17. Jahrhundert wurden Österreich,
Frankreich, Polen, Spanien und Portugal sowie deren Kolonien der Maria geweiht
(siehe A Woman Rides the Beast [Eine Frau reitet das Tier], Hunt, Seite
457). 1996 bezeichnete Papst Johannes Paul II. den Schrein Unserer lieben Frau
von Europa (1309 von König Ferdinand IV. von Spanien auf Gibraltar errichtet)
als „machtvolles Symbol" der Vereinigung Europas und als „einen Ort, wo unter
der Schirmherrschaft Marias die menschliche Familie immer mehr zu einer
brüderlichen Einheit und friedlichen Koexistenz zusammengeführt werden wird."
Dieser Schrein ist nicht weit von einer Höhle auf Gibraltar entfernt, wo
phönizische Seefahrer sieben Jahrhunderte vor Christus der Astarte, der Königin
des Himmels, einen Schrein errichtet hatten.
Doch das neue Europa ist auch mit Mariasymbolen überzogen. Die
Flagge der Europäischen Union – ein Ring aus 12 goldenen Sternen auf blauem
Grund – wurde von Bildnissen der Madonna mit 12 Sternen in einem Heiligenschein
um ihren Kopf entlehnt. In der Kathedrale von Straßburg in Frankreich (dem Sitz
des Europäischen Parlaments) ist auf einem Glasfenster – genannt „Fenster
Europas" – die Madonna mit Kind abgebildet, die dort einen Heiligenschein aus 12
Sternen und Halbmonden an den Seiten trägt. Der 5. Mai ist zum „Europatag"
erklärt worden – derselbe Tag, der auf Gibraltar als Feiertag „Unserer lieben
Frau von Gibraltar" gefeiert wird.
Katholische Führer erkennen das ökumenische Potenzial einer Gottesmutter.
Vor fast 40 Jahren sagte Bischof Fulton J. Sheen die Bekehrung des Islam zum
Christentum „durch eine Sammlung der Muslime unter einer Verehrung der Mutter
Gottes" voraus (siehe Hunt, Seite 458). Sheen hob hervor, dass Mohammed eine
Tochter namens Fatima hatte, dass die gesegnete Jungfrau in dem portugiesischen
Dorf Fatima erschienen war und dass Tausende das Bildnis verehren, wenn die
Statue „Unserer lieben Frau von Fatima" in muslimischen Ländern gezeigt wird.
Ein Schrein Unserer lieben Frau von Fatima wird auch in Russland errichtet –
einer Hochburg der orthodoxen Kirche und Heimat großer muslimischer
Bevölkerungsteile – womit man die Rückkehr vieler Russen zum „wahren" Glauben
erleichtern will.
Die weibliche Madonna ist auch attraktiv für Feministinnen, die den
patriarchalischen Unterton des traditionellen Christentums ablehnen, sowie für
Anhänger der New Age Bewegung, die eine „Mutter Erde" verehren. Zunehmend
häufigere Berichte von Erscheinungen einer Person, die sich als „Herrin aller
Königreiche" bezeichnet und die zunehmende Betonung Marias als „Himmelskönigin"
durch den Katholizismus passen gut zu den Anstrengungen, die Religionen der Welt
zusammenzuführen.
Die Verehrung der Madonna ist ein bedeutender roter Faden, der die
altertümliche Verehrung von Semiramis in Babylon und die Gottesmütter in
Ägypten, Griechenland und Rom mit der modernen Anbetung einer Jungfrau Maria
verknüpft. Es handelt sich dabei um eine unbiblische Praktik, die in der
heiligen Schrift sogar verurteilt wird. Die Verehrung einer Mutter Gottes
beherrschte die Welt im Altertum und spielte eine wesentliche Rolle bei der
Bekehrung der Heiden in der frühen Kirche. Die Bibel zeigt, dass die Verehrung
der „gesegneten Jungfrau," der „Herrin aller Königreiche," der „Himmelskönigin"
und der „Königin des Universums" eine entscheidende Rolle in wichtigen
Ereignissen spielen wird, durch die sich endzeitliche Prophezeiungen erfüllen
werden. Die Entwicklung dieser Ereignisse können wir heute schon beobachten!
HBM, November 2003
© 2003 Living Church of God
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Englischer Titel: The Lady of Nations
Diese Publikation darf nicht verkauft werden!
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der revidierten Lutherbibel 1984 entnommen.
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