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Was
bringt die Zukunft
für RUSSLAND? |
von
John H. Ogwyn
Das vergangene Jahrzehnt brachte
Veränderungen auf der Weltbühne, die selbst erfahrene Beobachter während des
gesamten Jahrhunderts für undenkbar gehalten hätten. Im Zentrum dieser
Veränderungen lagen Ereignisse in Russland, dem Herzen der ehemaligen
Sowjetunion. Für diejenigen, die sich noch lebhaft an die Tage des Kalten
Krieges in den 50er und 60er Jahren erinnern konnten, war das friedfertige
Streichen der roten Flagge mit Hammer und Sichel von den Gebäuden des Kremls
ein Anblick, den zu sehen sie nie erwartet hätten. Und dennoch geschah dies.
Auf der Titelseite der Ausgabe des
U.S. News & World Report vom 2. September 1991 prangte die Schlagzeile
„Russland wiedergeboren." Damit wurden die optimistischen Hoffnungen und
Erwartungen jener turbulenten Tage beschrieben. Die Zeitschrift erklärte:
„In der Folge des fehlgeschlagenen Putschversuchs brach in der Sowjetunion
ein neues Zeitalter an. Die Kommunistische Partei ist effektiv tot.
Gorbatschow ist nicht mehr als ein Aushängeschild und Boris Jeltsin ist der
Held der neuen Russischen Revolution" (Seite 27).
Viel ist seit jenem bewegenden Tag im
August 1991 geschehen, an dem Boris Jeltsin auf einen Panzer auf dem Roten
Platz stieg und die Kommunisten in die Knie zwang. Die Sowjetunion spaltete
sich in 15 unabhängige Republiken auf und es gab hohe Erwartungen im
Hinblick auf Wohlstand, Demokratie und Harmonie mit dem Westen. „Der Kalte
Krieg ist zu Ende und wir haben gewonnen," erklärten viele Kolumnisten und
Geschichtskenner.
Doch irgendwo auf dem Weg zum „...und
sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende" ist etwas
geschehen. Russlands Wirtschaft fiel in sich zusammen und wurde von
Korruption gebeutelt. Während einige wenige märchenhaft reich wurden und
Milliarden von Dollars auf schweizer Bankkonten transferiert wurden, sah
sich der durchschnittliche Bürger Russlands sogar einem Rückgang seines
Lebensstandards ausgesetzt. 1999 musste Russland ohnmächtig zusehen, wie
sein traditioneller Verbündeter Serbien vom Westen geschlagen wurde. Ein
sicheres Zeichen dafür, wie sehr das Prestige und der Weltmachtstatus
gefallen war, zeigte sich darin, mit welcher Leichtigkeit die westliche
Allianz die Proteste Russlands beiseite schob, und weiterhin nach ihren
eigenen Vorstellungen handelte.
In jüngerer Zeit wurde Russland zudem in
einen Bürgerkrieg gegen Tschetschenien verstrickt, eine russische Provinz im
Kaukasus. Aber das Problem betrifft nicht nur Tschetschenien. Die gesamte
Kaukasusregion ist ein Brutofen von Unruhen und nationalistischen
Ambitionen. Während Russland noch immer mit ethnischen Unruhen innerhalb
seiner Grenzen konfrontiert wird und eine schwache Wirtschaftskraft besitzt,
gibt es nun einen neu gewählten Präsidenten, der den kränkelnden Boris
Jeltsin abgelöst hat.
Was bedeutet all dies für die Zukunft
Europas und die Zukunft der Welt? Welche Rolle ist für Russland in den
kommenden Jahren vorgesehen? Und was ist mit den Prophezeiungen der Bibel?
Erwähnen sie Russland, und wenn ja, was sagen sie uns? Um die Zukunft zu
verstehen, müssen wir zuerst die Geschichte und Vergangenheit des modernen
Russlands verstehen, um dann zu sehen, was die Bibel tatsächlich über die
künftigen Ereignisse zu sagen hat.
Erbe eines Reichs
Hammer und Sichel als Symbole des
Staates haben zu Beginn des letzten Jahrzehnts den Weg frei gemacht für den
alten, doppelköpfigen Adler des imperialen Russlands. Welche Bedeutung hat
dieses alte Symbol des Reichs, und was sagt es uns darüber, wie die Bürger
Russlands sich selbst sehen? Um dies zu verstehen, müssen wir zurückgehen zu
der ursprünglichen Aufteilung in Osten und Westen, und zu einem der
entscheidenden Momente der Weltgeschichte.
Die Ost-West – Aufteilung des
zwanzigsten Jahrhunderts hatte ihren Ursprung etwa 17 Jahrhunderte früher in
einem Dekret eines römischen Kaisers. Im dritten Jahrhundert n.Chr.
erstreckte sich das Römische Reich von Großbritannien und der Atlantikküste
Spaniens bis in den Osten am Fluss Euphrat. Es schloss sowohl Nordafrika,
als auch die Balkanregion mit ein. Wegen seiner enormen Größe beschloss
Kaiser Diokletian, es aus verwaltungstechnischen Gründen aufzuteilen in ein
Oströmisches Reich und ein Weströmisches Reich. Einer seiner Nachfolger,
Konstantin, errichtete für das Oströmische Reich eine neue Hauptstadt im
altertümlichen Byzanz und nannte es Neu-Rom. Seine Untertanen bezeichneten
es als Konstantinopel. Nach der Herrschaft Kaiser Konstantins wurde diese
verwaltungstechnische Teilung zu einem Dauerzustand. Als 476 n.Chr. das
Weströmische Reich mit dem Tod seines letzten Kaisers Romulus Augustulus
zusammenbrach, bestand das Oströmische Reich weiterhin fort.
Der altertümliche, hebräische Prophet
Daniel, der etwa 1000 Jahre früher in Babylon am Euphrat lebte und schrieb,
sah all dies vorher. Im Buch Daniel Kapitel 2 gibt der Prophet einen Traum
von König Nebukadnezar wieder und erklärte dessen Bedeutung. In diesem Traum
hatte der König eine riesige Statue gesehen mit einem Kopf aus Gold, Brust
und Armen aus Silber, Bauch und Lenden aus Kupfer, zwei Schenkeln aus Eisen,
sowie Füße aus einem Gemisch von Eisen und Ton. Das Haupt aus Gold, so wurde
Nebukadnezar informiert, war dessen eigenes Reich Babylon. Nach ihm sollte
ein anderes Reich aufkommen, historisch identisch mit dem Reich der Meder
und Perser, das Babylon 539 v.Chr. überrannte. Das Medo-Persische Reich
sollte von einem dritten Reich gefolgt werden, dem Griechenland Alexanders
des Großen und seiner Nachfolger. Das vierte Reich wurde durch zwei Beine
aus Eisen symbolisiert und kann nichts anderes sein, als das Römische Reich.
In den Tagen der letzten zehn Herrscher, die das Erbe des altertümlichen
Roms antreten, symbolisiert durch die zehn Zehen aus Eisen und Ton, wird der
Gott des Himmels eingreifen und ein Reich errichten, das niemals vergehen
wird (Vers 44).
Die Aufteilung Roms in Ost und West wird
klar durch die zwei eisernen Schenkel symbolisiert. In Westeuropa war das
romanische, germanische und katholische Einflussgebiet der Erbe des
Weströmischen Reichs. In Osteuropa war das griechische, slawische und
orthodoxe Einflussgebiet der Erbe des Oströmischen Reichs. Dies brachte eine
religiöse, kulturelle und politische Spaltung hervor, die die Geschichte
Europas bis in unsere Zeit hinein beeinflusst. Diese Spaltung begann mit
einer politischen Grenze und resultierte in einer kulturellen Trennung. Im
Westen breitete sich die lateinische Sprache und Kultur von Rom aus und
gestaltete einen großen Teil Europas. Von Konstantinopel ausgehend war es
hingegen die griechische Sprache und Kultur, die einen großen Teil des
slawischen Ostens formte.
Im Jahre 861 bat Prinz Rostislav von
Mähren den byzantinischen Kaiser in Konstantinopel um Missionare. Der Kaiser
entsandte zwei Brüder aus Thessaloniki: Kyrillus und Methodius. Weil die
Slawen kein Alphabet hatten, um ihre Sprache schriftlich vollständig zum
Ausdruck zu bringen, entwickelte einer der Brüder ein Alphabet in Anlehnung
an das griechische Alphabet. Bis zum heutigen Tage ist das Alphabet, das in
Russland, Serbien und Bulgarien gebraucht wird, als die kyrillische Schrift
bekannt.
In den folgenden Jahrhunderten gab es
eine starke Rivalität in östlichen Teil Europas zwischen Rom und
Konstantinopel. Mähren, die Slowakei und später Ungarn und Polen wurden für
die Kirche und den Ritus Roms gewonnen. Gleichzeitig „nahmen Bulgarien,
Serbien und Russland die slawonische Liturgie und ihr Alphabet an, schworen
der griechischen Kirche ihre Treue und nahmen die Kultur von Byzanz an" (The
Age of Faith [Das Zeitalter des Glaubens], Will Durant, Seiten 535-536).
Im Jahre 1054, während des Pontifikats
von Papst Leo IX. wurde der Bruch zwischen der orthodoxen Kirche des Ostens
und der katholischen Kirche im Westen eine offizielle Tatsache. Die
eigentlichen Gründe für diesen Bruch waren mehr politischer als religiöser
Natur. Im Jahre 800 n.Chr. hatte der Papst den fränkischen König Karl den
Großen im Westen zum Kaiser von Rom gekrönt und somit den Anspruch des
oströmischen Kaisers verworfen, den dieser seit der Imperialen Restauration
unter Justinian 554 n.Chr. erhob. Wie der Historiker Will Durant es
beschreibt: „... die Krönung eines rivalisierenden Römischen Kaisers durch
den Papst und das päpstliche Eindringen in den griechischen Einflussbereich
Italiens – diese Spannung erzeugenden politischen Ereignisse förderten die
Trennung des Christentums in Ost und West, und nicht die geringfügigen
Glaubensunterschiede" (Seite 544).
| Dann, im Jahre 1453 fiel
Konstantinopel in die Hände der Türken, und das Oströmische Reich hörte
auf, zu existieren. Die Nichte des letzten Kaisers von Ostrom floh nach
Rom, wo sie ihre Jugend verbrachte. Einige Jahre später heiratete sie
Ivan III., den Großfürsten von Moskau in einer Zeremonie, die der Papst
selbst vollzieht. Der Papst wünschte sich, dass diese Heirat dazu
beitragen würde, dass sich die orthodoxe und die katholische Kirche
wieder vereinigen würden, und zwar unter dem Papst von Rom. „Als
Abkömmling der großen, oströmischen Kaiserfamilie war Sophia die
treibende Kraft hinter Ivans Aufstieg zur Herrschaft und hinter
Russlands Anspruch auf das Erbe Konstantinopels... . Da Konstantinopel
in die Hände der Türken gefallen war, brachte sie ihn auch dazu, den
Titel ‚Zar’ zu beanspruchen..." (History of Russia [Geschichte
Russlands], Walter Kirchner, Seite 35). Zar (oder Czar) war die
russische Form von Caesar. Der alte, russische Name für Konstantinopel
war Czargrad, „Stadt von Caesar." |

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In jener Zeit wurde der
kaiserliche Doppeladler, Symbol des byzantinischen Kaisers, von den
russischen Großfürsten übernommen. Von da ab sahen sich die russischen
Herrscher als Erben des östlichen Kaisers und Beschützer der orthodoxen
Kirche.
Die Herkunft des russischen Volkes
Wir müssen verstehen, wer die Völker Russlands sind und
woher sie kamen. Um biblische Prophezeiungen, die sie betreffen, erkennen zu
können, müssen wir deren Ursprung kennen. Tatsächlich wanderten einige,
verwandte Stämme vor langer Zeit in den europäischen Teil Russlands ein und
wurden die Vorfahren von drei Hauptstämmen des russischen Volkes: Die
Großrussen, die Kleinrussen und die Weißrussen. Geschichte, Kultur und
Sprache verbinden diese Völker, doch sie stammen von verschiedenen Vorfahren
ab.
In frühester Zeit finden wir zwei Nationen, die die Bibel
als Meschech
und Tubal identifiziert. Diese lebten im östlichsten Teil Kleinasiens,
an der südöstlichen Küste des Schwarzen Meeres. Diese eng verwandten Völker
nannten die Assyrer Muschki, und die Griechen Moschi. Östlich
von ihnen lebte ein verwandter Volksstamm, die alten Meder, die zwischen dem
Schwarzen Meer und den Kaspischen Meer wohnten. Unter der Führung der Meder
spielten diese Völker eine entscheidende Rolle bei der Zerstörung von
Ninive, der Hauptstadt Assyriens im Jahre 612 v.Chr.
Im fünften und vierten Jahrhundert verstärkte sich der
Konflikt zwischen dem persischen und dem griechischen Einflussbereich, wobei
auch Völker wie Meschech, Tubal, Lud (Lydia), die Meder und die Elamiter in
Kampfhandlungen verwickelt wurden. Gegen Ende des vierten Jahrhunderts
v.Chr. triumphierten die Griechen unter Alexander dem Großen über die
Perser. Die nachfolgende Invasion der Griechen in die östlichen Länder
drängte die Völker, die zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer
wohnten, dazu, in die Ebenen Skythiens auszuwandern. Viele verschiedene
Völker, darunter auch Reste der im Exil lebenden nördlichen zehn Stämme
Israels bewohnten die riesigen Ebenen von Skythien während der folgenden
Jahrhunderte.
Nach dem Cultural Atlas of Russia and the Soviet Union
[Kultureller Atlas Russlands und der Sowjetunion] siedelte im zweiten
Jahrhundert v.Chr. ein „...iranisches Nomadenvolk... [dessen] Stammesverbund
ein starkes, slawisches Element zu beinhalten schien..." nördlich des
Schwarzen Meeres. Dieser Stammeszusammenschluss enthielt die Elamiter und
Meder, zusammen mit Meschech und Tubal. Zu jener Zeit müssen sie eine
gemeinsame Sprache gesprochen haben, Vor-Slawisch, ähnlich dem alten
Persisch. Der Name mit dem sich die Slawen selbst bezeichnen, stammt von
slovo
und bedeutet „Wort." Er betont das Bewusstsein einer sprachlichen
Gemeinschaft, die sich abgrenzt von „Nicht-Verstehenden," auf Slawisch
nemets, mit dem die Slawen im Allgemeinen die Deutschen bezeichnen.
Vom Norden des Schwarzen Meeres aus verbreiteten sich die
Elamiten schrittweise Richtung Westen und Süden. Hieraus entstanden die
slawischen Bevölkerungen Zentral- und Südeuropas. Die Stämme, die ihren
Ursprung von den Medern herleiten, wanderten etwas nordwärts und westwärts
und besiedelten die fruchtbaren Anbauflächen Kleinrusslands, der Ukraine.
Aus Meschech und Tubal entstanden die Großrussen, die sich nördlich und
östlich ausbreiteten und schließlich Moskau und das Reich der Moskowiter
errichteten. Der Fluss Moskwa, benannt nach dem Volk von Meschech
(ursprünglich als Muschki
oder Moschki bezeichnet), gab der Stadt und dem Reich ihren Namen.
Für viele Jahrhunderte bestand zwischen dem Baltischen Meer
entlang des Flusses Dnjepr und dem Schwarzen Meer bis nach Konstantinopel
eine Handelsroute. Die Slawen tauschten auf den Märkten Konstantinopels
Felle, Wachs, Honig und Bernstein gegen Luxusgüter der griechischen Welt.
Die Griechen hatten über mehrere Jahrhunderte großen Einfluss auf die
russischen Slawen. Im Jahre 989 nahm der russische Prinz Vladimir offiziell
das orthodoxe Christentum an und heiratete die Schwester des oströmischen
Kaisers Basileios II. Wie der Historiker Will Durant bemerkt: „... von da ab
bis 1917 war Russland im Bezug auf Religion, Alphabet, Münzwesen und Kunst
eine Tochter von Byzanz" (Seite 448).
Im Jahre 1223 stürmten die bewaffneten Reiterhorden der
Mongolen unter Dschingis Khan bis zur Wolga vor. Bis 1240 war ganz Russland,
einschließlich der Ukraine unter mongolischer Herrschaft. Diese Joch wurde
erst 1480 wieder abgeschüttelt. Im Anschluss daran begann Russland eine
starke Expansion, besiedelte die riesigen Gebiete Sibiriens während des 16.
und 17. Jahrhunderts und dehnte sich auch im Süden nach Zentralasien aus, in
die Länder der Mongolen selbst. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts richtete Zar
Peter der Große sein Augenmerk nach Westen und strebte danach, westliche
Fähigkeiten zu erlernen, damit Russland moderner und eine wahrhaft große
Weltmacht werden könnte. Mit seiner entscheidenden Rolle in den
Napoleonischen Kriegen wurde Russland auch in die Wirren Europas im 19.
Jahrhundert gezogen.
1917 geschah ein entscheidendes Ereignis in Russlands
Geschichte des 20. Jahrhunderts mit Lenins erfolgreicher Kommunistischer
Revolution. Für fast 75 Jahre schienen Russland und Kommunismus synonyme
Begriffe zu sein. Doch im Anschluss an den Zusammenbruch der Sowjetunion vor
fast einem Jahrzehnt fand sich Russland seiner Weltmachtstellung beraubt und
in der demütigenden Situation, vom Westen wirtschaftliche Hilfe erbitten zu
müssen. Russland besitzt noch immer das zweitgrößte nukleare Waffenarsenal
der Welt, ist aber wegen seiner wirtschaftlichen Situation auf der Weltbühne
machtlos. In der Heimat beschuldigen sich zankende Gruppierungen gegenseitig
oder angenommene Verschwörungen von Juden oder Amerikanern. Verletzter Stolz
in Verbindung mit militärischer Stärke bei wirtschaftlicher und politischer
Ohnmacht ist eine gefährliche Mischung und hat bereits viele Gemüter erhitzt
und verärgert, wie die Welt in den kommenden Monaten und Jahren sicherlich
feststellen wird.
Russlands Zukunft

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Biblische
Prophezeiungen zeigen, dass in den kommenden Jahren eine europäische
Supermacht auf der Weltbühne in Erscheinung treten wird, die die
Vorherrschaft der englischsprachigen Nationen ablösen wird. Diese wird
die siebte und letzte Erweckung des alten Römischen Reiches sein. Dieses
Mal, so macht Daniel 2 uns klar, wird es nicht nur eine Wiedererweckung
des Reiches im Westen sein, sondern wird auch Nationen einschließen, die
zu den Erben von Byzanz zählen. Zehn zukünftige Herrscher in Europa
werden ihre Macht einem großen Führer übertragen, der als der einzige
angesehen werden wird, der die Welt vor einem drohenden Desaster retten
kann. An der Spitze dieser von Deutschland dominierten Union von
Nationen wird er mit einem charismatischen Religionsführer
zusammenarbeiten, um die ganze Welt unter seine Kontrolle zu bringen. |
Diese Union wird Versprechungen machen
von weltweitem, wirtschaftlichem Wohlstand und zentralisierter militärischer
und politischer Stärke, um so Frieden und Sicherheit zu gewähren. Eine
künftige Erneuerungsbewegung, angeleitet von einem mächtigen,
charismatischen Religionsführer wird dazu die gemeinsame Identität liefern,
die es braucht, um die zersplitterte Welt zu einer globalen Einheit zu
verschmelzen.
Doch diese aus zehn Nationen bestehende
Europäische Union der Erben des östlichen und des westlichen Römischen
Reichs wird fatale, in sich selbst begründete Fehler aufweisen. Daniel
vergleicht dies mit dem Versuch, Eisen mit Ton zu vermischen. Der
Expositor’s Bible Commentary [Expositor’s Bibelkommentar] macht dazu
einige interessante Beobachtungen : „Der Text gibt klar zu verstehen, dass
diese letzte Phase sich durch eine Art Föderation auszeichnet, und weniger
durch ein einheitliches, mächtiges Staatsgebilde... . Aus dieser Mischung
von Eisen und Ton entsteht Schwäche und Verwirrung... . Eisen und Ton mögen
in einer Koexistenz bestehen, doch sie können sich nicht zu einer starken
und haltbaren Weltordnung vereinen" (Band 7, Seiten 47-48). Für eine kurze
Zeit wird es jedoch einen weltweiten Handelszusammenschluss geben, der
sicherlich die Nation Russland mit einschließt (Hesekiel 27, 13), ebenso die
heutigen Nationen derjenigen, die von dem altertümlichen Israel und Juda
abstammen (Vers 17), sowie viele andere Nationen. Die Kaufleute der Welt
werden in der Folge märchenhaften Reichtum erlangen (Vers 33, siehe auch
Offenbarung 18, 11.15). Doch nach einer von Europa angeführten Eroberung
Amerikas und Großbritanniens, sowie einer Besetzung Israels und des Nahen
Ostens werden tief sitzende Vorurteile und Misstrauen in dieser Allianz
aufbrechen (vgl. Daniel 11, 41-45).
Seit den Tagen Karls des Großen gab es
verschiedene, vergebliche Versuche Roms, das östliche wieder mit dem
westlichen Römischen Reich unter dessen Vorherrschaft zu vereinen. Das
Papsttum war immer wieder bemüht, die zerbrochene Einheit der bekennenden
christlichen Welt wieder herzustellen, indem sie Orthodoxe und Protestanten
wieder unter ihre Fittiche nehmen wollte.
In den vergangenen 200 Jahren schlugen
sowohl die Versuche Napoleons wie Hitlers fehl, die englischsprachigen
Nationen zu erobern, hauptsächlich aus dem Grunde, dass sie gleichzeitig mit
Russland kämpften. Dies wird beim nächsten Mal nicht geschehen! Obwohl diese
künftige, siebte Wiederbelebung des alten Römischen Reiches anfangs sehr
viel erfolgreicher als alle bisherigen Versuche erscheinen wird, wird auch
dieser letzte Versuch, Rom und Byzanz zu vereinigen, dem Untergang geweiht
sein.
Die zehn Staatsoberhäupter, die ihre
Macht einem kommenden Führer übertragen werden, werden letztlich erkennen,
dass sie von dem religiösen System, in das sie ihr Vertrauen setzten,
betrogen wurden. Sie werden sich mit großem Zorn gegen es erheben
(Offenbarung 17, 16). Jeremia 51, 7-11 gibt zu erkennen, dass die Russen der
Ukraine, Nachfahren der alten Meder, an vorderster Front dessen stehen
werden, was wahrscheinlich ein Nuklearschlag gegen Rom selbst sein wird
(vgl. Offenbarung 18, 9-10).
Es gibt weitere Prophezeiungen in
Hesekiel 38 und 39, die eine Allianz zwischen Russland und den von den
Mongolen abstammenden Nationen Chinas und des Fernen Ostens beschreiben. Der
Zeitpunkt dieser bestimmten Prophezeiung, die eine Invasion in das wieder
vereinte Israel beschreibt, liegt tatsächlich einige Jahre nach Christi
Rückkehr, NICHT vor ihr. Das wird dadurch deutlich, dass wir in Hesekiel 38,
11-12 lesen, dass über Israel (alle 12 Stämme, nicht nur die Juden), gesagt
wird, es sei aus allen Nationen wieder zusammengeführt. Sie wurden
angesiedelt in einem Land voller Wohlstand und Frieden, in dem es keine
sichtbaren Verteidigungssysteme gibt, und sogar noch nicht einmal
Türschlösser.
Nach seiner Rückkehr zerstört der
verherrlichte Christus die Armeen, die sich bei Harmagedon gesammelt haben
(Offenbarung 16, 16; 19, 19-21). Er wird die Übrigen der gefangengenommenen
Israeliten zusammenführen und sie in das alte Land ihrer Väter
zurückbringen. Er wird ein Reich errichten mit Regierungssitz in Jerusalem,
das letztlich die gesamte Welt umfassen wird. Offenkundig werden diese
Ereignisse über einen Zeitraum von mehreren Jahren stattfinden, und es ist
klar, dass einige Menschen etwas mehr Überzeugungsarbeit benötigen! Die
zukünftige Allianz, die in Hesekiel beschrieben ist, bezieht sich auf diese
Zeit, und nicht auf die unmittelbare Zukunft.
Die russischen Völker hatten eine lange
und turbulente Geschichte. Von Unterdrückern, selbstherrlichen Herrschern
und leeren Ideologien gebeutelt und ausgenutzt hatten sie immer wieder zu
kämpfen, um durchzuhalten und zu überleben. Es wird eine Zeit kommen, wenn
sie, wie alle anderen Nationen, nicht länger verführt sein werden, sondern
endlich die gute Nachricht vom Reich Gottes am eigenen Leib erfahren können.
Erst dann werden die Völker Russlands eine wirkliche religiöse, kulturelle,
politische und wirtschaftliche Wiedergeburt erleben. Dann wird endlich
Russlands traurige und schwierige Geschichte zu einem glücklichen Ende
gelangen!