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Bibelfernlehrgang
Lektion 12 - Wo ist die Gemeinde, die Jesus
baute?

| Chefredakteur | Roderick C. Meredith |
| Redaktionsdirektor | Richard F. Ames |
| Redaktion | William Bowmer Gary F.
Ehman |
| Autoren | John H. Ogwyn Daniel Hall |
| Französische Ausgabe | Dibar Apartian |
| Spanische Ausgabe | Mario Hernandez |
| Grafische Gestaltung | Donna Prejean |
| Korrekturlesung | Sandy Davis Linda
Ehman |
| Nachrichtenbüro | June Olsen |

Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang hat keinen
Bezugspreis. Seine Verbreitung wird durch Zehnten und Opfer der Mitglieder der
Living Church of God und anderer ermöglicht, die freiwillig Mitarbeiter im Werk
der Verkündigung von Gottes wahrem Evangelium an alle Nationen wurden.
Alle Bibelzitate in dieser Lektion sind, sofern nicht anders
vermerkt, der revidierten Lutherübersetzung von 1984 entnommen
Copyright © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.
Der Welt von Morgen - Bibelfernlehrgang wird herausgegeben von
der
Living Church of God P.O. Box 3810 Charlotte NC,
28227-8010, USA Copyright © 2005 Living Church of God ®. Alle Rechte
vorbehalten.
Briefe an den Herausgeber
„Ich bin wirklich von diesem neuen Bibelfernlehrgang, den ich
hier durcharbeite, wirklich beeindruckt. Seit vielen, vielen Jahren bin ich
Kirchenmitglied und habe eine protestantische Schule besucht. Nie hätte ich
geglaubt, dass diese sich im Irrtum befinden könnte... Nun weiß ich, dass ich
durch den Welt von Morgen Bibelfernlehrgang, die Fernsehsendung und die
Broschüren die Wahrheit gefunden habe."
D.K., Downers Grove, Illinois, USA
„Ich möchte Ihnen persönlich meine tiefste Dankbarkeit
für diesen Bibelfernlehrgang ausdrücken. Er tut mir geistlich und seelisch gut
und ich lerne sehr viel. Ich warte schon auf die nächste Lektion und es scheint,
dass ich immer mehr erfahren möchte."
M.A., British Columbia, Kanada
„Ich habe Ihre Broschüre Was bringt die Zukunft für
Amerika und Großbritannien? Erhalten und ebenso Ihre Zeitschrift und den
Bibelfernlehrgang. Ich halte diese für sehr informativ, ermutigend und anregend
– es ist schwer, sie aus der Hand zu legen. So lese ich die Zeitschrift und
Broschüre in einem Stück durch. Der Bibelfernlehrgang wurde zum wichtigsten Teil
meines Tages."
S.H., Knoxville, Tennessee, USA
„Ich habe mich erst kürzlich
für den Bibelfernlehrgang angemeldet, bin aber seit langer Zeit in Gottes
Wahrheit berufen, seit 1968. Ich bin davon abgekommen, habe aber Gottes Wahrheit
nie völlig den Rücken zugekehrt. Al diese Jahre sind nun vergangen und ich habe
viele Schwierigkeiten durchlebt. Ich glaube, dass ich die Prophezeiungen usw.
nicht völlig verstanden hatte. Aber seit dem Bibelfernlehrgang fällt der
Groschen."
L.S., Beverly, Ohio, USA
„Der Bibelfernlehrgang, den Sie
mir zusenden, gefällt mir wirklich sehr – ebenso wie die Kassetten und
Broschüren. Ich versuche, diese mit anderen zu teilen, die bereit sind, darauf
zu hören. Ich erzähle ihnen auch von Ihrer Fernsehsendung und gebe ihnen Ihre
Adresse weiter. Hoffentlich wird Gott sie berufen, damit sie die Wahrheit seines
Wortes suchen."
R.L., Lancaster, Ohio, USA
Zum Titelbild: Gottes Kirche kann man an ihren
Mitgliedern erkennen – diejenigen, die Gott lieben und seine Gebote einhalten.
Jesus Christus versprach, dass seine wahre Kirche erhalten bleiben würde, obwohl
viele Verführer seinen Namen missbrauchen würden (Matthäus 16, 18).
Wo ist die Gemeinde, die
Jesus baute?
Jesus Christus sagte, „ich will
meine Gemeinde bauen" (Matthäus 16, 18). Können Sie in der heutigen Welt die
Gemeinde finden, die Jesus selbst vor fast 2000 Jahren errichtet hat? Diese
Frage ist wichtig, weil Christus ebenfalls sagte, dass viele unter seinem Namen
kommen und viele verführen würden (Matthäus 24, 5). Wie kann jemand auftreten,
im Namen Jesu von Nazareth predigen und lehren, ihn als den Messias anerkennen,
und dennoch die Menschen verführen?
Der Apostel Paulus erklärte, dass sogar zu seiner Zeit
bereits manche „einen andern Jesus" und ein „anderes Evangelium" predigten (2.
Korinther 11, 4). Und der Apostel Judas, Bruder von Jakobus und Halbbruder Jesu,
schrieb Mitte der 60er Jahre des ersten Jahrhunderts eine Mahnung an seine
Leser, sich für den Glauben einzusetzen, „der ein für allemal den Heiligen
überliefert ist" (Judas 3).
Auf unserer Suche nach der Kirche, die der Messias
errichtete, geht es also darum, das wahre, apostolische Christentum zu
entdecken. Vieles von dem, was sich in der heutigen Welt als „christlich"
ausgibt, hatte seinen Ursprung nicht in den Lehren Jesu und der Apostel des
ersten Jahrhunderts. Wie wir in den vorangegangenen Lektionen gesehen haben,
entstammen viele der weithin verbreiteten Bräuche und Lehren nicht der Bibel,
sondern vorchristlichen und unchristlichen Ideen und Praktiken.
In seinem Buch Caesar and Christ [Cäsar und Christus]
schrieb der Historiker Will Durant: „Das Christentum hat das Heidentum nicht
zerstört; es hat es adoptiert... Das Christentum war die letzte große
Errungenschaft der altertümlichen, heidnischen Welt" (Seite 595). Er
argumentierte, dass sich das griechische Gedankengut in der Liturgie und
Theologie der bekennenden christlichen Kirche verfestigte. Zahlreiche heidnische
Nationen im Mittelmeerraum trugen weitere Bräuche und Ideen dazu bei, besonders
Ägypten. Das christliche Mönchstum hatte seinen Ursprung im heidnischen Ägypten.
Und Ägypten steuerte auch die Ideen der Dreieinigkeit, der Unsterblichkeit der
Seele und der Verehrung der Jungfrau mit Kind bei.
Viele weitere Historiker kommentierten dieses Phänomen. Jesse
Lyman Hurlbut schrieb in seinem bekannten Handbuch zur Kirchengeschichte The
Story of the Christian Church [Die Geschichte der christlichen Kirche]: „Für
fünfzig Jahre nach dem Leben von Paulus liegt ein Schleier über der Kirche,
durch den hindurchzublicken für uns unmöglich erscheint; und als er sich
schließlich lüftet, etwa 120 n.Chr. mit den Schriften der frühesten
Kirchenväter, finden wir eine Kirche vor, die sich in vielen Aspekten von
derjenigen aus den Tagen von Petrus und Paulus unterscheidet" (Seite 41). Durant
machte zudem deutlich, dass die Kirche, die von der Welt insgesamt als
Fortsetzung der apostolischen Kirche betrachtet wird, eigentlich „durch die
Vereinnahmung von heidnischem Glauben und Ritual" wuchs (Durant, Seite 575).
Das wahre apostolische Christentum verbreitete sich von der
Gemeinde in Jerusalem über die Gegend von Judäa und schließlich in die gesamte
jüdische Diaspora. Als der Apostel Paulus in heidnischen Städten predigte,
begann er jeweils damit, zu den Juden und den gottesfürchtigen Heiden zu
predigen, die sich mit ihnen in den Synagogen versammelten (vgl.
Apostelgeschichte 13, 16; 18, 4). Selbst die frühesten Konvertierten aus den
Heiden waren von ihren regelmäßigen Besuchen am Sabbat in der Synagoge mit dem
Alten Testament vertraut. Apostelgeschichte 10 beschreibt die ersten bekehrten
Heiden, Cornelius und seinen Haushalt, als „fromm und gottesfürchtig" (ein
technischer Ausdruck für Heiden, die Gott entsprechend der hebräischen Schriften
verehrten, aber unbeschnitten blieben).
Das Interpreter’s Dictionary of the Bible beschreibt
diese Personen so: "Es waren Heiden, Griechen, Römer, Syrer, usw., die den
monotheistischen Glauben und die Ethik des Judaismus übernommen hatten oder
befürworteten, die jüdische Bräuche wie die Sabbatruhe, ... und manche
Speisegebote bewunderten oder sogar selbst einhielten und die mildtätige Spenden
entrichteten... Sie besuchten die Synagogen und lasen auf Griechisch in der
Schrift oder hörten beim Lesen und Auslegen zu" (Band 3, Seite 929). Mit anderen
Worten war die Kirche, die Jesus errichtete, auf Gottes alttestamentlichen
Offenbarungen aufgebaut und verwarf diese nicht zu Gunsten heidnischer Bräuche
und Praktiken.
Noch fast 30 Jahre nach der Kreuzigung und Auferstehung
Christi wurden die Mitglieder der Gemeinde in Jerusalem gegenüber Paulus von
Jakobus, dem Bruder des Herrn, als „Eiferer für das Gesetz" beschrieben
(Apostelgeschichte 21, 20). Und Paulus selbst lobte die bekehrten Heiden dafür,
„Nachahmer der Gemeinden Gottes [...], die in Judäa in Christus Jesus sind"
geworden zu sein (1. Thessalonicher 2, 14; Schlachter-Übersetzung). Eindeutig
wird die Kirche, die Jesus baute, eine Fortsetzung dieses wahren, apostolischen
Christentums sein – wo immer sie sich auf Erden heute befindet!
Auf diesem Felsen...
Jesus erklärte gegenüber
seinen Jüngern, „auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und des Hades
Pforten werden sie nicht überwältigen" (Matthäus 16, 18; rev. Elberfelder
Übersetzung). Von welchem Felsen sprach er? Hat diese Erklärung eine Auswirkung
auf wahre Christen von heute? Beachten Sie den Zusammenhang von dieser
bedeutsamen Aussage Christi.
Bei einem Aufenthalt in der Region von Cäsarea Philippi
fragte Jesus seine Jünger, wer die Menschen glaubten, dass er sei. Unter anderem
hielten sie ihn für Johannes den Täufer, für Elia, für Jeremia oder für einen
der Propheten (Matthäus 16, 13-14). Doch Jesus wollte wissen, was seine Jünger
dachten. Petrus antwortete umgehend: „Du bist Christus, des lebendigen Gottes
Sohn" (Vers 16). Und Jesus antwortete: „Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn
Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel"
(Vers 17).
Danach kündigte Jesus seinen Plan an, eine Gemeinde zu bauen:
„Aber auch ich sage dir, dass du bist Petrus, und auf diesem Felsen werde ich
meine Gemeinde bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen"
(Matthäus 16, 18; rev. Elberfelder Übersetzung). Das Griechische enthält hier
ein Wortspiel, das im Deutschen nicht sofort ersichtlich ist. Petrus’ Name ist
auf Griechisch petros – eine maskuline Form für das deutsche Wort „Fels",
die normalerweise einen kleineren, beweglichen Stein bezeichnete. Als Christus
sagte, „auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen", gebrauchte er das
griechische Wort petra – eine feminine Form, die immer einen großen,
unbeweglichen Felsen bezeichnete.
Bevor wir uns eingehender mit der Bedeutung dieser Worte
befassen, sollten wir einige wichtige Punkte im Bezug auf diesen Vers
betrachten. Aus Johannes 1, 42 wissen wir, dass Simon, der Sohn des Johannes,
von Christus als „Fels" bezeichnet wurde, als dieser ein Jünger Jesu Christi
wurde, viele Monate vor den Ereignissen in Matthäus 16. Er nannte ihn „Kephas" –
nach dem aramäischen Wort für „Fels" – und nicht petros oder
Petrus. Jesus und seine Jünger sprachen hauptsächlich Aramäisch untereinander,
und dort gibt es nur ein Wort für „Fels". Das Aramäische bietet also keine
Grundlage für das griechische Wortspiel zwischen kleinem Stein und großem Fels.
Viele Bibelkommentatoren nehmen an, dass Christus seine Worte in Matthäus 16 auf
Aramäisch gesprochen habe, und dass der Fels, der hier genannt ist, Petrus
selbst sei. Doch diese Erklärung stimmt weder mit dem Kontext, noch mit dem Rest
der Bibel überein.
Jesaja 28, 16 gibt uns einen eindeutigen, prophetischen
Hintergrund für Christi Worte in Matthäus 16, wo es heißt: „Darum spricht Gott,
der Herr: Siehe, ich lege in Zion einen Grundstein, einen bewährten Stein, einen
kostbaren Eckstein, der fest gegründet ist". Später zitierte Christus gegenüber
den Pharisäern aus Psalm 118, 22-23 und erinnerte sie daran, dass der Stein, den
die Bauleute verworfen haben, zum Eckstein werden sollte (Matthäus 21, 42).
Dieser Grundstein ist ein eindeutiger Hinweis auf den Messias, der von der
religiösen Führung verworfen wurde. Jahre später schrieb der Apostel Paulus an
die Gemeinde in Korinth und identifizierte Jesus Christus als den „Fels" (petra)
Israels (1. Korinther 10, 4). Christus, und nicht ein schwacher, fehlbarer
Mensch, ist der wahre Felsen, auf dem die Kirche gegründet ist.
Christi Aussage in Matthäus 16, 18 wird also am ehesten von
manchen früheren Kommentatoren wie Lightfoot oder Edersheim richtig erklärt, die
sagen, dass er hier tatsächlich in einem Wortspiel mit Simons zuvor gegebenem
Namen Kephas die griechischen Worte petros und petra gebrauchte.
Aramäisch sprechende Juden gebrauchten in Jesu Tagen üblicherweise auch
griechische Ausdrücke, und die meisten Juden hatten sowohl einen jüdischen als
auch einen griechischen Namen. Hätte Christus sagen wollen, dass er seine Kirche
auf Petrus gründen wolle, wäre der einfachste Weg gewesen, zu sagen: „Du bist
Petrus (ein Fels) und auf dich will ich meine Gemeinde bauen". Das hat er aber
nicht gesagt – und sicherlich auch nicht gemeint!
Auch wenn Petrus einige harte, steinige Charakterzüge hatte,
war er doch immer noch ein bewegbarer Felsen, ein petros. Christus selbst
ist das feste Fundament, der echte Eckstein. Und nicht nur das, Christus betonte
nicht nur, dass die Kirche auf ihn gegründet sei, sondern auch, dass die Pforten
des Hades [des Grabes] sie nicht überwinden könnten. Sie würde niemals sterben,
sondern über alle Zeitalter hinweg existieren. Die wahre Kirche ist auf den
einzigen stabilen Grund gebaut (1. Korinther 3, 11), auf den Einen, der auch der
Fels unseres Heils ist (Psalm 62, 2; Schlachter-Übersetzung). Jesus Christus ist
derjenige, der immer mit uns sein wird, bis ans Ende dieses Zeitalters (Matthäus
28, 20).
Lektion 12, Teil 1
Der Ursprung der Kirche
Jeder weiß, was eine Kirche ist – oder? Was ist die
biblische Definition für „Kirche" bzw. „Gemeinde" – und wann hat die Kirche
ihren Anfang genommen? Untersuchen wir die Antworten der Bibel auf diese Fragen.
- Kam Jesus Christus mit der Absicht, eine Kirche zu
gründen? Matthäus 16, 18. Sollten die Pforten des Todes (das griechische Wort
hades, „das Totenreich", wird in der Lutherbibel missverständlich mit
„Hölle" wiedergegeben) sie irgendwann vernichten oder würde sie für immer
existieren?
- Sollte Christi Kirche auf einen Felsen gegründet sein?
Matthäus 16, 18. (Beachten Sie: Dieser Vers enthält ein Wortspiel. Christus gab
Simon, Jonas Sohn, den Beinamen Petrus – abgeleitet vom griechischen Wort
petros, „kleiner Fels". Dann sagte Christus, dass er seine Gemeinde auf
einem Fels bauen wollte, wobei er das Wort petra gebrauchte, was sich in
der Regel auf einen großen, unverrückbaren Felsen bezog).
- Wie beschreibt Paulus das geistliche Fundament, auf dem
Gottes Volk errichtet ist? Epheser 2, 19-22).
- Wird Jesus Christus als der wichtigste Eckstein in Gottes
geistlichem Gebäude beschrieben? 1. Petrus 2, 6-8. (Beachten Sie: Petrus
zitierte hier Jesaja 28, 16. Für „Eckstein" verwendet er hier das griechische
Wort akrogoniaios, das den höchsten Stein im Gewölbe bezeichnet, zu dem
sich alle anderen Steine hin ausrichten müssen.
- Was offenbarte Petrus in seiner inspirierten Predigt in
der Apostelgeschichte über die Rolle Jesu Christi in der Gemeinde?
Apostelgeschichte 4, 11-12.
- Ist Christus auch als der geistliche Felsen beschrieben,
der bei Israel in der Wüste war? 1. Korinther 10, 4.
- Betonte Christus gegenüber seinen Jüngern, dass man eher
auf einem Felsen als auf Sand bauen solle? Matthäus 7, 24-27.
- Ist der Fels oder das Fundament in biblischen
Gleichnissen über das Bauen immer auf Christus bezogen – und nicht auf Petrus
oder einen anderen menschlichen Führer? 1. Korinther 3, 11.
- Hat Gott das Israel des Altertums als seine Gemeinde
angesehen? Apostelgeschichte 7, 38.
- Wird sie auch im Alten Testament als „Gemeinde Israel"
bezeichnet? 2. Mose 12, 3. (Beachten Sie: Die Worte „Gemeinde" und „Kirche" sind
in diesem Zusammenhang gleichbedeutend. Im Griechischen ist es das Wort
ekklesia und im Hebräischen edah. Beide bezeichnen eine Zusammenkunft
oder Versammlung zumeist zu religiösen Zwecken).
- Ist die Kirche der geistliche Leib Christi? Kolosser 1,
18. Was macht uns zu einem Teil dieser Kirche? 1. Korinther 12, 13.
- War der Beginn der neutestamentlichen Kirche durch ein
Ausgießen des heiligen Geistes gekennzeichnet, mit dem die wahren Nachfolger
Christi erfüllt wurden? Apostelgeschichte 1, 4-5.8; 2, 1-4.
Der große Auftrag für die
Kirche
Nach seiner Auferstehung und bevor
er in den Himmel zurückkehrte, hinterließ Jesus Christus seinen Nachfolgern
einige abschließende Anweisungen. Der Bericht im Markusevangelium beschreibt sie
kurz und bündig: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller
Kreatur" (Markus 16, 15). Aber dieser Auftrag betraf nicht nur die direkten
Jünger Christi. Denjenigen, die er direkt beauftragte, erklärte er, dass sie den
Menschen, die auf ihre Predigt reagieren würden, beibringen sollten, alle Dinge
einzuhalten, die er ihnen geboten hatte (Matthäus 28, 20). Daher sollte das
Predigen sowohl seine Lehren als auch den Auftrag selbst beinhalten.
Erwartete Jesus Christus, dass der Großteil der Welt auf das
Predigen seiner Jünger mit Wohlwollen reagieren würde? Natürlich nicht!
Eindeutig hat Gott einen Zeitplan und viele Menschen sind im Moment einfach der
Wahrheit gegenüber blind (Römer 11, 25-26). Niemand kann zu Christus kommen, es
sei denn, man ist von Gott, dem Vater, zu Reue und Verständnis berufen (Johannes
6, 44). Aber dennoch soll die Gute Nachricht von Gottes bald kommendem Reich zum
Zeugnis in alle Welt gehen, bevor das Ende kommt (Matthäus 24, 14). Gott sendet
immer eine warnende Botschaft, bevor er in das Weltgeschehen eingreift.
Als Jesus Christus auf Erden war, war er von Mitleid gerührt,
als er sein Volk ansah. Er ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit (Hebräer
13, 8). Zu seinen Jüngern sagte er, dass sie ihre Augen öffnen und erkennen
sollten, dass das Feld für die Ernte bereit war (Johannes 4, 35). Er sah ein
großes Werk, das getan werden musste, um die Botschaft des Reiches Gottes zu
verkünden. Er selbst kam mit einer Botschaft, und diese Botschaft war eine gute
Nachricht – die einzige wirklich gute Nachricht für eine kranke und leidende
Welt.
Die wahre Kirche Gottes wird diese Welt jetzt nicht bekehren.
Es wird die Rückkehr des verherrlichten Christus erfordern, um die
rebellierenden Nationen zu unterwerfen und das Reich Gottes zu errichten! Wahre
Christen sollen ein Licht in der Welt sein, sollen Gottes Lebensweise der Liebe
und Freundlichkeit in allen Dingen und mit allen Menschen verkörpern. „Ihr seid
das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht
verborgen sein ... So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure
guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen" (Matthäus 5, 14-16). Aber
Christen erkennen auch, dass sie die Welt vor Christi Rückkehr nicht reformieren
werden.
Dennoch werden sich die tatsächlichen Nachfolger Jesu Christi
nicht zu einem geselligen Club verkommen lassen. Sie werden nicht so von sich
selbst vereinnahmt sein, dass sie sich nur um ihr eigenes geistliches Wachstum
kümmern. Vielmehr geht ihre Vision weit darüber hinaus und sie empfinden Liebe
und Mitgefühl für die ganze Welt, wie es bei Jesus selbst auch der Fall war.
Auch werden sie von einem „inneren Feuer" getrieben, Christi wunderbare
Botschaft mit allen Menschen teilen zu wollen.
Denjenigen, die Teil der wahren Kirche Gottes sind, wurde
eine große Verantwortung übergeben. Der Apostel Paulus erklärte in 1.
Thessalonicher 2, 4: „Gott [hat] uns für wert geachtet [...], uns das Evangelium
anzuvertrauen...". Die volle Bedeutung dieser Aussage ist vielen nicht bewusst
geworden, aber dabei geht es um ein Thema, das Christus selbst an anderer Stelle
ausgeführt hat.
Der hier verwendete Begriff „anzuvertrauen" entspricht dem
juristischen Begriff der Treuhand und bezieht sich auf ein Besitztum, das einem
anderen zur treuhänderischen Verwaltung übertragen wurde. Daraufhin ist dieser
verpflichtet, den Besitz zum Wohl des Eigentümers zu verwalten. Jesus Christus
kam auf diese Erde und brachte uns die Evangeliumsbotschaft. Er übergab diese
Botschaft seinen Jüngern und beauftragte sie, diese in alle Welt zu tragen und
aller Kreatur zu verkünden (Markus 16, 15).
Im Gleichnis von den Talenten (Matthäus 25, 14-30) verglich
sich Jesus Christus selbst mit einem wohlhabenden Mann, der sich auf eine lange
Reise begab. Vor seiner Abreise übergab er seinen Knechten verschiedene
Geldbeträge, die sie für ihn treuhänderisch verwalten sollten. Nach seiner
Rückkehr würde er von ihnen Rechenschaft fordern, eine Bilanz ziehen und sie
entsprechend dem belohnen, wie gut sie den Betrag in seiner Abwesenheit
verwaltet hatten. In dem Gleichnis, das Christus hier erzählte, wurde der Mann
schwer bestraft, der mit dem übertragenen Geld nicht produktiv war, sondern es
lediglich aufbewahrt hatte. Er hatte es vernachlässigt, das, was ihm übertragen
war, aktiv zu managen und so einen Gewinn für seinen Herrn zu erwirtschaften.
Dadurch hatte er letztlich das in ihn gesetzte Vertrauen gebrochen!
Der Apostel Paulus erklärte in Römer Kapitel 10: „Wie sollen
sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber
hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wenn sie nicht gesandt
werden?" (vgl. Verse 14-15). Die wahre Kirche hat einen wichtigen Auftrag, den
all diejenigen von ganzem Herzen unterstützen werden, die sich wirklich Gott
untergeordnet haben und in denen Christus wirklich sein Leben lebt (Galater 2,
20).
Lektion 12, Teil 2
Der Zweck der Kirche
Wozu hat Jesus Christus eine Gemeinde erbaut? Hatte
er sie für einen besonderen Zweck vorgesehen? Viele Menschen argumentieren, dass
der Hauptzweck der Kirche ist, diese Welt zu verbessern. Oder vielleicht
existiere die Kirche, um „Seelen zu retten". Was offenbart die Bibel als den
eigentlichen Grund für die Existenz der Kirche, die Jesus errichtet hat?
- War es Teil der Absicht Christi für seine Nachfolger,
dass sie ein Licht in der Welt sein sollten? Matthäus 5, 14-16.
- Sollte Christi Kirche sich den Bräuchen und Praktiken der
Welt anpassen und so vom Rest der Welt akzeptiert werden? Johannes 17, 14.
- Was schrieb Jakobus unter Inspiration über den Versuch
von Gottes Volk, sich in die Welt einzufügen? Jakobus 4, 4.
- Lehrte Christus seine Jünger, dass das Gesetz Gottes
abgeschafft sei? Erklärte er ihnen, dass Gehorsam gegenüber dem Gesetz einfach
nicht mehr wichtig war? Matthäus 5, 17-20.
- Was war die erweiterte Form dieser Gesetze, die Christus
ihnen als Lehre weitergab? Matthäus 5, 21-22.27-28. (Beachten Sie: Christus
schaffte die Gesetze nicht ab, sondern machte sie noch bindender für diejenigen,
die ihm nachfolgen würden – die Christen).
- Gab Christus seinen Nachfolgern einen Auftrag, bevor er
in den Himmel aufstieg? Matthäus 28, 19. Sollten seine Jünger ihre Zuhörer
lehren, alles zu halten, was Christus ihnen persönlich beigebracht hatte? Vers
20; Markus 16, 15-16.
- Was soll vor dem zweiten Kommen Christi hinsichtlich der
Erfüllung dieses Auftrags Christi geschehen? Matthäus 24, 14.
- In welcher Weise unterstützte die Gemeinde unter anderem
die Apostel, als diese auszogen, das Evangelium zu predigen? Epheser 6, 18-20;
Kolosser 4, 2-3. (Beachten Sie: Paulus erklärte den Ephesern, sie sollten nicht
nur beten, sondern sogar im Geist flehen. Flehen, griechisch deesis, ist
ein ernsthaftes, tief gehendes Gebet, in dem die Person Gott ihr Herz
ausschüttet).
- Richteten die Gebete und das Flehen der Gemeinde in der
Unterstützung der Apostel etwas aus? Apostelgeschichte 12, 5-7.
- Möchte Gott, dass die Gemeinde denjenigen finanzielle
Unterstützung und Hilfe zuteil werden lässt, die aktiv daran beteiligt sind, das
Evangelium zu predigen? Philipper 4, 14-17; 1. Korinther 16, 10-11; 3. Johannes
6-8.
- Soll die Gemeinde unbeirrbar die Wahrheit Gottes
unterstützen? 1. Timotheus 3, 15.
- Haben Gottes wahre Diener, unterstützt von der Gemeinde,
dem geistlichen Leib Christi, auch eine Verpflichtung, Israel vor Gottes Gericht
zu warnen? Jesaja 58, 1.
Lektion 12, Teil 3
Soll die Kirche organisiert sein?
Welche Rolle spielt Organisation in der Kirche? Was
offenbart die Bibel über von Menschen gemachte Strukturen und
Organisationsformen der apostolischen Gemeinde? Waren Organisation und
Verwaltung von Anfang an beteiligt, oder traten diese erst nach einem
Jahrhundert oder später im neutestamentlichen Zeitalter auf? Beachten Sie die
biblischen Antworten auf diese entscheidenden Fragen.
- Wer ist das lebendige Oberhaupt der wahren Kirche?
Kolosser 1, 18.
- Ist Gott jemals Urheber von Unordnung? 1. Korinther 14,
33. Damit Menschen in Gruppen friedlich und geordnet miteinander umgehen können,
bedarf es einer Form von Regierung.
- Wirken Gott der Vater und Christus innerhalb einer
Organisationsstruktur? 1. Korinther 11, 3.
- Vergleicht die Bibel die Gemeinde als geistlichen Leib
Christi (vgl. Kolosser 1, 18) mit dem menschlichen Leib, einem Organismus, der
aus vielen Gliedern besteht? 1. Korinther 12, 12.27; Römer 12, 4-8.
- Richtete Christus verschiedene geistliche Ämter in der
Kirche ein? Epheser 4, 11. Was ist der Zweck solcher Ämter? Epheser 4, 12-15.
- Weist die Bibel auf eine Verbindung zwischen Autorität in
der Familie und Autorität in der Gemeinde hin? 1. Timotheus 3, 4-5. Erwartete
Paulus, dass ein „Bischof" die Gemeinde ganz ähnlich leiten würde, wie er seine
eigene Familie leitet? (Beachten Sie: Der Begriff „Bischof" ist die Übersetzung
des griechischen episkopos, was so viel bedeutet wie „Aufseher". Paulus
wies Timotheus an, Männer einzusetzen, die die Gemeinde beaufsichtigen und
leiten sollten, wie ein Ehemann seine Familie leitet).
- Zeigt Gott, dass Leitungsfunktionen in seiner Kirche
durch Ernennung „von oben nach unten" beginnend mit Christus besetzt werden
sollen? Epheser 1, 22; Titus 1, 5.
- Übertrug Paulus Titus Autorität in
Verwaltungsangelegenheiten über die Insel Kreta, damit dieser dort Gemeinden
organisieren sowie andere glaubenstreue Männer ernennen und ordinieren sollte,
die ihrerseits örtliche Gemeinden leiten sollten? Titus 1, 5.
- Was sind nach Aussage von Petrus drei Dinge, die Älteste
für das Volk Gottes tun sollen? 1. Petrus 5, 2-3.
- Sollte es nach Gottes Wunsch vollzeitig beruflich tätige
Prediger geben, die ihr Gehalt von der Kirche beziehen? 1. Timotheus 5, 17-18.
- Erwartete Gott, dass seine Prediger auch sein Volk
zurechtweisen müsste? 2. Timotheus 4, 2.
- Wie sollten Christen sich gegenüber der Autorität in
Gottes Kirche verhalten? Hebräer 13, 7.17.24.
Ämter in der
neutestamentlichen Kirche
Das Neue Testament kennt
eine Vielzahl von Begriffen, die verschiedene Ämter in der Kirche bezeichnen.
Sehen wir uns diese Begriffe und ihre Bedeutung an.
Diakon (diakonos): Wörtlich ein Diener, jemand,
der am Tisch serviert. In Apostelgeschichte 6 wurden sieben Männer von den
Aposteln ordiniert, um Dienstleistungen in der Gemeinde zu übernehmen.
Diakonin (diakonon): Die weibliche Form des
Diakons. In Römer 16, 1 wird Phoebe als Diakonin beschrieben, die einer Gemeinde
in Korinth diente. Die Ämter eines Diakons und einer Diakonin erfordern
geistliche Qualifikationen (1, Timotheus 3, 8-15), sind aber Ämter zu physischen
Dienstleistungen an den Geschwistern.
Diener Gottes (diakonos): Derselbe Begriff, der
auch als Diakon wiedergegeben ist, wird hier jedoch in einem bestimmten
Zusammenhang gebraucht, um ein Amt geistlicher Dienstleistung zu beschreiben.
Wie es Personen gab, die buchstäblich „am Tisch servierten", also den physischen
Bedürfnissen der Gemeinde in Jerusalem dienten, gibt es auch Personen, die die
geistliche Speise des Wortes Gottes am Tisch des Herrn servieren. Paulus
gebraucht den Begriff auf diese Weise zum Beispiel in 2. Korinther 3, 6; 6, 4;
Kolosser 1, 23 und 1. Thessalonicher 3, 2. Dieser Begriff wird allgemein
verwendet und betont, dass alle Ämter des Predigens und Lehrens in der Kirche in
erster Linie dazu eingerichtet sind, dem Volk Gottes zu dienen.
Ältester (presbyteros): Buchstäblich beschreibt
dies ältere Menschen. Im Zusammenhang mit der Gemeinde sind es diejenigen, die
unter den Geschwistern wegen ihrer geistlichen Reife ausgewählt wurden. Älteste
im Alten Testament waren führende Persönlichkeiten – Berater und Richter. In der
Gemeinde haben sie neben ihrer Aufgabe des Beratens und der Belehrung derer, die
in der Anwendung des Wortes Gottes weniger geübt sind, noch die Aufgabe, Kranke
zu salben (Jakobus 5, 14). Zu diesem Amt in der Gemeinde wird man ordiniert
(Apostelgeschichte 14, 23; Titus 1, 5). In vielen Fällen bezieht sich der
Begriff auf örtliche Männer, die erwählt wurden, um in ihrer eigenen Gemeinde zu
dienen (Apostelgeschichte 20, 17), bezeichnet aber manchmal auch alle Diener
Gottes (1. Petrus 5, 1).
Aufseher (episkopos): Buchstäblich jemand, der
die „Aufsicht" hat. Als Lehnwort wird es oft mit „Bischof" übersetzt. Dieser
Begriff bezeichnet Diener Gottes im Allgemeinen und beschreibt ihre
Verantwortung, die Gemeinde zu führen, die ihnen zur Aufsicht übertragen wurde
(vgl. Apostelgeschichte 20, 28; Philipper 1, 1; Titus 1, 7). Paulus beschreibt
in einem Brief an Timotheus dieses geistliche Amt mit der Art, wie ein Ehemann
und Vater seiner Familie vorsteht (1. Timotheus 3, 2-5).
Pastor (poimen): Im Griechischen bedeutet
dieses Wort „Hirte", bezieht sich aber in Epheser 4, 11 auf ein Amt in der
Gemeinde. Gott vergleicht sein Volk oft mit Schafen, und dieser Begriff
beschreibt die geistliche Aufgabe, Gottes Herde zu beschützen, ihr beizustehen
und sie geistlich zu nähren.
Evangelist (euangelistes): Ein „Verbreiter der
Guten Nachricht". Der Begriff hat den gleichen Wortstamm wie „Evangelium". In
Epheser 4, 11 wird der Evangelist als spezielles Amt oder als Rang unter den
Dienern Gottes aufgelistet. Wer dieses Amt innehat, ist neben seiner Aufgabe als
Ältester, Aufseher und Hirte auch führend in der Verbreitung des Wortes Gottes
(vgl. 2. Timotheus 4, 5).
Prophet (prophetes): Bezeichnung für das Amt
einer Person, durch die Gott direkt in besonderen Offenbarungen spricht. Obwohl
sich dieser Begriff gewöhnlich im Neuen Testament auf die Männer bezieht, die
Gott gebrauchte, um das Alte Testament niederzuschreiben, kann er sich auch auf
ein neutestamentliches Amt beziehen (vgl. Apostelgeschichte 21, 10). Obwohl die
Kirche Gottes derzeit niemanden in einem solchen Amt sieht, wird das Amt eines
Propheten eindeutig in einigen Jahren wieder besetzt sein, wenn Gott seine
letzten zwei Zeugen beruft (Offenbarung 11, 3).
Apostel (apostolos): Bedeutet „Botschafter"
oder besonderer Abgesandter und beschreibt das höchste Amt in der
neutestamentlichen Kirche. Im ersten Jahrhundert wurden nicht nur die
ursprünglichen 12 Männer so genannt, die von Christus ordiniert und ausgesandt
wurden, sondern auch solche Männer wie Jakobus, der Bruder des Herrn, und
Paulus. Dieses Amt beinhaltet einen besonderen Auftrag und ist durch erkennbare
Früchte charakterisiert (2. Korinther 12, 12).
Lektion 12, Teil 4
Die wahre Kirche identifizieren
Wenn Jesus Christus eine
Gemeinde gebaut hat, wie können wir dann sicher sein, ob wir diese tatsächlich
gefunden haben? Gibt es Wege, um die Kirche eindeutig zu identifizieren, die
eine direkte Fortsetzung des ursprünglichen, apostolischen Christentums ist?
Schließlich ist der Name „christlich" alleine noch kein klares
Erkennungszeichen. Wie können Sie sicher sein?
- Betete Jesus Christus, dass die wahre Kirche im Namen des
Vaters erhalten bliebe? Johannes 17, 11.
- Mit welchem Namen wird die wahre Kirche an 12
verschiedenen Stellen im Neuen Testament bezeichnet? Apostelgeschichte 20, 28;
1. Korinther 1, 2; 10, 32; 11, 16.22; 15, 9; 2. Korinther 1, 1; Galater 1, 13;
1. Thessalonicher 2, 14; 2. Thessalonicher 1, 4; 1. Timotheus 3, 5.15.
- Welche zwei identifizierenden Zeichen für Gottes wahre
Kirche werden in Offenbarung 12, 17 benannt?
- Durch welche zwei Merkmale werden die wahren Heiligen
identifiziert? Offenbarung 14, 12 (vgl. revidierte Elberfelder Übersetzung).
- Sagte Jesus, dass wir Gott gehorchen und seine Gebote
einhalten müssen, um in das Reich Gottes zu gelangen? Matthäus 7, 21-23; 19,
16-17.
- Ist das Einhalten des Sabbatgebots ein Zeichen, das das
wahre Volk Gottes identifiziert? 2. Mose 31, 12-17.
- Manche argumentieren, dies beziehe sich nur auf das
physische Israel. Zeigt aber die Bibel, dass bekehrte Heiden geistliche
Israeliten werden? Galater 3, 28-29.
- Was macht einen Menschen zum Mitglied in der wahren
Kirche? 1. Korinther 12, 13; Römer 8, 9-11. (Beachten Sie: Christus lebt sein
Leben durch den heiligen Geist Gottes in Personen, die bereut haben und getauft
wurden. Das macht sie zu Christen).
- Wie empfängt man den heiligen Geist? Apostelgeschichte 2,
38.
- Wir sollen Sünde bereuen, aber was genau ist Sünde? 1.
Johannes 3, 4 (Schlachter-Übersetzung). (Beachten Sie: Das Wort
„Gesetzes-übertretung" – bei Luther: „Unrecht" – ist anomia und bedeutet
die Missachtung und das Brechen des Gesetzes).
- Gibt Gott seinen Geist nur denjenigen, die sich vom
Ungehorsam abgewandt und dem Gehorsam zugewandt haben? Apostelgeschichte 5, 32.
- Sollte Gottes wahre Kirche in der heutigen Welt groß und
populär werden, oder sollte sie klein und verfolgt bleiben? Johannes 15, 18-20;
16, 2.33; 17, 14; Lukas 12, 32.
- Betrachten Sie einige Eigenschaften, die Gott in seiner
Kirche sehen will. Was sollte die Kirche in dieser Endzeit tun? Matthäus 24, 14.
- Welche Einstellung sollte unter den Mitgliedern der
Kirche vorherrschen? Johannes 13, 34-35. Wird auch echte geistliche Kraft
sichtbar werden? Johannes 14, 12. (Beachten Sie: Jesus sagte, seine Kirche würde
tun, was auch getan hat, das Evangelium vom Reich zu predigen, nur in einem
größeren Maßstab als er es damals tat).
Wo sollten Sie die
Versammlung besuchen?
Macht es einen Unterschied, wo Sie
am Gottesdienst teilnehmen? Viele Menschen meinen, es gäbe keinen Unterschied
zwischen den einzelnen Kirchen. In Wahrheit jedoch gibt es sehr große
Unterschiede! Jesus Christus erklärte, er würde seine Gemeinde bauen (Matthäus
16, 18) – nicht Hunderte gespaltene, untereinander zerstrittene und miteinander
im Wettstreit liegende Organisationen. Jesus ist nicht der Urheber von Unordnung
(1. Korinther 14, 33). Wenn die Bibel das Wort „Gemeinde" gebraucht, wissen Sie,
was dieses bedeutet? Tatsächlich hilft dieses Wort nämlich, die Kirche zu
definieren, zu der Sie sich zugehörig fühlen sollten! Wir sollten die
überraschenden Antworten verstehen!
„Kirche" oder „Gemeinde" ist abgeleitet von dem griechischen
Wort ekklesia, das wörtlich „die Herausberufenen" bedeutet (Vine’s
Expository Dictionary of Biblical Words, siehe „assembly", Seite 42).
Die Griechen verwendeten diesen Begriff im Allgemeinen, um eine Gruppe von
Bürgern zu beschreiben, die versammelt waren, um Staatsangelegenheiten zu
diskutieren. Zum Beispiel berief die gesamte Stadt Ephesus bei einer Auflehnung
gegen den Apostel Paulus im Amphitheater eine ekklesia ein
(Apostelgeschichte 19, 29.38-41). Das Wort „Gemeinde" bedeutet also einfach eine
Zusammenkunft oder Versammlung einer Gruppe von Menschen.
Doch dieses Wort hat eine stark veränderte Bedeutung, wenn
ihm der Name Gottes beigefügt wird! Die Gemeinde Gottes bezeichnet eine Gruppe
von „herausgerufenen" Nachfolgern Jesu Christi. Doch aus was ist Gottes Volk
herausgerufen? Der Apostel Paulus beantwortet diese Frage. Beachten Sie: „Zieht
nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit zu
schaffen mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der
Finsternis? Wie stimmt Christus überein mit Beliar? Oder was für ein Teil hat
der Gläubige mit dem Ungläubigen? Was hat der Tempel Gottes gemein mit den
Götzen? Wir aber sind der Tempel des lebendigen Gottes; wie denn Gott spricht:
‚Ich will unter ihnen wohnen und wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen
mein Volk sein. Darum geht aus von ihnen und sondert euch ab’ spricht der Herr;
‚und rührt nichts Unreines an, so will ich euch annehmen und euer Vater sein,
und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein’, spricht der allmächtige Herr" (2.
Korinther 6, 14-18).
Wie könnte man also die wahre Kirche Gottes identifizieren,
die eine Fortsetzung der Kirche ist, die Jesus erbaut hat? Keine Kirche wird
sich selbst als „die falsche Kirche" bezeichnen – und dennoch ist es bei so
vielen widerstreitenden Ideen und Lehren klar, dass die verschiedenen Kirchen
nicht alle richtig liegen können! Es gibt einige Hinweise aus der Schrift, die
uns helfen, die Kirche zu finden, die Jesus erbaut hat und die von den Pforten
des Todes nie überwunden wurde.
Bewahrt in dem Namen des Vaters (Johannes 17, 11) wird es
eine Gruppierung sein, die die Gebote einhält. Das Gebot, das die Schrift als
ein Testgebot bezeichnet, ist die Einhaltung des Sabbats am siebten Wochentag
(2. Mose 31, 12-17). Die wahre Kirche hat ebenfalls ein tiefes Bewusstsein ihres
Auftrags. Jesus Christus sagte: „Meine Speise ist die, dass ich tue den Willen
dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk" (Johannes 4, 34). Die
Kirche, die er erbaute, wird dieselbe Priorität haben. Schließlich sind ja wahre
Christen diejenigen, die bestrebt sind, Jesus Christus nachzueifern, indem sie
seinem Beispiel folgen. Mitglieder der wahren Kirche sind durch den heiligen
Geist gestärkt und werden von diesem geführt. „Denn welche der Geist Gottes
treibt [leitet], die sind Gottes Kinder" (Römer 8, 14). Sie haben Gottes Liebe
in ihre Herzen „ausgegossen" durch den heiligen Geist (Römer 5, 5) und
verbreiten diese Liebe sowohl Gott gegenüber, als auch gegenüber ihren
Mitmenschen.
Schließlich wird Gottes wahre Gemeinde sinnbildlich
beschrieben als ein Leib, der eng zusammengefügt ist und bei dem „ein Glied am
andern hängt – mit Christus als dem Haupt (Epheser 4, 15-16). Gottes Volk ist
dazu berufen, „aneinander festzuhalten in einem Sinn und in einer Meinung" (1,
Korinther 1, 10) – dass alle dieselben Lehren glauben und verbreiten. Die
heutigen Kirchen, die vorgeben, christlich zu sein, weisen einen deutlichen
Gegensatz zur wahren Bedeutung des Begriffs „Kirche Gottes" auf.
Vor seiner Kreuzigung betete Jesus, dass der Vater seine
Gemeinde bewahren würde, dass sie „eins" sei (Johannes 17, 20-22). Da ist nur
„ein Herr, ein Glaube, eine Taufe" und ein Gott und Vater aller (Epheser 4,
4-6). Zu der heutigen Fortsetzung dieser einen Kirche sollten Sie gehören
wollen!
Wenn Sie sich anhand Ihrer eigenen Bibel bewiesen haben, dass
die Dinge, die Sie mit Hilfe dieser Bibelfernlehrgangs gelernt haben, wirklich
Gottes Wahrheit entsprechen, dann wollen Sie vielleicht mit einem wahren Diener
Gottes sprechen. Die Living Church of God hat Prediger in vielen Ländern
der Welt, die auf Wunsch gerne persönlichen Kontakt mit Ihnen aufnehmen.
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