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Was bringt die Zukunft für Amerika
und Großbritannien?

von John H. Ogwyn
Vor über 50 Jahren schrieb Herbert W. Armstrong ein Buch
mit dem Titel
Die USA und Großbritannien in der Prophezeiung.
Es erlebte zu seinen Lebzeiten viele Neuauflagen, war dann
aber einige Jahre nicht verfügbar, weil die gegenwärtigen Inhaber des Copyrights
entschieden haben, es nicht mehr zu veröffentlichen. Diese Broschüre baut auf
den Nachforschungen von Herrn Armstrong und anderer Autoren auf, um dem Leser
nicht nur zur Geschichte der Vergangenheit, sondern auch zu einer im Voraus
geschriebenen Weltgeschichte hinzuführen!
ZAB, Version 1.0, Dezember 2002
Englische Originalausgabe: What’s Ahead for America and Britain?
Diese Broschüre darf nicht verkauft werden!
Sie wurde der Öffentlichkeit als kostenloses Informationsmaterial
von der Living Church of God zur Verfügung gestellt.
©2002 LIVING CHURCH OF GOD. Alle Rechte vorbehalten.
Schriftstellen in dieser Broschüre wurden, falls nicht anders
angegeben, aus der revidierten Lutherbibel 1984 zitiert
(©1985, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart).
Vorwort: Der verlorene Schlüssel
ist gefunden!
Was bringt die Zukunft für die englischsprachigen Völker
der Welt? Was liegt wirklich für Amerika, Großbritannien, Kanada,
Australien und Neuseeland hinter dem Horizont? Staatsoberhäupter wissen es
nicht. Führende Analysten der Außenpolitik wissen es nicht. Und ebenso wenig
weiß es die überwältigende Mehrheit der Berichterstatter in den Nachrichten.
Aber Sie können es wissen!
Unglaublich? Absolut, aber es ist wahr!
Woher können Sie es wissen? Die Antworten auf die wirklich großen Fragen
des Lebens, einschließlich der Zukunft, sind in dem meistverkauften Buch der
Welt enthalten – der Bibel. Über ein Viertel der Bibel besteht aus
Prophezeiungen, zum größten Teil für unsere Zeit und darüber hinaus.
Wie können Sie diese Prophezeiungen verstehen? Der vielleicht wichtigste
Schlüssel für die Erschließung des Geheimnisses biblischer Prophezeiungen ist
der, den Sie in den Seiten dieser Broschüre finden werden.
Nationen wie Ägypten und Äthiopien sind direkt in Ihrer Bibel erwähnt. Aber
was ist mit den großen Nationen, die die Hauptrolle auf der heutigen Weltbühne
spielen? Wäre es denkbar, dass endzeitliche Prophezeiungen die Vereinigten
Staaten und Großbritannien sowie die von den Briten abstammenden Völker in den
Nationen des Commonwealth ignorieren?
Der bedeutende Schlüssel zur Erschließung vieler biblischer Prophezeiungen
ist die Kenntnis der wahren Identität der englischsprachigen Völker.
Diese Völker werden in der Bibel mit dem Namen ihren Urahnen identifiziert. Wer
ist dieser Urahn – und können Sie den Beweis finden?
Wie kam es, dass die von den Briten abstammenden Nationen die reichsten
Teile der Erde in Besitz nehmen konnten? Warum konnten sie sich an so
unvergleichlichem Reichtum und an solcher Macht erfreuen? Nach einem schnellen
Aufstieg nach dem Jahr 1800 haben Amerika und Großbritannien das 19. und 20.
Jahrhundert klar dominiert. Aber was ist mit dem 21. Jahrhundert? Werden die
englischsprachigen Nationen weiterhin eine führende Rolle innehaben oder steht
uns ein Wechsel bevor? Es ist sehr wichtig, dass Sie verstehen, was die Zukunft
für Sie und Ihre Familie bringt. Die Ereignisse der kommenden Jahre werden die
Experten mit Sicherheit überraschen. Aber Sie können es wissen, wenn Sie
verstehen, wie man den verlorenen Schlüssel zum Verständnis der Prophezeiungen
einsetzt.
Obwohl in den vergangenen Jahren viel über biblische Prophezeiungen
geschrieben wurde, lagen die meisten Werke völlig daneben, weil ihre Autoren den
Hauptschlüssel für das Verständnis der Prophezeiungen nicht gekannt
haben!
Einfach ausgedrückt sind die meisten alttestamentlichen Prophezeiungen
an das Haus Israel gerichtet. In der irrigen Annahme, dass alle auf Israel
Bezug nehmenden Stellen in den Prophezeiungen sich an das jüdische Volk und den
jüdischen Staat im Nahen Osten richten, haben die meisten Bibelkommentatoren
deren Bedeutung völlig verkannt. Sie kennen nicht die neuzeitliche Identität der
Nachkommen der Israeliten im Altertum. Aber sie könnten sie kennen, denn die
Aufzeichnungen in der Geschichte und in der Bibel sind sehr klar.
Obwohl der jüdische Staat und die Stadt Jerusalem sicherlich eine wichtige
Rolle in den endzeitlichen Prophezeiungen spielen, sind nicht alle
Israeliten Juden. Der altertümliche Patriarch Jakob, dessen Name in
Israel umgeändert wurde, war Vater von 12 Söhnen. Einer dieser Söhne, Juda, war
der Urvater des jüdischen Volkes. Was geschah mit den Nachfahren der anderen
Söhne?
Als die 12 Stämme nach der Gefangenschaft in Ägypten in das verheißene Land
zurückkehrten, ließ sich jeder Stamm in einer anderen Region nieder. Später
spalteten sich die Stämme in zwei Königreiche. Das südliche Königreich, genannt
Juda, bestand aus den Stämmen Juda, Benjamin und dem Großteil der Leviten. Die
übrigen zehn Stämme formierten sich zum nördlichen Königreich, genannt Israel.
Im Jahre 721 v.Chr. eroberten die Assyrer nach einer dreijährigen
Belagerung Samaria, die Hauptstadt Israels. Sie begannen mit einer
systematischen Deportation der Israeliten in das Gebiet nördlich des Euphrat, in
die Gegend zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaspischen Meer (2. Könige 17).
Nach der Eroberung Israels marschierten die Assyrer später in Juda, dem
südlichen Königreich ein. König Hiskia, der zu jener Zeit den Thron in Jerusalem
innehatte, flehte Gott von Herzen an und Gott griff ein, indem er einen Engel
sandte, der die assyrische Armee unter König Sanherib 701 v.Chr. vernichtete.
Juda, das dadurch entkam, existierte etwa ein Jahrhundert fort, bevor seine
Unabhängigkeit erneut in Gefahr geriet.
Dann, im Jahre 604 v.Chr., drangen die Babylonier unter König Nebukadnezar
in Juda ein und marschierten auf Jerusalem zu. Juda wurde zu einem
tributpflichtigen Staat innerhalb des Babylonischen Reichs. Als Nebukadnezar im
Jahre 597 v.Chr. zurückkehrte, nahm er König Jojakim von Juda gefangen und
setzte Zedekia auf den Thron. Doch weil er mit dessen Verhalten unzufrieden war,
kam König Nebukadnezar etwa zehn Jahre später wieder zurück und zerstörte
Jerusalem vollständig. Er ließ auch den Tempel niederbrennen und nahm den
größten Teil der jüdischen Bevölkerung in Gefangenschaft nach Babylon mit.
Jahrzehnte vergingen. Schließlich fiel im Jahre 539 v.Chr. Babylon selbst
im Kampf gegen die persischen Armeen unter Cyrus dem Großen. Innerhalb kurzer
Zeit erließ Cyrus ein Dekret, das den Juden erlaubte, aus Babylon zurückzukehren
und unter der Führung von Serubbabel ihren Tempel in Jerusalem wieder
aufzubauen.
Die „verlorenen" zehn Stämme
Jedoch – und das ist der wichtige Punkt, den die meisten
zu übersehen scheinen: Die nördlichen zehn Stämme kehrten nie aus der
Gefangenschaft zurück! Angesiedelt in einem Hunderte von Kilometern
entfernten Gebiet von der Gegend, in die die Juden über ein Jahrhundert später
in Gefangenschaft geführt wurden, blieben die zehn Stämme Israels völlig
getrennt und verschieden von den Juden.
Was geschah mit den zehn Stämmen Israels? Die Geschichte nennt sie die
„verlorenen zehn Stämme." Wohin sind sie gegangen? Die Antwort auf diese Frage
ist eines der faszinierendsten Ereignisse der Geschichte. Und tatsächlich ist
die Antwort auf dieses Geheimnis auch der Schlüssel, der einem die meisten der
alttestamentlichen Prophezeiungen entschlüsselt!
Wie Sie erraten haben mögen, zeigt die Identität und Lokalisierung dieser
Völker des Altertums, wer die Völker in Amerika, Kanada, Großbritannien,
Australien, Neuseeland und die von den Briten abstammenden Volksgruppen in
Südafrika sind. So erklärt sich, weshalb diese Nationen eine solche Macht
und Größe erreicht haben und was mit ihnen geschehen wird, wenn sich das
Ende des gegenwärtigen Zeitalters nähert!
Eine Kenntnis der Identität der Nachkommen des altertümlichen Israel kann
man erlangen, indem man sich genau die Bibel zusammen mit den Aufzeichnungen
historischer Geschichtsschreibung ansieht. Selbst die gebildetsten Leute unserer
modernen Welt sind blind gegenüber den wahren Fakten zu diesem Thema. Sie sind
verblendet durch die Evolutionstheorie und verwerfen daher völlig die Bibel als
für uns heute brauchbar. Daher können sie auch die faszinierende Geschichte
bezüglich unserer Zukunft nicht erkennen, die darin dargelegt wird.
Und die meisten religiösen Führer fallen in dieselbe Kategorie. Selbst
diejenigen, die behaupten, dass sie die Bibel als Autorität anerkennen, sind von
Vorurteilen durch konfessionelle Tradition verblendet.
Aber es geht nicht nur um eine Frage bezüglich der Geschichte des
Altertums! Ihre Zukunft, die Zukunft Ihrer Familie und die Zukunft Ihres Landes
sind mit der Antwort verknüpft! Die Frage ist: Wo sind die „verlorenen zehn
Stämme" Israels heute? Wie wir sehen werden, wurde dieser verlorene Schlüssel,
der die biblischen Prophezeiungen entschlüsselt, gefunden!
Das nördliche und das südliche
Königreich

Hesekiels dramatische Vision
Ein junger jüdischer Gefangener stand am Ufer nahe der
Stadt Babylon im südlichen Mesopotamien. Er befand sich unter den Tausenden von
Juden, die vor über vier Jahren aus ihrem Heimatland von den babylonischen
Armeen unter König Nebukadnezar verschleppt worden waren.
Im Alter von 30 Jahren, im fünften Jahr seines Exils, schaute der Priester
Hesekiel nach oben und sah etwas Bemerkenswertes. Zuerst sah es aus wie ein
Wirbelsturm, der sich von Norden her näherte. Als er genauer hinsah, erkannte
er, dass dies kein gewöhnlicher Sturm war. Leuchtende Lichtblitze kamen aus dem
„Wirbelsturm." Während sich der „Sturm" weiter näherte, begann Hesekiel, in
diesem hellen Licht Details zu erkennen.
Zunächst sah er vier seltsam aussehende, engelsgleiche Wesen. Sie hatten
die Form eines Menschen, aber jeder von ihnen besaß vier Flügel und vier
Gesichter. Als er genauer hinschaute, bemerkte Hesekiel kreiselähnlicher Räder
bei jeder dieser Kreaturen. Dann sah er eine Kuppel wie aus Kristall über ihren
Häuptern.
Als sich der ganze Apparat immer mehr näherte, konnte Hesekiel ein
strahlendes Licht oberhalb der kristallinen Kuppel ausmachen. Und in diesem
Licht sah er so etwas wie die Gestalt eines Throns und eines herrlichen Wesens,
das auf dem Thron saß. Dies, so wird uns berichtet, „war die Herrlichkeit des
HERRN" (Hesekiel 1, 28). In dem Moment fiel Hesekiel einfach auf sein Angesicht.
Plötzlich ertönte eine Stimme von dem Thron und sagte zu Hesekiel, dass er
aufstehen solle. Der Gott Israels gab ihm einen Auftrag. Er wurde zum
Wächter über das Haus Israel eingesetzt (Hesekiel 2, 3; 33, 7).
Dieser fantastische Anblick der Herrlichkeit und Majestät beeindruckte
Hesekiel zutiefst und machte für ihn die Bedeutung seines Auftrags deutlich.
Denn wenn Gott auf so dramatischer Weise seine Herrlichkeit offenbarte, dann
musste es einen außerordentlich wichtigen Grund dafür geben.
Hesekiels Auftrag
Beachten Sie, dass Hesekiels Auftrag ihn zum Wächter
nicht über sein eigenes Volk (das Haus Juda), sondern über die
nördlichen zehn Stämme des Hauses Israel einsetzte! Juda befand sich zu
jener Zeit nur zum Teil in Gefangenschaft; die Zerstörung Jerusalems lag noch
einige Jahre in der Zukunft. Aber das Haus Israel war in ein fremdes Land
gebracht worden, Hunderte von Kilometern von Hesekiel und über 120 Jahre zuvor.
Welchen Sinn würde es machen, diese Völker, die sich schon in Gefangenschaft
befinden, vor einer drohenden Invasion und Gefangennahme zu warnen?
Eindeutig war also Hesekiels Botschaft nicht für das Israel seiner Tage
gedacht! Gott hat sich nicht um über einhundert Jahre verspätet mit seiner
Warnung vor künftiger Züchtigung! Das würde keinen Sinn machen. Und außerdem
hatte Hesekiel nie eine Chance, seine Nachricht persönlich an das Haus Israel zu
überbringen. Wir können also sehen, dass seine Botschaft für die Endzeit gedacht
war, und dass sie niedergeschrieben und überliefert wurde, um von Gottes treuen
Dienern heute überbracht zu werden!
Gott beauftragte Hesekiel, ein Wächter zu sein. Was genau ist ein Wächter?
In früheren Zeiten war es üblich, jemanden auf einen hohen Turm oberhalb der
Stadtmauer zu platzieren, der darauf achtete, ob sich eine Gefahr näherte. Es
war dann Aufgabe des Wächters, wachsam zu bleiben und Ausschau zu halten, immer
den Horizont nach Zeichen eines sich nähernden Feindes abzusuchen. Und wenn er
Zeichen eines solchen Feindes erkannte, dann sollte der Wächter zum Alarm eine
Posaune blasen.
Auf dieselbe Weise machte Gott es Hesekiel deutlich, dass wenn er nicht
Alarm schlagen würde, wie Gott es ihm aufgetragen hatte, und wenn dann ein
Unglück über das Volk käme, Gott ihn dafür mit verantwortlich machen würde. Wenn
er aber Alarm schlagen würde, ohne dass das Volk darauf achtet, dann hätte das
Volk selbst die Verantwortung zu tragen und Hesekiel träfe keine Schuld
(Hesekiel 33, 9).
Das Haus Israel war in Hesekiels Tagen bereits in Gefangenschaft.
Die Generation, über die die Gefangennahme kam, hatte damals bereits eine letzte
Warnung durch Abgesandte König Hiskias von Juda erhalten (2. Chronik 30, 1-12).
Nur wenige hatten darauf geachtet; die Nation insgesamt lachte verächtlich
angesichts der Warnungen und Israel geriet geschlossen in Gefangenschaft. Nun,
über ein Jahrhundert später, wurde Hesekiel eine ähnliche Botschaft von
lebenswichtiger Bedeutung überbracht.
Die Ereignisse, die in Jerusalem und Juda vorkommen sollten, waren als ein
„Zeichen" für das Haus Israel gedacht (Hesekiel 4, 3). Heskiels Warnungen galten
dem Israel in der Endzeit. Tatsächlich wird uns sogar gesagt, dass diese
Warnungen kurz vor dem Tag des HERRN zu hören sein würden (Hesekiel 7, 19; 13,
5; 30, 1-3), in der Zeit, wo Gott am Ende dieses Zeitalters in das Weltgeschehen
eingreifen wird. Andere Prophezeiungen in Hesekiel weisen auf eine
Zusammenführung nach dem Kommen des Messias hin. Dies wird die
Zeit sein, wenn König David wieder erweckt und für immer zum König gemacht wird
(Hesekiel 37, 21-25). Eindeutig findet dies bei der Auferstehung der Heiligen
statt, zu einer Zeit, wo der Prophezeiung nach Jesus Christus in Macht und
Herrlichkeit zur Erde zurückkehrt (1. Korinther 15, 50-53; 1. Thessalonicher 4,
16).
Hesekiels dramatische Vision hat eine große Bedeutung für uns heute. Sie
zeigt uns den Ernst und die Wichtigkeit des Auftrags, den Gott Hesekiel gab.
Wenn man dies erkennt, ist es umso wichtiger, klar zu verstehen, wo in der
heutigen Welt die Nachfahren des Hauses Israel aus dem Altertum zu finden sind.
Wenn wir einmal deren Identität verstanden haben, müssen wir diesen den Inhalt
von Hesekiels dringlicher Botschaft übermitteln.
Hesekiels Botschaft ist eine Botschaft der Anklage für Sünde, ein Aufruf
zur Reue und ein Versprechen zukünftiger Errettung und Erneuerung. Während sie
auf der einen Seite eine Nachricht ist, die eine ernste Warnung vor Gottes
bevorstehendem Gericht enthält, ist sie andererseits auch eine Botschaft der
Hoffnung auf künftige Herrlichkeit. Tatsächlich enthält sie die einzige richtige
Hoffnung, die es für uns alle gibt. Die englischsprachigen Nationen haben wie
wir alle die moralische Orientierung verloren und irren scheinbar ziellos umher.
Mit einigen ernsthaften innenpolitischen und außenpolitischen Problemen und
Herausforderungen beschäftigt, scheint uns der Wille und die Weisheit abhanden
gekommen zu sein, darauf zu reagieren.
Vom Höhepunkt ihrer Macht am Ende des 2. Weltkriegs an haben es die
amerikanischen und britischen Völker seither mit zunehmenden Schwierigkeiten in
der Welt der Nachkriegszeit zu tun gehabt. Aber schlimmer noch als die
Herausforderungen der Weltpolitik war der moralische Niedergang im Innern.
Inmitten materiellen Wohlstands befinden wir uns in einem Zustand moralischer
Armut! Die unmittelbare Zukunft stellt uns vor Herausforderungen, an die die
Staatsmänner und der einfache „Mann auf der Straße" noch nicht einmal im Traum
gedacht haben.
Wie können Sie dann aber sicher wissen, dass sich die biblischen
Prophezeiungen im Bezug auf Israel hauptsächlich an die amerikanischen und
britischen Völker richten? Was zeigen diese Prophezeiungen wirklich für unsere
Zukunft? Im weiteren Verlauf finden Sie erstaunliche Antworten auf diese und
andere Fragen.
Vor langer Zeit gegebene
Verheißungen
In 1. Mose 11, 26-32 treffen wir auf Abram, dessen Name
später in Abraham geändert wurde. Der Rest der Bibel basiert auf Gottes Kontakt
mit ihm und auf den Verheißungen, die er Abraham und seinen Nachkommen gab. Die
Verheißungen an Abraham bilden die Grundlage für fast alle folgenden
Bibelprophezeiungen!
Abram wurde in einer Familie geboren, die in Ur lebte, einer
südmesopotamischen Stadt der Chaldäer nahe dem altertümlichen Babylon. Nach dem
Tod eines Bruders zogen Abram, sein Vater und andere Familienangehörige einige
Hundert Kilometer weiter in die Stadt Haran am nördlichen Euphrat. Eine Weile
danach starb Abrams Vater Tharah und wurde begraben. Anschließend sagte Gott zu
Abram, der dann 75 Jahre alt war, dass er seine übrige Familie zurücklassen und
in ein Land gehen solle, das er ihm zeigen würde. Er versprach, ihn zu einer
großen Nation zu machen.
Die Verheißung in 1. Mose 12 ist noch recht ungenau. Sie besteht aus einem
undefinierten Land, das später Abram und seiner Familie zum Erbe gegeben werden
sollte. Im weiteren Verlauf des 1. Buchs Mose lesen wir die erstaunliche
Geschichte, wie sich diese Verheißung Gottes erfüllt hat.
Die Verheißung an Abraham
entfaltet sich
In 1. Mose 12, 1-3 ist aufgezeichnet, welche
Verheißungen Gott Abram zuerst gegeben hat. Gott sagte zu ihm, dass er ihn „zum
großen Volk" machen werde, dass er gesegnet sein werde und dass in ihm alle
Geschlechter auf Erden gesegnet sein würden. Außerdem würde Gott „segnen, die
dich [Abram] segnen und verfluchen, die dich verfluchen" (Vers 3).
Nachdem Abram mit seiner Frau und seinem Neffen Lot in das Land Kanaan
gekommen waren, geschah etwas, was Gott dazu brachte, die Verheißungen etwas
klarer zu stellen. Abram und Lot hatten beide große Herden von Weidetieren und
es kam zum Streit zwischen den Hirten der beiden über Weiderechte. Abram löste
das Problem, indem er Lot anbot, ein Weideland nach Wahl für sich auszusuchen.
Lot entschied sich, den Jordan zu überqueren und seine Herden in der Ebene des
Jordantals zu weiden, nahe den Städten Sodom und Gomorra. Im Anschluss an die
Trennung zwischen ihnen wiederholte Gott seine Verheißung an Abram: „Als nun Lot
sich von Abram getrennt hatte, sprach der HERR zu Abram: Hebe deine Augen auf
und sieh von der Stätte aus, wo du wohnst, nach Norden, nach Süden, nach Osten
und nach Westen. Denn all das Land, das du siehst, will ich dir und deinen
Nachkommen geben für alle Zeit und will deine Nachkommen machen wie den Staub
auf Erden. Kann ein Mensch den Staub auf Erden zählen, der wird auch deine
Nachkommen zählen" (1. Mose 13, 14-16). In 1. Mose 15 wird diese Verheißung noch
erweitert. Abram wird gesagt, dass seine Nachkommen so zahlreich wie die Sterne
sein würden (Vers 5). Ihm wurden auch die Grenzen seines Erbteils im Nahen Osten
gesagt. In den Versen 18-21 wird Abram gesagt, dass das Land, das Gott seinen
Nachkommen geben würde, sich vom Nil in Ägypten bis zum Euphrat hin erstrecken
würde, einschließlich des Gebiets einiger Völker, die zu der Zeit noch das Land
besaßen.
Ein Vater vieler Völker
Abram und seine Frau Sarai waren beide bereits im
fortgeschrittenen Alter und konnten bislang keine Kinder bekommen. Doch Gott
hatte Abram gesagt, dass er Nachkommen haben werde, die das Land ererben würden.
Für 24 Jahre nachdem sie Haran verlassen hatten, warteten Abram und Sarai und
dachten über diese Verheißung nach. Schließlich, als Abram 99 Jahre alt war,
erschien Gott ihm erneut.
In 1. Mose 17, 6 versprach Gott: „Ich will dich sehr fruchtbar machen und
will aus dir Völker machen, und auch Könige sollen von dir kommen."
Hier erfuhr Abram auch, dass er ein Vater vieler Völker werden solle
(Vers 4). Gott sagte zu ihm, dass er seinen Namen in Abraham ändern würde, was
„Vater einer Menge" bedeutet. Sarais Name wurde in Sara geändert, was
„Prinzessin" heißt. Innerhalb eines Jahres, so wurde ihm mitgeteilt, würde Sara
ihm einen Sohn schenken (1. Mose 17, 19; vgl. 18, 14). Dies erschien zu
unglaublich, um es in Worte zu fassen, aber dennoch geschah es so. Wie Gott es
gesagt hatte, wurde Isaak in dieser vorher bestimmten Zeit geboren.
Tatsächlich hatte Abraham bereits 14 Jahre vor Isaaks Geburt einen Sohn,
doch dieser Sohn, Ismael, war nicht der Sohn der Verheißung. Nach zehn Jahren
des Wartens auf Gottes Versprechen hatte Sara Abraham gesagt, er solle ihre Magd
Hagar zur Frau nehmen, um durch sie ein Kind zu haben. Indem er dies tat, legte
er den Grundstein für die Probleme und Konflikte, die bis in unsere Zeit
andauern.
Nach Isaaks Geburt schickte Abraham Hagar und Ismael fort (1. Mose 21, 14).
Schließlich heiratete Ismael eine Frau aus dem Volk seiner Mutter, den Ägyptern,
und hatte zahlreiche Nachkommen. Die arabischen Nationen leiten ihren Ursprung
von den Söhnen Ismaels ab.
Jahre später erschien Gott Abraham noch einmal, diesmal um seinen Glauben
auf das Äußerste zu testen. Gott, der zu jener Zeit bereits jahrzehntelang
persönlichen Kontakt mit Abraham gehabt hatte, sagte zu ihm, er solle seinen
Sohn Isaak nehmen, ihn auf den Berg Morija bringen und dort für Gott opfern. Im
Glauben darauf antwortend tat Abraham, was Gott gesagt hatte und war schon im
Begriff, seinen Erben und legitimen Sohn zu opfern, als Gott eingriff und ihm
Einhalt gebot. Stattdessen sollte er im Austausch für Isaak einen Widder opfern,
der sich in einer Hecke verfangen hatte.
Anschließend bestätigte Gott die Verheißungen an Abraham und machte sie
bedingungslos. „Und der Engel des HERRN rief Abraham abermals vom Himmel
her und sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HERR: Weil du
solches getan hast und hast deinen einzigen Sohn nicht verschont, will ich dein
Geschlecht segnen und mehren wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer
des Meeres, und deine Nachkommen sollen die Tore ihrer Feinde besitzen; und
durch dein Geschlecht sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden, weil du
meiner Stimme gehorcht hast" (1. Mose 22, 15-18).
Einige entscheidende Punkte gibt es hier zu beachten. Die Verheißungen sind
nun nicht mehr von künftigen Taten Abrahams und seiner Nachkommen abhängig. Weil
Abraham diesen größten Test seines Gehorsams bestanden hat, hat Gott die
zukünftige Erfüllung seiner Verheißung bedingungslos zugesichert.
Und noch ein weiteres Detail wird hier ersichtlich. Abrahams Nachkommen
sollten letztlich die „Tore ihrer Feinde" besitzen. Ein Tor ist eine enge
Passage, ein Eingang oder Durchgang. Diese Verheißung bedeutet, dass Abrahams
Nachkommen nicht nur viele Nationen bilden würden, sondern dass sie auch
Bereiche kontrollieren würden, die ihre Feinde passieren müssen, um von einem
Gebiet in ein anderes zu gelangen. Wir werden die Bedeutung dieser
bemerkenswerten Verheißung später noch eingehend untersuchen.
Verheißungen wurden geistlich und
physisch erfüllt
„Aber sind denn nicht alle Verheißungen an Abraham in
Christus erfüllt?" mögen manche fragen. Diese Frage muss direkt aus der Bibel
beantwortet werden.
Eindeutig werden nach Galater 3, 26-29 alle wahren Christen als geistliche
Kinder Abrahams und Erben der Verheißung bezeichnet. Die höchste Erfüllung der
Segnungen Gottes an Abraham schließen das Versprechen ein, dass er und seine
geistlichen Nachfahren die ganze Erde ererben würden (Römer 4, 13; vgl. Matthäus
5, 5). Abraham wurde ein ewiges Erbe versprochen (1. Mose 17, 8), das sicherlich
den vorherigen Besitz ewigen Lebens voraussetzt!
Offensichtlich gab es einen geistlichen Aspekt der Verheißungen Gottes an
Abraham! Gottes Gnade sollte allen Menschen durch den einen Nachkommen Jesus
Christus zuteil werden (vgl. Galater 3, 16). Der Messias, der von Abraham
abstammen würde, sollte derjenige sein, durch den der Segen der Erlösung von der
Sünde und das Geschenk des ewigen Lebens aus Gottes Gnade allen Menschen
zugänglich werden würden.
Doch es gab auch einen physischen Aspekt der Verheißungen an Abraham. Das
Erstgeburtsrecht beinhaltete Verheißungen nationaler Größe und Reichtums in
Landwirtschaft und an Bodenschätzen. In 1. Mose 13, 16 sagte Gott zu Abraham,
dass er dessen Nachkommen so zahlreich wie den Staub auf Erden machen würde.
Dies bezieht sich eindeutig auf Abrahams zahlreiche physische Nachkommen, die
nationale Größe erben und die Tore ihrer Feinde besitzen sollten.
Die Verheißungen an Abraham schließen also geistliche und physische
Komponenten mit ein. Sie weisen auf Jesus als den Messias hin, zeigen aber auch
Segnungen des Erstgeburtsrechts auf, die einer Menge von seinen Nachkommen
zukommen würden, welche eine große Nation und eine Menge von Nationen bilden
würden. Dies bedeutet nicht, dass die Empfänger dieser Segnungen in irgendeiner
Weise besser oder etwas Besonderes sind, als andere, die keine solchen Segnungen
empfangen haben. Tatsächlich sehen wir, dass diejenigen, die solche physischen
Segnungen erfahren haben, diese zum größten Teil verschwendet und sich gegen
Gott gewendet haben, wofür sie eines Tages Rechenschaft abliefern müssen.
Israels Anfang
Viele Jahre, nachdem die Verheißungen zum ersten Mal
geäußert wurden, bestätigte Gott sie gegenüber Abrahams Sohn Isaak: „Bleibe als
Fremdling in diesem Lande, und ich will mit dir sein und dich segnen; denn dir
und deinen Nachkommen will ich alle diese Länder geben und will meinen Eid wahr
machen, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe, und will deine Nachkommen
mehren wie die Sterne am Himmel und will deinen Nachkommen alle diese Länder
geben. Und durch dein Geschlecht sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden,
weil Abraham meiner Stimme gehorsam gewesen ist und gehalten hat meine Rechte,
meine Gebote, meine Weisungen und mein Gesetz" (1. Mose 26, 3-5). Die
Verheißung an Isaak basierte auf Abrahams Gehorsam gegenüber Gott (vgl. Vers
24).
Isaak und seine Frau Rebekka hatten zwei Söhne. Sie hießen Jakob und Esau,
und obwohl sie Zwillinge waren, waren sie von Anfang an völlig verschieden im
Bezug auf ihr Temperament und ihren Charakter. Gott hatte bereits vor ihrer
Geburt offenbart, dass der Ältere, Esau, dem Jüngeren, Jakob, dienen werde (1.
Mose 25, 23). Doch Jakob, der von Natur aus ungeduldig war, konnte es nicht
abwarten, von Gott das Erstgeburtsrecht zu erhalten. Er nahm sich vor, seinen
Vater auszutricksen, um es nach dem von ihm und seiner Mutter ausgeheckten Plan
für sich zu sichern. Gott erlaubte dies, weil er bereits beabsichtigte, dass
Jakob die Verheißungen empfangen sollte. Jakob musste dann aber einige harte
Lektionen lernen, die ihn durch Erfahrungen zur Reue führten.
Doch sehen wir uns die Segnungen des Erstgeburtsrechts an, die Isaak auf
Jakob übertrug: „Gott gebe dir vom Tau des Himmels und von der Fettigkeit der
Erde und Korn und Wein die Fülle. Völker sollen dir dienen, und Stämme sollen
dir zu Füßen fallen. Sei ein Herr über deine Brüder, und deiner Mutter Söhne
sollen dir zu Füßen fallen. Verflucht sei, wer dir flucht; gesegnet sei, wer
dich segnet!" (1. Mose 27, 28-29). Hier werden zwei Einzelheiten zum ersten Mal
erwähnt. Erstens würden Jakobs Nachkommen großen landwirtschaftlichen Wohlstand
besitzen. Und zweitens würden sie über andere Völker und Nationen herrschen.
Nachdem Jakob seinen Bruder getäuscht hatte, rieten Isaak und Rebekka ihm,
in das Land zu ziehen, wo die Familie seiner Mutter lebte. Dort könne er eine
Frau finden und die Zeit verbringen, bis der Ärger seines Bruders verraucht sei.
Isaaks Abschiedsworte waren: „Der allmächtige Gott segne dich und mache dich
fruchtbar und mehre dich, dass du werdest wie ein Haufe [eine Menge] von
Völkern, und gebe dir den Segen Abrahams, dir und deinen Nachkommen mit dir,
dass du besitzest das Land, darin du jetzt ein Fremdling bist, das Gott dem
Abraham gegeben hat" (1. Mose 28, 3-4).
Kurze Zeit später erschien Gott Jakob in einem Traum und erweiterte noch
die Verheißungen. In seinem Traum sah Jakob eine große Himmelsleiter und Engel,
die auf ihr auf und nieder stiegen. „Und der HERR stand oben darauf und sprach:
Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land,
darauf du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. Und dein Geschlecht
soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen
Westen und Osten, Norden und Süden, und durch dich und deine Nachkommen
sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden" (1. Mose 28, 13-14).
Hier sehen wir erstmals, dass das Erbe, das Gott Abraham verheißen hatte,
mehr umfasste, als nur ein Land im Nahen Osten. Jakobs Nachkommen sollten sich
von diesem Erbe ausbreiten, und die ganze Welt beeinflussen. Ihr Erbe würde sie
mit Völkern auf der ganzen Welt in Kontakt bringen.
Die Geschichte im 1. Buch Mose geht weiter, und wir sehen die Lektionen,
die Jakob während seiner Abwesenheit aus Kanaan lernte. Schließlich, als er in
sein Heimatland zurückkehrte, traf Gott ihn an einem Ort, der später Pniel
genannt wurde. Nachdem Jakob die ganze Nacht mit dem göttlichen Boten gerungen
hatte, sagte Gott zu ihm: „Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel,
denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen" (1. Mose 32,
28). Jakob – Israel – war der Vater von 12 Söhnen, die die Urväter der 12 Stämme
Israels wurden.
Die Verheißungen an Abraham wurden jeweils vom Vater auf den Sohn
übertragen und schrittweise erweitert. Und es sollte noch viel weiter gehen!
Abraham wurde, gesagt, dass „viele Völker" oder Nationen von ihm ausgehen
würden, die es zu nationaler Größe bringen würden, und dass eine königliche
Linie entstehen würde. Diese Verheißungen wurden nun auf zwei der 12 Söhne
Israels aufgeteilt. Beachten Sie die klare Schilderung in 1. Chronik 5, 1-2:
„Die Söhne Rubens, des Erstgeborenen Israels – denn er war zwar der
Erstgeborene, aber weil er seines Vaters Bett entweihte, wurde sein
Erstgeburtsrecht gegeben den Söhnen Josephs, des Sohnes Israels, doch wurde er
nicht in das Geschlechtsregister als Erstgeborener aufgezeichnet; denn Juda
war mächtig unter seinen Brüdern, und einem aus seinem Stamm wurde das
Fürstentum gegeben, Joseph aber erhielt das Erstgeburtsrecht."
Juda erhielt also eindeutig die Verheißung des Zepters, einer königlichen
Linie, deren Höhepunkt der Messias, der König aller Könige werden sollte. Aber
beachten Sie! Das Erstgeburtsrecht nationaler Größe ging nicht an die Juden,
sondern an die Nachkommen Josephs. Dies zu verstehen ist der wichtigste
Schlüssel, mit dessen Hilfe sich alles Weitere dem Verständnis öffnet!

Ephraim und Manasse empfangen das
Erstgeburtsrecht
Sehen wir uns nun näher an, wie die Verheißungen des
Erstgeburtsrechts für die Nachkommen Josephs erweitert wurden. Ein wichtiger
Teil der Geschichte geschah kurz vor dem Tode Jakobs (Israels). Zu dieser Zeit
lebten er und seine ganze Familie in Ägypten, wo Joseph als Verwalter direkt
unter dem Pharao diente. Joseph kam, um seinen alten und kranken Vater zu
besuchen und brachte seine zwei Söhne, Ephraim und Manasse mit sich. Eine bisher
wenig verstandene Zeremonie fand bei diesem Besuch statt.
In 1. Mose 48, 5 informierte Israel Joseph, dass er Ephraim und Manasse
adoptieren werde – dass sie als seine Söhne gezählt und somit ein Teil der 12
Stämme Israel sein sollten. Dadurch wurde Joseph eine doppelte Portion zuteil.
Nachdem Joseph seine beiden Söhne nahe zu Israel gebracht hatte, nahm dieser sie
an, legte ihnen seine Hände auf und gab ihnen einen besonderen Segen.
Doch hier geschah etwas Merkwürdiges. Joseph hatte seine Söhne absichtlich
so herangeführt, dass der Ältere, Manasse, an Israels rechter Seite stand,
während der Jüngere, Ephraim, auf der linken Seite stand. Dadurch sollte Israel
seine rechte Hand, die den größeren Segen symbolisierte, auf Manasse legen, und
die linke auf Ephraim. Israel kreuzte jedoch seine Hände und legte seine rechte
Hand auf Ephraim und die linke auf Manasse. Als Joseph dies sah, versuchte er,
zu korrigieren, was er als einen Irrtum seines fast erblindeten Vaters ansah.
Doch Israel weigerte sich und erklärte, dass er die Hände mit Absicht überkreuzt
hatte.
Israel sagte dann zu Joseph, dass dessen älterer Sohn Manasse zu einem
großen Volk werden solle, Ephraim aber zu einer Menge oder Gemeinschaft von
Völkern (Vers 19). Wir sehen also hier, dass eine große Nation und eine
große Gemeinschaft von Nationen aus den Nachkommen Josephs entstehen würden.
Sie waren es, die das Erstgeburtsrecht nationaler Größe empfangen sollten. Dies
sollte den Besitz strategischer Kontrollpunkte, durch die deren Feinde passieren
müssen, sowie einen enormen Reichtum an Landwirtschaft und Bodenschätzen und
einen Status als Weltmächte mit einschließen, so dass sie eine Vormachtstellung
gegenüber anderen Nationen einnehmen würden. Da Gott verheißen hatte, dass sie
ein Segen für andere Nationen werden würden, wissen wir, dass deren Dominanz als
Weltmächte im Allgemeinen in gutwilliger Absicht ausgeübt werden würde.
Gibt es historische Belege, dass diese Verheißungen erfüllt worden sind?
Bevor wir dies untersuchen, sehen wir uns noch ein paar weitere Details an, die
sich im 1. Buch Mose entfalten. Eine kurze Zeit nach seiner Adoption Ephraims
und Manasses und der Übertragung des Erstgeburtssegens auf sie, rief Israel alle
seine Söhne zu sich. Er war am Ende eines langen Lebens angelangt und wollte
seiner Familie letzte Ermahnungen und Segnungen mit auf ihren Weg geben.
Beachten Sie, was er ihnen sagte: „Und Jakob berief seine Söhne und sprach:
Versammelt euch, dass ich euch verkünde, was euch begegnen wird am Ende der
Tage" (1. Mose 49, 1; Fußnote der rev. Elberfelder Übersetzung). Israels
Prophezeiung, die dann folgte, galt nicht seiner Zeit und auch nicht der Zeit,
wenn seine Nachkommen aus Ägypten heraus und in das gelobte Land gehen sollten.
Sie galt der Endzeit! Eindeutig sollten die Nachkommen Israels in der Endzeit
noch immer als voneinander trennbare, identifizierbare Stämme existieren.
Lesen Sie seine Worte an Joseph: „Joseph wird wachsen, er wird wachsen wie
ein Baum an der Quelle, dass die Zweige emporsteigen über die Mauer" (Vers 22).
Dies ist ein poetischer Ausdruck für ein Volk, das sich vermehren und überall
hin verbreiten sollte. Schließlich sollten Josephs Söhne einmal zu einer großen
Nation und einer großen Gemeinschaft von Nationen werden. Israel sah also
voraus, dass sie ein großes kolonisierendes Volk werden würden. Er gab
ihnen auch den Segen vom Himmel herab und von der Tiefe, die unten liegt (Vers
25; Schlachter-Übersetzung). Dies lässt auf großen Reichtum an Bodenschätzen
(Segnungen aus der Tiefe) und auf Segnungen im Wetter schließen, die eine
Grundlage für landwirtschaftlichen Wohlstand bilden (Segnungen vom Himmel
herab).
Aber wurden diese fantastischen Segnungen jemals an den Nachkommen Ephraims
und Manasses erfüllt? Die Echtheit der Bibel als das Wort Gottes steht hier mit
auf dem Prüfstand!
Nachdem sie Ägypten verlassen hatten, lebten die Stämme Israels über
Jahrhunderte hinweg in dem Gebiet im Nahen Osten, das Gott ihnen versprochen
hatte. Es gibt aber keine Aufzeichnungen, dass Ephraim und Manasse vor
Israels Gefangenschaft jemals zu einer großen Nation und einer Gemeinschaft von
Nationen geworden sind. Sie wurden nie zu einem Segen für alle Nationen der
Welt, bevor sie im 8. Jahrhundert v.Chr. in Gefangenschaft der Assyrer gerieten.
Eindeutig fand die Erfüllung der Verheißungen Gottes an Abraham, die er
gegenüber dessen Nachkommen bestätigt hatte, nicht statt, bevor die zehn
Stämme Israels aus den Seiten Ihrer Bibel und dann aus den Seiten der
Geschichtsbücher verschwanden.
Wie diese Verheißungen dennoch erfüllt wurden, ist wie wir sehen werden
„der Rest der Geschichte!"
Israels Gefangenschaft und
verlorene Identität
Bevor die Kinder Israels jemals in das gelobte Land
kamen, wurde Mose von Gott inspiriert, diese vor künftigen Ereignissen zu
warnen. Die Verheißungen Gottes waren sicher, aber der Zeitpunkt
ihrer Erfüllung lag in Gottes Ermessen und hing von Israels Verhalten ab.
In 3. Mose 26, 1-2 warnte Gott durch Mose die Israeliten: „Ihr sollt euch
keine Götzen machen ... . Haltet meine Sabbate und habt Ehrfurcht vor meinem
Heiligtum. Ich bin der HERR." Dann sagte er: „Werdet ihr in meinen Satzungen
wandeln und meine Gebote halten und tun, so will ich euch Regen geben zur
rechten Zeit, und das Land soll sein Gewächs geben und die Bäume auf dem Felde
ihre Früchte bringen" (Verse 3-4). In den folgenden Versen gab Gott einige
Details landwirtschaftlichen Überflusses und Friedens, die die Nation erleben
würde, wenn sie treu bliebe. In Vers 12 schloss er mit den verheißenen Segnungen
und sprach: „Ich will unter euch wandeln und will euer Gott sein, und ihr sollt
mein Volk sein."
Ebenso aber, wie es Segnungen für Gehorsam gab, so gab es auch ernste
Konsequenzen für Ungehorsam. Sollte Israel sich dem Götzendienst zuwenden und
Gottes Sabbate vergessen, dann würde Gott die Nation dafür züchtigen. In den
Versen 16-17 sind einige Details einer solchen Züchtigung aufgelistet, wie
Krankheiten und feindliche Eingriffe in ihr Territorium. Was sollte geschehen,
wenn Israel auch nach wiederholter Züchtigung noch immer bei seiner Rebellion
gegen Gott und seine Gesetze bleiben würde? Vers 18 sagt uns: „Wenn ihr mir aber
auch dann noch nicht gehorcht, so will ich euch noch weiter strafen,
siebenfältig, um eurer Sünden willen." Das hebräische Wort, das hier als
„siebenfältig" übersetzt ist, kann sich sowohl auf die Intensität, als auch auf
die zeitliche Ausdehnung der Strafe beziehen, also „sieben Zeiten" bedeuten.
Siebenfache Bestrafung
In Daniel 4 lesen wir von einem Traum König
Nebukadnezars von Babylon. In diesem Traum wurde ihm gesagt, dass er für seinen
Hochmut bestraft werde, indem er sowohl sein Königreich, als auch seinen
Verstand verlieren werde. In diesem Traum wurde ihm gesagt, dass „sieben Zeiten"
vergehen würden, bevor er wieder gesund werde. In der historischen Erfüllung
dieses Traums ist es offensichtlich, dass die sieben Zeiten eine Periode von
sieben buchstäblichen Jahren darstellten.
Was waren dann die sieben Zeiten der Bestrafung Israels, die in 3. Mose 26,
18 verheißen wurden? Wenn dies eine zeitliche Dauer bedeutete, wie lange sollte
sie dann anhalten? Ein Verständnis der Bedeutung der siebenfachen Bestrafung
Israels eröffnet einem einen viel tieferen Sinn in der Geschichte, als Sie ihn
vielleicht jemals erkannt haben.
Lassen Sie uns zunächst die Frage bezüglich der Länge von „sieben Zeiten"
beantworten. Wie viele Tage wären „sieben Zeiten"? In Offenbarung 11 und 12
finden wir Hinweise, dies zu verstehen.
Offenbarung 11, 2-3 stellt zwei Zeitabschnitte einander gleich: 42 Monate
und 1260 Tage. Dies ist einfach zu verstehen, da es genau 1260 Tage in 42
Monaten zu je 30 Tagen gibt. In Offenbarung 12, 6 finden wir eine weitere
Erwähnung von 1260 Tagen, aber diesmal wird der Zeitabschnitt in Vers 14 mit
„eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit" gleichgesetzt. Wir haben bereits
gesehen, dass 1260 Tage so viel sind wie 42 Monate, was wiederum genau
dreieinhalb Jahren entspricht. Die Bibel setzt also eindeutig „eine Zeit und
zwei Zeiten und eine halbe Zeit" dreieinhalb Jahren mit 1260 Tagen gleich.
„Sieben Zeiten" ist das Doppelte von „eine Zeit und zwei Zeiten und eine
halbe Zeit" (oder dreieinhalb Jahren). Also entsprächen sieben Zeiten einer
Dauer von 2520 Tagen (zwei Mal 1260 Tage). Eine wie lange Zeit der Bestrafung
für Israel wären dann also 2520 Tage in der biblischen Prophezeiung? Um dies zu
begreifen, müssen wir uns ein anderes Ereignis in der Züchtigung Israels
ansehen. 4. Mose 13 und 14 geben uns einen Bericht von Mose, der 12 Spione
aussandte, einen aus jedem Stamm, um das gelobte Land auszukundschaften. Zehn
der Spione brachten einen negativen Bericht zurück, der das Volk entmutigte und
es veranlasste, sich zu weigern, in das gelobte Land zu ziehen. Gott war sehr
ungehalten angesichts ihres Mangels an Glauben. Beachten Sie, welche Konsequenz
dies nach sich zog: „Nach der Zahl der vierzig Tage, in denen ihr das Land
erkundet habt – je ein Tag soll ein Jahr gelten –, sollt ihr vierzig
Jahre eure Schuld tragen, auf dass ihr innewerdet, was es sei, wenn ich die Hand
abziehe" (4. Mose 14, 34).
Israels Ungehorsam führte zu einer vierzigjährigen Verzögerung ihres
Einzugs in das gelobte Land und des Empfanges der Verheißung Gottes an ihre
Vorfahren. Die vierzig Jahre der Bestrafung errechneten sich aus dem Prinzip
„ein Tag für ein Jahr." Ein ähnlicher Vergleich findet sich in Hesekiel 4 über
die Bestrafung Judas und Israels. In diesem Bericht wurde dem Propheten Hesekiel
gesagt, er solle für die Dauer von 390 Tagen auf seiner linken Seite liegen, um
die Dauer der Bestrafung Israels durch Gott zu symbolisieren. Dann wurde ihm
gesagt, er solle sich umdrehen und für 40 Tage auf der rechten Seite liegen, um
die Bestrafung Judas zu zeigen. Dann wurde Hesekiel gesagt: „... ich gebe dir
hier auch je einen Tag für ein Jahr" (Vers 6). Mit anderen Worten wird auch hier
für bestimmte Bibelprophezeiungen ein Tag mit einem Jahr gleichgesetzt.
Wenn jeder Tag in der Erfüllung der Bestrafung Israels ein Jahr darstellt,
so kommen wir bei sieben Zeiten auf 2520 Jahre. Welche Bedeutung hat dieser
Zeitabschnitt? Wir werden gleich die erstaunliche Antwort sehen. Aber zunächst
sollten wir uns ansehen, weshalb Israel überhaupt in Gefangenschaft geriet.
Warum die zehn Stämme in
Gefangenschaft gerieten
In 3. Mose 26 machte Gott deutlich, dass er durch
Bestrafungen die Aufmerksamkeit der Israeliten erwecken wollte, falls sie sich
der Anbetung von Götzen zuwenden und seine Sabbate brechen würden.
Die Erfüllung dieser Prophezeiung lässt sich im Buch Richter verfolgen, wo
Israel in Sünde abrutschte und Gott Terrorangriffe umliegender Nationen zuließ,
die Israels Frieden und wirtschaftliche Entwicklung störten. Gelegentlich
brachten diese Nationen Israel sogar für einige Jahren unter ihre Herrschaft.
Dieses Geschehen setzte sich über dreihundert Jahre fort, bevor die Monarchie
eingeführt wurde.
Nach dem Tod König Salomos spaltete sich das Königreich Israel in zwei
völlig separate Nationen. Die nördlichen zehn Stämme wählten Jerobeam, den Sohn
Nebats, zu ihrem König, während Juda König Rehabeam, Salomos Sohn, treu blieb.
Kurz nach der Spaltung des Reichs traf Jerobeam eine Entscheidung, die die zehn
Stämme Israels für den gesamten weiteren Verlauf ihrer Geschichte beeinflusste.
Wir lesen diese entscheidende Geschichte in 1. Könige 12. Jerobeam
fürchtete, dass die zehn Stämme sich eines Tages nach einer Wiedervereinigung
mit Juda sehnen würden. Er dachte, dass sich die Einwohner Israels in einem
nostalgischen Gefühl nach den „guten alten Zeiten" zurücksehnen würden, wenn sie
jedes Jahr zu den Festzeiten nach Jerusalem wanderten, um Gott zu verehren. Er
hatte Sorge, dass sie sich die Zeit zurückwünschen würden, als sie alle eine
Nation unter der Dynastie König Davids in Jerusalem waren. Dies, so glaubte er,
würde dazu führen, dass eines Tages er und seine Nachfahren abgesetzt werden
würden.
Während er so über dieses Problem nachdachte, kam ihm ein Einfall, den er
als eine Lösung ansah. Er rief das Volk zusammen und verkündete ein paar
Änderungen. Um die Dinge etwas bequemer zu gestalten, sagte er, werde man von
nun an zwei Stätten der Anbetung im Norden Israels haben, unter denen man
auswählen könne. Auf diese Weise müssten die Leute nicht mehr ganz bis herunter
nach Jerusalem wandern. Die neuen Stätten der Anbetung platzierte er in der
Stadt Dan im Norden und in Bethel im Süden Israels. An beiden Orten wurde ein
goldenes Kalb zur Anbetung aufgestellt. Zusätzlich wurde das levitische
Priestertum durch Leute ersetzt, die Jerobeam und seiner neuen Religion treu
waren. Uns wird gesagt, dass Jerobeam „Priester aus allerlei Leuten" machte (1.
Könige 12, 31). Und als ob dies alles noch nicht genug wäre, führte er auch noch
eine Änderung in der Zeitrechnung der jährlichen Festtage ein. Das
Laubhüttenfest, das im siebten Monat in Gottes heiligem Kalender gefeiert wird,
wurde in den achten Monat verschoben.
Im Laufe der folgenden 200 Jahre, in denen Israel als unabhängige Nation
fortbestand, kamen und gingen viele Dynastien. Unabhängig davon jedoch, wer
gerade König war, wird uns immer wieder gesagt, dass der jeweilige König „tat,
was dem HERRN missfiel und wandelte in dem Wege Jerobeams und in seiner Sünde,
womit er Israel sündigen gemacht hatte" (vgl. 1. Könige 15, 34; 16, 19; 2.
Könige 3, 3; 10, 29; 13, 2.6.11; 14, 24; 15, 18.24.28; 17, 22). Die zehn Stämme
verwarfen völlig die Ermahnungen Gottes, die er durch Mose an deren Vorfahren
gerichtet hatte. Sie verehrten Götzen, brachen Gottes Sabbate und ignorierten
generell Gottes Gesetze.
Die Konsequenzen waren unvermeidlich. Gott hatte schon Jahrhunderte zuvor
durch Mose gewarnt, dass eine „siebenfache" Bestrafung erfolgen würde, wenn sie
immer wieder in ihrem Ungehorsam verharren würden. Schließlich, Mitte des 8.
Jahrhunderts, marschierten die Armeen des mächtigen Assyrischen Reichs in Israel
ein.
Israels König Menahem erkaufte sich einen Aufschub, indem er König Pul von
Assyrien eine große Summe Geld übergab, damit dieser sich zurückzog. Ein paar
Jahre später jedoch, während der Herrschaft eines Nachfolgers von Menahem, König
Pekach, kamen die Assyrer unter König Tiglath-Pileser zurück. Dieses Mal
unterwarfen die Assyrer einen großen Teil des östlichen und nördlichen
Reichsgebiets. Einige Stämme, darunter Ruben, Gad und Naphthali, wurden in
Gefangenschaft geführt und nach Assyrien deportiert. Zur Zeit der Herrschaft
König Hoseas, des Nachfolgers von Pekach, wurde alles noch schlimmer. Die
Assyrer kamen unter einem neuen König, Salmanasser, erneut zurück und forderten
Tribut vom Rest Israels. Dann, wieder ein paar Jahre später, kamen sie und
belagerten Samaria. Nach einer dreijährigen Belagerung fiel Samaria. Die Assyrer
begannen nun mit der Massendeportation der Bevölkerung des zehnstämmigen Reichs
Israel.
Israels letzte Chance
Diese Deportation brauchte Jahre. Bevor sie weit
fortgeschritten war, kam ein gerechter König auf den Thron in Juda, dem
südlichen Reich. Dieser König, Hiskia, erhielt 714 v.Chr., nach dem Tode seines
Vaters Ahas, die alleinige Regierungsgewalt. Er war zuvor bereits mit seinem
Vater für einige Jahre Mitregent, hatte aber bis zum Tode seines Vaters keine
unabhängige Vollmacht. Im deutlichen Gegensatz zu seinem Vater war er ein Mann,
der von ganzem Herzen Gott nachfolgen wollte. Gleich zu Beginn seiner
Alleinherrschaft begann er eine Erneuerung in Juda. Er ließ den Tempel in
Jerusalem öffnen und rief das Volk zur Reue auf, dass sie sich alle wieder auf
die Verehrung des wahren Gottes besinnen sollten.
Gefangenshaften Israels und Judas

Hiskia sagte dem Volk: „Unsere Väter haben sich
versündigt und getan, was dem HERRN, unserm Gott, missfällt, und haben ihn
verlassen und haben ihr Angesicht von der Wohnung des HERRN abgewandt und ihr
den Rücken zugekehrt. [...] Daher ist der Zorn des HERRN über Juda und Jerusalem
gekommen, und er hat sie dahingegeben zum Entsetzen und Erschrecken, dass man
sie verspottet, wie ihr mit euren Augen seht; denn siehe, um dessentwillen sind
unsere Väter durchs Schwert gefallen und unsere Söhne, Töchter und Frauen
weggeführt. Nun habe ich im Sinn, einen Bund zu schließen mit dem HERRN, dem
Gott Israels, dass sein Zorn und Grimm sich von uns wende" (2. Chronik 29,
6-10).
Diese Erneuerung unter Hiskia gab Juda nicht nur eine Gnadenfrist vor den
Schwertern der Assyrer, die gerade nördlich von ihnen das Königreich Israels
zerstörten, sie war auch eine letzte Chance für die nördlichen zehn Stämme, das
völlige Exil abzuwenden. Beachten Sie, was König Hiskia tat: „Und Hiskia sandte
hin zu ganz Israel und Juda und schrieb Briefe an Ephraim und Manasse, dass sie
zum Hause des HERRN nach Jerusalem kommen sollten, Passa zu halten dem HERRN,
dem Gott Israels ... und sie fassten den Beschluss, eine Einladung ergehen zu
lassen durch ganz Israel von Beerscheba bis Dan, dass sie kämen, um dem HERRN,
dem Gott Israels, Passa zu feiern in Jerusalem. Denn sie hatten es lange
Zeit nicht so gefeiert, wie es vorgeschrieben war" (2. Chronik 30, 1.5; rev.
Elberfelder Übersetzung). Hiskias Boten warnten die übrig gebliebenen Einwohner
des nördlichen Königreichs: „So seid nun nicht halsstarrig wie eure Väter,
sondern gebt eure Hand dem HERRN... denn wenn ihr euch bekehrt zu dem HERRN, so
werden eure Brüder und Kinder Barmherzigkeit finden bei denen, die sie gefangen
halten, so dass sie in dies Land zurückkehren ..." (Verse 8-9).
Was war Israels Reaktion? „Und die Läufer gingen von einer Stadt zur andern
im Lande Ephraim und Manasse und bis nach Sebulon. Aber die verlachten und
verspotteten sie. Doch einige von Asser und Manasse und Sebulon demütigten sich
und kamen nach Jerusalem" (Verse 10-11). Zum größten Teil ignorierte Israel
König Hiskias Warnung und seinen Aufruf zur Reue – die letzte Warnung, die sie
erhalten sollten. In den direkt darauf folgenden Jahren entvölkerten die Assyrer
das nördliche Israel völlig und siedelten Leute babylonischer Abstammung dort
an. Diese Neuankömmlinge wurden später als Samariter bekannt, benannt nach der
Hauptstadt Israels.
Israel hatte eine Odyssee begonnen, die noch viele Jahrhunderte andauern
sollte – 2520 Jahre sollten vergehen, bevor die Nachkommen Israels beginnen
würden, die Segnungen aus dem Erstgeburtsrecht zu empfangen, die ihren Vorfahren
zugesichert worden waren. Für 2520 Jahre – ein Jahr für einen Tag – würden sie
erfahren, was es heißt, wenn Gottes „Hand abgezogen" ist (vgl. 4. Mose 14, 34).
Israels verlorene Identität
In 2. Mose 31, 12-17 gab Gott Mose die Anweisung, dass
seine Sabbate ein Zeichen zwischen ihm und Israel von Geschlecht zu Geschlecht
sein sollten. Ein Zeichen ist etwas, das einen identifiziert. Der Sabbat ist
eine ständige Erinnerung daran, wer Gott ist und wer sein Volk ist. Solange
Israel den Sabbat hielt, behielten sie ihre Identität.
Bis auf den heutigen Tag haben die Juden ihre Identität behalten,
unabhängig davon, in welcher noch so weit entfernten Ecke der Welt sie leben.
Sie haben das Zeichen des Sabbats behalten und nie aus den Augen verloren, wer
sie sind.
Israel auf der anderen Seite hat seit den Tagen Jerobeams Gottes Sabbate
verlassen und sie gegen eigene Tage der Anbetung ausgetauscht. Dadurch haben
sich die Israeliten in ihrer Gefangenschaft auch nicht mehr von den sie
umgebenden Nationen und Völkern unterschieden. Wer ihnen begegnete, brachte sie
nicht mit den Juden in Verbindung, und letztlich vergaßen die meisten Israeliten
selbst ihre wahre Identität.
Viele der Bräuche, die Israel in der Gefangenschaft ausübten, erhielten sie
von den heidnischen Nationen um sie herum. Zur Zeit der assyrischen
Gefangenschaft Israels war der Prophet Micha in Juda. Er warnte Israel vor der
bevorstehenden Bestrafung und weshalb sie eintreffen würde. „Denn du hieltest
dich an die Weisungen Omris und alle Werke des Hauses Ahab und folgtest ihrem
Rat. Darum will ich dich zur Wüste machen und ihre Einwohner, dass man sie
auspfeifen soll, und ihr sollt die Schmach meines Volkes tragen" (Micha 6, 16).
Wer war Omri und was waren seine Weisungen? Was hat dies mit der verlorenen
Identität Israels zu tun?
Die gefangenen Israeliten werden
als Kimmerier bekannt
In der Gefangenschaft verlor Israel sogar den Namen der
Nation. Als die Israeliten das Zeichen ihrer Identität, das Gott festgelegt
hatte, verließen, gingen sie für die meisten Historiker verloren. Doch für Gott
gingen sie mit Sicherheit nicht verloren. Beachten Sie die Botschaft, die der
Prophet Amos unter seiner Inspiration in den Jahren vor Israels Gefangenschaft
niederschrieb: „Siehe, die Augen Gottes, des HERRN sehen auf das sündige
Königreich, dass ich’s vom Erdboden vertilge, wiewohl ich das Haus Jakob nicht
ganz vertilgen will, spricht der HERR. Denn siehe, ich will befehlen, und das
Haus Israel unter allen Heiden schütteln lassen, gleichwie man mit einem Sieb
schüttelt und kein Stein zur Erde fällt" (Amos 9, 8-9).
In 1. Könige 16 lesen wir von Omri und seinem Aufstieg zur Macht. Er
stürzte seinen Vorgänger Simri und errichtete eine mächtige Dynastie. Obwohl er
nur 12 Jahre regierte, errichtete er die Hauptstadt Samaria und erließ Gesetze,
die die Nation für den Rest ihrer Geschichte leiteten. Seine Rolle als
Gesetzgeber war so verwurzelt, dass sich 150 Jahre nach seinem Tod und viele
Dynastien später der Prophet Micha immer noch darauf bezog, dass Israel die
„Weisungen Omris" einhielt. Das Haus Israel, das die Gesetze, die Gott durch
Mose verkündet hatte, klar verworfen hatte, entschied sich stattdessen, die
Gesetze zu halten, die Omri erlassen hatte. „Omri," so heißt es in der Schrift,
„tat, was dem HERRN missfiel, und trieb es ärger als alle, die vor ihm gewesen
waren" (1. Könige 16, 25).
Die Weisungen Omris enthielten also eindeutig heidnische religiöse
Praktiken. Sein Sohn Ahab heiratete Isebel, die Tochter Ethbaals, des
Priester-Königs der Sidonier. Auch wenn viel von dem äußerlichen Prunk der
Baalsverehrung später durch einen nachfolgenden König, Jehu, wieder ausgerottet
wurde, kehrte Israel nie wieder wirklich zu Gott zurück.
Beachten Sie den Kommentar in Langers Encyclopedia of World History
[Enzyklopädie der Weltgeschichte] bezüglich der Ausdehnung von Omris Einfluss:
„Omri errichtete eine langlebige Dynastie. Er baute eine neue Hauptstadt in
Samaria und erneuerte die Allianz mit Tyrus ... Er eroberte auch Moab wieder,
wie wir aus den Inschriften von Mescha wissen. Omri war allem Anschein nach ein
starker König. Die Assyrer nannten Israel nach seinem Namen, Bit Omri
(Khumri)" (Ausgabe 1968; Seite 44).
Abgesehen von den Aufzeichnungen der Bibel ist uns die Geschichte des
Altertums überliefert durch die Schriften und Monumente der großen Reiche des
Altertums und die Schriften der griechischen Historiker. Die Assyrer gebrauchten
in ihren Monumenten nicht den Namen „Israel," sondern erwähnten vielmehr die
„Khumri." Unter diesem Namen war Israel in der Gefangenschaft bekannt.
Dieser Name und die Varianten davon in den Sprachen der benachbarten Völker ist
der Name, durch den das Volk Israel in der weltlichen Geschichte identifiziert
ist.
Das Volk, das auf den assyrischen Monumenten als Khumri identifiziert ist,
wurde auf Babylonisch Gimirrai (oder Gimiri) genannt. Die griechischen
Geographen wie Herodot nannten sie Kimmerer. So sind also die Namen, durch die
das Israel in Gefangenschaft in der weltlichen Geschichte identifiziert wird,
die Namen, die es von anderen erhielt, und diese Namen variierten in ihrer
Schreibweise und Aussprache je nach der Sprache des Autors.
Israels Wanderungen
Was geschah mit den Israeliten, die von den Assyrern
gefangen genommen wurden? Die Bibel sagt uns, dass sie nahe dem Fluss Gosan und
in den Städten der Meder angesiedelt wurden (2. Könige 17, 6). Gosan war ein
tributpflichtiger Staat am nördlichen Euphrat. Die Städte der Meder befanden
sich direkt südlich von Armenien, zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaspischen
Meer.
Das apokryphische vierte Buch Esra, geschrieben etwa ein Jahrhundert vor
Christus, enthält die Tradition, die die Juden seither bewahrten: „Dies sind die
zehn Stämme, die gefangen hinweggeführt wurden aus ihrem eigenen Land ... und er
[Salmanasser] brachte sie übers Wasser und so kamen sie in ein anderes Land.
Aber sie berieten sich untereinander, dass sie die Menge der Heiden verlassen
sollten, um in ein weiter entferntes Land zu gehen, wo noch nie ein Mensch
gelebt hat ... Und sie kamen zum Euphrat durch die engen Passagen des Flusses"
(13, 40-43; Übersetzung aus dem Englischen).
Zu sagen, dass die wandernden Israeliten den „engen Passagen des Flusses"
folgten, heißt einfach, dass sie nordwärts zogen durch die engen Gebirgspässe an
der Quelle des Euphrat. Dies brachte sie in den Norden des Kaukasus und an das
nördliche Ufer des Schwarzen Meeres. Und dies ist genau der Ort, wo die
Geschichte die Kimmerer beschreibt, die später das Donautal und das Rheintal
entlang nach Nordwesteuropa zogen.
Lempriere’s Klassisches Wörterbuch gibt das Gebiet der Kimmerier an
als „... nahe dem Plus Maeotis" (Seite 149). Palus Maeotis war der Name, den die
Griechen im Altertum dem See nördlich des Schwarzen Meeres gegeben haben. Heute
wird er Azovskoje More genannt. Aus diesem Gebiet wanderten manche der Kimmerier
direkt flussaufwärts nach Nordwesteuropa, während andere in Kleinasien
eindrangen. Nachdem sie dort vertrieben worden waren, zogen sie ebenfalls nach
Nordeuropa.
Im Bezug auf die Einwanderung der Kimmerier-Israeliten in Nordwesteuropa
schreibt M. Guizot in The History of France from Earliest Times to 1848
[Die Geschichte Frankreichs von den frühesten Zeiten bis 1848]: „Vom siebten bis
vierten Jahrhundert v.Chr. breitete sich eine neue Bevölkerung in Gallien aus,
nicht sofort, sondern in einer Serie von Einwanderungswellen, von denen die zwei
größten zu Beginn und am Ende dieser Epoche stattfanden. Sie nannten sich selbst
Kymrier oder Kimrier... der Name eines Volkes, das die Griechen am
Westufer des Schwarzen Meeres und auf der Kimmerischen Halbinsel platzierten,
die noch heute Krim genannt wird" (Seite 16). Von den Römern als Gallier
oder Kelten bezeichnet, breiteten sich diese Völker im heutigen Frankreich und
auf den Britischen Inseln aus.
Die stärksten Zeiten dieser Einwanderung in Nordwesteuropa fand kurz nach
der ursprünglichen Invasion der Assyrer statt, und dann noch einmal fast 400
Jahre später. 331 v.Chr. besiegte Alexander der Große die Meder und Perser.
Diejenigen Israeliten, die sich noch im ehemaligen Gebiet der Meder befanden,
waren nun frei, zu ziehen, wohin sie wollten. Interessanterweise ergeben sich
exakt 390 Jahre vom Fall Samarias bis zur Niederschlagung der Meder (721v.Chr. –
331v.Chr.) – genau die Zeitspanne, die Hesekiel für das Haus Israel prophezeit
hatte (Hesekiel 4, 5).
Ein weiterer Name, unter dem die im Exil lebenden Israeliten im Altertum
bekannt waren, ist „Skythen." Ein riesiges Gebiet der heutigen eurasischen Ebene
Russlands war damals bekannt als Skythien. Viele Völker bewohnten dieses große
Gebiet, einschließlich einiger Stämme der im Exil lebenden Israeliten. Der
griechische Historiker Herodot schrieb: „... die Perser nannten sie Sacae, da
dies der Name war, den sie allen Skythen geben" (Die Persischen Kriege,
VII, 64). Das Wort Sacae oder Sakae ist abgeleitet von Isaak, dem Vorfahren der
Israeliten. Dies ist der wahre Ursprung von Namen wie Schottland (Scot-land),
Sachsen (Saak-son), und Skandinavien.
Die Schotten überliefern bis heute die Geschichte ihres skythischen
Ursprungs im berühmtesten Dokument schottischer Geschichte, der Erklärung von
Arbroath. Diese Erklärung wurde 1320 geschrieben und von Robert the Bruce und
seinen Edlen unterzeichnet. Darin findet sich die Aussage, dass die Schotten
„... reisten von Groß-Skythien über das Thyrrhenische Meer... . Sie kamen
zwölfhundert Jahre, nachdem die Israeliten durch das Rote Meer gezogen waren
[ca. 250 v.Chr.] in ihre Heimat im Westen, wo sie noch heute leben." Das
Original dieses alten Dokuments, das viele als „Schottlands wertvollsten Besitz"
bezeichnen, ist in einem Glaskasten im Registerhaus in Edinburgh ausgestellt.
Dem Pergament sind die Siegel der 25 unterzeichnenden Edelleute angeheftet.
Wir sehen also, dass die zehn Stämme des nördlichen Staates Israel im
achten Jahrhundert v.Chr. aus ihrem Heimatland entwurzelt und von ihren
Eroberern in ein anderes Gebiet gebracht wurden. Als sie ihre Identität verloren
hatten, wurden sie in der Geschichte unter einer Vielzahl von Namen bekannt.
Kimmerier, Skythen und Kelten sind nur einige davon. Heute können wir, geleitet
durch alte Aufzeichnungen, die Wanderbewegungen dieser Völker vom Schwarzen Meer
bis auf die Britischen Inseln und nach Nordwesteuropa nachvollziehen.
Wie passt all dies zu den Prophezeiungen ihrer Bibel? Lesen Sie die
erstaunlichen Antworten.
Die Verheißungen des
Erstgeburtsrechts sind erfüllt
Im Altertum gab Gott Abraham und seinen Nachkommen
bemerkenswerte Verheißungen. Wir haben bereits gesehen, dass die nördlichen zehn
Stämme aus ihrer Heimat entwurzelt wurden und dass sie letztlich in
Nordwesteuropa einwanderten. Was wurde aber aus der Erfüllung der Verheißungen
an Abraham?
Sehen Sie, auf welch bemerkenswerte Weise Gott in der Geschichte
eingegriffen hat, um seinen Zweck zu erfüllen und sein Wort zu halten.
Sieben prophetische Zeiten – 2520 Jahre – vergingen seit der Zeit, als
Samaria gefallen und Israel 721 v.Chr. in Gefangenschaft geraten war. Dies
bringt uns ins Jahr 1800 n.Chr. und in die Zeit, in der nach der Schrift
Abrahams Nachkommen anfangen sollten, in den Besitz der Verheißungen aus dem
Erstgeburtsrecht zu kommen. Die interessante Geschichte, die sich in der
Geschichte der englischsprachigen Völker nach 1800 entfaltete, ist erstaunlich.
Um ganz zu verstehen, was geschah, und um es in die richtige Perspektive zu
bringen, wollen wir uns kurz die Geschichte Europas ansehen. Am Ende des 11.
Jahrhunderts n.Chr. waren die meisten Völkerwanderungen in Europa beendet und
die Nationen befanden sich im Wesentlichen in den Gebieten, wo wir sie auch
heute noch finden. Die Israeliten waren in Jahrhunderte andauernden
Wanderungswellen in den neuen Ländern angekommen, die sie ererben sollten.
Schließlich hatte Gott vor langer Zeit Jakob gesagt, dass seine Nachkommen sich
nach Norden, Westen, Osten und Süden ausbreiten würden (1. Mose 28, 14).
Über die zehn Jahrhunderte vom Zusammenbruch Roms bis ins 15. Jahrhundert
war Europa völlig von der Katholischen Kirche dominiert und befand sich in einem
Zustand der Armut, der Unwissenheit und der Kriegführung. Ein großer Teil dieser
Zeitspanne wurde von Historikern als das „finstere Mittelalter" bezeichnet. In
der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts fanden dann drei bahnbrechende
Ereignisse statt. Das Erste war der Fall Konstantinopels an die Türken 1453.
Hierdurch kamen viele Gelehrte und griechische Manuskripte des Neuen Testaments
nach Westeuropa. Als Zweites vervollkommnete Johannes Gutenberg 1456 die
Verwendung beweglicher Lettern, was die Geburtsstunde der Druckindustrie
kennzeichnet. Dadurch wurde erstmals die weite Verbreitung von Wissen möglich.
Dann, 1492 entdeckte Christoph Kolumbus ein Land und begann die ungebrochene
Verbindung zwischen Europa und der neuen Welt Amerikas.
Zur selben Zeit kam England gerade aus dem so genannten Rosenkrieg heraus.
Endlich hatte es unter der Dynastie der Tudors mit Heinrich VII. eine stabile
Regierung. Im Laufe des folgenden Jahrhunderts machte England eine erstaunliche
Veränderung durch. Immer mehr Leute konnten lesen, die katholische Kontrolle
wurde abgeschüttelt und die winzige Inselnation wurde zur Seemacht.
Das Jahr 1588 markierte einen Wendepunkt in der Geschichte Englands.
Spanien hatte den Versuch unternommen, England zu erobern und es wieder der
Katholischen Kirche einzuverleiben. Um dies zu erreichen, stach eine riesige
Armada von Spanien aus in See. Zerrüttet von Stürmen vor der Küste Englands,
wurde sie jedoch besiegt und das kleine England war gerettet.
Beachten Sie, was Sir Winston Churchill in seinem Buch History of the
English-Speaking Peoples [Geschichte der englischsprachigen Völker] schrieb:
„Aber für das gesamte englische Volk war die Vernichtung der Armada wie ein
Wunder. Für 30 Jahre hatte der Schatten der Macht Spaniens die politische Szene
verdunkelt. Eine Welle religiöser Gefühle erfüllte die Menschen. Eine Medaille,
die im Gedenken an den Sieg geprägt wurde, trägt die Inschrift ‚Afflavit Deus
et dissipantur’ – ‚Gott blies, und sie verschwanden.’ Elisabeth und ihre
Seeleute wussten, wie wahr dies gewesen war" (Band II, Seite 131).
Dieser wundersame Sieg stellte sicher, dass England nicht mehr unter
päpstliche Kontrolle kommen konnte und bereitete so den Weg für die folgende
Religionsfreiheit in England. Das Bewusstsein der Rolle Gottes in der Geschichte
Englands gab den Ansporn für ein wiedergefundenes Interesse an der Bibel. Dieses
Interesse führte zur Übersetzung und weiten Verbreitung der Bibel unter der
Herrschaft von Königin Elisabeths Nachfolger King James I., nach dem
diese Bibelübersetzung benannt wurde.
Im ganzen 16. und 17. Jahrhundert brachen Seeleute und Forscher von England
aus in die ganze Welt auf. Dies markierte den Beginn Englands als Seemacht und
bereitete den Weg für seine künftige Größe als Wirtschafts- und Handelsmacht.
Dennoch besaßen England und seine ehemaligen amerikanischen Kolonien, die
flügge gewordenen Vereinigten Staaten, im Jahr 1800 nur einen kleinen Teil an
den Reichtümern und Ländern der Erde. In Europa war Napoleon bemüht, ein
riesiges kontinentales Reich aufzubauen, mit Frankreich an der Spitze. Doch
anstatt dass diese Bemühungen von Erfolg gekrönt worden wären, geschah etwas
völlig Anderes.
Im Laufe der folgenden Jahrzehnte kam England in den Besitz des riesigen
British Empire. Es war das größte Reich, das die Welt bis dahin gesehen
hatte. Über ein Viertel der Landmasse der Welt und ihrer Bevölkerung fand sich
am Ende des 19. Jahrhunderts unter der britischen Flagge wieder. Die Vereinigten
Staaten, die sich im Jahr 1800 noch immer an die Ostküste klammerten, hatten
sich in nur fünf Jahrzehnten bis über den ganzen nordamerikanischen Kontinent
ausgebreitet. Die mächtigste Nationengemeinschaft, das British Empire,
und die größte einzelne Nation, die Vereinigten Staaten, kamen genau nach
Zeitplan auf. Das Jahr 1800 markierte die Zeit, als die 2520 Jahre der
Zurückhaltung des Erstgeburtsrechts zu Ende gingen.
Das British Empire steigt
auf
„Wie haben die Briten das geschafft? Wie in aller Welt
konnte eine periphere Insel von solch primitiver Verkommenheit zur
Weltherrschaft gelangen? Und wie konnten sie es zwischen den [Welt-] Kriegen
immer noch schaffen, ihr wackeliges Reich mit scheinbar so wenig Anstrengung
zusammenzuhalten?" (The Europeans [Die Europäer], Seite 47). Diese Fragen
stellte sich der Autor Luigi Barzini, und sie wurden von Vielen wiederholt.
Während andere Nationen sich einen klaren Plan ausdachten, um große Gebiete
zu erobern und ein Reich zu errichten, wurde über die Briten gesagt, dass sie
geistesabwesend in ihr Reich hineinstolperten. Wie kam es zu einer so
erstaunlichen Veränderung?
Kanada, eine riesige Schatzkammer an landwirtschaftlichen und mineralischen
Reichtümern, fiel fast ungebeten in die Hände des British Empire. Nach
Englands Sieg über Frankreich im Siebenjährigen Krieg (1756-63) sprachen sich
sogar viele im Parlament dagegen aus, Kanada überhaupt von Frankreich anzunehmen
und warnten: „... sein spärlicher Handel mit Biberfellen könnte niemals die Last
seiner Verteidigung und Verwaltung ausgleichen ..." (A History of England and
the British Empire [Eine Geschichte Englands und des British Empire], Hall &
Albion, Seite 463). Tatsächlich war „Halifax [in Nova Scotia] die einzige
Siedlung in Amerika, die aufgrund direkter Tätigkeit der britischen Regierung
gegründet wurde" (Seite 456).
Australien und Neuseeland wurden Großbritannien nicht weniger als Teil
ihres Empire aufgedrängt. Von Australien wurde berichtet, dass die
Entdeckung von Gold 1851 „... aus einer Kolonie eine Nation machte" (Seite 664).
Die Bevölkerung sprang von 250000 auf fast eine Million in nur wenig mehr als
einem Jahrzehnt. Und Neuseeland: „Die örtliche Regierung widersetzte sich lange
den Bemühungen, Neuseeland unter die britische Flagge zu bringen ... So ging
Neuseeland seinen Weg der Anarchie, bis die geplante Ansiedlung englischer
Siedler eine direktere Kontrolle notwendig machte" (Seite 664).
Im Laufe des 19. Jahrhunderts kam Großbritannien in den Besitz von Gebieten
in allen Ecken der Erde. Unter diesen Besitztümern waren praktisch alle
strategischen Meerengen. Der Besitz der „Tore ihrer Feinde" war einer der Segen,
die Gott Abraham für dessen Nachkommen verheißen hatte. Diese engen Passagen,
durch die der Seeverkehr hindurch musste, waren für Großbritannien von
unschätzbarem Wert, sowohl in kommerzieller Hinsicht, als auch hinsichtlich der
Sicherheit in den zwei Weltkriegen des 20. Jahrhunderts. Die britische Kontrolle
über den Suezkanal, die Straße von Gibraltar und die strategisch gelegene Insel
Malta waren entscheidend für die Kontrolle der Alliierten über das Mittelmeer im
2. Weltkrieg.
Mit Australien, Neuseeland und Kanada kam Großbritannien in den Besitz
einiger der reichsten landwirtschaftlichen Gebiete der Erde. Die riesigen
Kornfelder und unzählbaren Herden an Schafen und Vieh waren eine Erfüllung der
alten Verheißungen Gottes an Abraham. Zusätzlich gab es noch unvorstellbare
Mengen an Bodenschätzen in Kanada, Australien und Südafrika. Großbritannien
selbst erlangte Kontrolle über viele der Ölreserven im Nahen Osten. Seine
Besitztümer und Pipelines dort lieferten den Alliierten das Öl, das sie
brauchten, um im 2. Weltkrieg zu kämpfen.
Insgesamt gesehen war der britische Einfluss für die ganze Welt von
Vorteil, wie Gott es einst prophezeit hatte. Die britische Navy war es, die den
internationalen Sklavenhandel im frühen 19. Jahrhundert unterband. Die
British and Foreign Bible Society, mit Hauptsitz in London war
verantwortlich dafür, dass die Bibel in fast alle Sprachen übersetzt und
erstmals Völkern auf der ganzen Welt zugänglich gemacht wurde.
Im Empire selbst wurde die britische Herrschaft nicht durch riesige
Besatzungsarmeen erzwungen. Die britische Armee war sogar im 19, Jahrhundert
recht klein. Sie wurde „die dünne rote Linie" genannt. Im riesigen Indien, wo
schon im 19. Jahrhundert Dutzende von Millionen Menschen lebten, bestand die
britische Zivilverwaltung nie aus mehr als ein paar Hundert, die regierten. Sie
übten die Rechtsprechung aus, zogen Steuern ein und setzten die Gesetze durch.
„Sie alleine waren es, die mit den Einwohnern in direkten Kontakt kamen ... sie
arbeiteten hart und effizient ... Korruption war unter ihnen unbekannt und sie
hielten Gerechtigkeit, Frieden und Ordnung über einige Jahrzehnte auf triumphale
Weise aufrecht" (Seite 738).
Das winzige England stieg praktisch über Nacht zur Herrschaft über das
ausgedehnteste Reich auf, das die Welt je gesehen hatte. Dieses Reich
entwickelte sich zu einer Staatengemeinschaft, die durch die Treue zu einer
gemeinsamen Krone zusammengehalten wurde. Wo sonst könnte man auf vergleichbare
Weise auf eine Erfüllung der alten Verheißung zeigen, die Jakob seinem Enkel
Ephraim mit auf den Weg gab? Eindeutig hat Gott gegenüber Abraham sein Wort
gehalten!
Vereinigte Staaten und Vereinigtes Königreich größte Ausdehnung der
Besitzungen

Der Thron Davids
Gott gab König David im Israel des Altertums ein
bemerkenswertes Versprechen. Durch Nathan, den Propheten, sprach er zu David:
„Wenn nun deine Zeit um ist und du dich zu deinen Vätern schlafen legst, will
ich dir einen Nachkommen erwecken, der von deinem Leibe kommen wird; dem will
ich sein Königtum bestätigen. Der soll meinem Namen ein Haus bauen und ich will
seinen Königsthron bestätigen ewiglich. Ich will sein Vater sein und er soll
mein Sohn sein. Wenn er sündigt, will ich ihn mit Menschenruten und mit
menschlichen Schlägen strafen; aber meine Gnade soll nicht von ihm weichen,
wie ich sie habe weichen lassen von Saul, den ich vor dir weggenommen habe.
Aber dein Haus und dein Königtum sollen beständig sein in Ewigkeit vor mir, und
dein Thron soll ewiglich bestehen" (2. Samuel 7, 12-16).
Gott erklärte David, dass er, auch wenn er dessen Nachkommen für ihre
Sünden strafen werden, dennoch das Königtum nicht aus seiner Abstammungslinie
entfernen werde, wie er es bei Saul getan hatte. Was geschah mit dieser
Abstammungslinie von Königen? Die Geschichte berichtet, dass König Zedekia, ein
Nachkomme Davids der letzte König war, der auf dem Thron Judas in Jerusalem saß.
586 v.Chr. nahm Nebukadnezar von Babylon Zedekia gefangen, brachte ihn nach
Babylon, brannte den Tempel nieder und zerstörte die Stadt Jerusalem. Beachten
Sie die Aussage in 2. Könige 25, 7: „Und sie erschlugen die Söhne Zedekias vor
seinen Augen und blendeten Zedekia die Augen und legten ihn in Ketten und
führten ihn nach Babylon."
Hatte Gottes Verheißung an David versagt?
Für den Rest der Geschichte beachten Sie die Prophezeiung, die Gott
Hesekiel eingab (Hesekiel 17). Sie beginnt mit einem Rätsel, in dem ein Adler
beschrieben wird, der zu einer großen Zeder kommt und deren Wipfel hinwegnimmt.
Dieser Wipfel wurde in die „Händlerstadt" gebracht (Vers 4). Was beschreibt
dieses Rätsel? Vers 12 sagt uns: „Sprich doch zu dem Haus des Widerspruchs:
Wisst ihr nicht, was damit gemeint ist? Und sprich: Siehe, es kam der König von
Babel nach Jerusalem und nahm seinen König und seine Oberen und führte sie weg
zu sich nach Babel."
Aber das ist nicht das Ende der Geschichte. Gott fuhr fort, Hesekiel in den
Versen 22-23 zu sagen: „Dann will ich selbst von dem Wipfel der Zeder die [jetzt
verbleibende] Spitze wegnehmen und ihr einen Platz geben; ich will oben von
ihren Zweigen ein zartes Reis brechen und will’s auf einen hohen und erhabenen
Berg pflanzen. Auf den hohen Berg Israels will ich’s pflanzen, dass es Zweige
gewinnt und Früchte bringt und ein herrlicher Zedernbaum wird, so dass Vögel
aller Art in ihm wohnen und alles, was fliegt, im Schatten seiner Zweige bleiben
kann."
Wir haben bereits gesehen, dass der „Wipfel" der Zeder Judas letzten König
Zedekia symbolisiert. Ein Zweig (kleiner Reis), der aus diesen Zweigen stammt,
wäre dann eines seiner Kinder. Wir haben auch gesehen, dass seine Söhne getötet
wurden. Dieser „kleine Reis" muss sich also eindeutig auf eine seiner Töchter
beziehen! Gott spricht davon, dass er auf einen hohen Berg gebracht wird (Berge
stehen in der Bibel symbolisch für Völker), wo er eingepflanzt werden und zu
einem großen Zedernbaum wachsen soll. Das zeigt, dass diese Tochter heiraten und
Kinder haben würde, und dass die Dynastie auf diese Weise fortbestehen würde.
Beachten Sie auch, dass Davids Abstammungslinie zuvor über Juda regiert hatte,
nun aber „eingepflanzt" würde, um über Israel zu regieren.
Die irische Geschichte berichtet den Rest der Geschichte. Sie spricht von
dem Propheten Jeremia und seinem Schreiber Baruch, die nach dem Fall Judas mit
einer jungen Prinzessin und ihrem Krönungsstein, auf Keltisch lia fail
genannt, nach Irland kamen. In den alten irischen Aufzeichnungen heißt die
Prinzessin Tea Tephi. Sie heiratete den Sohn des hohen Königs von Irland. Ihre
Nachkommen regierten über mehrere Jahrhunderte von Tara aus über Irland. Später,
in den Tagen von Kenneth McAlpine, verlegten sie mit ihrem Herrschaftssitz nach
Scone in Schottland. Dieselbe Dynastie hat sich bis in unsere Tage erhalten und
wird heute durch Königin Elisabeth II. vertreten, eine direkte Nachfahrin von
Tea Tephi und ihrem Mann. Gott hat sein Versprechen gegenüber König David
erfüllt, wie er gesagt hat!
Die Vereinigten Staaten und die
Segnungen Manasses
Was ist mit den Vereinigten Staaten von Amerika? Stammt
das amerikanische Volk auch wirklich vom Israel des Altertums ab? Sehen wir uns
die klaren Aufzeichnungen der Geschichte an.
Die erste permanente Ansiedlung englischer Siedler gab es im heutigen
Jamestown, Virginia, im Jahre 1607. Ein paar Jahre später landeten Pilger in
Plymouth Rock, Massachusetts. Während des 17. und 18. Jahrhunderts strömten
Siedler von den Britischen Inseln in das, was später zu den Vereinigten Staaten
wurde. Tatsächlich gab es, wie Professor David Fischer in seinem bedeutsamen
Buch Albion’s Seed [Die Saat Albions] hervorhebt, vier hauptsächliche
Immigrationswellen während dieser zwei Jahrhunderte in den späteren Vereinigten
Staaten. Diese Immigrationswellen hatten ihren Ursprung in spezifischen Teilen
der Britischen Inseln und siedelten sich in unterschiedlichen Gebieten der
amerikanischen Kolonien an.
New England zum Beispiel wurde hauptsächlich von Immigranten aus East
Anglia besiedelt. Manche Gemeinden dieser südöstlichen Region Englands waren
zwischen 1629 und 1641 fast ausgestorben, weil ganze Gruppen von Familien
massenweise auswanderten. „Heute erscheint East Anglia als eine sehr ländliche
Gegend im Vergleich zu anderen Regionen Englands. Aber im frühen 17. Jahrhundert
war es einer der am dichtesten besiedelten und am meisten städtisch angelegten
Teile Englands und war es seit vielen Jahrhunderten" (Albion’s Seed,
Seite 43).
Die überwiegende Zahl der Einwanderer, die sich vor dem Bürgerkrieg in den
Vereinigten Staaten niederließen, kam aus Nordwesteuropa. Die meisten davon
kamen aus den Britischen Inseln und manchen Teilen Norddeutschlands. Diese
Einwanderer prägten den Charakter der amerikanischen Nation und bilden bis heute
den größten Teil der Führungsschicht dieser Nation. Selbst diejenigen, deren
Vorfahren später aus anderen Teilen Europas einwanderten, können durchaus
israelitische Vorfahren haben. Schließlich wurde durch Amos die Prophezeiung
gegeben, dass das Haus Israel aus den Nationen gesiebt werden würde, so dass
kein Stein zur Erde fällt (Amos 9, 9).
Beginnend mit dem Erwerb Louisianas 1803 fing in den Vereinigten Staaten
eine rapide Gebietserweiterung an, die dazu führte, dass innerhalb einer
Generation der ganze Kontinent eingeschlossen war. Das Gebiet, das von Napoleon
für weniger als 5 Cent pro Ar gekauft worden war, schloss die reichste
Agrarregion der Erde ein – den amerikanischen Mittelwesten.< /P> Durch die
Kombination aus landwirtschaftlichem Ertragsreichtum und den Reichtum an
Bodenschätzen gelangte Amerika schnell an die Spitze des Pro-Kopf-Einkommens der
Welt. Sei es an Korn und Vieh, an Kohle, Eisen und Ölförderung, Amerika hatte
einen unvergleichlichen Überfluss. Zum Beispiel förderten die Ölfelder in
Osttexas während des 2. Weltkriegs mehr Öl als alle Achsenmächte zusammen. Die
Prophezeiung des gealterten Israel an seinen Enkel Manasse, dass seine
Nachkommen die größte einzelne Nation werden würden, hat sich sicherlich in den
Vereinigten Staaten von Amerika erfüllt.
Ausdehnung der Vereinigten Staaten
nach Westen

Zudem besaßen die Vereinigten Staaten mit der Übernahme
des Panamakanals und zahlreicher Inseln, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts
hinzukamen, ebenfalls die Tore ihrer Feinde. In Verbindung mit England
kontrollierte Amerika praktisch alle strategischen Durchgänge auf Erden für den
Großteil des 19. und 20. Jahrhunderts.
Auf ihrem Höhepunkt besaßen oder kontrollierten die amerikanischen und
britischen Nationen einen überragenden Teil des Reichtums der Welt. Es gibt
einfach keine andere Nation, die sich mit diesem Reichtum und mit dieser
Machtfülle vergleichen ließe, wie sie von den englischsprachigen Völkern
kontrolliert wurde.
Große Segnungen bringen jedoch auch eine große Verantwortung. Außerdem
traten gewisse Gefahren für diese Nationen auf, vor denen sie in einem Buch
gewarnt wurden, das überall in der englischsprachigen Welt verfügbar geworden
ist – der Bibel.
Eine Warnung für die modernen
Nationen Israels
Mose war einst von Gott inspiriert worden, die Nationen
inmitten ihres fabelhaften Wohlstandes und Überflusses an etwas zu erinnern:
„Denn der HERR, dein Gott, führt dich in ein gutes Land ... ein Land, wo du Brot
genug zu essen hast, wo dir nichts mangelt ... So hüte dich nun davor, den
HERRN, deinen Gott, zu vergessen, so dass du seine Gebote und seine Gesetze und
Rechte, die ich dir heute gebiete, nicht hältst. Wenn du nun gegessen hast und
satt bist und schöne Häuser erbaut und darin wohnst ... dann hüte dich, dass
dein Herz sich nicht überhebt und du den HERRN, deinen Gott, vergisst ... Du
könntest sonst sagen in deinem Herzen: Meine Kräfte und meiner Hände Stärke
haben mir diesen Reichtum gewonnen" (5. Mose 8, 7-17). Wir werden ermahnt:
„Gedenke an den HERRN, deinen Gott; denn er ist’s, der dir Kräfte gibt, Reichtum
zu gewinnen, auf dass er hielte seinen Bund, den er deinen Vätern geschworen
hat, so wie es heute ist" (Vers 18).
Eine der größten Gefahren von Reichtum und Überfluss ist eine auf das
Selbst ausgerichtete, materialistische Perspektive. Anstatt das dankbarste aller
Völker zu sein, werden wir am egoistischsten.
Die Größe dieser Nationen wurde nicht deshalb erreicht, weil sie selbst
bessere Menschen waren, als andere. Vielmehr wurden ihnen die Anteile an den
besten Besitztümern der Erde zuteil, weil Abraham einst Gott treu und gehorsam
war und Gott ihm dies versprochen hatte. Mose erinnerte die Israeliten: „Nicht
hat euch der HERR angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle
Völker – denn du bist das kleinste unter allen Völkern –, sondern weil er euch
geliebt hat und damit er seinen Eid hielte, den er euren Vätern geschworen hat"
(5. Mose 7, 7-8).
Israel wurde dazu berufen, eine heilige Nation unter Gott zu sein. Heute
haben wir direkten Zugang zu Gottes Wort, wie noch niemals zuvor. Doch das
Verhalten der Menschen und Staatsoberhäupter hinkt weit hinter dem her, wozu
Gott uns ermahnt hat. Inmitten eines materiellen Überflusses sind wir undankbar
und dem Gott, der uns alle gesegnet hat, ungehorsam. So, wie Gott mit den
Israeliten im Altertum verfahren hat, so wird er auch mit ihren Nachfahren und
allen, die es ihnen gleichtun, verfahren.
Alle Völker, allen voran Amerikaner und Briten und alle von den Briten
abstammenden Völker, werden bald vor Gott zur Rechenschaft gezogen werden!
Was bringt die Zukunft für die
Nationen der Amerikaner und Briten?
1897, im Jahr des „diamantenen Thronjubiläums" von
Königin Victoria, brachte einer der beliebtesten Poeten Großbritanniens die
Leute in eine nachdenkliche Stimmung. Das British Empire war auf dem
Höhepunkt seiner Macht. In diesem Kontext schrieb Rudyard Kipling Recessional
[Abgesang], ein Gedicht mit erstaunlich prophetischem Inhalt. „Gott unserer
Väter, seit langem bekannt / Herr unserer weit ausgebreiteten Kampfeslinie /
unter dessen Ehrfurcht gebietender Hand wir verweilen / Herrscher über Palmen
und Pinien / Herr Gott der Heerscharen, sei doch mit uns, dass wir nicht
vergessen – dass wir nicht vergessen!" Er fügte hinzu: „Siehe, all unser Pomp
von gestern ist eins mit Ninive und Tyrus! Richter von Nationen, hab’ Erbarmen
mit uns / dass wir nicht vergessen – dass wir nicht vergessen!"
Ein Jahrhundert später haben die von den Amerikanern und Briten
abstammenden Völker wie fast alle anderen ihren Gott vergessen. Gottes direkte
Warnung an Nationen, die vergessen, schallt zu uns über all die Jahrhunderte:
„Wirst du aber den HERRN, deinen Gott, vergessen und andern Göttern nachfolgen
und ihnen dienen und sie anbeten, so bezeuge ich heute, dass ihr umkommen
werdet" (5. Mose 8, 19).
Wie haben wir unseren Gott und seine Gesetze vergessen? Der grundlegendste
Baustein einer Nation, die Familie, wurde durch Scheidungen und uneheliche
Beziehungen zerrüttet. Wir haben in den Straßen von London, San Francisco,
Sydney und Berlin Paraden von Leuten, die stolz darauf sind, homosexuell zu
sein. Abtreibungen sind ein stiller Holocaust, der das Leben von Millionen von
ungeborenen Babys gekostet hat. Gewalt ist so eskaliert, dass die Menschen sich
vor Angst nicht mehr nachts auf die Straßen wagen. Habgier, Materialismus und
unmoralisches Verhalten sind inzwischen untrennbar mit dem Verhalten der
Nationen in der westlichen Welt verwoben.
Die Botschaften der Propheten des Altertums sind genauso treffen in der
Beschreibung unserer Zustände, wie eine Nachrichtensendung. „Wehe dem sündigen
Volk, dem Volk mit Schuld beladen, dem boshaften Geschlecht, den verderbten
Kindern, die den HERRN verlassen, den Heiligen Israels lästern, die abgefallen
sind" (Jesaja 1, 4).
Man schämt sich sogar nicht einmal mehr angesichts des Verhaltens unserer
Nationen. „Der Ausdruck ihres Angesichts zeugt wider sie, und ihre Sünden künden
sie aus, wie die Sodomiter, und verbergen sie nicht. Wehe ihren Seelen, denn sie
fügen sich selbst Schaden zu" (Jesaja 3, 9; Schlachter-Übersetzung).
Die Botschaft des Wächters
Wie wir bereits früher in dieser Broschüre gesehen
haben, setzte Gott den altertümlichen Propheten Hesekiel als Wächter über das
Haus Israel ein. „Und nun, du Menschenkind, ich habe dich zum Wächter gesetzt
über das Haus Israel. Wenn du etwas aus meinem Mund hörst, sollst du sie in
meinem Namen warnen" (Hesekiel 33, 7). Was ist die Botschaft an das moderne
Israel, die durch Hesekiels Hand für unsere Tage aufbewahrt wurde?
„Du Menschenkind, willst du nicht richten die mörderische Stadt? Zeige
ihr alle ihre Gräueltaten ... Durch das Blut, das du vergossen hast, wurdest
du schuldig, und durch die Götzen, die du dir machtest ..." (Hesekiel 22, 2-4).
Und zusätzlich zu Gewalt und Götzendienst wirft Gott Israel durch Hesekiel auch
seine Unmoral einschließlich Ehebruch und Inzest vor (Verse 9-11). Er spricht
auch vom Zusammenbruch von Familienstrukturen und der Bedrängnis für Bedürftige
und Hilflose (Vers 7). Und Gott sagt ebenso: „Du verachtest, was mir heilig ist,
und entheiligst meine Sabbate" (Vers 8).
Das Buch Hesekiel enthält eine Klageschrift wegen unserer Sünden, einen
Aufruf zur Reue und eine Warnung vor Gottes bevorstehendem Gericht. Und es wirft
einen Blick auf die Zeit nach dem Gericht, wenn die Nationen bereuen und nach
Christi Rückkehr wieder zusammengeführt werden.
Die Völker der westlichen Welt haben sich in ihrer Gesamtheit mehr und mehr
von Gott entfernt. Sie handeln gottlos, obwohl sie sich als „christliche
Nationen" bezeichnen. Die Sünden unserer Nationen sind Gott ein Gräuel. Dabei
hat er uns so überreichen Segen zuteil werden lassen!
Auf die englischsprachigen Völker, das moderne Haus Israel im Besonderen,
aber auch auf andere Nationen kommen Probleme zu, die wir uns jetzt kaum
vorstellen können. Gott erklärt: „Ich will den Vorrat an Brot in Jerusalem
wegnehmen" (Hesekiel 4, 16). Er spricht von einer Zeit der Hungersnöte und
Zerstörungen, wenn die Städte verwüstet werden (12, 20). So undenkbar dies für
moderne Amerikaner, Kanadier, und Briten heute sein mag, so sagt der allmächtige
Gott doch, dass es geschehen wird!
Eine große, Nationen übergreifende Union in Europa, die sich jetzt bereits
zu formen beginnt, wird dem System nach zur siebten und letzten
Wiederauferstehung des Römischen Reichs werden. Dieses System wird, so steht es
in Offenbarung 13 und 17, für eine kurze Zeit die ganze Erde beherrschen. Diese
starke europäische Supermacht ist es, die letztlich die amerikanischen und
britischen Völker angreifen und unterwerfen wird. Sie wird ebenso den jüdischen
Staat im Nahen Osten, der Israel genannt wird, besetzen.
Die Menschen unserer Tage wiegen sich noch in Selbstzufriedenheit und
denken materialistisch. Sie haben ihren Schöpfer vergessen und sein
Anleitungsbuch, die Bibel, ignoriert. Aber es kommt ein Tag des Gerichts. Und
die meisten von Ihnen, die diese Broschüre lesen, könnten ihn noch zu Ihren
Lebzeiten kommen sehen.
Es gibt jedoch einen Weg, diesem Strafgericht zu entkommen. „Meinst du,
dass ich Gefallen habe am Tode des Gottlosen, spricht Gott, der HERR, und nicht
vielmehr daran, dass er sich bekehrt von seinen Wegen und am Leben bleibt? [...]
Darum will ich euch richten, ihr vom Haus Israel, einen jeden nach seinem Weg,
spricht Gott, der HERR. Kehrt um und kehrt euch ab von allen euren
Übertretungen, damit ihr nicht durch sie in Schuld fallt. Werft von euch alle
eure Übertretungen, die ihr begangen habt und macht euch ein neues Herz und
einen neuen Geist. Denn warum wollt ihr sterben, ihr vom Haus Israel? Denn ich
habe kein Gefallen am Tod des Sterbenden, spricht Gott, der HERR. Darum bekehrt
euch, so werdet ihr leben" (Hesekiel 18, 23.30-32).
Gott wünscht sich Reue, nicht Bestrafung. Bei vielen jedoch wird Gott sich
nur durch schwerwiegende nationale Züchtigung Gehör verschaffen können. Viele
werden einfach auf keinen warnende Botschaft hören, bis ihre „heile Welt" in
Stücke zerfällt. Wie steht es mit Ihnen?
Gottes Kirche verkündet Hesekiels warnende Botschaft und die Botschaft der
Hoffnung für das moderne Haus Israel und alle Nationen. Es ist wichtig, dass
alle Menschen, insbesondere aber die Völker der israelitischen Nationen,
verstehen, was uns nach Gottes eigenen Worten bevorsteht – und dass wir dann
entsprechend diesem Verständnis handeln!
Entwicklung der Ereignisse in den
kommenden Jahren
Eine bevorstehende Bedrohung eines katastrophalen
wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruchs wird den Weg bereiten für die dann
kommenden Ereignisse, die die Bibel prophezeit. Als Reaktion auf die zunehmende
Angst wird plötzlich ein mächtiger und charismatischer Führer auf der
politischen Bühne in Europa erscheinen. In einer Allianz mit einem
Religionsführer, der durch etwas, was die Schrift als „lügenhafte Zeichen und
Wunder" (2. Thessalonicher 2, 9) bezeichnet, eine emotionale Massenhysterie
auslösen wird, wird dieser militärisch-politische Führer durch Täuschungsmanöver
zu großer Macht gelangen. Er wird ein wiederbelebtes „Heiliges Römisches Reich"
anführen, das in der Bibel „das große Babylon" genannt wird (Offenbarung Kapitel
17 und 18).
Diese europäische Union von Kirche und Staat wird weltweiten Wohlstand
versprechen und für eine kurze Zeit die ganze Welt wirtschaftlich dominieren.
Hesekiel 27 vergleicht sie sinnbildlich mit Tyrus, der Handelsstadt des
Altertums und beschreibt ihre weltweiten Wirtschaftsverbindungen, die Nationen
in Europa, Afrika, Lateinamerika und Asien einschließt – und auch Israel und
Juda (Hesekiel 27, 17). Teile aus Hesekiel 27 werden in Offenbarung 18
umschrieben oder zitiert, wo das endzeitliche System, genannt das große Babylon,
beschrieben wird.
Die englischsprachigen Nationen werden allerdings nicht für lange Zeit am
zunehmenden Wohlstand dieses Systems teilhaben. Letztlich werden sie sogar von
ihm militärisch besiegt und zerstört. Vor diesem militärischen Angriff und ihrer
Besetzung werden diese Nationen vernichtende Wetterprobleme und innere, zivile
Unruhen erleben („große Verwirrung darinnen", vgl. Amos 3, 9;
Schlachter-Übersetzung). Diese werden die Nationen an den Rand des
Zusammenbruchs bringen.
„Mein Volk ist dahin, weil es ohne Erkenntnis ist," schrieb der Prophet
Hosea unter Gottes Inspiration (Hosea 4, 6). Wir haben die Erkenntnis Gottes und
seine Wege verworfen. Je mehr wir in materieller Hinsicht vorangekommen sind,
desto mehr haben wir uns in Sünden verstrickt (Verse 7-8). Es scheint, als
hätten Unmoral und Missbrauch von Alkohol und Drogen den inneren Zusammenhalt in
unseren Ländern unterwandert und zerstört (Vers 11).
Gott hat Amos eingegeben, über diese Zeit ernsthafter Dürren und
Wasserknappheit in Verbindung mit Missernten und Epidemien zu prophezeien (Amos
4, 7-10). „Darum will ich’s weiter so mit dir machen, Israel! Weil ich’s denn
weiter so mit dir machen will, so bereite dich, Israel, und begegne deinem Gott!
Denn siehe, er ist’s, der die Berge macht und den Wind schafft; er zeigt dem
Menschen, was er im Sinne hat. Er macht die Morgenröte und die Finsternis, er
tritt einher auf den Höhen der Erde – er heißt ‚HERR, Gott Zebaoth’" (Verse
12-13).
Der Prophet Jeremia nennt diese kommende Zeit nationalen Unglücks „Zeit der
Angst für Jakob" (Jeremia 30, 7). Er sagt, dass diese Zeit schlimmer sein wird,
als alles was die Welt bisher gesehen hat. Jesus Christus sprach von derselben
Zeit in Matthäus 24, 21: „Denn es wird dann eine große Bedrängnis sein, wie sie
nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht wieder werden
wird." Es kann sicherlich keine zwei Zeiten geben, die beide schlimmer sind, als
alle anderen, also ist die große Bedrängnis vornehmlich eine Zeit der Bedrängnis
und Züchtigung für das moderne Haus Israel. Doch die Züchtigung ist noch nicht
das Ende der Geschichte!
Künftige Errettung und
Wiederherstellung
Der Prophet Hesekiel spricht von einer zukünftigen Zeit,
wenn Israel nach der Rückkehr des Messias in Macht und Herrlichkeit wieder
zusammengeführt wird. „Und die Heiden sollen erkennen, dass das Haus Israel um
seiner Missetat willen weggeführt worden ist. Weil sie sich an mir versündigt
hatten, darum habe ich mein Angesicht vor ihnen verborgen und habe sie übergeben
in die Hände ihrer Widersacher ... Ich habe ihnen getan, was sie mit ihrer
Unreinheit und ihren Übertretungen verdient haben, und habe mein Angesicht vor
ihnen verborgen. Darum – so spricht Gott, der HERR: Nun will ich die
Gefangenschaft Jakobs wenden und mich des ganzen Hauses Israel erbarmen ... Dann
werden sie erkennen, dass ich, der HERR, ihr Gott bin, der ich sie unter die
Heiden weggeführt habe und wieder in ihr Land sammle und nicht einen von ihnen
dort zurücklasse" (Hesekiel 39, 23-28).
Jesaja gab auch einen erfreulichen Ausblick auf die Zeit, wenn Gott Israel
wieder erwählen und in dem ihnen zugedachten Land zusammenführen wird (Jesaja
14, 1). Gott wird ihnen Ruhe von ihren Leiden, Ängsten und dem harten Joch, das
sie durchgemacht haben, verschaffen (Vers 3). Israel wird aus der Gefangenschaft
wieder zusammengeführt werden und sie werden „blühen und grünen [...], dass sie
den Erdkreis mit Früchten erfüllen" (27, 6). Sie werden die in Ruinen liegenden
Städte wieder aufbauen (61, 4). Nachdem die bevorstehende Zeit der Bedrängnis
und Züchtigung sie endlich zur Reue gebracht hat, werden diese Völker wieder aus
ihrer Gefangenschaft unter den Heiden herausgeführt werden. Gott inspirierte
Hesekiel, die Bekehrung Israels auf nationaler Ebene zu beschreiben, die dann
folgen wird. Dies wird der Anfang sein für die Bekehrung aller Nationen der
Welt: „Von all eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will ich euch
reinigen. Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben
... Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen,
die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun" (Hesekiel
36, 25-27).
Christus wird zurückgekehrt sein und die Heiligen werden auferweckt worden
sein, um mit ihm zu regieren (Offenbarung 20, 6). Wir sehen in zahlreichen
Schriftstellen, dass der König David des alten Israel unter den Auferweckten
sein wird und tatsächlich der direkte Herrscher über das gesamte, wieder
zusammengeführte Israel sein wird (Hesekiel 37, 24). Jeder der 12 Apostel wird
direkt über einen der 12 Stämme Israels regieren (Lukas 22, 29-30).
In dieser herrlichen Zeit, wenn Gottes Reich über alle Nationen regieren
wird, mit Christus als König aller Könige in Jerusalem, dann wird wahr, was
Jesaja so beschreibt: „Wolf und Schaf sollen beieinander weiden; der Löwe wird
Stroh fressen wie das Rind, aber die Schlange muss Erde fressen. Sie werden
weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der
HERR" (Jesaja 65, 25).
Was also bringt die Zukunft für Amerika und Großbritannien? Gottes
kommendes Gericht! Und auch die anderen Nationen werden nicht entkommen. Eine
Züchtigung für unsere Sünden zeichnet sich schon am Horizont ab. Sie wird
schnell und hart erfolgen und die ganze Welt in Staunen versetzen. Diese
Züchtigung wird die Nationen mehr erschüttern als alles, was sie bisher erlebt
haben! Für die meisten Menschen wird sie jedoch der Anlass und Beginn einer
tiefen, aufrichtigen Reue sein und sie werden sich wieder Gott zuwenden, wie es
in unseren Tagen noch nie geschehen ist (Hesekiel 36, 24-32).
Es gibt zwei Wege, unsere Lektion in diesem Leben zu lernen, den einfachen
und den harten Weg. Zurzeit scheint es, als ob wir den harten Weg einschlagen
werden.
Wie steht es aber mit Ihnen persönlich? Werden Sie die Warnungen, die in
dieser Broschüre wiedergegeben wurden und direkt aus Gottes Wort stammen, ernst
nehmen? Oder wählen Sie auch den harten Weg, um Ihre Lektion zu lernen?
Wir können nur einen Ausweg aufzeigen, aber Sie müssen bereit sein, nicht
nur an Gott und seinen Sohn Jesus Christus zu glauben, sondern auch zu tun, was
Gott gebietet. Sie müssen bereit sein, Gott zu suchen, wie noch niemals zuvor in
Ihrem Leben! Sie müssen bereit sein, aus diesem modernen Babylon
„herauszukommen" – aus seinen Ideen und Praktiken, seinen falschen Religionen
und Philosophien – und sich dem ernsthaften Studium von Gottes Wort widmen, um
„nach einem jeden Wort Gottes" zu leben (Matthäus 4, 4). Sie haben die Wahl!
Möge Gott Ihnen helfen, sich weise und richtig zu entscheiden.

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