Die meisten Leute, die Nachrichten lesen oder darüber berichten, spüren, dass die Welt ein zunehmend gefährliches Pflaster wird. Weder die Vereinten Nationen noch die Muskelspiele amerikanischer Macht haben Probleme verhindern oder lösen können, denen sich die Menschheit heute gegenübersieht. Nur wenige erkennen, dass uns unerwartete und weit reichende Ereignisse direkt bevorstehen. Selbst außenpolitische Experten, die die potenziellen Gefahren erkennen, geben zu, dass sie keine klaren Vorstellungen davon haben, was die Zukunft bringt. Doch biblische Prophezeiungen offenbaren mit erstaunlichen Details die ernüchternden Ereignisse, die sich in Kürze auf der Weltbühne entwickeln. 

Veränderungen, die die ganze Welt in ihren Grundfesten erschüttern, werden Europa – und Deutschland – zurück ins Zentrum der Berichterstattung katapultieren. Diese plötzlichen und überraschenden Entwicklungen werden auch einen enormen Einfluss auf die von den Amerikanern, Briten und den Völkern Nordwesteuropas abstammenden Nationen haben. Die kommenden Ereignisse entwickeln sich nach einem Plan und aus Gründen, die Gott vor vielen Jahrhunderten in der Bibel aufgezeigt hat. Diese dramatische Änderung der Ereignisse geht nach den Prophezeiungen der Rückkehr Christi zur Erde direkt voraus. Wir müssen nicht nur verstehen, was geschehen wird, sondern auchwarum. Niemand kann es sich leisten, die Richtung zu ignorieren, in die sich die Weltereignisse bewegen.

Beunruhigende Parallelen

Die sozialen und politischen Zustände im heutigen Europa fangen an, auf rätselhafte und doch erkennbare Weise den Zuständen zu ähneln, die man vor dem Ausbruch der zwei vorangegangenen Weltkriege vorfinden konnte. In beiden Fällen erlebte man vor Kriegsausbruch eine Zeit zunehmender sozialer Unruhen, fehlgeschlagener Versuche von Intellektuellen und liberalen Politikern, Probleme zu lösen, sowie einer wachsenden Unzufriedenheit der Öffentlichkeit mit Staatsmännern, die den Bezug zum Volk verloren zu haben schienen. Beide Zeiträume erlebten das Aufkommen von Demagogen, die sich als Sprachrohr der unzufriedenen und desillusionierten Massen ausgaben und grandiose Pläne und Ideen vertraten. Die Jahre vor dem ersten Weltkrieg wurden als Zeit "nervöser Prachtentfaltung" bezeichnet, und die Jahre vor dem zweiten Weltkrieg als "Ruhe vor dem Sturm." Während dieser unruhigen Zeiten suchten viele Zerstreuung in frivoler Unterhaltung, während andere den Führern folgten, die utopische Versprechungen machten. Dieselben Kräfte kommen heute wieder zum Vorschein – insbesondere in Europa, wo man sich zunehmend Sorgen macht über Verbrechen, Arbeitslosigkeit, politische Korruption und Einwanderung von Ausländern. Viele in Westeuropa fühlen sich bedroht durch Ausländer, die ihre Grenzen überqueren und politisches Asyl, Arbeit, medizinische Versorgung und andere soziale Vorzüge suchen. Liberale Politiker werden als korrupt und unfähig angesehen (vgl. Newsweek, 19. April 2002, Seiten 12-16). Demokratische Vorgänge wirken schwerfällig und uneffektiv. Religion ist immer mehr Menschen unwichtig und moralische Werte zerbröckeln. Toleranz, Friedensbemühungen und Appelle an die Vernunft haben nicht alle Probleme der Menschen gelöst. Der Historiker Richard Overy schrieb: "Es gibt in Europa nun wieder eine Haltung zynischer Ablehnung gegenüber parlamentarischer Politik und ein wachsendes Misstrauen gegenüber Politikern... . Europa sollte zutiefst darüber besorgt sein, wie schnell die Rechtsextremen an Einfluss gewinnen" – deren Kandidaten sich nun wieder auf dem Weg zu politischer Macht befinden (Evening Standard, 15. Juni 2002). Ein Stimmungsgemisch von Frust und dem Wunsch nach Veränderung ist aufgekommen, genau wie vor dem 2. Weltkrieg. 

Der globale Konflikt von 1914-1918 kippte Regierungen in Russland, Deutschland, Österreich-Ungarn und der heutigen Türkei, die sich der Realität entfremdet hatten und sich einem pompösen Lebensstil hingaben. Erfolglose Reformversuche liberaler Politiker förderten schließlich das Aufkommen von Diktatoren und Militärregierungen in Deutschland, Italien und Japan, die schließlich 1939 den Ausbruch des 2. Weltkriegs zur Folge hatten. Und heute fragen sich viele: Werden liberal-demokratische, auf ihren Eigennutz bedachte, elitäre Politiker durch Staatsmänner ersetzt werden, die autoritärer auftreten? Werden die Mächte, die die Welt für einige Jahrhunderte geprägt haben – Amerika, Großbritannien und Frankreich – durch neue Rivalen auf der Weltbühne herausgefordert? Könnte Amerika, zur Zeit die einzige Supermacht der Welt, fallen? Wird Deutschland, zum dritten Mal innerhalb von hundert Jahren zur Vorherrschaft in Europa und in der Welt gelangen? Keiner scheint die Antworten zu kennen, doch die Geschichte bietet wichtige Einsichten – und die Bibel offenbart essenzielle Antworten!

Ernüchternde Lehren

Was können wir entdecken, wenn wir in die Vergangenheit sehen? Unsere moderne Generation ist so sehr damit beschäftigt, in der Gegenwart zu leben, dass wir vergessen, dass die Geschichte dazu neigt, sich zu wiederholen. Daher sehen wir keinen Grund dafür, die Lehren der Geschichte zu lernen. Doch der deutsche Autor Peter Schneider warnt: "Die Geschichte wiederholt sich selbst, aber nur, nachdem sie das Kostüm gewechselt hat" (The German Comedy [Die deutsche Komödie], Seite 179). Um zu vermeiden, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen, müssen wir in Alarmbereitschaft sein gegenüber alten Trends und Tendenzen, die in etwas veränderter Form wieder auftauchen. 

Historiker haben beobachtet: "Der Weg zum Krieg [2. Weltkrieg] ... wurde durch Muster staatlichen Verhaltens geebnet, die Jahrhunderte alt waren" (Civilization Past & Present [Zivilisation, Vergangenheit und Gegenwart], Wallbank et al., 6. Ausgabe, Seite 854). Trotz Verträgen, die zur Sicherung des Friedens ausgehandelt worden waren und Lippenbekenntnissen gegenüber dem Völkerbund "suchte jeder Staat seine eigenen Interessen in der komplexen Landschaft nach dem Krieg [1. Weltkrieg] durchzusetzen" (ebenda, Seite 843). Die Folge: "Zu erwarten, dass die Staaten des zwanzigsten Jahrhunderts sich in irgendeiner Weise von ihren Vorläufern in früheren Zeiten unterscheiden, würde bedeuten, dass man eine wesentliche Veränderung im politischen Verhalten annimmt, die einfach nicht stattgefunden hat" (ebenda, Seiten 841-842). Das Verhaltensmuster, das Staaten seit Jahrhunderten an den Tag gelegt haben, ist eine Richtlinie ihres Verhaltens in der Zukunft! Deshalb ist es so wichtig, die Lehren der Geschichte zu verstehen. 

Am Ende des zweiten Weltkriegs schrieb Winston Churchill ein sechsbändiges Buch über die Geschichte des Kriegs, einschließlich der Ereignisse, die zum Beginn der Feindseligkeiten führten. Seine Absicht war es, "die Lehren der Vergangenheit für die Zukunft zu erhalten" (The Gathering Storm [Der Sturm braut sich zusammen], Seite iv). Er schrieb: "Es ist meine aufrichtige Hoffnung, dass das Nachdenken über die Vergangenheit eine Leitlinie für kommende Tage bietet... für eine neue Generation" (ebenda, Seite v). Churchill wusste, wovon er sprach, weil er seine eigene Generation schon 1934 – fünf Jahre vor Ausbruch des 2. Weltkriegs – gewarnt hatte, dass "keine der Lehren der Vergangenheit gelernt wurden. Keine von ihnen wurde angewendet und die Situation ist unvergleichlich gefährlicher" (ebenda, Seite 93). Um die Zukunft Deutschlands zu verstehen, müssen wir seine historische Position in Europa und seine Absichten verstehen.

Deutschlands Position als Dreh- und Angelpunkt

Aufgrund seiner Größe und Lage sowie der Natur seiner Einwohner haben Deutschlands Ziele, Absichten und Handlungen oft weit reichende Auswirkungen auf Europa und die Welt. Vor fast 20 Jahren schrieb der italienische Journalist Luigi Barzini: "Die Zukunft Europas scheint heute [...] wie schon seit vielen Jahrhunderten von der Zukunft Deutschlands abzuhängen [...] sowie von den Entscheidungen Deutschlands" (The Europeans [Die Europäer], Seiten 69 und 267). Barzini basierte seine Beobachtungen auf der Tatsache, dass Deutschland "wieder einmal zur reichsten, stärksten, effizientesten, geordnetsten, produktivsten und wissenschaftlich und technologisch fortschrittlichsten Nation, sowie zur bevölkerungsreichsten Nation Westeuropas aufgestiegen ist" (ebenda, Seite 69). Die Wiedervereinigung Deutschlands 1989 konzentrierte 80 Millionen Deutsche im Herzen Europas. Mit der beabsichtigten Erweiterung der Europäischen Union nach Osten (einer traditionellen Zone deutschen Interesses und Einflusses) wird Deutschland das geografische Zentrum eines europäischen Kolosses, der die Vormachtstellung Amerikas in Frage stellen wird. 

Gegenwärtige Ereignisse in Europa spiegeln auch einen Trend wider, den Samuel Huntington, ein Experte für internationale Beziehungen an der Harvard-Universität beschrieben hat. Huntington schrieb, dass in einer Welt globaler politischer Beziehungsgeflechte Kernstaaten der wichtigsten Zivilisationen die beiden Supermächte des Kalten Kriegs [die USA und die Sowjetunion] als Anziehungspunkte und Gegenpole für andere Staaten ersetzen" (The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order [Der Konflikt der Zivilisationen und der Neuordnung der Welt], Seite 155). Er definiert einen Kernstaat als "den mächtigsten und kulturell einflussreichsten Staat" in einer Region, Kultur oder Zivilisation, und bemerkt, dass Frankreich und Deutschland Kernstaaten in Europa sind (ebenda, Seite 135). Über die Jahrhunderte hinweg haben Frankreich und Deutschland um die Vorherrschaft in Europa gekämpft. Heute sinkt Frankreichs Stern, während Deutschlands Stern aufsteigt. John Newhouse, ein außenpolitischer Analyst, sieht in Deutschland "das wichtigste Mitglied der EU," das anfängt, die Richtung in Europa zu bestimmen (Europe Adrift [Europa auf Abwegen], Seite 301). Mit der Schlussfolgerung "wohin Deutschland geht, da geht auch Europa hin" (ebenda, Seite 301) warnt er ebenso: "Das neue Deutschland... ist im Begriff, zu einem Problem zu werden... . Unter der Oberfläche... formiert sich langsam eine neue Tendenz oder Richtung... . Eines Tages wird es [Deutschland] sich hart anstrengen, mit den führenden Mächten der Welt aufzuschließen und es ist sehr gut möglich, dass dieses gelingt" (ebenda, Seite 152). Aber was sind Deutschlands Absichten und wohin treibt es?

Deutsche Absichten

Wenn wir mit offenen Augen hinsehen, ist es nicht schwierig, die Absichten der deutschen Regierung zu entdecken. In einer nüchternen Einschätzung der Vergangenheit dokumentiert der Militärhistoriker John Laffin, wie fast 20 Jahre vor Ausbruch des 2. Weltkriegs Hitlers "Reden und Schriften sowie seine Taten und Gesten seine Absichten deutlich gemacht haben." Doch die Staatsmänner in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts nahmen diese offenkundigen Indizien einfach nicht ernst (Hitler Warned Us [Hitler hat uns gewarnt], Umschlagseite). Hitlers Mein Kampf, 1925 herausgegeben, beschrieb seine Ziele, Deutschland seinen rechtmäßigen Platz als größte Nation der Erde zurückzugeben, die Juden und andere minderwertige Rassen zu eliminieren, mehr Lebensraum für Deutschland zu schaffen und alle germanischen Völker in einem großdeutschen Reich zu vereinen. Wie Laffin hervorhebt: "Diese Versprechen waren Warnungen an uns, die wir willentlich ignorierten, bis es zu spät war" (ebenda, Seite 157). Eine Lehre aus der Geschichte ist, dass wir genau darauf hören müssen, was einflussreiche Deutsche sagen und tun, weil ihre Worte und Taten uns heute vor Augen sind! 

1965 umschrieb Franz Joseph Strauß, damaliger Verteidigungs- und Finanzminister, seine Ideen für die Zukunft Deutschlands und Europas. Es ist interessant, seine Ausblicke im Licht dessen zu sehen, was heute geschieht – und wie dies deutsche Absichten widerspiegelt. In den letzten Jahren war Deutschland führend in den Bemühungen um ein vereintes Europa. Strauß erklärte: "Deutschland braucht Europa mehr als jedes andere Land... Für [Deutschland] war die europäische Idee nicht nur ein Weg, die unmittelbare Vergangenheit zu kompensieren [zwei Weltkriege begonnen zu haben], sondern auch ein ehrenhaftes Ventil für seine herausragenden Energien. Indem es etwas zur Entstehung einer europäischen Föderation beitrug, konnte Deutschland für sich selbst eine neue Identität finden" (The Grand Design [Das große Design], Seite 9). Strauß sah, dass durch die Erschaffung der Vereinigten Staaten von Europa "Europa wieder die historische Rolle erfüllen könnte, die es am Ende des 2. Weltkriegs zu verlieren begonnen hatte... . Wenn wir uns den europäischen Kontinent von 1914 ansehen, müssen wir bedenken, dass er der Dreh- und Angelpunkt der Welt war... die Verkörperung des Glanzes dieser Erde" (ebenda, Seiten 40, 92). Strauß hatte ein großes Vorhaben für ein friedliches Europa, doch deutsche Staatsmänner erkennen, dass der Weg zur europäischen Einigung auch der Weg zu Macht und Ruhm ist – ein Ziel, das Deutschland über Jahrhunderte verfolgt hat! 

 

Strauß machte noch andere Bemerkungen, die einen nachdenklich stimmen. Er sagte: "Das Zeitalter der Machtpolitik ist keineswegs zu Ende... . Wir müssen einen neuen Ansatzpunkt finden, der das politische Gesicht der Erde verändert [und] müssen jede Gelegenheit ergreifen, die sich dazu bietet" (ebenda, Seiten 12, 24).

Ebenso ging der ehemalige Kanzler Helmut Kohl an die Wiedervereinigung Deutschlands heran: Erst zurückhaltend, dann schnell handelnd, als die Zeit reif war. Die plötzliche Einheit der beiden deutschen Staaten hatte die Welt überrascht! Strauß erwähnte auch: Weil Deutschland die drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt sei, "muss die Zeit kommen, wo wirtschaftliche Macht ihren politischen Ausdruck auf der Weltbühne sucht" (ebenda, Seite 77). Er erklärte offen, es sei "viel einfacher für Deutschland, ein Comeback als Mitglied einer internationalen Gemeinschaft, als Mitglied einer europäischen Föderation zu machen, als in Form eines Deutschen Reichs" und dass "unsere europäische Einstellung der einzige Ausweg war, der uns blieb" (ebenda, Seite 104).

 


Die Lehre aus Norwegen

Um den Ablauf zukünftiger Ereignisse zu verstehen, ist es hilfreich, sich anzusehen, wie Nationen sich in der Vergangenheit verhalten haben. Am Morgen des 9. April 1940 marschierten deutsche Truppen plötzlich in Norwegen ein, ohne eine Provokation oder Vorwarnung. Winston Churchill berichtet, dass "Überraschung, Gnadenlosigkeit und Präzision Charakteristiken dieses Angriffs auf das unschuldige und brachliegende Norwegen waren" (The Gathering Storm, Seite 591). Er erklärt: "Was die Norweger noch mehr verblüffte, als der Akt der Aggression an sich, war die Erkenntnis als Nation, dass eine Großmacht [Deutschland], die über Jahre hinweg ihre Freundschaft erklärt hatte, sich nun plötzlich als tödlicher Feind entpuppte... . Die Norweger waren wie betäubt, als sie herausfanden, dass ihre deutschen Freunde seit Jahren an einem sehr detaillierten Plan gearbeitet hatten, wie sie deren Land erobern und dann unterjochen konnten" (ebenda, Seite 606). 

Diese spektakulär erfolgreiche Militäroperation war das Ergebnis von Bemühungen penibler deutscher Militärplaner, Deutschland seine "rechtmäßige Stellung... als größte Macht der Welt zurückzugeben" (ebenda, Seiten 46, 55).

Churchill kommentiert, dass im Gegensatz zu Amerika und Großbritannien "Deutschland lange vor dem Krieg Pläne dafür geschmiedet hatte... . Alle Lehren aus dem [1. Weltkrieg] wurden eingehend und systematisch studiert.

Neue Trainingsprinzipien und Unterrichtseinheiten aller Art wurden eingeführt" (ebenda, Seiten 584, 45). Piloten und Soldaten wurden außerhalb Deutschlands trainiert. Panzer und U-Boote wurden in anderen Ländern gebaut und deutsche Fabriken wurden für eine schnelle Umstellung auf die Produktion von Kriegsmaterialien ausgelegt. Churchill bemerkt: "Jede Form der Täuschung wurde angewandt, um die Alliierte Kommission auszutricksen, die durch den Vertrag von Versailles eingesetzt worden war, um die deutsche Wiederbewaffnung zu überwachen" (ebenda, Seite 49). 

Als ein Ergebnis dieser deutschen Geheimpläne und des geheimen militärischen Aufrüstens wurden die Alliierten (die gerade am Abrüsten waren), Ende der 30er Jahre konfrontiert "mit einem Charakter gewalttätiger Überraschungen," als sie sich "der organisierten Macht und dem Kriegswillen der effizientesten Rasse Europas [gegenüber sahen], die danach lechzte, ihren nationalen Ruhm wieder zu erlangen" (ebenda, Seiten 585, 189). Churchill schrieb: "Die Vorherrschaft der Deutschen in Planung, Management und Energie waren offensichtlich. Sie führten eiskalt einen sorgfältig vorbereiteten Handlungsplan aus," der Großbritannien und seine Verbündeten überraschte und übervorteilte (ebenda, Seiten 648-649). Historiker merken an, dass in den frühen Tagen des 2. Weltkriegs "die deutsche Strategie ein Meisterstück war," das beinhaltete, schnell, mit großer Kraft und unter Ausnutzung jeglichen Vorteils zuzuschlagen (Civilization Past & Present, 6. Ausgabe, Seiten 855-857). Eine Lehre, die Hitler in Mein Kampf erwähnte, aber später vergaß, war, dass "Deutschland nicht den Fehler wiederholen darf, alle seine Feinde gleichzeitig zu bekämpfen. Es muss den Gefährlichsten aussuchen und mit aller Kraft angreifen" (The Gathering Storm, Seite 57). 

Deutschland strebt wieder nach einer Position auf der Weltbühne und bereitet sich auf eine solche Rolle vor. Seine militärische Bewaffnung zählt zu den besten der Welt. Seine moderne Armee wird als die beste in Europa angesehen. Deutsche Piloten werden auf verschiedenen Militärbasen in Amerika trainiert. Zur gleichen Zeit wurden die Streitkräfte Großbritanniens, Kanadas, Australiens und Neuseelands auf ein Minimum reduziert und befinden sich in Abhängigkeit von den überstrapazierten Kräften Amerikas. Die Geschichte weiß zu berichten, dass dunkle Kräfte in Deutschland eine solche Situation schon einmal ausgenutzt haben. Biblische Prophezeiungen offenbaren, dass sich Amerikas Alliierte plötzlich gegen die USA wenden werden (Jeremia 4, 30; Hesekiel 23, 5-10.22-23). Neuzeitliche Beobachter waren Zeuge, wie schnell die Ostdeutschen Jahrzehnte kommunistischer Belehrung über Bord geworfen haben, und sie fragen sich, ob die Westdeutschen ihre über 50 Jahre demokratischer Belehrung ebenso leichtfertig ablegen würden, wenn sie mit einer Krise konfrontiert wären, um sich dann wieder autoritären Wegen auf Grundlage ihrer eigenen Interessen und einer Selbstverherrlichung zuzuwenden (The German Question & Other German Questions [Die deutsche Frage und andere deutsche Fragen], Schönbaum & Pond, Seite 148). Sie kommen zu der Schlussfolgerung, dass "aller Wahrscheinlichkeit nach die alten Krankheiten [in Deutschland] mit neuen, überraschenden Zügen wieder auftauchen werden, die in keinem Lehrbuch nachzulesen sind" (ebenda). Der Historiker Richard Overy kommentiert: "Geschichte hat die ungünstige Eigenschaft, manchmal einige Überraschungen zu bieten" (Evening Standard, 15. Mai 2002). Biblische Prophezeiungen deuten an, dass dies geschehen wird. Das nächste Mal wird Deutschland ohne Zweifel zuerst die Nation angreifen, die es für den stärksten Gegner hält. Eine Konfrontation zweier Adler wird kommen. Wir müssen auf die Lehren der Geschichte und die Warnungen der Bibel achten!


Nirgends ist die Wiedererstarkung Deutschlands mehr zu spüren, als in Berlin, der pulsierenden Stadt, die seit den Tagen der preußischen Kaiser die geschichtsträchtige Hauptstadt ist. Diese einst zerbombte Stadt, die von den siegreichen Alliierten nach dem 2.

Weltkrieg mit Absicht geteilt wurde, ist aus der Asche wieder auferstanden und wird nun die modernste Hauptstadt Europas. Der Reichstag wurde umgestaltet und erneuert. Ein schillerndes neues Kanzleramt steht am Ufer der Spree und beeindruckende, neue Gebäude für die Parlamentarier befinden sich kurz vor der Fertigstellung. Riesige Baukräne bestimmen das Stadtbild von Berlin, und Berlins modernes Transportsystem ist das weitreichendste aller europäischen Städte. Diese wiedererstandene Hauptstadt, die umfassend geplant wurde, zeugt von deutschem Fleiß und deutscher Vision. Sie spiegelt ebenfalls die Herausforderung wider, eine Hauptstadt zu erschaffen, "die deutsche Ambitionen und Bestrebungen reflektiert" (Foreign Policy [Außenpolitik], Sommer 1998, Seite 145). Viele fragen sich: Wohin werden diese Bestrebungen letztlich führen?

Deutschlands Pläne für die Zukunft

Biblische Prophezeiungen und außenpolitische Experten schildern gleichermaßen ernüchternde Aussichten im Bezug auf die zukünftige Richtung Deutschlands. Seit dem Ende des 2. Weltkriegs war Deutschland damit zufrieden, mit Frankreich gemeinsam an einer Europäischen Union zu arbeiten. Doch diese Vereinbarung aus Bequemlichkeit und Notwendigkeit ist im Begriff, sich zu ändern. Die Deutschen fangen an, sich über ihren hohen finanziellen Beitrag zu ärgern, den sie an die europäische Verwaltung für die Modernisierung anderer Staaten in Europa abführen. Und Deutschland ist es auch leid, sich kleiner darzustellen, damit Frankreich bedeutender aussieht. Die jüngeren Deutschen wollen mehr deutsche Interessen durchgesetzt sehen, was einen nicht überrascht, weil Deutschland die bevölkerungsreichste und stärkste Nation in Europa ist. 

Otto von Bismarck, der ehemalige preußische Staatsmann, beobachtete schon vor vielen Jahren: "Ich hörte das Wort ‚Europa' schon immer aus dem Munde der Politiker, die von anderen Mächten etwas haben wollten, was sie nicht in ihrem eigenen Namen zu verlangen wagten" (Statecraft [Staatskunst], Thatcher, Seite 325). Andere bemerkten: "Deutschland hat schon immer eigene politische Interessen im Kontext Europas verfolgt" (The German Predicament[Deutschlands Zwickmühle], Markovits & Reich, Seite 204). Der ehemalige amerikanische Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski kommentierte: "Indem sich Deutschland für Europa engagiert, errichtet es erneut seine eigene Größe, ohne dabei automatisch den Widerstand Europas und Ängste im Bezug auf Deutschland zu erwecken" (The Grand Chessboard [Das große Schachbrett], Seite 63). Doch er warnte auch, dass wenn der Drang zur Vereinigung Europas ins Stocken gerät, "Deutschland sich wahrscheinlich deutlicher und bestimmter in der Definition seiner nationalen Interessen ausdrücken wird" und versuchen wird, an seine historische Rolle anzuknüpfen, "in Europa Ordnung zu schaffen" (ebenda, Seiten 73-74). Brzezinski sah die mögliche Wiedererscheinung eines Mitteleuropa unter dem Einfluss Deutschlands voraus – wie bereits im Mittelalter unter dem Heiligen Römischen Reich. Ein politisches Papier der zur damaligen Zeit herrschenden Partei in Deutschland kam im Wesentlichen zu derselben Schlussfolgerung: "Falls die europäische Integration nicht voranschreiten sollte, könnte Deutschland dazu aufgerufen sein, oder durch eigene Sicherheitsbestrebungen dazu geneigt sein, zu versuchen, die Stabilisierung Osteuropas selbst und auf die traditionelle Weise durchzusetzen" (CDU/CSU Papier Reflections on Europe [Gedanken zu Europa], 1. September 1994). Deutschlands traditionelle Methoden hatten in der Vergangenheit verheerende Folgen für andere Nationen. Aber was bedeutet dies für die Zukunft?

Deutschland in den Prophezeiungen

Dutzende von Prophezeiungen in der Bibel konzentrieren sich auf Ereignisse, die direkt vor der Wiederkehr Christi zur Erde stattfinden werden. Diese seit langem vorhergesagten Ereignisse ähneln dem, was sich heute auf der Weltbühne abzeichnet. Der Apostel Paulus schrieb, dass "in den letzten Tagen schlimme Zeiten kommen werden," während die Menschen immer egoistischer und unsozialer werden und immer mehr nur auf das eigene Vergnügen achten (2. Timotheus 3, 1-5). Jesus prophezeite, dass seine Rückkehr – und das Ende dieses Zeitalters – nach einer Zeit erfolgen würde, die geprägt ist von religiöser Verwirrung, sozialer Anarchie, Kriegen, Gewalt und ethnischen Unruhen (Matthäus 24, 3-14). Der Apostel Johannes sah das Aufkommen eines endzeitlichen "Tieres" voraus, dem "zehn Könige" (d.h. Nationen oder Reiche) ihre Souveränität übertragen werden (Offenbarung 13, 1-10; 17, 12-14). Der Prophet Daniel offenbart, dass diese militaristische, sich dem Wesen nach wie ein Tier verhaltende Macht die letzte Wiedererstehung eines politischen Systems sein wird, das seine Wurzeln im Römischen Reich und dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation hat (Daniel 7, 19-27). Um mehr über diese bedeutsamen Prophezeiungen zu erfahren, fragen Sie bitte nach unserer kostenlosen Broschüre Das Tier der Offenbarung. 

Daniels Bezug auf den "König des Nordens," sowie Johannes' Kommentar, dass zehn Könige ihre Souveränität an diesen Führer übertragen, zeigen, dass dieser "König" entweder einen Kernstaat oder die führende Nation in einer Union oder Föderation von Staaten ist (Daniel 11, 40-43). Der "König des Nordens" wird an der Spitze einer von Assyrien dominierten Macht sitzen und kann selbst auch Assyrer sein (vgl. Jesaja 7, 18-20; 10, 1-5; Hosea 11, 5). Diese letzte Wiedererstehung des Römischen Reichs wird nach den Prophezeiungen "in den letzten Tagen" Nationen angreifen und unterwerfen, die von den Israeliten abstammen, weil diese Gott vergessen und seine Wege verworfen haben (siehe Jeremia 30). Gott nennt Assyrien "meines Zornes Rute" und sagt: "Ich sende ihn [Assur] wider ein gottloses Volk" (Jesaja 10, 5-6). Gott benutzte Assyrien schon einmal, um sein erwähltes Volk zurechtzuweisen, und die heilige Schrift weist darauf hin, dass dies wieder geschehen wird. Gott warnt die rückfälligen Nationen der Israeliten: "Siehe, ich bereite euch Unheil und habe gegen euch etwas im Sinn [...] wie mein Volk meiner vergisst" (Jeremia 18, 11.15). Schlimmes Unheil steht bevor für alle sündigen Nationen, einschließlich einer zweiten Gefangenschaft, die alles in den Schatten stellen wird, was die Welt je gesehen hat (vgl. Hesekiel 5-7; Jesaja 11, 11-12). Dieser drastische Wandel der Ereignisse wird plötzlich und unerwartet erfolgen (Jesaja 8, 14; Jeremia 6, 26), als eine direkte Züchtigung durch Gott. 

In biblischen Prophezeiungen benennt Gott die modernen Nationen nach ihren altertümlichen Namen. Amerika und Großbritannien, sowie weitere Nationen, die von den Völkern Nordwesteuropas abstammen, benennt die Bibel als israelitische Nationen, weil sie Abkömmlinge Jakobs sind, dessen Name in Israel umgeändert wurde. Auf das moderne Deutschland wird unter seinem altertümlichen Namen "Assyrien" Bezug genommen. (Mehr Informationen darüber können Sie durch eine Anforderung unseres Sonderdrucks Ein viertes Reich? erhalten). Viele Prophezeiungen über den "König des Nordens" haben besondere Bedeutung im Bezug auf das heutige Deutschland. Die Nation, die Gott gegen die sündigen israelitischen Nationen aufbringt, ist bekannt für ihre hochmütige Herrenrassen – Philosophie (Jesaja 10, 8). Sie spricht eine Fremdsprache (Jeremia 5, 15). Sie besitzt mächtige Waffen, die mit tödlicher Präzision eingesetzt werden (Jeremia 6, 22-23; Hosea 11, 5-6). Assyrien wird auch als ein "großer Adler" versinnbildlicht, der das Haus Israel wegführt (Hesekiel 17, 1-16). Der Adler ist seit Jahrhunderten das Symbol für Deutschland. 

Heute ist Deutschland ein Verbündeter Amerikas und Großbritanniens. Doch biblische Prophezeiungen deuten an, dass die Verbündeten der Israeliten – einschließlich Assyriens – sich plötzlich in deren Feinde verwandeln werden (Hesekiel 23, 5-24). Gott wird die erstaunlichen Fähigkeiten der Deutschen – einschließlich ihrer Kunst in der militärischen Führung – gebrauchen, um seinen Zweck zu vollenden. Deutschland wird das Werkzeug zur Züchtigung sein, denn "wenn sie sich im Krieg befinden, vollenden sie ihre Aufgabe, wie sie es in Friedenszeiten tun, genauso gründlich, effizient und so zügig wie möglich, ohne nach links und rechts zu schauen, wie gehorsame Arbeiter, die sie sind" (Barzini, Seite 94). Wenn dann diese Aufgabe erledigt sein wird, wird Gott "den Hochmut des Königs von Assyrien" züchtigen müssen, weil dieser damit prahlt, er habe alles aus eigener Kraft und Weisheit geschafft (Jesaja 10, 12-13). Letztendlich wird die von Deutschland geführte europäische Föderation gemeinsam mit den israelitischen Nationen dieselbe Lektion lernen müssen, – dass ihr Hochmut der Demut weichen muss (Sacharja 10, 10-11) und dass Gehorsam gegenüber den Gesetzen Gottes den bisherigen Ungehorsam ersetzen muss. Wenn einmal diese Lektionen gelernt wurden, wird Gott die erstaunlichen Fähigkeiten der Deutschen gebrauchen, um mitzuhelfen, die zerstörten Gesellschaften im Reich Gottes wieder aufzubauen. Gott offenbart: "Zu der Zeit wird Israel der dritte sein mit den Ägyptern und Assyrern, ein Segen mitten auf Erden... . Gesegnet bist du, Ägypten, mein Volk, und du, Assur, meiner Hände Werk, und du, Israel, mein Erbe" (Jesaja 19, 24-25). 

Kritiker mögen über dieses Szenario lachen, doch die biblischen Prophezeiungen über die israelitischen Nationen und ihren endzeitlichen Gegenspieler – Assyrien – sind ziemlich klar. Symbole nationaler Identität helfen dabei, biblische Prophezeiungen zu entschlüsseln, die den Trends, die sich heute in der Welt abzeichnen, einen Sinn geben, und sie offenbaren, wohin die Ereignisse in der Welt führen. Deshalb wird uns geraten, die Schrift zu studieren (2. Timotheus 2, 15; engl. Übersetzung) und die Ereignisse in der Welt wachsam zu verfolgen (Markus 13, 32-37), damit wir nicht unvorbereitet sind, wenn diese Dinge direkt vor der Rückkehr Christi einzutreten beginnen. Nur wer aufmerksam und wachsam ist – wer bereut und sich geändert hat (Apostelgeschichte 2, 38-40) und wer darin ausgeharrt hat, das Werk zu tun, das uns Jesus aufgetragen hat – wird diesem kommenden Konflikt zweier Adler entkommen (Offenbarung 3, 8-13). Werden Sie dabei sein?


KZA, September 2002
© 2002 Living Church of God
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Englischer Titel: A Clash of Eagles: America and Germany in Prophecy
Diese Broschüre darf nicht verkauft werden!
Sie wird von der Living Church of God kostenlos der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Biblische Verweise und Zitate sind, soweit nicht anders angegeben,
der revidierten Lutherbibel 1984 entnommen.
© 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart