Viele Menschen kämpfen heute mit dem Druck emotionaler Lasten, die oft selbst für die ihnen Nahestehenden unsichtbar sind. Für einige derjenigen, die mit einer positiven und unterstützenden Erziehung gesegnet sind, mögen diese Lasten obskur oder unnachvollziehbar erscheinen. Für diejenigen, die jedoch damit ringen, anhaltende, manchmal lähmende innere Fragen zu verstehen, wird das Gewicht dieser Themen zu einem fortwährenden, drängenden Thema im Leben.
Das Fachgebiet der Psychologie verspricht Wohlbefinden, Ganzheit und Sinn. Für viele wird es zu einem bevorzugten Weg, um dringend benötigte Heilung zu suchen. Aber welche Prinzipien, welches Wissen und welche Weisheit sollten wir als unsere primäre Quelle der Heilung und des Verständnisses verfolgen? Was wird uns wirklich zu vollendeten Menschen machen?
Die antiken Griechen waren bekannt dafür, menschliche Weisheit und rationale Forschung zu verherrlichen. Ihre philosophischen Systeme – verwurzelt in Figuren wie Sokrates, Platon und Aristoteles – legten einen Großteil der Grundlage für das moderne westliche Denken, einschließlich der Bereiche wie Philosophie und Psychologie. Viele wenden sich heute eifrig modernen Stimmen und intellektuellen Persönlichkeiten zu, die ihr Leben der Suche nach dem „griechischen Geist“ gewidmet haben.
Doch die Bibel warnt uns, unsere Überzeugungen vor korrumpierenden Einflüssen zu schützen. Während wir als Jünger Christi zu Recht vermeiden, Christi Wahrheit mit Lehren verschiedener Religionen zu verunreinigen, sind wir möglicherweise weniger wählerisch, wenn die Quelle einer überzeugenden Idee ein angesehener Vordenker ist, sei es antik oder zeitgenössisch. Doch die Gefahr bleibt dieselbe: Die Weisheit des Menschen verwässert, konkurriert mit oder vermischt sich mit der Offenbarung Gottes. Populäre Denker wie Jordan Peterson, Robert Greene oder verschiedene moderne stoische Lehrer formulieren oft Beobachtungen, die hilfreich klingen oder sogar teilweise biblische Prinzipien widerspiegeln – aber solche Ideen nützen uns nur, wenn sie sorgfältig durch Gottes Wort gefiltert werden. Ohne diese geistliche Auswertung hat selbst das, was weise erscheinen mag, das Potenzial, uns zu täuschen oder in die Irre zu führen.
Sogar das Wort „Psychologie“ stammt vom griechischen Wort psyche – was „Seele“ oder „Geist“ bedeutet. In der Praxis versuchen die meisten psychologischen Modelle, den Geist ausschließlich durch menschliche Beobachtung und Vernunft zu verstehen, losgelöst vom Rat des Schöpfers, der den menschlichen Geist erschaffen hat. Das antike griechische Denken verherrlichte den Geist als das höchste Instrument der Wahrheit, ein Konzept, das der klaren Lehre der Schrift widerspricht (Johannes 17, 17).
Die Philosophien und Theorien dieser Welt stammen von demselben Baum, nach dem die Menschheit zuerst griff – dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Sie können Elemente enthalten, die weise oder wohltuend erscheinen, aber unter Ausschluss von Gottes Geist und offenbartem Wort fehlt selbst dem „Guten“ die moralische und geistliche Grundlage, die nur Gottes Offenbarung bietet. Traurigerweise sucht die Menschheit, so wie Adam und Eva Weisheit einst getrennt von Gott begehrten, weiterhin Verständnis ohne Unterordnung unter Gott – und bleibt somit unvollendet.
Die Gefahr der menschlichen Vernunft
Es stimmt, dass viele Prinzipien oder Beobachtungen aus der menschlichen Philosophie oder Psychologie einen gewissen Wert haben können. Einige Erkenntnisse können gültige Beobachtungen über menschliches Verhalten und praktisches Leben widerspiegeln. Das Problem liegt in ihrem Fundament und ihrem Zweck. Abgetrennt von Gottes Offenbarung wird es bestenfalls nur teilweise wirksame Ergebnisse bringen, wenn man Rückschlüsse zieht aus der Erkenntnis von Gut und Böse, aber es kann auch schädlich werden, wenn sie auf das Niveau von Gottes Wahrheit erhoben wird. Wir müssen Gottes Wort als Grundlage der Erkenntnis erkennen und dann richtig unterscheiden und prüfen, welche Ideen mit seinem Wort übereinstimmen, während wir das verwerfen, was nicht übereinstimmt (1. Thessalonicher 5, 21). Wahre Weisheit trifft eine Unterscheidung. Der Punkt ist nicht, dass wir alles weltliche Wissen ablehnen sollten, sondern vielmehr, dass wir sicherstellen müssen, dass es niemals unsere größte Quelle geistlicher Identität, Bedeutung oder Heilung wird.
Das Bibelstudium ist der Weg, Gott zu erkennen. Gott gibt uns „erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, wie reich die Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist“ (Epheser 1, 18). Der Apostel Paulus stellte die gefährliche weltliche Denkweise im ersten Jahrhundert n. Chr. fest. Gegenüber den Geschwistern in Korinth – einer Stadt, die von griechischer Philosophie und der Erhöhung des menschlichen Intellekts durchdrungen war – betonte Paulus, dass wahre Weisheit nicht aus dem menschlichen Geist stammt, sondern von Gott.
Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es Gottes Kraft. Denn es steht geschrieben: »Ich will zunichtemachen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen.« Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? Denn weil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt selig zu machen, die da glauben. Denn die Juden fordern Zeichen und die Griechen fragen nach Weisheit, wir aber predigen Christus, den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis und den Heiden eine Torheit; denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn die göttliche Torheit ist weiser, als die Menschen sind, und die göttliche Schwachheit ist stärker, als die Menschen sind (1. Korinther 1, 18-25).
Die Griechen suchten durch Debatte und Spekulation nach der Wahrheit, aber Paulus predigte klar, dass Verwandlung, Heilung und Ganzheit nur durch das Evangelium möglich seien. Alle notwendigen Veränderungen sind mit Gottes Heiligem Geist möglich. Menschliche Weisheit und Vernunft allein können uns nicht mit Gott versöhnen oder unsere Herzen und Gedanken heilen. Wahre Ganzheit findet sich nicht darin, „uns selbst zu finden“, sondern vielmehr darin, das Selbst Christus und seiner Lebensweise hinzugeben. Das Evangelium, das Christus brachte – genau die Botschaft, die viele „Torheit“ nennen – ist der Schlüssel zur Erneuerung und Ganzheit.
Das menschliche Denken kann die volle Wahrheit Gottes nicht erfassen, weil geistliche Unterscheidung allein durch Gottes Heiligen Geist möglich gemacht wird (1. Korinther 2, 11-14). Für die Griechen war Gottes Wahrheit eine Torheit. Ebenso lehnen viele heute den Schöpfergott ab und verlassen sich stattdessen ausschließlich auf rationales Denken und menschliche Vernunft. Nur durch Gottes Berufung, eine Beziehung zu Ihm aufzubauen, werden uns die tiefgründigen Wahrheiten in der Schrift offenbart.
Paulus warnte die Geschwister im Kolosserbrief: „Seht zu, dass euch niemand einfange durch die Philosophie und leeren Trug, die der Überlieferung der Menschen und den Elementen der Welt folgen und nicht Christus“ (Kolosser 2, 8). Es gibt eine Schlichtheit in Christus (2. Korinther 11, 13) – die Tatsache, dass er unser Retter ist, wenn wir ihn als solchen annehmen, und dass er innerlich, mit unserer Mitwirkung, daran arbeiten wird, die notwendigen Veränderungen herbeizuführen, die uns auf das ewige Leben in der Familie Gottes vorbereiten.
Es kann verlockend sein, Antworten, Bedeutung und Trost in leicht verfügbaren Quellen wie Büchern, Videos und Podcasts zu suchen, die die Hoffnung auf Ganzheit durch verborgenes Wissen bieten – durch die Analyse der inneren Funktionsweise des Geistes. Doch während diese Quellen verschiedene Bedeutungsszenarien bieten, wird die Suche nach dem schwer fassbaren „Warum“ zu einer endlosen analytischen Suche. Sie wird uns niemals vollständig zufriedenstellen oder ganzheitlich machen. Nur die Lösungen, die Christus uns anbietet, können das bewirken – unsere Hoffnung ist die zukünftige Verherrlichung durch Christus, der sein Leben des Gehorsams in uns lebt (Kolosser 1, 27; Galater 2, 20). Gnostizismus war ein Problem des ersten Jahrhunderts, das manche, selbst in Gottes Kirche, durch seine irreführenden Argumente, geheimes Wissen und eitle intellektuelle Verlockung in den Abfall führte. Solche Anziehungskräfte bleiben auch für unsere Zeit eine Gefahr.
Die Auswirkungen eines falschen Fundaments
Glauben Sie und ich, dass Gottes Wort die Quelle ist, zu der wir für Heilung, Wohlbefinden, Ganzheit und die lebensrettenden Prinzipien gehen sollten, die uns befähigen, zu überwinden? Glauben wir wirklich, dass Gottes Wort die Antworten darauf liefert, wie wir als Diener Christi wachsen sollen – und auch die Mittel dafür?
Über Dinge zu philosophieren, die besser Gott überlassen werden sollten – Dinge göttlichen Ursprungs und seiner Natur – ist ein gefährlicher Abhang. Die Gefahren, getäuscht zu werden – entweder von anderen oder von sich selbst – sind zahlreich. „Ein Prophet, der Träume hat, der erzähle Träume; wer aber mein Wort hat, der predige mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen?, spricht der Herr“ (Jeremia 23, 28). Gottes Wort ist der Weizen. Wir müssen die Spreu erkennen, indem wir ständig unser Herz und unseren Geist beschützen. Paulus beschrieb den treuen Umgang mit Gottes Wort: „Wir haben uns losgesagt von schändlicher Heimlichkeit und gehen nicht mit List um, verfälschen auch nicht Gottes Wort, sondern durch Offenbarung der Wahrheit empfehlen wir uns dem Gewissen aller Menschen vor Gott“ (2. Korinther 4, 2).
Den Gedanken des Menschen eine Glaubwürdigkeit zu verleihen, die dem entspricht oder das übertrifft, was wir dem reinen Wort Gottes geben, ist ruinös. Gottes Wort ist das Handbuch für die Menschheit. Er hat uns seine Gedanken gegeben – die „Offenbarung der Wahrheit“ – die bewahrt ist, um uns zur Ganzheit zu führen, und sie sind wirksamer und nützlicher als alles, was der Mensch ausdrücken kann (Jesaja 55, 8-9).
König Salomo fasste die Sache so zusammen: „Und über sie hinaus, mein Sohn, lass dich warnen: Des vielen Büchermachens ist kein Ende, und viel Studieren macht den Leib müde. Lasst uns am Ende die Summe von allem hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen“ (Prediger 12, 12-13). Gott zu fürchten und seine Gebote zu halten ist der Schlüssel zur Ganzheit.
Alle von Menschen entwickelten Denksysteme werden verschwinden, wenn Christus zurückkehrt, um sein Reich zu errichten. WIe wurde die Menschheit bis dahin durch die Entwicklung eigener Denkparadigmen in ihren Bemühungen, ihre geistlichen, mentalen und emotionalen Leiden zu lösen, beeinflusst? Von der ersten Familie – Adam, Eva, Kain und Abel – bis zu unserer heutigen Zeit hat der Menschheit eine gesunde Sinnighaftigkeit gefehlt, die nur Gott durch die Kraft seines Heiligen Geistes bietet (2. Timotheus 1, 7). Diese erste Abkehr von Gottes offenbartem Weg war eine enorme Quelle des Kummers.
Adam und Eva wählten ihren eigenen Willen und ihre eigene Moral und entschieden selbst, was richtig und falsch ist. Damit brachten sie Flüche über sich, und die Menschheit lebt seitdem unter diesen Konsequenzen (1. Mose 3, 16-19). Wer kann heute wirklich sagen, dass er eine ideale Erziehung hatte, perfekte Kinder großgezogen oder eine makellose Beziehung zu seinen Eltern hatte? Die Geschichte ist voller zerbrochener Familien, denen eine Beziehung zu Gott und seinem liebevollen, vollkommenen Gesetz der Freiheit fehlt (Jakobus 1, 25; 2, 12). Zerbrochene Familien spiegeln die gebrochene Vernunft einer Welt wider, die von ihrem Schöpfer entfremdet ist.
Bis zu einem gewissen Grad tragen wir alle Unsicherheit in uns – Schuldgefühle für das, was wir getan haben, oder Schmerz durch erlittenes Unrecht. Selbst nach der Taufe spüren einige weiterhin die Last der Fehler des „alten Ichs“ – Versagen, die ein liebevoller Vater barmherzig vergibt, wenn man aufrichtig bereut. Menschen suchen nach dem „Warum“ vergangener Handlungen oder Misserfolge, doch die Antwort entgeht ihnen oft.
Viele sehen Philosophie oder Psychologie als eine Art „Retter“ und hoffen, dass diese Systeme den inneren Menschen erklären und einen intellektuellen Rahmen für die Heilung bieten können. Obwohl Philosophie und Psychologie nützliche Beobachtungen über menschliches Verhalten bieten können, bleiben sie begrenzt – sie basieren auf menschlichem Denken unabhängig von Gottes offenbarter Absicht. Sie können das Herz nicht wiederherstellen oder uns mit unserem Schöpfer versöhnen.
Jesus sagte: „[Ihr] werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Johannes 8, 32). Glauben wir das wirklich? Oder verlassen wir uns immer noch auf menschliche Lösungen als unsere Hauptquelle der Heilung? Paulus forderte uns auf, unsere Gedanken Christus zu unterwerfen und Ideen abzulehnen, die fälschlicherweise erleuchtet oder weise erscheinen (2. Korinther 10, 5), und Psalm 119, 130 bestätigt: „Wenn dein Wort offenbar wird, so erleuchtet es und macht klug die Unverständigen“. Sprüche 14, 12 stimmt dem zu.
Durch sein Wort bietet Gott das Versprechen der Heilung (2. Mose 15, 26; Jeremia 3, 22; Jeremia 33, 6). Wenn wir das vergossene Blut Jesu Christi annehmen, fällt die Last der Schuld und wir werden von der Schande der Vergangenheit befreit (Römer 6, 22). Scham ist ein tief verwurzeltes Gefühl der Unwürdigkeit vor Gott – sich seiner Liebe, Vergebung oder Gnade unwürdig zu fühlen. Viele tragen diese Last noch lange weiter, nachdem Gott ihnen vergeben hat. Aber wie empfangen wir Gottes Versprechen wahrer Heilung?
Bekehrung und Erneuerung
Die Formel in Apostelgeschichte 3, 18-21 macht deutlich, dass Buße und Bekehrung Zeiten der Erfrischung und Erneuerung bringen. Wenn die Schuld weiterhin unsere Freude nach der Taufe überschattet, dann nicht, weil Gott die Vergebung verweigert, sondern daran, dass unser Wille noch nicht vollständig übergeben ist. Unsere alten Denkweisen tauchen wieder auf, und wir identifizieren uns weiterhin mit dem „alten Ich“ und seinen korrupten Wegen. Unsere wahre Identität findet sich jedoch nur in Jesus Christus, der uns heiligt und unsere Sicherheit bietet.
Dennoch kämpfen viele mit Angst, dass andere sie verletzen oder ablehnen könnten, also ziehen sie sich egoistisch zurück und isolieren sich (Sprüche 18, 1). Aber Paulus gebot: „Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit“ (Epheser 4, 22-24).
Mit einer erneuerten Haltung, Gott über alles zu suchen und sein Wort als seine offenbarte Wahrheit anzunehmen, können diejenigen, die einst kämpften, ihre größte Heilung erfahren. Sie werden sich nicht mehr als beschämt sehen – sie werden „den neuen Menschen anziehen“ und den alten ablegen (Epheser 4, 22; Kolosser 3, 9). Sie werden beginnen, die Lüge abzulehnen, dass sie der Liebe, Vergebung und Segnungen Gottes nicht würdig seien.
Durch Bekehrung und die Erneuerung unseres Geistes durch das Innewohnen von Gottes Heiligem Geist werden diese falschen Überzeugungen durch Überzeugungen ersetzt, die auf Wahrheit beruhen. Das befreit diejenigen, die von vergangenen Sünden und der Last der Scham beladen sind. Schuld und Scham sollten für bereuende Christen keine einschränkenden oder blockierenden Faktoren sein.
Wie viele kämpfen mit tiefer Selbstverachtung, als stünden sie außerhalb des Universums und schauen hinein? Umgekehrt, wie viele glauben, im Zentrum des Universums zu stehen – um Aufmerksamkeit zu suchen und eine Aura der Überlegenheit aufzusetzen? Das sind zwei Extreme desselben Problems – Stolz. In der Mitte steht das Gleichgewicht der Demut.
Wenn wir Verachtung für uns selbst haben, haben wir in Wirklichkeit Stolz, der sich für uns als Demut tarnt; wir glauben, dass unsere Fehler den Versäumnissen anderer überlegen sind. Wir können sogar, wenn auch subtil, Gott für unsere Vergangenheit, unsere Umstände oder unseren Kampf beim Überwinden verantwortlich machen. Wir glauben zum Beispiel vielleicht, dass, wenn Gott wirklich liebevoll wäre, er einfach den Schmerz wegnehmen würde. Aber wenn wir Gott die Schuld geben, versäumen wir es, ihm unsere Ehrfurcht und Liebe zu geben, denn indem wir ihn beschuldigen, machen wir ihn für unseren Schmerz verantwortlich. Wie können wir zu Gott gehen, um Glück und die Lösung unserer Probleme zu suchen, wenn wir ihm die Schuld geben, unser Unglück verursacht zu haben?
Wenn wir schuldlos sein wollen, müssen wir darauf verzichten, Schuld zu geben. Persönliche Verantwortung, Vergebung, Frieden und das Heben der Last von Schuld und Scham kommen durch unsere Hingabe an Gott, den Vater, und Jesus Christus sowie unser kompromissloses Vertrauen in sie. Wir vertrauen darauf, dass „er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden“ (Psalm 147, 3).
Wir widerstehen dem Weg unserer ersten Eltern und ihrem Schuldzuweisungsspiel (1. Mose 3, 12-13) und müssen unsere Vergangenheit akzeptieren, anstatt davor zu fliehen. Wir finden wahre Ganzheit nicht darin, das schwer fassbare „Warum“ unseres Schmerzes zu verstehen, sondern darin, das „Wer“ zu kennen, das uns davon heilt. Das weist uns auf den Einen, der uns ganz machen kann – unseren Erlöser und Retter, Jesus Christus.
Gott wird uns die Hilfe geben, die wir brauchen, wenn wir ihm vertrauen, aber unsere Einstellung muss richtig sein (Jakobus 4, 6-10; Römer 12, 3). Nur durch Demut können wir unsere Probleme – und unsere Verantwortung dafür – klar erkennen. Und wir haben Christi vollkommenes Beispiel für Demut, das unser Denken leitet (Philipper 2, 3-8). Er war bereit, alles beiseitezulegen, um Diener aller zu werden. Er verließ sich vollständig darauf, dass der Vater für ihn sorgte. Machen wir das Gleiche?
Der Weg zur Ganzheit
In Apostelgeschichte 4, 9-10 lesen wir von einer mächtigen Heilung und der Verkündung ihrer Quelle durch die Apostel: „Wenn wir heute wegen der Wohltat an dem kranken Menschen verhört werden, wodurch er gesund geworden ist, so sei euch allen und dem ganzen Volk Israel kundgetan: Im Namen Jesu Christi von Nazareth, den ihr gekreuzigt habt, den Gott von den Toten auferweckt hat; durch ihn steht dieser hier gesund vor euch“.
Durch Jesus Christus ist wahre Ganzheit möglich – sei es körperlich, emotional, psychologisch oder geistlich. Heilung kommt durch ihn. Er kann und wird in unserem Namen handeln, wenn wir ihm vertrauen und die Erkenntnis und Liebe zur Wahrheit in unserem Leben zur obersten Priorität machen. Der verstorbene Dr. Roderick C. Meredith ermahnte die Kirche oft, sich „von Christus zu ernähren“, und das müssen wir.
Gott wird keine Autorität auf derselben Stufe mit menschlich erfundenen Ideen und Konzepten in unseren Köpfen und Herzen teilen. Das Wort Gottes muss die wahre Grundlage für unser Wissen sein. Jedes andere Wissen muss in unserem Gedankenleben einen niedrigeren Platz einnehmen. Gottes Weisheit sagt uns: „Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis. Die Toren verachten Weisheit und Zucht“ (Sprüche 1, 7). Und auch: „Der Weisheit Anfang ist die Furcht des Herrn, und den Heiligen erkennen, das ist Verstand“ (Sprüche 9, 10).
Es gibt viel „Schmutz der Welt“, vor dem wir uns bewahren müssen (2. Petrus 2, 20-21). Wir sehen diesen in Galater 5, 19-21 aufgeführt, wo Paulus ihn die „Werke des Fleisches“ nannte, und in 1. Korinther 6, 9-10, wo er uns warnte, uns nicht täuschen zu lassen. Gott ruft uns dazu auf, unsere Herzen und unseren Geist vor diesen vielen geistlichen Verunreinigungen zu schützen. Das bedeutet, nicht auf die Weisheit, die Gedanken des Menschen und den allgemeinen Kurs und die Richtung der Welt um uns herum zu vertrauen. Wir müssen Gottes Weisheit und Rechtschaffenheit mit ganzem Herzen suchen: „Und ich will ihnen ein Herz geben, dass sie mich erkennen sollen, dass ich der Herr bin. Und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein; denn sie werden sich von ganzem Herzen zu mir bekehren“ (Jeremia 24, 7).
Die mächtigen Wunder Jesu waren ein Zeugnis für die Massen. Wir lesen, dass „sich das Volk verwunderte, als sie sahen, dass die Stummen redeten, die Verkrüppelten gesund waren, die Lahmen gingen und die Blinden sahen; und sie priesen den Gott Israels“ (Matthäus 15, 31). Jesus Christus hat die Menschen immer wieder ganz gemacht, und er kann dasselbe für uns tun. Gott ist unser Heiler.
Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet. Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt (Jesaja 53, 3-5).
Petrus erinnerte uns an diese Wahrheit: dass wir durch die Wunden Jesu Christi geheilt wurden (1. Petrus 2, 24). Diese Heilung ist vollendet. Wir bitten darum, und Gott stellt sie bereit – zu seiner Zeit und nach seinem Willen. Wir müssen dankbar sein für den Zugang zu Gott, dem Vater, und Jesus Christus durch unsere Beziehung zu ihnen. Wir sollten es hoch schätzen, ebenso wie die Offenbarung der Wahrheit, die sie uns anbieten. Durch den Namen Jesu Christi und das Gebet um Gottes Wirken ist Heilung möglich – nach seinem Willen und perfekten Zeitpunkt (Jakobus 5, 13-15). Christus hat sich als makelloses Opfer gegeben, damit wir ganz werden können. Er versprach auch, dass wir „volle Genüge“ im Leben haben könnten (Johannes 10, 10).
Die Segnungen, die uns durch Gottes Kirche und unseren Anteil daran gewährt werden, sind zahlreich. Gott hat für unsere Zurüstung und Erbauung durch den Dienst Christi gesorgt, ...
… bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten [ganzheitlichen] Menschen, zum vollen Maß der Fülle Christi, damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch das trügerische Würfeln der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen. Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus. Von ihm aus wird der ganze Leib zusammengefügt und zusammengehalten durch jede Verbindung, die den Leib nährt mit der Kraft, die einem jeden Teil zugemessen ist. So wächst der Leib und erbaut sich selbst in der Liebe (Epheser 4, 13-16).
Durch den Leib Christi, durch seinen Dienst und durch die offenbarte Weisheit und Erkenntnis von Gottes Wort, der heiligen Bibel, können wir ganz werden. Unser Frieden wird möglich durch das Opfer Christi – sein mächtiges Blut, das für unsere Sünden sühnt und die Last von Schuld und Scham aus unserem Leben nimmt. Paulus gab diese Ermutigung: „Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für das Kommen unseres Herrn Jesus Christus“ (1. Thessalonicher 5, 23).
Wir können aus verschiedenen Quellen profitabel lernen, aber wir müssen diese Quellen durch das Wort Gottes, in Gottesfurcht und in der Hingabe an den Geist Christi filtern. Wir lesen: „Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Einsicht gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben“ (1. Johannes 5, 20). Ganzheit entsteht nicht durch rationale Untersuchung oder intellektuelle Beherrschung, sondern durch eine wiederhergestellte Beziehung zu Gott dem Vater durch Jesus Christus – die bei der Auferstehung vollständig verwirklicht wird, uns aber jetzt teilweise zur Verfügung steht, wenn wir ihm gehorchen und auf sein Wort achten.
Da Pfingsten näher rückt, wollen wir uns erneut verpflichten, Gott durch seinen innewohnenden Geist zu erlauben, uns so vollständig zu machen, wie nur er es kann.


