Am Vorabend des 14. Nisan feiern wir das Passah, wie es Christus und die Apostel vorgegeben haben.  Wir tun dies zur selben Zeit und auf dieselbe Weise, wie die Kirche Gottes es im ersten Jahrhundert getan hat (1. Korinther 11, 23-25).

Während wir dieses Brot und den Wein zu uns nehmen, erinnern wir uns an die Größe des Opfers, das Christus für uns gebracht hat, damit wir von unseren Sünden gereinigt werden können.  Der Passahabend ist anders als andere Zusammenkünfte der Kirche, denn es ist ein ernster Anlass, an dem wir der Tiefgründigkeit dieses letzten Abends gedenken, den Jesus mit seinen Jüngern verbrachte.  Kurz nachdem dieses Passahmahl vorbei war, begann sein Leiden, das mit seinem Tod am folgenden Nachmittag endete.  Als die Sonne unterging, die jenen Passahtag beendete, beeilten sich Jesu Jünger, seinen Leichnam in das Grab zu legen, bevor bei Sonnenuntergang der der hohe Festtag am 15. Nisan begann (3. Mose 23, 5-7; Johannes 19, 31).

Bei Sonnenuntergang zu Beginn des 15. Nisan treten wir in Gottes heiligen Tag ein, und die Stimmung ist völlig anders als die der vorherigen Passahnacht.  Der erste Tag der Ungesäuerten Brote ist ein Festtag, und er beginnt mit einem freudigen Fest, der „Nacht des Wachens“.  An diesem Tag erfreuen wir uns und denken daran, dass wir durch Christi vergossenes Blut gereinigt wurden und somit „ganz rein“ sind (Johannes 13, 10).

Nach der Reinigung von unseren Sünden durch das Opfer Christi gedenken wir dessen, dass uns geboten wird, den Sauerteig der Sünde aus unserem Leben zu entfernen.  Paulus wies die Korinther an, wie das Fest der Ungesäuerten Brote zu begehen ist:

„Es ist nicht gut, wessen ihr euch rühmt. Wisst ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert?  Darum schafft den alten Sauerteig weg, auf dass ihr ein neuer Teig seid, wie ihr ja ungesäuert seid.  Denn auch unser Passalamm ist geopfert, das ist Christus.  Darum lasst uns das Fest feiern nicht mit dem alten Sauerteig, auch nicht mit dem Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit dem ungesäuerten Teig der Lauterkeit und Wahrheit“ (1, Korinther 5, 6-8).

Wir feiern das Fest der Ungesäuerten Brote, wie der Apostel Paulus die Kirche Gottes im ersten Jahrhundert und die Kirche von heute angewiesen hat.

Indem wir das Fest der Ungesäuerten Brote halten, leben wir einen wichtigen Teil vom Gottes wunderbarem Plan aus – damit wir ihn nicht vergessen.  Wir halten für sieben Tage Sauerteig aus unserem Zuhause und aus unserer Nahrung fern.  Eine sehr wichtige Lehre dieses Festes ist, dass die Schuld unserer Sünden durch unser Passah, Jesus Christus, weggewaschen wurde, was uns in Gottes Augen gerechtfertigt und ungesäuert macht.  Doch um uns daran zu erinnern, dass Sünde wieder ihren Weg in unsere Leben zurückfinden kann, halten wir danach weiterhin den Sauerteig für die vollen sieben Tage aus unserem Zuhause und aus unserer Nahrung heraus.  So erinnern uns die sieben Tage der Ungesäuerten Brote auch daran, das ganze Jahr hindurch ein reuevolles Leben zu führen.  

Es kann eine gute Mahnung sein, wenn man während der Tage der Ungesäuerten Brote verborgenen Sauerteig findet, dass wir wachsam gegenüber verborgenen Sünden sein müssen.  Vor einigen Jahren, während der Tage der Ungesäuerten Brote, habe ich dies persönlich erfahren, als ich meine Familie in ein Restaurant eingeladen hatte.  Ich dachte, dass ein Vanillepudding mit Beeren auf der Speisekarte sicherlich ein Gericht ohne Sauerteig wäre (und dazu noch wohlschmeckend).  Als ich jedoch einen Löffel voll herausnahm, bemerkte ich, dass sich in dem Vanillepudding und den Beeren eine dünne Lage Hefekuchen verbarg.  Es ist ganz klar, Sauerteig zu entfernen ist eine Sache, ihn aber herauszuhalten eine andere!  Indem wir solche Erfahrungen machen, denken wir daran, dass Sünde sich, genau wie Sauerteig, an unvermuteten Orten verstecken kann.

Eine wichtige Lehre der Tage der Ungesäuerten Brote ist, dass wir wachsam bleiben müssen, um den Sauerteig der Sünde aus unserem Leben herauszuhalten, nachdem wird durch Christi Opfer gereinigt worden sind.

 

Der Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer

Oft liegt der Sauerteig der Sünde in dem, was wir tun, aber manchmal auch in dem, was wir denken.  Jesus Christus machte seine Jünger auf einen Ursprung von geistlichem Sauerteig aufmerksam, den sie zuvor noch nicht erkannt haben mögen.

„Und als die Jünger ans andre Ufer gekommen waren, hatten sie vergessen, Brot mitzunehmen.  Jesus aber sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!  Da dachten sie bei sich selbst und sprachen: Das wird's sein, dass wir kein Brot mitgenommen haben.  Als das Jesus merkte, sprach er: Ihr Kleingläubigen, was bekümmert ihr euch doch, dass ihr kein Brot habt?  Versteht ihr noch nicht? Erinnert ihr euch nicht an die fünf Brote für die fünftausend und wie viele Körbe voll ihr da eingesammelt habt?  Auch nicht an die sieben Brote für die viertausend und wie viele Körbe voll ihr da eingesammelt habt?  Wieso versteht ihr denn nicht, dass ich nicht vom Brot zu euch geredet habe? Hütet euch vielmehr vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!  Da verstanden sie, dass er nicht gesagt hatte, sie sollten sich hüten vor dem Sauerteig des Brotes, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer“ (Matthäus 16, 5-12).

Jesus Christus warnte seine Jünger auch vor dem Sauerteig der Heuchelei (Lukas 12, 1), welcher oft mit irrtümlichen Glaubenslehren Hand in Hand geht.

Christus ist unser Brot – unsere geistliche Nahrung – und die Quelle unserer Glaubenslehren.  Er sorgt für unsere Bedürfnisse und wir nehmen alles von ihm auf.  Ebenso, wie ein wenig Brot – entsprechend der rechten Lehre Christi – eine große Schar sättigte (Markus 8, 3-9. 17-21), verbreiteten wenige Apostel das Evangelium in der gesamten Welt des Altertums.  In unserer heutigen Zeit können ein paar Prediger, unter Zuhilfenahme moderner Technologie, Gottes Wahrheit an Milliarden von Menschen weitergeben.  Die gesamte Literatur und Medieninhalte der Kirche sind frei und auf der ganzen Welt zugänglich.

Doch falsche Glaubenslehren bleiben immer noch eine gefährliche Form des geistlichen Sauerteigs.  Wie Sauerteig beginnen sie mit einem kleinen Irrtum und arten dann zu einem großen geistlichen Problem aus.   Ein kleiner Irrtum kann eine Menge Wahrheiten ansäuern.  Der Sauerteig falscher Lehren war bei den jüdischen Führern des ersten Jahrhunderts ein großes Problem.  Sie gebrauchten ihre Traditionen, um Gottes Gebote zu umgehen.

Christus nannte den Sauerteig falscher Lehren als eine Form der Sünde.  Eines der Dinge, die wir zu dieser Jahreszeit ausmerzen müssen – und während des gesamten Jahres fernhalten müssen –, sind falsche Lehren.  Die Tage der Ungesäuerten Brote sind eine gute Zeit, das Thema der falschen Doktrinen der Pharisäer und Sadduzäer zu betrachten.

 

Falsche Glaubenslehren erkennen

Während wir uns jedes Jahr dem Passah nähern, hören wir oft eine Kurzpredigt über die Eigenschaften von physischem Sauerteig.  In ähnlicher Weise müssen wir in der Lage sein, den Sauerteig falscher Lehren zu identifizieren, um ihn entfernen zu können.  Daher ist es gut, sich daran zu erinnern, wo die falschen Glaubenslehren herkommen: “Und es wurde hinausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt: Teufel und Satan, der die ganze Welt verführt. Er wurde auf die Erde geworfen, und seine Engel wurden mit ihm dahingeworfen“ (Offenbarung 12, 9).  Verführung in Bezug auf die Lehre ist eine Spezialität des Teufels.

Um die Auseinandersetzungen zu verstehen, die Jesus mit den Pharisäern und den Sadduzäern hatte, ist es wichtig, zu verstehen, wer diese waren. Ihre Ansichten über das Gesetz waren sehr unterschiedlich. Beide waren sehr gebildet, hatten aber verschiedene Deutungsansätze hinsichtlich ihres Glaubens.  Hier sind ein paar grundsätzliche Fakten über sie:

Die Pharisäer glaubten, dass das Gesetz durch die rabbinische Tradition ausgelegt werden muss. Sie glaubten auch an die Auferstehung, was die Sadduzäer nicht taten.  Wenn ein Pharisäer sagte, dass Jesus Christus das Sabbatgesetz gebrochen hatte, meinte er, dass Jesus die traditionelle pharisäische Auslegung des Gesetzes übertrat.  Die Pharisäer gebrauchten manchmal ihre Tradition, um die Absicht des Gesetzes zu umgehen, wenn es ihnen angenehmer erschien.  Doch Jesus wies sie zurecht, wenn ihre Tradition sich im Irrtum befand, was zu vielen Feindseligkeiten gegen ihn führte.  Jesus hatte im Allgemeinen Konflikte mit den Pharisäern in Bezug auf deren Auslegung des Gesetzes, während die Sadduzäer darüber aufgebracht waren, als er ihnen sagte, dass er der Sohn Gottes sei.  Modernes Judentum ist eine Weiterentwicklung der pharisäischen Tradition, wie sie in der Mischna des zweiten und dritten Jahrhunderts nach Christus aufgezeichnet ist.

Die Sadduzäer waren Nachkommen des aaronitischen Priestertums über die Söhne des Hohepriesters Zadok, welcher keine Irrlehre gelehrt und keine Götzenanbetung betrieben hatte.  Sie waren Mitglieder der priesterlichen Klasse.  Man vermutet, dass der Begriff „Sadduzäer“ (Seduqim) vom Namen Zadok abgeleitet wurde.  Zu den Hauptunterschieden gegenüber den Pharisäern zählte, dass die Sadduzäer glaubten, das Gesetz könne nur durch die aaronitische Priesterschaft interpretiert werden.  Die Sadduzäer bestritten auch die Wahrheit über die Auferstehung, sowie die Existenz von Geistwesen oder Engeln.  In Jesu Tagen hatten sie den Sanhedrin unter ihrer Kontrolle. In der Living Church of God zählen wir die Tage bis Pfingsten entsprechend den Anweisungen der Bibel, genauso wie die Sadduzäer es taten, während die Pharisäer den Standpunkt vertreten, dass Pfingsten immer am gleichen, festgesetzten Tag im Monat eingehalten werden muss, am 6. Sivan.

 

Das Drehbuch des Widersachers

Satan beeinflusst Menschen oft durch zwei Hauptmethoden zur Sünde: durch Versuchung und Täuschung.  Soweit es die Kirche betrifft, zieht er oft Täuschung vor.  Menschen, die einer Versuchung nachgeben und sündigen, könnten sich deswegen schuldig fühlen und bereuen.  Ein Mensch, der einer Täuschung erliegt und sündigt denkt, dass er, oder sie, nichts Verkehrtes getan hat, was Bereuen unwahrscheinlicher macht.  Sie können sich vorstellen wie der Teufel so etwas liebt!  Zum Beispiel ist die Täuschung hinsichtlich des Kalenders ein ausgezeichneter Weg, Verwirrung in Bezug auf Gottes heilige Tage zu säen, wodurch verschiedene Menschen sie an unterschiedlichen Tagen einhalten.

In 1. Timotheus 2, 13-14 belehrte der Apostel Paulus die Kirche, dass Adam zwar versucht wurde, Eva jedoch getäuscht wurde.  „Denn Adam wurde zuerst gemacht, danach Eva. Und Adam wurde nicht verführt, die Frau aber wurde verführt und übertrat das Gebot“.  Manche missverstehen Paulus‘ Mahnung und denken, dass er sagte, Frauen seien weniger klug als Männer. Seine Bemerkungen seien somit ein Produkt der Kultur seiner Zeit, welche Frauen als minderwertig ansah. Das ist unzutreffend.

Aber behalten Sie Evas Fehler im Gedächtnis und beachten Sie, was Paulus zu der Gemeinde in Korinth sagte: „Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch verlobt mit einem einzigen Mann, damit ich Christus eine reine Jungfrau zuführte.  Ich fürchte aber, dass, wie die Schlange Eva verführte mit ihrer List, so auch eure Gedanken abgewendet werden von der Lauterkeit und Reinheit vor Christus“ (2. Korinther 11, 2-3).

Falsche Glaubenslehren kommen also von dem Widersacher – dem Vater der Lüge – und besonders gerne hat er die Glaubenslehren der Kirche bei seinen Täuschungen im Visier.

 

Ursprünglich war es richtig!

Ein anderer Weg, falsche Glaubenslehren zu identifizieren, ist, zu erkennen, dass sie sich mit dem Glauben, der ein für alle Mal überliefert wurde, im Konflikt befinden.

Aufgrund der Angriffe des Widersachers müssen wir ernstlich darum ringen, die wahren Glaubenslehren zu bewahren, und darin dieselbe, aufrichtige Sorge zu tragen, wie Judas: „Ihr Lieben, da es mich drängt, euch zu schreiben von unser aller Heil, halte ich's für nötig, euch in meinem Brief zu ermahnen, dass ihr für den Glauben kämpft, der ein für alle Mal den Heiligen anvertraut ist“ (Judas 3).  Seine Sorge wurde angespornt durch die falschen Lehren von „einigen Menschen“, die sich „eingeschlichen“ hatten (Vers 4) – wie ein wenig Sauerteig, der den ganzen Teig durchsäuern kann.

Die Apostel gaben nicht eine Sammlung von Glaubenslehren für Christen jüdischer Herkunft, und eine andere Sammlung für Bekehrte nichtjüdischer Herkunft.  Ebenso wenig lehrten sie je nach Situation unterschiedliche Glaubenslehren.  Sie lehrten den einen Glauben, „der ein für alle Mal den Heiligen anvertraut ist“ (Judas 3).  Paulus lobte die nichtjüdische Gemeinde in Thessalonich, weil sie „Nachfolger geworden [sind] der Gemeinden Gottes in Judäa, die in Christus Jesus sind“ (1. Thessalonicher 2, 14).

Jüdische wie nichtjüdische Mitglieder der Kirche Gottes hielten gleichermaßen alle zehn Gebote und glaubten an dasselbe Evangelium vom Reich Gottes.  Mit dem einhalten von Gottes Sabbatten und heiligen Festtagen versuchten die Griechen in Thessalonich nicht, jüdisch zu sein, sondern sie gehorchten einfach nur Gott.

Hüten Sie sich vor Menschen, die sagen, dass sie „neue Wahrheiten“ haben – gewöhnlich sind es alte Irrtümer.  Die Lehren der Kirche wurden über Jahrzehnte erforscht und von Hr. Herbert W. Armstrong, Dr. Roderick C. Meredith und jetzt Hr. Gerald Weston sorgfältig überprüft, und wir sind überzeugt, dass wir Gottes Wahrheit haben.  Mit Gottes Hilfe möchten wir in unserem Wissen und Verständnis mehr in die Tiefe und Breite gehen, – wir sollten uns aber hüten, wenn jemand davon abweichen möchte.

Der Apostel Paulus ermahnte die Gemeinde in Korinth, ständig auf der Hut zu sein vor denjenigen, die falsche Lehren predigen: „Denn wenn einer zu euch kommt und einen andern Jesus predigt, den wir nicht gepredigt haben, oder ihr einen andern Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so ertragt ihr das recht gern“ (2. Korinther 11, 4). Hier ist der Aktionsplan: Dulden Sie es nicht!

Petrus war sich der geistlichen Gefahr durch anhaltende doktrinären Angriffe, denen die Kirche ausgesetzt war, bewusst.  Er riet den Gemeinden, ihr Wissen zu erweitern und verführerischen Veränderungen entgegenzutreten: „Ihr aber, meine Lieben, weil ihr das im Voraus wisst, so hütet euch, dass ihr nicht durch den Irrtum dieser ruchlosen Leute mitgerissen werdet und euren festen Halt verliert. Wachset aber in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilands Jesus Christus“ (2. Petrus 3, 17-18).

Wir alle möchten in Gnade und Erkenntnis wachsen, und ab und zu könnte ein Mitglied denken, dass uns ein Fehler unterlaufen ist.  Oder jemand glaubt vielleicht, dass er etwas Neues herausgefunden habe, was wir uns ansehen sollten.  Wenn das der Fall ist, gibt es ein Verfahren, welches dann Anwendung finden sollte.  Verfechten Sie Ihre Ansichten nicht innerhalb der Kirchengemeinde; besprechen Sie die Angelegenheit vielmehr mit Ihrem Prediger.  Aber seien Sie darauf vorbereitet, dass er diese einer hilfreichen Analyse unterzieht.  Der Prediger könnte Ihre Idee schon einmal gehört haben und kann folglich mit Bibelstellen oder zugehörigen Lehren eine Antwort parat haben, die Sie noch nicht in Erwägung gezogen haben, was oft der Fall ist.  Oder wenn Sie beide denken, dass die Idee weiterverfolgt werden sollte, kann sie dem Regionalpastor oder, wenn es erforderlich ist, der Abteilung für persönliche Korrespondenz vorgelegt werden.  Wenn das so gehandhabt wird, seien Sie bitte geduldig, bis Sie eine Antwort erhalten.  Wenn es wert ist, die Angelegenheit weiter zu verfolgen, wird der Ältestenrat entsprechende Studienpapiere und durchdachte Kommentare in Erwägung ziehen.

 

Gottes Wahrheit ist wertvoll

Gottes Wahrheit heiligt uns. Jesus sagte: „Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit“ (Johannes 17, 17).  Er sagte weiterhin, dass wir geheiligt sind durch unseren Glauben an ihn (Apostelgeschichte 26, 18) und durch den heiligen Geist (Römer 15, 16).

Menschen lieben es, über religiöse Angelegenheiten zu diskutieren, und öfters gehen ihre Schlussfolgerung den rationalen Erklärungen voraus.  Die Griechen im Altertum glaubten, dass sie geistliches Wissen durch vernunftgeleitete Argumentation schaffen könnten – so, wie auch ihre geistigen Erben, nämlich viele der heutigen Theologen.  Doch Gott offenbart seine Wahrheit:

„Wie ihr nun angenommen habt den Herrn Christus Jesus, so lebt auch in ihm, verwurzelt und gegründet in ihm und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und voller Dankbarkeit.  Seht zu, dass euch niemand einfange durch die Philosophie und leeren Trug, die der Überlieferung der Menschen und den Elementen der Welt folgen und nicht Christus“ (Kolosser 2, 6-8).

Der Sauerteig falscher Lehren wird öfters durch Leute gebraucht, die versuchen, ihre eigene kleine Kirchenorganisation zu gründen.  Sie benötigen eine oder zwei andere Lehrmeinungen, damit sie sich von anderen unterscheiden können, und damit sie Schafe einpferchen können, die sie benötigen, um ihr kleines Werk zu unterstützen.  Diejenigen, die schon einmal so etwas getan haben, haben üblicherweise einige gemeinsame Eigenschaften:

  • Sie verfechten gewisse einzigartige Lehren oder „Offenbarungen“, die ihre Splittergruppe von anderen unterscheidet.
  • Ihre evangelistische Arbeit ist ineffektiv, und nur wenige Menschen treten ihrer Gruppe bei.  Daher trachten sie danach, Schafe von anderen Organisationen oder Gemeinschaften wegzunehmen, anstatt die Welt zu evangelisieren.
  • Oft gibt es ein hohes Maß an Kontrolle in solchen Gruppen.

Christus warnte uns vor solchen falschen Predigern, als er sagte: „Seht euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe.  An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.  Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln?  So bringt jeder gute Baum gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte.  Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen.  Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.  Darum, an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ (Matthäus 7, 15-20).

In der Predigerschaft haben wir über viele Jahre viele solche Glaubensfragen überprüft:  die korrekte Datierung von Festtagen und Kalenderfragen, private prophetische Interpretation und vieles mehr. Diese Themen kommen Jahr für Jahr, Jahrzehnt für Jahrzehnt immer wieder auf, während neue Leute alte Irrtümer entdecken.  Die Bibel lehrt uns, dass der Teufel die Randzone einer Herde beschleicht: „Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge“ (1. Petrus 5, 8). Diejenigen, die regelmäßig im Internet nach dogmatische Themen suchen, schätzen wahrscheinlich oft nicht die kostbare Wahrheit, die wir haben, und befinden sich damit in Reichweite eines Angriffs durch den „Löwen“.

Der Apostel Paulus wusste, dass der Sauerteig des Irrglaubens ein Hauptproblem für die Kirche sein würde.  Deswegen riet er Timotheus: „So ermahne ich dich inständig vor Gott und Christus Jesus, der richten wird die Lebenden und die Toten, und bei seiner Erscheinung und seinem Reich: Predige das Wort, stehe dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit; weise zurecht, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre. Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihrem eigenen Begehren werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, und werden die Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zukehren“ (2. Timotheus 4, 1-4). Ein wesentlicher Grund, warum sich Mitglieder falschen Lehren zuwenden ist, dass sie die Wahrheit, die sie haben, nicht wertschätzen.

 

Die Predigerschaft und die Kirche bewahren die Glaubenslehren

Gott sagte, dass er seine Predigerschaft und seine Kirche dafür gebraucht, um die Integrität der Lehre zu erhalten.  Die Kirche ist das Bollwerk des Glaubens.  Der Apostel Paulus erinnerte den Evangelist Timotheus: „Dies schreibe ich dir und hoffe, bald zu dir zu kommen; wenn ich aber erst später komme, sollst du wissen, wie man sich verhalten soll im Hause Gottes, welches ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit“ (1. Timotheus 3, 14-15).

Die Predigerschaft hat sowohl die Plicht, als auch die Autorität, die Integrität der Lehre in der Kirche zu erhalten.  Selbst in der Welt geben wir niemandem die Verantwortung, eine Arbeit auszuführen, ohne ihm auch die Autorität zu geben, die benötigt wird, um diese durchzuführen. Dies nicht zu tun, würde unsere eigene Absicht vereiteln.  Und Gott ist viel weiser, als wir es sind.

In seinem Brief an die Gemeinde in Ephesus erklärte Paulus, warum Kirchenämter mit Autorität so wichtig sind:

„Und er selbst gab den Heiligen die einen als Apostel, andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Menschen, zum vollen Maß der Fülle Christi, damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch das trügerische Würfeln der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen“ (Epheser 4, 11-14).

Gott gebraucht seine treue Predigerschaft, um die Wahrheit in der Kirche zu bewahren.  Das ist der wichtigste Grund warum die Kirche „ein Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit ist“.  Und von uns wird verlangt, zu beurteilen, wer ein wahrer Prediger Jesu Christi ist.  Und um es noch einmal zu sagen: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ (Matthäus 7, 16).  Aber was sind unsere Verpflichtungen, wenn wir einen wahren Prediger Jesu Christi erkannt haben?  Wir akzeptieren freudig die Autorität und den Dienst, den Jesus Christus durch seine Predigerschaft in der Kirche bereitstellt.  Schafe fliehen vor einem Wolf aber folgen einem Schafhirten.

Die Kirche ermutigt ihre Mitglieder im Glauben, und wir unterstützen einander im Glauben.  Paulus schrieb: „Und lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken und nicht verlassen unsre Versammlung, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das umso mehr, als ihr seht, dass sich der Tag naht“ (Hebräer 10, 24-25).

Die Fähigkeit, solide Lehren effektiv zu vermitteln, ist eine der erforderlichen Fähigkeiten für einen Prediger.  Paulus schrieb weiter, dass ein Prediger: „sich halte an das Wort, das verlässlich ist und der Lehre entspricht, auf dass er die Kraft habe, zu ermahnen mit der heilsamen Lehre und zurechtzuweisen, die widersprechen“ (Titus 1, 9).

Die Predigerschaft wird angewiesen: Lehre was dir beigebracht wurde, und mache die Wahrheit deutlich.  Christus gebraucht seine treue Predigerschaft, um seine Kirche dogmatisch auf Kurs zu halten, und den Sauerteig der Irrlehre aus Gottes Kirche fernzuhalten.

 

Den Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer fernhalten

Was sind demzufolge einige der Dinge, die wir tun können, um den Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer während der Tage der Ungesäuerten Brote und für den Rest des Jahres fernzuhalten?  Hier sind einige Beispiele:

Erstens: „Erforscht euch selbst, ob ihr im Glauben steht; prüft euch selbst!“ (2. Korinther 13, 5).

Dann: Seien Sie wachsam, um Sauerteig zu identifizieren. Paulus warnte Timotheus: „Der Geist aber sagt deutlich, dass in den letzten Zeiten einige von dem Glauben abfallen werden und verführerischen Geistern und Lehren von Dämonen anhängen, verleitet durch Heuchelei der Lügenredner, die ein Brandmal in ihrem Gewissen haben“ (1. Timotheus 4, 1-2).  Wir befinden uns in diesen „letzten Zeiten“.

Und schließlich: Schätzen Sie die Wahrheit, die Sie haben und seien Sie vorbereitet, für Ihren Glauben einzutreten.  „Ich komme bald; halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme“ (Offenbarung 3, 11)!  Und weiter: „Wandelt nur würdig des Evangeliums Christi, damit ich – ob ich komme und euch sehe oder abwesend bin – von euch erfahre, dass ihr in einem Geist steht und einmütig mit uns kämpft für den Glauben des Evangeliums“ (Philipper 1, 27).

Festzuhalten an Gottes Wahrheit erfordert ständige Wachsamkeit.  Gottes Wahrheit ist kostbar.  Schätzen und behüten Sie sie! Lassen Sie uns „für den Glauben [kämpfen], der ein für alle Mal den Heiligen anvertraut ist“ (Judas 3).  Durch Jesu Christi Opfer reingewaschen und in Gottes Angesicht ungesäuert, lassen Sie uns den Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer entfernen, der falsche Lehre ist. Und lassen Sie uns zusammen danach streben, ihn das ganze kommende Jahr hindurch fernzuhalten.