Warum spiegelt die Gesellschaft zunehmend das Gegenteil des berühmten biblischen Gebots wider?

Haben Sie diesen Wandel bemerkt? Haben Sie sich schon mal gefragt, ob Sie sich diese Dinge nur eingebildet haben? Studien haben ergeben, dass dies nicht der Fall ist: Die Menschen fangen wirklich an, sich gegenseitig zu hassen.

Natürlich gibt es politische Differenzen schon so lange, wie es Politik gibt. Und es ist nicht ungewöhnlich, dass diese politischen Differenzen zu einer Quelle der Wut und des Schmerzes selbst zwischen den engsten Familienmitgliedern und Freunden werden.

Aber es ist, als ob sich etwas verändert hätte – als ob ein Schalter umgelegt worden wäre. Diejenigen, die politisch auf der „anderen Seite“ stehen, erscheinen jetzt nicht mehr nur als Gegner, die es zu besiegen gilt, sondern als Feinde, die man hassen muss. Und dieses Gefühl ist nicht auf die Politik beschränkt.

Videoclips in unseren sozialen Medien dokumentieren unseren Abstieg in die gegenseitige Verachtung und Missachtung: Ein Fluggast, der einen Flugbegleiter schlägt; Übergriffe in unseren Schulen – Schüler gegen Schüler und Schüler gegen Lehrer; Kunden in Cafés, die wildfremde Menschen angreifen, weil sie über die Slogans auf deren Kleidung verärgert sind; TikTok-„Stars“, die ahnungslose Opfer traumatisieren, um an Zuschauer und Follower zu kommen; Kellner und Kellnerinnen, die nicht wie vollwertige Menschen behandelt werden; „Raserei“ auf unseren Autobahnen, die zu gefährlichen Auseinandersetzungen und sogar zu Todesfällen führt.

Die meisten von uns können erkennen, dass die Hinwendung zum Hass real ist – und dass sie zutiefst beunruhigend ist. Aber warum geschieht das? Warum wird ein Großteil unserer so genannten „Zivilisation“ so unzivilisiert und von einer Kultur des Hasses und der Verachtung für den Nächsten beherrscht?

 

Sollten wir unseren Führern die Schuld geben?

Es wäre einfach, unseren Führern die Schuld zu geben – und für viele sind Äußerungen von Hass und Verachtung in der Tat das Markenzeichen der modernen Politik.

Schmutzkampagnen gehören zur amerikanischen Politik fast schon so lange, wie es Politik in Amerika gibt. Doch in den letzten Jahren scheint die Hetze zuzunehmen, und die Kandidaten greifen nun die Wähler an, nicht nur sich gegenseitig. Der Hass wurde erneut aufgedeckt und geschürt, als der damalige Senator Barack Obama, der 2008 für das Präsidentenamt kandidierte, sich über die „verbitterten“ Amerikaner beklagte, die für seine Gegner stimmten, und sagte, dass sie sich an Waffen oder Religion klammern, oder eine Antipathie gegen Menschen hegen, die nicht so sind wie sie“. Und als seine Nachfolgerin, Hillary Clinton, an der Reihe war, für das Präsidentenamt zu kandidieren, empörte sie Millionen von Menschen, indem sie sich über den „Korb der Bedauernswerten“ beklagte, die ihren Gegner unterstützten. Im Gegenzug verlor sie die Wahl gegen einen Kandidaten, Donald Trump, der nach wie vor der König der Schuljungenbeleidigung und der öffentlichen Herabwürdigung ist, „begabt“ mit der Fähigkeit, einprägsame und spöttische Ausdrücke zu prägen, um diejenigen zu erniedrigen, die sich ihm widersetzen. Der derzeitige US-Präsident Joe Biden hat einen ganzen Teil der Bevölkerung seines Landes als „MAGA-Republikaner“ bezeichnet und sie öffentlich als gefährliche Bedrohung für die Demokratie bezeichnet.

Es gibt kaum etwas Verächtlicheres, als die Behauptung, dass die Anhänger der anderen Partei nichts Geringeres als die Zerstörung der eigenen Nation anstreben. Dennoch sind solche Behauptungen in der amerikanischen Politik mittlerweile die Norm. Diejenigen, die auf beiden Seiten der ideologischen Kluft stehen, behandeln die Anhänger der anderen Seite als Verräter, die nichts anderes als Verachtung verdienen – praktisch als Untermenschen.

Dennoch werden die meisten westlichen Nationen von repräsentativen Regierungen geführt, in denen die Führer die Unterstützung – und die Stimmen – der Öffentlichkeit gewinnen müssen, um im Amt zu bleiben. Ja, die Führer beeinflussen ihr Volk, aber sie gewinnen und behalten diesen Einfluss, indem sie den Menschen geben, was sie wollen.

Arthur Brooks, ehemaliger Präsident des American Enterprise Institute, stellte dieses Phänomen in einem Interview mit Judy Woodruff von der PBS NewsHour fest: „In einer demokratischen Gesellschaft, in einer kapitalistischen Kultur, sind unsere Führer eigentlich Gefolgsleute. Sie sind eher eine Folge als eine Ursache unserer Handlungen.... [Sie beeinflussen uns, und sie beeinflussen unsere Kultur, das ist sicher. Aber was in demokratischen Gesellschaften und bei demokratischen Wahlen passiert, ist, dass die Führer eine Parade sehen, die die Straße hinuntergeht, und sie springen davor, um der Anführer zu sein“.

Hat Brooks recht? Bedenken Sie, wie viele Menschen sich über „Angriffsanzeigen“ gegen andere Politiker beschweren. Aber dann fragen Sie sich: Würden wir so viele sehen, wenn sie nicht funktionieren würden?

Die Situation wird durch das, was Brooks in seinem Buch Love Your Enemies [Liebe deine Feinde] den „Empörungsindustrie-Komplex“ nennt, nicht verbessert. Er besteht aus modernen Medienkanälen, die „ihr Publikum mit Verachtung bei der Stange halten, indem sie ihm erzählen, was es hören will, indem sie eine Geschichte des Konflikts verkaufen und grobe Karikaturen der anderen Seite malen. Sie geben uns das Gefühl, dass unsere eigenen Überzeugungen gerechtfertigt sind, während sie unsere schlimmsten Annahmen über diejenigen, die nicht mit uns übereinstimmen, bestätigen – nämlich, dass sie tatsächlich dumm und böse sind und es nicht wert sind, sich mit ihnen zu beschäftigen“ (Seite 29).

Natürlich wäre Hass kein so gutes Geschäft für Medienmogule oder angeberische Politiker, wenn er sich für uns nicht so gut anfühlen würde – und das tut er für so viele. Aber warum?

Was hat uns in unserer Kultur an einen Punkt gebracht, an dem so viele von uns eine solche Befriedigung darin finden, diejenigen, die nicht mit uns übereinstimmen oder uns Unannehmlichkeiten bereiten, als Objekte der Verachtung zu betrachten, als weniger menschlich – oder zumindest weniger menschlich als wir selbst?

Jesus Christus weist auf eine Antwort hin, die nur wenige zu hören erwarten, und die nur wenige Forscher zu erforschen versuchen.

 

Solche Zeiten waren vorausgesagt

In seiner berühmten – aber allgemein missverstandenen – Ölbergprophezeiung brachte Christus die hasserfüllte, menschenverachtende Atmosphäre unserer Welt direkt mit dem Fehlen des Gesetzes Gottes in Verbindung. Indem er seine Jünger auf die Zukunft hinwies und die Zustände prophezeite, die in den Tagen vor seiner Wiederkunft herrschen würden, sagte Jesus klar und deutlich: „Und weil die Missachtung des Gesetzes überhandnehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten“ (Matthäus 24, 12).

Christus sprach nicht von Ungehorsam gegenüber den Gesetzen der Menschen und der Zivilregierungen. Er machte seine Ankündigung unmittelbar nachdem er von falschen Propheten gesprochen hatte, die „viele verführen“ und den größten Teil der Gesellschaft vom wahren Glauben abbringen werden (Vers 11). Er wies auf eine tiefgreifende Realität hin: Da sich die Menschheit auf ihrem Weg der Selbstbestimmung immer weiter von den Gesetzen und Geboten unseres Schöpfers entfernt, sinken wir auch immer tiefer in ein Umfeld, in dem selbst unsere natürlichsten Zuneigungen immer kälter werden – während unser Hass aufeinander immer heißer brennt.

In der ganzen Bibel gibt es viele Stellen, die eine ähnliche Warnung aussprechen wie die von Christus, die ein endzeitliches Umfeld des Hasses und der Verachtung vorhersagen und offenbaren, dass unsere Zivilisation noch weiter in das gesetzlose Böse abgleiten wird – so sehr, dass wir uns selbst zerstören würden, wenn nicht irgendwann die unvermeidliche Wiederkunft Christi käme (Verse 21-22).

Der Prophet Jesaja, der im achten Jahrhundert v. Chr. schrieb, beschrieb eine künftige Zeit der massiven Unterdrückung, in der die Höhen unserer Zivilisation in den Ruin zu verfallen beginnen. Doch die Last der Unterdrückung geht nicht so sehr von den Herrschenden aus – so selbstsüchtig und unfähig sie auch sind (Jesaja 3, 1-4). Vielmehr „wird einer den andern bedrängen, ein jeder seinen Nächsten. Der Junge geht los auf den Alten und der Verachtete auf den Geehrten“ (Vers 5).

Nachbar gegen Nachbar. Das Kind gegen den Ältesten.

Der Prophet Micha gibt einen Einblick in den Zustand, den eine solche Gesellschaft erreichen kann – ein Umfeld, in dem selbst der engste Vertraute ein potenzieller Feind ist. „Niemand glaube seinem Nächsten, niemand verlasse sich auf einen Freund! Bewahre die Tür deines Mundes vor der, die in deinen Armen schläft! Denn der Sohn verachtet den Vater, die Tochter widersetzt sich der Mutter, die Schwiegertochter ist wider die Schwiegermutter; und des Menschen Feinde sind seine eigenen Hausgenossen“ (Micha 7, 5-6). Jesus Christus zitierte genau diese Stelle, als er über die künftigen Zeiten sprach (Matthäus 10, 34-36).

 

Mangel an Menschlichkeit?

Der Apostel Paulus beschrieb prophetisch die „letzten Tage“ dieses Zeitalters und betonte, dass die Menschen „gottlos, lieblos, unversöhnlich, schändlich, haltlos, zuchtlos“ sein werden (2. Timotheus 3, 1-4). Seine Worte sind eine Parallele zu der Beschreibung im Römerbrief, wo er sagt, dass die Menschen „hochmütig, prahlerisch, erfinderisch im Bösen, ... treulos, lieblos, unbarmherzig“ sein werden (Römer 1, 30-31).

Solche Beschreibungen erinnern an die Tage Noahs vor der Sintflut, von der es heißt, dass die Erde „voll Gewalttat“ war (1. Mose 6, 11; Elberfelder Bibel). Und es ist erwähnenswert, dass Christus davor gewarnt hat, dass die Tage vor seiner Wiederkunft viel mit den Tagen Noahs gemeinsam haben (Matthäus 24, 37).

Diejenigen, die glauben, dass solche Zeiten in einer „zivilisierten“, modernen Welt wie der unseren unmöglich sind, vergessen, dass Deutschland in den Jahren vor dem Holocaust, also vor weniger als einem Jahrhundert, als eine der zivilisiertesten Nationen der Menschheitsgeschichte galt – ein globales Zentrum der Kunst, Philosophie, Wissenschaft und Kultur. Doch als die Macht des Hasses entfesselt wurde, wurde diese Zivilisation zum globalen Zentrum für das industrialisierte Abschlachten von Menschen, die als Untermenschen angesehen wurden.

In einer Gesellschaft, in der Führer Wut schüren, um ihre politische Basis zu mobilisieren, und in der eine verärgerte Bevölkerung wiederum eine immer aggressivere Führung unterstützt, sollten wir uns nicht wundern, wenn ganze Gruppen von Menschen in der Rhetorik ihrer Feinde entmenschlicht werden. Schließlich ist es in einer Atmosphäre des gewalttätigen Hasses so viel einfacher, ein gefährliches „Tier“ zu töten, als mit einem menschlichen Gegner zu diskutieren.

Und die Bibel macht deutlich, dass diese gewalttätige Atmosphäre nur noch schlimmer werden wird. In den Jahren kurz vor der Wiederkunft Jesu Christi werden sich dieser zwischenmenschliche Hass und der Geist der Gewalt wie ein Brennglas auf eine Gruppe konzentrieren, die mehr als alle anderen verabscheut wird: diejenigen, die sich der konventionellen Religion – und sogar einem gefälschten „Christentum“ – widersetzen, indem sie den biblischen Lehren Christi treu bleiben, trotz der Verfolgung durch diejenigen, die seinen Namen fälschlicherweise für sich beanspruchen. Der Apostel Johannes berichtete sogar von Jesu eigener Prophezeiung, dass diejenigen, die solche treuen Nachfolger unter ihren Nachbarn töten, glauben werden, dass sie mit ihren Morden Gott dienen (Johannes 16, 2).

 

Eine radikal andere Herangehensweise

Im Großen und Ganzen wird eine Mentalität des entmenschlichenden Hasses letztlich die Grundlagen einer Gesellschaft und Zivilisation zerstören. Ein Volk kann kein Volk bleiben, wenn sich die Individuen, aus denen es besteht, gegenseitig verabscheuen. Schließlich werden die Bande, die diese Gesellschaft zusammenhalten, zerrissen, und ihre Selbstzerstörung ist unvermeidlich.

Auf der persönlichsten Ebene wird der entmenschlichende Hass unseren individuellen Charakter und unseren Geist zersetzen. Ein solcher Hass ist das genaue Gegenteil der Lebens- und Beziehungseinstellung, die Jesus Christus uns vorgelebt hat – und auch das Gegenteil der Lebensweise, die er die ganze Welt nach seiner Wiederkunft lehren wird. Tatsächlich wird er weit mehr tun, als sie nur zu lehren – er wird die Welt dazu befähigen, seinen liebevollen Ansatz zu einer alltäglichen Realität zu machen.

Viele kennen das Gebot Jesu: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Matthäus 22, 39) – ein Gebot, das er aus dem Alten Testament (3. Mose 19, 18) als ein grundlegendes Prinzip des Gesetzes Gottes zitiert.

Aber die Fülle der Liebe, die er uns gebietet, wird oft nicht voll gewürdigt. Und vielleicht würden einige von uns in unserer vergifteten, modernen Umgebung Ihn herausfordern, so wie es einer seiner Zuhörer tat, der fragte: „Wer ist denn mein Nächster?“ (Lukas 10, 29).

Jesus antwortete mit dem berühmten Gleichnis, in dem ein Mann, der aus Jerusalem kam, von Dieben überfallen und „halb tot“ zurückgelassen wurde. Diesem Mann wurde von keinem Passanten geholfen, bis ein Samariter Mitleid mit ihm hatte und ihm half. Die Popularität dieses Gleichnisses ist der Grund dafür, dass in unserem Sprachgebrauch diejenigen, die sich selbst aufopfern und Mitgefühl für andere zeigen, „barmherzige Samariter“ genannt werden.

Dass Christus einen Samariter als Helden des Gleichnisses wählte, war sehr aufschlussreich. Die Juden und Samariter zur Zeit Jesu hatten keine Liebe füreinander. Sie waren erbitterte Feinde, die die Religion und das Verhalten des jeweils anderen verachteten. Mit seinem Gleichnis wollte Christus nicht die Religion, die Lehre oder die Praktiken der Samariter gutheißen – mit denen er ausdrücklich nicht einverstanden war und die er entschieden ablehnte (Johannes 4, 19-22). Aber er wollte sie dafür nicht hassen oder „entmenschlichen“, selbst wenn sie ihren Hass und ihre Vorurteile gegen ihn richteten (Lukas 9, 51-56).

Christus forderte seine Zuhörer nicht auf, so zu tun, als gäbe es keine Meinungsverschiedenheiten zwischen Juden und Samaritern – und auch nicht, als seien die Samariter nicht völlig falsch und verdreht in ihrem Glauben, der eine Perversion des wahren Glaubens war, den Gott Israels gegeben hatte. So zu tun, als ob es keine tiefgreifenden Unterschiede gäbe, ist kein Weg, um Versöhnung zu schaffen, Lösungen zu finden oder die Wahrheit zu finden. Vielmehr ist die Liebe zu jedem unserer Mitmenschen als jemand, der wie wir nach dem Bild unseres Schöpfers geschaffen ist, trotz dieser Unterschiede, die Grundlage dieses Weges.

In der Tat ist die Nächstenliebe nicht einmal der radikalste Aspekt der Lehre Jesu in dieser Hinsicht. Der Sohn Gottes fordert alle, die ihm nachfolgen wollen, dazu auf, die Messlatte noch höher zu legen:

Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« (3. Mose 19,18) und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte (Matthäus 5, 43-45).

 

Transformation von innen heraus

Wenn wir kaum die Kraft und den Mut aufbringen können, unsere Nächsten zu lieben, wie können wir dann erwarten, unsere Feinde zu lieben? Diese Veränderung kann nur von innen kommen, aber wenn die Welt um uns herum uns nicht bei dieser Veränderung unterstützt, ist sie fast unmöglich. Deshalb braucht unsere Welt so dringend die Rückkehr Jesu Christi, der das Reich Gottes mit sich bringt.

Wenn Jesus Christus vom Himmel zurückkehrt, wie er es versprochen hat, wird er als König der Könige und Herr der Herren zurückkehren. Seine Lebensweise und die göttlichen Gesetze, die diese Lebensweise umreißen und unterstützen, werden sich während einer Zeit, die gemeinhin als Millennium bezeichnet wird, in alle Ecken des Planeten Erde ausbreiten – eine tausendjährige Spanne, die dem Gericht des Großen Weißen Throns vorausgehen wird (Offenbarung 20). Dieses Gericht wird eine Zeit sein, in der diejenigen, die gelebt haben und gestorben sind, ohne seine Botschaft wirklich zu erkennen, wieder auferstehen werden, um die Gelegenheit zu bekommen, ihn als Erlöser zu erkennen und anzunehmen. Es wird keinen Menschen geben, der gelebt hat und gestorben ist, ohne die Gelegenheit zur Errettung zu haben.

Doch diese Erlösung ist mehr als der Gehorsam gegenüber Gesetzen und Regeln. Der wiederkommende Jesus Christus wird König sein, aber er wird viel mehr tun, als Gottes Gesetze zu lehren und durchzusetzen. Gesetze und Verhaltensregeln reichen nicht aus, wenn das menschliche Herz selbst nicht grundlegend verändert wird. Ein Grund, warum unsere moderne Welt in die Tiefen des zwischenmenschlichen Hasses hinabgestiegen ist, liegt darin, dass wir im Grunde Menschen aus Fleisch und Blut bleiben, die regelmäßig daran scheitern, ihren eigenen Egoismus zu überwinden. Die bleibende Lektion, die wir vom Israel des Altertums lernen, ist, dass Gesetze allein – selbst göttliche Gesetze – nicht ausreichen.

Wenn je eine Reihe von Gesetzen ausgereicht hat, um einer Gesellschaft Leben einzuhauchen und ihre Bürger so zu verändern, dass sie die Liebe und Selbstlosigkeit Gottes widerspiegeln, dann war es die Reihe von Gesetzen, die Israel vor etwa 3.500 Jahren gegeben wurde (Galater 3, 21; vgl. Psalm 19, 7). Aber obwohl Gottes Gesetz seinen hohen Standard vermittelt, und heilig und gut ist (Römer 7, 12), kann es allein das sündige, fleischliche menschliche Herz nicht verändern. Tatsächlich versichern uns die inspirierten Worte der Heiligen Schrift: „Denn fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott, weil das Fleisch sich dem Gesetz Gottes nicht unterwirft; denn es vermag’s auch nicht“ (Römer 8, 7).

Deshalb hat der ewige Gott dafür gesorgt, dass die Geschichte Israels im Altertum in der Heiligen Schrift aufgezeichnet wurde, um uns diese Lektion zu lehren. Den Israeliten wurden die besten Gesetze gegeben, die ein Mensch je zu besitzen hoffen konnte, und doch reichten diese Gesetze nicht aus, um den Abstieg des Volkes in die selbstsüchtige Verderbtheit zu verhindern, bis zu dem Punkt, an dem einige sogar ihre eigenen Kinder heidnischen Göttern opferten (Hesekiel 23, 37) – so wie unsere moderne Welt Kinder dem beliebten „Gott“ der persönlichen Bequemlichkeit in Abtreibungskliniken auf der ganzen Welt opfert.

Das Herz zu ändern, ist selbst für den mächtigsten menschlichen Herrscher unerreichbar. Aber der herrschende Jesus Christus wird kein bloßer sterblicher Präsident oder Premierminister sein. Er wird vollbringen, was kein politisches System, keine falsche Religion und keine von Menschen erfundene Moralphilosophie je erreichen könnte: die Umgestaltung jedes einzelnen Menschen von innen heraus.

 

Der Geist Gottes

Jesus Christus wird nicht nur seine gerechten, fürsorglichen und barmherzigen Gesetze in unsere Welt bringen; er wird auch den Geist Gottes zur Verfügung stellen, um in allen zu wohnen, die seine Herrschaft in ihrem Leben annehmen wollen (vgl. Johannes 7, 37-39). Und so wie sich die Gesetze und die gerechte Lebensweise, die nur in ihm zu finden sind, während seiner tausendjährigen Herrschaft über die ganze Welt ausbreiten (Jesaja 11, 9), so wird auch die Ausgießung seines Geistes auf eine reuige Menschheit es Männern und Frauen überall ermöglichen, der göttlichen Natur teilhaftig zu werden (2. Petrus 1, 4). Und diejenigen, die sich ihm heute hingeben – seine Erstlinge – werden bei ihm sein und ihm als Lehrer dienen. „Und wenn ihr zur Rechten oder zur Linken gehen wollt, werden deine Ohren hinter dir das Wort hören: Dies ist der Weg; den geht!“ (Jesaja 30, 21). Ja, wir, die wir in diesem Zeitalter überwinden, werden da sein, um anderen zu helfen, zu überwinden, wenn Christus wiederkommt.

Die Menschen brauchen die Liebe Gottes in sich, wenn sie lernen sollen, seinen Weg zu gehen – ihre Mitmenschen wirklich zu lieben und die Gesetze der Liebe zu leben, die unser Schöpfer vorsieht. Und durch seinen Geist wird seine Liebe in die Herzen der Menschen ausgegossen (Römer 5, 5). Wenn dieser Geist während der Herrschaft Christi über eine reuige Menschheit ausgegossen wird, wird das Ergebnis eine Welt sein, in der der Gedanke, seinen Nächsten zu hassen, so fremd sein wird wie der Gedanke, sein eigenes Fleisch zu hassen. Sogar Nationen, die in der Vergangenheit lange Zeit verfeindet waren, werden sich des Friedens untereinander erfreuen (vgl. Jesaja 19, 23-25), da Menschen aller Sprachen und Kulturen die guten Dinge erkennen, die von Jerusalem aus in die Welt strömen – und diese Segnungen für sich selbst auch erleben wollen (Sacharja 8, 20-23).

Wenn Satan bei der Wiederkunft Christi für tausend Jahre gebunden ist (Offenbarung 20, 1-3), wird der König der Könige den Hass zu einer Sache der dunklen und fernen Vergangenheit machen. An seine Stelle wird eine neue Praxis treten, die von einer Welt, die endlich gelernt hat, wie das geht, voll und ganz angenommen wird: den Nächsten zu lieben wie sich selbst.

 

Sie können diese Liebe heute suchen

Diese verheißene Welt der Liebe – eine globale Gesellschaft, die über fleischliche Parteilichkeit, Spaltung und Hass hinaus transformiert wurde – muss für Sie nicht nur eine Zukunftshoffnung bleiben. Während die Nationen der Welt ihren eigenen Kurs wählen werden, während ihr Rendezvous mit dem Schicksal immer näher rückt, liegt es an Ihnen, Ihren eigenen Kurs zu wählen. Die „Kräfte der zukünftigen Welt“ (Hebräer 6, 5) können schon jetzt in unserem persönlichen Leben erprobt werden, wenn wir bereit sind, dieses Leben dem einzigen zu übergeben, der es wirklich verändern kann.

Ja, unsere gegenwärtige Welt ist voller Hass – und das volle Ausmaß des Hasses, das vor der Wiederkunft Christi entfesselt werden wird, ist noch nicht erreicht. Aber Sie und ich müssen nicht an diesem schrecklichen Gebräu teilhaben. Wir können stattdessen an etwas so viel Besserem teilhaben. Die Liebe Gottes – und die Freude und der innere Frieden, die mit ihr einhergehen – ist jetzt für alle verfügbar, die bereit sind, ihre Sünden zu bereuen, jeden Aspekt ihres Lebens vollständig der gerechten Herrschaft Jesu Christi zu überlassen und den von ihm angebotenen Lebensweg anzunehmen. „Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer“ (1. Johannes 5, 3).

Wenn Sie es zugelassen haben, dass Sie von Hass beeinflusst wurden – Hass auf jemanden, dessen Politik, Ideologie, Rasse, ethnische Zugehörigkeit, Nationalität oder Religion sich von der Ihren unterscheidet –, dann müssen Sie Buße tun. Und das können Sie. Sie können sich ändern. Gott kann ihnen dabei helfen.

Die Welt von Morgen, in der jeder Mann, jede Frau und jedes Kind lernt, seinen Nächsten wirklich zu lieben, wird von denen aufgebaut, die heute lernen, ihre Feinde zu lieben.