Es ist heute üblich, dass Menschen behaupten, alle Religionen seien gleichwertig, dass keine einzelne besser sei als die anderen. Aber denken die Leute wirklich so, wenn es hart auf hart kommt? Die Erfahrung sagt etwas anderes.
Vor vielen Jahren besuchte ich ein Paar, das eine Heirat in Erwägung zog, aber sehr unterschiedliche Überzeugungen in Bezug auf die Gottesverehrung hatte. Sie glaubten an unterschiedliche Tage für wöchentliche Gottesdienste, hielten und feierten verschiedene jährliche religiöse Tage und vertraten viele andere deutlich unterschiedliche Vorstellungen. Ich wies auf einige der Hindernisse hin, denen sie künftig begegnen würden, besonders wenn Kinder dazukommen. Dennoch waren sie „verliebt“ und hatten Antworten auf jede Herausforderung, die ich ihnen stellte. An ihrer Aufrichtigkeit bestand kein Zweifel. Ihre höchste Priorität im Moment war es, einander zu heiraten – aber sobald dieses Ziel erreicht war, würden diese Unterschiede sicherlich auf der Prioritätenliste stehen.
Als sie gefragt wurden, was sie für das Endziel des Lebens hielten – Gottes Lohn – gab es einen weiteren klaren Unterschied. Die junge Frau dachte, dass beide in den Himmel gehen würden, während der junge Mann den Himmel nicht als Gottes Belohnung für die Menschheit ansah. Sie bekundete offen, dass seine Religion ebenso gut sei wie ihre, dass keiner von beiden einen Vorteil gegenüber dem anderen habe. Deshalb machte ich ihr diesen Vorschlag: „Warum konvertieren Sie nicht zu seinem religiösen Glauben? Schließlich, da beide Wege, wie Sie behaupten, zum selben Ort führen, würde das das Leben nicht harmonischer machen, besonders für eventuelle Kinder, wenn Sie beide an denselben Praktiken und Traditionen festhalten?“
Da brach ihre Rosa-Brille-Haltung zusammen. Sie war nicht bereit, die Religion des jungen Mannes zu akzeptieren, was ihre Behauptung widerlegte, dass alle Wege zum selben Ort führen. Ich konnte ihr sicherlich nicht vorwerfen, dass sie nicht die Art und Weise ändern wollte, wie sie von Geburt an unterrichtet wurde. Das ist viel von jemandem verlangt, es sei denn, er oder sie ist wirklich von Herzen überzeugt, dass sein oder ihr Weg falsch ist und es einen besseren gibt. Anders zu handeln wäre, gegen das eigene Gewissen zu handeln, und die Schrift warnt uns davor (Römer 14, 23). Der Punkt ist, dass, wenn die Karten auf dem Tisch liegen, das, was wir nur behaupten zu glauben, und das, was wir wirklich glauben, oft nicht dasselbe sind.
Führen alle Wege nach Rom?
Reine Logik sagt jedem denkenden Menschen, dass nicht alle Wege nach Rom führen. Wer weiß, wo man mit so oberflächlichem Denken landet! Das Christentum – katholisch, orthodox, protestantisch – Islam, Judentum, Hinduismus, Shintoismus, Atheismus, Agnostizismus und die tausenden anderen „-ismen“, die jeweils ihre eigenen inneren Spaltungen haben, sind nicht harmonisch. Ihre erwarteten Belohnungen sind unterschiedlich. Die Wege zu diesen Belohnungen sind unterschiedlich. Ihre Anforderungen und Praktiken sind unterschiedlich. Die Liste ist endlos, und die Unterschiede sind bedeutend. Wo sollen wir überhaupt die unzähligen Unterschiede aufzählen? Und obwohl einige in unserer modernen Welt die Realität nicht akzeptieren, sind auch die Früchte nicht gleich – nicht alle Religionen sind von gleichem Wert!
Auch wenn sie Gott nicht im Entferntesten auf dieselbe Weise verstehen, bekennen sich alle, Ihn (oder Sie, oder Es, oder sie) anzubeten. Sogar Atheisten verehren, ohne es zu merken, den „Gott“ des Materialismus. Zumindest beten Menschen arrogant sich selbst an und vertrauen darauf, dass ihre eigenen winzigen geistigen Ressourcen bestimmen können, was Gott von ihnen erwartet – falls Er überhaupt existiert –, als könnten wir Ihm Gutes und Böses, Recht und Unrecht diktieren.
Deshalb muss man fragen: Ist es möglich, Gott – selbst den wahren Gott – umsonst anzubeten? Vielleicht haben Sie das nie bedacht, aber wenn Sie die Bibel als Wahrheitsquelle ansehen, sollten Sie über diese nicht ganz so triviale Frage nachdenken. Um es klar zu sagen: Wer glaubt, dass Gott seinen Willen unserem unterordnen wird – uns akzeptiert, egal wie wir uns ihm nähern – glaubt nicht, dass die Bibel das inspirierte Wort Gottes ist. Aber wenn das der Fall ist, wo sucht man dann nach moralischer Wahrheit? Bei den Philosophien der Menschen? Wie gut klappt das?
Die Bibel lässt keinen Zweifel daran, dass es im Leben nur zwei Möglichkeiten gibt – Gott gehorchen oder nach seinen eigenen Weg leben (5, Mose 12, 8–9; 30, 15–20). Aus der Bibel geht hervor, dass das Volk Israel Letzteres tat und es für sie nicht gut lief. Im gesamten Wort Gottes finden wir Seine autoritative Definition von Gut und Böse sowie den Kontrast zwischen ihnen – zusammen mit dem Endergebnis von beiden.
Johannes, der Apostel, der Jesus am nächsten stand, definierte für uns die Sünde: „Ein jeder, der Sünde tut, übertritt das Gesetz, und die Sünde ist die Gesetzesübertretung“ (1. Johannes 3,4, Schlachter-Bibel). Und der Apostel Paulus bestätigte, dass die Sünde – die Übertretung des Gesetzes – auch für Heiden gilt und dass sie eine Konsequenz hat: „Denn der Sünde Sold ist der Tod [nicht ewiges Leben im Höllenfeuer]; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn“ (Römer 6, 23). Sie können ein tieferes Verständnis für dieses wichtige Thema gewinnen, indem Sie unsere kostenlose Broschüre Johannes 3,16: Der goldene Vers und seine verborgenen Wahrheiten lesen.
Zurück zur zentralen Frage
Kann Gott umsonst angebetet werden? Spielt es eine Rolle, wie wir ihn anbeten? Ist die Lehre – also die Lehren und Praktiken eines Glaubens – wichtig? Ja, laut Jesus.
Die Jünger Christi wurden eines Tages dafür kritisiert, dass sie sich nicht auf die rituelle Weise der Pharisäer vor dem Essen wuschen. Es ist wichtig zu verstehen, dass dies kein Gesetz Gottes war, sondern eines der tausenden von Menschen geschaffenen Rituale und Traditionen, die die Juden eingesetzt hatten. Das ist jedem, der den Bericht sorgfältig liest, klar. Als er gefragt wurde, warum seine Jünger nicht der „Überlieferung der Ältesten“ folgten, antwortete Jesus: „Warum übertretet denn ihr Gottes Gebot um eurer Überlieferung willen?“ Er paraphrasierte dann Jesaja 29, 13: „Dies Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir; vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die nichts als Menschengebote sind“ (Matthäus 15, 1-9).
Deshalb kann man gemäß Jesus Christus Gott umsonst anbeten! Aber das ist der einfache Teil der Beantwortung dieser Frage. Das Schwierige ist: Was werden Sie tun, wenn Ihre Konfession die Lehren und Traditionen der Menschen lehrt, statt die Lehren der Bibel?
Viele verstehen, dass die „Heiligung“ des Sonntags nicht von Gott, sondern vom Menschen kommt. Sie verstehen, dass Jesus nicht am 25. Dezember geboren wurde, und dass die Weihnachtsbräuche aus heidnischen Traditionen stammen. Sie verstehen, dass der Tag, an dem sie glauben, Christus sei auferstanden, nach einer heidnischen Fruchtbarkeitsgöttin benannt und mit Fruchtbarkeitssymbolen gefeiert wird: Kaninchen, Eier, Osterglocken und mehr. Gleichzeitig lehnen sie wissentlich die Feiertage ab, die in der Bibel gefunden und von Jesus, seinen Aposteln und dem Christentum des ersten Jahrhunderts bewahrt werden. Ist Gott zufrieden mit von Menschen entwickelten Gottesdiensttraditionen? Lassen Sie ihn antworten:
Wenn der Herr, dein Gott, vor dir her die Völker ausrottet, zu denen du kommst, ihr Land einzunehmen, und du es eingenommen hast und darin wohnst, so hüte dich, dass du dich nicht verführen lässt, es ihnen nachzutun, nachdem sie vertilgt sind vor dir, und dass du nicht fragst nach ihren Göttern und sprichst: Wie haben diese Völker ihren Göttern gedient? Ebenso will auch ich es tun! So sollst du dem Herrn, deinem Gott, nicht dienen; denn sie haben ihren Göttern alles getan, was dem Herrn ein Gräuel ist und was er hasst; denn sie haben ihren Göttern sogar ihre Söhne und Töchter mit Feuer verbrannt. Alles, was ich euch gebiete, das sollt ihr halten und danach tun. Du sollst nichts dazutun und nichts davontun (5. Mose 12, 29 - 13, 1).
Gott akzeptiert unsere menschlichen Traditionen nicht als Anbetung Ihm. Wir können Ihm nicht vorschreiben, wie Er verehrt werden soll. So einfach ist es wirklich – ja, man kann Gott umsonst anbeten. Die eigentliche Frage ist: Was werden Sie dagegen tun?


